Inflation und Arbeitsmarktentwicklung
Im September 2022 war die Teuerungsrate mit zehn Prozent erstmal seit den Nachkriegszeiten zweistellig. Gefährden die aufgrund der Energiekrise verursachten Preiserhöhungen den Lebensstandard und die Arbeitsplätze? Welche Auswirkungen hat die steigende Inflationsrate auf die Entwicklung des Arbeitsangebots, der Arbeitsnachfrage und der Löhne? Die Infoplattform stellt Studien und deren Ergebnisse zu den volkswirtschaftlichen Wechselwirkungen zwischen Inflation und Arbeitsmarktentwicklung zusammen.
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Literaturhinweis
Wirtschaftliche Effekte des Krieges in der Ukraine: Ausgangslage und Übertragungswege (2022)
Grömling, Michael;Zitatform
Grömling, Michael (2022): Wirtschaftliche Effekte des Krieges in der Ukraine. Ausgangslage und Übertragungswege. (IW-Report / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2022,14), Köln, 23 S.
Abstract
"Der Krieg in der Ukraine schafft neue und verschärft bestehende Anpassungslasten für die gesamte Volkswirtschaft. Im folgenden Beitrag werden Orientierungspunkte für die ökonomischen Auswirkungen des Krieges auf die deutsche Wirtschaft aufgezeigt. Diese Effekte hängen von den politischen Konstellationen ab, die sich in den kommenden Wochen oder Monaten abzeichnen werden. Zunächst wird die Ausgangslage für die mit dem Krieg in der Ukraine einhergehenden wirtschaftlichen Herausforderungen dargelegt. Auch ohne die infolge des Krieges in der Ukraine neu auftretenden Verunsicherungen und Störungen auf der Angebots- und Nachfrageseite der Volkswirtschaft hat die bisherige wirtschaftliche Dynamik nach dem starken Wirtschaftseinbruch im Gefolge der Corona-Pandemie noch nicht ganz ausgereicht, um in Deutschland auf das Vorkrisenniveau zurückzukehren. Die kumulativen Angebotsbelastungen schlagen sich seit geraumer Zeit in der Preisentwicklung nieder und haben dem Thema Stagflation eine hohe Aufmerksamkeit verliehen. Der Krieg in der Ukraine setzt somit auf ein makroökonomisches Umfeld auf, das von Produktionsproblemen und hohen Preisanstiegen geprägt ist. Um eine Orientierung dafür zu bekommen, über welche Transmissionskanäle die Unternehmen in Deutschland aufgrund des Krieges in der Ukraine beeinträchtigt werden, hat das Institut der deutschen Wirtschaft unmittelbar nach Ausbruch des russischen Einmarschs begonnen, Unternehmen zu befragen. Die Befragungsergebnisse signalisieren, dass die größten Anpassungslasten über stark ansteigende Preise – auf der Produzentenebene und daraus abgeleitet auch auf der Konsumebene – stattfinden werden. Aber auch ausbleibende Gaslieferungen und Vorleistungsengpässe können die Produktionsprozesse erheblich beeinträchtigen. Mittelfristig werden diese Gefahren sogar höher eingeschätzt. Vor diesem Hintergrund werden die möglichen Auswirkungen des Krieges auf die Konsum- und Investitionstätigkeit in Deutschland diskutiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Ökonomische und soziale Folgen von Inflation: Ein Überblick (2022)
Grömling, Michael;Zitatform
Grömling, Michael (2022): Ökonomische und soziale Folgen von Inflation: Ein Überblick. (IW-Report / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2022,43), Köln, 28 S.
