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We analyze the effects of large-scale local public infrastructure investments on economic development, exploiting the infrastructure shock following when Brazil was awarded the 2014 FIFA World Cup. We place particular emphasis on effect heterogeneity with respect to the type, location, temporal evolution, and costs and benefits of the investments. Using novel data on monthly night light luminosity at the municipal district level as a proxy for economic activity, we apply Difference-in-Differences and event studies for estimation. Overall, we find strongly positive impacts both in the short and longer run. However, a closer examination reveals that effects are larger and longer-lasting for transport infrastructure as opposed to sports infrastructure, and they are more pronounced in smaller areas. Importantly, we quantify significant negative spatial spillovers. Factoring them in, we still find positive net benefits of transport infrastructure investments two years after the tournament.

While many countries are discussing substantial increases in the minimum wage, policy makers lack a comprehensive analysis of the macroeconomic and distributional consequences of raising the minimum wage. This paper investigates how employment, output and worker welfare respond to increases in the minimum wage beyond observable levels -- both in the short- and long run. To that end, I incorporate endogenous job search effort, differences in employment levels, and a progressive tax-transfer system into a search-matching model with worker and firm heterogeneity. I estimate my model using German administrative and survey data. The model replicates the muted employment response, as well as the reallocation effects in terms of productivity and employment levels documented by reduced form research on the German introduction of a federal minimum wage in 2015.  Simulating the model, I find that long-run employment increases slightly until the minimum wage is equal to 60% of the full-time median wage (Kaitz index) as higher search effort offsets lower vacancy posting. In addition, raising the minimum wage reallocates workers towards full-time jobs and high-productivity firms. Total hours worked and output peak at Kaitz indices of 73% and 79%. However, policy makers face an important inter-temporal trade-off as large minimum wage hikes lead to substantial job destruction, unemployment and recessions in the short-run. Finally, I show that raising the minimum wage largely benefits men. For women, who often rely on low-hours jobs, the disutility from working longer hours outweighs the utility of higher incomes.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat ein Arbeitsmarktchancen Assistenz-System (AMAS) entwickeln lassen, um den Berater und Beraterinnen eine bundesweit einheitlich erstellte und datenbasierte Information zu den Arbeitsmarktchancen ihrer Kunden und Kundinnen zur Verfügung stellen zu können. Diese zusätzliche Informationsquelle sollte Berater ud Beraterinnen dabei unterstützen, für die Kunden und Kundinnen die passende Betreuung und die effizienteste Fördermaßnahme zu finden. Insbesondere sollte damit die early Intervention verbessert werden.   
Im Vortrag wird über die Herausforderungen, die zur Entwicklung des Arbeitsmarktchancen-Assistenzsystem geführt haben, informiert. Nach einer kurzen Beschreibung des Systems wird auf die folgenden Punkte eingegangen:

  • Daten:  Quelle der Daten (direkt aus dem operativen System, aufbereitet in einem DWH oder andere) und welche werden genutzt; zeitlicher Umfang historischer Daten gegenüber dem Prognosezeitraum, Umfang der Abbildung des Arbeitsmarktes,
  • Methoden: Erläuterung der Logik der Zellenbildung (theoretisches Modell), Auswahlprozess der kategorisierenden Merkmale 
  • Einbettung des Assistenzsystems in die operative Software 
  • Ethische Fragestellungen und wie wurden diese beantwortet, insbesondere die Rolle der AMS-Vermittler und Vermittlerinnen

Status quo:
Das Arbeitsmarktchancen Assistenz-System (AMAS) wurde von Synthesis Forschung 2016 entwickelt und 2019 in einem Probebetrieb (Workshops sowie Schulungen zu AMAS) getestet. Die Datenschutzbehörde hat dem AMS den Einsatz von AMAS mit Bescheid vom 19. August 2020 untersagt (amtswegige Prüfung) sowie eine aufschiebende Wirkung ausgeschlossen, sodass alle Daten und Anwendungen gelöscht werden mussten. Das Bundesverwaltungsgericht hat diesen Bescheid vollumfänglich aufgehoben. Die oberste Instanz, der Verwaltungsgerichtshof hat bisher noch keine Entscheidung getroffen.

