Altersarmut
Studien verweisen auf die steigende Zahl von Rentenbezieherinnen und Rentenbeziehern, die - neben ihrer Rente - einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Deutet dies auf eine wachsende Altersarmut hin? Der Einfluss des Arbeitsmarktes auf den individuellen Rentenanspruch wird deutlich: zu wenige Beitragsjahre und eine geringe Beitragshöhe könnten die Altersarmut zunehmen lassen.
Das Themendossier "Altersarmut" bietet eine Materialsammlung mit Literaturhinweisen und weiterführenden Links zur aktuellen Diskussion.
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Literaturhinweis
Retirement and commitments with present-biased preferences (2026)
Zitatform
Bernasconi, Mario (2026): Retirement and commitments with present-biased preferences. In: Journal of Economic Behavior & Organization, Jg. 244. DOI:10.1016/j.jebo.2026.107475
Abstract
"Present-biased preferences induce dynamically inconsistent decisions, implying a motive for people to constrain their future choices. We present a simple model of savings and retirement to show that sophisticated people, who are aware of their bias, use illiquid assets to constrain future consumption and to prevent retiring earlier than planned. Empirical evidence using survey data from Germany confirms the model predictions. We find that naïve present-biasedpeople retire on average 1.7 years earlier than time-consistent, while fully sophisticated people are most likely to hold illiquid assets and retire 1.7 years later than naïve, thereby completely overcoming their bias." (Author's abstract, IAB-Doku, © 2026 The Author(s). Published byElsevier B.V.) ((en))
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Literaturhinweis
Pensions, policy drift and old-age poverty in Western Europe and North America (2025)
Zitatform
Anderson, Karen M. & R. Kent Weaver (2025): Pensions, policy drift and old-age poverty in Western Europe and North America. In: Journal of European Social Policy, Jg. 35, H. 3, S. 248-263. DOI:10.1177/09589287241312109
Abstract
"This paper addresses patterns, trends, and “pockets” of old-age poverty in Western Europe and North America since 2000, with a focus on five of the more financially resilient countries: Sweden, Germany, the Netherlands, Canada and the United States. Despite major public pension retrenchment initiatives in several of these countries, increases in both the breadth and depth of old-age poverty have been limited in most of these countries. Increases in old-age poverty that did occur were largely “collateral damage” from across-the board cutbacks in pension replacementrates and eligibility that were not adequately compensated for by increases in means-tested or minimum pensions. Poor retirees have only rarely been targeted directly for retrenchment in these countries. The most consistent pattern in the case studies is the role of policy drift--the production of different old-age poverty outcomes as the social and fiscal context within which government programs operate change, but policies do not. It is the limited positive power of poor retirees (their inability to get policy changes enacted that favor them) rather than their negative power (inability to block changes that hurt them) that has been more important as a driver of increased old-age poverty where it has occurred." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Erwerbsminderungsrenten im Altersübergang : Entwicklungstrends in einem Umfeld steigender Altersgrenzen (2025)
Zitatform
Brussig, Martin (2025): Erwerbsminderungsrenten im Altersübergang : Entwicklungstrends in einem Umfeld steigender Altersgrenzen. (Altersübergangs-Report / Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Universität Duisburg-Essen 2025-01), Duisburg, 18 S. DOI:10.17185/duepublico/83099
Abstract
