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Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 06.08.2026

Ausbildungsstellen­an­gebot und Übernahmen schrumpfen, weiter viele unbesetzte Stellen

Im Jahr 2025 ist die Übernahmequote von Auszubildenden auf 75 Prozent gesunken, nachdem sie 2024 mit 79 Prozent ein Rekordhoch erreicht hat. Der Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze ist auf 30 Prozent zurückgegangen und fällt damit fünf Prozentpunkte geringer aus als in den beiden Vorjahren, bewegt sich jedoch weiterhin auf einem hohem Niveau. Gleichzeitig ist das betriebliche Ausbil­dungsplatzangebot geschrumpft. Diese Verän­derungen spiegeln auch die anhaltende wirtschaftliche Schwäche Deutschlands wider. Das zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Die besten Übernahmechancen hatten Auszubildende in den Bereichen Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, Abfall, im Bereich Finanz- und Versicherungswesen sowie im Bereich der öffentlichen Verwaltung: 2025 wurden rund 90 Prozent der Auszubildenden weiter beschäftigt. Die Übernahmequote in der Land- und Forstwirtschaft liegt nur bei 44 Prozent und bildet mit dem Bereich der personenbezogenen Dienstleistun­gen mit 52 Prozent das Schlusslicht bei den Ausbildungsübernahmen. Im verarbeitenden Gewerbe wurden 2025 77 Prozent aller Auszubildenden übernommen, jedoch ist die Übernahmequote im Vergleich zu 2024 um fünf Prozentpunkte gesunken. Auch die Nichtbesetzungsquote blieb in dieser Branche mit 29 Prozent weiterhin hoch. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr fiel hier allerdings stärker aus als für alle Betriebe insgesamt. Die erneut mit Abstand höchste Nichtbesetzungsquote mit 49 Prozent wies das Baugewerbe auf.

Die Ausbildungsbeteiligung der Betriebe ist zuletzt leicht gesunken: 55 Prozent der ausbildungsberechtigten Betriebe und 29 Prozent aller Betriebe bildeten 2025 aus. Hier spielt auch die stagnierende und unsichere wirtschaftliche Lage eine Rolle. IAB-Forscherin Ute Leber erklärt: „Ungünstige oder unsichere Geschäftserwartungen führen zu etwas größerer Zurückhaltung bei der Übernahme der Auszubildenden oder dem Abschluss neuer Ausbildungsverträge. Das ist insbesondere für das verarbeitende Gewerbe zu beobachten.“

Da sich die Wirtschaftsaussichten durch die Folgen des Iran-Kriegs nochmal verschlechtert haben, könnte das Ausbildungsinteresse der Betriebe im kommenden Jahr noch weiter zurückgehen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge könnte dann sogar unter den Tiefststand von 2020 fallen. „Die Lage ist paradox: Trotz einer steigenden Zahl an Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz ist damit zu rechnen, dass die Nichtbesetzungsquote von Ausbildungsstellen weiter hoch bleiben wird“, so IAB-Forscherin Barbara Schwengler. „Um einen weiteren Einbruch am Ausbildungsmarkt zu vermeiden, müssten Jugendliche und Betriebe besser zusammen gebracht werden“, bilanziert IAB-Direktor Bernd Fitzenberger.

Die Studie beruht auf dem IAB-Betriebspanel, einer repräsentativen jährlichen Wiederholungsbefragung von rund 15.000 Betrieben aller Betriebsgrößen und Branchen. Die Studie und die Daten sind abrufbar unter: https://doku.iab.de/kurzber/2026/kb2026-13.pdf.