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Dossier

Demografischer Wandel und Arbeitskräfteangebot

Mit dem demografischen Wandel sinkt die Zahl der erwerbsfähigen Menschen in Deutschland. Die Infoplattform enthält Analysen und Szenarien, die diese Entwicklung beschreiben und den Einfluss einer weiter steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren sowie die Migration berücksichtigen.

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  • Literaturhinweis

    Einleitung: Möglichkeiten und Grenzen einer geschlechtergerechten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (2026)

    Bothfeld, Silke ; Hohendanner, Christian ; Yollu-Tok, Aysel ; Schütt, Petra;

    Zitatform

    Bothfeld, Silke, Christian Hohendanner, Petra Schütt & Aysel Yollu-Tok (2026): Einleitung: Möglichkeiten und Grenzen einer geschlechtergerechten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. In: S. Bothfeld, C. Hohendanner, P. Schütt & A. Yollu-Tok (Hrsg.) (2026): Geschlechtergerecht gestalten. Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, S. 9-26.

    Abstract

    "Wer über Geschlechtergerechtigkeit spricht, kommt an der begrifflichen Unterscheidung zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellungspolitik nicht vorbei. Diese Differenz ist grundlegend für das Verständnis politischer, sozialer und ökonomischer Maßnahmen zur Überwindung geschlechterbezogener Ungleichheiten. Gleichberechtigung meint die rechtlich garantierte Gleichheit von Frauen und Männern – wie sie etwa in Artikel 3 des Grundgesetzes verankert ist. Sie garantiert allen Menschen denselben Zugang zu Rechten: zum Bildungssystem, zum Arbeitsmarkt, zu politischen Ämtern. Doch so unverzichtbar diese rechtliche Grundlage ist, so unzureichend ist sie, wenn es um die tatsächliche Teilhabe in einer nach wie vor von struktureller Ungleichheit geprägten Gesellschaft geht. Hier setzt die Gleichstellungspolitik an: Sie begnügt sich nicht mit der formalen Gleichheit, sondern zielt auf faktische Chancengleichheit. Für die Gleichstellung der Geschlechter wurde daher im Artikel 3 Abs. 2 (»Männer und Frauen sind gleichberechtigt.«) 1994 der Zusatz aufgenommen »Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin«. Die Gleichstellungspolitik soll in diesem Sinne bestehende Benachteiligungen – etwa beim Einkommen, bei der Verteilung von Sorgearbeit, beim Zugang zu Führungspositionen oder in den sozialen Sicherungssystemen – sichtbar machen und Instrumente entwickeln, um Ungleichheiten abzubauen. Gleichstellungspolitik bedeutet nicht Privilegierung oder Sonderbehandlung, sondern sie ist Ausdruck eines demokratischen Gestaltungsauftrags: Sie soll sicherstellen, dass Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier steht, sondern im gesellschaftlichen Alltag wirksam wird. Dieser Sammelband greift zentrale Fragen dieser Gestaltungsaufgabe im Rahmen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik auf und versammelt Beiträge, die sich mit geschlechterbezogenen Ungleichheiten am Arbeitsmarkt und im Sozialstaat befassen – empirisch fundiert, theoretisch reflektiert und mit einem gemeinsamen Ziel: Geschlechtergerechtigkeit nicht nur zu fordern, sondern Hinweise und Vorschläge für die Gestaltung von konkreten Strukturen und politischen Maßnahmen zu präsentieren." (Textauszug, IAB-Doku)

    Beteiligte aus dem IAB

    Hohendanner, Christian ;
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  • Literaturhinweis

    Der KI-Irrtum: Warum Deutschland auf Zuwanderung angewiesen ist: Leitartikel (2026)

    Brücker, Herbert ; Kosyakova, Yuliya ; Weber, Enzo ;

    Zitatform

    Brücker, Herbert, Yuliya Kosyakova & Enzo Weber (2026): Der KI-Irrtum: Warum Deutschland auf Zuwanderung angewiesen ist. Leitartikel. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 106, H. 5, S. 304-305. DOI:10.2478/wd-2026-0074

    Abstract

    "Sieben Millionen - so viele Arbeitskräfte wird Deutschland in den nächsten 15 Jahren allein aufgrund des demografischen Wandels verlieren. Bereits seit vielen Jahren ist der demografische Effekt negativ, mit mehr als 400.000 Arbeitskräften pro Jahr. Tatsächlich beginnt der deutsche Arbeitsmarkt jedoch erst jetzt zu schrumpfen. Denn bislang konnte dieser Rückgang überkompensiert werden - durch eine steigende Erwerbsbeteiligung von Älteren und Frauen; und vor allem durch Zuwanderung. Doch diese Ausgleichsmechanismen stoßen zunehmend an Grenzen. Europa altert insgesamt, und die Dynamik der Zuwanderung innerhalb Europas nimmt ab. Zugleich sind viele der besonders mobilen, jüngeren Kohorten bereits gewandert. Vor diesem Hintergrund wird Migration schwieriger - und genau hier setzt ein verbreitetes Argument an: Wenn Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend Aufgaben übernimmt, braucht man doch keine zusätzlichen Arbeitskräfte mehr. Diese Folgerung ist ein Trugschluss. Arbeitskräfteknappheit lässt sich gesamtwirtschaftlich nicht einfach wegdigitalisieren." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Sectoral reallocations with an aging population (2026)

