Demografischer Wandel und Arbeitskräfteangebot
Mit dem demografischen Wandel sinkt die Zahl der erwerbsfähigen Menschen in Deutschland. Die Infoplattform enthält Analysen und Szenarien, die diese Entwicklung beschreiben und den Einfluss einer weiter steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren sowie die Migration berücksichtigen.
Zurück zur Übersicht-
Literaturhinweis
Employment growth in Germany from 2017 to 2024: What drives employment in an ageing society? (2026)
Zitatform
Adunts, Davit, Ehsan Vallizadeh & Anton Klaus (2026): Employment growth in Germany from 2017 to 2024. What drives employment in an ageing society? In: IAB-Forum H. 26.06.2026. DOI:10.48720/IAB.FOO.20260626.01
Abstract
"Between 2017 and 2024, employment growth in Germany was mainly driven by a rising population and increasing employment rates. Gains were concentrated among migrants, women and older workers, while employment among men without a migration background declined. Future growth will increasingly depend on higher participation, migration integration, and productivity gains." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Einleitung: Möglichkeiten und Grenzen einer geschlechtergerechten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (2026)
Zitatform
Bothfeld, Silke, Christian Hohendanner, Petra Schütt & Aysel Yollu-Tok (2026): Einleitung: Möglichkeiten und Grenzen einer geschlechtergerechten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. In: S. Bothfeld, C. Hohendanner, P. Schütt & A. Yollu-Tok (Hrsg.) (2026): Geschlechtergerecht gestalten. Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, S. 9-26.
Abstract
"Wer über Geschlechtergerechtigkeit spricht, kommt an der begrifflichen Unterscheidung zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellungspolitik nicht vorbei. Diese Differenz ist grundlegend für das Verständnis politischer, sozialer und ökonomischer Maßnahmen zur Überwindung geschlechterbezogener Ungleichheiten. Gleichberechtigung meint die rechtlich garantierte Gleichheit von Frauen und Männern – wie sie etwa in Artikel 3 des Grundgesetzes verankert ist. Sie garantiert allen Menschen denselben Zugang zu Rechten: zum Bildungssystem, zum Arbeitsmarkt, zu politischen Ämtern. Doch so unverzichtbar diese rechtliche Grundlage ist, so unzureichend ist sie, wenn es um die tatsächliche Teilhabe in einer nach wie vor von struktureller Ungleichheit geprägten Gesellschaft geht. Hier setzt die Gleichstellungspolitik an: Sie begnügt sich nicht mit der formalen Gleichheit, sondern zielt auf faktische Chancengleichheit. Für die Gleichstellung der Geschlechter wurde daher im Artikel 3 Abs. 2 (»Männer und Frauen sind gleichberechtigt.«) 1994 der Zusatz aufgenommen »Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin«. Die Gleichstellungspolitik soll in diesem Sinne bestehende Benachteiligungen – etwa beim Einkommen, bei der Verteilung von Sorgearbeit, beim Zugang zu Führungspositionen oder in den sozialen Sicherungssystemen – sichtbar machen und Instrumente entwickeln, um Ungleichheiten abzubauen. Gleichstellungspolitik bedeutet nicht Privilegierung oder Sonderbehandlung, sondern sie ist Ausdruck eines demokratischen Gestaltungsauftrags: Sie soll sicherstellen, dass Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier steht, sondern im gesellschaftlichen Alltag wirksam wird. Dieser Sammelband greift zentrale Fragen dieser Gestaltungsaufgabe im Rahmen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik auf und versammelt Beiträge, die sich mit geschlechterbezogenen Ungleichheiten am Arbeitsmarkt und im Sozialstaat befassen – empirisch fundiert, theoretisch reflektiert und mit einem gemeinsamen Ziel: Geschlechtergerechtigkeit nicht nur zu fordern, sondern Hinweise und Vorschläge für die Gestaltung von konkreten Strukturen und politischen Maßnahmen zu präsentieren." (Textauszug, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Tragfähigkeit der Sozialausgaben im demographischen Wandel (2026)
Breyer, Friedrich;Zitatform
Breyer, Friedrich (2026): Tragfähigkeit der Sozialausgaben im demographischen Wandel. In: Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, Jg. 75, H. 2, S. 138-148. DOI:10.1515/zfwp-2026-3001
Abstract
