Durch die Mobilität innerhalb des Europäischen Binnenmarkts wie auch durch die Migration aus Drittstaaten ergeben sich große Chancen für den Arbeitsmarkt, gerade im Hinblick auf die zunehmenden Engpässe bei Fachkräften und Arbeitskräften insgesamt. Zugleich entstehen aber auch neue Herausforderungen, etwa bei der Arbeitsmarktintegration und gesellschaftlichen Teilhabe von Geflüchteten. Eine weitere wichtige Herausforderung für den deutschen Arbeitsmarkt ist die Transformation durch Digitalisierung, Dekarbonisierung und den demografischen Wandel. All diese Entwicklungen spielen sich in den Regionen sehr unterschiedlich ab. Dies liegt an Unterschieden zwischen städtischen und ländlichen Regionen sowie in der regionalen Verteilung von Betrieben, Branchen und Berufen. Auch innerhalb von Regionen gibt es erhebliche Unterschiede. Gerade in Städten haben die sozioökonomische Struktur der Nachbarschaft, die Verfügbarkeit von Wohnraum und der Zugang zur (Verkehrs-)
Infrastruktur einen entscheidenden Einfluss auf den Erfolg am Arbeitsmarkt und die Integrations-
chancen von jungen Menschen, Frauen, Familien mit Kindern und Eingewanderten, insbesondere
Geflüchteten.
Im Jahr 2026 widmet sich das Kompetenzfeld unter anderem den Wohnortpräferenzen Geflüchteter. Mithilfe innovativer Methoden werden kleinräumige regionale Einflussfaktoren auf die Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten analysiert. Grundlage hierfür bilden eigene Erhebungen wie die IAB-SOEP-Migrationsstichprobe und die IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten. Da viele Zugewanderte Deutschland auch wieder verlassen, führt das IAB zudem das International Mobility Panel of Migrants in Germany (IMPa) fort. Es ermöglicht die Analyse des soziodemografischen Profils von Ausgewanderten, der Determinanten ihrer Auswanderungsentscheidungen sowie der Beweggründe für wiederholte oder zirkuläre Migration.
Regionale Disparitäten werden auch 2026 auf verschiedenen Ebenen untersucht und Prognosen zur Entwicklung regionaler Arbeitsmärkte erstellt. Dazu wird anhand georeferenzierter Daten erforscht, wie sich die sozioökonomische Zusammensetzung der Nachbarschaft und die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen auf den Erfolg verschiedener Gruppen am Arbeitsmarkt auswirken. Da die Regionen unterschiedlich von globalen Entwicklungen wie der ökologischen und digitalen Transformation, Außenhandelshemmnissen und den steigenden Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit berührt sind, werden zudem Chancen und Risiken des Veränderungsdrucks und die Reorganisation der Branchenstruktur analysiert. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der quantitativen Evaluation der Wirksamkeit von Arbeitsmarktdrehscheiben. Ziel ist ein besseres Verständnis von begünstigenden und hindernden Einflussfaktoren auf Job-zu-Job-Übergänge in regionalen Arbeitsmärkten. Außerdem werden auf regionaler Ebene die Substituierbarkeitspotenziale durch neue Technologien sowie regionale Unterschiede in der Lebensqualität ermittelt.
Aktivitäten
- Publikationen zum Thema „Internationale und regionale Arbeitsmärkte“
- Projekte zum Thema „Internationale und regionale Arbeitsmärkte“
Bereiche
- Forschungsbereich Betriebe und Beschäftigung
- Forschungsbereich Bildung, Qualifizierung und Erwerbsverläufe
- Forschungsbereich Erwerbslosigkeit und Teilhabe
- Forschungsbereich Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung
- Forschungsbereich Regionale Arbeitsmärkte
- Regionales Forschungsnetz
- Nachwuchsforschungsgruppe Berufe und Erwerbsverläufe
- Arbeitsgruppe Geschlechterforschung
- Arbeitsgruppe Migration und Integration
- Arbeitsgruppe Qualitative Methoden
