Die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten lässt sich auf individuelle Faktoren wie den Spracherwerb, Bildungsfortschritt und zunehmende Arbeitsmarkterfahrung in Deutschland sowie den schrittweisen Abbau institutioneller Hürden zurückzuführen. So sind der Erwerb von Deutschkenntnissen, Bildungs- und Hochschulabschlüssen sowie die Beantragung der Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen im Schnitt mit höheren Erwerbstätigenquoten verbunden. Bei den institutionellen Faktoren zeigt sich ein statistisch positiver Zusammenhang zwischen der Anerkennung von Asylanträgen und den Erwerbstätigenquoten. Im Gegensatz dazu stehen Einschränkungen des Arbeitsmarktzugangs bei Männern, die Gewährung von Sachleistungen bei Frauen sowie Wohnsitzauflagen in einem negativen Zusammenhang. Hinzu kommt, dass sich die Arbeitsmarktchancen verschiedener Gruppen von Geflüchteten deutlich unterscheiden. Diese Themen sollen im Panel vor dem Hintergrund der Erfahrungen in anderen Ländern diskutiert werden.
Archiv: IAB-Veranstaltungen
16th interdisciplinary Ph.D. Workshop – Perspectives On (Un-)Employment
Conflict in Dismissals
Applications of Generative AI Systems in Social Research
Return Migrations of Ukrainian Refugees: The Role of National Identity and Pride
20 Jahre Grundsicherung für Arbeitsuchende
Zum 01. Januar 2025 jährt sich die Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende zum zwanzigsten Mal. Dies nimmt das IAB zum Anlass, die Entwicklung der Grundsicherung aus wissenschaftlicher Sicht zu bilanzieren und politisch einzuordnen.
Das IAB lädt einer virtuellen Diskussionsrunde ein. Dabei sollen u.a. die folgenden Fragen diskutiert werden:
- Mit welchen Herausforderungen ist die Grundsicherung gegenwärtig konfrontiert?
- Was hat die Einführung des Bürgergelds geändert?
- Wo besteht Bedarf an gesetzlicher Weiterentwicklung?
Deutschland 2070: Arbeitsmarkt, Demografie und Produktivität
In den nächsten 50 Jahren werden Arbeitsmarkt und Wohlstand in Deutschland und Europa geprägt sein vom Austritt der Babyboomer-Generation aus dem Erwerbsleben. Unter sonst gleichen Bedingungen wird das BIP je EinwohnerIn aufgrund des demografischen Wandels bis 2070 um 6.000 Euro sinken – von heute 46.000 auf 40.000 Euro. Langfristige Wanderungssalden von + 250.000 Personen pro Jahr könnten diesen Rückgang nur um 2.000 Euro ausgleichen, ein Anstieg der Erwerbsquote auf 85 Prozent um 4.000 Euro.
Den entscheidenden Lösungsbeitrag kann nur eine Erhöhung der Arbeitsproduktivität bringen: Schon ein jährliches Wachstum der Stundenproduktivität von 1 Prozent könnte eine Steigerung des BIP je EinwohnerIn bis 2070 um 24.000 Euro bewirken. Ziel für die nächsten Jahrzehnte sollte eine Innovations- und Produktivitätsinitiative sein, die von guter Arbeit, einer gerechten Verteilung der Produktivitätsgewinne und ökologischer Nachhaltigkeit begleitet wird.
Die Annahmen zu zukünftigen Produktivitätspotenzialen basieren auf Schätzungen branchenspezifischer Einsparpotenziale der notwendigen Arbeitszeit. Sie sind Teil eines Projekts zur empirischen Erfassung des Automatisierungsgrades in unterschiedlichen Tätigkeiten, Fertigungsabschnitten und Wirtschaftsbereichen. Mehr dazu in IGZA Arbeitspapier.
