Migration und Integration
Bei dem Thema Einwanderung nach Deutschland gilt es auch die Bedingungen einer gelingenden Integration von Zugewanderten in Gesellschaft, Bildung und Arbeit zu untersuchen. Die Arbeitsmarktforschung beschäftigt sich mit der Frage, wie die Integration in das Bildungs- und Ausbildungssystem, der Zugang zum Arbeitsmarkt sowie die Bedingungen der sozialen Teilhabe und kulturellen Integration verbessert werden können.
Aktuelle Studien zeigen zudem, dass Deutschland angesichts seiner demographischen Herausforderungen dringend auf Zuwanderung angewiesen ist. Inwiefern kann Zuwanderung der Schrumpfung und Alterung des Erwerbspersonenpotenzials entgegenwirken? Welche Entwicklungen in der nationalen und europäischen Einwanderungspolitik begünstigen die Einwanderung von Erwerbspersonen und Fachkräften? Die hier zusammengestellte Literatur bietet einen aktuellen und umfassenden Überblick über den Themenkomplex Migration und Integration.
Literatur zum Thema Flucht und Asyl finden Sie in unserer IAB-Infoplattform Fluchtmigrantinnen und -migranten - Bildung und Arbeitsmarkt.
Zurück zur Übersicht- Forschung und Ergebnisse aus dem IAB
- Einwanderungspolitik
- Auswirkungen von Migration
- Wanderungsmotivation und Rückwanderung
- Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarktpolitik
- Qualifikation, Bildung und Beschäftigung
- Integration und soziale Teilhabe
- internationale Aspekte
- Personengruppen
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IAB-Projekt
Polnische Arbeitnehmer in Deutschland (21.09.2025 - 30.12.2025)
Kosyakova, Yuliya;Projektbeschreibung
Wir analysieren die Arbeitsmarktintegration polnischer Arbeitnehmer in Deutschland sowie deren Rückwanderungsbereitschaft bzw. Auswanderungsbereitschaft.
Beteiligte aus dem IAB
Koch, Maria Theresa; Coskun, Ahmet Yigit; Adunts, Davit; Hauptmann, Andreas; Kosyakova, Yuliya; -
IAB-Projekt
Ethnische Unterschiede in der wahrgenommenen Lohngerechtigkeit (31.07.2025 - 30.12.2027)
Lang, Julia;Projektbeschreibung
Lohnunterschiede zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen haben viele Ursachen und führen dazu, dass die betroffenen Personengruppen ihr Einkommen eher als ungerecht zu niedrig empfinden. Es gibt aber theoretische Argumente und empirische Belege dafür, dass nicht nur die absolute Höhe des Lohns das Gefühl der Ungerechtigkeit hervorruft, sondern auch der relative Lohn. Um besser zu verstehen, ob und warum Migrant*innen sich in ihrer Wahrnehmung der Fairness ihres eigenen Lohns von Personen ohne Migrationshintergrund unterscheiden, reicht es daher nicht aus, lediglich die Lohnzufriedenheit zwischen Angehörigen beider Gruppen mit ähnlichem Lohnniveau zu vergleichen. Bei der Untersuchung der Wahrnehmung der Fairness des eigenen Lohns und der ethnischen Unterschiede ist es auch entscheidend, zwischen denjenigen zu unterscheiden, deren Löhne „objektiv” unfair niedrig sind, und denjenigen, die fair entlohnt werden, da es zahlreiche Belege dafür gibt, dass die wahrgenommene und die tatsächliche unfaire Behandlung oft nicht übereinstimmen. Aus der Theorie lassen sich mögliche Unterschiede zwischen den beiden Gruppen ableiten. In diesem Projekt unterscheiden wir deshalb zwischen Beschäftigten, die das verdienen, was vergleichbare Beschäftigte mit denselben individuellen, beruflichen und berufsbezogenen Merkmalen verdienen, und solchen, die weniger verdienen und untersuchen ob Beschäftigte mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Beschäftigten ohne Migrationshintergrund eher dazu neigen, ihr Gehalt als unfair zu empfinden, wenn sie im Vergleich zu vergleichbaren Kollegen nicht fair bezahlt werden – oder als fair, wenn sie fair bezahlt werden.
