Männer schrauben, Frauen pflegen – Berufliche Geschlechtersegregation in Deutschland
Die geschlechtsspezifische berufliche Spaltung des Arbeitsmarktes verändert sich seit Jahren kaum. Noch immer scheinen gesellschaftliche Rollenmodelle und Geschlechterstereotype die Berufswahl zu bestimmen und können auch auf Seiten der Unternehmen die Personalauswahl beeinflussen. Sowohl wegen der damit einhergehenden Lohnungleichheiten als auch angesichts des veränderten Fachkräftebedarfs werden vermehrt Strategien diskutiert, "Frauenberufe" und "Männerberufe" für das jeweils andere Geschlecht attraktiver zu machen.
Diese Infoplattform stellt eine Auswahl aktueller wissenschaftlicher Beiträge zum Thema zusammen.
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Literaturhinweis
Technological progress, occupational structure and gender gaps in the German labour market (2026)
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Bachmann, Ronald & Myrielle Gonschor (2026): Technological progress, occupational structure and gender gaps in the German labour market. In: International Journal of Manpower, Jg. 47, H. 2, S. 403-422. DOI:10.1108/ijm-10-2024-0711
Abstract
"Purpose: This study examines whether advances in technology and shifts in the occupational structure have enhanced women's position within the labour market. It answers the following research questions: First, how has the occupational employment structure evolved over the last decades, and how is this related to gender gaps? Second, which factors explain the gender gap and its narrowing over time? Design/methodology/approach: We use individual-level panel data from the Socio-Economic Panel (SOEP) for West Germany over the period 1985–2017 and individual-level task data from the BIBB Employment survey. We use the task intensity of an occupation and the task group an occupation belongs to as proxies for technological change. To analyze explanatory factors, we use a Blinder-Oaxaca decomposition. Findings: Women are increasingly engaging in non-routine manual and interactive occupations. The concurrent narrowing of the gender wage gap is attributable to declining gender wage gaps within task groups rather than between them. Observable factors, such as education have grown in importance to the gender wage gap, whereas the importance of unexplained factors has strongly declined. Technological change plays no significant role in the evolution of the gender wage gap. By contrast, part-time employment exerts a substantial influence on the gender wage gap. Originality/value: Our analysis includes part-time and high-skilled workers frequently excluded from other studies. The use of individual-level data combined with task information for occupations facilitates the examination of long-run developments such as technological change both between and within task groups." (Author's abstract, IAB-Doku, © Emerald Group) ((en))
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Can vocational role models change the gendered perception of STEM VET occupations? Results from an intervention study in Germany (2026)
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Beckmann, Janina, Ermioni Athanasiadi & Mona Granato (2026): Can vocational role models change the gendered perception of STEM VET occupations? Results from an intervention study in Germany. In: Research in Social Stratification and Mobility, Jg. 104. DOI:10.1016/j.rssm.2026.101166
Abstract
"In the German vocational education and training (VET) system, female apprentices are strongly underrepresented in STEM professions, where there is also a general shortage of skilled workers. In this study, we look at whether a vocational role model intervention of apprentices visiting schools could reduce gender differences in students’ aspirations toward VET STEM professions and change their gendered perception of these occupations in terms of their occupational knowledge, self-efficacy, and perception of tasks as interesting. Based on a regional sample of male and female secondary school students in Germany surveyed in 2022 and 2023, our results indicate that students still hold gendered career aspirations, self-efficacy, and knowledge with respect to STEM VET occupations. Based on a non-equivalent control group design, we find that the role model intervention with mainly male role models can reduce these gendered perceptions to some extent, with female students developing greater occupational knowledge and higher career aspirations. These findings suggest that real-life vocational role models can serve as a promising career orientation approach in the context of VET to reduce gendered perceptions and aspirations in the career choice process." