Mindestlohn
Seit Inkrafttreten des Mindestlohngesetzes am 1. Januar 2015 gilt ein allgemeingültiger flächendeckender Mindestlohn in Deutschland. Lohnuntergrenzen gibt es in beinahe allen europäischen Staaten und den USA. Die Mindestlohn-Gesetze haben das Ziel, Lohn-Dumping, also die nicht verhältnismäßige Bezahlung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, zu verhindern.
Dieses Themendossier dokumentiert die Diskussion rund um die Einführung des flächendeckenden Mindestlohns in Deutschland und die Ergebnisse empirischer Forschung der zu flächendeckenden und branchenspezifischen Mindestlöhnen. Mit dem Filter „Autorenschaft“ können Sie auf IAB-(Mit-)Autorenschaft eingrenzen.
- Grundsätzliches zum flächendeckenden Mindestlohn
- Auswirkungen des flächendeckenden Mindestlohns auf
- Auswirkungen des flächendeckenden Mindestlohns auf Personengruppen
- Ausnahmen vom flächendeckenden Mindestlohn u.a. für
- Ausweichreaktionen auf Mindestlöhne in Deutschland
- Bundesländer
- Branchenspezifische Mindestlöhne und deren Auswirkungen auf
- Mindestlohn in anderen Ländern
-
Literaturhinweis
The devil is in the details: Heterogeneous effects of the German minimum wage on working hours and minijobs (2026)
Zitatform
Bossler, Mario, Ying Liang & Thorsten Schank (2026): The devil is in the details: Heterogeneous effects of the German minimum wage on working hours and minijobs. In: Journal of Public Economics, Jg. 253, 2025-11-18. DOI:10.1016/j.jpubeco.2025.105540
Abstract
"Germany introduced a national minimum wage in 2015. While prior studies find limited effects on overall employment, we go into detail and examine its impact on working hours and minijobs. The minimum wage significantly reduces inequality in hourly and monthly wages. While average working hours remain stable, minijobbers experience notable cuts in working hours, which can be explained by the institutional context shaping the effects of the minimum wage. Employment in regular jobs remains unaffected, but minijobs decline, driven by transitions into both regular jobs and non-employment. The latter implies an employment elasticity of −0.16 for minijob employment. Following the first major minimum wage increase in 2022, we reveal a reduction in working hours that is not limited to minijobs, corresponding to an employment volume elasticity of −0.38." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2025 The Authors. Published by Elsevier B.V.) ((en))
-
Literaturhinweis
Do Minimum Wages Increase Female Employment? Evidence From a Meta‐Analysis (2026)
Zitatform
Li, Xiaomei, Yulin Liu & Xu Si (2026): Do Minimum Wages Increase Female Employment? Evidence From a Meta‐Analysis. In: Australian economic papers, Jg. 65, H. 1, S. 1-15. DOI:10.1111/1467-8454.70010
Abstract
"One of the purposes of minimum wage legislation is to protect women workers. However, the impact of minimum wage on female employment has been controversial. We perform a meta-analysis to test the policy effect. After correcting for publication bias using the overall sample, the effect is positive, indicating that minimum wages actually increase female employment. We use 32 moderators as potential explanatory variables to explain the heterogeneity of the literature and find that it stems from the data characteristics and methods used in econometric estimates. In addition, education plays an important role in regulating the female employment effect of minimum wages. Furthermore, we find that the minimum wage results in an increase in female employment in developing countries, while developed countries do not benefit from the minimum wage system. This could be related to differences in industrial structure, social security coverage, and informal employment rate in the two types of countries. Our results suggest that minimum wages may be an effective policy for women who are more likely to engage in minimum wage work." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Endbericht zum Forschungsvorhaben "Auswirkungen der Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro auf individuelle Beschäftigungsbewegungen und betriebliche Lohnstrukturen": Studie im Auftrag der Mindestlohnkommission (2025)