Beteiligte aus dem IAB
Lang, Julia; -
IAB-Projekt
Genderaspekte des Mobilitätsverhaltens von Migrant*innen (30.06.2025 - 30.12.2027)
Fendel, Tanja; Kosyakova, Yuliya;Projektbeschreibung
Ziel sind Analysen zum Mobilitätsverhalten von Migrant*innen aus einer Genderperspektive
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IAB-Projekt
Qualifikationsstruktur von Neueingewanderten (26.01.2025 - laufend)
Seibert, Holger; Wapler, Rüdiger;Projektbeschreibung
Analyse der Herkunftsländer und Arbeitsmarktsituation von Neueingewanderten auf Basis der SUF des Mikrozensus
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IAB-Projekt
Transnational Perspectives on Migration and Integration (31.12.2024 - 30.12.2027)
Gundacker, Lidwina;Projektbeschreibung
This project continues the data collections gathered in the project TRANSMIT (3626) and builds upon earlier research results and experiences in the field. The project focuses on migration decision making and its determinants for individuals in transit and destination countries. More precisely, we will evaluate the impacts of EU migration policies on the migration decisions of citizens and non-citizens in Turkey and Morocco, two important transit countries for migrants towards the European Union. We furthermore put an emphasis on labor migration aspirations and opportunities. To that end, we plan longitudinal surveys in Turkey and Morocco. Our partners at WZB and IMIS will furthermore collect qualitative data.
Beteiligte aus dem IAB
Gundacker, Lidwina; -
IAB-Projekt
Diskriminierung und Namensunterschiede bei Bewerbungen (31.12.2024 - 30.12.2025)
Ehab, May; Keita, Sekou;Projektbeschreibung
Wir untersuchen die Dauer der Arbeitssuche der Profile untersuchen, die Gegenstand der Korrespondenzstudie aus Projekt 4025 waren. Unter anderem möchten wir damit die externe Validität der Korrespondenzstudie untersuchen. Dafür möchten wir die Merkmale der Bewerbungsunterlagen (Geschlecht, Alter, Beruf, Erfahrung, Ausbildung, etc.) in den IEB nachbilden. Für die Unterschiede zwischen den Personen werden wir ein Verfahren zur Verwendung von Namensinformation anwenden.
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IAB-Projekt
Fiskalische Effekte der Migration (31.12.2024 - 30.12.2029)
Brücker, Herbert;Projektbeschreibung
Es wird untersucht, welche Effekte die Zuwanderung auf die fiskalische Bilanz des Sozialstaats hat. Das betrifft neben den öffentlichen Haushalten auch die Sozialversicherungen, darunter die Arbeitslosenversicherung. Es ergeben sich auch unmittelbare Schlussfolgerungen für die Steuerung der Einwanderung von Fachkräften und anderen Arbeitskräften, die internationale und nationale Arbeitsvermittlung und die Arbeitsmarkt- und Integrationspolitik.
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IAB-Projekt
Evaluation des Gesetzes und der Verordnung zur Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung (30.11.2024 - 30.12.2027)
Brücker, Herbert; Stips, Felix;Projektbeschreibung
Die BMAS Projekte zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz werden für weitere drei Jahre durchgeführt. Gegenstand des Forschungsprojekts ist die Evaluation der Reformen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes („Gesetz und Verordnung zur Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung“). Hierfür gibt es eine Kooperation zwischen dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und dem Forschungszentrum des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ), sowie dem BMAS und dem BMI als Drittmittelgeber. Folgende Themenfelder werden in der Evaluation behandelt: (1) Migrationswirkungen, (2) Administrative Umsetzung, (3) Integration, (4) Missbrauch.
Beteiligte aus dem IAB
Brücker, Herbert; Konle-Seidl, Regina; Stips, Felix; Jacoby, Annette; Vortisch, Andreas Benjamin; Koch, Maria Theresa; -
IAB-Projekt
Fortführung: War da was? Die Wahrnehmung von Diskriminierung in Deutschland (31.08.2024 - 30.12.2024)
Keita, Sekou;Projektbeschreibung
Zahlreiche Studien weltweit und auch in Deutschland haben gezeigt, dass Menschen aufgrund von Merkmalen wie Geschlecht, Religionszugehörigkeit, Herkunft oder Hautfarbe am Arbeitsmarkt benachteiligt werden. Die Wahrnehmung von Diskriminierung und deren Folgen beziehungsweise das Wissen über diese variiert in der Bevölkerung erheblich und kann von objektiven Messungen der Diskriminierung abweichen. Eine Voraussetzung für ein wirksames Gegensteuern ist daher zu verstehen, wodurch die Wahrnehmung von Diskriminierung beeinflusst wird. Folgende Forschungsfragen adressiert das Projekt: Welche Mechanismen führen zu einer veränderten Wahrnehmung von Diskriminierung? Führt ein gesteigertes Bewusstsein von Ungleichbehandlung auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft auch zu einer stärkeren Unterstützung von Politikmaßnahmen zum Abbau von Ungleichbehandlungen? Das Projekt ist Teil des Forschungsverbund Diskriminierung und Rassismus (FoDiRa) der DeZIM-Forschungsgemeinschaft.