"Problems of sustainability do not only relate to explicit public debt but also to the implicit debt inherent in promises made to members of unfunded social insurance schemes. These are particularly burdensome in ageing societies and in insurance branches where the beneficiaries are typically much older than the net contributors, such as pensions and long-term care. In this paper, I present projections of the development of contribution rates in the German social insurance system, which show that, starting from the present level of 42.3 per cent – and in the absence of drastic cuts in the benefit levels – they are very likely to surpass 50per cent by the year 2040. After arguing that future contributors may well refuse to part with such a large share of their (only slowly growing) income, I then discuss potential reforms of the German statutory pension, long-term care and health insurance systems that are suitable to slow down the increase in contribution rates. Considering the political pressure on governments to defend or even raise benefit levels, my final recommendation is to establish an upper bound for the total social insurance contribution rate in the constitution." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Der KI-Irrtum: Warum Deutschland auf Zuwanderung angewiesen ist: Leitartikel (2026)
Zitatform
Brücker, Herbert, Yuliya Kosyakova & Enzo Weber (2026): Der KI-Irrtum: Warum Deutschland auf Zuwanderung angewiesen ist. Leitartikel. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 106, H. 5, S. 304-305. DOI:10.2478/wd-2026-0074
Abstract
"Sieben Millionen - so viele Arbeitskräfte wird Deutschland in den nächsten 15 Jahren allein aufgrund des demografischen Wandels verlieren. Bereits seit vielen Jahren ist der demografische Effekt negativ, mit mehr als 400.000 Arbeitskräften pro Jahr. Tatsächlich beginnt der deutsche Arbeitsmarkt jedoch erst jetzt zu schrumpfen. Denn bislang konnte dieser Rückgang überkompensiert werden - durch eine steigende Erwerbsbeteiligung von Älteren und Frauen; und vor allem durch Zuwanderung. Doch diese Ausgleichsmechanismen stoßen zunehmend an Grenzen. Europa altert insgesamt, und die Dynamik der Zuwanderung innerhalb Europas nimmt ab. Zugleich sind viele der besonders mobilen, jüngeren Kohorten bereits gewandert. Vor diesem Hintergrund wird Migration schwieriger - und genau hier setzt ein verbreitetes Argument an: Wenn Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend Aufgaben übernimmt, braucht man doch keine zusätzlichen Arbeitskräfte mehr. Diese Folgerung ist ein Trugschluss. Arbeitskräfteknappheit lässt sich gesamtwirtschaftlich nicht einfach wegdigitalisieren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Sectoral reallocations with an aging population (2026)
Zitatform
Cociuba, Simona E. & James C. MacGee (2026): Sectoral reallocations with an aging population. In: European Economic Review, Jg. 181. DOI:10.1016/j.euroecorev.2025.105182
Abstract
"Demographic projections show the majority of OECD economies will see declines in their working-age populations in the coming decades. This is potentially problematic, since young workers account for a large share of net labor reallocation between growing and shrinking industries. To examine if sectoral reallocation costs are exacerbated by an aging population, we develop a three-sector perpetual youth search model with sector-specific human capital. Our model features two interconnected frictions: sectoral preference, which implies that only some workers are mobile across sectors, and a wage bargaining distortion, whereby mobile workers’ outside option of searching in the growing sector dampens the fall in shrinking sector wages, leading to rest unemployment. In our parametrized model, as population growth declines from 3 to −1 percent, output losses from a one-time reallocation shock of 3 percentage points increase seven-fold to nearly 10 percent of annual GDP, and there are extended periods of high unemployment and low vacancies." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2025 Published by Elsevier B.V.) ((en))
-
Literaturhinweis
Die Babyboomer erreichen das Rentenalter (2026)
Deschermeier, Philipp; Schäfer, Holger;Zitatform
Deschermeier, Philipp & Holger Schäfer (2026): Die Babyboomer erreichen das Rentenalter. (IW-Kurzberichte / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2026,39), Köln, 4 S. DOI:10.67087/19.21237