Bekhtiar, Karim ; Forstner, Susanne; Winter-Ebmer, Rudolf ; Isphording, Ingo; Bonin, Holger ; Schröter, Felix;Zitatform
Bekhtiar, Karim, Holger Bonin, Susanne Forstner, Felix Schröter, Ingo Isphording & Rudolf Winter-Ebmer (2025): Endbericht zum Forschungsvorhaben "Auswirkungen der Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro auf individuelle Beschäftigungsbewegungen und betriebliche Lohnstrukturen". Studie im Auftrag der Mindestlohnkommission. Wien, 132 S. DOI:10.60739/IHS-7152
Abstract
"Diese im Auftrag der Mindestlohnkommission erstellte Studie analysiert die kausalen Auswirkungen der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 10,45 Euro zum 1. Juli 2022 sowie auf 12 Euro zum 1. Oktober 2022. Dabei stehen die Effekte auf Zielgrößen der individuellen Beschäftigungsbewegungen (innerhalb und zwischen Betrieben) sowie der inner- und zwischenbetrieblichen Lohnstruktur im Zentrum. Die Analyse basiert auf detaillierten administrativen Arbeitgeber-Arbeitnehmer Daten der Bundesagentur für Arbeit, die eine tagesgenaue Erfassung der Zielvariablen erlauben. Durch die Verknüpfung mit sekundären Quellen kann die betriebliche Mindestlohnbetroffenheit erfasst werden. Für die empirische Analyse werden kausalanalytische Methoden verwendet, die dem aktuellen Standard der nationalen und internationalen Mindestlohnforschung entsprechen, sodass die Ergebnisse der Studie im Sinne von Ursache-Wirkungs-Relationen interpretiert werden können. Die angewandten Methoden basieren auf unterschiedlichen Varianten des Differenz-in-Differenzen-Ansatzes. Die zentralen Ergebnisse der Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen: - Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro hatte keine statistisch signifikanten Effekte auf die zwischenbetriebliche Mobilität sozialversicherungspflichtig Beschäftigter. - Für den Effekt der Mindestlohnerhöhungen auf zwischenbetrieblichen Beschäftigungsbewegungen geringfügig Beschäftigter im Haupt- oder Nebenjob zeigt sich, dass Kleinbetriebe (mit bis zu 4 Beschäftigten) ebenfalls keine mindestlohnbedingte Reaktion in der zwischenbetrieblichen Mobilität zeigen. - Bezüglich der zwischenbetrieblichen Beschäftigungsbewegungen geringfügig Beschäftigter in mittelgroßen Betrieben und Großbetrieben lässt unsere Analyse keine verlässlichen, kausal interpretierbaren Schlüsse zu. - Hinsichtlich der Wirkung der Mindestlohnerhöhungen auf innerbetriebliche Beschäftigungsbewegungen weisen unsere Schätzungen auf einen leichten Anstieg der Übergänge von geringfügiger in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hin. Dieses Ergebnis findet sich jedoch nur für das dritte Quartal 2022, in dem es unter anderem aufgrund der unveränderten Geringfügigkeitsschwelle bei steigendem Stundenlohn und gleichbleibenden Arbeitsstunden zu Übergängen von geringfügiger in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kommen konnte. Im vierten Quartal 2022, in dem gleichzeitig mit dem Mindestlohn auch die Geringfügigkeitsgrenze angehoben wurde, findet sich kein statistisch signifikanter Effekt auf Übergänge in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. - Deutliche Mindestlohneffekte treten in Bezug auf die innerbetriebliche Lohnstruktur auf. Hier ist eine deutliche Kompression der betriebsinternen Lohnverteilung zu beobachten, die insbesondere die unteren Bereiche der Lohnverteilung betrifft, jedoch aufgrund von Spillover-Effekten auch bis in höhere Bereiche wirkt. - Für die Zielgröße der zwischenbetrieblichen Lohnstruktur lassen sich keine Effekte der Mindestlohnerhöhungen nachweisen. Es findet sich keine systematische Veränderung der Lohnungleichheit zwischen den Betrieben." (Textauszug, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Endbericht zum Forschungsvorhaben "Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf Beschäftigung und Arbeitslosigkeit": Studie im Auftrag der Mindestlohnkommission (2025)
Zitatform
Caliendo, Marco, Rebecca Olthaus & Nico Pestel (2025): Endbericht zum Forschungsvorhaben "Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf Beschäftigung und Arbeitslosigkeit". Studie im Auftrag der Mindestlohnkommission. Berlin, 102 S.