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IAB-Projekt
Die Effekte von Migration auf Erwerbskarrieren: Evidenz aus verknüpften österreichisch-deutschen Registerdaten (31.08.2024 - 30.12.2028)
Dauth, Wolfgang;Projektbeschreibung
In diesem Projekt werden die Erträge der Migration untersucht. Wir verwenden einen einzigartigen Datensatz, der administrative Daten aus Österreich und Deutschland kombiniert und es uns ermöglicht, die Erwerbsbiografien von Arbeitnehmern zu verfolgen, die zwischen den beiden Ländern migrieren. Wir analysieren, ob sich die Erträge der Migration nach Alter und Geschlecht unterscheiden, und vergleichen die Erträge der internationalen Migration mit denen der Migration innerhalb eines Landes. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass internationale Mobilität zwischen zwei ähnlichen Ländern mit Einkommenssteigerungen verbunden ist, der aber in der Regel eine Phase der Arbeitslosigkeit im Herkunftsland vorausgeht.
Beteiligte aus dem IAB
Dauth, Wolfgang; -
IAB-Projekt
EU-Erweiterung und temporäre Migration: Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Deutschland (11.01.2024 - 30.12.2026)
Hammer, Luisa;Projektbeschreibung
In diesem Projekt werden die Arbeitsmarkteffekte der jüngsten EU-Zuwanderung quantifiziert. Unter Verwendung administrativer SIAB-Daten für 75 Regionen in Westdeutschland (2005-2017) identifizieren wir zunächst Einheimische, frühere Zuwanderer und Neuzuwanderer. Darüber hinaus unterteilen wir die Neuzuwanderer in "Neuankömmlinge" und "Bleibende", um die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen der EU-Zuwanderung getrennt zu ermitteln.
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IAB-Projekt
The Effect of Forced Immigration on Subjective Well-being of Natives: Evidence from Germany (31.12.2023 - 30.12.2026)
Kassam, Kamal;Projektbeschreibung
Dieses Papier analysiert die Auswirkungen einer direkten Exposition gegenüber Zwangsmigranten im lokalen Kontext auf das subjektive Wohlbefinden der einheimischen Bevölkerung in Deutschland. Die empirische Analyse deckt einen Zeitraum von 2013 bis 2019 ab und integriert administrative Daten zu Asylbewerbern auf Kreisebene mit Umfragedaten auf individueller Ebene aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP). Wir wenden eine Shift-Share-IV-Strategie an, die auf dem sozialen Netzwerk von Zwangsmigranten und einer hypothetischen Zuweisungsquote basiert, um den kausalen Effekt zu identifizieren. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Zustrom von Zwangsmigranten die Bedenken hinsichtlich der Einwanderung verringert. Es gibt jedoch keine Hinweise auf einen signifikanten Effekt auf die Lebenszufriedenheit oder die Besorgnis über Fremdenfeindlichkeit. Darüber hinaus liefern wir Hinweise auf heterogene Effekte in Bezug auf individuelle Merkmale.