Abstract
"Fünf der insgesamt über 19 Millionen Babyboomer haben bereits das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht. Deutschland steht nicht vor dem demografischen Wandel, sondern befindet sich bereits mittendrin. Der demografische Druck auf den Arbeitsmarkt vergrößert sich in den kommenden Jahren nochmals stark." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Regional demographic dynamics in Germany: A cluster-based analysis (2026)
Zitatform
Ehlert, Andree (2026): Regional demographic dynamics in Germany: A cluster-based analysis. In: Regional Science Policy & Practice, Jg. 18, H. 4. DOI:10.1016/j.rspp.2026.100285
Abstract
"Demographic change has profoundly influenced economic and societal developments in industrialised nations, driven by declining fertility, rising life expectancy, and migration dynamics. While national trends are well-documented, regional demographic variations remain underexplored, particularly in Germany, where demographic and economic divides are pronounced. This study investigates demographic heterogeneity across 400 German NUTS-3 regions, focusing on fertility, mortality, and migration, while also incorporating socioeconomic covariates. Using panel data from 1995 to 2022, it applies descriptive statistics, factor analysis, and hierarchical cluster analysis to identify six demographic clusters and five distinct development trajectories. The findings reveal the complexity of regional demographic dynamics, challenging conventional East-West and urban-rural distinctions. By highlighting structural conditions and distinct regional patterns, the study provides an empirical foundation for region-specific policy measures and fosters a deeper understanding of demographic developments in Germany and beyond." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2026 The Author. Published by Elsevier B.V. on behalf of The Regional Science Association International.) ((en))
-
Literaturhinweis
Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Baden-Württemberg (2026)
Zitatform
Faißt, Christian, Silke Hamann, Daniel Jahn & Rüdiger Wapler (2026): Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Baden-Württemberg. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Baden-Württemberg 01/2026), Nürnberg, 64 S. DOI:10.48720/IAB.REBW.2601
Abstract
"Die Studie untersucht die regionalen Unterschiede im Beschäftigungswachstum und ihre Einflussfaktoren mit dem Fokus auf Baden-Württemberg und die baden-württembergischen Kreise. Im Untersuchungszeitraum zwischen 2000 und 2023 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Baden-Württemberg mit 24,5 Prozent im Bundesvergleich überdurchschnittlich gestiegen. Dabei weisen alle baden-württembergischen Kreise ein positives Beschäftigungswachstum auf, die Dynamik variiert aber erheblich zwischen den Regionen. Auch die Effekte unterschiedlicher Faktoren, die die Beschäftigungsentwicklung beeinflussen, unterschieden sich sowohl in ihrer Stärke als auch in ihrem Vorzeichen über die Regionen hinweg. Die Analyse hat ergeben, dass die lokale Branchen- und Qualifikationsstruktur die Beschäftigungsentwicklung in Baden-Württemberg etwas gedämpft haben. Auch die Betriebsgrößenstruktur hat sich ungünstig ausgewirkt. Dagegen sind die Standortbedingungen und die Altersstruktur der Beschäftigten mit deutlich positiven Impulsen für die Arbeitsnachfrage verbunden. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass Baden-Württemberg trotz der vergleichsweise guten Beschäftigungsentwicklung in der Vergangenheit vor besonderen Herausforderungen steht. Diese bestehen beispielsweise in der Transformation der für Baden-Württemberg zentralen Industrien und der Notwendigkeit, weitere Wachstumsimpulse für die Beschäftigung zu generieren. Die Voraussetzungen sind angesichts der Forschungsstärke im Land gegeben. Aber auch die bislang noch günstig wirkenden demografischen Einflüsse sind kein Selbstläufer. Hier gilt es die Voraussetzungen dafür zu schaffen, das im Land vorhandene Fachkräftepotenzial noch besser zu nutzen und mehr Arbeitskräfte als zuletzt sowohl aus dem In- als auch Ausland dazuzugewinnen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Arbeitszeit, Produktivität, KI - wie Deutschland sein Arbeitskräfteangebot stabilisieren kann: Teil des Zeitgesprächs "Arbeitszeit im Wandel - Wie sich Wohlstand trotz sinkenden Arbeitskräfteangebots sichern lässt" (2026)