Abstract
"Das Forschungsprojekt „Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf Beschäftigung und Arbeitslosigkeit“ im Auftrag der Mindestlohnkommission besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen werden die Auswirkungen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2015 sowie der Anhebungen zwischen dem 1. Januar 2017 und dem 1. Januar 2024 auf die Zielgrößen „Beschäftigung“ und „Arbeitslosigkeit“ bis Mitte des Jahres 2024 analysiert. Als Datenbasis dienen hierfür aggregierte amtliche Daten auf regionaler Ebene, die mit Indikatoren zur Mindestlohnbetroffenheit verknüpft werden. Dies erlaubt die Anwendung ökonometrischer Methoden, die einem Experimentalstandard möglichst nahekommen, sodass die erzielten Ergebnisse eine Interpretation im Sinne von Ursache-Wirkungs-Relationen erlauben. Dazu werden verschiedene Varianten des so genannten Differenz-in-Differenzen-Ansatzes verwendet. Des Weiteren wird ein besonderer Fokus auf die Untersuchung von Beschäftigungseffekten der Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro im Jahr 2022 gelegt. Die Datengrundlage bilden detaillierte Daten zu Verdiensten und Arbeitszeiten, die es ermöglichen, Veränderungen in den regionalen Verteilungen von Stundenlöhnen über die Zeit zu untersuchen. Hierzu wird ein sogenannter „Bunching“-Ansatz verwendet, der es erlaubt, Veränderungen entlang der Verteilung der Stundenlöhne zu betrachten, und somit einen Fokus auf Beschäftigungsveränderungen im Bereich um den neuen Mindestlohn herum ermöglicht. Die wesentlichen Erkenntnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: - Die Betroffenheit vom Mindestlohn in Bezug auf die Lohnlücke hat im Jahr 2022 gegenüber dem Jahr 2018 in allen Regionen und im Vergleich zum Jahr 2014 in den meisten Regionen zugenommen. Dabei ist auch festzustellen, dass die Mindestlohnbetroffenheit über die Jahre hinweg variiert und nicht immer nur die gleichen Regionen besonders stark vom Mindestlohn betroffen sind. Dies äußert sich in Korrelationskoeffizienten der regionalspezifischen Lohnlücken auf geringem Niveau zwischen 0,295 (2014 und 2018) und 0,352 (2018 und 2022). - Die kausalen Schätzungen zeigen, dass die Mindestlohneinführung im Zeitraum vom Jahr 2015 bis einschließlich des ersten Quartals 2024 die gesamte abhängige Beschäftigung in stark vom Mindestlohn betroffenen Regionen im Vergleich zu schwach betroffenen Regionen um ca. 0,6 Prozent reduziert hat. - Dieses Resultat ist hauptsächlich auf den Rückgang der ausschließlich geringfügigen Beschäftigung zurückzuführen, wobei sich die negativen Effekte für diese Beschäftigungsform tendenziell im Zeitverlauf noch etwas verstärkt haben. Für die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insgesamt können hingegen keine Effekte gefunden werden. - Der negative Effekt auf die geringfügige Beschäftigung ist für Männer etwas stärker ausgeprägt als für Frauen, für jüngere Beschäftigte stärker als für ältere Beschäftigte und für Helfer:innen und Fachkräfte stärker als für Expert:innen und Spezialist:innen. Außerdem deuten die Ergebnisse darauf hin, dass sich der Rückgang der geringfügigen Beschäftigung vor allem auf die Wirtschaftszweige Verkehr und Lagerung, Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, Erziehung und Unterricht sowie der Erbringung sonstiger wirtschaftlicher Dienstleistungen zurückführen lässt. - Während die meisten Analysen zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung auf keine Mindestlohneffekte hinweisen, ergeben sich für einige Wirtschaftszweige negative (Verarbeitendes Gewerbe; Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, Entsorgungswirtschaft) und für andere Bereiche sogar positive Effekte (Helfer:innen; Kunst, Unterhaltung und Erholung). - Es gibt große Effektunterschiede zwischen Regionen, die durch unterschiedliche Wirtschaftsdynamiken gekennzeichnet sind. In Regionen mit einem relativ geringen Wirtschaftswachstum vor der Einführung des Mindestlohns bzw. vor dessen Erhöhungen in den Jahren 2019 und 2022, geht sowohl die gesamte abhängige als auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück. Der negative Effekt auf die geringfügige Beschäftigung ist in diesen Regionen auch deutlicher ausgeprägt. - Die Analyse der Mindestlohnerhöhungen zeigt, dass insbesondere die Erhöhungen zum 1. Januar 2019 und zum 1. Juli bzw. 1. Oktober 2022, in geringerem Maß auch die anderen Erhöhungen, zusätzliche negative Effekte auf die Gesamtbeschäftigung entfaltet haben. Diese sind wiederum hauptsächlich von der geringfügigen Beschäftigung getrieben. - Während der Gesamteffekt auf die Arbeitslosigkeit nicht signifikant ist, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass zwischen dem zweiten Quartal 2020 und dem ersten Quartal 2021 (erstes Jahr der Corona-Pandemie) sowie ab dem zweiten Quartal 2022 (Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine) ein signifikanter Rückgang in der Arbeitslosigkeit erfolgte. Dieses Ergebnis ist allerdings schwierig einzuordnen." (Textauszug, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Minimum income and household labour supply (2025)
