Integrierte Erwerbsbiografien (IEB)
Die Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) des IAB sind Registerdaten der Bundesagentur für Arbeit (BA), die individuelle Informationen zu Beschäftigungszeiten, Bezugszeiten von SGB-II- bzw. SGB-III-Leistungen beinhalten sowie Informationen zu Zeiten, in denen arbeitsmarktpolitische Maßnahmen absolviert wurden. Die IEB enthalten umfassende und tagesgenaue Angaben zu Beschäftigung, Verdiensten, Arbeitslosigkeit, Leistungsbezug, Anforderungsniveau der ausgeübten Tätigkeit und einigen persönlichen Merkmalen von Erwerbspersonen, die für die wissenschaftlichen Analysen von IAB-Mitarbeitenden genutzt werden können.
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Literaturhinweis
100-Prozent-Sanktionen gegen erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die "nachhaltig" Arbeit verweigern, werden nur sehr selten verhängt (Serie "Bürgergeld") (2025)
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Schiele, Maximilian, Stefan Tübbicke, Markus Wolf & Joachim Wolff (2025): 100-Prozent-Sanktionen gegen erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die "nachhaltig" Arbeit verweigern, werden nur sehr selten verhängt (Serie "Bürgergeld"). In: IAB-Forum H. 12.09.2025, 2025-09-05. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250912.01
Abstract
"Ende März 2024 traten neue Leistungsminderungen gegen sogenannte Totalverweigerer in Kraft. Damit sollte diese sehr kleine Teilgruppe unter den Bürgergeldbeziehenden stärker sanktioniert werden als bis dato. Der Regelbedarf kann in solchen Fällen nun für bis zu zwei Monate vollständig gekürzt werden. Angesichts der sehr hohen rechtlichen Hürden passiert dies in der Praxis jedoch nur sehr selten. Diese Einschätzung wird durch verschiedene Hinweise aus der Arbeitsverwaltung tendenziell bestätigt – auch wenn exakte, qualitätsgesicherte Zahlen hierzu nicht vorliegen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
In familienfreundlichen Betrieben nehmen Väter häufiger Elternzeit in Anspruch (2025)
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Seidlitz, Arnim, Ann-Christin Bächmann & Corinna Frodermann (2025): In familienfreundlichen Betrieben nehmen Väter häufiger Elternzeit in Anspruch. In: IAB-Forum H. 28.07.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250728.01
Abstract
Daten des IAB zeigen: Die Entscheidung von Vätern, in Elternzeit zu gehen, hängt stark vom Betrieb ab, in dem sie tätig sind. So ist der Anteil verheirateter Väter, die Elternzeit in Anspruch nehmen, in Betrieben mit familienfreundlichen Maßnahmen höher als in solchen ohne entsprechende Angebote. Dieser Zusammenhang bleibt auch dann bestehen, wenn weitere betriebliche und persönliche Merkmale berücksichtigt werden.
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Literaturhinweis
Effectiveness of the German pay transparency law and the gender pay gap (2025)
Zitatform
Vaccaro, Giannina, Gabriele Wydra-Somaggio & Pia Homrighausen (2025): Effectiveness of the German pay transparency law and the gender pay gap. In: German Journal of Human Resource Management, Jg. 39, H. 3, S. 248-278., 2024-08-09. DOI:10.1177/23970022241280877
Abstract
"Germany, like many other countries, implemented a new pay transparency law to reduce the gender pay gap in 2017. The German Pay Transparency Law (ETG) targets mainly employers to reveal their wage structure, and employees are entitled to claim fair wages. This paper investigates the effectiveness of this policy via comprehensive data that link detailed information from all full-time employees in a representative sample of German establishments. Using a difference-in-discontinuity (diff-in-disc) at the two relevant establishment thresholds (approximately 200 employees and approximately 500 employees) of the law, we study changes in the gender pay gap and employment as well as its interaction with existing employee organizations to reduce unequal pay. The short-term results show that the ETG was only effective in reducing the raw gender wage gap in the presence of works councils and collective bargaining agreements for medium-sized firms (between 200 and 499 employees). In the absence of these institutions, establishments without works councils and collective bargaining agreements increased their unexplained gender wage gap after the introduction of the ETG. These results emphasize the importance of the presence of works councils and collective bargaining agreements in advancing equal pay policies." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Junge Menschen ohne Berufsabschluss - Verborgenes Fachkräftepotenzial für das Saarland (2025)
