Veranstaltungsformat: Hybrid
Partizipative Forschung: Chancen und Grenzen eines ambitionierten Forschungsstils
Partizipative Forschung ist auf die Planung und Durchführung eines Untersuchungsprozesses gemeinsam mit jenen Menschen gerichtet, deren soziale Welt und sinnhaftes Handeln als lebensweltlich situierte Lebens- und Arbeitspraxis untersucht wird. Der Begriff der partizipativen Forschung umfasst verschiedene Varianten der kooperativen Forschung (z.B. Community-basierte partizipative Forschung, Aktionsforschung, transformative Forschung, inklusive Forschung, etc.). Es handelt sich um einen wertebasierten Forschungsstil, der neben Erkenntniszielen immer auch Handlungsziele verfolgt (z.B. Verbesserung der Lebensbedingungen, Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe, Gesundheitsförderung, etc.). Der Anspruch der beteiligten Partner:innen ist, alle Phasen des Forschungsprozesses, von der Themenfindung bis zur Auswertung und Disseminierung, gemeinsam zu gestalten – und dabei gleichzeitig zu versuchen, soziale Wirklichkeit nicht nur zu verstehen, sondern zu verändern.
In der praktischen Umsetzung des ambitionierten Forschungsstils zeigen sich jedoch vielfältige Herausforderungen. Die gleichberechtigte Teilhabe der Partner:innen wird durch strukturelle Faktoren auch im Forschungsprozess erheblich behindert und Ungleichheitsverhältnisse lassen sich nur bedingt im Rahmen einzelner Projektlaufzeiten ändern. Der Vortrag beleuchtet diese und weitere Herausforderungen ebenso wie die unabweisbaren Vorzüge partizipativer Studiendesigns. Es werden methodologische und praktische Schlussfolgerungen gezogen. Dazu gehört die Empfehlung, die koproduktive, transdisziplinäre Wissensgenerierung an Schnittstellen gesellschaftlicher Felder mit einem möglichst langen Atem, ausreichenden Ressourcen und der Bereitschaft zur kritischen Selbst-Reflexivität (von Unger et al. 2022) anzugehen.
Die Lage am Ausbildungsmarkt: Unterschiedliche Indikatoren, Befunde und Interpretationen?!
Sowohl der Berufsbildungsbericht und der dazugehörende Datenreport als auch der Nationale Bildungsbericht analysieren die Entwicklungen in der beruflichen Ausbildung anhand verschiedener Datengrundlagen und Kennziffern, wobei ein überproportionaler, bisweilen fast ausschließlicher Fokus auf die duale Ausbildung besteht.
Das FiBS hat dieser Indikatorik mit der expliziten, gleichberechtigten Einbeziehung der schulischen Ausbildung sowie den Übergangsquoten, die die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in beruflicher, d.h. dualen und schulischer Ausbildung, sowie getrennt für duale und schulische Ausbildungen in Relation zu den Schulabgänger:innen des entsprechenden Kalenderjahres mit den gleichen Abschlüssen setzen, einen weiteren Indikator hinzugefügt, durch den eine Brücke zwischen Schul- und Ausbildungssystem hergestellt wird. Das IAB – wie auch andere Personen – hat diesen Indikator, wie auch den Indikator Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage einer kritischen Betrachtung unterzogen. Der Vortrag setzt sich u.a. mit dieser Kritik vor dem Hintergrund der bestehenden Indikatorik und der üblichen Interpretation auseinander und betrachtet dabei die konzeptionelle und methodische Aspekte sowie die Datengrundlage.
Es wird sich zeigen, dass die Kritik am Konzept und der Umsetzung von Übergangsquoten weitgehend unbegründet ist und sowohl Modifikationen der Datengrundlage als auch methodische Variationen die Befunde in der Regel nur graduell verändern. Ferner zeigen vertiefende demografie- und schulstrukturellen Analyse, wie stark es zu weitergehenden Verschiebungen in der dualen wie schulischen Ausbildung kommt.
