Berufswahl
Was will ich werden? Welche Ausbildung, welches Studium passt zu mir und bietet langfristig sichere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt? Die Wahl eines Berufes gehört zu den wichtigen biographischen Weichenstellungen, auch wenn sie heute keine Festlegung für ein ganzes (Berufs-)leben mehr darstellt. Sie hat Auswirkungen auf die spätere ökonomische Sicherheit, den sozialen Status und auf Chancen zur Entfaltung der Persönlichkeit.
Dieses Themendossier bietet eine Auswahl von Literatur- und Forschungsprojektnachweisen zur Berufswahlforschung in Deutschland und anderen Ländern. Sie gibt einen Überblick über theoretische Ansätze und empirische Befunde zur Erklärung des Berufswahlverhaltens, zu Motiven der Berufswahl bei besonderen Personengruppen sowie zu Bestimmungsgründen und Einflussfaktoren bei der Entscheidungsfindung.
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Literaturhinweis
Berufsziele junger Menschen: Die Mehrheit hat einen oder mehrere Berufe im Blick (2026)
Anger, Silke ; Schels, Brigitte ; Heusler, Anna ; Fitzenberger, Bernd ; Roth, Duncan ; Wicht, Leonie ; Dietrich, Hans ;Zitatform
Anger, Silke, Hans Dietrich, Bernd Fitzenberger, Anna Heusler, Duncan Roth, Brigitte Schels & Leonie Wicht (2026): Berufsziele junger Menschen: Die Mehrheit hat einen oder mehrere Berufe im Blick. In: IAB-Forum H. 20.04.2026, 2026-04-16. DOI:10.48720/IAB.FOO.20260420.01
Abstract
"Bildungsentscheidungen stellen zentrale Weichen für den weiteren Erwerbsverlauf junger Menschen. Eine neue Befragung des IAB zeigt: Viele Jugendliche haben bereits eine Vorstellung davon, wie es nach der Schule weitergehen soll. Häufig sind diese Pläne mit konkreten Berufszielen verbunden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Anger, Silke ; Heusler, Anna ; Fitzenberger, Bernd ; Roth, Duncan ; Wicht, Leonie ; Dietrich, Hans ; -
Literaturhinweis
Freund*in und Helfer*in? Frauen sind bei Polizei, Rettungsdienst und insbesondere der Feuerwehr unterrepräsentiert (2026)
Zitatform
Bindler, Anna, Felix Böttger & Katharina Wrohlich (2026): Freund*in und Helfer*in? Frauen sind bei Polizei, Rettungsdienst und insbesondere der Feuerwehr unterrepräsentiert. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 93, H. 18, S. 259-267. DOI:10.18723/diw_wb:2026-18-1
Abstract
"Frauen sind in Erstretterberufen – dazu zählen Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr – unterrepräsentiert. Zwar ist der Frauenanteil im Rettungsdienst undbei der Polizei in den vergangenen Jahren gestiegen, lag zuletzt aber weiter nur bei 34 Prozent (Rettungsdienst) beziehungsweise 28 Prozent (Bundespolizei) und 35 Prozent (Durchschnitt Landespolizei). In den Berufsfeuerwehren ist der Anteil mit unter drei Prozent noch einmal deutlich geringer. Dies ist bemerkenswert, da der Mädchen- beziehungsweise Frauenanteil in der Jugendfeuerwehr und in der Freiwilligen Feuerwehr mit 31 und elf Prozent deutlich höher liegt. Zudem sind die berufsspezifischen Belastungen für Beschäftigte im Rettungsdienst und in der Feuerwehr ähnlich hoch. Mögliche Gründe für den besonders geringen Frauenanteil in der Berufsfeuerwehr sind unter anderem institutionelle Zugangsvoraussetzungen (etwa berufliche Voraussetzungen) sowie geschlechterstereotype Zuschreibungen, die mit diesem Beruf verbunden sind. Da der Arbeitskräftemangel in den systemrelevanten Erstretterberufen groß ist, sollte die Politik mit einer Überprüfung der Zugangsvoraussetzungen und Informationskampagnen versuchen, mehr Frauen für dieses Berufsfeld zu gewinnen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Berufliche Geschlechtersegregation in Deutschland: Entwicklungen, Erklärungen, regionale und qualifikatorische Unterschiede (2026)
Zitatform
Bächmann, Ann-Christin, Michaela Fuchs, Volker Kotte & Brigitte Schels (2026): Berufliche Geschlechtersegregation in Deutschland: Entwicklungen, Erklärungen, regionale und qualifikatorische Unterschiede. In: S. Bothfeld, C. Hohendanner, P. Schütt & A. Yollu-Tok (Hrsg.) (2026): Geschlechtergerecht gestalten. Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, S. 175-190, 2025-02-10.
