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We quantify aggregate effects of changes in the potential benefit duration (PBD) in Poland using administrative data containing the universe of unemployment spells over more than two decades. Individual workers’ PBD depends on the county unemployment rate relative to the national average in the previous calendar year. We exploit this sharp discontinuity with RDD estimates and construct impulse response functions to estimate effects of a longer PBD at the county-level. After 12 months, the effect of a PBD of 12 vs. 6 months is an increase in the log stock of all unemployed of 0.03 and an increase in the log stock of the directly affected by 0.1. In contrast, we find no evidence on spillovers on indirectly affected unemployed and no effect of PBD on labour market tightness. We document that inflows into unemployment respond strongly to PBD changes. A decomposition of the effects of a longer PBD on the stock of unemployed shows that the effect on inflows is more important than the one on the exit rate.

This paper documents and theoretically explains a nexus between globalization and wage inequality within plants through internal labor market organization. We document that the dominant component of overall and residual wage inequality is within plant-occupations and, combining within-occupation task information from labor force surveys with linked plant-worker data for Germany, establish three interrelated facts:

  1. larger plants and exporters organize production into more occupations,
  2. workers at larger plants and exporters perform fewer tasks within occupations, and
  3. overall and residual wages are more dispersed at larger plants.

To explain these facts, we build a model in which the plant endogenously bundles tasks into occupations and workers match to occupations. By splitting the task range into more occupations, the plant assigns workers to a narrower task range per occupation, reducing worker mismatch while typically raising the within-plant dispersion of wages. Embedding this rationale into a Melitz model, where fixed span-of-control costs increase with occupation counts, we show that inherently more productive plants exhibit higher worker efficiency and wider wage dispersion and that economy-wide wage inequality is higher in the open economy for an empirically confirmed parametrization. Reduced-form tests confirm main predictions of the model, and simulations based on structural estimation suggest that trade induces a stricter division of labor at globalized plants with an associated change in wage inequality.

Agenda:

  • Introduction: Research projects with labor market-related topics at the BiB (including research on education, families and human potential)
  • Individual consequences of international migration across the life course / Cultural diversity in public and private labour market organisations
  • Transitions to retirement and health / Working beyond retirement age
  • Trends in working life expectancy / Regional population projections
  • A future Research Data Centre (FDZ) at the BiB

We study the productivity effects of the German national minimum wage applying administrative data on German firms. Using firm-level difference-in-differences estimation, we confirm positive effects on wages and negative employment effects, and document higher productivity and output prices. We find higher wages but no employment effects at the level of aggregate industry x region cells. The minimum wage increased aggregate productivity in manufacturing through an increase in within-firm productivity. In contrast to recent evidence by Dustmann et al. (2021), we do not find that worker reallocation contributed to aggregate productivity gains.

Im österreichischen Arbeitsmarkt-Service (AMS) soll das sogenannte Arbeitsmarktchancen-Assistenz-System (AMAS) auf Basis von Statistiken vergangener Jahre die zukünftigen Chancen von Arbeitssuchenden berechnen. Die Arbeitssuchenden werden dabei anhand der Prognose ihrer „Integrationschance“ in drei Gruppen eingeteilt, denen unterschiedliche Ressourcen für Weiterbildung zugeteilt werden. Ziel ist es, vor allem in jene Arbeitssuchenden zu investieren, bei denen die Fördermaßnahmen am ehesten zu einer Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt führen.

Der Vortrag zeigt, wie AMAS unter Berücksichtigung technischer Möglichkeiten, aber auch auf Basis bestimmter sozialer Werte und Normen entwickelt wurde. Er geht im Detail darauf ein, wie sich gesellschaftliche Ungleichheitslagen durch die technische Ausgestaltung von AMAS verstärken. Gesellschaftlich marginalisierte Gruppen unterliegen oft historisch langanhaltender und damit „anhäufender“, sogenannter kumulativer, Benachteiligung. Diese Benachteiligung ist auch in AMAS durch Variablen wie etwa Geschlecht, Staatengruppe und gesundheitliche Beeinträchtigung und deren Ausprägungen erfasst. Vor diesem Hintergrund widmet sich der Vortrag schließlich den Konsequenzen von AMAS in der Beratungspraxis und zeigt die Spannungen, die das System für die Organisation AMS mit sich bringt.

