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Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 28.10.2026

IAB-Arbeitsmarktbarometer springt über die 100 Punkte Marke

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer liegt erstmals seit Jahresbeginn wieder im leicht positiven Bereich. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) steigt im Oktober um 0,3 Punkte auf 100,1 Punkte. Das European Labour Market Barometer steigt leicht auf 100,2 Punkte.

Die Beschäftigungskomponente für Deutschland verzeichnet mit einem Anstieg von 0,6 Punkten auf 100,1 Punkte das größte Plus seit der Corona-Erholung. Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit hat den Rückschlag vom Jahresbeginn mittlerweile wettgemacht: Sie steigt leicht um 0,1 Punkte auf ebenfalls 100,1 Punkte. Dennoch zeigt sich insgesamt nur Stagnation – klar positive Aussichten gibt es seit 2023 nicht mehr. „Mit stabilerer Konjunktur haben sich die Arbeitsmarktaussichten aus dem Tal gekämpft. Aber für mehr reicht es im Moment noch nicht – zu schwer wiegt die Hypothek der Industriekrise und der demographischen Schrumpfung“, berichtet Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ am IAB.

Das European Labour Market Barometer steigt im Oktober um 0,2 Punkte auf 100,2 Punkte. Einen besseren Wert verzeichnete der Frühindikator des Europäischen Netzwerks der öffentlichen Arbeitsverwaltungen und des IAB zuletzt im Sommer 2023. Die Beschäftigungskomponente springt um 0,5 Punkte auf 100,5 Punkte. „Die europäischen Arbeitsverwaltungen sehen zumindest einen ersten Hoffnungsschimmer, dass der Arbeitsmarkt wieder anzieht“, so Weber. Die Aussichten sind aber noch immer gedämpft, da die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit weiterhin im leicht negativen Bereich verbleibt.

Datengrundlage

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert.

Das European Labour Market Barometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer seit Juni 2018 gemeinsam von den 18 Arbeitsverwaltungen und dem IAB durchgeführten Befragung unter den lokalen oder regionalen Arbeitsagenturen der teilnehmenden Länder basiert. Dazu zählen: Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft, Wallonien), Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Island, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien und Zypern.

Während Komponente A des IAB-Arbeitsmarktbarometers und des European Labour Market Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus diesen beiden Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert der beiden Barometer. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala der Barometer reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Zum Download stehen bereit:

- eine Zeitreihe des IAB-Arbeitsmarktbarometers einschließlich seiner Einzelkomponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ unter www.iab.de/presse/abzeitreihe (xlsx).  

- eine Grafik mit den aktuellen Werten des IAB-Arbeitsmarktbarometers und seiner Komponenten sowie eine Zeitreihengrafik unter https://iab.de/daten/iab-arbeitsmarktbarometer/.   

Eine Zeitreihe des European Labour Market Barometer einschließlich seiner Einzelkomponenten für alle beteiligten Arbeitsverwaltungen ist unter www.iab.de/Presse/elmb-components (xlsx) abrufbar. 

Mehr zum Europäischen Arbeitsmarktbarometer findet sich unter https://iab.de/en/daten/european-labour-market-barometer/.

Weitere Information zum Arbeitskräfteknappheits-Index des IAB finden Sie unter https://iab.de/daten/arbeitskraefteknappheits-index/