"Die Erwerbsminderungsrente ist fester Bestandteil der Gesetzlichen Rentenversicherung und dazu bestimmt, das Invaliditätsrisiko vor Erreichen der Altersphase abzusichern. Inzwischen erfolgt etwa die Hälfte der Neuzugänge in Erwerbsminderungsrente erst ab einem Alter von 58 Jahren. Der Anteil der Älteren unter den Neuzugängen in Erwerbsminderungsrente ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dass anteilig mehr Ältere eine Erwerbsminderungsrente erhalten, hängt auch mit der Anhebung der Altersgrenzen und der Schließung der Frühverrentung zusammen: Da Altersrenten erst in höherem Alter bezogen werden können, wechselt ein Teil derjenigen, die nicht so lange arbeiten können, in Erwerbsminderungsrente. Viele Beschäftigte scheiden gesundheitsbedingt aus dem Erwerbsleben kurz vor der Altersrente aus, erfüllen aber nicht die strengen gesundheitlichen Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente. Es bedarf neuer Formen der Absicherung gesundheitlicher Einschränkungen bei eingeschränkter Erwerbsfähigkeit im Alter." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Rentenansprüche von Frauen bleiben mit steigender Kinderzahl deutlich hinter denen von Männern zurück (2025)
Zitatform
Haan, Peter, Michaela Kreyenfeld, Sarah Schmauk & Tatjana Mika (2025): Rentenansprüche von Frauen bleiben mit steigender Kinderzahl deutlich hinter denen von Männern zurück. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 92, H. 12, S. 183-189. DOI:10.18723/diw_wb:2025-12-1
Abstract
"Der Gender Pension Gap, der den Unterschied bei den Rentenansprüchen zwischen Männern und Frauen misst, liegt laut Daten der Deutschen Rentenversicherung im Alter von 60 Jahren bei 32 Prozent. Darüber hinaus zeigt sich auch ein deutlicher Unterschied bei den gesetzlichen Rentenansprüchen zwischen Müttern und kinderlosen Frauen (Motherhood Pension Gap). Diesem Gap wirken die im Jahr 1986 eingeführten und seither mehrfach modifizierten Kindererziehungszeiten entgegen. Die Anrechnung von Kindererziehungszeiten reduziert die Unterschiede der Rentenanwartschaften zwischen kinderlosen Frauen und Müttern zwar deutlich, allerdings nur für die Jahre nach der Geburt. Für die Geburtsjahrgänge 1952 bis 1959 liegt der Motherhood Pension Gap im Alter von 60 Jahren in Westdeutschland bei 26 Prozent: Kindererziehungszeiten können den Rentennachteil von Müttern nicht ausgleichen. Weitere sozial- und steuerpolitische Maßnahmen, die eine gleichberechtigte Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit fördern, sind notwendig. Neben dem Ausbau der Kinderbetreuung sind Reformen des Ehegattensplittings und der Minijobs sowie ein Umbau der Arbeitswelt erforderlich, der die Bedürfnisse von Sorgetragenden stärker berücksichtigt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Frauen und Altersvorsorge: Fünf Impulse für mehr eigenständige Rente (2025)
Kostrzewa, Paula; Ehrentraut, Oliver; Moog, Stefan;Zitatform
Kostrzewa, Paula, Oliver Ehrentraut & Stefan Moog (2025): Frauen und Altersvorsorge. Fünf Impulse für mehr eigenständige Rente. Freiburg, 35 S.
Abstract
"Die Altersvorsorge ist eine zentrale Aufgabe sozialer Sicherungssysteme. Eine große Herausforderung stellt dabei der Gender Pension Gap dar: Frauen erhalten im Durchschnitt deutlich weniger Rente als Männer – bedingt durch Teilzeitarbeit, geringere Löhne und Erwerbsunterbrechungen. Angesichts vielfältiger Lebensmodelle und des gesellschaftlichen Anspruchs auf Gleichstellung, sollte die eigenständige Altersvorsorge von Frauen gezielt gestärkt werden. Ziel dieser Studie ist es, die Gründe der geschlechtsspezifischen Rentenlücke zu betrachten und daraus konkrete Empfehlungen für mehr finanzielle Unabhängigkeit im Alter abzuleiten. Im Fokus stehen Unterschiede in der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Vorsorge sowie regionale und zeitliche Entwicklungen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Evaluierung der Grundrente (2025)
Zitatform
Krolage, Carla, Fabian Kindermann, Karoline Ströhlein & Sebastian Kunz (2025): Evaluierung der Grundrente. (Forschungsbericht / Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Berlin, 124 S.
