Der Vortrag geht der Frage nach, warum Menschen so häufig auf Grundsicherungsleistungen bei Arbeitslosigkeit bzw. Grundsicherungsleistungen im Alter und bei Erwerbsminderung verzichten. Es werden empirische Befunde aus einem Mixed-Methods-Projekt vorgestellt. Quantitativ wird anhand des SOEP-IS (2020) gezeigt, welche Personengruppen Vorbehalte gegenüber eine Inanspruchnahme haben und welche Hürden aus subjektiver Sicht ausschlaggebend sind. Qualitativ wird mithilfe episodischer Interviews (N=24) das Zusammenspiel unterschiedlicher Beweggründe rekonstruiert.
Archiv: IAB-Veranstaltungen
Great Recession Babies: How Are Startups Shaped by Macro Conditions at Birth?
Labor Demand and Workforce Diversity: Evidence from Two Natural Experiments
5th Forum “Higher Education and the Labour Market“ (HELM)
Program and registration at: https://eveeno.com/HELM2023
Workshop “Social Policy”
Moving the Needle: What Tight Labor Markets Do for the Poor
Marriage and Divorce under Labor Market Uncertainty
Matching Workers’ Skills and Firms’ Technologies: From Bundling to Unbundling
Estimating returns to special education: combining machine learning and text analysis to address confounding
Regionalspezifische Digitalisierung und ihre Rolle für Zugänge zur Berufsausbildung
Der technologische und digitale Wandel hat zu grundlegenden strukturellen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt geführt, die neue Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich bringen, wie die Polarisierung von Beschäftigung und Löhnen. Während sich frühere Studien auf die nationale oder berufliche Ebene konzentrieren, ist jedoch wenig über die Auswirkungen von Digitalisierung auf der Mikroebene bekannt, einschließlich des Zugangs Jugendlicher zum Berufsbildungssystem. Die Gruppe der Berufsbildungssuchenden ist nicht nur im Hinblick auf die Sicherung hochqualifizierter Arbeitskräfte von besonderem Interesse, sondern auch, weil der Übergang in die erste Berufsbildung die Weichen für das spätere Arbeitsleben stellt.
Darüber hinaus ist angesichts der Heterogenität von Regionen davon auszugehen, dass Digitalisierungsprozesse nicht überall in gleichem Tempo stattfinden, sondern durch gesellschaftliche und regionale Strukturen geprägt sind. Obwohl bisherige Forschungen auf die entscheidende Rolle lokaler Arbeitsmarktbedingungen für Berufsbildungssuchende hinweisen, wurde die Relevanz regionaler Unterschiede in der Digitalisierung bisher weitgehend vernachlässigt. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt könnte regionalspezifische Digitalisierung jedoch insbesondere für Ausbildungsberufe relevant sein, da die betriebliche (duale) Ausbildung weit verbreitet und die Unternehmen in lokale Strukturen eingebettet sind.
Neben der Vorstellung eines neu entwickelten Digitalisierungsindex auf der Ebene von Landkreisen und kreisfreien Städten, stellen wir erste Ergebnisse aus zwei Teilprojekten vor, in denen der Index als Prädiktor Anwendung findet. Das erste Projekt beschäftigt sich mit regionalspezifischen Verdrängungsprozessen geringqualifizierter Ausbildungssuchender und geht der Frage nach, welche Mechanismen diesen Verdrängungsprozessen zugrunde liegen. Ist es nur der Wettbewerb zwischen Schulabgängern auf dem Ausbildungsmarkt, die veränderte Berufsstruktur durch die Digitalisierung oder beides? Das zweite Teilprojekt geht der Frage nach, ob regionalspezifische Digitalisierung mit Zugängen zu statushöheren Berufen verbunden ist und somit eine neue Bruchlinie sozialer Ungleichheit darstellt. Für beide Teilprojekte werden Subgruppenanalysen nach ungleichheitsrelevanten Schlüsselkategorien vorgestellt, um tiefere Einblicke in relevante Mechanismen zu gewinnen.