    Cociuba, Simona E. ; MacGee, James C.;

    Zitatform

    Cociuba, Simona E. & James C. MacGee (2026): Sectoral reallocations with an aging population. In: European Economic Review, Jg. 181. DOI:10.1016/j.euroecorev.2025.105182

    Abstract

    "Demographic projections show the majority of OECD economies will see declines in their working-age populations in the coming decades. This is potentially problematic, since young workers account for a large share of net labor reallocation between growing and shrinking industries. To examine if sectoral reallocation costs are exacerbated by an aging population, we develop a three-sector perpetual youth search model with sector-specific human capital. Our model features two interconnected frictions: sectoral preference, which implies that only some workers are mobile across sectors, and a wage bargaining distortion, whereby mobile workers’ outside option of searching in the growing sector dampens the fall in shrinking sector wages, leading to rest unemployment. In our parametrized model, as population growth declines from 3 to −1 percent, output losses from a one-time reallocation shock of 3 percentage points increase seven-fold to nearly 10 percent of annual GDP, and there are extended periods of high unemployment and low vacancies." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2025 Published by Elsevier B.V.) ((en))

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  • Literaturhinweis

    Regional demographic dynamics in Germany: A cluster-based analysis (2026)

    Ehlert, Andree ;

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    Ehlert, Andree (2026): Regional demographic dynamics in Germany: A cluster-based analysis. In: Regional Science Policy & Practice, Jg. 18, H. 4. DOI:10.1016/j.rspp.2026.100285

    Abstract

    "Demographic change has profoundly influenced economic and societal developments in industrialised nations, driven by declining fertility, rising life expectancy, and migration dynamics. While national trends are well-documented, regional demographic variations remain underexplored, particularly in Germany, where demographic and economic divides are pronounced. This study investigates demographic heterogeneity across 400 German NUTS-3 regions, focusing on fertility, mortality, and migration, while also incorporating socioeconomic covariates. Using panel data from 1995 to 2022, it applies descriptive statistics, factor analysis, and hierarchical cluster analysis to identify six demographic clusters and five distinct development trajectories. The findings reveal the complexity of regional demographic dynamics, challenging conventional East-West and urban-rural distinctions. By highlighting structural conditions and distinct regional patterns, the study provides an empirical foundation for region-specific policy measures and fosters a deeper understanding of demographic developments in Germany and beyond." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2026 The Author. Published by Elsevier B.V. on behalf of The Regional Science Association International.) ((en))

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  • Literaturhinweis

    Arbeitszeit, Produktivität, KI - wie Deutschland sein Arbeitskräfteangebot stabilisieren kann: Teil des Zeitgesprächs "Arbeitszeit im Wandel - Wie sich Wohlstand trotz sinkenden Arbeitskräfteangebots sichern lässt" (2026)

    Hammermann, Andrea; Stettes, Oliver;

    Zitatform

    Hammermann, Andrea & Oliver Stettes (2026): Arbeitszeit, Produktivität, KI - wie Deutschland sein Arbeitskräfteangebot stabilisieren kann. Teil des Zeitgesprächs "Arbeitszeit im Wandel - Wie sich Wohlstand trotz sinkenden Arbeitskräfteangebots sichern lässt". In: Wirtschaftsdienst, Jg. 106, H. 4, S. 248-252. DOI:10.2478/wd-2026-0064

    Abstract

    "Längere Arbeitszeiten können einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Arbeitskräfteangebots leisten, während Investitionen in technologischen und organisatorischen Fortschritt notwendig sind, um die Arbeitsproduktivität zu steigern. Vor diesem Hintergrund geht der Beitrag der Frage nach, wie sich das Arbeitskräfteangebot in Deutschland trotz des demografischen Wandels stabilisieren und der Wohlstand langfristig sichern lässt. Empirische Befunde legen nahe, dass KI und Humankapital in der Regel komplementär wirken und KIAnwendungen menschliche Arbeit eher ergänzen als ersetzen. Entscheidend für den Erhalt des Wohlstands ist somit, beide Hebel – Arbeitszeitund Produktivität – gemeinsam zu nutzen." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Berlin-Brandenburg (2026)

    Kuhn, Sarah; Wiethölter, Doris; Carstensen, Jeanette;

    Zitatform

    Kuhn, Sarah, Doris Wiethölter & Jeanette Carstensen (2026): Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Berlin-Brandenburg. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Berlin-Brandenburg 01/2026), Nürnberg, 68 S. DOI:10.48720/IAB.REBB.2601