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Wydra-Somaggio, Gabriele & Niklas Schorr (2025): Junge Menschen ohne Berufsabschluss - Verborgenes Fachkräftepotenzial für das Saarland. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Rheinland-Pfalz-Saarland 03/2025), Nürnberg, 37 S. DOI:10.48720/IAB.RERPS.2503
Abstract
"Zwischen 2013 und 2022 haben im Saarland ungefähr 20.900 junge Menschen bis zum Alter von 25 Jahren eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (sv-Beschäftigung) aufgenommen, ohne zuvor einen formalen Berufsabschluss erworben zu haben. Einige dieser Personen beginnen zwar eine Ausbildung, beenden diese aber vorzeitig, also ohne Abschluss. Andere wiederum besuchen Maßnahmen, die gezielt die Berufswahl und Berufsorientierung bzw. die Aktivierung und berufliche Eingliederung unterstützen, aber auch Beschäftigung schaffende Maßnahmen. Meist erzielen die jungen Menschen jedoch nicht unmittelbar Ausbildungsabschlüsse, so dass das Fachkräftepotenzial dieser ungelernten jungen Menschen nicht genutzt werden kann. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Betriebe, die insbesondere im Saarland von einem ausgeprägten Fachkräftebedarf betroffen sind. Zudem wirkt sich Ausbildungslosigkeit negativ auf die Erwerbskarrieren der jungen Menschen aus. Vor allem junge Menschen mit einem niedrigen Schulabschluss und mit ausländischer Staatsbürgerschaft weisen ein hohes Risiko auf, dauerhaft ohne Ausbildung zu bleiben. Insgesamt schaffen 39 Prozent der knapp 11.000 Personen, die zwischen 2013 und 2017 bis zum Alter von 25 Jahren zunächst eine sv-Beschäftigung aufnehmen, es auch bis zum Alter von 35 Jahren nicht, einen Berufsabschluss zu erwerben. Ihre weiteren Erwerbskarrieren sind von geringeren Löhnen, geringen Aufstiegschancen und unsteteren Beschäftigungsverläufen geprägt. Insbesondere Erwerbsverläufe, die zu Beginn von einer langen Phase in sv-Beschäftigung, die ohne Berufsabschluss ausgeübt wird, gekennzeichnet sind, aber auch unstete Verläufe mit langen Phasen der Unterstützung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie Zeiten außerhalb des Arbeitsmarktes bergen ein hohes Risiko, langfristig ohne Berufsabschluss zu bleiben." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Eingliederung von Langzeitarbeitslosen: Der Beschäftigungseffekt ist bei gemeinnützigen oder öffentlichen Arbeitgebern ähnlich groß wie in der Privatwirtschaft (Serie „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen und Teilhabe am Arbeitsmarkt“) (2025)
Zitatform
Zabel, Cordula, Philipp Ramos Lobato, Zein Kasrin & Jan F. C. Gellermann (2025): Eingliederung von Langzeitarbeitslosen: Der Beschäftigungseffekt ist bei gemeinnützigen oder öffentlichen Arbeitgebern ähnlich groß wie in der Privatwirtschaft (Serie „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen und Teilhabe am Arbeitsmarkt“). In: IAB-Forum H. 14.01.2025 Nürnberg. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250114.01
Abstract
"Mit dem Instrument „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ soll arbeitsmarktfernen Leistungsberechtigten eine Brücke aus der Arbeitslosigkeit in den allgemeinen Arbeitsmarkt gebaut werden. Dazu sollen die Beschäftigungsverhältnisse verstärkt in der Privatwirtschaft angesiedelt sein. Neben der Gleichbehandlung aller Arbeitgeber verspricht sich die Politik davon auch höhere Übernahmechancen als bei gemeinnützigen und öffentlichen Arbeitgebern. Analysen des IAB zeigen jedoch: Die Wirkung auf die spätere Erwerbsintegration der Geförderten fällt bei allen drei Arbeitsgebertypen rund ein Jahr nach Förderende ähnlich hoch aus." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Zabel, Cordula ; Ramos Lobato, Philipp; Kasrin, Zein ; Gellermann, Jan F. C.; -
Literaturhinweis
Do Commuting Subsidies Drive Workers to Better Firms? (2024)
Zitatform
Agrawal, David, Elke Jutta Jahn & Eckhard Janeba (2024): Do Commuting Subsidies Drive Workers to Better Firms? In: Verein für Socialpolitik (Hrsg.) (2024): Upcoming Labor Market Challenges. Beiträge zur Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik 2024.