Zitatform
Carta, Francesca & Fabrizio Colonna (2025): Minimum income and household labour supply. In: International Tax and Public Finance, S. 1-34. DOI:10.1007/s10797-025-09918-4
Abstract
"This paper examines the impact of Guaranteed Minimum Income (GMI) schemes on work incentives at the household level. We show that these schemes create strategic complementarities between partners’ employment decisions. When one partner is non-employed or earns a low wage, the household is more likely to receive the benefit, which discourages the other partner from working to avoid losing the benefit. The disincentive to work does not instead apply to partners of high earners whose income exceeds the programme threshold. This leads the partners to coordinate their decisions so that both are non-employed. The negative impact of the GMI on labour supply is therefore more pronounced in economies with many single-earner households. Focusing on Italy, where the employment rate of married women is low and a relatively generous GMI programme was introduced in 2019, we use a structural labour supply model to estimate that the GMI would primarily reduce the employment rate of married men with non-working wives and increase the number of households in which neither partner works. Married women would be less affected due to the high employment rate of their husbands." (Author's abstract, IAB-Doku, © Springer-Verlag) ((en))
-
Literaturhinweis
Mindestlohn in Deutschland Chance zur Verringerung der Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen? (2025)
Zitatform
Schmid, Ramona (2025): Mindestlohn in Deutschland Chance zur Verringerung der Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen? In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 78, H. 10, S. 60-63.
Abstract
"Im Jahr 2015 wurde deutschlandweit der gesetzliche Mindestlohn eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt waren in Deutschland insbesondere Frauen im Niedriglohnsektor beschäftigt und die geschlechtsspezifsche Lohnlücke zwischen Männern und Frauen gehörte zu den höchsten in Europa. Eine neue Studie zeigt deutliche regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands – sowohl imAusmaß der Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen als auch in deren Entwicklung – nach der Einführung des Mindestlohns. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern proftieren Frauen vom Mindestlohn, was zu einem deutlichen Rückgang der geschlechtsspezifschen Lohnlücke führt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Mind the gap: effects of the national minimum wage on the gender wage gap of full-time workers in Germany (2025)
Zitatform
Schmid, Ramona (2025): Mind the gap: effects of the national minimum wage on the gender wage gap of full-time workers in Germany. In: Journal of Economic Inequality, S. 1-30. DOI:10.1007/s10888-025-09669-6
Abstract
"Since 2015, the national minimum wage aims to benefit primarily low-wage workers in Germany. I examine how the minimum wage influences gender wage gaps of full-time workers within the lower half of the wage distribution on a regional level. Using administrative data, distinct regional differences in the extent of gender wage gaps and responses to the minimum wage become clear. Overall, wage gaps between men and women at the 10th percentile decrease by 2.46 and 6.34 percentage points in the West and East of Germany after 2015. Applying counterfactual wage distributions, I show that introducing the minimum wage explains decreases in gender wage gaps by 60% to 95%. Group-specific analyses demonstrate various responses based on age, educational level and occupational activity. Counterfactual aggregate Oaxaca-Blinder decompositions indicate that discriminatory remuneration structures decrease in the West of Germany after introducing the minimum wage." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Weiterführende Informationen
Data product DOI: 10.5164/IAB.SIAB7519.de.en.v1 -
Literaturhinweis
Effekte der beschlossenen Mindestlohnanpassungen der Jahre 2026 und 2027 auf Beschäftigte im Übergangsbereich (2025)
Zitatform
Stöwhase, Sven (2025): Effekte der beschlossenen Mindestlohnanpassungen der Jahre 2026 und 2027 auf Beschäftigte im Übergangsbereich. In: Soziale Sicherheit, Jg. 74, H. 11, S. 24-26.