Hammermann, Andrea; Stettes, Oliver;Zitatform
Hammermann, Andrea & Oliver Stettes (2026): Arbeitszeit, Produktivität, KI - wie Deutschland sein Arbeitskräfteangebot stabilisieren kann. Teil des Zeitgesprächs "Arbeitszeit im Wandel - Wie sich Wohlstand trotz sinkenden Arbeitskräfteangebots sichern lässt". In: Wirtschaftsdienst, Jg. 106, H. 4, S. 248-252. DOI:10.2478/wd-2026-0064
Abstract
"Längere Arbeitszeiten können einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Arbeitskräfteangebots leisten, während Investitionen in technologischen und organisatorischen Fortschritt notwendig sind, um die Arbeitsproduktivität zu steigern. Vor diesem Hintergrund geht der Beitrag der Frage nach, wie sich das Arbeitskräfteangebot in Deutschland trotz des demografischen Wandels stabilisieren und der Wohlstand langfristig sichern lässt. Empirische Befunde legen nahe, dass KI und Humankapital in der Regel komplementär wirken und KIAnwendungen menschliche Arbeit eher ergänzen als ersetzen. Entscheidend für den Erhalt des Wohlstands ist somit, beide Hebel – Arbeitszeitund Produktivität – gemeinsam zu nutzen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Berlin-Brandenburg (2026)
Zitatform
Kuhn, Sarah, Doris Wiethölter & Jeanette Carstensen (2026): Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Berlin-Brandenburg. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Berlin-Brandenburg 01/2026), Nürnberg, 68 S. DOI:10.48720/IAB.REBB.2601
Abstract
"Die vorliegende Studie betrachtet die regionalen Unterschiede im Beschäftigungswachstum und ihre Einflussfaktoren mit Fokus auf die Bundesländer Berlin und Brandenburg, sowie die brandenburgischen Landkreise und kreisfreien Städte. Ziel der vorliegenden Analyse ist es, herauszufinden, wie sich die Beschäftigungsentwicklung zwischen Regionen unterscheidet, und welche Faktoren zu diesen Unterschieden beitragen. Betrachtet werden die Auswirkungen der regionalen Branchen-, Betriebsgrößen- und Qualifikationsstruktur, der Einfluss regionaler Standortbesonderheiten sowie die Effekte verschiedener demografischer Faktoren auf das Beschäftigungswachstum. Im Zeitraum 1999 bis 2023 hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Berlin im Bundesvergleich stark überdurchschnittlich entwickelt. Berlin verzeichnet im Bundesländervergleich die mit Abstand höchste relative Zuwachsrate. In Brandenburg lag die Beschäftigungsentwicklung dagegen unter dem deutschen Durchschnitt, aber noch vor den anderen ostdeutschen Flächenländer, mit Ausnahme von Sachsen. Für Berlin und Brandenburg gilt, dass von der Branchen- und der Qualifikationsstruktur positive Impulse auf die Beschäftigungsentwicklung ausgehen. Für Berlin ist auch der ermittelte Standorteffekt positiv, in Brandenburg beeinflusst dieser Effekt das Beschäftigungswachstum dagegen eher negativ. Der Betriebsgrößenstruktureffekt wirkt im Untersuchungszeitraum in Brandenburg noch leicht wachstumsfördernd, dagegen fällt dieser Einfluss in Berlin negativ aus. Auf bedeutende dämpfende Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Beschäftigungsentwicklung deuten unsere Ergebnisse für Berlin bislang nicht hin. Im Vergleich zur bundesweiten Entwicklung hat sich die Altersstruktur in Berlin im Beobachtungszeitraum relativ günstig entwickelt. In Brandenburg wirkt sich die Altersstruktur im Untersuchungszeitraum dagegen bereits wachstumsbremsend aus. Insgesamt deuten sowohl die erheblichen Unterschiede in der regionalen Beschäftigungsdynamik als auch die sehr differenzierte Wirkung verschiedener Einflussfaktoren darauf hin, dass der arbeitsmarkt- und regionalpolitische Handlungsbedarf zwischen den Bundesländern stark variiert und es keine „one-size-fits-all“-Lösung gibt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Künftige Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland: Schrumpfung und Alterung viel dramatischer als bislang vermutet (2026)
Zitatform
Lehmann, Robert & Joachim Ragnitz (2026): Künftige Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland: Schrumpfung und Alterung viel dramatischer als bislang vermutet. In: Ifo Dresden berichtet, Jg. 33, H. 01, S. 04-08.
