Der diesjährige Workshop zur Arbeitsmarktpolitik des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nürnberg widmet sich dem Thema "Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt".
Internationale Arbeitsteilung, Digitalisierung und technologischer Fortschritt stellen Unternehmen vor komplexe, zukunftsentscheidende Fragen, können ganze Wirtschaftszweige bedrohen und viele Arbeitsplätze kosten. So wird zum Beispiel davon ausgegangen, dass Routinearbeiten vermehrt durch Maschinen übernommen werden können und die Nachfrage nach Arbeitskräften in vielen dieser Tätigkeitsfelder langfristig stark sinken wird. Auch politische Entscheidungen und Regulierungen, beispielsweise im Bereich des Umweltschutzes, führen zu Umbrüchen in traditionsreichen Branchen wie der Braunkohleförderung oder der Automobilindustrie. Gleichzeitig ergeben sich durch strukturellen Wandel und die damit einhergehende Verschiebung der Arbeitsnachfrage neue Arbeitsfelder und Berufsbilder in aufstrebenden Wirtschaftszweigen.
Dabei entstehen unter anderem neue Erwerbsbiografien, die oft kaum noch der traditionellen Vorstellung von langfristigen Anstellungsverhältnissen und Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb eines Betriebes entsprechen. Vielmehr sind sie geprägt von häufigeren Wechseln des Arbeitgebers und zahlreichen Perioden der Weiterbildung. Auch Personen, die ihren Arbeitsplatz durch eine Betriebsschließung verloren haben, müssen sich der Herausforderung des lebenslangen Lernens stellen, um den Anschluss auf dem Arbeitsmarkt nicht zu verlieren. Vor diesem Hintergrund diskutiert der 16. IWH/IAB-Workshop zur Arbeitsmarktpolitik die Auswirkungen strukturellen Wandels auf Regionen, Branchen, Betriebe und einzelne Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