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2026 The Authors. Published by Elsevier Ltd.) ((en))
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Freund*in und Helfer*in? Frauen sind bei Polizei, Rettungsdienst und insbesondere der Feuerwehr unterrepräsentiert (2026)
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Bindler, Anna, Felix Böttger & Katharina Wrohlich (2026): Freund*in und Helfer*in? Frauen sind bei Polizei, Rettungsdienst und insbesondere der Feuerwehr unterrepräsentiert. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 93, H. 18, S. 259-267. DOI:10.18723/diw_wb:2026-18-1
Abstract
"Frauen sind in Erstretterberufen – dazu zählen Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr – unterrepräsentiert. Zwar ist der Frauenanteil im Rettungsdienst undbei der Polizei in den vergangenen Jahren gestiegen, lag zuletzt aber weiter nur bei 34 Prozent (Rettungsdienst) beziehungsweise 28 Prozent (Bundespolizei) und 35 Prozent (Durchschnitt Landespolizei). In den Berufsfeuerwehren ist der Anteil mit unter drei Prozent noch einmal deutlich geringer. Dies ist bemerkenswert, da der Mädchen- beziehungsweise Frauenanteil in der Jugendfeuerwehr und in der Freiwilligen Feuerwehr mit 31 und elf Prozent deutlich höher liegt. Zudem sind die berufsspezifischen Belastungen für Beschäftigte im Rettungsdienst und in der Feuerwehr ähnlich hoch. Mögliche Gründe für den besonders geringen Frauenanteil in der Berufsfeuerwehr sind unter anderem institutionelle Zugangsvoraussetzungen (etwa berufliche Voraussetzungen) sowie geschlechterstereotype Zuschreibungen, die mit diesem Beruf verbunden sind. Da der Arbeitskräftemangel in den systemrelevanten Erstretterberufen groß ist, sollte die Politik mit einer Überprüfung der Zugangsvoraussetzungen und Informationskampagnen versuchen, mehr Frauen für dieses Berufsfeld zu gewinnen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Geschlechtergerecht gestalten: Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (2026)
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Bothfeld, Silke, Christian Hohendanner, Petra Schütt & Aysel Yollu-Tok (Hrsg.) (2026): Geschlechtergerecht gestalten. Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Frankfurt: Campus Verlag, 471 S. DOI:10.12907/978-3-593-45932-5
Abstract
"Trotz zahlreicher Bemühungen und Erfolge in der Gleichstellungspolitik seit Ende der 1990er Jahre bestehen in der Praxis nach wie vor erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt. Frauen haben nach wie vor geringere Erfolgsaussichten beim Zugang und beim Verbleib in Beschäftigung, ihre Bezahlung und ihre Aufstiegsmöglichkeiten sind schlechter. Die Beiträge dieses Bandes bieten einen umfassenden Überblick über die aktuelle geschlechtsbezogene Arbeits(marktpolitik-)forschung. Mit einem multiperspektivischen Blick auf den vergeschlechtlichten Arbeitsmarkt gelingt es dem Band, historische Aspekte, Gegenwartsanalysen sowie gesellschaftliche Transformationsprozesse und Lösungsansätze zu verbinden." (Verlagsangaben, IAB-Doku)
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Einleitung: Möglichkeiten und Grenzen einer geschlechtergerechten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (2026)
Zitatform
Bothfeld, Silke, Christian Hohendanner, Petra Schütt & Aysel Yollu-Tok (2026): Einleitung: Möglichkeiten und Grenzen einer geschlechtergerechten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. In: S. Bothfeld, C. Hohendanner, P. Schütt & A. Yollu-Tok (Hrsg.) (2026): Geschlechtergerecht gestalten. Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, S. 9-26.