Abstract
"Die berufliche Geschlechtersegregation erweist sich als zentrales und persistentes Charakteristikum des deutschen Arbeitsmarktes. Geschlecht fungiert als soziale Ordnungsstruktur im Prozess der Berufswahl und des Matching von Personen zu Stellen (Buchmann/Kriesi 2012). Wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Entwicklungen der letzten Jahrzehnte konnten zwar zu einer leichten Reduzierung der Segregation beitragen, die berufliche Trennung von Männern und Frauen aber bei weitem nicht auflösen. Sie variiert zudem stark zwischen Regionen und Qualifikationsniveaus. Der Überwindung der beruflichen Geschlechtersegregation wird eine Schlüsselrolle für die Bewältigung der Herausforderungen im Wandel der Arbeitswelt zugeschrieben (Nationale Akademie der Wissenschaften/Union der deutschen Akademien der Wissenschaften 2024). Gerade vor dem Hintergrund steigender Fachkräftebedarfe müssen politische Handlungsmöglichkeiten zur Reduzierung beruflicher Geschlechtersegregation stärker ausgeschöpft werden. Gesellschaftlich wäre dieses Ziel zudem erstrebenswert, um jungen Menschen eine »freie Berufswahl« nach Talenten und Interessen zu ermöglichen, die nicht von Geschlechterstereotypen beschränkt wird. Politische Stellschrauben zu identifizieren, gestaltet sich vor dem komplexen Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren, wie Geschlechterstereotypen, Rollenvorstellungen, Interessen und Präferenzen, die in Angebot und Nachfrage hineinwirken, als herausfordernd. Bisherige Initiativen wie etwa der girls’ day oder boys’ day zeigen wenig Wirkung, was mitunter auch daran liegen mag, dass sie relativ spät in der Jugend ansetzen, wenn Vorstellungen zur Geschlechtstypik von Berufen schon geprägt wurden (siehe auch Jeanrenaud in diesem Band). Empirisch zeigt sich, dass bspw. Rollenvorbilder einen Beitrag leisten können, um Segregationsmuster zu durchbrechen (Beckmann u.a. 2023). Zudem könnte mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem, etwa zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung, Möglichkeiten eröffnen, frühe geschlechtstypische Entscheidungen zu revidieren (Imdorf u.a. 2016). Auch die Adaption der Arbeitsbedingungen und -organisation in segregierten Berufsfeldern kann ein Ansatzpunkt sein, bspw. könnte eine bessere Bezahlung in Pflegeberufen diesen Bereich auch für junge Männer attraktiver machen. Mit Blick in die Zukunft ist abzuwarten, wie sich die zentralen Arbeitsmarktentwicklungen der kommenden Jahre auf die berufliche Trennung von Männern und Frauen auswirken. Neben dem Fachkräftemangel könnten gerade die zunehmende Digitalisierung von Arbeitsprozessen und Tätigkeiten sowie die Entwicklung neuer Berufe in der sogenannten »neuen Arbeitswelt« zusätzliche Dynamik in die berufliche Trennung der Geschlechter bringen. Erste Erkenntnisse verweisen jedoch darauf, dass diese Entwicklungen bekannte Geschlechterunterschiede eher reproduzieren als verringern (z.B. Genz/Schnabel 2023; Petroff/Fierro 2023). Zentral wird es sein, auch in Zukunft die Entwicklung der beruflichen Geschlechtersegregation und ihre Ursachen und Auswirkungen empirisch zu untersuchen und die Ergebnisse im gesamtgesellschaftlichen Diskurs zu berücksichtigen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Lebenswege junger Menschen in Wien: Analysen zu Berufswahl, Engagement und Wohlbefinden (2026)
Zitatform
Danner, Katharina, Michael Duncan, Jörg Flecker, Paul Malschinger & Veronika Wöhrer (Hrsg.) (2026): Lebenswege junger Menschen in Wien. Analysen zu Berufswahl, Engagement und Wohlbefinden. Göttingen: V&R unipress, 278 S.
