Demografischer Wandel und Arbeitskräfteangebot
Mit dem demografischen Wandel sinkt die Zahl der erwerbsfähigen Menschen in Deutschland. Die Infoplattform enthält Analysen und Szenarien, die diese Entwicklung beschreiben und den Einfluss einer weiter steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren sowie die Migration berücksichtigen.
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Literaturhinweis
Arbeitskräftebedarf und Arbeitskräfteangebot entlang der Wertschöpfungskette „Wasserstoff“ - Szenario-v3.0: Abschlussbericht der zweiten Projektphase (2026)
Schur, Alexander Christian; Ronsiek, Linus; Mönnig, Anke; Schroer, Jan Philipp; Zenk, Johanna ; Schneemann, Christian ;Zitatform
Schur, Alexander Christian, Anke Mönnig, Linus Ronsiek, Christian Schneemann, Johanna Zenk & Jan Philipp Schroer (2026): Arbeitskräftebedarf und Arbeitskräfteangebot entlang der Wertschöpfungskette „Wasserstoff“ - Szenario-v3.0. Abschlussbericht der zweiten Projektphase. (BIBB discussion paper / Bundesinstitut für Berufsbildung), Bonn, 62 S.
Abstract
"Grüner Wasserstoff kann einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten und die Energieabhängigkeit reduzieren. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes „Arbeitskräftebedarf und Arbeitskräfteangebot entlang der Wertschöpfungskette Wasserstoff“ beschreibt der vorliegende Bericht anhand einer Szenarioanalyse, wie sich der Aufbau einer Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff auf die Wirtschaftsleistung und den Arbeitsmarkt bis 2040 auswirken kann. Das hier modellierte Wasserstoff-Szenario baut auf den drei vorhergegangenen Wasserstoff-Szenarien auf und stellt die vierte Analyse aufgrund fundierter und aktualisierter Annahmen mit Stand März 2025 dar. Zusätzlich wurde für das Wasserstoff-Szenario eine Erweiterung im Prognose- und Simulationsmodell vorgenommen, um die Annahmen präziser einstellen und vertiefende Analysen nach Gütergruppen und Produktionsbereichen vornehmen zu können. Die Ergebnisse des Wasserstoff-Szenarios zeigen bis 2035 ein höheres preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt, jedoch ein niedrigeres Wertschöpfungsniveau ab der zweiten Hälfte der 2030er Jahre im Vergleich zum Referenz-Szenario, welches den Hochlauf einer grünen Wasserstoff-Wertschöpfungskette nicht berücksichtigt. Von 2025 bis 2040 liegt das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Durchschnitt dennoch jährlich um 4,0 Mrd. Euro höher und die Wertschöpfungsgewinne kumulieren sich über den Projektionszeitraum auf rund 63 Mrd. Euro. Wie bereits in den vorherigen Wasserstoff-Szenarien festgestellt, bestätigt sich, dass sich der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft insgesamt positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Die Zahl der Erwerbstätigen liegt zwischen 2025 und 2040 um durchschnittlich jährlich 54.000 Personen höher als im Referenz-Szenario. Höhere Erwerbstätigenzahlen als im Referenz-Szenario werden beispielsweise in den Berufsgruppen Unternehmensorganisation und -strategie, Technische Produktionsplanung und -steuerung, Büro und Sekretariat sowie Hochbau erwartet. Hingegen sind die Berufsgruppen Chemie und Metallerzeugung, aufgrund steigender Preise, von negativen Beschäftigungseffekten betroffen. Insgesamt übersteigt der Arbeitsplatzaufbau aber den Arbeitsplatzabbau, der in einzelnen Wirtschaftsbereichen und Berufen stattfindet. Mit Blick auf die Anforderungsniveaus zeigt sich langfristig ein deutlich höherer Bedarf an Spezialisten und Spezialistinnen. Auch wenn die positiven Arbeitsmarkteffekte vergleichsweise gering erscheinen, hat eine zusätzliche Analyse gezeigt, dass für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt höhere Risiken bestehen, wenn die Transformation hin zu einem klimafreundlichen Wirtschaften verpasst wird." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Evaluating the spatial mismatch between population and factor endowments: The case of the European Union (2025)
Zitatform
Alamá-Sabater, Luisa, Yolanda de Llanos, Miguel Á. Márquez & Emili Tortosa-Ausina (2025): Evaluating the spatial mismatch between population and factor endowments: The case of the European Union. In: Regional Studies, Jg. 59, H. 1, S. 1-24. DOI:10.1080/00343404.2024.2387811
Abstract
"Considerable research has been conducted on the trade-off between reducing regional inequality and promoting regional growth. However, there is a lack of empirical research exploring the relationship between this trade-off and the spatial mismatch between the distribution of regional populations and the spatial distribution of regional factor endowments. This paper assesses the existence of spatial mismatches between production factors and populations in European regions, with a focus on how these imbalances might affect regional disparities and growth. First, we compute spatial mismatch indices for capital stock and employment in relation to the distribution of population. Second, we use a vector autoregressive (VAR) approach to identify dynamic interactions in the short run. The results indicate that the spatial mismatch between population and labour plays a key role in the trade-off between European economic growth and regional inequality. The findings suggest that eliminating spatial mismatches between the spatial distribution of population and labor could lead to an increase in both economic growth and regional inequality. Moreover, the implementation of regional policies for resource allocation based on population-related criteria does not appear to mitigate regional economic inequality." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Zentrale Befunde zu aktuellen Arbeitsmarktthemen 2025 (2025)
Anger, Silke ; Wolter, Stefanie ; Lietzmann, Torsten ; Lehmer, Florian ; Jahn, Elke; Leber, Ute; Wolff, Joachim; Artmann, Elisabeth; Wenzig, Claudia; Lang, Julia ; Wanger, Susanne ; Kuhn, Sarah; Vom Berge, Philipp ; Kubis, Alexander; Walwei, Ulrich ; Trenkle, Simon ; Braun, Wolfgang; Brücker, Herbert ; Stops, Michael ; Kosyakova, Yuliya ; Stepanok, Ignat ; Janssen, Simon; Roth, Duncan ; Janser, Markus ; Rauch, Angela ; Jahn, Elke J. ; Popp, Martin ; Hohmeyer, Katrin ; Müller, Dana ; Hohendanner, Christian ; Mense, Andreas ; Hiesinger, Karolin ; Zika, Gerd ; Heß, Pascal ; Weber, Enzo ; Hellwagner, Timon ; Bruckmeier, Kerstin ; Haas, Anette; Seibert, Holger; Gürtzgen, Nicole ; Ramos Lobato, Philipp; Gläser, Nina; Müller, Christoph ; Gherbaoui, Samia; Arntz, Melanie ; Gellermann, Jan; Stephan, Gesine ; Fitzenberger, Bernd ; Oberfichtner, Michael ; Dietz, Martin; Bächmann, Ann-Christin ; Dauth, Wolfgang ; Matthes, Britta ; Collischon, Matthias ; Reims, Nancy ; Christoph, Bernhard ;Zitatform
Anger, Silke, Melanie Arntz, Elisabeth Artmann, Ann-Christin Bächmann, Wolfgang Braun, Kerstin Bruckmeier, Herbert Brücker, Bernhard Christoph, Matthias Collischon, Wolfgang Dauth, Martin Dietz, Bernd Fitzenberger, Jan Gellermann, Samia Gherbaoui, Nina Gläser, Nicole Gürtzgen, Anette Haas, Timon Hellwagner, Pascal Heß, Karolin Hiesinger, Christian Hohendanner, Katrin Hohmeyer, Elke J. Jahn, Markus Janser, Simon Janssen, Stefanie Wolter, Torsten Lietzmann, Florian Lehmer, Ute Leber, Joachim Wolff, Claudia Wenzig, Julia Lang, Susanne Wanger, Sarah Kuhn, Philipp Vom Berge, Alexander Kubis, Ulrich Walwei, Simon Trenkle, Michael Stops, Yuliya Kosyakova, Ignat Stepanok, Duncan Roth, Angela Rauch, Martin Popp, Dana Müller, Andreas Mense, Gerd Zika, Enzo Weber, Holger Seibert, Philipp Ramos Lobato, Christoph Müller, Gesine Stephan, Michael Oberfichtner, Britta Matthes & Nancy Reims (2025): Zentrale Befunde zu aktuellen Arbeitsmarktthemen 2025. Nürnberg, 21 S. DOI:10.48720/IAB.GP.2505.1
Abstract
"Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Dekarbonisierung und demografischer Wandel werden den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren erheblich verändern. Gleichzeitig wird eine Deindustrialisierung Deutschlands befürchtet. Handlungsbedarf besteht beispielsweise bei der Sicherung des Arbeitskräftebedarfs – und damit verbunden bei den Themen Aus- und Weiterbildung –, bei der Reduzierung der Arbeitslosigkeit und insbesondere der Langzeitarbeitslosigkeit sowie bei der sozialen Absicherung von Solo-Selbständigen Zu all diesen und zahlreichen weiteren wichtigen Themen fasst die IAB-Broschüre „Zentrale Befunde zu aktuellen Arbeitsmarkt-Themen 2025“ die zentralen wissenschaftlichen Befunde kompakt zusammen. Sie bietet zudem Handlungsempfehlungen für die Arbeitsmarktpolitik, die aus den wissenschaftlichen Befunden abgeleitet wurden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Anger, Silke ; Wolter, Stefanie ; Lietzmann, Torsten ; Lehmer, Florian ; Leber, Ute; Wolff, Joachim; Artmann, Elisabeth; Wenzig, Claudia; Lang, Julia ; Wanger, Susanne ; Kuhn, Sarah; Vom Berge, Philipp ; Kubis, Alexander; Walwei, Ulrich ; Trenkle, Simon ; Braun, Wolfgang; Brücker, Herbert ; Stops, Michael ; Kosyakova, Yuliya ; Stepanok, Ignat ; Janssen, Simon; Roth, Duncan ; Janser, Markus ; Rauch, Angela ; Jahn, Elke J. ; Popp, Martin ; Hohmeyer, Katrin ; Müller, Dana ; Hohendanner, Christian ; Mense, Andreas ; Hiesinger, Karolin ; Zika, Gerd ; Heß, Pascal ; Weber, Enzo ; Hellwagner, Timon ; Bruckmeier, Kerstin ; Haas, Anette; Seibert, Holger; Gürtzgen, Nicole ; Ramos Lobato, Philipp; Gläser, Nina; Müller, Christoph ; Arntz, Melanie ; Gellermann, Jan; Stephan, Gesine ; Fitzenberger, Bernd ; Oberfichtner, Michael ; Dietz, Martin; Bächmann, Ann-Christin ; Dauth, Wolfgang ; Matthes, Britta ; Collischon, Matthias ; Reims, Nancy ; Christoph, Bernhard ; -
Literaturhinweis
The Impact of Aging and AI on Japan's Labor Market: Challenges and Opportunities (2025)
Asao, Kohei; Seitani, Haruki; Stepanyan, Ara; Xu, TengTeng;Zitatform
Asao, Kohei, Haruki Seitani, Ara Stepanyan & TengTeng Xu (2025): The Impact of Aging and AI on Japan's Labor Market: Challenges and Opportunities. (IMF working papers / International Monetary Fund 2025,184), Washington, DC, 17 S.
