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Publikation

Beschäftigung Geflüchteter in deutschen Betrieben: Einfache Tätigkeiten überwiegen

Beschreibung

"Die Erwerbsintegration von Geflüchteten wurde bislang selten mit Blick auf die Arbeitgeberseite untersucht. Um diese Lücke zu schließen, wird im vorliegenden Forschungsbericht anhand von Daten des IAB-Betriebspanels untersucht, in welchen Betrieben Geflüchtete Beschäftigung finden. Im Mittelpunkt steht ein Vergleich zweier Phasen der Fluchtmigration nach Deutschland: die Jahre 2017 und 2018, also nach Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2015, sowie die Jahre 2022 bis 2025, also nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Neben der zeitlichen Entwicklung wird die strukturelle Verteilung der Geflüchteten auf Branchen, Sektoren, Betriebe unterschiedlicher Größe sowie Regionen betrachtet. Das IAB-Betriebspanel ermöglicht dabei eine repräsentative Betrachtung der Arbeitgeberseite, die in der bisherigen Forschung zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten vergleichsweise selten vorgenommen wurde. Ein zentrales Ergebnis des Berichts ist, dass sich die Zusammensetzung der Betriebe, in denen die Geflüchteten aus den beiden Phasen der Fluchtmigration nach Deutschland jeweils beschäftigt sind, trotz erheblicher Unterschiede in der demografischen Zusammensetzung der beiden Geflüchtetengruppen, kaum voneinander unterscheidet. Während es sich bei den Geflüchteten der großen Flüchtlingsbewegung ab 2015 überwiegend um junge Männer mit geringem formalem Bildungsniveau handelte, sind unter den ukrainischen Geflüchteten Frauen überrepräsentiert. Auch das formelle Qualifikationsniveau ist deutlich höher. Gleichwohl fällt die Branchenverteilung beider Gruppen nahezu identisch aus. Ein erheblicher Teil der Erklärung dürften die bei beiden Gruppen vorhandenen Sprachbarrieren sein sowie die häufig fehlende Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, die den Zugang zu qualifikationsadäquaten Tätigkeiten erschweren. In beiden Zeiträumen konzentriert sich die Beschäftigung Geflüchteter auf wenige Branchen mit geringen formalen Zugangsvoraussetzungen. Besonders stark überrepräsentiert sind die Arbeitnehmerüberlassung sowie Wach- und Sicherheitsdienste und der Garten- und Landschaftsbau (je nach betrachtetem Jahr 16 bis 26 Prozent) und das Gastgewerbe (je nach betrachtetem Jahr 14 bis 18 Prozent), während diese Branchen zusammen je nach betrachtetem Jahr nur rund 10 bis 12 Prozent der Gesamtbeschäftigung in Deutschland ausmachen. Demgegenüber sind Geflüchtete in Branchen mit hohen Sprach- und Qualifikationsanforderungen, darunter das Gesundheits- und Sozialwesen, die öffentliche Verwaltung sowie unternehmensnahe Dienstleistungen, gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbeschäftigung deutlich unterrepräsentiert. Dies gilt bei den ukrainischen Geflüchteten auch für den frauendominierten sozialen Sektor, obwohl dieser Sektor einen erheblichen Fachkräftebedarf aufweist und der Frauenanteil unter den ukrainischen Geflüchteten hoch ist. Zugleich arbeiten Geflüchtete beider Kohorten häufiger in kleinen und mittleren Betrieben als in Großbetrieben, obwohl letztere gemessen an der Gesamtbeschäftigung erheblich bedeutsamer sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Zitationshinweis

Hohendanner, Christian & Florian Zimmermann (2026): Beschäftigung Geflüchteter in deutschen Betrieben: Einfache Tätigkeiten überwiegen. (IAB-Forschungsbericht 07/2026), Nürnberg, 17 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2607

Bezugsmöglichkeiten

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