    Abstract

    "Die vorliegende Studie betrachtet die regionalen Unterschiede im Beschäftigungswachstum und ihre Einflussfaktoren mit Fokus auf die Bundesländer Berlin und Brandenburg, sowie die brandenburgischen Landkreise und kreisfreien Städte. Ziel der vorliegenden Analyse ist es, herauszufinden, wie sich die Beschäftigungsentwicklung zwischen Regionen unterscheidet, und welche Faktoren zu diesen Unterschieden beitragen. Betrachtet werden die Auswirkungen der regionalen Branchen-, Betriebsgrößen- und Qualifikationsstruktur, der Einfluss regionaler Standortbesonderheiten sowie die Effekte verschiedener demografischer Faktoren auf das Beschäftigungswachstum. Im Zeitraum 1999 bis 2023 hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Berlin im Bundesvergleich stark überdurchschnittlich entwickelt. Berlin verzeichnet im Bundesländervergleich die mit Abstand höchste relative Zuwachsrate. In Brandenburg lag die Beschäftigungsentwicklung dagegen unter dem deutschen Durchschnitt, aber noch vor den anderen ostdeutschen Flächenländer, mit Ausnahme von Sachsen. Für Berlin und Brandenburg gilt, dass von der Branchen- und der Qualifikationsstruktur positive Impulse auf die Beschäftigungsentwicklung ausgehen. Für Berlin ist auch der ermittelte Standorteffekt positiv, in Brandenburg beeinflusst dieser Effekt das Beschäftigungswachstum dagegen eher negativ. Der Betriebsgrößenstruktureffekt wirkt im Untersuchungszeitraum in Brandenburg noch leicht wachstumsfördernd, dagegen fällt dieser Einfluss in Berlin negativ aus. Auf bedeutende dämpfende Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Beschäftigungsentwicklung deuten unsere Ergebnisse für Berlin bislang nicht hin. Im Vergleich zur bundesweiten Entwicklung hat sich die Altersstruktur in Berlin im Beobachtungszeitraum relativ günstig entwickelt. In Brandenburg wirkt sich die Altersstruktur im Untersuchungszeitraum dagegen bereits wachstumsbremsend aus. Insgesamt deuten sowohl die erheblichen Unterschiede in der regionalen Beschäftigungsdynamik als auch die sehr differenzierte Wirkung verschiedener Einflussfaktoren darauf hin, dass der arbeitsmarkt- und regionalpolitische Handlungsbedarf zwischen den Bundesländern stark variiert und es keine „one-size-fits-all“-Lösung gibt." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Künftige Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland: Schrumpfung und Alterung viel dramatischer als bislang vermutet (2026)

    Lehmann, Robert ; Ragnitz, Joachim;

    Zitatform

    Lehmann, Robert & Joachim Ragnitz (2026): Künftige Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland: Schrumpfung und Alterung viel dramatischer als bislang vermutet. In: Ifo Dresden berichtet, Jg. 33, H. 01, S. 04-08.

    Abstract

    "Das Statistische Bundesamt hat eine neue Bevölkerungsvorausberechnung präsentiert, deren Ergebnisse erheblich von bisherigen Erwartungen abweichen. Wurde bisher mit einer nahezu konstanten Bevölkerung bis zum Jahr 2070 gerechnet, wird nun ein Rückgang um zehn Prozent erwartet. Dieser Beitrag geht den Ursachen für die sehr unterschiedlichen Berechnungsergebnisse nach. Die Analyse zeigt, dass vor allem die unterschiedlichen Annahmen über den Verlauf der Nettozuwanderung nach Deutschland ausschlaggebend für die abweichenden Ergebnisse sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Projecting Labour Market Imbalances and Skill Mismatch Under Demographic Change in the EU (2026)

    Marois, Guillaume ; Potancoková, Michaela; Bezat, Agnieszka ; Crespo Cuaresma, Jesús ;

    Zitatform

    Marois, Guillaume, Michaela Potancoková, Agnieszka Bezat & Jesús Crespo Cuaresma (2026): Projecting Labour Market Imbalances and Skill Mismatch Under Demographic Change in the EU. In: European Journal of Population, Jg. 42, H. 1. DOI:10.1007/s10680-025-09758-2

    Abstract

    "We assess long-term labour mismatches in the European Union (EU27) by projecting the occupational distribution of workers and skill-specific labour demand up to 2060. Using a dynamic microsimulation approach (Link4Skills-Mic ), we jointly model demographic, educational, and labour force dynamics at the individual level and combine country-specific projections of labour supply with projections of occupational demand. The analysis highlights growing imbalances: although the supply of highly educated workers continues to rise, shifts in demand are not evenly distributed across skill levels. Consequently, underutilization of high-skilled workers is projected to coexist with persistent vacancies in medium- and low-skilled occupations. Rather than indicating widespread labour shortages, these trends point to structural mismatches driven by the misalignment of worker qualifications, job characteristics, and hiring practices. To explore potential responses, we examine a series of policy scenarios such as expanded immigration, education reform, mid-career retraining, delayed retirement, and employer-led automation and upskilling. The findings show that, while certain policies can reduce specific mismatches, no single intervention closes all the gaps that emerge. Notably, automation reduces vacancies but increases underutilization, whereas human capital strategies shift mismatches across skill levels. These results suggest that addressing future labour mismatches will require coordinated, comprehensive and varied strategies that integrate demographic realities with evolving job demands in Europe’s ageing and increasingly digitalized and knowledge-based economies." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

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  • Literaturhinweis

    Arbeitskräftebedarf und Arbeitskräfteangebot entlang der Wertschöpfungskette „Wasserstoff“ - Szenario-v3.0: Abschlussbericht der zweiten Projektphase (2026)

    Schur, Alexander Christian; Ronsiek, Linus; Mönnig, Anke; Schroer, Jan Philipp; Zenk, Johanna ; Schneemann, Christian ;

    Zitatform

    Schur, Alexander Christian, Anke Mönnig, Linus Ronsiek, Christian Schneemann, Johanna Zenk & Jan Philipp Schroer (2026): Arbeitskräftebedarf und Arbeitskräfteangebot entlang der Wertschöpfungskette „Wasserstoff“ - Szenario-v3.0. Abschlussbericht der zweiten Projektphase. (BIBB discussion paper / Bundesinstitut für Berufsbildung), Bonn, 62 S.