Abstract
"This paper explores the complex roles of demographic changes and technological innovation in shaping Japan's labor market. We use regression analysis to assess the impact of population aging on labor productivity and shortages. Our findings indicate that the aging workforce contributes to labor shortages and potentially weighs on labor productivity. We also investigate occupational level data to identify the complementarity and substitutability of AI in occupational tasks as well as skill transferability. Our research reveals that Japanese workers face lower exposure to AI compared to their counterparts in other advanced economies, thereby constraining AI's potential to mitigate labor shortages. Furthermore, the disparities in skill requirements across occupations with different AI exposures highlight the importance of facilitating labor mobility from displaced jobs to those in demand." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Peer Effects in Old‑Age Employment Among Women (2025)
Badalyan, Sona;Zitatform
Badalyan, Sona (2025): Peer Effects in Old‑Age Employment Among Women. (IAB-Discussion Paper 13/2025), Nürnberg, 72 S. DOI:10.48720/IAB.DP.2513
Abstract
"Dieses Papier nutzt eine einzigartige Situation des Normenwandels – eine deutsche Rentenreform, die das Renteneintrittsalter für Frauen und Männer angleichen sollte –, um zu untersuchen, wie Beschäftigung im höheren Alter über Arbeitsplatznetzwerke weitergegeben wird. Die Reform erhöhte das früheste Renteneintrittsalter von Frauen von 60 auf 63 Jahre für Kohorten, die ab 1952 geboren wurden. Unter Verwendung des Universums der Arbeitsgruppen aus den Sozialversicherungsdaten vergleiche ich Frauen, deren Kolleginnen knapp über oder unter der Reformgrenze lagen. Ich finde, dass Frauen eher im höheren Alter erwerbstätig bleiben, wenn ihre Kolleginnen dies tun, wobei die Effekte in den Regionen des ehemaligen Westdeutschlands mit traditionellen Geschlechternormen stärker ausfallen. Geschlechtsneutrale Rentenreformen verstärken somit ihren Effekt über den Einfluss von Kolleginnen und tragen zu einer regionalen Angleichung der Beschäftigungsmuster im späten Erwerbsleben bei." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Retirement Age Reforms and Worker Substitutability: Implications for Employment of Older Workers (2025)
Badalyan, Sona;Zitatform
Badalyan, Sona (2025): Retirement Age Reforms and Worker Substitutability: Implications for Employment of Older Workers. (IAB-Discussion Paper 14/2025), Nürnberg, 89 S. DOI:10.48720/IAB.DP.2514
Abstract
"Dieses Papier untersucht, wie arbeitsnachfrageseitige Faktoren - insbesondere die Ersetzbarkeit von Arbeitskräften und berufsspezifische Fähigkeiten - die Beschäftigungsreaktionen auf eine Anhebung des frühestmöglichen Rentenalters beeinflussen. Mithilfe eines Regression‑Discontinuity‑Designs analysiere ich eine Reform in Deutschland im Jahr 1999, die die Möglichkeit für Frauen abschaffte, bereits mit 60 Jahren in Rente zu gehen. Vor der Reform konnten ältere Beschäftigte freiwillig aus dem Erwerbsleben ausscheiden, was den Unternehmen Fluktuationskosten verursachte. Nach der Reform waren Betriebe besser in der Lage, schwer ersetzbare Arbeitskräfte mit höheren Austrittskosten zu halten. Gleichzeitig verschlechterte sich durch den Wegfall des vorgezogenen Rentenzugangs die Verhandlungsposition der Beschäftigten, was es den Unternehmen ermöglichte, niedrigere Löhne durchzusetzen – häufig in Form von Altersteilzeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung in Deutschland im Zeitraum 1999-2023 (2025)
Baumann, Doris; Wapler, Rüdiger; Niebuhr, Annekatrin ; Stöckmann, Andrea; Rossen, Anja ; Fuchs, Stefan ; Sieglen, Georg; Hell, Stefan; Buch, Tanja;Zitatform
Baumann, Doris, Tanja Buch, Stefan Fuchs, Stefan Hell, Annekatrin Niebuhr, Anja Rossen, Georg Sieglen, Andrea Stöckmann & Rüdiger Wapler (2025): Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung in Deutschland im Zeitraum 1999-2023. (IAB-Forschungsbericht 25/2025), Nürnberg, 60 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2525
Abstract
"Die regionalen Arbeitsmärkte in Deutschland sind seit jeher unterschiedlichen strukturellen Bedingungen ausgesetzt, die sich auf das lokale Beschäftigungswachstum auswirken. In den letzten Jahren machen sich Effekte des demografischen Wandels, der Digitalisierung und der ökologischen Transformation der Wirtschaft zunehmend, regional jedoch sehr unterschiedlich, bemerkbar und beeinflussen ihrerseits die regionale Beschäftigungsdynamik. Das Projekt „Vergleichende Analyse von Länderarbeitsmärkten – VALA 2025“ beschäftigt sich mit den Unterschieden in der regionalen Beschäftigungsdynamik im Zeitraum zwischen 1999 und 2023. Dabei werden Faktoren identifiziert, die zu diesen Disparitäten beitragen. Betrachtet werden die Auswirkungen der regionalen Branchen-, Qualifikations- und Betriebsgrößenstruktur, der Einfluss regionaler Standortbesonderheiten sowie die Effekte demografischer Faktoren auf das Beschäftigungswachstum. Einen besonderen Fokus legt die Analyse auf Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Regionen sowie zwischen siedlungsstrukturellen Kreistypen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist bundesweit im Untersuchungszeitraum um rund 22 Prozent angestiegen. Diese durchschnittliche Entwicklung überdeckt allerdings ganz erhebliche regionale Disparitäten in der Beschäftigungsdynamik mit einer Spannweite von rund 120 Prozentpunkten zwischen dem Kyffhäuserkreis (-32,8 %) und dem Landkreis Erding (+90,4 %). Während sich im untersuchten Zeitraum die Zahl der Arbeitsplätze in den Kreisen Westdeutschlands in allen betrachteten Regionstypen mehrheitlich positiv entwickelte, war dies in Ostdeutschland nur in der Mehrzahl der kreisfreien Großstädte und der städtischen Kreise der Fall; die ländlichen Räume hatten hingegen mehrheitlich Beschäftigungsverluste zu verkraften. Hinter dieser Varianz dürften verschiedene strukturelle Unterschiede sowie Standortbesonderheiten regionaler Arbeitsmärkte stehen. Von einer das Beschäftigungswachstum förderlichen Branchenstruktur profitieren vor allem die großen Städte mit ihrer Spezialisierung auf dynamische Dienstleistungsbranchen. Ein weiterer Faktor, der die Beschäftigungsentwicklung in großen urbanen Arbeitsmärkten fördert, ist die dortige Qualifikationsstruktur, insbesondere der überdurchschnittliche Anteil der hochqualifizierten Arbeitskräfte. Beim Qualifikationseffekt bestehen darüber hinaus erhebliche Ost-West-Disparitäten, wobei die ostdeutschen Regionen von einem nach wie vor relativ geringen Anteil ungelernter Arbeitskräfte profitieren. Der höhere Anteil von Großbetrieben in großen Städten wirkt sich zumeist dämpfend auf deren Beschäftigungswachstum aus, während sich in geringer verdichteten Regionen die vorwiegend kleinbetriebliche Struktur wachstumsfördernd auswirkt. Günstige Standortbesonderheiten sind mit Blick auf das Beschäftigungswachstum häufig in den größeren Städten zu finden, wobei ostdeutsche Regionen hier insgesamt hinter den westdeutschen Regionen zurückbleiben. Dies gilt gleichermaßen für den Altersstruktureffekt: Negative Auswirkungen einer fortschreitenden Alterung der Arbeitskräfte zeigen sich im Untersuchungszeitraum weit überwiegend im Osten des Bundesgebiets. Sowohl die erheblichen Unterschiede in der regionalen Beschäftigungsdynamik als auch die sehr differenzierte Wirkung verschiedener Einflussfaktoren deuten darauf hin, dass auch der arbeitsmarkt- und regionalpolitische Handlungsbedarf regional stark variiert. Insbesondere in einer Verbesserung der Qualifikationsstruktur durch Aus- und Weiterbildung können Potenziale liegen, um die Beschäftigungsdynamik in vielen Regionen positiv zu beeinflussen. In Bezug auf die demografische Entwicklung gilt es, junge und gut qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen sowie die Produktivität älterer Arbeitskräfte durch eine stärkere Weiterbildungsbeteiligung zu erhalten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Baumann, Doris; Wapler, Rüdiger; Niebuhr, Annekatrin ; Stöckmann, Andrea; Rossen, Anja ; Fuchs, Stefan ; Sieglen, Georg; Hell, Stefan; Buch, Tanja; -
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Wenn mehr gearbeitet würde – Potenziale des deutschen Arbeitsmarktes (2025)
Boockmann, Bernhard; Unger, Barbara; Meister-Scheufelen, Gisela;Zitatform
Boockmann, Bernhard, Gisela Meister-Scheufelen & Barbara Unger (2025): Wenn mehr gearbeitet würde – Potenziale des deutschen Arbeitsmarktes. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 105, H. 1, S. 69-74. DOI:10.2478/wd-2025-0019
Abstract
"Aufgrund der absehbaren demografischen Entwicklung steht Deutschland erst am Anfang eines langfristigen Abeitskräftemangels.1 Dabei besteht nicht nur ein Fachkräftemangel, sondern ein grundlegendes Problem, eine ausreichende Zahl von Arbeitskräften zu gewinnen. Die aktuelle Rezession und der Transformationsprozess haben zwar zu einem Rückgang der Arbeitsnachfrage geführt. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass sich der Arbeitskräftemangel fortsetzen wird. Selbst wenn unterstellt wird, dass sich die Erwerbsbeteiligung inländischer Personen künftig erhöht, wäre rechnerisch ein Wanderungssaldo von 400.000 Personen erforderlich, um das Erwerbspersonenpotenzial konstant zu halten (Fuchs et al., 2021)." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Fostering Employment and Total Hours Worked: Perspectives for France and Germany: Joint statement (2025)
Bozio, Antoine ; Schnitzer, Monika ; Simon, Lenard; Runschke, Benedikt; Lapeyre, Alice; Werding, Martin ; Weber, Enzo ;Zitatform
Bozio, Antoine, Alice Lapeyre, Enzo Weber, Benedikt Runschke, Monika Schnitzer, Lenard Simon & Martin Werding (2025): Fostering Employment and Total Hours Worked: Perspectives for France and Germany. Joint statement. 12 S.