Beteiligte aus dem IAB
Kassam, Kamal; -
IAB-Projekt
Der Bedarf an Deutschsprachkenntnissen in Betrieben (31.12.2023 - 30.12.2026)
Kubis, Alexander; Keita, Sekou;Projektbeschreibung
In diesem Projekt wird der betriebliche Bedarf an Deutschsprachkenntnissen bei der besetzung von offenen Stellen ermittelt. Zudem werden die betrieblichen Determinanten der Sprachanforderungen untersucht. Die Datenlage zu den Sprachanforderungen der offenen Stellen in Deutschland ist unzulänglich. Insbesondere ist wenig darüber bekannt, inwiefern sprachliche Anforderungen ein Hindernis bei der Stellenbesetzung durch ausländische Arbeits- und Fachkräfte darstellen. Im Rahmen des Jobturbo werden Unternehmen aufgerufen, Geflüchtete verstärkt auch ohne gute Deutschkenntnisse (unterhalb des Sprachniveaus B2) zu beschäftigen und berufsbegleitend weiter zu qualifizieren. Aktuelle Befragungsdaten, inwieweit fehlende Deutschkenntnisse aus betrieblicher Sicht tatsächlich eine Hürde bei der Beschäftigung von ausländischen Arbeits- und Fachkräften darstellen, liegen nicht vor. Von daher wird in diesem Projekt die Fragestellung auf der Betriebsseite beleuchtet, ergänzend zu den bereits vorliegen Erkenntnissen aus Personenbefragungen.
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IAB-Projekt
Internationales Mobilitätspanel von Migrant*innen in Deutschland (IMPa) (30.06.2023 - 30.12.2029)
Olbrich, Lukas; Kosyakova, Yuliya;Projektbeschreibung
Seit den Ursprüngen der Migrationsforschung ist bekannt, dass größeren Einwanderungsbewegungen immer auch höhere Rückwanderungsbewegungen gegenüberstehen, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass erhebliche Teile der Migration temporär sind. Die Rückkehr- und Weitermigration wirft zahlreiche neue Forschungsfragen auf, die von hoher politischer, gesellschaftlicher und sozio-ökonomischer Relevanz sind. Vorhandene Daten zur Rückkehrmigration sind jedoch spärlich und widersprüchlich, was eine präzise Analyse erschwert. In dem Projekt wird eine Multi-Kohorten-Panelbefragung aufgebaut, mit der Fragen zur Rückkehrmigration und zirkulärer Migration adressiert werden können. Dafür werden zunächst Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit befragt, die sich aktuell in Deutschland aufhalten. Die Datenbasis hierfür bilden die IEB. In den Folgejahren werden die Teilnehmenden erneut kontaktiert um so mögliche Rück- und WeiterwandererInnen zu identifizieren. Um auch Personen kontaktieren zu können, die sich in den Folgejahren im Ausland aufhalten, findet die Erhebung ausschließlich im Web-Modus statt. Die Befragungen der ersten Welle der ersten Kohorte begannen Ende 2024.
Beteiligte aus dem IAB
Gallegos Torres, Katia; Hammer, Luisa; Koch, Maria Theresa; Olbrich, Lukas; Kosyakova, Yuliya; -
IAB-Projekt
Unequal access to protection? Selection patterns over arrival cohorts of Syrians seeking refuge in Lebanon, Turkey, and Germany (31.12.2022 - 29.02.2024)
Gundacker, Lidwina; Keita, Sekou;Projektbeschreibung
An ample scholarly literature on voluntary migration has shown that migration is a highly selective process, resulting in migrant populations that often differ significantly from their respective population of origin in terms of their socio-demographic characteristics. The literature attributes these differences to either migrants' active choice and agency in the migration decision (i.e., self-selection), or to selectively applied external constraints. Although the socio-demographic make-up of forced migrant populations has received significant attention in public discourses in receiving countries such as Germany and Turkey, the literature on migrant selection largely focuses on voluntary migration and self-selection mechanisms. As a result, the selection mechanisms of forcibly displaced persons are less well understood. In this study we contribute to that literature by investigating differences in forced migrant selection outcomes in countries of first refuge neighboring the origin country, relative to a reception country in the global north. Based on novel household survey data, we compare age, gender, socio-economic background and family context of the Syrian populations in Lebanon, Turkey, and Germany by arrival cohort (2013-2017). We furthermore explore two potential selection mechanisms of forced migrant populations. Particularly in the context of forced migration, the conditions for migration fluctuate heavily within a relatively short time span, e.g. regarding immigration policies and border controls. We explore the changing conditions under which Syrians sought international humanitarian protection and link them to the selection outcomes in the three destination countries. In a narrative approach, we establish legal and political frameworks as well as the accessibility of routes as external barriers to forced migration. We combine the cohort analysis of Syrians in Lebanon, Turkey, and Germany with contextual analyses of the (changing) frameworks governing refugee migration in transit and destination countries and descriptive analyses of changing risk levels along routes. Our analyses reveal that higher external barriers coincide with a stronger selection in migrants’ socio-demographic make-up. In particular, riskier routes and higher entry barriers are associated with a lower share of female migrants, a lower share traveling with family members, and a higher socio-economic background.
