Archiv: IAB-Veranstaltungen
Stabilität und Wandel in den Berufs- und Bildungsaspirationen in Übergängen: methodische und inhaltliche Erkenntnisse aus der Mixed methods Studie „Wege in die Zukunft“
Am Ende der Pflichtschulzeit müssen Jugendliche an Neuen Mittelschulen entscheiden, ob sie eine Berufsausbildung beginnen oder eine weiterführende Schule besuchen. Die Entscheidungen an diesem Übergang werden von Aspirationen geformt, die sich aber selbst am Übergang verändern und anpassen. In der Mixed Methods Panelstudie “Wege in die Zukunft” an der Universität Wien haben wir Muster von Stabilität und Wandel von Berufs- und Bildungsaspirationen Jugendlicher in Wien untersucht. Basierend auf drei Wellen qualitativer Längsschnittbefragungen haben wir eine Typologie zu Verlaufsmustern in Berufs- und Bildungsorientierungen entwickelt und das soziale Umfeld, den Möglichkeitsraum und Selbstkonzepte als wichtige Faktoren herausgearbeitet. In statistischen Analysen von drei Panelsurvey-Wellen haben wir darüber hinaus den Einfluss soziodemographischer Merkmale und Schulleistungen auf diese Verlaufsmuster beleuchtet und in einem Joint Display in die Typologie integriert. Die Kombination qualitativer und quantitativer Daten führte zu komplementären Erkenntnissen und einem nuancierteren Verständnis von Bildungs- und Berufsorientierungsprozessen. Generell haben Mixed Methods Längsschnitt-Studien viel Potential für die Untersuchung von Prozessen, sie sind aber voraussetzungsreich und herausfordernd. Neben inhaltlichen Erkenntnissen aus der Studie werde ich daher auch methodische Grundlagen, Konzeptualisierungen und Praktikalitäten von Mixed Methods Längsschnittforschung präsentieren.
Performance costs and benefits of collective turnover: A theory-driven measurement framework and applications
Regional economies in times of crises, demographic ageing and structural change
Krise der dualen Ausbildung?
Das OECD Berlin Centre und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) laden Sie herzlich ein zu Vortrag und Diskussion.
Der Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern entwickelte sich in den letzten Jahren immer mehr zum Hemmnis bei der Besetzung von Ausbildungsstellen. Während der Covid-19-Krise hat sich die Lage verschärft, weil viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger ihre Suche nach Ausbildungsplätzen zumindest aufgeschoben haben. Dabei stellt sich allerdings die Situation auf regionaler Ebene durchaus unterschiedlich dar. Und trotz der hohen Zahl an unbesetzten Ausbildungsstellen findet eine hohe Zahl an Jugendlichen keinen Zugang in die duale Ausbildung. Auf Basis der Analysen der OECD und des IAB soll diskutiert werden, wie junge Leute für die Angebote der dualen Berufsausbildung gewonnen werden können und was die Betriebe, Sozialpartner und die Politik jetzt tun sollten.
Migrantenorganisationen und soziale Sicherung
Im Kontext der verschiedenen Migrationsbewegungen der vergangenen Jahre entwickelte sich ein breites Spektrum lokaler, nationaler und transnationaler sozialer Sicherungspraktiken in mehrdimensionalen Ordnungsräumen. Das Forschungsprojekt "Migrantenorganisationen und die Ko-Produktion sozialer Sicherung – Eine Mehr-Ebenen-Analyse migrantischer Praktiken in wohlfahrtsstaatlichen Arrangements" untersuchte von Mai 2021 bis Februar 2023 die Transformation institutioneller und informeller sozialer Sicherung, unter Bedingungen von Migration, Transnationalisierung und Globalisierung, am Beispiel von Migrantenorganisationen, die zu wichtigen Adressaten politischer Interventionen geworden sind.
In drei Arbeitspaketen standen diese Fragestellungen im Vordergrund:
- Wie adressiert die politische Ebene soziale Risiken von zugewanderten Bevölkerungsgruppen?
- Wie wird auf Ebene von lokalen Migrantenorganisationen auf diese Herausforderung reagiert?
- Wie werden die formellen und informellen Sicherungsstrukturen von zugewanderten Personen tatsächlich für ihre Ziele genutzt?
Das Duisburger Team des Verbundprojektes gibt einen kurzen Einblick in die erhobenen Daten und Ergebnisse des Gesamtprojektes und fokussiert sich dann auf die Rolle von Migrantenorganisationen im transformierten Sozialstaat.
Automated classification for open-ended questions + Hammock Plots
Current Perspectives on Spatial Mobilities
Jointly organized with: Spatial Mobility Working Group of the Urban and Regional Sociology Section of the German Sociological Association (DGS).
Household Labor Supply Elasticities: Evidence from Cross-Border Workers
After the Swiss National Bank unexpectedly abandoned a minimum exchange rate policy in 2015, the Swiss franc appreciated by more than 10 percent against the Euro. The appreciation implied a sudden increase in real wage incomes for over 40,000 German cross-border commuters into Switzerland. We use this exchange rate shock to estimate the own-wage and cross-spouse labor supply elasticities from administrative tax returns data and find a 5% drop in taxable income for cross-border workers and a 1.5% reduction in taxable income for cross-border worker spouses. We provide evidence for intensive margin adjustments in hours worked consistent with these estimates.
MeToo in der Wissenschaft – Intervention und Prävention
Sexismus und sexualisierte Gewalt sind Formen der Geschlechterdiskriminierung, Verstöße gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung und Angriffe auf die Würde und Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Sie dienen im beruflichen Umfeld als Instrument der Machtausübung und Machtsicherung und können als „Platzverweis“ eingesetzt werden, um z. B. die Konkurrenz auszuschalten.
In der Wissenschaft bestehen angesichts befristeter Verträge und notwendiger Qualifizierungsphasen Abhängigkeiten, die nicht nur eine ungleiche Machtverteilung widerspiegeln. Diese Abhängigkeiten können unter Umständen dazu führen, dass unangemessenes Verhalten toleriert und nicht geahndet wird. Begünstigt wird dies durch eine Verengung auf Einzelfälle und das Ausblenden struktureller Faktoren sowie begrenzter fundierter Forschung zum Themenkomplex.
Arbeitgeber*innen und Vorgesetzte sind verpflichtet, ihre Beschäftigten, Promovend*innen, Gastwissenschaftler*innen vor sexualisierter Diskriminierung und Gewalt zu schützen und die tatsächliche Häufigkeit des Phänomens aktiv zu bekämpfen.
Der Impulsvortrag informiert zur Problematik und der Dimension des Phänomens in der Wissenschaft. Rechte, Pflichten (AGG) und Handlungsmöglichkeiten werden anhand der Erkenntnisse an der Charité Universitätsmedizin vorgestellt. Maßnahmen zur Prävention und Intervention werden praxisnah mit den Teilnehmenden diskutiert.