Abstract
"France and Germany are both confronted with labour market bottlenecks that limit the total volume of work in the economy. While they face similar challenges - such as boosting labour force participation and improving job quality - their labour markets differ in key structural dimensions, leading to divergent policy priorities. To achieve higher employment of better quality, each country will need to implement a tailored mix of policies, targeting its specific weaknesses. In some cases, the policy levers required are similar; in others, they differ significantly due to institutional and demographic differences. This policy brief rests on a systematic comparison of labour market participation between France and Germany to identify the most relevant margins for reform and the levers that could support convergence towards stronger employment outcomes in both countries. This policy brief presents the key stylized facts and policy recommendations that can be drawn for France and Germany. Our analyses build on extensive work by Bozio et al. (2025),* who updated previous work by Blundell et al. (2011, 2013). Using harmonized survey data, the authors examine employment and hours worked over the past 55 years in France, Germany, the United Kingdom, and the United States. They provide detailed analyses of employment patterns and working hours across sub-groups of workers - by gender, age, and education level - over time. Their work identifies room to increase hours worked in both countries, along with relevant policies to achieve this, and contributes to the reflection on the gradual harmonisation of labour markets in both countries" (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Demography and income in the 21st century: a long-run perspective (2025)
Zitatform
Brakman, Steven, Tristan Kohl & Charles van Marrewijk (2025): Demography and income in the 21st century: a long-run perspective. In: Cambridge Journal of Regions, Economy and Society, Jg. 18, H. 1, S. 25-40. DOI:10.1093/cjres/rsae040
Abstract
"The world faces massive demographic changes in the 21st century. We analyse the impact of changes in the share of the working-age population for the global income distribution. First, the historical impact of demography on economic growth indicates that a 1% higher share of the working-age population in the total population results in a 0.173 percentage points higher income growth rate. Second, we use United Nations population projections to predict income changes for the remainder of this century. Third, we show how the share of income shifts away from Europe, North America and China towards South Asia and Africa, such that the current global economic powers will see their influence on world affairs decline." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Mecklenburg-Vorpommern (2025)
Zitatform
Buch, Tanja, Annekatrin Niebuhr & Andrea Stöckmann (2025): Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Mecklenburg-Vorpommern. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Nord 03/2025), Nürnberg, 58 S. DOI:10.48720/IAB.REN.2503
Abstract
"Die vorliegende Studie betrachtet die regionalen Unterschiede im Beschäftigungswachstum und ihre Einflussfaktoren im Zeitraum zwischen 1999 und 2023 mit einem Fokus auf Mecklenburg-Vorpommern und seine Landkreise und kreisfreien Städte. In diesem Zeitraum ging die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern um 4,4 Prozent zurück, nur in Thüringen und Sachsen-Anhalt kam es ebenfalls zu Verlusten. Im Bundesdurchschnitt stieg die Beschäftigung um 22,3 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern konnten im Untersuchungszeitraum nur in der Hansestadt Rostock signifikante Beschäftigungsgewinne erzielt werden. In allen übrigen Landkreisen und in Schwerin erreichten die Beschäftigtenzahlen nach zwischenzeitlichen drastischen Einbrüchen allenfalls wieder das Ausgangsniveau – oder blieben, in einigen Landkreisen deutlich, hinter diesem zurück. Die Effekte unterschiedlicher Faktoren, die die Beschäftigungsentwicklung beeinflussen, variieren in Vorzeichen und Stärke über die Regionen hinweg. Für das Land insgesamt gilt, dass von der Branchenstruktur, der Betriebsgrößenstruktur und der Qualifikationsstruktur positive Effekte auf die Beschäftigungsentwicklung ausgegangen sind. Dagegen geht vom ermittelten Standorteffekt eine dämpfende Wirkung aus. Mit Blick auf die demografische Entwicklung wirkte die Altersstruktur der Beschäftigten im Untersuchungszeitraum nicht mehr wachstumsfördernd, war jedoch auch noch nicht beschäftigungshemmend. Angesichts des ungünstigen Einflusses der regionalen Standortbedingungen sollte geprüft werden, worin die besonderen Standortnachteile des Landes bestehen und wie diese gezielt reduziert werden können. Zudem könnten insbesondere in einer Stabilisierung bzw. Verbesserung der Qualifikations- und Altersstruktur der Arbeitskräfte Potenziale liegen, um die Beschäftigungsdynamik im Land positiv zu beeinflussen. In Bezug auf die demografische Entwicklung gilt es, junge und gut qualifizierte Arbeitskräfte im Land zu halten und die Produktivität älterer Arbeitskräfte durch eine stärkere Weiterbildungsbeteiligung zu erhalten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Hamburg (2025)
Zitatform
Buch, Tanja, Annekatrin Niebuhr, Antonia Schreiner & Andrea Stöckmann (2025): Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Hamburg. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Nord 04/2025), Nürnberg, 61 S. DOI:10.48720/IAB.REN.2504
Abstract
"Die vorliegende Studie betrachtet die regionalen Unterschiede im Beschäftigungswachstum und ihre Einflussfaktoren im Zeitraum zwischen 1999 und 2023 mit einem Fokus auf die Stadt Hamburg im Vergleich zu anderen regionalen Arbeitsmärkten und insbesondere anderen Großstädten in Deutschland. In diesem Zeitraum hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Hamburg im Bundesvergleich weit überdurchschnittlich entwickelt. Auch innerhalb der Gruppe der größten Städte in Deutschland schneidet Hamburg relativ gut ab. Allein in Berlin und München fiel die Beschäftigungsdynamik noch etwas höher aus. Die Effekte unterschiedlicher Faktoren, die die Beschäftigungsentwicklung beeinflussen, variieren für Hamburg bezüglich Vorzeichen und Stärke. Von der Branchenstruktur und der Qualifikationsstruktur gehen positive Impulse auf das Beschäftigungswachstum der Stadt aus. Auch der ermittelte Standorteffekt ist positiv. Diese günstigen Effekte der benannten Faktoren sind typisch für die großen urbanen Arbeitsmärkte in Deutschland. Mit Blick auf die demografische Entwicklung wirkte die Altersstruktur der Beschäftigten im Untersuchungszeitraum noch leicht wachstumsfördernd, war jedoch weniger günstig als in anderen westdeutschen Regionen. Insbesondere in einer weiteren Verbesserung der Qualifikationsstruktur könnten Potenziale liegen, um die Beschäftigungsdynamik in Hamburg positiv zu beeinflussen. In Bezug auf die demografische Entwicklung gilt es, die Attraktivität der Stadt für junge und gut qualifizierte Arbeitskräfte weiter zu erhöhen und die Produktivität älterer Arbeitskräfte durch eine stärkere Weiterbildungsbeteiligung zu erhalten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Local Effects of Education and Age Groups on Unemployment in Germany (2025)
Zitatform
Busch, Fabian & Carsten Ochsen (2025): Local Effects of Education and Age Groups on Unemployment in Germany. In: Growth and Change, Jg. 56. DOI:10.1111/grow.70011
Abstract
"This article provides a comprehensive analysis of how regional changes in the age and education distribution of the labour force affect local and neighbourhood unemployment rates. Based on theoretical considerations, we argue that differences in job search, separation, and commuting are key factors in group differences, and therefore, changes in relative group size affect the level of unemployment. The empirical analysis focuses on local labour markets in Germany, using a dynamic spatial panel data model. According to the estimates, an increasing proportion of young and/or low-educated workers raises local unemployment, while larger proportions of older prime-age and/or highly educated workers raise unemployment in neighbouring labour markets. As a result, the recent ageing and education developments in the German labour force have led to a 25% reduction in the unemployment rate." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Demographic change in Europe and Central Asia: addressing the issue of a shrinking and ageing labour force (2025)
Zitatform
De Gobbi, Maria Sabrina, Stefan Kühn, Guido Heins & Ziyodakhon Malikova (2025): Demographic change in Europe and Central Asia. Addressing the issue of a shrinking and ageing labour force. (ILO working paper / International Labour Organization 139), Geneva, 38 S. DOI:10.54394/utfg0314
Abstract
"This paper identifies existing labour market challenges associated with ageing in Europe and Central Asia. It presents a general overview and provides ideas to stimulate social dialogue. In 2024, there were 28 persons aged 65 years and above per 100 persons aged 15 to 64 years and this ratio is projected to rise to 43 by 2050. The proportion of older workers (55 years and above) will increase, while the prime-age workforce (25 to 54 years) will decline. This demographic transition is expected to result in a net loss of 10 million workers in the region by 2050. As pension systems increasingly have to rely on a diminishing pool of younger workers, sustaining current living standards will become more challenging. Productivity growth in Europe and Central Asia has been falling since 1991. New sources of productivity have to be unlocked if current standards of living are to be maintained. Increasing the labour force participation of inadequately represented groups, including women, persons with disabilities, the youth, migrants and refugees may only partially improve the situation. However, it would be a step forward in improving the outlook for the challenges that the region is experiencing." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Keeping older workers in the labour force (2025)
Eiffe, Franz Ferdinand; Weber, Tina; Fric, Karel ; Adăscăliței, Dragoș ; Muller, Jessye; Contreras, Ricardo Rodriguez;Zitatform
Eiffe, Franz Ferdinand, Dragoș Adăscăliței, Karel Fric, Jessye Muller, Ricardo Rodriguez Contreras & Tina Weber (2025): Keeping older workers in the labour force. (Eurofound research report / European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions), Dublin, 77 S. DOI:10.2806/4361116
Abstract
"Europe’s population is ageing and has experienced natural decline since 2014, cushioned only by net migration. The working-age population is shrinking as the number of older individuals grows, a trend expected to continue with the retirement of the baby boom generation. This shift presents challenges for policymakers in relation to employment, living standards and welfare sustainability across EU Member States. This report aims to answer the question of how to keep older workers in employment as long as possible. It provides a comprehensive analysis of employment developments. It examines job quality differences across various age groups and analyses differences in job quality within the group of older workers. The report also explores the push and pull factors influencing employment trends across Europe and delves into the policies and practices implemented by Member States to keep older workers in the workforce. It highlights the critical role of social partners in shaping these outcomes and, finally, provides general pointers for policymakers to consider." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Workforce Aging, Growth and Productivity (2025)
Esposito, Mathilde;Zitatform
Esposito, Mathilde (2025): Workforce Aging, Growth and Productivity. In: The B.E. Journal of Macroeconomics, Jg. 25, H. 2, S. 553-593. DOI:10.1515/bejm-2024-0114
Abstract
"In the literature on secular stagnation, demographic aging is widely blamed for lowering the IS curve of aggregate demand and therefore the natural interest rate. However, little is known about the impact of workforce aging on long-term aggregate supply, or so-called potential GDP. To fill this gap, this study delves into the effects of workforce aging on two key components of the remarkably sluggish potential GDP growth of developed countries: hours worked and labor productivity. First, using a novel macro-accounting decomposition of EU-KLEMS data, we find that old-labor input has the highest contribution to growth, through both increased hours worked and shifts in labor composition in the EU, US and Japan. Second, we use panel stochastic frontier models highlighting that, however, old workers have an adverse effect on labor productivity growth frontier – though increasing technical efficiency, i.e., reducing the distance to this frontier." (Author's abstract, IAB-Doku, © De Gruyter) ((en))
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Literaturhinweis
Predicting the Uptake of Long-Term Care Benefits in Austria (2025)
Zitatform
Famira-Mühlberger, Ulrike & Klaus Nowotny (2025): Predicting the Uptake of Long-Term Care Benefits in Austria. (WIFO working papers 707), Wien, 32 S.
Abstract
"We use administrative microdata and statistical learning methods to analyse how personal characteristics and the consumption of healthcare services help predict the first-time receipt of "long-term care allowance" (LTCA), a needs-tested cash-for-care benefit in Austria. Our findings suggest that short-term information from the health-care sector, particularly in the quarter prior to LTCA enrolment, provides substantial explanatory power. Apart from old age, the most influential predictors include the frequency of doctor visits and hospital stays as well as diagnoses such as dementia, cerebral infarction, and hypertension. Our findings emphasise the importance of data-driven approaches in anticipating the uptake of long-term care benefits and informing policy, especially against the background of the demographic transition." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Arbeitsmarkt im Wandel: Deutschland muss die Transformation annehmen, um seine Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken (2025)
Zitatform
Fitzenberger, Bernd & Christian Kagerl (2025): Arbeitsmarkt im Wandel: Deutschland muss die Transformation annehmen, um seine Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. (IAB-Forschungsbericht 12/2025), Nürnberg, 21 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2512
Abstract
"Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich trotz wirtschaftlicher Schwäche und der wiederkehrenden Bezeichnung von Deutschland als „krankem Mann Europas“ überraschend robust. Die Beschäftigungsquote liegt mit 77,4 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau, doch die Zahl der offenen Stellen ist seit ihrem Höchststand 2022 deutlich gesunken, während die Arbeitslosenquote steigt. Besonders betroffen sind Langzeitarbeitslose und Personen ohne schulischen oder beruflichen Abschluss. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel eine zentrale Herausforderung, da viele Stellen nicht besetzt werden können. Die Koexistenz von steigender Arbeitslosigkeit und unbesetzten Stellen bleibt ein entscheidendes Problem für die Bewältigung des wirtschaftlichen Wandels. Eine der größten strukturellen Schwächen ist das stagnierende Produktivitätswachstum. Während die Produktivität in den 2000er-Jahren noch stieg, stagniert sie seit den 2010er-Jahren weitgehend. Besonders problematisch ist die wachsende Diskrepanz zwischen der Produktivität pro Arbeitsstunde und der Produktivität pro Arbeitnehmer, wovon sich letztere deutlich schlechter entwickelt. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Neben einer zunehmenden Teilzeitarbeit und einem Beschäftigungszuwachs in Sektoren mit niedriger Produktivität – etwa im Gesundheits- und Bildungsbereich – verhindern geringe Investitionen in Digitalisierung und technologische Innovationen, aber auch in Aus- und Weiterbildung, eine stärkere Produktivitätssteigerung. Besonders das produzierende Gewerbe, das lange das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bildete, gerät zunehmend unter Druck. Die Industrieproduktion liegt noch immer unter dem Vorkrisenniveau, während die Beschäftigung in der jüngeren Vergangenheit stagnierte und aktuell rückläufig ist. Besonders die Automobilbranche steht vor großen Herausforderungen: Neben der sinkenden Nachfrage nach Elektroautos machen chinesische Wettbewerber den deutschen Herstellern zunehmend Konkurrenz. Auch Maschinenbau und Metallindustrie kämpfen mit strukturellen Problemen. Zudem belasten hohe Energiepreise und eine schwächelnde Exportnachfrage – insbesondere aus China – die deutsche Industrie. Trotz der wirtschaftlichen Schwäche und den Unsicherheiten über die zukünftige Entwicklung mangelt es weiterhin an Fachkräften. Vor allem kleinere Betriebe und das Bau- sowie das Gastgewerbe haben Schwierigkeiten, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Eine Ursache hierfür ist die geringe Mobilität auf dem Arbeitsmarkt. Während Transformationen üblicherweise mit einer Umschichtung von Arbeitsplätzen verbunden sind, zeigt sich dieser Effekt in Deutschland bislang kaum. Die hohe Nutzung von Kurzarbeitergeld während der Pandemie hat die Beschäftigung stabilisiert, könnte jedoch den Anpassungsprozess verzögert haben, wenngleich hierfür belastbare empirische Belege fehlen. Deutschland muss die Digitalisierung und die Dekarbonisierung annehmen und nutzen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Besonders Berufe mit geringen Qualifikationsanforderungen sind durch Automatisierung bedroht. Gleichzeitig entstehen neue Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich der grünen Technologien. Der Wandel erfordert jedoch gezielte Investitionen in Weiterbildung und Umschulungen, um Beschäftigte auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Doch genau hier zeigen sich große Defizite. Die betriebliche Weiterbildung ist nach einem pandemiebedingten Einbruch noch nicht auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt, und die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge liegt seit 2020 jedes Jahr unter einer halben Million. Zudem verschlechtern sich die schulischen Leistungen, was langfristig die Qualifikationsbasis der Erwerbsbevölkerung schwächen könnte. Deutschland steht damit vor einer großen Herausforderung: Die alternde Erwerbsbevölkerung verschärft den Fachkräftemangel, während Produktivitätsschwäche und Wettbewerbsverlust die wirtschaftliche Dynamik hemmen. Die Verbesserung der digitalen Kompetenzen und die Förderung der beruflichen Mobilität werden für die Steigerung der Arbeitsproduktivität und die Sicherung des Wirtschaftswachstums von entscheidender Bedeutung sein. Um den Wandel erfolgreich zu gestalten, sind massive Investitionen in Digitalisierung, Dekarbonisierung und Bildung dringend erforderlich. Nur wenn das Land der Aus- und Weiterbildung Priorität einräumt und sich dem Wandel stellt, kann es gut bezahlte Arbeitsplätze sichern und seine Position als Europas größte Volkswirtschaft behaupten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Inwieweit tragen ausländische Beschäftigte dazu bei, dem Alterungsprozess der Beschäftigung entgegenzuwirken? Eine Betrachtung für die Kreise Deutschlands (2025)
Zitatform
Fuchs, Michaela, Uwe Sujata & Antje Weyh (2025): Inwieweit tragen ausländische Beschäftigte dazu bei, dem Alterungsprozess der Beschäftigung entgegenzuwirken? Eine Betrachtung für die Kreise Deutschlands. In: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Hrsg.) (2025): Demografische Alterungsprozesse. Chancen und Herausforderungen für die Regionalentwicklung, S. 92-104.