Abstract
"Dieser Beitrag hat das Ziel, diese Entlastungswirkungen zu quantifizieren und grafisch darzustellen. Dazu wird zunächst in Kapitel 2 die im Übergangsbereich geltende Formel zur Ermittlung des Arbeitnehmeranteils der Sozialversicherungsbeiträge vorgestellt und diskutiert. Kapitel 3 zeigt die konkreten Änderungen bei den zu zahlenden Sozialversicherungsbeiträgen in Abhängigkeit vom monatlichen Bruttolohn. Das Kapitel 4 fasst die Ergebnisse zusammen und schließt die Arbeit ab." (Textauszug, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
The Impact of the Minimum Wage on Initial Labour Market Outcomes (2025)
Umkehrer, Matthias;Zitatform
Umkehrer, Matthias (2025): The Impact of the Minimum Wage on Initial Labour Market Outcomes. (IAB-Discussion Paper 16/2025), Nürnberg, 35 S. DOI:10.48720/IAB.DP.2516
Abstract
"In dieser Arbeit untersuche ich, wie sich die Einführung des bundesweiten Mindestlohns in Deutschland auf die Arbeitsmarktergebnisse junger Berufseinsteiger auswirkt. Die institutionellen Rahmenbedingungen, administrative Mikrodaten und prognostizierte Mindestlohnbetroffenheit erlauben es, die kausalen Effekte der Maßnahme zu schätzen. Dazu werden Kohorten verglichen, die zu Beginn ihres Erwerbslebens vom Mindestlohn betroffen bzw. nicht betroffen waren, wobei Selektion in Ausbildung, Endogenität des Zeitpunkts des Berufseintritts, Veränderungen in der Kohortenzusammensetzung und makroökonomische Bedingungen kontrolliert werden. Die betroffenen Kohorten wiesen höhere Einkommen, aber keine geringere Beschäftigung auf. Sie arbeiteten etwas mehr Stunden, begannen ihre Karriere häufiger bei größeren und besser entlohnenden Arbeitgebern, übten seltener Berufe mit höherer Mindestlohnbetroffenheit aus und verrichteten seltener manuelle-routine Tätigkeiten oder Hilfsarbeiten. Den Ergebnissen zufolge behindert der Mindestlohn den Übergang von der Ausbildung in das Erwerbsleben nicht, beeinflusst aber die Zusammensetzung der Unternehmen und Berufe auf dem Arbeitsmarkt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Umkehrer, Matthias; -
Literaturhinweis
Mindestlohnkommission 2025: Stellungnahmen aus der schriftlichen Anhörung: Ergänzungsband zum Fünften Bericht der Mindestlohnkommission an die Bundesregierung nach § 9 Abs. 4 Mindestlohngesetz (2025)
Abstract
"Paragraf 10 Absatz 3 Satz 1 Mindestlohngesetz (MiLoG) ermöglicht es der Mindestlohnkommission, Anhörungen zu den Auswirkungen und der Anpassung des Mindestlohns durchzuführen. Sie kann dabei „Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Vereinigungen von Arbeitgebern und Gewerkschaften, öffentlich-rechtliche Religionsgesellschaften, Wohlfahrtsverbände, Verbände, die wirtschaftliche und soziale Interessen organisieren“ sowie sonstige von der Anpassung des Mindestlohns Betroffene vor Beschlussfassung anhören. Sie kann Informationen und fachliche Einschätzungen von externen Stellen einholen. Die Mindestlohnkommission hat diese Möglichkeit genutzt und im Frühjahr 2025 eine schriftliche Anhörung durchgeführt. Die Mindestlohnkommission hat sich dazu auf einen Kreis von Institutionen bzw. Sachverständigen geeinigt, die im Rahmen der Anhörung zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert wurden. Die Stellungnahmen sind ebenso wie die von der Mindestlohnkommission vorab versandten Themenschwerpunkte in diesem Band im Originalwortlaut dokumentiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
The Devil is in the Details: Heterogeneous Effects of the German Minimum Wage on Working Hours and Minijobs (2024)
Zitatform
Bossler, Mario, Ying Liang & Thorsten Schank (2024): The Devil is in the Details: Heterogeneous Effects of the German Minimum Wage on Working Hours and Minijobs. (arXiv papers 2403.17206), 79 S. DOI:10.48550/arXiv.2403.17206
Abstract
"In 2015, Germany introduced a national minimum wage. While the literature agrees on at most limited negative effects on the overall employment level, we go into detail and analyze the impact on the working hours dimension and on the subset of minijobs. Using data from the German Structure of Earnings Survey in 2010, 2014, and 2018, we find empirical evidence that the minimum wage significantly reduces inequality in hourly and monthly wages. While various theoretical mechanisms suggest a reduction in working hours, these remain unchanged on average. However, minijobbers experience a notable reduction in working hours which can be linked to the specific institutional framework. Regarding employment, the results show no effects for regular jobs, but there is a noteworthy decline in minijobs, driven by transitions to regular employment and non-employment. The transitions in non-employment imply a wage elasticity of employment of $-0.1$ for minijobs. Our findings highlight that the institutional setting leads to heterogeneous effects of the minimum wage." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Minimum Wage Effects on Job Attachment: A Gender Perspective (2024)
