2024 lebten in Deutschland 6,5 % aller Erwerbstätigen ab 18 Jahren unterhalb der Armutsge-fährdungsgrenze (Statistisches Bundesamt 2025). Viele von ihnen können aus dem Erwerbseinkommen den Lebensunterhalt für sich und ihren Haushalt nicht bestreiten und sind auf SGB-II-Leistungen angewiesen. Wir laden Beiträge ein, die die prekäre Arbeits- und Lebenssituation von Working Poor in ihren alltäglichen Herausforderungen und gesellschaftspolitischen Bezügen beleuchten.
Im Fokus der Fachtagung des IAB in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) vom 11. bis 12. Mai 2026 stehen empirische Arbeiten, die für Deutschland untersuchen, wie vielgestaltig die Erwerbs- und Familienkontexte und alltäglichen Herausforderungen dieser Gruppe sind. Neben Beiträgen zu Ein- und Austrittswegen, der Rolle von Herkunftseffekten und zentraler Übergänge im Lebensverlauf sind auch solche, die institutionell-strukturelle Kontextfaktoren oder regionale Vergleiche in den Blick nehmen, willkommen. Eingeladen sind ferner Beiträge, die Wohlbefindensmaße von Working Poor-Familien oder gesellschaftliche Bezüge von Working Poor, etwa zu sozialer Ungleichheit, politischen Einstellungen und Demokratieverständnis, methodische Fragen (z.B. zur Armutsmessung) oder andere relevante Aspekte adressieren.
Die Tagung bietet eine interdisziplinäre Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die zu ungleichen Lebensverhältnissen in der Erwerbsgesellschaft forschen.
