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Publikation

Sozialpolitik zwischen Zentrum und Peripherie

Beschreibung

"In den 1880er Jahren erfolgte in der cisleithanischen Reichshälfte der Habsburgermonarchie der Aufbau einer staatlichen Sozialpolitik. Die Gesetze über eine Unfall- (1887) und Krankenversicherung (1888) etablierten für bestimmte Gruppen erstmals eine materielle Absicherung typischer Risiken des Erwerbslebens im gesamtstaatlichen Rahmen. Die parlamentarischen Verhandlungen der Sozialversicherungen standen im Kontext der Debatte um das Verhältnis zwischen dem Gesamtstaat und seinen Ländern, zwischen Zentrum und Peripherie des Imperiums. Niederösterreichische Akteure positionierten sich in den Verhandlungen vorrangig als Vertreter des imperialen Zentrums und forderten eine zentralistische Umsetzung der Sozialversicherungen. Entgegen diesen Forderungen wiesen die Sozialversicherungen föderale Elemente auf und eröffneten Möglichkeiten für neue politische Verflechtungen zwischen Zentrum und Peripherie." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Zitationshinweis

Senghaas, Monika (2021): Sozialpolitik zwischen Zentrum und Peripherie. Niederösterreichische Positionen bei der Errichtung gesamtstaatlicher Sozialversicherungen. In: O. Kühschelm, E. Loinig, S. Eminger & W. Rosner (Hrsg.) (2021): Niederösterreich im 19. Jahrhundert, Bd. 1: Herrschaft und Wirtschaft : eine Regionalgeschichte sozialer Macht, Sankt Pölten, Verlag des NÖ Instituts für Landeskunde S. 835-850. DOI:10.52035/noil.2021.19jh01.34