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IAB-Projekt
Unsafe Home Countries, Return Intentions and Job Search Behaviors (09.11.2022 - 11.12.2024)
Lousada de Freitas Monteiro, Maria Teresa; Bassetto, Jacopo;Projektbeschreibung
Die Zuwanderung ist häufig vorübergehend, und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer im Aufnahmeland ist eine wichtige Determinante für das Arbeitsmarktverhalten der Zuwanderer, ihre Humankapitalinvestitionen und ihre sozioökonomische Integration. In diesem Beitrag untersuchen wir, ob sich Veränderungen der soziopolitischen Bedingungen im Heimatland auf die Rückkehrabsichten und die Arbeitsmarktergebnisse von Zuwanderern auswirken. Wir kombinieren Verwaltungs- und Umfragedaten mit genauen Informationen über Terroranschläge weltweit. Unsere Identifikationsstrategie nutzt das quasi-zufällige Auftreten von Terroranschlägen im Heimatland im Verhältnis zum Zeitpunkt der Befragung und der Arbeitslosigkeitszeiten in Deutschland. Wir zeigen, dass Zuwanderer, die nach einem Terroranschlag in ihrem Heimatland befragt werden, mit einer um 12 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit dauerhaft in Deutschland bleiben wollen. Zuwanderer reagieren stärker, wenn sie in Deutschland weniger integriert sind und stärkere Bindungen zu ihrem Heimatland haben. Die Wirtschaftstheorie besagt, dass sich Änderungen der beabsichtigten Aufenthaltsdauer auf das Arbeitsmarktverhalten der Zuwanderer auswirken werden. Unser zweites zentrales Ergebnis bestätigt diese Hypothese: Es zeigt, dass Zuwanderer, die sich arbeitslos melden, wenn ein terroristisches Ereignis ihr Heimatland trifft, eine um 1,7 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit haben, sich innerhalb von drei Monaten arbeitslos zu melden, und eine um 1,8 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit, innerhalb von drei Monaten eine Beschäftigung zu finden, als Zuwanderer, die sich in ruhigen Zeiten arbeitslos melden.
Beteiligte aus dem IAB
Bassetto, Jacopo; -
IAB-Projekt
Mit dem Pass zum Abschluss? Staatsbürgerschaftsreform und Bildungserfolg (30.09.2022 - 30.12.2026)
Riepl, Franziska Marie;Projektbeschreibung
Der Erwerb der Staatsbürgerschaft wird oft als entscheidender Schritt im Leben von Einwanderern der zweiten Generation angesehen. Die Antragsverfahren stellen jedoch eine große administrative und persönliche Hürde dar. Dieses Projekt untersucht, wie sich die Einführung der ius-soli-Staatsbürgerschaft (qua Geburt) in Deutschland auf den Bildungsweg der betroffenen Personen ausgewirkt hat. Unsere Identifizierungsstrategie nutzt das Design der Reform, die das Geburtsrecht auf Kinder von Einwanderern beschränkt, die nach 2000 geboren wurden und deren Eltern bestimmte Zulassungskriterien erfüllen. Wir nutzen eine Kombination aus Umfrage- und Zensusdaten um zu untersuchen wie sich die Staatsbürgerschaft ab Geburt auf die von den betroffenen Personen erworbenen Schulabschlüsse auswirkt. Wir erweitern die vorhandene Literatur durch die Nutzung national repräsentativer Daten, den Fokus auf Schulabschlüsse, und Auswertungen hinsichtlich der möglichen Mechanismen hinter den beobachteten Effekten. Das Projekt zielt darauf ab, die wissenschaftliche Gemeinschaft sowie politische Entscheidungsträger über die Rolle der Staatsbürgerschaftspolitik für die Förderung der Integration von Einwanderern und den gleichberechtigten Zugang zu Bildungschancen zu informieren.