Abstract
"Gesellschaften rund um den Globus sind derzeit mit Preissteigerungen konfrontiert, die über lange Zeit nicht zu verzeichnen waren. Diese sind ökonomische Auswirkungen der Corona-Pandemie – vor allem der gestörten Produktionsprozesse. Hinzu kommen die erheblichen Verteuerungen von Energie und Rohstoffen aufgrund der russischen Invasion in der Ukraine. All dies stellt einen makroökonomischen Angebotsschock dar und diese Kostenbelastungen erklären auch die hohen Inflationsraten auf der Konsumebene. Darüber hinaus sind diese aktuellen Angebotsschocks eingebettet in ein ökonomisches Umfeld, das von säkular wirkenden Megatrends (Demografie, Dekarbonisierung, DeGlobalisierung, Digitalisierung) geprägt wird, die ihrerseits in den kommenden Jahren angebotsseitige Anpassungslasten schaffen und preistreibend wirken. Vor diesem Hintergrund wird ein Überblick über die vielfältigen ökonomischen und sozialen Folgewirkungen von höheren Inflationsraten geliefert. Diese beeinflussen generell die Kaufkraft der Einkommen und der Vermögen. Es kommt zu zusätzlichen Transaktionskosten sowie zu Veränderungen der Konsum- und Vermögensstrukturen. Außerdem können eine Reihe von Allokationswirkungen eintreten, die ihren Niederschlag in den (internationalen) Produktionsstrukturen finden. Hohe Preisanstiege haben Verteilungseffekte über verzögerte Anpassungen etwa von Arbeitsentgelten oder Zinsen. Darüber beeinflusst Inflation über ihre Steuerwirkungen die Realwirtschaft und den Staatshaushalt. Nicht zuletzt wird seit langer Zeit darüber diskutiert, ob Inflation die Beschäftigung, die konjunkturelle Gangart und die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst. Im Gefolge der gegenwärtigen und künftigen Angebotsschocks ist es hinsichtlich der Anpassungserfolge entscheidend, sich selbst verstärkende Inflationsspiralen zu vermeiden. Eine daraus resultierende Entankerung der Inflationserwartungen forciert die negativen ökonomischen und gesellschaftlichen Effekte der Inflation." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Stagflationsgefahren durch die Inflationswelle nach der Covid-19-Krise – Lehren aus den 1970er Jahren (2022)
Heine, Michael; Herr, Hansjörg;Zitatform
Heine, Michael & Hansjörg Herr (2022): Stagflationsgefahren durch die Inflationswelle nach der Covid-19-Krise – Lehren aus den 1970er Jahren. In: Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Jg. 91, H. 2, S. 25-40. DOI:10.3790/vjh.91.2.25
Abstract
"In Deutschland und der Europäischen Währungsunion (EWU) entwickelte sich ab 2021 eine kostengetriebene Inflationswelle, die von steigenden Energiekosten und Nahrungsmittelpreisen sowie Störungen in globalen Wertschöpfungsketten vorangetrieben wird. Führt der kräftige Preisniveauschub zu einer Lohn-Preis-Spirale, dann entsteht eine inflationäre Dynamik, die letztlich von der Geldpolitik mit hohen Kosten in Form einer Stabilisierungskrise bekämpft werden muss. Solche exogenen Preisschocks gab es auch in den 1970er Jahren. Lohn-Preis-Spiralen konnten damals in vielen Ländern nicht verhindert werden, und es kam zu zwei kostspieligen Rezessionen. In Deutschland und der EWU sollten Nominallöhne zukünftig trotz der Reallohneinbußen noch 2021 entsprechend der Zielinflationsrate und Entwicklung der Trendproduktivität ansteigen. Empfehlenswert ist zudem ein Sozialvertrag zwischen Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Staat mit stärkeren Lohnerhöhungen der unteren Einkommensbezieher, staatlicher Sozialpolitik und Fiskalpolitik, welche den inländischen realen Nachfrageausfall durch Absenkung der Realeinkommen kompensiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Wirksame Hilfsprogramme in der Energiepreiskrise: Vorschläge für mehr Liquidität in Privathaushalten und Unternehmen (2022)
Zitatform
Hentze, Tobias & Michael Hüther (2022): Wirksame Hilfsprogramme in der Energiepreiskrise. Vorschläge für mehr Liquidität in Privathaushalten und Unternehmen. (IW policy paper 2022,05), Köln, 25 S.
