Für die Bereitstellung von Forschungsdaten greift das IAB auf die im Verwaltungsprozess entstehenden Registerdaten zurück, die im Data-Warehouse der Statistik der Bundesagentur für Arbeit aufbereitet werden. Hierzu gehören Informationen zu arbeitsmarktpolitischen Leistungen, zu Maßnahmen wie Berufsberatung und Berufsvorbereitung sowie zu sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Am IAB werden diese Daten an die Forschungsbedarfe angepasst und zu Forschungsdaten weiterentwickelt. Darüber hinaus werden Daten aus quantitativen (Panel-) Erhebungen und qualitativen Befragungen zu Betrieben, Personen, Haushalten und Jobcentern verwendet. Unter Einhaltung strenger datenschutzrechtlicher Regelungen können verschiedene Datenquellen, zum Beispiel Betriebs- und Personendaten, durch Record-Linkage-Methoden verknüpft werden. Die so generierten Datenprodukte werden für die Forschung und Politikberatung intern bereitgestellt, weiterverarbeitet und über verschiedene Zugangswege in anonymisierter Form der nationalen und internationalen Forschungsgemeinschaft über das Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit im IAB (FDZ) zugänglich gemacht. Zudem werden externe Datenquellen erschlossen, insbesondere große, teils unstrukturierte Datenmengen (Big Data). Darunter fallen auch Audiomitschnitte von Interviews mit Erlaubnis der Befragten.
Um die Qualität und Nutzbarkeit der Datenprodukte für die Forschung zu steigern, hat die Qualitätssicherung im gesamten Datenlebenszyklus einen hohen Stellenwert und wird methodisch mit Forschungsprojekten begleitet. Dafür entwickelt und evaluiert das IAB neue Verfahren zur Datenerhebung, -korrektur und -analyse. Zum Einsatz kommen dabei beispielsweise experimentelle Verfahren und statistische Modelle ebenso wie zunehmend auch Verfahren der Künstlichen Intelligenz.
Im Bereich der qualitativen Methoden wird beispielsweise bei der Befragung von Familien und Kindern erprobt, inwieweit grafische Elemente (z.B. Diagramme) und Fotos die Erzählungen der Befragten unterstützen. Im Bereich der quantitativen Methoden wird unter anderem für das Linked Personnel Panel der „Push-to-Web-Ansatz“ für die Beschäftigtenbefragung eingesetzt, um befragte Personen zu motivieren, an der Befragung online statt telefonisch teilzunehmen und damit die Vorteile von Online-Befragungen, wie z.B. bei der OPAL-Befragung, zu nutzen. In einem weiteren Projekt werden Datenqualitätsunterschiede zwischen Zufalls- und Nichtzufallsstichproben untersucht und mögliche Korrekturverfahren weiterentwickelt und evaluiert. Dabei liegt der Fokus sowohl auf der Selektivität der jeweiligen Stichproben als auch auf dem Auftreten sogenannter unaufmerksamer Befragter. Bislang setzt die Forschung des IAB vor allem auf Zufallsstichproben. Eine Ausweitung auf Nichtzufallsstichproben wie Open-Access-Onlinebefragungen könnte zum Beispiel der kontinuierlich sinkenden Bereitschaft von Personen entgegenwirken, an Befragungen teilzunehmen.
Mit seinem umfangreichen Datenwissen berät das IAB im Rahmen der Datenstrategie des Bundes zu der Ausgestaltung des Registermodernisierungs- und Forschungsdatengesetz.
Aktivitäten
- Publikationen zum Thema „Forschungsdaten und Methoden“
- Projekte zum Thema „Forschungsdaten und Methoden“
Bereiche
- Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit im IAB
- Kompetenzzentrum Empirische Methoden
- Forschungsbereich Betriebe und Beschäftigung
- Forschungsbereich Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung
- Forschungsbereich Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung
- Geschäftsbereich Daten- und IT-Management
- Arbeitsgruppe Datenqualität
- Arbeitsgruppe Qualitative Methoden