Abstract
"Wer über Geschlechtergerechtigkeit spricht, kommt an der begrifflichen Unterscheidung zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellungspolitik nicht vorbei. Diese Differenz ist grundlegend für das Verständnis politischer, sozialer und ökonomischer Maßnahmen zur Überwindung geschlechterbezogener Ungleichheiten. Gleichberechtigung meint die rechtlich garantierte Gleichheit von Frauen und Männern – wie sie etwa in Artikel 3 des Grundgesetzes verankert ist. Sie garantiert allen Menschen denselben Zugang zu Rechten: zum Bildungssystem, zum Arbeitsmarkt, zu politischen Ämtern. Doch so unverzichtbar diese rechtliche Grundlage ist, so unzureichend ist sie, wenn es um die tatsächliche Teilhabe in einer nach wie vor von struktureller Ungleichheit geprägten Gesellschaft geht. Hier setzt die Gleichstellungspolitik an: Sie begnügt sich nicht mit der formalen Gleichheit, sondern zielt auf faktische Chancengleichheit. Für die Gleichstellung der Geschlechter wurde daher im Artikel 3 Abs. 2 (»Männer und Frauen sind gleichberechtigt.«) 1994 der Zusatz aufgenommen »Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin«. Die Gleichstellungspolitik soll in diesem Sinne bestehende Benachteiligungen – etwa beim Einkommen, bei der Verteilung von Sorgearbeit, beim Zugang zu Führungspositionen oder in den sozialen Sicherungssystemen – sichtbar machen und Instrumente entwickeln, um Ungleichheiten abzubauen. Gleichstellungspolitik bedeutet nicht Privilegierung oder Sonderbehandlung, sondern sie ist Ausdruck eines demokratischen Gestaltungsauftrags: Sie soll sicherstellen, dass Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier steht, sondern im gesellschaftlichen Alltag wirksam wird. Dieser Sammelband greift zentrale Fragen dieser Gestaltungsaufgabe im Rahmen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik auf und versammelt Beiträge, die sich mit geschlechterbezogenen Ungleichheiten am Arbeitsmarkt und im Sozialstaat befassen – empirisch fundiert, theoretisch reflektiert und mit einem gemeinsamen Ziel: Geschlechtergerechtigkeit nicht nur zu fordern, sondern Hinweise und Vorschläge für die Gestaltung von konkreten Strukturen und politischen Maßnahmen zu präsentieren." (Textauszug, IAB-Doku)
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Berufliche Geschlechtersegregation in Deutschland: Entwicklungen, Erklärungen, regionale und qualifikatorische Unterschiede (2026)
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Bächmann, Ann-Christin, Michaela Fuchs, Volker Kotte & Brigitte Schels (2026): Berufliche Geschlechtersegregation in Deutschland: Entwicklungen, Erklärungen, regionale und qualifikatorische Unterschiede. In: S. Bothfeld, C. Hohendanner, P. Schütt & A. Yollu-Tok (Hrsg.) (2026): Geschlechtergerecht gestalten. Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, S. 175-190, 2025-02-10.
Abstract
"Die berufliche Geschlechtersegregation erweist sich als zentrales und persistentes Charakteristikum des deutschen Arbeitsmarktes. Geschlecht fungiert als soziale Ordnungsstruktur im Prozess der Berufswahl und des Matching von Personen zu Stellen (Buchmann/Kriesi 2012). Wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Entwicklungen der letzten Jahrzehnte konnten zwar zu einer leichten Reduzierung der Segregation beitragen, die berufliche Trennung von Männern und Frauen aber bei weitem nicht auflösen. Sie variiert zudem stark zwischen Regionen und Qualifikationsniveaus. Der Überwindung der beruflichen Geschlechtersegregation wird eine Schlüsselrolle für die Bewältigung der Herausforderungen im Wandel der Arbeitswelt zugeschrieben (Nationale Akademie der Wissenschaften/Union der deutschen Akademien der Wissenschaften 2024). Gerade vor dem Hintergrund steigender Fachkräftebedarfe müssen politische Handlungsmöglichkeiten zur Reduzierung beruflicher Geschlechtersegregation stärker ausgeschöpft werden. Gesellschaftlich wäre dieses Ziel zudem erstrebenswert, um jungen Menschen eine »freie Berufswahl« nach Talenten und Interessen zu ermöglichen, die nicht von Geschlechterstereotypen beschränkt wird. Politische Stellschrauben zu identifizieren, gestaltet sich vor dem komplexen Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren, wie Geschlechterstereotypen, Rollenvorstellungen, Interessen und Präferenzen, die in Angebot und Nachfrage hineinwirken, als herausfordernd. Bisherige Initiativen wie etwa der girls’ day oder boys’ day zeigen wenig Wirkung, was mitunter auch daran liegen mag, dass sie relativ spät in der Jugend ansetzen, wenn