Abstract
"Das Statistische Bundesamt hat eine neue Bevölkerungsvorausberechnung präsentiert, deren Ergebnisse erheblich von bisherigen Erwartungen abweichen. Wurde bisher mit einer nahezu konstanten Bevölkerung bis zum Jahr 2070 gerechnet, wird nun ein Rückgang um zehn Prozent erwartet. Dieser Beitrag geht den Ursachen für die sehr unterschiedlichen Berechnungsergebnisse nach. Die Analyse zeigt, dass vor allem die unterschiedlichen Annahmen über den Verlauf der Nettozuwanderung nach Deutschland ausschlaggebend für die abweichenden Ergebnisse sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Contrasting the Local and National Demographic Incidence of Local Labour Demand Shocks (2026)
Zitatform
Mansfield, Richard K. (2026): Contrasting the Local and National Demographic Incidence of Local Labour Demand Shocks. In: The Economic Journal, Jg. 136, H. 676, S. 1343-1393. DOI:10.1093/ej/ueaf092
Abstract
"This paper examines how spatial frictions that differ among heterogeneous workers and establishments shape the geographic and demographic incidence of alternative local labour demand shocks, with implications for the appropriate level of government at which to fund local economic initiatives. LEHD data featuring millions of job transitions facilitate estimation of a rich two-sided labour market assignment model. The model generates simulated forecasts of many alternative local demand shocks featuring different establishment compositions and local areas. Workers within 10 miles receive only 11.2% (6.6%) of nationwide welfare (employment) short-run gains, with at least 35.9% (62.0%) accruing to out-of-state workers, despite much larger per-worker impacts for the closest workers. Local incidence by demographic category is very sensitive to shock composition, but different shocks produce similar demographic incidence further from the shock. Furthermore, the remaining heterogeneity in incidence at the state or national level can reverse patterns of heterogeneous demographic impacts at the local level. Overall, the results suggest that reduced-form approaches using distant locations as controls can produce accurate estimates of local shock impacts on local workers, but that the distribution of local impacts badly approximates shocks’ statewide or national incidence." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Projecting Labour Market Imbalances and Skill Mismatch Under Demographic Change in the EU (2026)
Zitatform
Marois, Guillaume, Michaela Potancoková, Agnieszka Bezat & Jesús Crespo Cuaresma (2026): Projecting Labour Market Imbalances and Skill Mismatch Under Demographic Change in the EU. In: European Journal of Population, Jg. 42, H. 1. DOI:10.1007/s10680-025-09758-2
Abstract
"We assess long-term labour mismatches in the European Union (EU27) by projecting the occupational distribution of workers and skill-specific labour demand up to 2060. Using a dynamic microsimulation approach (Link4Skills-Mic ), we jointly model demographic, educational, and labour force dynamics at the individual level and combine country-specific projections of labour supply with projections of occupational demand. The analysis highlights growing imbalances: although the supply of highly educated workers continues to rise, shifts in demand are not evenly distributed across skill levels. Consequently, underutilization of high-skilled workers is projected to coexist with persistent vacancies in medium- and low-skilled occupations. Rather than indicating widespread labour shortages, these trends point to structural mismatches driven by the misalignment of worker qualifications, job