Besondere Aufmerksamkeit gilt den Wirkungen auf Erwerbsintegration, Beschäftigungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Die Forschung umfasst Beratungs-, Betreuungs- und Vermittlungsprozesse, arbeitsmarktpolitische Förderinstrumente (wie berufsvorbereitende Maßnahmen, öffentlich geförderte Beschäftigung, berufliche Weiterbildung und Eingliederungshilfen) sowie Lohnersatzleistungen. Die Analysen berücksichtigen aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen sowie arbeitsmarktpolitische Reformen. Sie betrachten nicht nur Leistungsbeziehende, Arbeitslose und Erwerbstätige als Einzelpersonen, sondern nehmen auch deren jeweiligen familiären Zusammenhang sowie Genderaspekte mit in den Blick.
Das IAB befasst sich in diesem Themenfeld zudem mit dem Handeln zentraler Akteure und ihren Interaktionen. Hierzu gehören Jobcenter, Arbeitsagenturen, die dort beschäftigten Fachkräfte, Leistungsbeziehende, Träger von Fördermaßnahmen sowie Betriebe. Die Studien basieren auf quantitativen Auswertungen von Prozess- und Befragungsdaten (wie nicht-experimentellen ökonometrischen Wirkungsanalysen oder Feldexperimenten) sowie auf qualitativen Analysen (wie nicht-standardisierten Befragungen oder teilnehmenden Beobachtungen). Während in quantitativen Untersuchungen vor allem die Wirkung verschiedener Instrumente ermittelt wird, dienen die qualitativen Studien dazu, die Implementation der Arbeitsmarktpolitik und deren Wirkmechanismen zu erforschen.
Im Jahr 2026 untersucht das Kompetenzfeld rechtskreisübergreifend Auswirkungen der Corona-Krise und der Umstellung auf Online-Kurse auf die Wirkungen geförderter Weiterbildung. Eine Befragung von Teilnehmenden an geförderten Teilqualifizierungen erhebt unter anderem, was sich Teilnehmende von der Teilqualifizierung erwarten und ob sie die Teilnahme an mehreren Modulen planen. Für den Rechtskreis SGB III wird untersucht, inwiefern Beratungs- und Vermittlungsprozesse sowie die zur Verfügung stehenden Maßnahmen für ältere Arbeitslose geeignet sind, angemessen auf deren Problemlagen zu reagieren. Besonderes Augenmerk richtet sich auf Zustandekommen, Funktionsweise, Bedingungen und Erfolg der Arbeitsmarktdrehscheiben, die mit Fallstudien und Datenanalysen untersucht werden. Eine wissenschaftliche Evaluation von Neujustierungen in der arbeitnehmerorientierten Vermittlung wird derzeit mit dem Umsetzungsprojekt des Zukunftsprojektes Operativ (ZuPo) der BA abgestimmt.
Die Forschung zum Rechtskreis SGB II fokussiert im Jahr 2026 die Bürgergeldreform, die Beratungspraxis und Sanktionen. So wird der Kooperationsplan in der Beratungspraxis im Rahmen einer qualitativen Studie untersucht. Eine Studie zum beschäftigungsorientierten Fallmanagement analysiert im Jahr 2026 die Anzahl und Struktur der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die dem Fallmanagement zugewiesen wurden. Auch Sanktionen werden analysiert. So werden die kurzfristigen Auswirkungen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom November 2019 auf Beschäftigungsübergänge von erwerbfähigen Leistungsberechtigten untersucht. Das IAB befragt mit dem OnJoB-Panel Jobcenter-Mitarbeitende unter anderem dazu, wie sie den Übergang der Förderung von SGB-II-Kundinnen und -Kunden mit beruflicher Weiterbildung in den Rechtskreis SGB III einschätzen.
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