Abstract
"An unappreciated potential benefit of commuting subsidies is that they can expand the choice set of feasible job opportunities in a way that facilitates a better job match quality. Variations in wages and initial commuting distances, combined with major reforms of the commuting subsidy formula in Germany, generate worker-specific variation in commuting subsidy changes. We study the effect of changes in these subsidies on a worker's position in the wage distribution. Increases in the generosity of commuting subsidies induce workers to switch to higher-paying jobs with longer commutes. Although increases in commuting subsidies generally induce workers to switch to employers that pay higher wages, commuting subsidies also enhance positive assortativity in the labor market by better matching high-ability workers to higher-productivity plants. Greater assortativity induced by commuting subsidies corresponds to greater earnings inequality. (This abstract was borrowed from another version of this item.)" (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Do Commuting Subsidies Drive Workers to Better Firms? (2024)
Zitatform
Agrawal, David R., Elke Jutta Jahn & Eckhard Janeba (2024): Do Commuting Subsidies Drive Workers to Better Firms? (LASER discussion papers 149), Erlangen, 55 S.
Abstract
"An unappreciated possible benefit of commuting subsidies is that they can expand the choice set of feasible jobs for workers in a way that facilitates better job match quality. Variation in wages and initial commuting distances, combined with major reforms to the commuting subsidy formula in Germany, generates worker-specific variation in commuting subsidy changes. We study the effect of changes in these subsidies on a worker’s position in the wage distribution. Increases in the generosity of commuting subsidies induce longer commutes and workers to switch to higherpaying jobs. Although increases in commuting subsidies generally induce workers to switch to employers that pay higher wages, commuting subsidies also enhance positive assortativity in the labor market by better matching high-ability workers to higher-productivity plants. Greater assortativity induced by commuting subsidies corresponds to greater earnings inequality." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Measuring quality of life under spatial frictions (2024)
Zitatform
Ahlfeldt, Gabriel, Fabian Bald, Duncan Roth & Tobias Seidel (2024): Measuring quality of life under spatial frictions. (Discussion paper / Berlin School of Economics 0057), Berlin, 56 S. DOI:10.48462/opus4-5676
Abstract
"Using a quantitative spatial model as a data-generating process, we explore how spatial frictions affect the measurement of quality of life. We find that under a canonical parameterization, mobility frictions - generated by idiosyncratic tastes and local ties - dominate trade frictions - generated by trade costs and non-tradable Services - as a source of measurement error in the Rosen-Roback framework. This non-classical measurement error leads to a downward bias in estimates of the urban quality-of-life premium. Our application to Germany reveals that accounting for spatial frictions results in larger quality-of-life differences, different quality-of-life rankings, and an urban quality-of-life premium that exceeds the urban wage premium." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Lifting Barriers to Skill Transferability: Immigrant Integration through Occupational Recognition (2024)
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Anger, Silke, Jacopo Bassetto & Malte Sandner (2024): Lifting Barriers to Skill Transferability: Immigrant Integration through Occupational Recognition. (IZA discussion paper / Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit 17444), Bonn, 84 S.
Abstract
"While Western countries worry about labor shortages, their institutional barriers to skill transferability prevent immigrants from fully utilizing foreign qualifications. Combining administrative and survey data in a difference-in-differences design, we show that a German reform, which lifted these barriers for non-EU immigrants, led to a 15 percent increase in the share of immigrants with a recognized foreign qualification. Consequently, non-EU immigrants' employment and wages in licensed occupations (e.g., doctors) increased respectively by 18.6 and 4 percent, narrowing the gaps with EU immigrants. Despite the inflow of non-EU immigrants in these occupations, we find no evidence of crowding out or downward wage pressure for natives." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: RF Berlin - CReAM Discussion Paper Series, 2427 -
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Evaluation der berufsbezogenen Deutschsprachförderung nach § 45a AufenthG (2024)
Baderschneider, Ariane; Pfeiffer, Iris; Gensicke, Miriam; Hecker, Kristin; Sackmann, Rosemarie; Hartmann, Josef; Bonin, Holger ; Mahlstedt, Robert ; Boockmann, Bernhard; Fischer, Andreas ; Kugler, Philipp ; Caliendo, Marco ; Isphording, Ingo; Pabst, Christopher; Krause-Pilatus, Annabelle;Zitatform
Baderschneider, Ariane, Holger Bonin, Bernhard Boockmann, Marco Caliendo, Andreas Fischer, Miriam Gensicke, Kristin Hecker, Josef Hartmann, Ingo Isphording, Annabelle Krause-Pilatus, Philipp Kugler, Robert Mahlstedt, Christopher Pabst, Iris Pfeiffer & Rosemarie Sackmann (2024): Evaluation der berufsbezogenen Deutschsprachförderung nach § 45a AufenthG. (Forschungsbericht / Bundesministerium für Arbeit und Soziales 635), Berlin, 241 S.