Abstract
"Das Forschungsprojekt »Wege in die Zukunft« untersuchte über einen Zeitraum von fünf Jahren die Bildungs- und Lebensverläufe von Wiener Mittelschul-Absolvent:innen. Nach nur vier Jahren gemeinsamer Primarstufe unterscheidet das österreichische Schulsystem zwischen Mittelschule und gymnasialer Unterstufe. Besonders in urbanen Räumen sieht sich die Mittelschule häufig mit geringerer gesellschaftlicher Anerkennung konfrontiert. Neben Analysen zu den Lebenswegen und -entscheidungen der Jugendlichen selbst stellte das Projekt daher auch die Frage nach der Relevanz sozialer Ungleichheit in ihren Lebensrealitäten. Die Beiträger:innen dieses dritten Projektbandes greifen diese Fragestellungen aus den Perspektiven der Bildungswissenschaft und der Soziologie auf und bedienen sich dabei sowohl qualitativer als auch quantitativer Forschungsmethoden." (Autorenreferat, IAB-Doku, © V&R unipress)
Weiterführende Informationen
Inhaltsverzeichnis -
Literaturhinweis
Der Mechaniker und die Lehrerin: Wie sich die Berufsziele von Jungen und Mädchen auseinanderentwickeln (2026)
Zitatform
Gerhardt, Hans, Melinda Erdmann & Alexander Dicks (2026): Der Mechaniker und die Lehrerin: Wie sich die Berufsziele von Jungen und Mädchen auseinanderentwickeln. In: WZB-Mitteilungen, Jg. 1, H. 191, S. 15-18.
Abstract
"Lange Zeit waren Männer im Berufsleben klar im Vorteil. Sie erreichten höhere Bildungsabschlüsse, bessere Positionen und erhielten höhere Löhne als Frauen. Doch das Bild hat sich gewandelt. Mädchen erreichen nicht nur bessere Schulabschlüsse als Jungen – auch ihre Berufsziele sind deutlich ambitionierter. Hans Gerhardt, Melinda Erdmann und Alexander Dicks forschen nach den Ursachen des Gender Aspiration Gap." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Imperfect Self-knowledge about Skills and Skill Mismatch (2026)
Zitatform
Goller, Daniel, Enzo Brox & Stefan C. Wolter (2026): Imperfect Self-knowledge about Skills and Skill Mismatch. (Working paper / Swiss Leading House 253), Zürich, 40 S., App.
Abstract
"Why do young people sort into poorly fitting occupations? This paper shows that imperfect self-knowledge about skills is an important source of skill mismatch at labor market entry. We use unique data from standardized professional aptitude tests linked to administrative records on educational trajectories and early labor market outcomes in Switzerland. The data allow us to observe objective skills and subjective skill beliefs for many productivity-relevant skills in a high-stakes setting. We document large differences among individuals in how well their beliefs align with their skills. Imperfect self-knowledge predicts misaligned occupational aspirations, higher realized skill mismatch, and a higher probability of dropout. Guided by a Roy-style model of occupational choice with imperfect self-knowledge, we interpret these findings as evidence that distorted self-assessments at the school-to-work transition contribute to the misallocation of talent." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Neufassung der Ausbildungsmarkt-Typisierung (2026)
Haas, Anette; Dauth, Wolfgang ; Wilkens, Alice; Moritz, Michael ; Lerche, Adrian ; Phan thi Hong, Van;Zitatform
Haas, Anette, Adrian Lerche, Michael Moritz, Van Phan thi Hong, Alice Wilkens & Wolfgang Dauth (2026): Neufassung der Ausbildungsmarkt-Typisierung. (IAB-Forschungsbericht 08/2026), Nürnberg, 26 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2608
Abstract