    Abstract

    "Grüner Wasserstoff kann einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten und die Energieabhängigkeit reduzieren. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes „Arbeitskräftebedarf und Arbeitskräfteangebot entlang der Wertschöpfungskette Wasserstoff“ beschreibt der vorliegende Bericht anhand einer Szenarioanalyse, wie sich der Aufbau einer Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff auf die Wirtschaftsleistung und den Arbeitsmarkt bis 2040 auswirken kann. Das hier modellierte Wasserstoff-Szenario baut auf den drei vorhergegangenen Wasserstoff-Szenarien auf und stellt die vierte Analyse aufgrund fundierter und aktualisierter Annahmen mit Stand März 2025 dar. Zusätzlich wurde für das Wasserstoff-Szenario eine Erweiterung im Prognose- und Simulationsmodell vorgenommen, um die Annahmen präziser einstellen und vertiefende Analysen nach Gütergruppen und Produktionsbereichen vornehmen zu können. Die Ergebnisse des Wasserstoff-Szenarios zeigen bis 2035 ein höheres preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt, jedoch ein niedrigeres Wertschöpfungsniveau ab der zweiten Hälfte der 2030er Jahre im Vergleich zum Referenz-Szenario, welches den Hochlauf einer grünen Wasserstoff-Wertschöpfungskette nicht berücksichtigt. Von 2025 bis 2040 liegt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Durchschnitt dennoch jährlich um 4,0 Mrd. Euro höher und die Wertschöpfungsgewinne kumulieren sich über den Projektionszeitraum auf rund 63 Mrd. Euro. Wie bereits in den vorherigen Wasserstoff-Szenarien festgestellt, bestätigt sich, dass sich der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft insgesamt positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Die Zahl der Erwerbstätigen liegt zwischen 2025 und 2040 um durchschnittlich jährlich 54.000 Personen höher als im Referenz-Szenario. Höhere Erwerbstätigenzahlen als im Referenz-Szenario werden beispielsweise in den Berufsgruppen Unternehmensorganisation und -strategie, Technische Produktionsplanung und -steuerung, Büro und Sekretariat sowie Hochbau erwartet. Hingegen sind die Berufsgruppen Chemie und Metallerzeugung, aufgrund steigender Preise, von negativen Beschäftigungseffekten betroffen. Insgesamt übersteigt der Arbeitsplatzaufbau aber den Arbeitsplatzabbau, der in einzelnen Wirtschaftsbereichen und Berufen stattfindet. Mit Blick auf die Anforderungsniveaus zeigt sich langfristig ein deutlich höherer Bedarf an Spezialisten und Spezialistinnen. Auch wenn die positiven Arbeitsmarkteffekte vergleichsweise gering erscheinen, hat eine zusätzliche Analyse gezeigt, dass für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt höhere Risiken bestehen, wenn die Transformation hin zu einem klimafreundlichen Wirtschaften verpasst wird." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    Beteiligte aus dem IAB

    Zenk, Johanna ; Schneemann, Christian ;
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  • Literaturhinweis

    Das Arbeitskräftepotenzial von Frauen - ein Weg aus dem Fachkräftemangel? (2026)

    Wanger, Susanne ;

    Zitatform

    Wanger, Susanne (2026): Das Arbeitskräftepotenzial von Frauen - ein Weg aus dem Fachkräftemangel? In: S. Bothfeld, C. Hohendanner, P. Schütt & A. Yollu-Tok (Hrsg.) (2026): Geschlechtergerecht gestalten. Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, S. 75-90, 2025-02-11.

    Abstract

    "Trotz zunehmender Erwerbstätigkeit bleibt die Erwerbsbeteiligung von Frauen hinter deren Präferenzen zurück. Das unausgeschöpfte Erwerbspotenzial von teilzeitbeschäftigten Frauen, die ihre Arbeitszeit ausdehnen möchten, entspricht derzeit knapp 700.000 Vollzeitäquivalenten. Die Realisierung der Arbeitszeitwünsche und die Ausschöpfung des ungenutztem Arbeitsvolumens bei Frauen verlangt jedoch die Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen, wie etwa bedarfsgerechte Kinderbetreuung und stärkere finanzielle Anreize für eine gleichmäßigere Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)

    Beteiligte aus dem IAB

    Wanger, Susanne ;
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  • Literaturhinweis

    The Impact of Demographic Change on Spousal Caregiving and Future Gaps in Long-term Care: Microsimulation Projections for Austria and Italy (2026)

    Warum, Philipp ; Spielauer, Martin ; Pohl, Pauline; Leoni, Thomas ; Famira-Mühlberger, Ulrike; Culotta, Fabrizio; Horvath, Thomas ;

    Zitatform

    Warum, Philipp, Fabrizio Culotta, Ulrike Famira-Mühlberger, Thomas Horvath, Thomas Leoni, Pauline Pohl & Martin Spielauer (2026): The Impact of Demographic Change on Spousal Caregiving and Future Gaps in Long-term Care: Microsimulation Projections for Austria and Italy. In: Journal of population ageing, Jg. 19, H. 1, S. 9-64. DOI:10.1007/s12062-026-09529-9