Abstract
"Die Wirtschaftspolitik steht angesichts der Schwere der Energiepreiskrise vor großen Herausforderungen. Mit den drei Entlastungspaketen hat die Regierung zwar einige wichtige Impulse gesetzt, eine stringente Linie lässt die Wirtschaftspolitik jedoch vermissen. Sämtliche Maßnahmen sollten kurzfristig zur obersten Prämisse haben, die Liquidität bei Privathaushalten und Unternehmen über den Winter zu sichern. Zu diesem Zweck sind einfache und effektive Instrumente geboten. Das Eingreifen in Preismechanismen oder das Verändern des Marktdesigns können dabei zu ungeahnten Verzerrungen führen und sind daher gut abzuwägen. Von daher ist der Ansatz richtig, möglichst zielgenaue Direktzahlungen an Privathaushalte und Unternehmen zu leisten. Bei einkommensschwachen Privathausalten muss dies über nicht-rückzahlbare Zuschüsse passieren. Bei Unternehmen dagegen sind Liquiditätshilfen erste Wahl. Neben Krediten bietet dabei das Steuerreicht bisher ungenutzte Potenziale, die betriebliche Liquidität zu erhöhen, ohne eine Überförderung zu riskieren oder hohe Mitnahmeeffekte zu kreieren. Die Politik sollte analog zur Corona-Pandemie den Unternehmen großzügige Stundungsmöglichkeiten bei Ertrag- und Umsatzsteuern einräumen und zu diesem Zweck bereits geleistete Vorauszahlungen in Teilen erstatten. Gleichzeitig sollten die Möglichkeiten der steuerlichen Verlustverrechnung ausgeweitet werden. Konsequent und eine Chance auf eine strukturelle Verbesserung mit Blick auf künftige Krisen wäre die Einführung einer Negativsteuer als ein einfaches Verfahren zur Unterstützung der Zahlungsfähigkeit von Unternehmen. Eine vorausschauende Steuerpolitik kann dazu beitragen, dass eine Insolvenzwelle in den kommenden Monaten verhindert oder zumindest eingedämmt werden kann." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Macroeconomic effects of the Covid-19 Pandemic in Germany and the European Monetary Union and economic policy reactions (2022)
Herr, Hansjörg; Nettekoven, Zeynep Mualla;Zitatform
Herr, Hansjörg & Zeynep Mualla Nettekoven (2022): Macroeconomic effects of the Covid-19 Pandemic in Germany and the European Monetary Union and economic policy reactions. (Working Paper / Berlin Institute for International Political Economy 2022,185), Berlin, 41 S.
Abstract
"The Covid-19 pandemic hitting the world in 2020 also caused a high death toll in Germany and in the European Monetary Union (EMU) at large. The health crisis worldwide and the precautions against Covid-19 rapidly induced a demand and supply recession simultaneously. The Covid-19 crisis was marked as the worst crisis since the Great Depression of the 1930s. It hit the EMU in an unfortunate moment, when economic growth was already low before the Covid-19 crisis started. The effects of the Great Financial Crisis and Great Recession 2008/2009 were not overcome at the beginning of the Covid-19 recession. Mega-expansionary monetary policy was still in place stimulating bubbles in stock and real estate markets in an overall constellation of partly very high levels of private and public debt. Macroeconomic policies in form of expansionary monetary policy, large-scale fiscal stimuli, and public guarantees, in Germany and the EMU smoothed the disastrous economic and social effects of the pandemic. Overall, the stabilisation policy during the Covid-19 pandemic in Germany was successful and prevented escalating inequalities. But the pandemic intensified long-lasting problems which have to be solved in the future. Public debt quotas cannot increase permanently without leading to an economically fragile situation. It also shows the need for a fiscal union in the EMU as an equal partner for the European Central Bank (ECB). In early 2022, the ECB is in a difficult situation. Price shocks drove the inflation rate up, but restrictive monetary policy as a response to such shocks slowdown growth and lead to unemployment." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Gemeinschaftsdiagnose: Energiekrise, Inflation, Rezession und Wohlstandsverlust (2022)
Zitatform
Holtemöller, Oliver, Stefan Kooths, Torsten Schmidt & Timo Wollmershäuser (2022): Gemeinschaftsdiagnose: Energiekrise, Inflation, Rezession und Wohlstandsverlust. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 102, H. 10, S. 761-765. DOI:10.1007/s10273-022-3291-4
Abstract