Vorstellungen zur Geschlechtstypik von Berufen schon geprägt wurden (siehe auch Jeanrenaud in diesem Band). Empirisch zeigt sich, dass bspw. Rollenvorbilder einen Beitrag leisten können, um Segregationsmuster zu durchbrechen (Beckmann u.a. 2023). Zudem könnte mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem, etwa zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung, Möglichkeiten eröffnen, frühe geschlechtstypische Entscheidungen zu revidieren (Imdorf u.a. 2016). Auch die Adaption der Arbeitsbedingungen und -organisation in segregierten Berufsfeldern kann ein Ansatzpunkt sein, bspw. könnte eine bessere Bezahlung in Pflegeberufen diesen Bereich auch für junge Männer attraktiver machen. Mit Blick in die Zukunft ist abzuwarten, wie sich die zentralen Arbeitsmarktentwicklungen der kommenden Jahre auf die berufliche Trennung von Männern und Frauen auswirken. Neben dem Fachkräftemangel könnten gerade die zunehmende Digitalisierung von Arbeitsprozessen und Tätigkeiten sowie die Entwicklung neuer Berufe in der sogenannten »neuen Arbeitswelt« zusätzliche Dynamik in die berufliche Trennung der Geschlechter bringen. Erste Erkenntnisse verweisen jedoch darauf, dass diese Entwicklungen bekannte Geschlechterunterschiede eher reproduzieren als verringern (z.B. Genz/Schnabel 2023; Petroff/Fierro 2023). Zentral wird es sein, auch in Zukunft die Entwicklung der beruflichen Geschlechtersegregation und ihre Ursachen und Auswirkungen empirisch zu untersuchen und die Ergebnisse im gesamtgesellschaftlichen Diskurs zu berücksichtigen." (Textauszug, IAB-Doku)
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The Gender of Opportunity: How Gendered Job Titles Affect Job Seeker Attraction (2026)
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Gorny, Paul M., Petra Nieken & Martin Trenkle (2026): The Gender of Opportunity: How Gendered Job Titles Affect Job Seeker Attraction. (CESifo working paper 12721), München, 47 S.
Abstract
"Recruitment signals shape applicant pools. Across three studies, we examine whether genderfair (vs. generic masculine) German job titles affect application behavior and job seekers' beliefs about organizational culture. In a large-scale pre-registered field experiment, gender-fair titles increase female applications and clicks in Business & Management where priors are flexible by about 50 %. There is no average effect in categories with less flexible priors consistent with a signaling model. Eye-tracking evidence shows effects reflect belief updating, not visual salience, and an online study supports gender-fair language as a credible equality signal. We find no male backlash." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Occupational gender segregation: what can we learn from computer use trends? (2026)
Zitatform
Herzberg-Druker, Efrat (2026): Occupational gender segregation: what can we learn from computer use trends? In: Social forces, Jg. 105, H. 1, S. 299-320. DOI:10.1093/sf/soaf180
Abstract
"This study posits to an intricate interrelation between changes in occupational gender segregation (OGS) and the rise in computer use in the workplace in the United States. I posit that two contrasting mechanisms underpin this relation. Firstly, computerization has contributed to a more balanced gender distribution in certain professions, previously dominated by men, due to a decrease in physical tasks in occupations, thereby reducing OGS. Conversely, in other occupations, heightened computer use has increased Science, Technology, Engineering, and Mathematics (STEM) knowledge requirements, thus restricting women’s integration and reproducing OGS.My empirical analysis, utilizing fixed-effects regression models, lagged models, ordinary least squares (OLS) models, and mediation analysis on a comprehensive dataset of the United States Census, American Community Survey, and Occupational Information Network data, confirms a significant association between computer use and OGS. The physical attributes of occupations and their required STEM knowledge components emerge as critical factors. These contradictory mechanisms—one involving reduced physical demands and the other increased required STEM knowledge—ultimately maintain a stable OGS level." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Bound by Tradition: Cultural Gender Norms and Occupational Choice (2026)
Zitatform
Irmert, Natalie (2026): Bound by Tradition: Cultural Gender Norms and Occupational Choice. (Working papers / Department of Economics, Lund University 2026,05), Lund, 80 S.