characteristics, and hiring practices. To explore potential responses, we examine a series of policy scenarios such as expanded immigration, education reform, mid-career retraining, delayed retirement, and employer-led automation and upskilling. The findings show that, while certain policies can reduce specific mismatches, no single intervention closes all the gaps that emerge. Notably, automation reduces vacancies but increases underutilization, whereas human capital strategies shift mismatches across skill levels. These results suggest that addressing future labour mismatches will require coordinated, comprehensive and varied strategies that integrate demographic realities with evolving job demands in Europe’s ageing and increasingly digitalized and knowledge-based economies." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Der Arbeitsmarkt 2040 (2026)
Zitatform
Mönnig, Anke, Marc Ingo Wolter, Christian Schneemann & Michael Kalinowski (2026): Der Arbeitsmarkt 2040. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 79, H. 3, S. 209-218., 2026-02-18. DOI:10.5771/0342-300x-2026-3-209
Abstract
"Für diesen Bericht wurden die Ergebnisse der 8. Welle der QuBe-Langfristprojektion bis 2040 zugrunde gelegt. Neben einer alternden und langfristig sinkenden Bevölkerung ist Deutschland mit einem schwachen Wachstumspotenzial konfrontiert. Die Zahl der Erwerbspersonen wie auch die Zahl der Erwerbstätigen geht langfristig zurück. Die Engpässe auf dem Arbeitsmarkt werden sich daher nicht stagnationsbedingt auflösen. Der Strukturwandel hinkt der Verrentung der Babyboomer-Generation hinterher. Fast jeder dritte Arbeitsplatz ist von Fachkräfteengpässen betroffen. Besonders intensiv dürfte es das Gesundheitswesen, das Baugewerbe und das Heim- und Sozialwesen treffen. Die Engpässe dürften zukünftig weiter bestehen und könnten sich weiter verschärfen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Arbeitsmarkt im Stillstand? Demografie, Digitalisierung und die Notwendigkeit neuer Dynamik in Deutschland (2026)
Nahles, Andrea; Terzenbach, Daniel;Zitatform
Nahles, Andrea & Daniel Terzenbach (2026): Arbeitsmarkt im Stillstand? Demografie, Digitalisierung und die Notwendigkeit neuer Dynamik in Deutschland. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 79, H. 05, S. 12-15.
Abstract
"Der deutsche Arbeitsmarkt steht nicht vor einer vorübergehenden Herausforderung, sondern vor einer dauerhaften Transformation. Deutschland kann diese Transformation bewältigen und seine strukturellen Stärken nutzen – aber nur mit noch mehr Bewegung. Wir müssen es also schaffen, Transformation so zu gestalten, dass neue Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze entstehen – und zwar schneller als die alten verschwinden. Anpassungsfähigkeit wird damit zur zentralen Währung auf dem Arbeitsmarkt. Am Ende ist klar: Der Arbeitsmarkt verändert sich nicht mehr in Wellen, sondern im Dauerlauf – und darauf müssen wir uns einstellen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Arbeitskräftebedarf und Arbeitskräfteangebot entlang der Wertschöpfungskette „Wasserstoff“ - Szenario-v3.0: Abschlussbericht der zweiten Projektphase (2026)
Schur, Alexander Christian; Ronsiek, Linus; Mönnig, Anke; Schroer, Jan Philipp; Zenk, Johanna ; Schneemann, Christian ;Zitatform
Schur, Alexander Christian, Anke Mönnig, Linus Ronsiek, Christian Schneemann, Johanna Zenk & Jan Philipp Schroer (2026): Arbeitskräftebedarf und Arbeitskräfteangebot entlang der Wertschöpfungskette „Wasserstoff“ - Szenario-v3.0. Abschlussbericht der zweiten Projektphase. (BIBB discussion paper / Bundesinstitut für Berufsbildung), Bonn, 62 S.
