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Publikation

Panel Lebensqualität und Teilhabe - Feld- und Methodenbericht der Welle 4

Beschreibung

"Der Feld- und Methodenbericht der Welle 4 der Panelerhebung „Lebensqualität und Teilhabe“ beschreibt Studiendesign, Erhebungsinstrumente, Felddurchführung, Feldergebnisse sowie Datenaufbereitung der Abschlussbefragung für das noch verbliebene sog. 16i-Panel. Ziel der Welle 4 ist es, die langfristigen Wirkungen der Förderung „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ (§ 16i SGB II) nach Förderende abschließend zu messen. Die Panelbefragung wurde im Rahmen der Evaluation des Teilhabechancengesetzes, die beim IAB angesiedelt ist, durchgeführt. Zentrales Ziel des Teilhabechancengesetzes ist es, Beschäftigungsfähigkeit und soziale Teilhabe von arbeitsmarktfernen Langzeitarbeitslosen bzw. von Personen, die seit langem Leistungen nach dem SGB II erhalten und deren Chancen auf eine Integration in Erwerbsarbeit als sehr gering eingeschätzt werden, zu verbessern (Deutscher Bundestag 2019). Das Teilhabechancengesetz umfasst zwei Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik: „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ (§ 16e SGB II) sowie „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ (§ 16i SGB II). Beide Instrumente bestehen im Kern aus Lohnkostenzuschüssen an Arbeitgeber und einer ganzheitlichen beschäftigungsbegleitenden Betreuung (sogenanntes Coaching). Mit der telefonischen Panelerhebung sollen die kurz-, mittel- und langfristigen Wirkungen der Förderungen auf die Beschäftigungsfähigkeit und soziale Teilhabe der Geförderten untersucht werden. Dem Erhebungsdesign lagen maßnahmenspezifische Stichprobenziehungen zugrunde, aus denen ein Dual-Frame-Ansatz mit zwei eigenständigen Erhebungen entstanden ist – dem 16e-Panel und dem 16i-Panel (siehe Hülle et al. 2022). Mittels eines Treatment-Kontrollgruppen-Ansatzes wurden in der Panelstudie sowohl Geförderte (Treatmentgruppe) als auch nicht-geförderte erwerbsfähige Leistungsberechtigte (Kontrollgruppe) befragt. Das Studiendesign sieht drei (16e-Panel) bzw. vier (16i-Panel) Erhebungswellen vor, um kurzfristige, mittelfristige und langfristige Wirkungen der Förderung untersuchen zu können. Die maximale Dauer von Förderungen nach § 16i SGB II beträgt fünf Jahre, für Förderungen nach § 16e SGB II zwei Jahre. Das 16e-Panel wurde mit der Welle 3 bereits abgeschlossen. Die Welle 4 bildet die Abschlussbefragung für das noch verbliebene 16i-Panel, mit der zugleich die Studie abgeschlossen wird. Die Inhalte des Personenfragebogens umfassen vor allem die individuelle soziale Teilhabe und die Beschäftigungsfähigkeit als zentrale Zieldimensionen der Evaluation sowie Merkmale der Ausgestaltung der Förderung einschließlich des Coachings. In der Welle 4 werden diese zentralen Inhalte aus den Vorwellen im Rahmen des 16i-Panels größtenteils erneut erhoben, um Stabilität und Wandel in diesen Konstrukten identifizieren zu können und den Panelcharakter der Studie zu stärken. Zudem werden im Fragebogen Aspekte der Nachhaltigkeit der Förderwirkungen nach Ende der Förderung sowie hinsichtlich eines möglichen Übergangs aus der geförderten Beschäftigung in den Arbeitsmarkt erfasst. Von allen Zielpersonen des 16i-Panels wurde die sogenannte Zuspielbereitschaft in der Rekrutierungswelle eingeholt, so dass die Umfragedaten auch mit administrativen Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit verknüpft werden können. Hierdurch erhöht sich das Analysepotenzial des Panels „Lebensqualität und Teilhabe“. Bei der Erhebung der Welle 4 wurden zwischen Januar und Juni 2025 insgesamt 4.602 telefonische Interviews durch das Erhebungsinstitut SOKO geführt. Um die anvisierten Nettofallzahlen erreichen zu können, wurden auch unbalancierte Fälle befragt. Dabei handelt es sich um Zielpersonen, die nicht in allen Vorwellen ein (vollständiges) Interview gegeben haben. Hierdurch konnten zusätzlich 751 unbalancierte Fälle realisiert werden, die rund 16,3 Prozent der Interviews ausmachen. Unbalancierte Fälle weisen jedoch eine viel geringere Kontaktrate (um 53,4 Prozentpunkte) und eine fast doppelt so hohe Verweigerungsrate auf als die balancierten Fälle, also jene Zielpersonen, die an allen Erhebungswellen teilgenommen haben. Im Ergebnis unterscheiden sich dadurch die Rücklaufquoten (Teilnahmebereitschaft) zwischen balancierten Fällen (77,6 %) und unbalancierten Fällen (19,7 %) mit 57,9 Prozentpunkten sehr deutlich voneinander. Über alle Fälle hinweg ergibt sich eine Rücklaufquote von 52,5 Prozent. Die Rekrutierung der Kontrollfälle ist mit einer Rücklaufquote von 54,0 Prozent erfolgreicher als die der Treatmentfälle, deren Rücklaufquote 49,4 Prozent beträgt. Für ein realisiertes Interview waren durchschnittlich 4,1 telefonische Kontaktversuche nötig. Die Interviewdauer beträgt im Durchschnitt 30 Minuten, wobei es aufgrund des modularen Aufbaus des Fragebogens deutliche Unterschiede zwischen den Befragtengruppen gibt." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Zitationshinweis

Hülle, Sebastian, Nadja Bömmel, Zein Kasrin, Andreas Meß, Anil Özerdogan, Maximilian Schiele, Ramona Schneider, Charlotte Schröder, Mark Trappmann, Jonas Aljoscha Weik, Claudia Wenzig, Joachim Wolff, Cordula Zabel & Stefan Zins (2026): Panel Lebensqualität und Teilhabe - Feld- und Methodenbericht der Welle 4. (IAB-Forschungsbericht 05/2026), Nürnberg, 99 S. DOI:10.48720/IAB.FB/2605

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