Abstract
"This paper investigates whether cultural gender norms about occupations, defined as a society's perception of what is appropriate work for men and women, contribute to persistent gender-stereotypical occupational choice. Using large-scale international survey data and high-quality administrative records, I study whether second-generation immigrant men (women) are less likely to work in an occupation that is perceived as female (male)-typical work in their country of ancestry. I find robust evidence that men, but not women, adhere to occupation-specific cultural gender norms: men are less likely to work in an occupation that is perceived as female work in their country of ancestry, while there is no such effect for women. To investigate mechanisms behind this result, I design an international survey experiment. The results corroborate the gender asymmetry found in the observational data and reveal a social perception penalty for men in heavily female-dominated occupations, but no comparable consistent penalty for women in male-dominated fields. Taken together, the findings of this paper suggest that persistent social norms are a key factor behind the slow integration of men into female-dominated occupations." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Gendered Attitudes or Structural Barriers? Men Front Line Workers' Perspectives on What Keeps Men out of Paid Care Work in Australia (2026)
Zitatform
Roberts, Steven, Elsie Foeken, Karla Elliott & Riikka Prattes (2026): Gendered Attitudes or Structural Barriers? Men Front Line Workers' Perspectives on What Keeps Men out of Paid Care Work in Australia. In: The British journal of sociology, S. 1-11. DOI:10.1111/1468-4446.70086
Abstract
"Gender segregation in paid care work offers a critical lens for understanding how gender inequality is reproduced in contemporary societies. While much research has explained men's absence from paid care through cultural and identity-based accounts, less has been done to examine the structural mechanisms that sustain the feminisation of care. This paper addresses that gap by analysing men's experiences in frontline aged and disability care in Australia. Drawing on qualitative data from 41 men across 13 focus groups and 32 follow-up interviews, we find that anxiety around maintaining masculine identities is not a significant barrier. Gender operates primarily through structural and informational processes that make care work insecure, undervalued, and poorly understood. These challenges reflect the gendered devaluation of feminised labour, but are not primarily rooted in masculine identity conflict. We suggest that greater analytic attention to structural barriers is needed, alongside existing insights into identity and agency." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Occupational and familial long-term effects of gender role attitudes (2026)
Zitatform
Ullrich, Ricarda, Michael Becker & Jan Scharf (2026): Occupational and familial long-term effects of gender role attitudes. In: International Journal of Behavioral Development, S. 1-16. DOI:10.1177/01650254261428033
Abstract
"Gender role attitudes can explain gender differences in occupational success and familial and domestic responsibilities. These attitudes are especially salient during emerging adulthood as young adults lay the first foundations for their future career paths and familial decisions. We aim to determine whether gender role attitudes in young adulthood have long-term consequences for occupational success and familial and household responsibilities 9 (M age = 31) and 18 years (M age = 40) later. The question will be addressed by using three waves of a longitudinal dataset from Germany (N = 4,812). Gender role attitudes were assessed in young adulthood in 2000/2001 (M age = 22), while the occupational success indicators, full-time employment, income, occupational prestige, and sector, as well as familial and household responsibilities, were assessed in the year 2009/2010 (M age = 31) and 2018 (M age = 40). The results show positive bivariate associations between young women’s gender role attitudes and their income and prestige at ages 31 and 40. For men, more egalitarian gender role attitudes were linked to lower income at age 31 when accounting for background characteristics. A positive significant bivariate association emerged between men’s early gender role attitudes and their occupational prestige at ages 31 and 40." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Auf anderen Wegen: Geschlechtsuntypische Berufsausbildungen im Erwerbsverlauf (2026)
Wagner, Pia; Dorau, Ralf; Fournier, Lisa;Zitatform
Wagner, Pia, Lisa Fournier & Ralf Dorau (2026): Auf anderen Wegen: Geschlechtsuntypische Berufsausbildungen im Erwerbsverlauf. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, Jg. 55, H. 1, S. 48-52.