Abstract
"Since 2016, German language courses for professional purposes in accordance with §45a of the German Residence Act have been a regular instrument in German integration policy. The goal of these courses is the acquisition of job-related German language skills by immigrants. The evaluation examines whether the goals of job-related German language training are achieved, how job-related German language training affect the labour market integration of participants, which target groups particularly benefit from it, which factors promote or inhibit the effects of job-related German language training and which recommendations can be derived from the results of the study." (Text excerpt, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
The labour market costs of job displacement by migrant status (2024)
Zitatform
Balgová, Mária & Hannah Illing (2024): The labour market costs of job displacement by migrant status. (Staff working paper / Bank of England 1099), London, 62 S.
Abstract
"This paper examines the differential impact of job displacement on migrants and natives. Using administrative data for Germany from 1997–2016, we identify mass layoffs and estimate the trajectory of earnings and employment of observationally similar migrants and natives displaced from the same establishment. Despite similar pre-layoff careers, migrants lose an additional 9% of their earnings in the first five years after displacement. This gap arises from both lower re-employment probabilities and post-layoff wages and is not driven by selective return migration. Key mechanisms include sorting into lower-quality firms and depending on lower-quality coworker networks during job search." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Beteiligte aus dem IAB
Illing, Hannah; -
Literaturhinweis
The Labor Market Costs of Job Displacement by Migrant Status (2024)
Zitatform
Balgová, Mária & Hannah Illing (2024): The Labor Market Costs of Job Displacement by Migrant Status. (IZA discussion paper / Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit 17496), Bonn, 62 S.
Abstract
"This paper examines the differential impact of job displacement on migrants and natives. Using administrative data for Germany from 1997-2016, we identify mass layoffs and estimate the trajectory of earnings and employment of observationally similar migrants and natives displaced from the same establishment. Despite similar pre-layoff careers, migrants lose an additional 9% of their earnings in the first 5 years after displacement. This gap arises from both lower re-employment probabilities and post-layoff wages and is not driven by selective return migration. Key mechanisms include sorting into lower-quality firms and depending on lower-quality coworker networks during job search." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Beteiligte aus dem IAB
Illing, Hannah; -
Literaturhinweis
Entwicklung und Dynamik des touristischen Arbeitsmarktes in Bayern seit 2019 (2024)
Zitatform
Bartl, Elisabeth, Udo Brixy & Pauline Metzinger (2024): Entwicklung und Dynamik des touristischen Arbeitsmarktes in Bayern seit 2019. (IAB-Forschungsbericht 10/2024), Nürnberg, 32 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2410
Abstract
"Der touristische Arbeitsmarkt steht vor großen Herausforderungen, wie dem Arbeitskräfte-mangel oder der hohen Fluktuation der Arbeitskräfte in Folge der ausgeprägten saisonalen Schwankungen des Personalbedarfs. Hinzu kamen die Einschränkungen und Maßnahmen im Zuge der COVID-19 Pandemie. Während bereits zahlreiche Studien zu den Auswirkungen von externen Schocks (z.B. der COVID-19 Pandemie) auf die touristische Nachfrage vorliegen, gibt es bislang nur wenige Arbeiten, die sich mit den konkreten Folgen solcher Schocks für den touristischen Arbeitsmarkt auseinandersetzen. Das vorliegende Projekt dient dem besseren Verständnis von Entwicklung und Dynamik des touristischen Arbeitsmarktes. Daher wurde eine detaillierte Analyse des touristischen Arbeitsmarktes in Bayern für die Jahre 2019 bis 2021 durchgeführt, inklusive einer differenzierten Betrachtung nach (Teil-)Branchen und Regionen. Ein dynamisches Arbeitsmarktmodell, dass die demographische Entwicklung innerhalb eines Raumes berücksichtigt, bildet dabei die Basis der Analysen. Dabei wurden die Dynamiken am Arbeitsmarkt einerseits zwischen den jeweiligen touristischen Branchen und andererseits zwischen touristischen Branchen und nicht-touristischen Branchen analysiert. Die Forschungsfragen lassen sich in eine Individual- und eine Betriebsebene