Auf dieser Grundlage ergibt sich eine deutlich andere Interpretation der Entwicklungen in der beruflichen Ausbildung insgesamt wie auch für die duale Ausbildung.
From Code to Cash: The Impact of AI on Wages
Math skills, perceptions of fit, and occupational choice
Firm investments in digital technologies during the Covid-19 pandemic
Performance Incentives in Education: The Role of Goal Mismatch
Wie bewältigen Regionen die digitale und ökologische Transformation?
Energiewende, Mobilitätswende, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz – die Herausforderungen sind gewaltig. Die digitale und ökologische Transformation setzt Staat und Unternehmen unter massiven Anpassungsdruck. Die Zeit drängt – auch weil Deutschland bei vielen Entwicklungen um Jahre zurückliegt, etwa beim Ausbau der regenerativen Energieerzeugung oder der Digitalisierung von Schulen und Behörden. Zugleich fehlen uns in einer alternden Gesellschaft vielfach die Fachkräfte, die Windräder und Wärmepumpen aufstellen und bürokratische Abläufe digitalisieren sollen. Die Bundesregierung kann die Rahmenbedingungen verbessern, aber die Transformation kann letztlich immer nur vor Ort gelingen. Was dabei oft übersehen wird: Die Erfolgsvoraussetzungen für die digitale und ökologische Transformation sind von Region zu Region sehr unterschiedlich: So differieren etwa die Wirtschaftsstruktur und die kommunale Finanzkraft je nach Region erheblich.
Hinzu kommt: Auch durch Unterschiede in der Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials, veränderte Wertschöpfungsketten und Strukturwandel werden die wirtschaftlichen Potenziale zwischen den Regionen neu verteilt. Demnach ist jede Region in ganz unterschiedlicher Weise mit den Chancen und Risiken der Transformation konfrontiert. Resultieren daraus auch unterschiedliche regionale Anpassungsstrategien? Wie effektiv ist regionale Wirtschaftsförderung? Und führen die Transformationsprozesse im Ergebnis dazu, dass der Abstand zwischen strukturstarken und strukturschwachen Regionen weiter wächst - oder sogar verringert werden kann? Kann es etwa eine Stadt wie Nürnberg schaffen, sich im Schatten der Boomregion München als räumlicher Innovationspol zu profilieren? Diese Fragen wollen wir mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutieren.
Ausbildungspersonal im Fokus – nicht über, sondern mit Ausbildungspersonal forschen
Diese Studie legt eine systematische und umfassende empirische Erhebung zur Situation des Ausbildungspersonals vor. Mit Hilfe von quantitativen und qualitativen Erhebungen werden Fragen zum Stellenwert der Ausbilderinnen, zu den Bedingungen der Ausbildungstätigkeit (inklusive Mitbestimmung), zur Qualifikation und Professionalisierung der Ausbilderinnen sowie zur Rolle von Ausbilder*innen bei organisationalem und technischem Wandel beleuchtet. Ein Teil dieser Themenfelder wird bisher zwar teils in einzelnen Studien rund um Arbeit, Beruf und Beschäftigung abgedeckt. Allerdings liefert bislang keine Erhebung einen derart ganzheitlichen Blick auf die Bedingungen des Ausbildungspersonals. Da die genannten Aspekte jedoch wechselseitig miteinander verbunden sind, durchbricht diese Studie die bislang isolierten Betrachtungen, bei denen das Ausbildungspersonal oder Aspekte seiner Tätigkeit nur als eine Variable unter vielen gesehen werden. Hier steht die Situation des Ausbildungspersonals im Zentrum der Betrachtung. Daher verbindet die Studie die genannten Felder systematisch miteinander.
Labor Market Discrimination and the Racial Unemployment Gap: Can Monetary Policy Make a Difference?
Detaillierte Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie auf der englischsprachigen Veranstaltungsseite.