Abstract
"Das am 1. Januar 2021 in Kraft getretene „Gesetz zur Einführung der Grundrente für langjährige Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung mit unterdurchschnittlichem Einkommen und für weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Alterseinkommen“ (Grundrentengesetz) gewährt Rentenbeziehenden mit langjähriger Beitragszahlung und unterdurchschnittlichem Einkommen einen individuell berechneten Zuschlag zu ihrer Rente. Ziel ist es, die Lebensleistung von Geringverdienenden mit jahrzehntelanger Beitragszahlung im gesetzlichen Rentenversicherungssystem zu würdigen. Dieser Bericht prüft gemäß dem gesetzlichen Evaluierungsauftrag (§ 307h SGB VI) wissenschaftlich, ob die mit der Einführung der Grundrente verfolgten Ziele erreicht werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sie zur Anerkennung langjähriger Pflichtbeitragszeiten von Geringverdienenden beiträgt und deren Einkommenssituation im Alter spürbar verbessert. Analysiert werden dabei die Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen, die Höhe der Zuschläge und die Wirkung der Einkommensanrechnung. Auf Basis dieser Ergebnisse werden mithilfe eines Mikrosimulationsmodells drei Reformszenarien zur Einkommensanrechnung untersucht." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
What it means to be poor: dimensions of economic hardship among older people living in poverty across Europe (2025)
Zitatform
Palomäki, Liisa-Maria, Aart-Jan Riekhoff & Kati Kuitto (2025): What it means to be poor: dimensions of economic hardship among older people living in poverty across Europe. In: Ageing & Society, Jg. 45, H. 5, S. 947-968. DOI:10.1017/S0144686X2300096X
Abstract
"There is a lack of comparative and quantitative research on how poverty manifests itself in the economic wellbeing of older people across European countries. In this study, we focus in on two central dimensions of economic wellbeing: the ability to pay for usual expenses and unexpected expenses. Our aim is to find out how often older people living at risk of poverty experience hardship on these dimensions, how these dimensions overlap, and whether the incidence of hardship differs between the poor and the non-poor. The study is based on the cross-sectional component of the European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC) 2018 survey, involving 29 countries and 148,432 respondents aged 65+ years. The analysis builds on both descriptive statistics and multinomial logistic regression, which takes into account differences in household characteristics between the poor and the non-poor. The results reveal that for the poor, meeting unexpected expenses is a more common problem than meeting usual expenses, although they typically experience hardship on both dimensions. Hardship among the poor is more frequent in Central Eastern and some Southern European countries, while poor people living in Continental and Nordic countries tend to fare better, even though relatively large numbers in these countries lack cash margin. The non-poor do also experience hardship, but to a lesser extent. The poor experience combined hardship relatively often in Continental European countries. Based on the results, we conclude that studies should pay closer attention to the different dimensions of economic wellbeing in old age." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Full-time employment is all that matters? Quantifying the role of relevant and gender-exclusive life-course experiences for gender pension gaps (2025)
Zitatform
Rowold, Carla (2025): Full-time employment is all that matters? Quantifying the role of relevant and gender-exclusive life-course experiences for gender pension gaps. In: Social forces. DOI:10.1093/sf/soaf143
Abstract
"Gender pension gaps (GPGs) represent crucial indicators of gender inequalities over the life course. Despite reaching higher levels, they have received less attention than other gender inequalities, such as gender wage gaps. More generally, research typically focuses on selected sets of life course summary measures, predominantly the employment duration, to explain gender inequalities across the life course. This oversimplifies gender-specific life courses in particular. Taking a life-course perspective and using data from the Survey of Health, Ageing, and Retirement in Europe for the Netherlands and West Germany, I propose an innovative combination of machine learning, sequence analysis, and decomposition techniques, allowing for a new perspective on gender inequalities over the life course. The study disentangles which specific life-course elements are most relevant for pension inequalities and quantifies the role of gender-exclusive life-course experiences for gender disparities. I find that the duration, timing, order of life-course events, and overall life-course complexity matter for pension income inequalities in both pension systems. Specifically, the duration, timing, and order of care work experiences are more crucial pension predictors than the employment duration, which has been the primary focus of previous research. This holds for the GPGs: the largest shares are attributable to gender-exclusive life-course experiences because of the lack of a male counterpart for female engagement in care work, which is poorly rewarded in pension systems. Future research and policymakers will benefit from considering such gender-specific combinations of life-course experiences for the gender pension gap and other inequalities." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Alterssicherung in Deutschland 2023 (ASID 2023): Zusammenfassender Bericht (2025)
Schiel, Stefan; Kemmerling, Jonas; Koßmann, Joanna; Schütz, Holger ; Gerhards, Eva; Weitz, Jennifer; Steinwede, Jacob;Zitatform
Schiel, Stefan, Joanna Koßmann & Eva Gerhards (2025): Alterssicherung in Deutschland 2023 (ASID 2023). Zusammenfassender Bericht. (Forschungsbericht / Bundesministerium für Arbeit und Soziales 658), Berlin, 153 S.