Abstract
"In den vergangenen 20 Jahren nahm die Alterung der Beschäftigung in allen Kreisen Deutschlands teils deutlich zu. Zugleich standen im Jahr 2023 nirgendwo genügend jüngere Beschäftigte zur Verfügung, um die aus dem Erwerbsleben ausgeschiedenen älteren Beschäftigten rein zahlenmäßig zu ersetzen. Bevölkerungsvorausberechnungen legen nahe, dass sich die Alterung auch in Zukunft fortsetzen wird. Damit würden sich nicht nur die heute schon in vielen Bereichen des Arbeitsmarktes zu beobachtenden Fachkräfteengpässe weiter verschärfen. Es würde auch dazu führen, dass das Verhältnis von Rentnerinnen und Rentnern zu den Personen im erwerbfähigen Alter weiter steigt und als Konsequenz daraus weniger Einzahlungen in die sozialen Sicherungssysteme erfolgen. Angesichts dieser demografischen Entwicklungen hat sich der vorliegende Beitrag auf das Potenzial konzentriert, das mit der Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte einhergeht. Es sollte die Frage beantwortet werden, inwieweit ausländische Beschäftigte dazu beitragen können, den Alterungsprozess der Beschäftigung in den einzelnen Kreisen abzufedern. Die Berechnungen für den Zeitraum von 2003 bis 2023 haben gezeigt, dass ausländische Beschäftigte in allen Kreisen Deutschlands die Altersstruktur der Beschäftigung entlastet haben. Es wurde allerdings auch deutlich, dass genau in denjenigen Regionen mit im Durchschnitt eher älteren Beschäftigten der Anteil ausländischer Beschäftigter gering ist. Die Entlastungswirkung der Altersstruktur durch ausländische Beschäftigte ist zwar in Regionen mit älteren Beschäftigten tendenziell auch etwas höher, der Zusammenhang ist aber statistisch nur schwach signifikant. Die Ergebnisse untermauern die vorteilhafte Bedeutung, die ausländische Beschäftigte in allen Kreisen Deutschlands für die Altersstruktur des Arbeitsangebots haben. Diese Stütze ist allerdings in denjenigen Regionen hoch, in denen es auch anteilig schon recht viele ausländische Beschäftigte gibt. Um weitere Potenziale durch ausländische Beschäftigte zu generieren, sind grundsätzlich alle Regionen weiterhin gefordert, Integration und Vielfalt zu fördern und eine attraktive Willkommenskultur zu etablieren. Insbesondere die ostdeutschen Flächenländer stehen hier vor einer besonderen Herausforderung, denn dort ist einerseits die demografische Alterung besonders ausgeprägt. Andererseits bleibt abzuwarten, inwiefern fremdenfeindliche Einstellungen, wie sie sich in Wahlergebnissen und in Übergriffen gegenüber Ausländern geäußert haben, den Zuzug von Personen aus dem Ausland einschränken (vgl. Buch et al. 2025)." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Help wanted: the drivers and implications of labour shortages (2025)
Zitatform
Groiss, Martin & David Sondermann (2025): Help wanted: the drivers and implications of labour shortages. In: Applied Economics, Jg. 57, H. 33, S. 4882-4896. DOI:10.1080/00036846.2024.2364102
Abstract
"Labor shortages have become prevalent across advanced economies. Yet, little is known about which firms are more likely to face them or about the impact they have on the labor market. We create a firm-level dataset spanning 28 EU countries, 283 regions and 18 sectors, contributing to closing this gap. We find that structural factors play the dominant role. Firms in regions with limited labor supply as well as innovative and fast-growing firms are particularly prone to face labor shortages. Moreover, shortages tend to aggravate at business cycle peaks. In a second stage, we empirically determine the impact of labor shortages on wages and hiring. Firms with higher shortages pay a wage growth premium to keep and attract workers, increasingly so when they face excess demand. At the same time, these are the firms that hire less than the average." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Mehr Migration könnte Potenzialwachstum der deutschen Wirtschaft deutlich erhöhen (2025)
Zitatform
Hackmann, Angelina, Konstantin A. Kholodilin & Teresa Schildmann (2025): Mehr Migration könnte Potenzialwachstum der deutschen Wirtschaft deutlich erhöhen. (DIW aktuell 101), Berlin, 7 S.
Abstract
"Die deutsche Wirtschaft steht aufgrund des demografischen Wandels und des Ausscheidens der Babyboomer-Generation aus dem Arbeitsmarkt vor einem zunehmenden Arbeits- und Fachkräftemangel. Dieser wird das Produktionspotenzial der deutschen Wirtschaft erheblich einschränken. Das inländische Steigerungspotenzial zur Deckung des Arbeitskräftebedarfs ist nur gering, so dass der Migration eine zentrale Rolle zufällt. Bereits seit 2023 wird der Aufbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung lediglich durch ausländische Staatsangehörige getragen. Aktuelle Berechnungen zeigen, dass ohne Migration die Wachstumsrate des Potenzials von derzeit lediglich 0,4 Prozent rasch auf null sinken würde. Um die Potenzialrate bis 2029 wieder zu ihrem langfristigen Mittelwert von 1,1 Prozent (dem Durchschnitt über den Zeitraum von 2004 bis 2023) zu heben, wäre den Berechnungen zufolge eine Zuwanderung von 1,5 Millionen Erwerbspersonen notwendig. Um die Zuwanderung von Arbeitskräften aus Drittstaaten attraktiver zu machen, ist das reformierte Fachkräfteeinwanderungsgesetz zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Um den positiven Effekt ausländischer Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt und das Potenzial der deutschen Wirtschaft aber weiter zu stärken, müssen politische Maßnahmen wie der Abbau von bürokratischen Hürden bei der Visaerteilung und der Anerkennung von Qualifikationen vorangetrieben werden. Zudem ist es notwendig, die Sprachkenntnisse und Weiterqualifizierungen von Migrant*innen zu fördern, um ein Missverhältnis zwischen dem Arbeitsangebot und -bedarf zu vermeiden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Niedersachsen und Bremen (2025)
Zitatform
Harten, Uwe & Martin Wrobel (2025): Regionale Faktoren der langfristigen Beschäftigungsentwicklung - Befunde für Niedersachsen und Bremen. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Niedersachsen-Bremen 02/2025), Nürnberg, 67 S. DOI:10.48720/IAB.RENSB.2502
Abstract
"Die vorliegende Studie betrachtet die regionalen Unterschiede im Beschäftigungswachstum und ihre Einflussfaktoren im Zeitraum zwischen 2000 und 2023 mit einem Fokus auf die Bundesländer Niedersachsen und Bremen und deren Kreise und kreisfreien Städte. In diesem Zeitraum hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Niedersachsen im Bundesvergleich leicht überdurchschnittlich und jene in Bremen leicht unterdurchschnittlich entwickelt. Dabei weisen nahezu alle Kreise und kreisfreien Städte ein positives Beschäftigungswachstum auf, die Stärke der Beschäftigungsdynamik variiert allerdings deutlich über die Regionen hinweg. Auch die Effekte unterschiedlicher Faktoren, die die Beschäftigungsentwicklung beeinflussen, variieren in Vorzeichen und Stärke über die Regionen hinweg. Für beide Länder gilt insgesamt, dass sie mit Blick auf die Beschäftigungsentwicklung, wenn auch im unterschiedlichen Ausmaß, von ihrer Branchenstruktur profitieren. Die Betriebsgrößenstruktur sowie landes- und regionsspezifische Standorteffekte wiederum begünstigten die Entwicklung in Niedersachsen, dämpften diese aber in Bremen. Während für die Qualifikationsstruktur in Niedersachsen ein leicht dämpfender Effekt auf die Beschäftigungsentwicklung ermittelt werden konnte, ging von ihr in Bremen ein leicht positiver Einfluss aus. Mit Blick auf die demografische Entwicklung wirkte die Altersstruktur der Beschäftigten im Untersuchungszeitraum sowohl in Niedersachsen als auch Bremen wachstumsfördernd. In Bremen zeigt sich der Effekt jedoch nur schwach positiv, womit er weit weniger günstig ausfiel, als in allen anderen westdeutschen Regionen. Aus unseren Ergebnissen schlussfolgern wir u. a., dass mit Maßnahmen zur allgemeinen Verbesserung der Qualifikationsstruktur vorhandene Potenziale aktiviert werden könnten, um die Beschäftigungsdynamik in beiden Ländern positiv zu beeinflussen. Hinsichtlich der demografischen Entwicklung gilt es, junge und gut qualifizierte Arbeitskräfte im Land zu halten oder gar dazuzugewinnen sowie die Produktivität älterer Arbeitskräfte durch eine höhere Weiterbildungsbeteiligung, auch verbunden mit physischen Arbeitserleichterungen, zu erhalten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Demographic change, secular stagnation, and inequality: automation as a blessing? (2025)
Zitatform
Jacobs, Arthur & Freddy Heylen (2025): Demographic change, secular stagnation, and inequality: automation as a blessing? In: Journal of demographic economics, Jg. 91, H. 4, S. 508-548. DOI:10.1017/dem.2024.10
Abstract
"We study whether the increased adoption of available automation technologies allows economies to avoid the negative effect of aging on per capita output. We develop a quantitative theory in which firms choose to which extent they automate in response to a declining workforce and rising old-age dependency. An important element in our model is the integration of two capital types: automation capital that acts as a substitute to human labor, and traditional capital that is a complement to labor. Empirically, our model's predictions largely match data regarding automation (robotization) density across OECD countries. Simulating the model, we find that aging-induced automation only partially compensates the negative growth effect of aging in the absence of technical progress in automation technology. One reason is that automated tasks are no perfect substitutes for non-automated tasks. A second reason is that automation raises the interest rate and thus inhibits positive behavioral reactions to aging (later retirement and investment in human capital). Moreover, increased automation generates a falling net labor share of income and rising welfare inequality. We evaluate alternative policy responses to cope with this inequality." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Die Wirtschaftskrise trifft auf einen voranschreitenden demografischen Wandel (Interview) (2025)
Zitatform
Keitel, Christiane; Enzo Weber (interviewte Person) (2025): Die Wirtschaftskrise trifft auf einen voranschreitenden demografischen Wandel (Interview). In: IAB-Forum H. 21.03.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250321.01
Abstract
"Die deutsche Wirtschaft und der Arbeitsmarkt stecken seit drei Jahren in einer Schwächephase fest. Trotzdem zeigt sich die IAB-Prognose verhalten optimistisch. Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“, spricht im Interview darüber, was den Arbeitsmarkt im laufenden Jahr voraussichtlich erwartet." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Bleiben oder gehen? Das Demografieproblem lässt sich nicht allein durch die Zuwanderung von Fachkräften lösen. Wir müssen auch deren Abwanderung verringern: Denkfabrik (2025)
Zitatform
Kosyakova, Yuliya & Enzo Weber (2025): Bleiben oder gehen? Das Demografieproblem lässt sich nicht allein durch die Zuwanderung von Fachkräften lösen. Wir müssen auch deren Abwanderung verringern. Denkfabrik. In: Wirtschaftswoche H. 3, S. 38.