"Die deutsche Wirtschaft wird von der krisenhaften Zuspitzung auf den Gasmärkten schwer belastet. Die hochgeschnellten Gaspreise erhöhen die Energiekosten drastisch und gehen mit einem massiven gesamtwirtschaftlichen Kaufkraftentzug einher. Dies dämpft nicht nur die noch unvollständige Erholung von der Coronakrise, sondern drückt die deutsche Wirtschaft in die Rezession. Dabei kommen die Institute für den kommenden Winter zu dem Ergebnis, dass bei normalen Witterungsbedingungen keine Gasmangellage eintritt. Dennoch bleibt die Versorgungslage äußerst angespannt. Vor diesem Hintergrund dürfte die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal bereits leicht gesunken sein. Im Winterhalbjahr ist aufgrund der steigenden Kosten für Energie, der nachlassenden Konsumnachfrage und der schwächelnden Weltwirtschaft mit einem deutlichen Rückgang zu rechnen." (Autorenreferat, IAB-Doku, © Springer-Verlag)
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Literaturhinweis
Labour Market Effects of Supply Chain Bottlenecks (2022)
Zitatform
Hummel, Markus, Christian Hutter & Enzo Weber (2022): Labour Market Effects of Supply Chain Bottlenecks. (IAB-Discussion Paper 09/2022), Nürnberg, 13 S. DOI:10.48720/IAB.DP.2209
Abstract
"Während der COVID-19-Pandemie kam es weltweit zu Lieferkettenengpässen bei Rohstoffen und Zwischenprodukten. In diesem Artikel untersuchen wir, wie sich diese Einschränkungen auf die Arbeitsmarktentwicklung ausgewirkt haben. Für eine empirische Panelanalyse kombinieren wir Befragungsdaten und administrative Arbeitsmarktdaten für Wirtschaftsbereiche in Deutschland. Wir finden spürbare, aber noch relativ begrenzte Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit. Die Auswirkung auf die Kurzarbeit erweist sich dagegen als erheblich. Während Kurzarbeit traditionell bei Nachfrageeinbrüchen verhängt wird, zeigen unsere Ergebnisse, dass sie auch bei negativen Angebotsschocks zum Einsatz kommt. Bei steigender Inflation erklärt dies auch, warum sich die Phillips-Kurve nicht nach außen verschiebt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Phillipskurve und fiskalische Dominanz der Geldpolitik – Was treibt die Inflation? (2022)
Zitatform
Hüther, Michael & Thomas Obst (2022): Phillipskurve und fiskalische Dominanz der Geldpolitik – Was treibt die Inflation? (IW-Kurzberichte / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2022,57), Köln, 3 S.
Abstract
"Die Phillipskurve zeigt in den letzten beiden Jahren wieder einen negativen Zusammenhang, was die Frage nach den Inflationstreibern und der Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale stellt. Doch wie effektiv können Zentralbanken die hohen Inflationsraten bekämpfen und warum sinkt die Inflation nicht in den USA, wo die FED bereits mehrere Zinsschritte vollzogen hat?" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Untere Einkommensgruppen noch gezielter entlasten (2022)
Zitatform
Kritikos, Alexander S., Johanna Schulze Düding, Octavio Morales & Maximilian Priem (2022): Untere Einkommensgruppen noch gezielter entlasten. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 102, H. 8, S. 590-594. DOI:10.1007/s10273-022-3253-x
Abstract
"Prices for energy and food are currently rising extraordinarily sharply. Households with low net incomes in particular are being burdened by the price increases, in some cases dramatically. According to current inflation forecasts, price increases for the lowest income ten percent would mean a burden of 5.3 percent of their net household income in 2022. Since the low-income deciles cannot compensate for the additional expenditure by reducing their savings rate or possible reserves, nor can they restrict their consumption behavior to a corresponding extent since they primarily consume goods and services for basic needs, it is essential to provide relief for these households. The measures already adopted by the German government are easing the burden on citizens, but they are not enough to compensate for the additional burden on lower-income households. Further aid packages should provide targeted and efficient relief for households at the lower half of the income distribution." (Author's abstract, IAB-Doku, © Springer-Verlag) ((en))
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Literaturhinweis
Droht die Lohn-Preis-Spirale?: Tarifpolitischer Bericht 1. Halbjahr 2022 (2022)
Lesch, Hagen;Zitatform
Lesch, Hagen (2022): Droht die Lohn-Preis-Spirale? Tarifpolitischer Bericht 1. Halbjahr 2022. (IW-Report / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2022,38), Köln, 29 S.