Abstract
"Grüner Wasserstoff kann einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten und die Energieabhängigkeit reduzieren. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes „Arbeitskräftebedarf und Arbeitskräfteangebot entlang der Wertschöpfungskette Wasserstoff“ beschreibt der vorliegende Bericht anhand einer Szenarioanalyse, wie sich der Aufbau einer Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff auf die Wirtschaftsleistung und den Arbeitsmarkt bis 2040 auswirken kann. Das hier modellierte Wasserstoff-Szenario baut auf den drei vorhergegangenen Wasserstoff-Szenarien auf und stellt die vierte Analyse aufgrund fundierter und aktualisierter Annahmen mit Stand März 2025 dar. Zusätzlich wurde für das Wasserstoff-Szenario eine Erweiterung im Prognose- und Simulationsmodell vorgenommen, um die Annahmen präziser einstellen und vertiefende Analysen nach Gütergruppen und Produktionsbereichen vornehmen zu können. Die Ergebnisse des Wasserstoff-Szenarios zeigen bis 2035 ein höheres preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt, jedoch ein niedrigeres Wertschöpfungsniveau ab der zweiten Hälfte der 2030er Jahre im Vergleich zum Referenz-Szenario, welches den Hochlauf einer grünen Wasserstoff-Wertschöpfungskette nicht berücksichtigt. Von 2025 bis 2040 liegt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Durchschnitt dennoch jährlich um 4,0 Mrd. Euro höher und die Wertschöpfungsgewinne kumulieren sich über den Projektionszeitraum auf rund 63 Mrd. Euro. Wie bereits in den vorherigen Wasserstoff-Szenarien festgestellt, bestätigt sich, dass sich der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft insgesamt positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Die Zahl der Erwerbstätigen liegt zwischen 2025 und 2040 um durchschnittlich jährlich 54.000 Personen höher als im Referenz-Szenario. Höhere Erwerbstätigenzahlen als im Referenz-Szenario werden beispielsweise in den Berufsgruppen Unternehmensorganisation und -strategie, Technische Produktionsplanung und -steuerung, Büro und Sekretariat sowie Hochbau erwartet. Hingegen sind die Berufsgruppen Chemie und Metallerzeugung, aufgrund steigender Preise, von negativen Beschäftigungseffekten betroffen. Insgesamt übersteigt der Arbeitsplatzaufbau aber den Arbeitsplatzabbau, der in einzelnen Wirtschaftsbereichen und Berufen stattfindet. Mit Blick auf die Anforderungsniveaus zeigt sich langfristig ein deutlich höherer Bedarf an Spezialisten und Spezialistinnen. Auch wenn die positiven Arbeitsmarkteffekte vergleichsweise gering erscheinen, hat eine zusätzliche Analyse gezeigt, dass für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt höhere Risiken bestehen, wenn die Transformation hin zu einem klimafreundlichen Wirtschaften verpasst wird." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Arbeitsmarkt im Wandel: Zwischen Konjunkturkrise, Transformation und demografischem Wandel (2026)
Schäfer, Holger; Stettes, Oliver;Zitatform
Schäfer, Holger & Oliver Stettes (2026): Arbeitsmarkt im Wandel: Zwischen Konjunkturkrise, Transformation und demografischem Wandel. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 79, H. 05, S. 16-19.
Abstract
"Die jahrelange konjunkturelle Stagnation hat den Arbeitsmarkt erreicht. Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen und die Anzahl der Erwerbstätigen in der Industrie und den verbundenen Branchen sinkt. Die Anpassung des Personalbestands erfolgt aber nicht in erster Linie durch Entlassungen, sondern durch (Früh-)Verrentung und Nichtbesetzung der dadurch freigewordenen Stellen. Gleichzeitig gibt es in vielen Betrieben weiterhin Stellenbesetzungsprobleme. Die Herausforderung besteht derzeit also nicht darin, im Strukturwandel freigesetzte Arbeitnehmer mit Qualifikationen für den Arbeitsmarkt der Zukunft auszustatten. Dazu kommt es gar nicht, weil betroffene Arbeitnehmer in den Ruhestand eintreten. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der demografischen Verknappung des Arbeitskräftepotenzials müssen in einem ersten Schritt die ausscheidenden Arbeitskräfte durch geeignete Anreizstrukturen im Arbeitsmarkt gehalten werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Verborgene Erwerbspotenziale (2026)
Zitatform
Spieẞ, C. Katharina & Harun Sulak (2026): Verborgene Erwerbspotenziale. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 79, H. 3, S. 200-208. DOI:10.5771/0342-300x-2026-3-200