aufteilen. Auf der Individualebene der Beschäftigten stellt sich unter anderem die Frage, mit welchen anderen Teilarbeitsmärkten der touristische Arbeitsmarkt in Austausch steht. Mit anderen Worten: aus welchen Branchen kommen Zugänge in den touristischen Teilarbeitsmarkt und in welche anderen Teilarbeitsmärkte erfolgen die Abgänge des touristischen Teilarbeitsmarktes? Auf der Betriebsebene wird aus der Perspektive der Arbeitgeber untersucht, ob sich die Dynamik im touristischen Teilarbeitsmarkt während der COVID-19 Pandemie (2020 und 2021) im Vergleich zum Vorjahr (2019) verändert hat und wie groß die Unterschiede in der Dauer der Betriebszugehörigkeit zwischen den verschiedenen Branchen sind. Innerhalb Bayerns sind die Beschäftigungsanteile der Personen, die in der Touristik bzw. unterschiedlichen touristischen Teilbranchen arbeiten, regional unterschiedlich hoch. Vor allem die Arbeitsmärkte in Südbayern sind touristisch geprägt. Infolge der Maßnahmen zur Pandemieeindämmung schwankte die Zahl der Beschäftigter im Tourismus in Bayern in den letzten Jahren/im Beobachtungszeitraumdeutlich. Im Februar 2021, knapp ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie, erreichte die Beschäftigung in der Touristik den tiefsten Stand im betrachteten Zeitraum. Insgesamt ging die Beschäftigung von 2019 bis 2021 um rund 20 Prozent zurück. Damit sind die Beschäftigungsverluste in den Pandemie-Jahren in Bayern im Vergleich zum gesamtdeutschen touristischen Arbeitsmarkt besonders ausgeprägt. Ausländische Arbeitskräfte spielen für den touristischen Arbeitsmarkt eine sehr wichtige Rolle. Bereits 2019 hatten über 25 Prozent aller Arbeitskräfte keinen deutschen Pass. Das sind über 10 Prozentpunkte mehr, als in den nicht-touristischen Branchen. Dieser Anteil stieg bis 2021 noch weiter. Etwa ein Drittel der ausländischen Beschäftigten kommen aus Italien und Rumänien. Auch unter den Neueinstellungen dominieren diese beiden Nationen, wenn auch weniger deutlich als im Beschäftigungsbestand. Der touristische Arbeitsmarkt ist besonders dynamisch. Das heißt, dass die durchschnittliche Dauer der Beschäftigung deutlich unter der anderer Branchen liegt. Hauptsächlich findet dabei ein Austausch zwischen Betrieben unterschiedlicher touristischer Teilbranchen statt. Selbst unter den in Vollzeit Beschäftigten verbringen mehr als ein Drittel weniger als 12 Monate im Betrieb. 2020 waren es sogar mehr als 40 Prozent. Die Branchen, aus denen Mitarbeitende in bzw. aus dem Tourismus wechseln, sind dabei weitgehend identisch. In erster Linie sind das die Arbeitnehmerüberlassung („Leiharbeit“) und der Einzelhandel. Der vielfach beklagte Mangel an Arbeitskräften im touristischen Gewerbe ist somit auch auf die geringe Bindungskraft der Betriebe zurückzuführen. Insgesamt gelingt es im touristischen Gewerbe nicht, (Vollzeit)Arbeitskräfte an die Betriebe zu binden. Eine starke Fluktuation verursacht nicht nur hohe Kosten, sondern beeinträchtigt auch den Aufbau branchenspezifischen Humankapitals und führt zu ineffizienten Arbeitsprozessen. Der hohe Anteil ausländischer Arbeitskräfte verdeutlicht darüber hinaus, wie wichtig Migrant*innen als Arbeitskräfte für touristische Branchen sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Rückkehrmigration am Beispiel Italiens: Steueranreize zeigen Wirkung (2024)
Zitatform
Bassetto, Jacopo & Giuseppe Ippedico (2024): Rückkehrmigration am Beispiel Italiens: Steueranreize zeigen Wirkung. In: IAB-Forum H. 10.04.2024. DOI:10.48720/IAB.FOO.20240410.02
Abstract
"Seit vielen Jahren versucht Deutschland aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels hochqualifizierte Zuwandernde anzuziehen. Deutschland konkurriert hierbei nicht nur mit anderen Zielländern mit vergleichbarem Fachkräftemangel, sondern auch mit den Auswanderungsländern selbst. Einige Staaten, die vom Wegzug einheimischer Fachkräfte betroffen sind, versuchen diese zur Rückkehr ins Heimatland zu bewegen. Sie locken unter anderem mit hohen Steuerermäßigungen für Rückkehrende, wie sie beispielsweise Italien im Jahr 2010 eingeführt hat – mit nicht unerheblichem Erfolg." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Bassetto, Jacopo; -
Literaturhinweis
Accounting for qualification in mismatch unemployment (2024)
Zitatform
Bauer, Anja (2024): Accounting for qualification in mismatch unemployment. In: Journal for labour market research, Jg. 58, 2024-10-30. DOI:10.1186/s12651-024-00386-7
Abstract