Abstract
"Die Inflationsdynamik hat sich bislang noch nicht auf die gesamtwirtschaftliche Tariflohndynamik übertragen. Es gab zwar einzelne Abschlüsse, die überdurchschnittlich hoch ausfielen – etwa der Abschluss in der Eisen- und Stahlindustrie, der neben einem einmaligen „Energiebonus“ von 500 Euro eine Anhebung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten vorsah." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kriegsbedingter Ölpreisanstieg erhöht Verbraucherpreise in Deutschland merklich und anhaltend (2022)
Zitatform
Menkhoff, Lukas & Malte Rieth (2022): Kriegsbedingter Ölpreisanstieg erhöht Verbraucherpreise in Deutschland merklich und anhaltend. (DIW aktuell 82), Berlin, 7 S.
Abstract
"Der Krieg in der Ukraine hat den seit Mitte des vergangenen Jahres zu beobachtenden Anstieg der Ölpreise verstärkt und schlägt sich für die VerbraucherInnen in Deutschland merklich in zahlreichen Preissteigerungen, wie bei den Kraftstoffpreisen und Heizkosten, nieder. Auch wenn der russische Angriff auf die Ukraine eine ganz neue Erfahrung im Nachkriegseuropa darstellt, sind solche Schocks auf den Ölmärkten vielfach beobachtet worden. Deshalb kann man recht verlässlich auf ein etabliertes Modell zurückgreifen, das die Wirkungen eines Ölpreisschocks auf die Wirtschaftsaktivität und die Verbraucherpreise über einen Zeitraum von gut zwei Jahren quantifiziert. Demnach erhöht der aktuelle Ölpreisschock die Verbraucherpreise in Deutschland um bis zu 1,5 Prozent und über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren – selbst wenn der Ölpreis schon wieder auf sein Vorkriegsniveau gefallen ist. Der Verbraucherpreisanstieg wird auch im gesamten Euroraum anhaltend sein." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Folgen der Inflation treffen untere Mittelschicht besonders: staatliche Hilfspakete wirken nur begrenzt (2022)
Zitatform
Priem, Maximilian, Alexander S. Kritikos, Octavio Morales & Johanna Schulze Düding (2022): Folgen der Inflation treffen untere Mittelschicht besonders: staatliche Hilfspakete wirken nur begrenzt. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 89, H. 28, S. 387-394. DOI:10.18723/diw_wb:2022-28-1
Abstract
"Steigende Preise für Lebensmittel und Energie treffen die Menschen in Deutschland merklich. Haushalte mit geringen Nettoeinkommen spüren den Preisanstieg besonders, da ihr Konsumanteil an den von der Inflation besonders betroffenen Gütern des Grundbedarfs sehr hoch ist. Bei der aktuell prognostizierten Inflation für 2022 belastet die Teuerung das unterste Einkommensdezil mit 5,3 Prozent ihres Nettohaushaltseinkommens, das oberste mit lediglich 1,1 Prozent. Steigt die Inflation stärker als erwartet, drohen weitere Mehrbelastungen. Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmenpakete entlasten zwar vor allem Haushalte im niedrigsten Einkommensdezil. Dennoch gleichen sie die Mehrbelastung nicht vollständig aus. Zudem lässt sich beobachten, dass Haushalte bereits ab dem zweitniedrigsten Einkommensdezil signifikant belastet bleiben. Vor allem wegen geringer Sparguthaben und wenigen Anpassungsmöglichkeiten ist die untere Mittelschicht besonders von Preissteigerungen betroffen. Weitere Hilfspakete sollten gezielt einkommensschwache Haushalte entlasten. So könnten beispielsweise die Grundsicherung vorzeitig angepasst und die Energiepreispauschale vor allem für die unteren Einkommen erhöht werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Anpassung des Einkommensteuertarifs nicht dringend: Stellungnahme für die Anhörung im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages am 17.10.2022 (2022)
Rietzler, Katja;Zitatform
Rietzler, Katja (2022): Anpassung des Einkommensteuertarifs nicht dringend. Stellungnahme für die Anhörung im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages am 17.10.2022. (IMK policy brief / Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung 136), Berlin, 12 S.