"Die Bundesagentur für Arbeit (BA) nutzt im Rahmen ihres Controllings Regionaltypisierungen, die vom IAB auf Basis eines speziellen zweistufigen Klassifikationsansatzes erstellt werden. Im Controlling der BA stellen diese Vergleichstypen des IAB eine wichtige Grundlage zur Strukturierung von regionalen Zielniveaukontrollen dar. Unterschiedliche regionale Rahmenbedingungen werden so vergleichbar gemacht. Agenturen, die durch ihre Rahmenbedingungen einem ähnlichen Set an Herausforderungen gegenüberstehen, werden so zu jeweils einem Vergleichstyp zusammengefasst. Das IAB hat für die BA eine neue Version der Ausbildungsmarkt-Typisierung erstellt. Diese Neufassung war notwendig, da sich seit der letzten Typisierung – erstellt im Jahr 2017 mit Daten aus 2016 – sowohl die regionalen Arbeitsmarktbedingungen als auch die Zielvariablen verändert haben. Als neue Zielgröße des Ausbildungsmarktes wurde die Einmündungsquote aller Ausbildungsinteressierten eingeführt. Zur Bildung der Zielgröße wird die Anzahl der erfolgten Einmündungen der Ausbildungsinteressierten (über Monate kumulierte Einmündungen zum Stand 30.09.2025) ins Verhältnis zur Wohnbevölkerung zwischen 15 und 20 Jahren gesetzt. Die Einmündung der Ausbildungsinteressierten bezieht sich auf eine neu definierte Personengruppe, als Teilgröße aller beratenen Personen (Kunden in den Rechtskreisen SGB III und SGB II). Diese Personengruppe ist die Hauptzielgruppe der Berufsberatung der BA. Die Ausbildungsmarkt-Typisierung basiert auf einem zweistufigen Klassifikationsansatz. Auf der ersten Stufe werden zielgrößenrelevante Rahmenbedingungen identifiziert und deren relative Bedeutung bestimmt. Auf der zweiten Stufe erfolgt die Einteilung von Agenturbezirken mit ähnlichen Rahmenbedingungen in sogenannte Vergleichstypen. Insgesamt werden 116 Kontextvariablen verwendet, um die Rahmenbedingungen in den regionalen Arbeitsmärkten quantitativ differenziert abzubilden. Diese umfassen verschiedene Aspekte der Arbeitsmarktbedingungen, der Wirtschafts- und Siedlungsstruktur sowie der spezifischen Lage am Ausbildungsmarkt. Eine Auswahl der relevanten Rahmenbedingungen wird mithilfe des LASSO-Verfahrens, einem Algorithmus des maschinellen Lernens, getroffen. Das Verfahren optimiert die Vorhersagequalität der Zielgrößen und wählt eine möglichst geringe Anzahl an Variablen aus (sparsame Modellierung). Die auf der ersten Stufe ausgewählten Rahmenbedingungen fließen dann auf der zweiten Stufe in eine Clusteranalyse ein, auf deren Grundlage verschiedene Vergleichstypen identifiziert werden. Zuvor werden die Variablen standardisiert und gewichtet. Dies stellt sicher, dass Rahmenbedingungen mit einer höheren Erklärungskraft stärker berücksichtigt werden. Ergebnis der Clusteranalyse sind elf Vergleichstypen. Die einzelnen Typen heben sich weitestgehend hinsichtlich der Quote der Ausbildungsinteressierten, dem Jugendquotient, der Saisonspanne, dem Anteil unversorgter Bewerbender und der räumlichen Umgebung voneinander ab. Die Typen lassen sich in vier Obergruppen zusammenfassen, die sich anhand der Wohnkosten, der Urbanität und der Quote an jungen Ausbildungsinteressierten unterscheiden. Gruppe I ist durch Bezirke in überwiegend ländlich geprägten Agenturbezirken, oftmals in Ostdeutschland oder Nord- bzw. Südostbayern, gekennzeichnet. Die Wohnkosten dort sind unterdurchschnittlich, die Quoten an Ausbildungsinteressierten meist durchschnittlich bis überdurchschnittlich. Gruppe II konzentriert sich dagegen auf Bezirke mit durchschnittlichen Wohnkosten und einer überdurchschnittlichen Einwohnerdichte. Diese Gruppe enthält drei Typen, die sich weiter nach ihrer Quote an Ausbildungsinteressierten (hoch, durchschnittlich, niedrig) untergliedern. Hiervon grenzt sich – wiederum aufgrund überdurchschnittlicher Wohnkosten – Gruppe III ab, bei der es sich um überwiegend städtisch geprägte Bezirke handelt. Gruppe IV besteht aus zwei Sub-Typen, a) Großstädten bzw. b) Bezirken, die im direkten Einzugsbereich einer Metropole liegen, tendenziell eher in Westdeutschland. Die Quote der Ausbildungsinteressierten liegt in dieser Gruppe deutlich unter dem Durchschnitt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Haas, Anette; Dauth, Wolfgang ; Wilkens, Alice; Moritz, Michael ; Lerche, Adrian ; Phan thi Hong, Van;Weiterführende Informationen