Zitatform
García-Morán, Eva, Ming-Jin Jiang & Heiko Rachinger (2024): Minimum Wage Effects on Job Attachment: A Gender Perspective. In: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Jg. 244, H. 1-2, S. 83-112. DOI:10.1515/jbnst-2022-0012
Abstract
"We examine whether the effects of the introduction of a minimum wage on low-pay employment duration in Germany in 2015 are heterogeneous by gender. In order to disentangle the effects on women and men, we estimate a duration model with unobserved heterogeneity in which we allow gender differences and differences before and after the introduction of the minimum wage. We find that the reform does affect women and men differently, in particular, it mainly increases men’s job attachment. These gender differences in job attachment are the strongest for full-time employment. In consequence, although the minimum wage may have been set up as a gender-neutral instrument, in an indirect way, it affects women and men differently. We discuss different mechanisms that could account for our result and carry out several robustness checks." (Author's abstract, IAB-Doku, © De Gruyter) ((en))
-
Literaturhinweis
Internal migration after a uniform minimum wage introduction (2024)
Moog, Alexander;Zitatform
Moog, Alexander (2024): Internal migration after a uniform minimum wage introduction. (arXiv papers 2404.19590), 47 S. DOI:10.48550/arXiv.2404.19590
Abstract
"Internal migration is an essential aspect to study labor mobility. I exploit the German statutory minimum wage introduction in 2015 to estimate its push and pull effects on internal migration using a 2% sample of administrative data. In a conditional fixed effects Poisson difference-in-differences framework with a continuous treatment, I find that the minimum wage introduction leads to an increase in the out-migration of low-skilled workers with migrant background by 25% with an increasing tendency over time from districts where a high share of workers are subject to the minimum wage (high-bite districts). In contrast the migration decision of native-born low-skilled workers is not affected by the policy. However, both native-born low-skilled workers and those with a migrant background do relocate across establishments, leaving high-bite districts as their workplace. In addition, I find an increase for unemployed individuals with a migrant background in out-migrating from high-bite districts. These results emphasize the importance of considering the effects on geographical labor mobility when implementing and analyzing policies that affect the determinants of internal migration." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Weiterführende Informationen
Data product DOI: 10.5164/IAB.SIAB7521.de.en.v1 -
Literaturhinweis
Gesetzlicher Mindestlohn: Auswirkungen auf Frauen und Männer (2024)
Zitatform
Ohlert, Clemens (2024): Gesetzlicher Mindestlohn: Auswirkungen auf Frauen und Männer. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 104, H. 2, S. 117-122. DOI:10.2478/wd-2024-0035
Abstract
"Der Mindestlohn hat bei Frauen seit seiner Einführung zu stärkeren Anstiegen der durchschnittlichen Stundenlöhne und monatlichen Verdienste geführt als bei Männern. Die Auswirkungen des Mindestlohns auf die Stundenlöhne der vom Mindestlohn betroffenen Frauen und Männern fielen im Durchschnitt ähnlich hoch aus. Frauen sind jedoch häufiger im Mindestlohnbereich beschäftigt als Männer und profitieren somit häufiger von diesem. Ergebnisse zu geschlechterspezifischen Reduzierungen der Arbeitszeit aufgrund des Mindestlohns fallen unterschiedlich aus. Weder bei Frauen, noch bei Männern kam es zu erheblichen Beschäftigungseffekten des Mindestlohns. Der Mindestlohn trägt somit zur Reduzierung der Entgeltungleichheit nach Geschlecht bei." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Minimum Wage Effects on Gender Gaps in Working Hours and Earnings in Germany (2024)
Zitatform
Ohlert, Clemens (2024): Minimum Wage Effects on Gender Gaps in Working Hours and Earnings in Germany. (ECINEQ working paper series / Society for the Study of Economic Inequality 663), Verona, 26 S.