Abstract
"Geschlechtsuntypische Ausbildungen könnten das Potenzial haben, die Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt abzubauen und geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu verringern. Studien deuten jedoch auf schlechtere Verwertungsperspektiven dieser Ausbildungsabschlüsse hin. Um diese näher zu beleuchten, werden im Beitrag Herausforderungen identifiziert, mit denen Personen im weiteren Erwerbsverlauf konfrontiert sind, wenn sie sich für eine Ausbildung in einem vom anderen Geschlecht dominierten Beruf entschieden haben. Grundlage sind Interviews mit Personen, die ihren geschlechtsuntypischen Ausbildungsberuf verlassen haben, sowie Expertinnen- und Experteninterviews." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Why do they leave? Examining dropout behaviour in gender-atypical vocational education and training in Germany (2025)
Zitatform
Beckmann, Janina (2025): Why do they leave? Examining dropout behaviour in gender-atypical vocational education and training in Germany. In: Journal of vocational education and training, Jg. 77, H. 2, S. 297-321. DOI:10.1080/13636820.2023.2211546
Abstract
"Germany’s VET system is highly gender-segregated and marked by high dropout rates. This article investigates the dropout behaviour of apprentices in gender-atypical training occupations. First, we investigate whether gender-atypical apprentices drop out at a higher rate than their majority peers. Second, we examine differences in the self-reported reasons for dropping out among gender-typical and gender-atypical apprentices. Results show that gender-atypical apprentices, and particularly males in female-dominated occupations, are more likely to prematurely leave their apprenticeship. The self-reported reasons for dropping out differed by gender minority status: female minorities were more likely to drop out due to a lack of social integration, while male minorities were more likely to drop out due to unfulfilled aspirations in comparison to the gender majority. These results show that gender-specific perceptions and experiences are related to the higher dropout rates of gender-atypical apprentices." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Who You Gonna Call? Gender Inequality in External Demands for Parental Involvement (2025)
Zitatform
Buzard, Kristy, Laura K. Gee & Olga B. Stoddard (2025): Who You Gonna Call? Gender Inequality in External Demands for Parental Involvement. (NBER working paper / National Bureau of Economic Research 33775), Cambridge, Mass, 94 S.
Abstract
"Gender imbalance in time spent on child rearing causes gender inequalities in labor market outcomes, human capital accumulation, and economic mobility. We conduct a large-scale field experiment with a near-universe of US schools to investigate a potential source of inequality: external demands for parental involvement. Schools receive an email from a fictitious two-parent household and are asked to call one of the parents back. Mothers are 1.4 times more likely than fathers to be contacted. We decompose this inequality and demonstrate that the gender gap in external demands is associated with various measures of gender norms. We also show that signaling a father's availability substantially changes the gender pattern of callbacks. Our findings underscore a process through which agents outside the household contribute to within-household gender inequalities." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Gender convergence in all areas: Is it a myth? (2025)
Zitatform
Coskun, Sena (2025): Gender convergence in all areas: Is it a myth? In: IAB-Forum H. 29.08.2025, 2025-08-27. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250829.02
Abstract
"While men and women are increasingly found in the same occupations, a surprising trend has emerged: Sectors are becoming more gender-segregated over time. Are these patterns shaped by discriminatory hiring practices or by individual preferences? Examining this question offers new insights into the complex dynamics behind gendered labour market outcomes." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Veränderungen am deutschen Arbeitsmarkt - Einflüsse und Entwicklungen: Stellungnahme des IAB zur Anhörung beim Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am 9.7.2025 (2025)
Hummel, Markus; Zika, Gerd ; Kunaschk, Max ; Weber, Enzo ; Popp, Martin ; Kovalenko, Tim ; Schmidtke, Julia ; Kohaut, Susanne ; Schwengler, Barbara ;Zitatform