    Abstract

    "As populations age, the sustainability of long-term care systems increasingly depends on the availability of informal care, particularly from partners. This paper addresses the question of how much care we may expect partners to provide in the future by projecting demand for long-term care (LTC), the care supply mix based on current patterns, and the resulting care gaps up to 2070. Using a comparative dynamic microsimulation model, we contrast the results for Austria and Italy, two countries at very different stages in the ageing process and with pronounced institutional differences. Our results suggest that delayed widowhood due to improvements in mortality is a mitigating factor for the increased need for formal care in ageing societies, although it can only offset this increase to a limited extent. Even under optimistic assumptions, potential care gaps substantially increase in both countries, primarily due to demographic change. The size of these gaps is influenced by institutional settings, partnership patterns and gains in longevity, but no scenario reverses the overall upward trend. These findings emphasize the need for comprehensive LTC reforms that extend beyond merely promoting informal care and highlight the necessity for substantial investment in formal care infrastructure." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

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  • Literaturhinweis

    Eine Agenda 2035 (2026)

    Ziebarth, Nicolas;

    Zitatform

    Ziebarth, Nicolas (2026): Eine Agenda 2035. (ZEW policy Brief / ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung 2026-01), Mannheim, 9 S.

    Abstract

    "Aufgrund des demografischen Wandels und stark steigender Sozialversicherungsbeiträge skizziert dieser Policy Brief eine mögliche „Agenda 2035“ zur nachhaltigen Finanzierung der deutschen Sozialversicherungssysteme. Ohne Reformen könnte der Gesamtsozialversicherungsbeitrag in den nächsten zehn Jahren auf über 50 Prozent steigen. Steigende Beiträge belasten Beschäf tigte und Unternehmen, schwächen Investitionen und gefährden Wachstum und Beschäftigung. Um die bis noch vor kurzem politisch etablierte 40-Prozent-Grenze einzuhalten, wäre bis 2035 eine Konsolidierung von rund zehn Beitragspunkten durch entsprechende Strukturreformen erforderlich. Als Reformleitlinien werden der Abbau ineffizienter Leistungen, eine gezielte Reallokation von Mitteln und höhere Steuerzuschüsse genannt. In der gesetzlichen Krankenversicherung können Effizienzreserven insbesondere durch gesundheitsnutzenbasierte Zuzahlungen und Boni, stärkere Prävention und eine bessere Patientensteuerung durch Zuzahlungen bei Facharztbesuchen ohne Hausarztüberweisung gehoben werden. Nutzenbasierte Zuzahlungen und Boni können die Patientennachfrage nach medizinischen Leistungen lenken und die Inanspruchnahme von Leistungen mit geringem Zusatznutzen senken. Zusätzlicher Finanzbedarf könnte über höhere Verbrauchssteuern auf gesundheitsschädliche Konsumgüter erzielt werden. In der Pflegeversicherung sind die zu hebenden Effizienzspielräume begrenzt. Produktivitätssteigerungen in einem lohnintensiven Sektor könnten aber durch den breiten Einsatz neuer Technologien generiert werden. In der Rentenversicherung wäre eine Rückkehr zu früheren Reformelementen sowie die Kopplung des Regelrentenalters an die Lebenserwartung sinnvoll. Insgesamt wird ein ausgewogener Maßnahmenmix gefordert, um Finanzierungssicherheit, Generationengerechtigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz zu sichern." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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    Arbeits- und Fachkräftemangel in Österreich. Analyse zentraler Kennzahlen zum Status-quo (2025)

    Aigner-Walder, Birgit; Luger, Albert; Putz, Stephanie;

    Zitatform

    Aigner-Walder, Birgit, Albert Luger & Stephanie Putz (2025): Arbeits- und Fachkräftemangel in Österreich. Analyse zentraler Kennzahlen zum Status-quo. In: Wirtschaft und Gesellschaft, Jg. 51, H. 3, S. 45-65. DOI:10.59288/wug513.298

    Abstract

    "Die Alterung der Bevölkerung und der damit verbundene Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter setzen die bereits angespannten Arbeitsmärkte unter Druck. Der vorliegende Beitrag untersucht die Arbeitsmarktsituation in Österreich bzw. analysiert basierend auf vorliegenden amtlichen Arbeitsmarktdaten, in welchen Bereichen ein Fachkräftemangel vorliegt. Die Ergebnisse weisen insgesamt auf eine erhebliche Verschärfung der Situation am österreichischen Arbeitsmarkt in den vergangenen zehn Jahren hin – so reduzierte sich der Stellenandrang für Gesamtösterreich von 12,1 auf 3,3. Die detaillierte Analyse von Wirtschaftsbranchen und Berufsobergruppen zeigt, in welchen Bereichen bereits ein Fachkräftemangel vorliegt bzw. wie sich die Zahl an arbeitslosen Personen und offenen Stellen in den vergangenen zehn Jahren verändert hat. Ein Fachkräftemangel zeigt sich in den Gesundheitsberufen, bei Metall-Elektroberufen und bei Techniker:innen– in allen genannten Berufsgruppen liegt die Stellenandrangziffer unter 1,5." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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    Evaluating the spatial mismatch between population and factor endowments: The case of the European Union (2025)