Rund die Hälfte der Paare mit Kindern unter 15 Jahren in Österreich lebt nach dem Frau Teilzeit/Mann Vollzeit Modell. In diesem Vortrag gehen wir der Frage nach, wie sich Erwerbsmodelle von Paaren mit Kindern in der COVID-19 Pandemie veränderten und wie sich dies auf die Aufteilung von Kinderbetreuungs- und Hausarbeitszeit auswirkte. Wir bilden Trends über den Verlauf der Pandemie hinweg ab, fokussieren jedoch auf den ersten Lockdown im Frühjahr 2020, wo sich die stärksten Veränderungen zeigten. Als Datenbasis verwenden wir den Mikrozensus (Labour Force Survey) sowie die Daten des Austrian Corona Panel Projects. Zentrale Ergebnisse sind ein (temporärer) Rückgang des Frau Teilzeit/Mann Vollzeit Modells zugunsten einerseits egalitärerer Modelle, andererseits des männlichen Ernährermodells (Frau nicht erwerbstätig/Mann Vollzeit). Dies führte in einem Teil der Familien zu einer veränderten Arbeitsteilung: Väter in Teilzeit und im Homeoffice weiteten ihre Kinderbetreuungs- und Hausarbeitszeit aus. Diese Befunde werden vor dem Hintergrund von Geschlechterrollentheorien und ressourcenbasierten Ansätzen diskutiert.

The presentation offers an overview about the new data service of the Research Data Centre of the Federal Office for Migration and Refugees (BAMF-FDZ). The BAMF-FDZ gives access to register and survey data for migration and integration research. The presentation will introduce the available and future data sets and discuss advantages and limitations. In addition, the application procedure is also explained.

Aufgrund des Ausbruchs der Corona-Krise ist die Gründungstätigkeit in Deutschland zurückgegangen. Gründerinnen und Gründer machten sich aber häufiger selbstständig, um eine sich bietende Geschäftsgelegenheit wahrzunehmen. Ihr Anteil stieg 2020 auf 80 % an, womit die Anzahl an Chancengründungen trotz der rückläufigen Gründungstätigkeit relativ stabil blieb. Die Corona-Krise hat branchenbedingt insbesondere selbstständige Frauen stark belastet. Die Zahl der Gründerinnen blieb 2020 aber nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Gründungsinteressierte Frauen scheinen sich schneller auf die neuen Krisenbedingungen eingestellt und letztlich ihre Gründungspläne häufiger doch realisiert zu haben als Männer. So haben Gründerinnen häufiger als Gründer Geschäftsmodellanpassungen vorgenommen. Die meisten (typischen) Gründungshemmnisse wurden 2020 seltener wahrgenommen als üblich. Dies dürfte mit der Corona-Krise zusammenhängen, deren Herausforderungen alles überlagerte und viele Gründungsinteressierte von vornherein abschreckte. Es dürften also eher Menschen gegründet haben, die bereits konkrete Vorstellungen hatten und entsprechend seltener Hemmnisse wahrnahmen. Dennoch gehen Gründerinnen und Gründer mit dem Gründungsstandort Deutschland härter ins Gericht als in den vergangenen Jahren. Coronabedingt verschobene Gründungen dürften 2021 die Gründungstätigkeit stützen.

Civil society has played an important role in meeting the challenges of refugee migration in recent years. This policy report studies the importance of civic engagement for the integration of refugees by employing several waves of the IAB-BAMF-SOEP survey data. Using the density of newly established associations at the county level as a measure of civic engagement of a region, we exploit regional differences in civic engagement in order to estimate its association with individual integration outcomes of refugees. We find that in regions with particularly high levels of civic engagement, refugees have significantly more frequent contact to Germans, higher life satisfaction and better German language skills. This correlation is robust to controlling for the local population structure, economic strength and labor market situation. In terms of language acquisition, women and refugees with a low level of education benefit the most from high civic engagement. Moreover, refugees with university degrees find significantly better-paying jobs in areas with higher civic engagement. However, no direct correlation could be established between civic engagement and the likelihood that refugees are active in the labor market. Nonetheless, the results suggest that support from civil society translates into improved access to government benefits. Our findings stress that local civic engagement is an important complement to public assistance services and policy makers should give a high priority to team up with civil society to improve refugees' integration outcomes.