"The paper shows how important it is to consider the requirement level when measuring mismatch unemployment. While the mismatch between occupations decreases over time, the imbalances in the distribution of unemployed workers and vacant jobs across requirement levels increased, which, in sum, led to a stagnation of mismatch on the combined occupation-requirement level. Furthermore the paper shows that mismatch unemployment emerges especially at the level of un- and semi-skilled activities, as there is excess supply regardless of the occupations. And, more importantly, the excess supply is rising recently." (Author's abstract, IAB-Doku, © Springer-Verlag) ((en))
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Literaturhinweis
Investigating the Impact of Integration Agreements on Labor Market Outcomes for Welfare Recipients: A Randomized Controlled Trial (2024)
Zitatform
Berg, Gerard J. van den, Sarah Bernhard, Gesine Stephan & Arne Uhlendorff (2024): Investigating the Impact of Integration Agreements on Labor Market Outcomes for Welfare Recipients: A Randomized Controlled Trial. (CREST working paper series 2024-12), Palaiseau, 34 S.
Abstract
"Integration agreements (IA) outline the efforts the jobseeker should undertake to find employment and specify the services that the caseworker would provide to assist them in their job search. The agreements include a declaration of legal consequences, and punitive benefit sanctions could be imposed based on this declaration. Recent evidence has shown that these IAs are effective for recipients of unemployment insurance (UI) benefits. Using a randomized controlled trial, this paper investigates whether IAs support the integration of welfare benefit recipients into the labor market. This integration is of utmost importance from a policy and societal point of view. Newly registered recipients of means-tested benefits were randomly assigned to one of three groups, receiving either a) a standard integration agreement with the accompanying declaration of legal consequences at the beginning of the welfare spell, or b) an integration agreement without such a declaration, or c) no integration agreement within the first six months of the benefit receipt. Findings indicate that, on average, group assignment has no effect on the transition out of welfare or entry into employment. Based on a Random Forest analysis to capture heterogeneity, we find no effect by the degree of labor market prospects either." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Investigating the Impact of Integration Agreements on Labor Market Outcomes for Welfare Recipients: A Randomized Controlled Trial (2024)
Zitatform
Berg, Gerard J. van den, Sarah Bernhard, Gesine Stephan & Arne Uhlendorff (2024): Investigating the Impact of Integration Agreements on Labor Market Outcomes for Welfare Recipients: A Randomized Controlled Trial. (IZA discussion paper / Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit 17470), Bonn, 34 S.
Abstract
"Integration agreements (IA) outline the efforts the jobseeker should undertake to find employment and specify the services that the caseworker would provide to assist them in their job search. The agreements include a declaration of legal consequences, and punitive benefit sanctions could be imposed based on this declaration. Recent evidence has shown that these IAs are effective for recipients of unemployment insurance (UI) benefits. Using a randomized controlled trial, this paper investigates whether IAs support the integration of welfare benefit recipients into the labor market. This integration is of utmost importance from a policy and societal point of view. Newly registered recipients of means-tested benefits were randomly assigned to one of three groups, receiving either a) a standard integration agreement with the accompanying declaration of legal consequences at the beginning of the welfare spell, or b) an integration agreement without such a declaration, or c) no integration agreement within the first six months of the benefit receipt. Findings indicate that, on average, group assignment has no effect on the transition out of welfare or entry into employment. Based on a Random Forest analysis to capture heterogeneity, we find no effect by the degree of labor market prospects either." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: CREST working paper series, 2024-12 -
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Labor Demand on a Tight Leash (2024)
Zitatform
Bossler, Mario & Martin Popp (2024): Labor Demand on a Tight Leash. (IZA discussion paper / Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit 16837), Bonn, 99 S.