Hummel, Markus, Susanne Kohaut, Tim Kovalenko, Max Kunaschk, Martin Popp, Julia Schmidtke, Barbara Schwengler, Enzo Weber & Gerd Zika (2025): Veränderungen am deutschen Arbeitsmarkt - Einflüsse und Entwicklungen. Stellungnahme des IAB zur Anhörung beim Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am 9.7.2025. (IAB-Stellungnahme 02/2025), Nürnberg, 18 S. DOI:10.48720/IAB.SN.2502
Abstract
"Zur Vorbereitung des Jahresgutachtens 2025/2026 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wurde das IAB um seine Expertise zur Einschätzung der folgenden Themen gebeten: - Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts - Auswirkungen der Handelspolitik, des Sondervermögens Infrastruktur und der erhöhten Verteidigungsausgaben auf den Arbeitsmarkt - Entwicklung der Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe - Auswirkungen der informellen Pflege auf den Arbeitsmarkt. Die Erkenntnisse, die das IAB bereits Juli 2025 hierzu vorgelegt hat, werden in der vorliegenden Stellungnahme zusammengefasst." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Hummel, Markus; Zika, Gerd ; Kunaschk, Max ; Weber, Enzo ; Popp, Martin ; Kovalenko, Tim ; Schmidtke, Julia ; Kohaut, Susanne ; Schwengler, Barbara ; -
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Gender Role Attitudes and the Reproduction of Occupational Sex Segregation: An Analysis of Attitudes towards Women’s Voluntary Childlessness in Europe (2025)
Zitatform
Insarauto, Valeria & Danilo Bolano (2025): Gender Role Attitudes and the Reproduction of Occupational Sex Segregation: An Analysis of Attitudes towards Women’s Voluntary Childlessness in Europe. In: Work, Employment and Society, Jg. 39, H. 6, S. 1415-1439. DOI:10.1177/09500170251348821
Abstract
"This article contributes to the literature on gender role attitudes and the reproduction of occupational sex segregation by investigating how attitudes towards women’s voluntary childlessness relate to the embeddedness of individuals in sex-typed occupations. While previous studies have found that more favorable attitudes are more common among women than men, they have not established why this is so. We argue that the differing allocation of men and women to sex-typed occupations carries gender-specific pressures towards gender-role congruence, which are likely to shape the perceived costs of motherhood and, hence, attitudes towards female childlessness differently. We test this argument by drawing on European Social Survey data. Findings show that women with more favourable attitudes are most likely to work in male-dominated occupations and hold high-status positions, highlighting the enduring force and differentiated saliency of gender beliefs across sex-segregated occupations. We discuss the implications for the reproduction of occupational sex segregation." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Can women bridge the gender class gap by choosing a gender-atypical field of study? A study based the on the German micro-census 1996–2016 (2025)
Zitatform
Konietzka, Dirk & Sebastian Wen (2025): Can women bridge the gender class gap by choosing a gender-atypical field of study? A study based the on the German micro-census 1996–2016. In: Journal of education and work, Jg. 37, H. 7/8, S. 550-567. DOI:10.1080/13639080.2025.2487421
Abstract
"The persistence of gender-stereotyped subject choices is considered as a detrimental factor for women’s labor market opportunities. Against this background, the paperfocusses on the labor market chances of women who graduated from a male-dominated field of study in higher education. We use a position in the upper service class as a criterion for successful job placement. Analyses of German micro-census data are conducted across labor market subsectors and over the period 1996–2016. Results show that class positions of women who graduated in male-dominated fields of study vary substantially by labor market segment. They are less likely than men to be employed in the upper service class specifically in large private sector firms, but at the same time more likely to be employed in the public sector. Over time, the private sector gender class gap has narrowed, but not disappeared." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Lebenslauffolgen der professionellen Erbringung von Care-Arbeit (2025)
Zitatform
Laschinski, Miriam & Ruth Abramowski (2025): Lebenslauffolgen der professionellen Erbringung von Care-Arbeit. (DIFIS-Impuls 2025,9), Duisburg ; Bremen, 4 S.