Die UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 verlangt die „volle und wirksame“ Teilhabe an der Gesellschaft. Knapp acht Millionen Menschen in Deutschland sind von einer schweren Behinderung betroffen, für rund drei Millionen stellt sich aufgrund ihres Lebensalters die Frage nach beruflicher Inklusion. Doch sie sind etwa doppelt so häufig arbeitslos wie Menschen ohne Behinderung und suchen dreimal so lange nach einer neuen Stelle. Die Pflichtbeschäftigungsquote von fünf Prozent wird seit Jahren nicht erreicht und stagnierte zuletzt. Selbst die Hälfte der DAX-Unternehmen erreicht die Quote nicht. Das gäbe Anlass zu kritischer Berichterstattung. Im Gegensatz dazu ist das Bild in deutschen Medien von individuellen Erfolgsstorys statt strukturellen Problemen geprägt. Das unterscheidet die Berichterstattung deutlich von der über andere Felder der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Die vorliegende Untersuchung schließt eine Forschungslücke: Im Dreiklang von Arbeitsmarkt (Realität), Medienbild (Medienrealität/Inhaltsanalyse) und journalistischen Praktiken (Interviews) wird für den Zeitraum 2009 bis 2017 untersucht, welche Nachrichtefaktoren, Stereotypen und kulturellen Modelle die Berichterstattung bis dato prägen und wie sie zustande kommen. Praxistaugliche Alternativen werden aus Wissenschaft und Expertengesprächen entwickelt.

The opening of refugee shelters is regularly met with protest from the surrounding community. Often, such opposition is driven by the fear that the presence of a shelter devalues the neighbourhood, either because of a concrete decrease in the quality of local amenities and public life, or because of neighbours and prospective residents’ prejudicial beliefs (or a combination of both). At the same time, it is unclear whether protests by individual residents reflect the preferences of the entire community, and whether fears over the arrival of refugees are held strongly enough to affect residents’ concrete decisions over where to live. In this article I combine information on property listings between 2012 and 2019 with data on all refugee accommodation facilities in Munich, Germany to examine whether the opening of a refugee shelter affects the desirability of the surrounding neighbourhood, decreasing local property prices relative to elsewhere. Results from the staggered difference-in-difference design find no evidence that the presence of a shelter impacts the value of surrounding properties, or changes the demand for or supply of local housing. Complementary survey findings suggest that increased contact may be driving this null effect: the presence of a nearby refugee shelter increases casual encounters between natives and refugees, which may reduce prior fears over refugees’ negative impact on the local community.

Die Corona-Pandemie hatte weitreichende soziale und wirtschaftliche Folgen für vulnerable Bevölkerungsgruppen. Insbesondere für Langzeitleistungsbeziehende sinken die Chancen auf eine Beschäftigungsaufnahme, während das soziale Ausgrenzungsrisiko steigt. Der Hilfe- und Unterstützungsbedarf erhöht sich; gleichzeitig sieht sich das Hilfesystem für Langzeitleistungsbeziehende bestehend aus den Jobcentern, sowie gemeinnützigen und kommunalen Trägern mit den Herausforderungen und Veränderungen der Corona-Pandemie konfrontiert.

Im Rahmen dieses Colloquiums sollen anhand der Ergebnisse aus acht qualitativen Fallstudien im Rahmen des Forschungsvorhabens „Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Beratung, Betreuung und Begleitung von Langzeitleistungsbeziehenden im SGB II“ des IAW die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowohl auf den Personenkreis der Langzeitleistungsbeziehenden, als auch auf die Bemühungen zur Heranführung an und Integration in den Arbeitsmarkt und zur Förderung sozialer Teilhabe und Beschäftigungsfähigkeit durch Jobcenter, sowie kommunale und gemeinnützige Träger dargestellt werden.