Mehr Fordern fördern? Einschätzungen von Jobcenter-Beschäftigten zu Kernelementen des Bürgergeldes
Beschreibung
"Während die öffentliche Diskussion über das Bürgergeld seit der Einführung kontrovers verlaufen ist, wurde die Perspektive der Jobcenter-Beschäftigten bislang vernachlässigt – obwohl sie als „street-level bureaucrats“ zentral für die Umsetzung der Reform sind. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Beitrag auf Basis von Daten einer bundesweiten standardisierten Online-Erhebung unter Jobcenter-Beschäftigten, für wie sinnvoll die einzelnen Elemente der Bürgergeldreform erachtet wurden, wie sich die Bewertungen im Vergleich zum Vorjahr verändert haben und welche individuellen und organisationalen Merkmale mit den Beurteilungen korrelieren. Die Befunde offenbaren, dass eine Abschwächung von fordernden Elementen grundsätzlich, im Zeitverlauf zunehmend und insbesondere seitens der Leistungssachbearbeitung und operativen Ebene skeptisch beurteilt wird. Gleichzeitig deutet die Befürwortung und hohe Nutzungsintensität vorläufiger Zahlungseinstellungen auf Praktiken hin, mittels derer bürokratieintensive Leistungsminderungen umgangen werden können. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag die sozialpolitischen Spannungsverhältnisse zwischen politischer Steuerung und Verwaltungspraxis im SGB II." (Autorenreferat, IAB-Doku, © Duncker & Humblot)
Zitationshinweis
Bernhard, Sarah, Fabian Beckmann, Christopher Osiander, Philipp Ramos Lobato & Jürgen Schupp (2026): Mehr Fordern fördern? Einschätzungen von Jobcenter-Beschäftigten zu Kernelementen des Bürgergeldes. In: Sozialer Fortschritt, Jg. 75, H. 4, S. 581-603. DOI:10.3790/sfo.2026.1485001