Abstract
"Mit der hohen Inflation rückt das Thema "kalte Progression" wieder in den Fokus. Hier kommt es entscheidend auf den Bezugspunkt an. Nach wie vor liegt die Einkommensteuerbelastung in Deutschland deutlich unter dem Niveau der 1990er Jahre. Für das Jahr 2023 kommt man je nach Blickwinkel zu unterschiedlichen Ergebnissen. Berücksichtigt man auch Verbesserungen bei steuerlichen Abzügen so erscheint eine Anpassung des Einkommensteuertarifs für das Jahr 2023 nicht dringend. Dies gilt umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass die Bundesregierung gleichzeitig noch massive weitere Entlastungen auf den Weg gebracht bzw. in Aussicht gestellt hat, von denen - anders als notwendig - auch Spitzenverdienende profitieren. Letztlich ist die Höhe der Einkommensteuerbelastung eine politische Entscheidung. Daher ist zu begrüßen, dass die Praxis der diskretionären Anpassung des Einkommensteuerrechts bislang beibehalten wird. Von einem Tarif auf Rädern wäre abzuraten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf deutsche Unternehmen: Unsicherheit, Lieferengpässe und Preisanstiege (2022)
Zitatform
Sauer, Stefan & Klaus Wohlrabe (2022): Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf deutsche Unternehmen: Unsicherheit, Lieferengpässe und Preisanstiege. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 75, H. Sonderausgabe April, S. 15-18.
Abstract
"Der ifo Geschäftsklimaindex Deutschland ist im März von 98,5 auf 90,8 Indexpunkte eingebrochen. Dies ist der drittgrößte jemals gemessene Rückgang, nur noch übertroffen von März und April 2020 zu Beginn der Coronakrise. Der jetzige Einbruch ist größtenteils auf die weitaus pessimistischeren Geschäftserwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Die Beeinträchtigungen der deutschen Wirtschaft durch den Krieg werden in erster Linie durch deutlich steigende Energie- sowie Einkaufspreise und eine weitere Verschärfung von Lieferengpässen zu spüren sein. Für die kommenden Monate plant der überwiegende Teil der deutschen Unternehmen Preisanhebungen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die wirtschaftliche Entwicklung im Inland: Gestiegene Energiepreise belasten die Erholung (2022)
Schmidt, Torsten ; Schacht, Philip; Benner, Niklas; Jessen, Robin ; Dirks, Maximilian; Steuernagel, Anne; Isaak, Niklas; Barabas, György;Zitatform
Schmidt, Torsten, György Barabas, Niklas Benner, Maximilian Dirks, Niklas Isaak, Robin Jessen, Philip Schacht & Anne Steuernagel (2022): Die wirtschaftliche Entwicklung im Inland: Gestiegene Energiepreise belasten die Erholung. In: Konjunkturberichte / Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, Jg. 73, H. 1, S. 39-78.