Abstract
"We develop a labor demand model that encompasses pre-match hiring cost arising from tight labor markets. Through the lens of the model, we study the effect of labor market tightness on firms’ labor demand by applying novel shift-share instruments to the universe of German firms. In line with theory, we find that a doubling in tightness reduces firms’ employment by 5 percent. Taking into account the resulting search externalities, the wage elasticity of firms’ labor demand reduces from -0.7 to -0.5 through reallocation effects. In light of our results, pre-match hiring cost amount to 40 percent of annual wage payments." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Job Mobility and Assortative Matching (2024)
Zitatform
Braunschweig, Luisa, Wolfgang Dauth & Duncan Roth (2024): Job Mobility and Assortative Matching. (IAB-Discussion Paper 11/2024), Nürnberg, 52 S. DOI:10.48720/IAB.DP.2411
Abstract
"Wir analysieren, wie sich das Matching zwischen Betrieben und Beschäftigten über das Erwerbsleben durch Jobmobilität verändert. Wir nutzen deutsche administrative Daten, die sowohl Informationen über Beschäftigte als auch Betriebe enthalten. Um assortatives Matching zu messen, berechnen wir die Korrelation zwischen zeitkonstanten Lohnkomponenten von Betrieben und Beschäftigten, welche wir aus einer Lohndekomposition im Stil von Abowd/Kramarz/Margolis (1999) ziehen. Zudem benutzen wir ein neues Maß für assortatives Matching, welches auf der Distanz zwischen diesen Lohnkomponenten basiert. Beide Maße zeigen, dass der Grad des assortativen Matchings im Durchschnitt mit jedem weiteren Betriebswechsel ansteigt. Bei Beschäftigten mit einer hohen zeitkonstanten Lohnkomponente kann dies durch Job Ladder Modelle erklärt werden, denn die Beschäftigten bewegen sich zu Firmen mit höheren Lohnkomponenten. Dahingegen sind Beschäftigte mit niedrigerer Lohnkomponente am Anfang des Erwerbslebens in weniger assortativen Matches zu finden, da sie es ebenfalls schaffen, zu Beginn die Job Ladder hinaufzuklettern. Für sie beginnt der Anstieg des assortativen Matchings erst nach dem dritten Job, wenn sie von der Job Ladder fallen. Die Entwicklung des assortativen Matchings ist zudem relevant für die Lohnungleichheit im Lebensverlauf. Wir zeigen, dass der Anstieg des assortativen Matchings circa 25 Prozent des Anstiegs der Lohnungleichheit im Lebensverlauf erklären kann." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Bedeutung der beruflichen Weiterbildung für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten (2024)
Zitatform
Bredtmann, Julia & Lisa Sofie Höckel (2024): Die Bedeutung der beruflichen Weiterbildung für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten. In: Perspektiven der Wirtschaftspolitik, Jg. 25, H. 3-4, S. 258-272. DOI:10.1515/pwp-2023-0048
Abstract
"In der bestehenden Literatur werden langfristig positive Effekte von Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung auf verschiedene Arbeitsmarktindikatoren beschrieben. Unklar ist bislang jedoch, inwiefern die Förderung der beruflichen Weiterbildung zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten beitragen kann. Julia Bredtmann und Lisa Sofie Höckel untersuchen daher anhand der Sondersituation der Fluchtmigration seit 2015 mit Hilfe administrativer Daten und einer Propensity-Score-Methode die kurz- und mittelfristigen Effekte von Weiterbildungsmaßnahmen auf die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten. Es zeigt sich, dass sich die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme positiv auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit und die Höhe des erzielten Lohns auswirkt. Dabei variieren die Effekte für verschiedene Personengruppen, beispielsweise in Bezug auf das Geschlecht sowie das Alter der Geflüchteten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