Online-Anhang: Ausbildungsmarkttypen 2026 -
Literaturhinweis
Mehr als nur RIASEC? Eine qualitative Analyse freier Äußerungen beruflicher Interessen Jugendlicher (2026)
Zitatform
Hell, Benedikt, Christof Nägele, Katja Päßler & Nicole Hänni (2026): Mehr als nur RIASEC? Eine qualitative Analyse freier Äußerungen beruflicher Interessen Jugendlicher. In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Jg. 122, H. 1, S. 37-62. DOI:10.25162/zbw-2026-0002
Abstract
"Berufliche Interessen sind zentrale Prädiktoren der Berufswahl. In der Beratungspraxis dominieren geschlossene Testverfahren auf Basis des RIASEC-Modells, die jedoch die individuelle Interessenvielfalt und den rezenten Strukturwandel der Arbeitswelt potenziell nur begrenzt abbilden. Der vorliegende Beitrag untersucht anhand zweier Stichproben (N1 = 2.786, MAlter = 15,6 Jahre; N2 = 799, MAlter = 13,6) offene Interessenäußerungen Jugendlicher. Die qualitative Analyse zeigt, dass das RIASEC-Modell die geäußerten Interessen nicht vollständig abdeckt. Es wurden sechs komplementäre Inhaltsbereiche identifiziert: Kommunikation, Natur/ Umwelt, Gastgewerbe, Finanzen, Sport sowie computerbezogene Interessen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, bestehende Interessenmodelle weiterzuentwickeln und zu differenzieren, um der Komplexität moderner Erwerbsbiografien gerecht zu werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The professional-training-gap for adolescents in welfare dependent households (2026)
Zitatform
Holleitner, Julia, Bernd Fitzenberger & Anna Heusler (2026): The professional-training-gap for adolescents in welfare dependent households. In: Journal for labour market research, Jg. 60, 2025-12-29. DOI:10.1186/s12651-026-00423-7
Abstract
"We examine how welfare benefit receipt influences the transition from school into all forms of professional training, including vocational training and higher education. We use a unique data set that combines panel survey data with detailed administrative records of adolescents in Germany and develop a dynamic multiple imputation method to account for missing data. We find that adolescents in welfare dependent households show more fragmented transition patterns than others after leaving school. They are significantly less likely to enter professional training even after controlling for a rich set of individual and household related factors, including school type and grades. A key driver of this training gap is the school type, while school grades play no role. Our results imply a long-lasting impact of early socioeconomic conditions on later labor market transitions." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
„Es geht nicht darum, was KI uns wegnehmen könnte, sondern welche Chancen entstehen“ (2026)
Zitatform
Keitel, Christiane; Britta Matthes & Katharina Grienberger (interviewte Person) (2026): „Es geht nicht darum, was KI uns wegnehmen könnte, sondern welche Chancen entstehen“. In: IAB-Forum H. 11.05.2026. DOI:10.48720/IAB.FOO.20260511.01
Abstract
"Der IAB-Job-Futuromat zeigt, welche beruflichen Tätigkeiten durch digitale Technologien und KI potenziell automatisierbar sind – und welche nicht. Im Interview erklären die Forscherinnen Britta Matthes und Katharina Grienberger, wie das Tool funktioniert, welche Berufe besonders betroffen sind und warum es bei der Berufswahl nicht um die Angst vor der Automatisierbarkeit, sondern vielmehr um Chancen gehen sollte." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Der Einfluss von Arbeitsmarktbedingungen auf Studienentscheidungen (2026)
Zitatform
Leibing, Andreas (2026): Der Einfluss von Arbeitsmarktbedingungen auf Studienentscheidungen. In: Wirtschaft und Statistik, Jg. 78, H. 2, S. 91-99.