    Alamá-Sabater, Luisa ; de Llanos, Yolanda ; Tortosa-Ausina, Emili ; Márquez, Miguel Á. ;

    Zitatform

    Alamá-Sabater, Luisa, Yolanda de Llanos, Miguel Á. Márquez & Emili Tortosa-Ausina (2025): Evaluating the spatial mismatch between population and factor endowments: The case of the European Union. In: Regional Studies, Jg. 59, H. 1, S. 1-24. DOI:10.1080/00343404.2024.2387811

    Abstract

    "Considerable research has been conducted on the trade-off between reducing regional inequality and promoting regional growth. However, there is a lack of empirical research exploring the relationship between this trade-off and the spatial mismatch between the distribution of regional populations and the spatial distribution of regional factor endowments. This paper assesses the existence of spatial mismatches between production factors and populations in European regions, with a focus on how these imbalances might affect regional disparities and growth. First, we compute spatial mismatch indices for capital stock and employment in relation to the distribution of population. Second, we use a vector autoregressive (VAR) approach to identify dynamic interactions in the short run. The results indicate that the spatial mismatch between population and labour plays a key role in the trade-off between European economic growth and regional inequality. The findings suggest that eliminating spatial mismatches between the spatial distribution of population and labor could lead to an increase in both economic growth and regional inequality. Moreover, the implementation of regional policies for resource allocation based on population-related criteria does not appear to mitigate regional economic inequality." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

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    Zentrale Befunde zu aktuellen Arbeitsmarktthemen 2025 (2025)

    Anger, Silke ; Wolter, Stefanie ; Lietzmann, Torsten ; Lehmer, Florian ; Jahn, Elke; Leber, Ute; Wolff, Joachim; Artmann, Elisabeth ; Wenzig, Claudia; Lang, Julia ; Wanger, Susanne ; Kuhn, Sarah; Vom Berge, Philipp ; Kubis, Alexander; Walwei, Ulrich ; Trenkle, Simon ; Braun, Wolfgang; Brücker, Herbert ; Stops, Michael ; Kosyakova, Yuliya ; Stepanok, Ignat ; Janssen, Simon; Roth, Duncan ; Janser, Markus ; Rauch, Angela ; Jahn, Elke J. ; Popp, Martin ; Hohmeyer, Katrin ; Müller, Dana ; Hohendanner, Christian ; Mense, Andreas ; Hiesinger, Karolin ; Zika, Gerd ; Heß, Pascal ; Weber, Enzo ; Hellwagner, Timon ; Bruckmeier, Kerstin ; Haas, Anette; Seibert, Holger; Gürtzgen, Nicole ; Ramos Lobato, Philipp; Gläser, Nina; Müller, Christoph ; Gherbaoui, Samia; Arntz, Melanie ; Gellermann, Jan; Stephan, Gesine ; Fitzenberger, Bernd ; Oberfichtner, Michael ; Dietz, Martin; Bächmann, Ann-Christin ; Dauth, Wolfgang ; Matthes, Britta ; Collischon, Matthias ; Reims, Nancy ; Christoph, Bernhard ;

    Zitatform

    Anger, Silke, Melanie Arntz, Elisabeth Artmann, Ann-Christin Bächmann, Wolfgang Braun, Kerstin Bruckmeier, Herbert Brücker, Bernhard Christoph, Matthias Collischon, Wolfgang Dauth, Martin Dietz, Bernd Fitzenberger, Jan Gellermann, Samia Gherbaoui, Nina Gläser, Nicole Gürtzgen, Anette Haas, Timon Hellwagner, Pascal Heß, Karolin Hiesinger, Christian Hohendanner, Katrin Hohmeyer, Elke J. Jahn, Markus Janser, Simon Janssen, Stefanie Wolter, Torsten Lietzmann, Florian Lehmer, Ute Leber, Joachim Wolff, Claudia Wenzig, Julia Lang, Susanne Wanger, Sarah Kuhn, Philipp Vom Berge, Alexander Kubis, Ulrich Walwei, Simon Trenkle, Michael Stops, Yuliya Kosyakova, Ignat Stepanok, Duncan Roth, Angela Rauch, Martin Popp, Dana Müller, Andreas Mense, Gerd Zika, Enzo Weber, Holger Seibert, Philipp Ramos Lobato, Christoph Müller, Gesine Stephan, Michael Oberfichtner, Britta Matthes & Nancy Reims (2025): Zentrale Befunde zu aktuellen Arbeitsmarktthemen 2025. Nürnberg, 21 S. DOI:10.48720/IAB.GP.2505.1

    Abstract

    "Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Dekarbonisierung und demografischer Wandel werden den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren erheblich verändern. Gleichzeitig wird eine Deindustrialisierung Deutschlands befürchtet. Handlungsbedarf besteht beispielsweise bei der Sicherung des Arbeitskräftebedarfs – und damit verbunden bei den Themen Aus- und Weiterbildung –, bei der Reduzierung der Arbeitslosigkeit und insbesondere der Langzeitarbeitslosigkeit sowie bei der sozialen Absicherung von Solo-Selbständigen Zu all diesen und zahlreichen weiteren wichtigen Themen fasst die IAB-Broschüre „Zentrale Befunde zu aktuellen Arbeitsmarkt-Themen 2025“ die zentralen wissenschaftlichen Befunde kompakt zusammen. Sie bietet zudem Handlungsempfehlungen für die Arbeitsmarktpolitik, die aus den wissenschaftlichen Befunden abgeleitet wurden." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    The Impact of Aging and AI on Japan's Labor Market: Challenges and Opportunities (2025)

    Asao, Kohei; Seitani, Haruki; Stepanyan, Ara; Xu, TengTeng;

    Zitatform

    Asao, Kohei, Haruki Seitani, Ara Stepanyan & TengTeng Xu (2025): The Impact of Aging and AI on Japan's Labor Market: Challenges and Opportunities. (IMF working papers / International Monetary Fund 2025,184), Washington, DC, 17 S.