Abstract
"Vor dem Hintergrund des demografisch bedingten Rückgangs im Erwerbspersonenpotenzial befasst sich der Beitrag damit, welche Potenziale künftig besser genutzt werden können und in welchem Ausmaß sie den Rückgang mindern. Hierzu werden unterschiedliche Szenarien vorgestellt. Bei der Diskussion der unterschiedlichen Maßnahmen liegt ein Schwerpunkt auf dem Erwerbsvolumen von Frauen, insbesondere Müttern mit jungen Kindern. Dabei geht der Beitrag auf die Normen ein, welche die Bevölkerung im Hinblick auf eine Mütter- und Vätererwerbstätigkeit haben. Anschließend werden die spezifischen Herausforderungen von Müttern mit Kindern unterschiedlicher Altersgruppen erörtert. Der Beitrag zeigt, dass insbesondere ein hohes Potenzial darin besteht, Frauen mit Migrationshintergrund besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Auch werden die Ursachen für ein geringeres Erwerbsvolumen älterer Frauen analysiert. Darüber hinaus wird skizziert, welche Potenziale in einem höheren Erwerbsvolumen von Zugewanderten liegen. Auch wird eine Erhöhung des Erwerbsvolumens älterer Arbeitnehmer*innen diskutiert. Der Beitrag schließt mit Handlungsempfehlungen, wie die unterschiedlichen Potenziale aktiviert werden könnten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Das Arbeitskräftepotenzial von Frauen - ein Weg aus dem Fachkräftemangel? (2026)
Zitatform
Wanger, Susanne (2026): Das Arbeitskräftepotenzial von Frauen - ein Weg aus dem Fachkräftemangel? In: S. Bothfeld, C. Hohendanner, P. Schütt & A. Yollu-Tok (Hrsg.) (2026): Geschlechtergerecht gestalten. Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, S. 75-90, 2025-02-11.
Abstract
"Trotz zunehmender Erwerbstätigkeit bleibt die Erwerbsbeteiligung von Frauen hinter deren Präferenzen zurück. Das unausgeschöpfte Erwerbspotenzial von teilzeitbeschäftigten Frauen, die ihre Arbeitszeit ausdehnen möchten, entspricht derzeit knapp 700.000 Vollzeitäquivalenten. Die Realisierung der Arbeitszeitwünsche und die Ausschöpfung des ungenutztem Arbeitsvolumens bei Frauen verlangt jedoch die Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen, wie etwa bedarfsgerechte Kinderbetreuung und stärkere finanzielle Anreize für eine gleichmäßigere Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
The Impact of Demographic Change on Spousal Caregiving and Future Gaps in Long-term Care: Microsimulation Projections for Austria and Italy (2026)
Warum, Philipp ; Spielauer, Martin ; Pohl, Pauline; Leoni, Thomas ; Famira-Mühlberger, Ulrike; Culotta, Fabrizio; Horvath, Thomas ;Zitatform
Warum, Philipp, Fabrizio Culotta, Ulrike Famira-Mühlberger, Thomas Horvath, Thomas Leoni, Pauline Pohl & Martin Spielauer (2026): The Impact of Demographic Change on Spousal Caregiving and Future Gaps in Long-term Care: Microsimulation Projections for Austria and Italy. In: Journal of population ageing, Jg. 19, H. 1, S. 9-64. DOI:10.1007/s12062-026-09529-9
Abstract
"As populations age, the sustainability of long-term care systems increasingly depends on the availability of informal care, particularly from partners. This paper addresses the question of how much care we may expect partners to provide in the future by projecting demand for long-term care (LTC), the care supply mix based on current patterns, and the resulting care gaps up to 2070. Using a comparative dynamic microsimulation model, we contrast the results for Austria and Italy, two countries at very different stages in the ageing process and with pronounced institutional differences. Our results suggest that delayed widowhood due to improvements in mortality is a mitigating factor for the increased need for formal care in ageing societies, although it can only offset this increase to a limited extent. Even under optimistic assumptions, potential care gaps substantially increase in both countries, primarily due to demographic change. The size of these gaps is influenced by institutional settings, partnership patterns and gains in longevity, but no scenario reverses the overall upward trend. These findings emphasize the need for comprehensive LTC reforms that extend beyond merely promoting informal care and highlight the necessity for substantial investment in formal care infrastructure." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