Abstract
"Die Aussichten für die wirtschaftliche Erholung in Deutschland haben sich durch den Krieg in der Ukraine und die daraufhin verhängten Sanktionen gegen Russland deutlich verschlechtert. Bereits zum Ende des vergangenen Jahres kam es durch die steigende Zahl der Neuinfektionen und die damit verbundenen Infektionsschutzmaßnahmen sowie durch anhaltende Lieferengpässe zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung. Damit rückt die deutsche Wirtschaft an den Rand einer Rezession. Vor allem die seit Dezember kräftig gestiegenen Öl- und Gaspreise belasten Unternehmen und Haushalte in hohem Maße. Da es derzeit vor allem beim Gas nur in begrenztem Umfang Alternativen zu den Lieferungen aus Russland gibt, ist zu erwarten, dass die Preise noch längere Zeit hoch bleiben. Von den steigenden Energiekosten sind alle Verbraucher und Unternehmen betroffen, insbesondere aber energieintensive Branchen des Verarbeitenden Gewerbes. Gestützt wird der private Konsum dagegen durch die bereits im Februar vorgenommenen Lockerungen bei den Infektionsschutzmaßnahmen. Alles in allem dürfte die wirtschaftliche Expansion in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen als noch in unserer Dezemberprognose unterstellt wurde. Der Hauptgrund dafür sind die stark gestiegenen Preise für Öl und Gas. Dennoch ist zu erwarten, dass die Aufhebung der meisten Infektionsschutzmaßnahmen und die nachlassenden Lieferengpässe im Sommerhalbjahr zu einer recht deutlichen Ausweitung der Produktion führen werden. Im Jahresdurchschnitt erwarten wir für dieses Jahr eine Ausweitung des BIP um 2,5%. Im kommenden Jahr dürfte die Expansion 3,6% betragen. Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich weiter robust. Zuletzt war besonders bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ein starker Zuwachs zu verzeichnen. Diese Tendenz dürfte sich fortsetzen. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten dürfte wieder steigen, wobei die Anhebung des Mindestlohns diese Beschäftigungsform unattraktiver macht, aber zugleich die Anhebung der Minijobgrenze die geringfügige Beschäftigung begünstigt. Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt 2022 noch bei 5,0% und im Jahr 2023 bei 4,9% liegen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Missing growth measurement in Germany (2022)
Schreiber, Sven; Schmidt, Vanessa;Zitatform
Schreiber, Sven & Vanessa Schmidt (2022): Missing growth measurement in Germany. In: German Economic Review, Jg. 23, H. 3, S. 493-527. DOI:10.1515/ger-2021-0068
Abstract
"Using detailed establishment-level micro data, this paper analyzes for the German case the hypothesis by Aghion et al. (2019), stating that officially published figures for real output growth would be systematically understated. The effect rests on overstated inflation estimates due to imputed prices for disappearing goods and services varieties, where measurable plant entry and exit dynamics play a crucial rule. Our main results regarding understated real output growth lie in the range of 0.39 to 0.54 average annual percentage points for 1998–2016, which is quite closely in line with existing findings for France, the USA, and Japan (in different periods). We also find that services sectors appear most affected, and that the effect in East Germany is somewhat larger. We investigate different market share proxies, provide additional robustness analysis and also discuss limitations of the approach." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Messung der gefühlten Inflation in Deutschland (2022)
Treu, Johannes; Hartwig, Johannes;Zitatform
Treu, Johannes & Johannes Hartwig (2022): Messung der gefühlten Inflation in Deutschland. (IUBH discussion papers - Business & Management 2022,12), Erfurt, 34 S.
Abstract
"This paper shows that there is a very large difference between the official measured inflation rate with its basket of 650 types of goods and perceived inflation in Germany. While the inflation rate in Germany was 10.0% in September 2022 and 10.4% in October, a nationwide survey revealed that respondents perceived inflation to be 34.15%. At the same time, the paper provides an explanatory approach to explain the perceived inflation using a regression model. It becomes clear that all independent variables are highly significant and provide an explanatory contribution. It also shows that higher inflation concerns lead to a higher estimate of perceived inflation." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Inflation and counter-inflationary policy measures: The case of Germany (2022)
Watt, Andrew;Zitatform
Watt, Andrew (2022): Inflation and counter-inflationary policy measures: The case of Germany. (IMK study / Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung 83-10), Düsseldorf, 22 S.