    Abstract

    "This paper explores the complex roles of demographic changes and technological innovation in shaping Japan's labor market. We use regression analysis to assess the impact of population aging on labor productivity and shortages. Our findings indicate that the aging workforce contributes to labor shortages and potentially weighs on labor productivity. We also investigate occupational level data to identify the complementarity and substitutability of AI in occupational tasks as well as skill transferability. Our research reveals that Japanese workers face lower exposure to AI compared to their counterparts in other advanced economies, thereby constraining AI's potential to mitigate labor shortages. Furthermore, the disparities in skill requirements across occupations with different AI exposures highlight the importance of facilitating labor mobility from displaced jobs to those in demand." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

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  • Literaturhinweis

    Peer Effects in Old‑Age Employment Among Women (2025)

    Badalyan, Sona;

    Zitatform

    Badalyan, Sona (2025): Peer Effects in Old‑Age Employment Among Women. (IAB-Discussion Paper 13/2025), Nürnberg, 72 S. DOI:10.48720/IAB.DP.2513

    Abstract

    "Dieses Papier nutzt eine einzigartige Situation des Normenwandels – eine deutsche Rentenreform, die das Renteneintrittsalter für Frauen und Männer angleichen sollte –, um zu untersuchen, wie Beschäftigung im höheren Alter über Arbeitsplatznetzwerke weitergegeben wird. Die Reform erhöhte das früheste Renteneintrittsalter von Frauen von 60 auf 63 Jahre für Kohorten, die ab 1952 geboren wurden. Unter Verwendung des Universums der Arbeitsgruppen aus den Sozialversicherungsdaten vergleiche ich Frauen, deren Kolleginnen knapp über oder unter der Reformgrenze lagen. Ich finde, dass Frauen eher im höheren Alter erwerbstätig bleiben, wenn ihre Kolleginnen dies tun, wobei die Effekte in den Regionen des ehemaligen Westdeutschlands mit traditionellen Geschlechternormen stärker ausfallen. Geschlechtsneutrale Rentenreformen verstärken somit ihren Effekt über den Einfluss von Kolleginnen und tragen zu einer regionalen Angleichung der Beschäftigungsmuster im späten Erwerbsleben bei." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung in Deutschland im Zeitraum 1999-2023 (2025)

    Baumann, Doris; Wapler, Rüdiger; Niebuhr, Annekatrin ; Stöckmann, Andrea; Rossen, Anja ; Fuchs, Stefan ; Sieglen, Georg; Hell, Stefan; Buch, Tanja;

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    Baumann, Doris, Tanja Buch, Stefan Fuchs, Stefan Hell, Annekatrin Niebuhr, Anja Rossen, Georg Sieglen, Andrea Stöckmann & Rüdiger Wapler (2025): Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung in Deutschland im Zeitraum 1999-2023. (IAB-Forschungsbericht 25/2025), Nürnberg, 60 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2525