Abstract
"Nach dem Abitur stehen junge Erwachsene vor der Entscheidung, ob sie eine Ausbildung beginnen oder sich an einer Hochschule einschreiben. Im Gegensatz zu Universitäten haben Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Diese Studie untersucht, wie sich Arbeitsmarktbedingungen auf die Studienentscheidung sowie die damit verbundene Wahl des Hochschultyps auswirken. Als Datengrundlage hierfür dient die Statistik der Studierenden. Trendbereinigte Daten zeigen, dass sich in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit weniger Abiturientinnen und Abiturienten für ein Hochschulstudium entscheiden. Die Statistik der Prüfungen zeigt zudem langfristige negative Effekte auf die Abschlussraten an Universitäten, jedoch positive Effekte auf die Abschlussraten an anderen Hochschulformen." (Autorenreferat, IAB-Doku, © Statistisches Bundesamt, Wiesbaden)
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Literaturhinweis
Zukunftsberufe? Bei der Berufswahl sind differenzierte Informationen wichtiger als starre Listen (2026)
Zitatform
Matthes, Britta & Gerd Zika (2026): Zukunftsberufe? Bei der Berufswahl sind differenzierte Informationen wichtiger als starre Listen. In: IAB-Forum H. 23.03.2026. DOI:10.48720/IAB.FOO.20260323.01
Abstract
"Fast alle derzeit existierenden Berufe haben Zukunft, wenn sie sich verändern, wenn ihre Tätigkeitsprofile an neue technologische und andere Gegebenheiten angepasst werden. Zukünftig gebraucht werden auf jeden Fall Berufe, die zur Grundversorgung der Bevölkerung erforderlich sind oder deren Fehlen die öffentliche Sicherheit gefährden würde. Ansonsten kommt es darauf an, wie die gesellschaftlichen Herausforderungen priorisiert und bewältigt werden. Differenzierte Informationen sind deshalb die beste Grundlage für die Berufswahl." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Do occupational aspirations of children help to explain ethnic differences in labour market outcomes? (2026)
Zitatform
Parsons, Sam & Lucinda Platt (2026): Do occupational aspirations of children help to explain ethnic differences in labour market outcomes? In: Journal of Ethnic and Migration Studies, S. 1-21. DOI:10.1080/1369183x.2026.2616224
Abstract
"Across the UK’s ethnic groups there is substantial variation in labour market outcomes, driven in part by differences in occupational concentration. Yet we lack insight into whether these outcomes may be shaped, in part, by differences in preferences deriving from grouplevel cultural socialization. We shed light on this question using the nationally representative Millennium Cohort Study. We study the occupational aspirations of girls and boys prior to school completion, matching these aspirations to job characteristics drawn from the Labour Force Survey across the two dimensions of value and gender-typicality. We estimate growth curve models tracking the value and gender-typicality of the aspired job from early childhood into adolescence, and test how far trajectories are consistent with theoretical expectations about the influence of group-level characteristics. We find that differences between ethnic groups are small; but those that exist do not support the contention that preferences are shaped by cultural socialization in the ways theorised. Minority girls aspire to higher-paid occupations than their majority counterparts, and this the case for those both from more and from less traditional and disadvantaged communities. We conclude there is a need to revisit cultural accounts of labour market outcomes among the children of immigrants." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Career preferences and socio-economic background (2026)
Schüle, Paul;Zitatform
Schüle, Paul (2026): Career preferences and socio-economic background. In: Labour Economics, Jg. 98. DOI:10.1016/j.labeco.2025.102814
Abstract
"Career decisions, that is educational and occupational choice, are not only taken by comparing expected incomes, but also by considering non-monetary rewards such as social impact, chances of promotion, or the compatibility of work and family. In this paper, I use rich panel data from Germany and the UK to demonstrate that preferences about such aspects of a career as stated at age 17 are strong predictors of future earnings in the labor market. At the same time, these preferences differ significantly by gender and socio-economic background, and intergenerational income persistence is reduced by 7 to 28 percent when accounting for career preferences." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2025 ElsevierB.V. All rights are reserved, including those for text and data mining, AI training, and similar technologies.) ((en))