Abstract
"This paper investigates whether the introduction of a statutory minimum wage in Germany has led to a reduction in gender gaps in hourly wages, working hours and monthly earnings. Using the 2014 Structure of Earnings Survey and the 2015 Earnings Survey, a difference-in-differences approach was applied at the establishment level. The results show a reduction of the gender pay gap in establishments of up to 3.6 percentage points due to the introduction of the minimum wage. While the effects on hourly wages of women and men in low-wage jobs were the same on average, women are more often affected by the minimum wage and therefore benefit more often from it. The gender time gap in establishments decreased by about 2.4 percentage points on average and by about 3.9 percentage points among low wage workers. The minimum wage led to a reduction in the average gender gap in gross monthly earnings in establishments of up to 6.1 percentage points and by up to 4.6 percentage points among low-wage employees." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Gendered effects of minimum wage (2023)
Zitatform
Di Nola, Alessandro, Luke Haywood & Haomin Wang (2023): Gendered effects of minimum wage. (Working Paper Series / Universität Konstanz, Cluster of Excellence 'The Politics of Inequality' 14), Konstanz, 52 S.
Abstract
"Women are more likely to work in jobs with low hours than men. Low-hour jobs are associated with lower hourly wages and are more likely impacted by minimum wages that set a floor on hourly wages. We document that the first German minimum wage significantly increased women's transition towards jobs with higher weekly hours. We construct and estimate an equilibrium search model with demographic and firm productivity heterogeneity. The model replicates observed gender gaps in employment, hours and wage and the positive relationship between hours and hourly wages. We implement the minimum wage in our model with a penalty to address non-compliance. Based on our model, the minimum wage primarily reduces the gender income gap through the gender wage gap. At its 2022 level, the German minimum wage reduces the gender employment and hours gap due to an upward reallocation effect, resulting in women's increased participation in higher-hour jobs with lower separation rates. The upward reallocation effect is the strongest for women with children and varies by marital state and spousal income. While the minimum wage only modestly discourages firms from posting jobs, it shifts job offers toward full-time positions." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf Geschlechterungleichheiten bei Arbeitszeiten und Verdiensten (2023)
Zitatform
Ohlert, Clemens (2023): Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf Geschlechterungleichheiten bei Arbeitszeiten und Verdiensten. In: Soziale Welt, Jg. 74, H. 4, S. 562-588. DOI:10.5771/0038-6073-2023-4-562
Abstract
"Der Aufsatz geht der Frage nach, ob die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zu einer Reduzierung von Geschlechterungleichheiten nicht nur bei Stundenlöhnen, sondern auch bei Arbeitszeiten und monatlichen Verdiensten beigetragen hat. Anhand der Verdienststrukturerhebung 2014 und der Verdiensterhebung 2015 wurden ein Panel-Datensatz generiert und Differenz-in-Differenzen-Analysen auf der Betriebsebene durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen eine bis zu 3,6 Prozentpunkte stärkere Reduzierung des durchschnittlichen Gender Pay Gap der Stundenlöhne in vom Mindestlohn betroffenen Betrieben als in nicht betroffenen Betrieben. Die Stundenlohneffekte des Mindestlohns auf Frauen und Männer im Niedriglohnbereich fielen jedoch gleich hoch aus. Zudem ergäbe sich keine Verringerung des Gender Pay Gap durch den Mindestlohn, wenn Frauen und Männer gleich auf Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügige Beschäftigung verteilt wären. Der Gender Time Gap verringerte sich in vom Mindestlohn betroffenen Betrieben im Durchschnitt um rund 2,4 Prozentpunkte und für Beschäftigte im Niedriglohnbereich um rund 3,9 Prozentpunkte stärker als in nicht betroffenen Betrieben. Durch den Mindestlohn kam es zu einer deutlichen Verringerung des durchschnittlichen Gender Earnings Gap der monatlichen Bruttoverdienste. Dieser reduzierte sich in vom Mindestlohn betroffenen Betrieben bei Betrachtung aller Beschäftigten um bis zu 6,1 Prozentpunkte und bei Niedriglohnbeschäftigten um bis zu 4,6 Prozentpunkte stärker als in nicht betroffenen Betrieben." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Moonlighting and the Minimum Wage (2023)