Abstract
"Germany has suffered an inflationary shock broadly commensurate with that of the Euro Area as a whole, with energy playing a slightly larger, food a somewhat smaller than average role. Because of differences in consumption patterns, the current inflationary surge hits low-income households significantly harder than wealthier ones. In addition, exposure to gas heating, which cuts across income brackets, is an important factor. So far nominal wage increases in response to the price shock have been very muted, with no sign of a price-wage spiral. Policymakers have responded to the crisis with three large packages of increasing size and breadth. The overall stabilisation effect of the measures cannot be quantified ex ante (because it depends on price developments) but will likely represent around two-thirds of the shock. While the packages are judged positively overall, a number of criticisms can be raised. The initial response was hesitant. Not until the autumn were more radical measures, including a gas and electricity price brake announced. Overall, targetting of the measures in favour of vulnerable households has been limited. A number of measures - including the gas price brake, unless last-minute changes are made - benefit wealthier households more than their poorer counterparts in absolute terms. Other measures incentivise higher, rather than lower fossil-fuel consumption. Germany did not come up with a formalised "social pact" to address the crisis, although high-level tripartite discussions were held. Implicit coordination can be made out, however, in which government measures encourage the collective-bargaining parties to limit the pass through of higher current inflation into nominal wages." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Covid-19 crisis, Ukraine war and fear of stagflation: Why we need a new supply Policy (2022)
Zitatform
Weber, Enzo (2022): Covid-19 crisis, Ukraine war and fear of stagflation: Why we need a new supply Policy. In: IAB-Forum H. 19.04.2022 Nürnberg, 2022-04-14. DOI:10.48720/IAB.FOO.20220419.01
Abstract
"Inflation is currently at a record high and will continue to go up as a result of the war in Ukraine and sanctions imposed on Russia. Considering the shortages in the economic environment, there is a risk of stagflation that cannot be coped with by means of demand policy alone. To overcome the crisis, economic potential needs to be expanded. As regards the labour market, the scope and quality of the labour supply and its productivity are to be boosted." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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ifo Konjunkturprognose Herbst 2022: Inflation würgt privaten Konsum ab – deutsche Konjunktur vor hartem Winter (2022)
Wollmershäuser, Timo; Rathje, Ann-Christin; Fourné, Friederike; Šauer, Radek; Möhrle, Sascha; Lay, Max; Ederer, Stefan ; Lehmann, Robert ; Wohlrabe, Klaus ; Zarges, Lara; Link, Sebastian ;Zitatform
Wollmershäuser, Timo, Stefan Ederer, Friederike Fourné, Max Lay, Robert Lehmann, Sebastian Link, Sascha Möhrle, Ann-Christin Rathje, Radek Šauer, Klaus Wohlrabe & Lara Zarges (2022): ifo Konjunkturprognose Herbst 2022. Inflation würgt privaten Konsum ab – deutsche Konjunktur vor hartem Winter. In: ifo Schnelldienst digital, Jg. 3, H. 5, S. 1-12.
Abstract
"Die deutsche Konjunktur kühlt kräftig ab. Die hohen Inflationsraten lassen die realen Einkommen der privaten Haushalte sowie deren Ersparnisse dahinschmelzen und reduzieren ihre Kaufkraft. Während die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2022 noch stagnieren dürfte, wird sie in den beiden Quartalen des Winterhalbjahres voraussichtlich um 0,2 bzw. 0,4% schrumpfen. Damit wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr noch um 1,6% zulegen und dann im kommenden Jahr um 0,3% schrumpfen. Die Inflationsrate wird in diesem Jahr bei durchschnittlich 8,1% liegen und im kommenden Jahr auf 9,3% steigen. Ihren Höhepunkt wird sie voraussichtlich im ersten Quartal 2023 mit etwa 11% erreichen. Im Vergleich zur ifo Konjunkturprognose Sommer 2022 wurden damit insbesondere für das kommende Jahr die Wachstumsprognose deutlich um 4,0 Prozentpunkte herabgesetzt und die Inflationsprognose kräftig um 6,0 Prozentpunkte angehoben. Im Jahr 2024 wird sich die Konjunktur allmählich wieder normalisieren. Die Wirtschaftsleistung dürfte mit 1,8% zulegen und die Inflationsrate auf 2,5% sinken." (Autorenreferat, IAB-Doku)