Gasmangel und Klimawandel erfordern einen raschen Übergang zu größerer Energie-Effizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien. Doch in der Baubranche und im Handwerk droht ein Fachkräftemangel zum entscheidenden Hindernis für diesen essenziellen Strukturwandel zu werden.

Auf Basis von Analysen und Erfahrungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Praxis, wie Politik und Betriebe mehr junge Leute und erfahrene Berufstätige für Aus- und Weiterbildungsangebote gewinnen können, die zur Steigerung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien beitragen. Dabei geht es auch um die Möglichkeiten, mithilfe der Digitalisierung die Effizienz von Nachhaltigkeitsinvestitionen im Gebäudehandwerk zu steigern und gleichzeitig die relevanten Berufe attraktiver zu machen.

We study the effects of robot exposure on worker flows in 16 European countries between 2000-2017. Overall, we find small negative effects on job separations and small positive effects on job findings. Labour costs are shown to be a major driver of cross-country differences: the effects of robot exposure are generally larger in absolute terms in countries with low or average levels of labour costs than in countries with high levels of labour costs. These effects are particularly pronounced for workers in occupations intensive in routine manual or routine cognitive tasks, but are insignificant in occupations intensive in non-routine cognitive tasks. For young and old workers in countries with low levels of labour costs, robot exposure had a beneficial effect on transitions. Our results imply that robot adoption increased employment and reduced unemployment most in the European countries with low or average levels of labour costs.

Mit dem Bürgergeld setzt die Ampel-Koalition 2023 eine Reform des Hartz-IV-Systems mit Erleichterungen für Leistungsbeziehende durch. Die Beurteilungen der Reform in medialen und politischen Debatten fallen kontrovers aus: während einige Beobachterinnen und Beobachter das Bürgergeld als weitgehende Fortführung vieler Grundprinzipien des „alten“ Hartz IV-Systems deuten, warnen andere alarmistisch vor der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens durch die Hintertür. Unklar ist bislang jedoch vor allem, wie langzeitarbeitslose ALG II-Beziehende die anstehende Reform beurteilen und welche Präferenzen sie zu Kerninhalten wie Sanktionen, Vermögensprüfungen und Kosten der Unterkunft äußern. Der vorliegende Beitrag nimmt dies als Ausgangspunkt für eine empirische Beleuchtung. Auf Basis einer zufallsbasierten Befragung in acht Jobcentern in Nordrhein-Westfalen werden die Perspektive von Langzeitarbeitslosen untersucht: Wie schätzen sie zentrale Reforminhalte ein? Wie nehmen Langzeitarbeitslose ihre individuelle Situation im Leistungsbezug wahr? Womit verbringen sie ihre Zeit und welche Erfahrungen haben sie mit den Jobcentern als street-level bureaucracy gemacht? Die Befunde offenbaren mehrheitlich positive, aber mit Blick auf einzelne Reformaspekte differenzierte Einschätzungen zu Kerninhalten des Bürgergeldes. Bessere Hinzuverdienstmöglichkeiten werden beispielsweise von einer großen Mehrheit der Langzeitarbeitslosen befürwortet, während einen grundsätzlichen Verzicht auf Sanktionen viele auch skeptisch sehen. Über 40 Prozent der Langzeitarbeitslosen berichten zudem, sich „voll und ganz“ oder „eher“ für den Grundsicherungsbezug zu schämen; knapp zwei Drittel stimmen „voll und ganz“ oder „eher“ der Aussage zu, dass andere Leistungsbeziehende das System ausnutzen. Viele Leistungsbeziehende sind eigenen Angaben zufolge ehrenamtlich und nachbarschaftlich aktiv. Eine zukünftig verbesserte Förderung solcher Tätigkeiten birgt jenseits der Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung Chancen für die Stärkung der sozialen Teilhabe. Kurz- und mittelfristig wird zudem die Inflation eine spürbare Erhöhung des Regelsatzes notwendig machen, um Armutsrisiken abzumildern. Zudem sollten die Chancen eines Modellprojekts zur Evaluierung der Wirkungen von Sanktionen genutzt werden, um dieses kontroverse Thema evidenzbasiert bewerten zu können.