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Publikation

Beschäftigungsaufnahmen aus dem SGB-II-Leistungsbezug und ihre Nachhaltigkeit: Qualifikation und Berufserfahrung zahlen sich aus

Beschreibung

"In diesem Bericht wird die Nachhaltigkeit von Übergängen aus dem SGB-II-Leistungsbezug in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Hinblick auf die aufgenommenen Berufe anhand der Daten der Stichprobe der Integrierten Grundsicherungsbiografien untersucht. Im Jahr 2018 gab es hochgerechnet rund 890.000 Übergänge von nicht erwerbstätigen Grundsicherungsbeziehenden in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. In etwa einem Drittel der Fälle wurde der Leistungsbezug nach Beschäftigungsaufnahme für mindestens sechs Monate verlassen. Etwa 55 Prozent der Personen, die im Jahr 2018 eine Beschäftigung aufgenommen haben, waren mindestens sechs Monate beschäftigt, während 41 Prozent mindestens ein Jahr lang beschäftigt waren. Knapp 70 Prozent der Beschäftigungsaufnahmen entfielen auf zehn Berufshauptgruppen. Am häufigsten wurde eine Beschäftigung in den Verkehrs- und Logistikberufen (17 Prozent) aufgenommen. An zweiter und dritter Stelle folgen Reinigungs- und Verkaufsberufe mit jeweils etwa 9 Prozent. Die Dauer der aufgenommenen Beschäftigung variiert stark zwischen den Berufen. Arbeitsaufnahmen in Erziehungsberufen sowie sozialen, hauswirtschaftlichen und theologischen Berufen sind im Durchschnitt die stabilsten mit einem Median von knapp 20 Monaten (590 Tage). Dahinter folgen Berufe in der Unternehmensführung und -organisation (circa 14 Monate) und im Bereich „Führen von Fahrzeug- und Transportgeräten“ (circa 8 Monate). Die geringste Dauer weisen dagegen die Verkehrs- und Logistikberufe mit 129 Tagen auf, doch auch in den Reinigungsberufen (210 Tage) und den Verkaufsberufen (240 Tage) ist die Beschäftigungsdauer relativ kurz. Auf Berufe mit durchschnittlich kürzerer Beschäftigungsdauer entfallen anteilig mehr Beschäftigungsaufnahmen als auf Berufe mit längeren Beschäftigungsdauern. Zudem geht das Vorhandensein von Arbeitserfahrung im aufgenommenen Beruf mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine längere Beschäftigungsdauer einher. Vergleicht man zwei Personen mit ansonsten identischen Personen- und Jobmerkmalen, von denen die eine über ein Jahr mehr an Arbeitserfahrung im aufgenommenen Beruf verfügt als die andere, dann liegt die erwartete Wahrscheinlichkeit für eine Beschäftigungsdauer von mindestens zwei Jahren bei der Person, die um ein Jahr mehr an einschlägiger Arbeitserfahrung verfügt, um etwa 1,7 Prozentpunkte höher. Dies entspricht einem Anstieg der Wahrscheinlichkeit für eine mindestens zweijährige Beschäftigung um nahezu 6 Prozent. Allerdings schwächt sich der positive Zusammenhang zwischen der bisherigen Berufserfahrung einer Person und der Beschäftigungsdauer mit zunehmender Berufserfahrung ab." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Zitationshinweis

Braunschweig, Luisa, Kerstin Bruckmeier, Mara Buhmann, Katrin Hohmeyer & Duncan Roth (2026): Beschäftigungsaufnahmen aus dem SGB-II-Leistungsbezug und ihre Nachhaltigkeit: Qualifikation und Berufserfahrung zahlen sich aus. (IAB-Forschungsbericht 04/2026), Nürnberg, 25 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2604

Bezugsmöglichkeiten

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