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Literaturhinweis
Gender-Specific Occupational Following and Gender Differences in Occupational Choice (2026)
Solomon, Samuel M.;Zitatform
Solomon, Samuel M. (2026): Gender-Specific Occupational Following and Gender Differences in Occupational Choice. In: AEA papers and proceedings, Jg. 116, S. 236-240. DOI:10.1257/pandp.20261001
Abstract
"This paper uses administrative data to show that occupational following—when children enter their parent’s occupation—varies significantly by the gender of the parent and the child. While children are disproportionately likely to choose an occupation if it is held by either parent, they are more likely to choose the occupation held by their same-sex parent, throughout the income distribution. Sons are more likely to enter their father’s occupation in female-dominated occupations, and daughters are more likely to enter their mother’s occupation in male-dominated occupations. Last, gender-specific occupational following is a key driver behind overall gender differences in occupational choice." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Racialised discourses on migrants and language skills in Finnish vocational education (2026)
Zitatform
Tanhua, Inkeri (2026): Racialised discourses on migrants and language skills in Finnish vocational education. In: Journal of vocational education and training, Jg. 78, H. 3, S. 431-448. DOI:10.1080/13636820.2025.2543591
Abstract
"This article examines how discourses on migrants, language skills, and the suitability of educational and vocational paths can racialize the students perceived as migrants in Finnish vocational education and training (VET). The study draws on observations and interviews with students and teachers on two differently gender-typed programs, women-dominated dental technology and men-dominated mechanical engineering. In both programmes, most students have moved to Finland and started learning Finnish a few years before entering vocational education. Drawing on critical race theory and critical discourse analysis, the article identifies four discourses that racialize the students perceived as migrants. The discourse on VET as ‘a realistic choice for migrants lacking language skills’ in dental technology and the idealization of ‘hard-working migrants’ in mechanical engineering encourage migrants’ entry to these programs, but simultaneously racialise them. The discourse on ‘sufficient Finnish skills’ in mechanical engineering encourages, while the discourse on ‘high level of language proficiency’ in dental technology discourages migrants’ entry to the profession, and demonstrates that racism can be hidden behind the talk on language skills. Together, these discourses show that the processes of racialisation are mundane in VET and can direct people’s educational and occupational paths." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Bildung als Investition - Berufswahl im Lichte der Humankapitalinvestition (2026)
Zitatform
Wydra-Somaggio, Gabriele (2026): Bildung als Investition - Berufswahl im Lichte der Humankapitalinvestition. In: Sozialer Fortschritt, Jg. 75, H. 3, S. 327-344. DOI:10.3790/sfo.2026.1482903
Abstract
"Wenn es um die Frage von Bildungsinvestitionen geht, wird die Humankapitaltheorie nicht nur in der Ökonomie als grundlegende Theorie zitiert. Wie jede Theorie, die den Anspruch erhebt, komplexe Zusammenhänge allgemeingültig darzustellen und die zudem vielseitig anwendbar ist, stößt man bei tiefergehenden Fragestellungen an Grenzen. Zwar spielen bei der Berufswahl in jungen Jahren monetäre Faktoren eine Rolle. Bedeutender sind aber Faktoren, wie familiäres und soziales Umfeld, die die Humankapitaltheorie nicht berücksichtigt. Der Beitrag zeigt auf, welche Ansätze, Bildungsinvestitionen, insbesondere die Berufswahl, unter Berücksichtigung der monetären, aber auch der gesellschaftlichen Erklärungsfaktoren umfassender abbilden können. Diese Ansätze beruhen wiederum zumeist auf der Idee der Humankapitaltheorie." (Autorenreferat, IAB-Doku, © Duncker&Humblot)
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Literaturhinweis
Online Tutoring, School Performance, and School-to-Work Transitions: Evidence from a Randomized Controlled Trial (2025)
Anger, Silke ; Galkiewicz, Agata; Margaryan, Shushanik ; Christoph, Bernhard ; Sandner, Malte ; Siedler, Thomas ;Zitatform
Anger, Silke, Bernhard Christoph, Agata Galkiewicz, Shushanik Margaryan, Malte Sandner & Thomas Siedler (2025): Online Tutoring, School Performance, and School-to-Work Transitions: Evidence from a Randomized Controlled Trial. (IZA discussion paper / Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit 18307), Bonn, 80 S.
