Springe zum Inhalt
Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 27.03.2026

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt nach Beginn des Irankriegs weiter gedämpft

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer verzeichnet im März den vierten Rückgang in Folge. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sinkt im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf nun 99,4 Punkte. Das European Labour Market Barometer legt im März 0,2 Punkte zu, bleibt aber mit 99,8 Punkten weiterhin knapp unter der neutralen Marke von 100 Punkten.

„Angesichts von Irankrieg und Ölpreisschock gibt es weiterhin keine Erholungssignale vom deutschen Arbeitsmarkt“, berichtet Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ am IAB. Allerdings verzeichnen beide Komponenten des Barometers nur kleine Rückgänge: Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt um 0,1 Punkte auf 98,5 Punkte, die Komponente zur Vorhersage der Beschäftigung um 0,2 Punkte auf 100,2 Punkte. Dies signalisiert, dass die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten weiter steigen wird und die Beschäftigung stagniert. „Sowohl die Konjunkturrisiken als auch die demografische Schrumpfung setzen die Beschäftigung unter Druck“, so Weber.

Das European Labour Market Barometer festigt sich trotz Irankrieg. Es steigt im März um 0,2 Punkte, bleibt mit 99,8 Punkten aber unter der neutralen Marke von 100 Punkten. Beide Komponenten des Frühindikators des Europäischen Netzwerks der öffentlichen Arbeitsverwaltungen und des IAB legen leicht zu. Die Beschäftigung bleibt insgesamt stabil, aber die Arbeitslosigkeit könnte noch etwas steigen. „Die europäischen Arbeitsmarktaussichten stagnieren. Angesichts der Weltlage kann man das schon als gute Nachricht sehen“, erklärt Weber.

Datengrundlage

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Die Antworten erfolgten im Wesentlichen in den drei Tagen ab dem 11. März 2026. Der Irankrieg und der Ölpreisschock waren zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt; das höhere Ölpreisniveau war im Wesentlichen bis zum 9. März erreicht.

Das European Labour Market Barometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer seit Juni 2018 gemeinsam von den 18 Arbeitsverwaltungen und dem IAB durchgeführten Befragung unter den lokalen oder regionalen Arbeitsagenturen der teilnehmenden Länder basiert. Dazu zählen: Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft, Wallonien), Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Island, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien und Zypern.

Während Komponente A des IAB-Arbeitsmarktbarometers und des European Labour Market Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus diesen beiden Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert der beiden Barometer. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala der Barometer reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Zum Download stehen bereit:

- eine Zeitreihe des IAB-Arbeitsmarktbarometers einschließlich seiner Einzelkomponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ unter www.iab.de/presse/abzeitreihe (xlsx).  

- eine Grafik mit den aktuellen Werten des IAB-Arbeitsmarktbarometers und seiner Komponenten sowie eine Zeitreihengrafik unter https://iab.de/daten/iab-arbeitsmarktbarometer/.   

Eine Zeitreihe des European Labour Market Barometer einschließlich seiner Einzelkomponenten für alle beteiligten Arbeitsverwaltungen ist unter www.iab.de/Presse/elmb-components (xlsx) abrufbar. 

Mehr zum Europäischen Arbeitsmarktbarometer findet sich unter https://iab.de/en/daten/european-labour-market-barometer/.

Weitere Information zum Arbeitskräfteknappheits-Index des IAB finden Sie unter https://iab.de/daten/arbeitskraefteknappheits-index/