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Literaturhinweis
Germany's Demographic Challenge and the Central Role of Migration: Evidence from Labour Market and Mobility Data. Commentary (2025)
Zitatform
Kosyakova, Yuliya (2025): Germany's Demographic Challenge and the Central Role of Migration. Evidence from Labour Market and Mobility Data. Commentary. Milano, o. Sz.
Abstract
"Germany’s demographic and labour market developments over the past decade reveal a structural transformation with long-term implications. Declining fertility, population ageing, and a shrinking domestic workforce have increased the importance of migration as one key component of labour supply, economic performance, and system sustainability. Using recent administrative statistics and new panel survey data, this commentary summarises the empirical evidence on Germany’s demographic pressures, the contribution of migrants to labour market dynamics, and emerging patterns in onward and return mobility. Projections indicate a substantial contraction of Germany’s labour force potential in the coming decades. Under a zero-migration scenario, the working-age population will decrease by approximately 16 million individuals by 2060, even when assuming rising employment rates among women and older workers." (Text excerpt, IAB-Doku, © 2026 Elsevier) ((en))
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Literaturhinweis
Ohne ausländische Beschäftigte wird es in vielen Berufen eng (2025)
Kuhn, Sarah; Schwengler, Barbara; Wiethölter, Doris; Seibert, Holger;Zitatform
Kuhn, Sarah, Barbara Schwengler, Holger Seibert & Doris Wiethölter (2025): Ohne ausländische Beschäftigte wird es in vielen Berufen eng. In: IAB-Forum H. 13.05.2025, 2025-05-12. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250513.01
Abstract
"Die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird aktuell vor allem durch die demografische Entwicklung und den damit verbundenen Mangel an Fach- und Arbeitskräften bestimmt. In der Diskussion, wie diesen Herausforderungen begegnet werden kann, spielen ausländische Beschäftigte eine immer wichtigere Rolle." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Demografischer Wandel und Arbeitskräftemangel: Ausländische Beschäftigte spielen eine wichtige Rolle auf dem Arbeitsmarkt (2025)
Kuhn, Sarah; Schwengler, Barbara; Seibert, Holger; Wiethölter, Doris;Zitatform
Kuhn, Sarah, Barbara Schwengler, Holger Seibert & Doris Wiethölter (2025): Demografischer Wandel und Arbeitskräftemangel: Ausländische Beschäftigte spielen eine wichtige Rolle auf dem Arbeitsmarkt. (IAB-Kurzbericht 08/2025), Nürnberg, 8 S. DOI:10.48720/IAB.KB.2508
Abstract
"Von den knapp 35 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland sind über 8 Millionen mindestens 55 Jahre alt. Sie gehen voraussichtlich in den nächsten zehn bis zwölf Jahren in Rente. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik war dieser Anteil an Altersabgängen so hoch. Die Autor*innen beleuchten, welche Regionen demografisch gut aufgestellt sind und wie es um die Altersstruktur der Beschäftigten auf der Ebene der Anforderungsniveaus der Berufe bestellt ist. Dabei beschreiben sie die qualifikationsspezifische Beschäftigungsentwicklung in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands und zeigen, welcher Anteil an der jeweiligen Entwicklung auf ausländische Arbeitskräfte zurückgeht." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
- Altersstrukturquotient nach Kreisen, Juni 2024
- Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Anforderungsniveau und Staatsangehörigkeit in Deutschland
- Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Alter in Deutschland
- Altersverteilung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (16 bis 67 Jahre) nach Staatsangehörigkeit und Kreistypen
- Weitere Informationen finden Sie in diesem IAB-Forum-Artikel
- Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zwischen 2015 und 2024 nach Anforderungsniveau und Staatsangehörigkeit
- Anforderungsniveau der Tätigkeiten von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 2024 sowie Veränderungen gegenüber 2015 nach Siedlungsstrukturtyp
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Literaturhinweis
Anticipation of future developments in labour markets: methods, data and practices of knowledge transfer in regions and localities across Europe and beyond (2025)
Larsen, Christa; Kipper, Jenny; Webb, Aleksandra; Kleine-Rüschkamp, Lukas; Tafreschi, Darjusch;Zitatform
Larsen, Christa, Jenny Kipper, Aleksandra Webb, Lukas Kleine-Rüschkamp & Darjusch Tafreschi (Hrsg.) (2025): Anticipation of future developments in labour markets. Methods, data and practices of knowledge transfer in regions and localities across Europe and beyond. (Forschung und deren Anwendung im Bereich des regionalen und lokalen Arbeitsmarktmonitorings im transnationalen Vergleich (Veröffentlichungen des IWAK)), Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 193 S.
Abstract
"Technologischer Wandel, gesellschaftliche Krisen, grüne und digitale Transformationen sowie demografische Verschiebungen verändern die Arbeitsmärkte in vielen Regionen Europas und darüber hinaus grundlegend. Eine vorausschauende Analyse dieser Entwicklungen ist entscheidend für eine wirksame regionale Arbeitsmarktpolitik. Der Band versammelt Methoden, Daten und Praktiken des Wissenstransfers zur Prognose regionaler Arbeitsmarkttrends. 31 Expert:innen aus dem EN RLMM-Netzwerk zeigen Ansätze zur Stärkung regionaler Foresight-Kompetenz und evidenzbasierter Planung in zunehmend komplexen Arbeitsmarktsystemen." (Verlagsangaben, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Inhaltsverzeichnis -
Literaturhinweis
Contrasting the Local and National Demographic Incidence of Local Labour Demand Shocks (2025)
Zitatform
Mansfield, Richard K. (2025): Contrasting the Local and National Demographic Incidence of Local Labour Demand Shocks. In: The Economic Journal, S. 1-67. DOI:10.1093/ej/ueaf092
Abstract
"This paper examines how spatial frictions that differ among heterogeneous workers and establishments shape the geographic and demographic incidence of alternative local labour demand shocks, with implications for the appropriate level of government at which to fund local economic initiatives. LEHD data featuring millions of job transitions facilitate estimation of a rich two-sided labour market assignment model. The model generates simulated forecasts of many alternative local demand shocks featuring different establishment compositions and local areas. Workers within 10 miles receive only 11.2% (6.6%) of nationwide welfare (employment) short-run gains, with at least 35.9% (62.0%) accruing to out-of-state workers, despite much larger per-worker impacts for the closest workers. Local incidence by demographic category is very sensitive to shock composition, but different shocks produce similar demographic incidence further from the shock. Furthermore, the remaining heterogeneity in incidence at the state or national level can reverse patterns of heterogeneous demographic impacts at the local level. Overall, the results suggest that reduced-form approaches using distant locations as controls can produce accurate estimates of local shock impacts on local workers, but that the distribution of local impacts badly approximates shocks’ statewide or national incidence." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Approaches to Enhancing and Sustaining Engagement in Post-Retirement Work: A Scoping Review (2025)
Premji, Raihana ; Mazur, Maryna; Choi, Charlene; Haritos, Alexia M.; Nowrouzi-Kia, Behdin ; Balakrishnar, Kishana ; Sathananthan, Aishvinigaa; Yuen, Beatrice; Long, Bao-Zhu Stephanie;Zitatform
Premji, Raihana, Bao-Zhu Stephanie Long, Kishana Balakrishnar, Aishvinigaa Sathananthan, Charlene Choi, Alexia M. Haritos, Beatrice Yuen, Maryna Mazur & Behdin Nowrouzi-Kia (2025): Approaches to Enhancing and Sustaining Engagement in Post-Retirement Work: A Scoping Review. In: Journal of aging and health, S. 1-22. DOI:10.1177/08982643251378213
Abstract
"Background and Objectives: With an aging population and growing economic hardship for many older adults, post-retirement work is increasingly common but often challenging due to complex, intersecting factors. This scoping review aims to identify key barriers and facilitators to post-retirement work. Methods: We searched APA PsycINFO, Embase, CINAHL, Scopus, and Web of Science for peer-reviewed studies (2000–2025) on post-retirement work among adults aged 50–80. Eligible studies underwent two rounds of screening and risk of bias assessment. Results: Fifty-two studies were included in this scoping review. Four key themes emerged: (1) social factors, (2) health-related factors, (3) workplace factors, and (4) financial factors. Barriers and facilitators included health status, discrimination, job conditions, financial stability, policy support, social networks, and personal fulfillment. Discussion: Post-retirement work is shaped by diverse factors with important policy implications. Future research should examine underrepresented groups and regional differences." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Generational Disparities and Their Impact on Sectoral Labour Demand (2025)
Zitatform
Rigó, Richard, Adriana Grenčíková, Karol Krajčo, Valentinas Navickas & Vytautas Snieška (2025): Generational Disparities and Their Impact on Sectoral Labour Demand. In: Inžinerine ekonomika, Jg. 36, H. 2, S. 212-225. DOI:10.5755/j01.ee.36.2.39850
Abstract
"This study estimates the economic impacts of demographic changes driven by generational changes on the labor market and business environment in the Slovak Republic and selected European countries (Hungary, Poland, Czech Republic, Germany, France, Italy). It examines how demographic changes influence sectoral labor demand and the number of business entities. The main research questions are: RQ1: How do generational disparities affect sectoral demand? RQ2: How do generational disparities affect the number of entrepreneurs in the labour market? A comparative analysis of statistical data from 2013 to 2023 shows that sectors such as wholesale, retail, industry, and information and communication technology (ICT) face a shortage of skilled labour. To address RQ2, a regression analysis covering the long-term period from 1995 to 2020 is applied. The evaluation of RQ2 is supported by two hypotheses (H). H1: Changes in population development affect the number of enterprises at a statistically significant level. H2: Changes in population development affect the size of companies in a statistically significant variable. The results indicate that demographic trends associated with generational changes are reshaping the labor market structure, with the most significant impact observed in industries with high skill requirements and the segment of small and medium-sized enterprises. These businesses are flexible yet particularly vulnerable to shortages of skilled labor." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Der Einfluss von beruflicher Ähnlichkeit und Arbeitsmarktbedingungen auf Berufswechsel: Eine exemplarische Analyse von 31 Berufen für den Ausbau erneuerbarer Energien (2025)
Risius, Paula; Engler, Jan; Quispe Villalobos, Valeria; Malin, Lydia ; Mertens, Armin; Arndt, Franziska;Zitatform
Risius, Paula, Valeria Quispe Villalobos, Lydia Malin, Franziska Arndt, Armin Mertens & Jan Engler (2025): Der Einfluss von beruflicher Ähnlichkeit und Arbeitsmarktbedingungen auf Berufswechsel. Eine exemplarische Analyse von 31 Berufen für den Ausbau erneuerbarer Energien. (IW-Report / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2025,40), Köln, 37 S.