Zitatform
Vom Berge, Philipp & Matthias Umkehrer (2023): Moonlighting and the Minimum Wage. (IAB-Discussion Paper 08/2023), Nürnberg, 42 S. DOI:10.48720/IAB.DP.2308
Abstract
"In diesem Beitrag untersuchen wir die Auswirkungen der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Deutschland auf Haupt- und Nebentätigkeiten und deren Wechselwirkung, indem wir umfangreiche administrative Daten und Variation in der Betroffenheit vom Mindestlohn über Tätigkeiten hinweg nutzen. Während wir bestätigen, dass der nationale Mindestlohn für beide Beschäftigungsarten die Verdienste auf individueller Ebene erhöht, aber die Beschäftigung nicht verringert hat, stellen wir fest, dass er unterschiedliche Auswirkungen auf die Anpassung der Arbeitszeit hatte: Bei Haupttätigkeiten erhöhte er die Wahrscheinlichkeit, dass geringfügige in reguläre Beschäftigung umgewandelt wurde. Bei Nebentätigkeiten führte er eher zu Arbeitszeitverkürzungen, um Steuervorteile zu erhalten. Darüber hinaus liefern wir Evidenz, dass Personen mit einer Nebenbeschäftigung, die einen mindestlohnbedingten Rückgang der Stundenzahl ihrer Haupttätigkeit erlebten, stattdessen diese Arbeitsstunden zumindest teilweise auf ihre Nebentätigkeit übertragen haben." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Minimum Wages and Insurance Within the Firm (2022)
Adamopoulou, Effrosyni; Rachedi, Omar; Yurdagul, Emircan; Manaresi, Francesco;Zitatform
Adamopoulou, Effrosyni, Francesco Manaresi, Omar Rachedi & Emircan Yurdagul (2022): Minimum Wages and Insurance Within the Firm. (CRC TR 224 discussion paper series / EPoS Collaborative Research Center Transregio 224 326), Bonn, 46 S.
Abstract
"Minimum wages alter the allocation of firm-idiosyncratic risk across workers. To establish this result, we focus on Italy, and leverage employer-employee data matched to firm balance sheets and hand-collected wage floors. We find a relatively larger pass-through of firm-specific labor-demand shocks into wages for the workers whose earnings are far from the floors, but who are employed by establishments intensive in minimum-wage workers. We study the welfare implications of this fact using an incomplete-market model. The asymmetric pass-through uncovers a novel channel which tilts the benefits of removing minimum wages toward high-paid employees at the expense of low-wage workers." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
The minimum wage and search effort (2022)
Zitatform
Adams, Camilla, Jonathan Meer & CarlyWill Sloan (2022): The minimum wage and search effort. In: Economics Letters, Jg. 212. DOI:10.1016/j.econlet.2022.110288
Abstract
"Labor market search-and-matching models posit supply-side responses to minimum wage increases that may lead to improved matches and lessen or even reverse negative employment effects. Using event study analysis of recent minimum wage increases, we find that these changes do not affect the likelihood of searching, but do lead to transitory spikes in search effort by individuals already looking for work. These results are not driven by changes in the composition of searchers, and are concentrated among the groups most likely to be impacted by the minimum wage and in response to larger minimum wage increases." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2022 Elsevier) ((en))
Aspekt auswählen:
Aspekt zurücksetzen
- Grundsätzliches zum flächendeckenden Mindestlohn
- Auswirkungen des flächendeckenden Mindestlohns auf
- Auswirkungen des flächendeckenden Mindestlohns auf Personengruppen
- Ausnahmen vom flächendeckenden Mindestlohn u.a. für
- Ausweichreaktionen auf Mindestlöhne in Deutschland
- Bundesländer
- Branchenspezifische Mindestlöhne und deren Auswirkungen auf
- Mindestlohn in anderen Ländern