Abstract
"Tutoring programs for low-performing students, delivered in-person or online, effectively enhance school performance, yet their medium- and longer-term impacts on labor market outcomes remain less understood. To address this gap, we conduct a randomized controlled trial with 839 secondary school students in Germany to examine the effects of an online tutoring program for low-performing students on academic performance and school-to-work transitions. The online tutoring program had a non-significant intention-to-treat effect of 0.06 standard deviations on math grades six months after program start. However, among students who had not received other tutoring services prior to the intervention, the program significantly improved math grades by 0.14 standard deviations. Moreover, students in non-academic school tracks experienced smoother school-to-work transitions, with vocational training take-up 18 months later being 5 percentage points higher—an effect that was even larger (12 percentage points) among those without prior tutoring. Overall, the results indicate that tutoring can generate lasting benefits for low-performing students that extend beyond school performance." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Ähnliche Treffer
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Literaturhinweis
Hohe Zufriedenheit von Schülerinnen und Schülern mit der Berufsberatung der BA (2025)
Anger, Silke ; Roth, Duncan ; Dietrich, Hans ; Fitzenberger, Bernd ; Wicht, Leonie ; Heusler, Anna ; Scheels, Brigitte;Zitatform
Anger, Silke, Hans Dietrich, Bernd Fitzenberger, Anna Heusler, Duncan Roth, Brigitte Scheels & Leonie Wicht (2025): Hohe Zufriedenheit von Schülerinnen und Schülern mit der Berufsberatung der BA. In: IAB-Forum – Grafik aktuell H. 19.11.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.GA.20251119.01
Abstract
"Mit der neuen Online-Studie „BeYou – Berufswahl und Du“ untersucht das IAB die beruflichen Pläne von Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen, die die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit (BA) genutzt haben. Die Befragten bewerten die Berufsberatung überwiegend positiv" (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Anger, Silke ; Roth, Duncan ; Dietrich, Hans ; Fitzenberger, Bernd ; Wicht, Leonie ; Heusler, Anna ;Weiterführende Informationen
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Literaturhinweis
Was kommt nach der Schule? Ein Drittel der Jugendlichen erwägt mehrere Bildungswege (2025)
Anger, Silke ; Heusler, Anna ; Roth, Duncan ; Dietrich, Hans ; Scheels, Brigitte; Wicht, Leonie ; Fitzenberger, Bernd ;Zitatform
Anger, Silke, Hans Dietrich, Bernd Fitzenberger, Anna Heusler, Duncan Roth, Brigitte Scheels & Leonie Wicht (2025): Was kommt nach der Schule? Ein Drittel der Jugendlichen erwägt mehrere Bildungswege. In: IAB-Forum H. 12.11.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20251112.01
Abstract
"Die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg nach Abschluss einer allgemeinbildenden Schule ist richtungsweisend für das künftige Bildungs- und Erwerbsleben junger Menschen. Neben dem Einstieg in eine betriebliche oder schulische Ausbildung kann auch ein weiterführender Schulbesuch, ein Studium oder andere Bildungswege folgen. Eine neue IAB-Befragung gibt Einblick in die Wünsche und Vorstellungen von Jugendlichen in der Schule zum Übergang ins Arbeitsleben." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Anger, Silke ; Heusler, Anna ; Roth, Duncan ; Dietrich, Hans ; Wicht, Leonie ; Fitzenberger, Bernd ;