Abstract
"Für die Energiewende werden in unterschiedlichen Berufen Fachkräfte dringend gesucht: Allein in den 31 für die vorliegende Studie betrachteten energierelevanten Berufen konnten im Jahr 2024 knapp 119.000 der insgesamt knapp 185.000 offenen Stellen nicht besetzt werden. Damit liegt die Stellenüberhangsquote der rechnerisch nicht besetzbaren Stellen bei 64 Prozent. Das bedeutet, dass für knapp zwei von drei offenen Stellen in diesen energierelevanten Kernberufen keine entsprechend qualifizierten Fachkräfte verfügbar sind. Unter den diskutierten Lösungsvorschlägen zur Fachkräftesicherung gewinnt die Debatte um Berufswechsel und die damit verbundenen Potenziale angesichts der derzeit wieder steigenden Arbeitslosenzahlen zunehmend an Relevanz. Etwa 62,5 Prozent der im Jahr 2023 neu begonnenen sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten in den untersuchten Berufen entfielen auf Berufswechsler, die vorher eine andere Tätigkeit ausgeübt hatten. Dies verdeutlich das bereits realisierte Ausmaß der vorhandenen Berufswechselpotenzialen für die Fachkräftesicherung und die damit verbundene Flexibilität von Unternehmen und Beschäftigten bei Rekrutierung, Bewerbung und Stellenbesetzung. Die vorliegende Studie widmet sich der Fragestellung, inwieweit die anhand von Kompetenzüberschneidungen gemessene Ähnlichkeit von Berufen mit einer höheren Zahl an Berufswechseln einhergeht und diese begünstigt. Zur Messung der beruflichen Ähnlichkeit wurde mithilfe von Big-Data-Methoden und unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) eine eigene Maßzahl entwickelt, die die berufliche Ähnlichkeit anhand von Überschneidungen der Kompetenzanforderungen zwischen Berufspaaren quantifiziert. Darüber hinaus werden ergänzend berufsspezifische Kenngrößen aus der Arbeitsmarktstatistik berücksichtigt, um weitere relevante Einflussfaktoren auf die Wechselentscheidung von Arbeitgebern und -nehmern zu modellieren. Die Ergebnisse zeigen, dass eine hohe inhaltliche berufliche Ähnlichkeit Berufswechsel positiv beeinflusst: Aus Herkunftsberufen, deren Kompetenzprofile einem der betrachteten Einmündungsberufe stärker ähneln, wechseln - anteilig gemessen an der Zahl zur Verfügung stehenden Beschäftigten mit einer entsprechenden Tätigkeit im Herkunftsberuf - mehr Personen in den jeweiligen Einmündungsberuf. Regressionsanalysen zeigen darüber hinaus, dass auch die formale Ähnlichkeit von Berufen definiert durch die Klassifikation der Berufe relevant ist: Es finden mehr Wechsel zwischen Berufen statt, die dort näher beieinander liegen. Dies trifft für die ausgewählten akademisch geprägte Berufe weniger stark zu als für die Ausbildungsberufe im gewählten Berufe-Set. Die Generalisierbarkeit der Ergebnisse ist durch die Fokussierung auf die ausgewählten energierelevanten Einmündungsberufe begrenzt und nicht ohne Weiteres auf andere Berufe übertragbar. Für Politik und Unternehmen lassen sich aus den Ergebnissen spezifische Handlungsempfehlungen ableiten. Grundsätzlich konnte gezeigt werden, dass Unternehmen offen für Berufswechsler sind. Die Vermutung liegt nahe, dass dies für Berufe mit Fachkräfteengpässen und steigendem Fachkräftebedarf stärker ausgeprägt sein dürfte als für andere. Um die Potenziale geeigneter Berufswechsler noch stärker zu heben, können Unternehmen in Stellenanzeigen darauf hinweisen, dass auch Bewerbungen von Personen erwünscht sind, die nur einen Teil der Kompetenzanforderungen für die Stelle erfüllen und aus anderen Tätigkeitsfeldern kommen. Diese Bemühungen können Akteure wie die Bundesagentur für Arbeit unterstützen, indem sie Kompetenzüberschneidungen zum ausgeschriebenen Stellenprofil besser sichtbar machen. Zur Überbrückung fehlender Kompetenzen sollten außerdem Qualifizierungsbausteine wie Teilqualifikationen weiter gestärkt werden. Es ist daher zu begrüßen, dass im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigt wird, die Jobcenter für die Eingliederung mit ausreichenden Mitteln auszustatten, und die Vermittlung in Arbeit zu stärken." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Auswirkungen des Strukturwandels auf die Arbeitsmarktregionen und Bundesländer in der langen Frist – Qualifikations- und Berufsprojektion bis 2040 (2025)
Schneemann, Christian ; Kalinowski, Michael; Bernardt, Florian; Wolter, Marc Ingo; Maier, Tobias ; Zika, Gerd ;Zitatform
Schneemann, Christian, Florian Bernardt, Michael Kalinowski, Tobias Maier, Gerd Zika & Marc Ingo Wolter (2025): Auswirkungen des Strukturwandels auf die Arbeitsmarktregionen und Bundesländer in der langen Frist – Qualifikations- und Berufsprojektion bis 2040. (IAB-Forschungsbericht 03/2025), Nürnberg, 46 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2503
Abstract
"Die Bundesländer und die Arbeitsmarktregionen in Deutschland unterscheiden sich in ihrer Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur, weshalb sie auch unterschiedliche Arbeitskräfteengpässe und -überhänge aufweisen. Aufgrund ihrer verschiedenartigen Entwicklungen werden auch künftig Unterschiede im Arbeitsmarktgeschehen bestehen. Mit Hilfe des sogenannten QuBe-Modellverbundes (8. Welle der QuBe-Basisprojektion) werden langfristige immanente Megatrends wie die demografische Entwicklung, der wirtschaftliche Strukturwandel und die Digitalisierung im Modell selbst erfasst und die Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt sichtbar gemacht. Die Analyse zeigt, dass sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland nicht wie in der Vergangenheit durch positive Entwicklungen im Außenhandel erholen wird. Das zukünftige Handeln der USA, China und Russlands ist schwer abzuschätzen und erhöht die Unsicherheit auf dem Weltmarkt. Zudem wird das künftige Arbeitsmarktgeschehen zu einem großen Teil von der demografischen Entwicklung, dem stetigen strukturellen Wandel (z.B. Digitalisierung im Handel) und der schwächeren Nachfrage im Baugewerbe geprägt. So wird das Arbeitskräfteangebot infolge des Bevölkerungsrückgangs in vielen Bundesländern und Arbeitsmarktregionen bis zum Jahr 2040 sinken. Zwar können einige Arbeitsmarktregionen noch Bevölkerung aufbauen, aber die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird in allen abnehmen. Infolgedessen wird auch der Arbeitskräftebedarf fast überall sinken. Insgesamt wird in vielen Bundesländern und Arbeitsmarktregionen die Erwerbslosenquote sinken oder nahezu stabil bleiben, so dass dort trotz der schlechteren konjunkturellen Entwicklung weiterhin mit Engpässen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen und Berufen zu rechnen ist. Die Rekrutierung von Arbeitskräften dürfte somit in vielen Wirtschaftsbereichen und Regionen langfristig zunehmend schwieriger werden. Der Bedarf an qualifiziertem Personal im Wirtschaftszweig „Heime und Sozialwesen“ oder im Bereich der IT-Dienstleistungen wächst kontinuierlich. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund eines wohl eher noch beschleunigten Strukturwandels, der gerade die Bundesländer und Arbeitsmarktregionen schon jetzt vor große Herausforderungen stellt, in denen das Verarbeitende Gewerbe zum Beispiel die Automobilindustrie nach wie vor überdurchschnittlich. Die fortschreitende Digitalisierung und Dekarbonisierung erfordern eine permanente Modernisierung und Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Gerade die ökologische Transformation ist stark auf Erwerbstätige im Baugewerbe angewiesen. Eine Qualifizierung in diesem Bereich bleibt deshalb wichtig, weil die Rekrutierungssituation für Unternehmen trotz der langfristig vermutlich zurückgehenden Erwerbstätigkeit im Vergleich zu anderen Berufen auch in Zukunft schwierig sein wird. Die Umsetzung zusätzlich notwendiger Investitionen im Zuge dieser Transformation sollte nicht an fehlenden Fachkräften scheitern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Lesen Sie dazu ein Interview mit Autoren im Online-Magazin IAB-Forum -
Literaturhinweis
Erhöhung des Arbeitsvolumens: Kurzstudie (2025)
Schäfer, Holger; Schröder, Christoph; Stettes, Oliver;Zitatform
Schäfer, Holger, Christoph Schröder & Oliver Stettes (2025): Erhöhung des Arbeitsvolumens. Kurzstudie. (IW-Gutachten / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln), Köln, 20 S.
Abstract
"Der demografische Wandel wird zur zentralen arbeitsmarktpolitischen Herausforderung in den kommenden Jahren. Denn die ersten besonders geburtenstarken Baby-Boomer-Jahrgänge werden den Arbeitsmarkt verlassen. Die Anzahl aller geleisteten Arbeitsstunden, das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, droht massiv zu sinken. Das gilt für Deutschland insgesamt gleichermaßen wie für Bayerisch-Schwaben. Im Koalitionsvertrag werden zwar an verschiedenen Stellen geeignete Ansatzpunkte adressiert, um die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden in den kommenden Jahren zu stabilisieren. Um der großen arbeitsmarktpolitischen Herausforderung gerecht zu werden, sind aber weitergehende Maßnahmen erforderlich. Sie setzen an der ökonomischen Dringlichkeit an; von der konkreten rechtlichen und politischen Umsetzbarkeit wird abstrahiert" (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Demographic transition and economic growth: insights from the dynamic trade-multiplier (2025)
Zitatform
Srdelić, Leonarda & Marwil J. Dávila-Fernández (2025): Demographic transition and economic growth: insights from the dynamic trade-multiplier. In: Cambridge Journal of Economics, Jg. 49, H. 4, S. 755-795. DOI:10.1093/cje/beaf014
Abstract
"Europe is experiencing a dramatic shift in its demographic structure, ending three centuries of unprecedented population growth. However, there are few empirical estimates of the realised effect of such a process on economic performance. The present article attempts to fill this gap in the literature. We innovate by using the dynamic trade-multiplier, that is the growth rate compatible with equilibrium in the balance-of-payments (yBP), to assess the impact of demographic transition in six European countries between 1971 and 2019. Unlike most studies in the field that rely on Cobb–Douglas production functions, we adopt an open-economy approach under the premise that growth is balance-of-payments constrained in the long run. Applying time-varying-parameter estimation techniques, we estimate yBP and show it fairly approximates output growth trends. We proceed by documenting the existence of a robust correlation between the trade-multiplier and population dynamics, with the latter figuring as one of its potential determinants. The obtained effects are moderate, and there is significant heterogeneity between countries. In Italy, for instance, a 10-point increase in the old-age dependency ratio is related to a 3% lower yBP, while in France, we have the opposite effect. Moreover, the effects of population decline are conditional to controlling for migration, with Germany and Austria differentiating themselves from their Southern European counterparts." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Wie kann demografiebedingtem Arbeitskraftmangel begegnet werden?: Szenarienbasierte Vorausberechnungen des Erwerbsvolumens bis 2035 (2025)
Zitatform
Sulak, Harun, Felix Jung & Sebastian Klüsener (2025): Wie kann demografiebedingtem Arbeitskraftmangel begegnet werden? Szenarienbasierte Vorausberechnungen des Erwerbsvolumens bis 2035. In: BIB.aktuell H. 4, S. 4-8.
Abstract
"Die Alterung der Bevölkerung stellt den Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen. Während die stark besetzten Babyboomer-Geburtsjahrgänge der 1950er und 1960er Jahre in den Ruhestand übergehen, treten deutlich geringer besetzte Jahrgänge in das erwerbsfähige Alter ein. Bereits heute sind viele Branchen von einem Arbeitskräftemangel betroffen. Dieser könnte sich durch die demografische Entwicklung in den nächsten Jahren noch deutlich verschärfen. In diesem Beitrag wird untersucht, inwieweit die Erschließung bisher ungenutzter Erwerbspotenziale in der Bevölkerung es ermöglicht, dem demografiebedingten Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Dies geschieht anhand szenarienbasierter Vorausberechnungen bis 2035. Die Ergebnisse zeigen, dass mit einer Zunahme der Erwerbsumfänge von Frauen in Westdeutschland auf das ostdeutsche Niveau und einer weiteren Steigerung der Erwerbstätigkeit im Alter ab 55 Jahren in Kombination mit moderater Zuwanderung das Erwerbsvolumen bis 2035 auf dem aktuellen Niveau gehalten werden könnte." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Verschläft der öffentliche Sektor die Anpassung an den demografischen Wandel? (2025)
Zitatform
Thum, Marcel (2025): Verschläft der öffentliche Sektor die Anpassung an den demografischen Wandel? In: Ifo Dresden berichtet, Jg. 32, H. 1, S. 3-7.