Abstract
"Der Arbeitskräftemangel in den sozialen Dienstleistungen ist inzwischen zu einem Dauerbrenner geworden. Dass dies nicht nur ein Resultat des demografischen Wandels ist, sondern auch von schlechter Personalplanung, einer Ökonomisierung des Care-Sektors sowie schlechten Arbeitsbedingungen in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Kitas begleitet wird, ist zunehmend Konsens in Öffentlichkeit und Forschung. Insbesondere kurz- und langfristige Folgen für die professionell Beschäftigten, die diese Dienstleistungen erbringen, rücken zunehmend in den Fokus. So haben die hohen Arbeitsbelastungen negative Auswirkungen auf die unmittelbare, aber auch auf die langfristige physische wie psychische Gesundheit. Hinzu kommen geringe Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, häufige Erwerbsunterbrechungen sowie komplette Berufsausstiege, sodass Karriereverläufe beeinträchtigt werden und die finanzielle Absicherung kurz- wie langfristig bedroht ist. Auf individueller Ebene können Stress sowie Konflikte mit dem eigenen Berufsethos – gute Pflege oder Betreuung erbringen zu wollen, aber aus Zeitgründen nicht leisten zu können – entstehen, sodass negative Konsequenzen für die Qualität der Dienstleistungserbringung nicht selten sind. Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene kann dies zu einer unbefriedigten Nachfrage nach professioneller und qualitativ hochwertiger Care-Arbeit führen. Verbesserungs- und Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich durch Tarifverträge und Arbeitsbedingungen, die der Sozialstaat und die Sozialpartner vorantreiben können. Dieser Impuls ist durch die Vorträge und Diskussionen des Workshops „Lebenslauffolgen der professionellen Erbringung von Care-Arbeit“ im Februar 2025 inspiriert worden. Auf diesem Wege möchten sich die Organisatorinnen der Veranstaltung, die auch gleichzeitig die Autorinnen dieses DIFIS-Impulses sind, noch einmal ganz herzlich bei allen Workshop-Beteiligten bedanken! Es war eine tolle und bereichernde Veranstaltung, die durch jeden einzelnen Vortrag und Diskussionsbeitrag bereichert wurde. Darüber hinaus geht ein großer Dank an Franca Riegert und Greta Becker für die sehr gute Unterstützung sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Durchführung des Workshops! Dieser Impuls fasst zentrale Erkenntnisse der Diskussion zusammen, kann aber natürlich nicht die Tiefe und Breite der gesamten Veranstaltung abbilden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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To STEM or not to STEM: A cross-national analysis of gender and tertiary graduates in science, technology, engineering, and math, 1998–2018 (2025)
Zitatform
Lee, Seungah S., Christine Min Wotipka, Francisco O. Ramirez & Jieun Song (2025): To STEM or not to STEM: A cross-national analysis of gender and tertiary graduates in science, technology, engineering, and math, 1998–2018. In: International Journal of Comparative Sociology, Jg. 66, H. 1, S. 25-49. DOI:10.1177/00207152241243343
Abstract
"The comparative literature on gender and higher education has increasingly focused on differences in access to the fields of science, technology, engineering, and math (STEM). We contribute to this literature through a cross-national analysis of STEM graduates by gender between 1998 and 2018 across 90 countries. Many earlier studies emphasize the positive influence of a global liberal culture on women. More recent scholarship contends that women may be steered away from attaining a STEM degree in more liberal and individualistic societies. Our study shows a lower percentage of women graduates in STEM in countries that are more liberal. However, we find that the opposite is the case for men. Our findings are consistent with the idea that individuals in more liberal cultural contexts are more likely to make degree decisions based on individual preferences that are influenced by gendered societal norms. Both women and men are more likely to “indulge in their gendered selves” in these cultural contexts. Our findings are inconsistent with the idea that liberal modernity influences men and women in STEM in a gender-neutral mode." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