    Abstract

    "Die regionalen Arbeitsmärkte in Deutschland sind seit jeher unterschiedlichen strukturellen Bedingungen ausgesetzt, die sich auf das lokale Beschäftigungswachstum auswirken. In den letzten Jahren machen sich Effekte des demografischen Wandels, der Digitalisierung und der ökologischen Transformation der Wirtschaft zunehmend, regional jedoch sehr unterschiedlich, bemerkbar und beeinflussen ihrerseits die regionale Beschäftigungsdynamik. Das Projekt „Vergleichende Analyse von Länderarbeitsmärkten – VALA 2025“ beschäftigt sich mit den Unterschieden in der regionalen Beschäftigungsdynamik im Zeitraum zwischen 1999 und 2023. Dabei werden Faktoren identifiziert, die zu diesen Disparitäten beitragen. Betrachtet werden die Auswirkungen der regionalen Branchen-, Qualifikations- und Betriebsgrößenstruktur, der Einfluss regionaler Standortbesonderheiten sowie die Effekte demografischer Faktoren auf das Beschäftigungswachstum. Einen besonderen Fokus legt die Analyse auf Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Regionen sowie zwischen siedlungsstrukturellen Kreistypen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist bundesweit im Untersuchungszeitraum um rund 22 Prozent angestiegen. Diese durchschnittliche Entwicklung überdeckt allerdings ganz erhebliche regionale Disparitäten in der Beschäftigungsdynamik mit einer Spannweite von rund 120 Prozentpunkten zwischen dem Kyffhäuserkreis (-32,8 %) und dem Landkreis Erding (+90,4 %). Während sich im untersuchten Zeitraum die Zahl der Arbeitsplätze in den Kreisen Westdeutschlands in allen betrachteten Regionstypen mehrheitlich positiv entwickelte, war dies in Ostdeutschland nur in der Mehrzahl der kreisfreien Großstädte und der städtischen Kreise der Fall; die ländlichen Räume hatten hingegen mehrheitlich Beschäftigungsverluste zu verkraften. Hinter dieser Varianz dürften verschiedene strukturelle Unterschiede sowie Standortbesonderheiten regionaler Arbeitsmärkte stehen. Von einer das Beschäftigungswachstum förderlichen Branchenstruktur profitieren vor allem die großen Städte mit ihrer Spezialisierung auf dynamische Dienstleistungsbranchen. Ein weiterer Faktor, der die Beschäftigungsentwicklung in großen urbanen Arbeitsmärkten fördert, ist die dortige Qualifikationsstruktur, insbesondere der überdurchschnittliche Anteil der hochqualifizierten Arbeitskräfte. Beim Qualifikationseffekt bestehen darüber hinaus erhebliche Ost-West-Disparitäten, wobei die ostdeutschen Regionen von einem nach wie vor relativ geringen Anteil ungelernter Arbeitskräfte profitieren. Der höhere Anteil von Großbetrieben in großen Städten wirkt sich zumeist dämpfend auf deren Beschäftigungswachstum aus, während sich in geringer verdichteten Regionen die vorwiegend kleinbetriebliche Struktur wachstumsfördernd auswirkt. Günstige Standortbesonderheiten sind mit Blick auf das Beschäftigungswachstum häufig in den größeren Städten zu finden, wobei ostdeutsche Regionen hier insgesamt hinter den westdeutschen Regionen zurückbleiben. Dies gilt gleichermaßen für den Altersstruktureffekt: Negative Auswirkungen einer fortschreitenden Alterung der Arbeitskräfte zeigen sich im Untersuchungszeitraum weit überwiegend im Osten des Bundesgebiets. Sowohl die erheblichen Unterschiede in der regionalen Beschäftigungsdynamik als auch die sehr differenzierte Wirkung verschiedener Einflussfaktoren deuten darauf hin, dass auch der arbeitsmarkt- und regionalpolitische Handlungsbedarf regional stark variiert. Insbesondere in einer Verbesserung der Qualifikationsstruktur durch Aus- und Weiterbildung können Potenziale liegen, um die Beschäftigungsdynamik in vielen Regionen positiv zu beeinflussen. In Bezug auf die demografische Entwicklung gilt es, junge und gut qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen sowie die Produktivität älterer Arbeitskräfte durch eine stärkere Weiterbildungsbeteiligung zu erhalten." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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  • Literaturhinweis

    Divergence in Labour Force Growth in Open Economies: Should Wages and Prices Grow Faster in Germany? (2025)

    Beissinger, Thomas ; Hellier, Joël ; Marczak, Martyna ;

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    Beissinger, Thomas, Joël Hellier & Martyna Marczak (2025): Divergence in Labour Force Growth in Open Economies: Should Wages and Prices Grow Faster in Germany? In: Comparative Economic Studies, Jg. 67, H. 4, S. 949-988. DOI:10.1057/s41294-025-00266-0

    Abstract

    "We develop a model which shows that wages, prices, and the real per-capita income should grow more rapidly in open economies with low labour force growth. Otherwise, their trade partners experience rising unemployment and/or trade deficits. We apply this framework to Germany, which has exhibited modest labour force growth, except at the moment of reunification. Goods being differentiated by country of origin (Armington’s hypothesis), low labour force growth limits German production and should lead to rising prices and wages relative to other countries. This mechanism is magnified by the low price elasticity of demand for German goods. Hence, German wage moderation could constrain other countries’ policy options. Simulations using an extended versionof the model suggest that (i) disparities in labour force growth have had a significant impact on unemployment within the Eurozone, potentially contributing to the severe economic crisis faced by Southern European countries between 2010 and 2015, and (ii) the demographic shock following reunification could explain a large part of the German economic challenges from 1995 to 2005." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))

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  • Literaturhinweis

    Wenn mehr gearbeitet würde – Potenziale des deutschen Arbeitsmarktes (2025)

    Boockmann, Bernhard; Unger, Barbara; Meister-Scheufelen, Gisela;

    Zitatform

    Boockmann, Bernhard, Gisela Meister-Scheufelen & Barbara Unger (2025): Wenn mehr gearbeitet würde – Potenziale des deutschen Arbeitsmarktes. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 105, H. 1, S. 69-74. DOI:10.2478/wd-2025-0019

    Abstract

    "Aufgrund der absehbaren demografischen Entwicklung steht Deutschland erst am Anfang eines langfristigen Abeitskräftemangels.1 Dabei besteht nicht nur ein Fachkräftemangel, sondern ein grundlegendes Problem, eine ausreichende Zahl von Arbeitskräften zu gewinnen. Die aktuelle Rezession und der Transformationsprozess haben zwar zu einem Rückgang der Arbeitsnachfrage geführt. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass sich der Arbeitskräftemangel fortsetzen wird. Selbst wenn unterstellt wird, dass sich die Erwerbsbeteiligung inländischer Personen künftig erhöht, wäre rechnerisch ein Wanderungssaldo von 400.000 Personen erforderlich, um das Erwerbspersonenpotenzial konstant zu halten (Fuchs et al., 2021)." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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