Abstract
"Deutschland steht vor einer der größten gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts: dem demografischen Wandel. Die schrumpfende und alternde Bevölkerung beeinflusst nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Besonders betroffen ist der Arbeitsmarkt, auf dem in den kommenden Jahren die Anzahl der potenziellen Arbeitskräfte stark zurückgehen dürfte. Dies stellt – selbst bei nachlassender wirtschaftlicher Dynamik – sowohl die Privatwirtschaft als auch den öffentlichen Sektor vor massive Probleme. Doch während der private Sektor durch Digitalisierung und Automatisierung Flexibilität beweist, fällt es dem öffentlichen Sektor schwer, sich auf diese Realität einzustellen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Beiträge des Arbeitsmarktes zur Finanzierung der Alterssicherung (2025)
Zitatform
Walwei, Ulrich (2025): Beiträge des Arbeitsmarktes zur Finanzierung der Alterssicherung. In: M. Ferber & S. Schmid (Hrsg.) (2025): Die Zukunft der Altersversorgung in Deutschland, S. 24-33.
Abstract
"Die absehbaren Veränderungen des Erwerbspersonenpotenzials haben nicht nur Folgen für den Arbeitsmarkt, sondern auch sozialpolitische Konsequenzen. Der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahre in Relation zu den Erwerbspersonen (beispielsweise zwischen 20- und 64-Jährigen) wird weiter steigen. Der sogenannte „Altenquotient“ zeigt damit an, dass es ohne zusätzliche Erwerbspersonen immer schwerer werden wird, die Rentenversicherung nachhaltig zu finanzieren. Ein Ansatzpunkt, um dem entgegenzuwirken ist die Verbreitung der Basis des Erwerbspersonenpotenzials. Die Erschließung zusätzlicher Arbeitskräftereserven ist zwar kein Selbstläufer, aber auch alternativlos. Wichtige Felder sind in diesem Kontext die dauerhafte Stärkung der Erwerbsmigration sowie deutlich mehr Erwerbsanreize für die Beschäftigung von Älteren und Müttern. Nicht außer Acht lassen sollte man für die künftige Finanzierung der Altersvorsorge zudem Produktivitätserhöhungen und damit verbundene Lohnsteigerungen. Wollte man dies erreichen, ginge es um eine signifikante Stärkung von frühkindlicher und schulischer Bildung sowie von Aus- und Weiterbildung." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Der Arbeitsmarkt in der Chemie, Pharmazie und Kunststoff produzierenden Industrie: Lage und Trends (2025)
Zitatform
Weber, Enzo & Gerd Zika (2025): Der Arbeitsmarkt in der Chemie, Pharmazie und Kunststoff produzierenden Industrie. Lage und Trends. (Working paper Forschungsförderung / Hans Böckler Stiftung 376), Düsseldorf, 45 S.
Abstract
"Das Working Paper beleuchtet Lage und Trends am Arbeitsmarkt in drei Kernbranchen der IGBCE: Chemie, Pharmazie und Kunststoff produzierende Industrie. Obwohl in den wichtigsten Berufen dieser drei Branchen am Arbeitsmarkt deutliche Engpässe auftreten, führen Transformationsprozesse und Konjunkturschwäche zugleich dazu, dass mehr Beschäftigte arbeitslos werden. Diese Entwicklung ist in den drei Branchen stärker ausgeprägt als in der Gesamtwirtschaft oder dem verarbeitenden Gewerbe. Um sie aufzufangen, sind neue Geschäftsmodelle, Innovationen und Investitionen entscheidend. Am Arbeitsmarkt erhalten deshalb Qualifizierung und Weiterbildung eine besondere Bedeutung." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Das QuBe-Projekt: Modelle, Module, Methoden: Aktualisierung 2025 (2025)
Zitatform
Zika, Gerd, Markus Hummel, Tobias Maier & Marc Ingo Wolter (Hrsg.) (2025): Das QuBe-Projekt: Modelle, Module, Methoden. Aktualisierung 2025. (IAB-Bibliothek 375), Bielefeld: wbv, 228 S. DOI:10.3278/9783763978861
Abstract
"Seit 2007 wird im Projekt „Qualifikations- und Berufsprojektionen“ (QuBe) über die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarkts und deren Folgen geforscht. Der Reader stellt die Annahmen, Daten und die Basis der Projektionen vor, die im Projekt QuBe genutzt werden. Projektionen über die Entwicklung des Arbeitsmarkts ergeben sich aus der Beobachtung von Vergangenen und dem, was gegenwärtig als richtungsweisend gilt. Die theoretischen und empirischen Grundlagen sind wichtig, um Projektionen als reine Rechenmodelle richtig zu verstehen und angemessen zu interpretieren. Seit 2021 werden die langfristigen, im zweijährigen Rhythmus erscheinenden QuBe-Projektionen um eine jährliche Mittelfristprognose ergänzt. Federführend sind das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) unter Mitwirkung der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH (GWS)." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Fachkräftemonitoring für das BMAS - Mittelfristprognose bis 2029 (2025)
Zika, Gerd ; Schroer, Jan Philipp; Schneemann, Christian ; Zenk, Johanna ; Mönnig, Anke; Kalinowski, Michael; Maier, Tobias ; Wolter, Marc Ingo; Krinitz, Jonas;Zitatform
Zika, Gerd, Michael Kalinowski, Jonas Krinitz, Tobias Maier, Anke Mönnig, Christian Schneemann, Jan Philipp Schroer, Marc Ingo Wolter & Johanna Zenk (2025): Fachkräftemonitoring für das BMAS - Mittelfristprognose bis 2029. (Forschungsbericht / Bundesministerium für Arbeit und Soziales 670), Berlin, 59 S.
Abstract
"Das BMAS hat das QuBe-Kooperationsprojekt mit einem Fachkräftemonitoring beauftragt, um unter anderem eine jährliche Mittelfristprognose zu erstellen. Mit dieser wird die Lücke zwischen der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) und den bisherigen Langfristprojektionen des QuBe-Projektes geschlossen. Aktuell befindet sich die Bundesrepublik Deutschland durch die veränderte Sicherheitslage, wirtschaftliche Umbrüche sowie die größeren Unsicherheiten bezogen auf die möglichen Entwicklungen des Außenhandels in einer schwierigen Lage. Hinzu kommen die Herausforderungen des demografischen Wandels und eine stärker zurückgehende Bevölkerung, bedingt durch einen deutlichen Rückgang der Zuwanderung. Die höheren Verteidigungsausgaben und das Infrastrukturpaket in Höhe von 500 Mrd. Euro werden sich nachfrageseitig auf die Wirtschaft auswirken. All dies beeinflusst auch den Arbeitsmarkt und führt zu einer veränderten Beschäftigung nach Berufen. Die Zahl der Berufe mit Arbeitskräfteengpässen hat im Vergleich zur Mittelfristprognose 2024-2028 stark zugenommen, obwohl in einigen Berufsgruppen im Prognosezeitraum Arbeitsplätze abgebaut werden. Ursächlich dafür ist das Ausscheiden der Baby-Boomer Generation. Zusätzlich steigern die Investitionen aus dem Infrastruktur- und Verteidigungspaket die Nachfrage nach Arbeitskräften in einigen Bauberufen und im Verarbeitenden Gewerbe. Die Nachfrage in IT- und Gesundheitsbereich bleibt weiterhin hoch." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
OECD Employment Outlook 2025: Can We Get Through the Demographic Crunch? (2025)
Zitatform
(2025): OECD Employment Outlook 2025. Can We Get Through the Demographic Crunch? (OECD Employment Outlook), Paris, 306 S. DOI:10.1787/194a947b-en
Abstract
"Population ageing is one of the megatrends shaping the future of societies and labor markets. The old‑age dependency ratio – the ratio of individuals aged 65 and older to the working‑age population – is projected to reach unprecedented high levels in many OECD countries in the next 35 years. This edition of the OECD Employment Outlook discusses the enormous challenges this megatrend poses to current living standards, and social cohesion more generally. The consequences of an ageing workforce for productivity growth are also analyzed. The main message of this edition is that without swift changes in policies and behaviours, GDP per capita growth will slow down significantly in most OECD countries. Mobilising untapped labor resources, including older workers but also women in many countries, will be key to offsetting this trend. This Outlook examines policies to address these demographic changes, with a focus on increasing employment of older workers while ensuring that they can thrive in the labor market. It shows that a successful strategy must be built around incentives, employability and opportunities. Policies to preserve and develop worker skills and job mobility will also be essential to maintaining productivity growth." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Arbeitsmarktsituation im Verarbeitenden Gewerbe (2025)
Zitatform
(2025): Arbeitsmarktsituation im Verarbeitenden Gewerbe. (Berichte: Arbeitsmarkt kompakt / Bundesagentur für Arbeit), Nürnberg, 35 S.
Abstract
"Im Verarbeitenden Gewerbe sind rund 6,74 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig, das sind rund ein Fünftel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland (Stand Juni 2024). Zum Verarbeitenden Gewerbe gehören neben den Industrieriesen auch Mittelständler und kleinere Handwerksbetriebe. Der Anteil von Betrieben mit über 500 Mitarbeitenden ist jedoch deutlich höher als in der übrigen deutschen Wirtschaft. Während die Gesamtbeschäftigung in den vergangenen 15 Jahren kräftig gewachsen ist, konnte sie im Verarbeitenden Gewerbe nur um 6 Prozent zulegen. Das Verarbeitende Gewerbe ist deutlich konjunkturreagibler als der Dienstleistungssektor, so hatten etwa die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und die Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine in der Branche deutlich stärkere Auswirkungen. In den letzten Jahren haben die Herausforderungen der digitalen, demografischen und ökologischen Transformation mit wachsendem Tempo zugenommen und die Anpassungserfordernisse im Verarbeitenden Gewerbe deutlich erhöht. Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Fachkräfteanteil überdurchschnittlich hoch, gewachsen ist die Beschäftigung aber vor allem bei Höher- und Hochqualifizierten. Im Zuge des demografischen Wandels dürften die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes in den kommenden 10 Jahren anteilig etwa so viele Beschäftigte wie die Gesamtwirtschaft verlieren. Der Frauenanteil an der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist mit einem Viertel unterdurchschnittlich. Der Ausländeranteil in der Branche ist unterdurchschnittlich, zuletzt wuchs die Beschäftigung – wie über alle Branchen hinweg – jedoch nur noch bei ihnen. Die Löhne in der Branchesind nach wie vor überdurchschnittlich. Die erhöhte Inanspruchnahme von Kurzarbeit spiegelt die aktuelle wirtschaftliche Schwäche. Die gemeldete Kräftenachfrage ist zuletzt zurückgegangen, gesucht werden vor allem qualifizierte und hochqualifizierte Kräfte. Die Fluktuation in der Branche ist traditionell eher gering. Auch das aktuelle Risiko arbeitslos zu werden ist im langfristigen Vergleich nur leicht erhöht, steigt aber seit geraumer Zeit wieder." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt (2025)
Zitatform
(2025): Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt. (Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt / Bundesagentur für Arbeit), Nürnberg, 26 S.