Beteiligte aus dem IAB
Riepl, Franziska Marie; -
IAB-Projekt
Liminal groups and political participation (11.04.2022 - 30.07.2022)
Promberger, Markus;Projektbeschreibung
Die sozialen und politischen Strukturen in Europa haben sich verändert. Größere Flucht- und Wanderungsbewegungen, wachsende Binnendifferenzierungen der erwerbstätigen Bevölkerung und das Entstehen eines 'Prekariats', sowie wachsende populistische und antidemokratische Tendenzen in Teilen der Bevölkerung fordern die europäischen Demokratien heraus. Kernfrage dabei ist die politische Teilhabe alter und neuer unterprivilegierter Gruppen und ihre symbolisch-politischen Wechselbeziehungen mit anderen Gruppen und der Mehrheitsgesellschaft. Das Projekt (Antrag) untersucht mittels einer qualitativen ländervergleichenden Erhebung den Zusammenhang zwischen dem Leben in Grenzzuständen (Prekarität, Marginalisierung, Kulturgrenzen) und der politischen Partizipation der Betroffenen. Der Begriff der Liminalität erlaubt hierbei ein holistisches, sozioökonomische, kulturelle, räumliche und politische Faktoren einschließendes Verständnis eines spezifischen Formenkreises von sozialer Ungleichheit zwischen Inklusion und Exklusion. Das Projekt analysiert nicht nur Identitäten, Selbst-Organisation und politische Beteiligung liminaler Gruppen wie Immigrant:innen, Geflüchtete, ethnische Minderheiten, oder prekär Beschäftigte und Armutsgefährdete, sondern auch den Einfluss auf und die Wechselwirkung mit der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft, ihren Institutionen und den etablierten Ungleichheitsdimensionen wie Klasse und Geschlecht.
Beteiligte aus dem IAB
Promberger, Markus; -
IAB-Projekt
Seeing your religion - Regionale Variation von Diskriminierung und Rassismus gegenüber Musliminnen und Muslimen auf dem deutschen Arbeitsmarkt (31.03.2022 - 30.12.2024)
Kosyakova, Yuliya; Jaschke, Philipp;Projektbeschreibung
Das Projekt beschäftigt sich mit den Erfahrungen muslimischer Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchteter auf dem deutschen Arbeitsmarkt. In der bisherigen Literatur wurden Nachteile für muslimische Zugewanderte auf dem deutschen Arbeitsmarkt festgestellt. Das Vorgängerprojekt „Showing your Religion“, welches das im ersten Jahr des Nationalen Rassismusmonitorings gefördert wurde, beschäftigte sich mit Diskriminierungserfahrungen und Umgangsstrategien von Musliminnen und Muslimen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Der Fokus in diesem Anschlussprojekt wird vor allem auf Einstellungsentscheidungen von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, Einstellungen gegenüber als muslimisch wahrgenommenen Dienstleistungen (z.B. Restaurants, Imbisse, Supermärkte) sowie auf Auswirkungen der jüngsten Fluchtzuwanderung auf die Karriereverläufe anderer muslimischer Menschen liegen. Untersucht werden hierbei insbesondere die Herausforderungen muslimischer Frauen. Genauer analysiert wird außerdem die Rolle von regionalen Faktoren, wie beispielsweise der Arbeitslosenquote, für Unterschiede in den Einstellungsentscheidungen der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Das Projekt ist Teil des Forschungsverbund Diskriminierung und Rassismus (FoDiRa) der DeZIM-Forschungsgemeinschaft.
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IAB-Projekt
War da was? Die Wahrnehmung von Diskriminierung in Deutschland (31.03.2022 - 30.12.2024)
Keita, Sekou;Projektbeschreibung
Zahlreiche Studien weltweit und auch in Deutschland haben gezeigt, dass Menschen aufgrund von Merkmalen wie Geschlecht, Religionszugehörigkeit, Herkunft oder Hautfarbe am Arbeitsmarkt benachteiligt werden. Die Wahrnehmung von Diskriminierung und deren Folgen beziehungsweise das Wissen über diese variiert in der Bevölkerung erheblich und kann von objektiven Messungen der Diskriminierung abweichen. Eine Voraussetzung für ein wirksames Gegensteuern ist daher zu verstehen, wodurch die Wahrnehmung von Diskriminierung beeinflusst wird. Folgende Forschungsfragen adressiert das Projekt: Welche Mechanismen führen zu einer veränderten Wahrnehmung von Diskriminierung? Führt ein gesteigertes Bewusstsein von Ungleichbehandlung auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft auch zu einer stärkeren Unterstützung von Politikmaßnahmen zum Abbau von Ungleichbehandlungen? Das Projekt ist Teil des Forschungsverbund Diskriminierung und Rassismus (FoDiRa) der DeZIM-Forschungsgemeinschaft.
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