Abstract
"Der demografische Wandel führt in Deutschland zu einer langfristig sinkenden Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Zugleich steigt das Durchschnittsalter der Personen im Erwerbsalter und die Zusammensetzung ihrer Nationalitäten wird heterogener. Diese Entwicklungen beeinflussen zunehmend den Arbeitsmarkt. In den letzten 10 Jahren ist die Bevölkerung allein durch Zuwanderung gewachsen, insbesondere infolge der Fluchtmigration ab 2015 und aus der Ukraine ab 2022. Entsprechend nahm der Anteil der Personen mit einem ausländischen Pass an der Bevölkerung zu. Die Zahl der Erwerbspersonen, die vor dem Übergang in den Ruhestand stehen, erhöhte sich stetig, während die Zahl der nachrückenden Jüngeren zuletzt niedrig bleibt. Durch Zuwanderung und eine gestiegene Erwerbsbeteiligung von Älteren und Frauen hat das Arbeitskräfteangebot in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dabei erhöhten sich bei Älteren und Ausländerinnen und Ausländern die Anteile der Erwerbspersonen an der Bevölkerung im Erwerbsalter deutlich. In den letzten 10 Jahren hat der Anteil älterer Beschäftigter über alle Branchen hinweg deutlich zugenommen. 2024 waren sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Alter von 55- bis unter 65-Jahren anteilig am häufigsten im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheitswesen und im Handel tätig. In den Regionen entwickelte sich die Zahl der Bevölkerung und des Arbeitskräfteangebots unterschiedlich: Zwischen 2014 und 2024 ist die Bevölkerung im Erwerbsalter in den meisten Bundesländern rückläufig gewesen, dennoch ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Arbeitslosen im selben Zeitraum gestiegen. Tendenziell gilt: Je stärker das Bevölkerungswachstum, desto höher der Arbeitskräftezuwachs. In vielen Regionen – insbesondere in Ostdeutschland – konnte der deutliche Zuwachs der ausländischen Erwerbspersonen den Rückgang der deutschen Erwerbspersonen nicht mehr kompensieren. Gleichzeitig ist es wirtschaftlich prosperierenden Regionen gelungen, ihr Arbeitskräftepotenzial auszubauen, häufig sogar bei gleichzeitigem Rückgang der deutschen Bevölkerung. Der demografische Wandel betrifft weite Teile Europas. 2024 wies Deutschland von allen europäischen Ländern den höchsten Anteil älterer Erwerbspersonen innerhalb der Altersgruppe der 15- bis unter 65-Jährigen auf. Während die demografische Gesamtbelastung in Deutschland weiter steigt, ist sie zunehmend nicht nur auf die Alterung der Babyboomer zurückzuführen, sondern auch auf einen wachsenden Anteil junger Menschen unter 15 Jahren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Neunter Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland: Alt werden in Deutschland – Vielfalt der Potenziale und Ungleichheit der Teilhabechancen: und Stellungnahme Bundesregierung ; Drucksache 20/14450 vom 09.01.2025 (2025)
Abstract
"Der demografische Wandel in Deutschland führt zu einer stärkeren Alterung der Bevölkerung. Einer sinkenden Zahl an Menschen im jüngeren Alter steht eine steigende Zahl älterer Menschen gegenüber. Jede fünfte Person in Deutschland ist heute älter als 66 Jahre, jede zweite älter als 45. Seniorinnen und Senioren wollen so lange wie möglich engagiert und selbstständig leben, aktiv bleiben und Erfahrungen sammeln und teilen können. Der Neunte Altersbericht ist Ausgangspunkt, um eine breite Diskussion über gutes und teilhabeorientiertes Altern führen zu können. Eine Besonderheit bildet die Generation der seit Mitte der 1950er Jahre bis Ende der 1960er Jahre Geborenen. Bis Ende der 2030er wird ein Großteil dieser Generationen das Rentenalter erreicht haben. Sie werden eine große Lücke an Arbeitskräften hinterlassen. Auch die Sozialsysteme werden dadurch stark gefordert sein. Die Zahl der über 80 Jahre alten Menschen wird voraussichtlich um rund 3 Millionen von heute rund 6 Millionen auf 8 bis 10 Millionen im Jahr 2050 zunehmen. Da der Anteil von pflegebedürftigen Menschen in dieser Altersgruppe höher ist, muss mit einer erheblichen Zunahme des Pflegebedarfs zu Hause und in Orten des Seniorenwohnens (beispielsweise Pflegeheimen) gerechnet werden. Bis zum Jahr 2055 wird altersübergreifend ein Anstieg der Anzahl pflegebedürftiger Menschen auf 7,6 Millionen erwartet. Das bedeutet, dass die finanzielle Sicherung der älteren Bevölkerung und die medizinische bzw. pflegerische Versorgung vor allem der Hochaltrigen zunehmend eine größere Herausforderung werden. Es ist für die gesamte Gesellschaft von Interesse, wenn ältere Menschen ihr Leben möglichst lange eigenständig und selbstbestimmt führen können. Auf der anderen Seite ist diese Generation durchschnittlich besser gebildet und gesünder als vorangegangene Jahrgänge. Entscheidend wird daher sein, die gesellschaftliche Teilhabe der Menschen in der durchschnittlich längeren und länger werdenden aktiven, sogenannten dritten Lebensphase zu unterstützen und ihre Potenziale zum Einsatz zu bringen. Dazu gehören das gesellschaftliche Engagement, Nachbarschaftshilfe oder generationenübergreifende Zusammenarbeit, aber auch eine freiwillig fortgesetzte Erwerbsarbeit. Daran schließt der Neunte Altersbericht der Bundesregierung an. An der Gesellschaft teilzuhaben ist für viele ein zentraler Faktor. Wichtig ist es, dass die Optionen zur Teilhabe so einfach wie möglich gestaltet werden. Denn ältere Menschen vereinen immense Potenziale und bereichern unser Zusammenleben. Es gilt gleichermaßen, die Herausforderungen des Alterns offen zu adressieren und gute Teilhabestrukturen einzufordern und zu fördern. Dabei spielen lokale und regionale Rahmenbedingungen eine Rolle, genauso wie fördernde bundesweite Entwicklungen. Der Sachverständigenbericht legt erstmals einen Fokus auf Intersektionalität. Die Bundesregierung begrüßt dies ausdrücklich. Um Politik für ein gutes Leben im Alter und ein gutes Altern zu stärken, müssen viele Aspekte, die Diskriminierung zur Folge haben können – über das Lebensalter hinaus – betrachtet werden. Einige hiervon, wie beispielsweise Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung und ethnische Herkunft, beeinflussen sich wechselseitig und verstärken sich, wenn sie gleichzeitig auftreten. Teilhabechancen können durch diese verschränkten Voraussetzungen ungleich verteilt sein. Die Aufgabe liegt darin die großen Potenziale älterer Menschen in ihrer Vielfalt anzuerkennen und diskriminierungssensibel zu fördern. Auch der sozio-ökonomische Status beeinflusst die Teilhabechancen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Kurzbroschüre zum Neunten Altersbericht -
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Deutschland 2070: Arbeitsmarkt, Demografie und Produktivität (2024)
Amlinger, Marc; Markert, Cornelius; Neumann, Horst;Zitatform
Amlinger, Marc, Cornelius Markert & Horst Neumann (2024): Deutschland 2070: Arbeitsmarkt, Demografie und Produktivität. (IGZA-Arbeitspapier 5), Berlin, 89 S.
Abstract
"Demografie und Digitalisierung verändern in den nächsten Jahrzehnten Arbeitsmarkt, Beschäftigung und Lebensstandard in Deutschland und Europa. Drohen uns zwangsläufig Arbeitskräftemangel, eine zunehmende Belastung der Rentensysteme und Wohlstandverluste? Im folgenden Papier zeigen wir, dass es einen Königsweg für Deutschland (und Europa) gibt. Er besteht aus unserer Sicht aus einer Innovations- und Produktivitätsinitiative, die zugleich die Qualität der Arbeit erhöht, durch eine ökologische Transformation Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit befördert und den Trend zu immer größerer Ungleichheit umkehrt." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Enhancing productivity and growth in an ageing society: Key mechanisms and policy options (2024)
Zitatform
André, Christophe, Peter Gal & Matthias Schief (2024): Enhancing productivity and growth in an ageing society: Key mechanisms and policy options. (OECD Economics Department working papers 1807), Paris, 55 S. DOI:10.1787/605b0787-en
Abstract
"The increase in human longevity is a major achievement, which brings individual well-being and strong contributions to society, but population ageing also generates challenges. This paper documents demographic trends in OECD countries, highlighting that ageing today largely reflects past fertility, longevity, and migration developments. Policies have moderate or delayed impacts on population ageing, hence they should also focus on adapting to ongoing demographic trends. The paper quantifies ageing's potential impacts on labor supply and GDP per capita, showing that the extension of working lives as longevity rises could mitigate, but not completely offset, the negative effects of ageing on employment. It also examines how ageing may affect productivity through various micro and macroeconomic mechanisms. Finally, it provides policy directions for addressing the ageing challenge, through supporting healthy ageing, boosting employment, job quality and labor mobility in all age groups, and promoting older workers' productivity by further developing lifelong learning and fostering an age-friendly management culture." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Cash transfers and fertility: Evidence from Poland’s Family 500+ Policy (2024)
Bokun, Anna;Zitatform
Bokun, Anna (2024): Cash transfers and fertility: Evidence from Poland’s Family 500+ Policy. In: Demographic Research, Jg. 51, S. 855-910. DOI:10.4054/demres.2024.51.28
Abstract
"Background: To increase the lowest fertility rate in the European Union in 2015, combat poverty, and invest in children’s human capital, the Polish government launched a pronatalist cash transfer program in 2016. Objective: What are the short-term fertility effects of the Family 500+ cash transfer? Which groups of women responded to the cash transfer? Methods: Using the Polish Household Budget Survey (2010–2018), I estimate linear probability regression models to identify the effect of the cash transfer on the probability of a birth as a function of a woman’s cash transfer eligibility, including heterogeneous effects by age, income, and education. Results: In the short term, the cash transfer is associated with an increased annual probability of overall births by 1.5 percentage points. Heterogeneity analyses reveal the cash transfer is associated with increased fertility for women aged 31–40 (0.7 to 1.8 percentage points), in contrast to decreased fertility for women aged 21–30 (2.2 to 2.6 percentage points) and women with higher household incomes (1 percentage point). Conclusions: This analysis provides mixed evidence on the short-term efficacy of the cash transfer on fertility. Some demographic groups are more sensitive to the additional income, suggesting that the economic and social barriers to fertility are not equally distributed in the Polish population. Contribution: Descriptive analyses of changing short-term fertility can facilitate timely adjustments to policies, identify emerging trends that may signal long-term patterns, and inform resource allocation." (Author's abstract, IAB-Doku, © Max-Planck-Institut für demographische Forschung) ((en))
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Literaturhinweis
So vielfältig der demografische Wandel, so verschieden die regionalen Herausforderungen und Anpassungsstrategien: Dezembertagung des DGD-Arbeitskreises „Städte und Regionen“ in Kooperation mit dem BBSR Bonn am 14. und 15. Dezember 2023 in Berlin (2024)
Bortel, Juli; Zika, Gerd ; Maier, Michael ; Weidauer, Holger; Maretzke, Steffen; Glorius, Birgit ; Michalski, Niels ; Hoebel, Jens ; Nowossadeck, Enno ; Frankenberg, Dominik; Söhnlein, Doris ; Köllner, Sebastian; Tetzlaff, Fabian; Hellwagner, Timon ; Tielkes, Constantin;Zitatform
Bortel, Juli, Dominik Frankenberg, Birgit Glorius, Timon Hellwagner, Jens Hoebel, Sebastian Köllner, Michael Maier, Steffen Maretzke, Niels Michalski, Enno Nowossadeck, Doris Söhnlein, Fabian Tetzlaff, Constantin Tielkes, Holger Weidauer & Gerd Zika (2024): So vielfältig der demografische Wandel, so verschieden die regionalen Herausforderungen und Anpassungsstrategien. Dezembertagung des DGD-Arbeitskreises „Städte und Regionen“ in Kooperation mit dem BBSR Bonn am 14. und 15. Dezember 2023 in Berlin. (BBSR-Online-Publikation 2024,118), Bonn, 123 S.
Abstract
"Die vorliegende Publikation stellt ausgewählte Beiträge vor, die im Dezember 2023 im Rahmen der DGD/BBSR-Dezembertagung im BBSR Berlin durchgeführt wurde. Das Thema dieser Dezembertagung, das wie in den Jahren zuvor über eine Befragung ermittelt wurde, lautete „So vielfältig der demografische Wandel, so verschieden die regionalen Herausforderungen und Anpassungsstrategien“. Die zahlreichen Beiträge diskutierten wichtige Fragen der demografischen Entwicklung unserer Zeit, mit denen sich die kommunalen und regionalen Akteure vor Ort täglich auseinandersetzen müssen. Die Palette der Themen reichte von der anhaltend hohen Zahl an Zuwanderern aus dem Ausland über den steigenden Fachkräftemangel in vielen Regionen und Wirtschaftsbereichen bis hin zu dem tendenziell steigenden Potenzial, das Ältere für die Gestaltung zukunftsfähiger Städte und Regionen darstellen. Einen inhaltlichen Schwerpunkt der Dezembertagung bildeten auch die langfristigen Herausforderungen des demografischen Wandels für die Regionen in Deutschland. Zum einen geht es darum, darüber zu informieren, wie schwierig es für die Prognostiker ist, für Ihre regionalen Bevölkerungsprognosen ein fundiertes Annahmegerüst zur Fertilität, Mortalität, Binnen- und Außenwanderung zu entwickeln. Zum anderen wurde am Beispiel der Bevölkerung im Allgemeinen, wie des Pflegebereichs, des Wohnungs- und Arbeitsmarktes im Besonderen diskutiert, auf welch unterschiedliche Entwicklungen sich die Regionen langfristig im Kontext des demografischen Wandels einzustellen haben." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Inhaltsverzeichnis