Abstract
"Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat das Forschungsinstitut infas eine breit angelegte Untersuchung zur Alterssicherung in Deutschland durchgeführt. Analysiert werden die Lebenssituation sowie Art, Höhe, Verteilung und Determinanten der Einkommen der Bevölkerung ab 60 Jahren auf der Ebene von Personen und Haushalten. Die Datengrundlage bildet eine repräsentative, bei Einwohnermeldeämtern gezogene Adressenstichprobe. Der Nettodatensatz ist mit über 30.000 Personen hinreichend groß für differenzierte Analysen, insbesondere für Männer und Frauen in Deutschland insgesamt sowie den alten und neuen Ländern. Die wichtigsten Ergebnisse werden in einem Zusammenfassenden Bericht sowie drei Tabellenbänden ausgewiesen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Anhang: Tabellen -
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Who receives most? Gendered consequences of divorce on public pension income in West Germany and Sweden (2025)
Zitatform
Schmauk, Sarah & Linda Kridahl (2025): Who receives most? Gendered consequences of divorce on public pension income in West Germany and Sweden. In: Ageing & Society, Jg. 45, H. 5, S. 831-854. DOI:10.1017/S0144686X23000703
Abstract
"Sweden and West Germany have had persistently high divorce rates in recent decades, but these two welfare states were differently equipped to mitigate the economic consequences of divorce for individual security in old age: Sweden followed a gender-equal policy approach to enable women and men to achieve economic autonomy, while West Germany, following the male-breadwinner model, introduced the system of ‘divorce-splitting’ to account for differences in women's and men's income. Against this background, this study uses large-scale register data from the German Public Pension Fund and the Swedish population registers to examine how divorce is related to the monthly public old-age pension income of women and men. The main comparison groups are divorced and (re)married individuals who entered retirement between 2013 and 2018. We descriptively show annual income histories from ages 20 to 65, and calculate monthly public old-age pension income with respect to lifetime income and pension regulations, such as the supplements/deductions for ‘divorce-splitting’. Multiple ordinary least square regression models further examine how family status relates to monthly public old-age pension income by gender. The results reveal that women and men in Sweden experience similar working histories, although women's incomes are lower. This is also reflected in women still having lower pension incomes than men. However, divorced and married women show comparable pension incomes, while divorced men receive approximately 26 per cent less pension income than married men. In West Germany, divorced women have significantly higher pension incomes than married women. The system of ‘divorce-splitting’ increases women's and decreases men's pension incomes, which seems to equalise their pension incomes. However, both stay below a married man's pension income. The findings indicate economic inequality in public old-age pension income by family status in Sweden and West Germany." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Weniger Umverteilung - warum der Sozialstaat schlechter vor Armut schützt (2025)
Zitatform
Spannagel, Dorothee & Jan Brülle (2025): Weniger Umverteilung - warum der Sozialstaat schlechter vor Armut schützt. (WSI-Report 99), Düsseldorf, 17 S.
Abstract
"Die Dekade 2010 bis 2019 war ein Jahrzehnt mit starkem Wirtschaftswachstum: Löhne und Gehälter stiegen deutlich an, Erwerbslosigkeit sank auf ein sehr niedriges Niveau. Gleichzeitig lässt in diesem Zeitraum die Umverteilungskraft des Steuer- und Transfersystems deutlich nach. Die hohe Ungleichheit der auf dem Arbeitsmarkt erzielten Markteinkommen wird zunehmend weniger durch Steuern und Transferzahlungen abgemildert. Zugleich sind staatliche Transfereinkommen, allen voran die Rente, immer weniger in der Lage, Menschen tatsächlich vor Armut zu schützen. Für die Individuen wie auch für die Gesellschaft als Ganzes bleibt das nicht folgenlos." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Stabilisierung des Rentenniveaus bringt einen generationenübergreifenden Nutzen mit sich: Schriftliche Stellungnahme zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stabilisierung des Rentenniveaus und zur vollständigen Gleichstellung der Kindererziehungszeiten (2025)
Stein, Ulrike;Zitatform
Stein, Ulrike (2025): Die Stabilisierung des Rentenniveaus bringt einen generationenübergreifenden Nutzen mit sich. Schriftliche Stellungnahme zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stabilisierung des Rentenniveaus und zur vollständigen Gleichstellung der Kindererziehungszeiten. (IMK policy brief / Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung 200), Düsseldorf, 21 S.
Abstract
"Das Rentenpaket 2025 zielt auf die Stabilisierung des Rentenniveaus und der Gleichstellung der Kindererziehungszeiten ab. Eine dauerhafte Stabilisierung des Rentenniveaus ist zur Lebensstandardsicherung unerlässlich, da eine Befristung bis zum 1. Juli 2031 zu kurz greift. Alle Generationen profitieren gleichermaßen von der Maßnahme; jüngere Generationen werden nicht benachteiligt, und die Reform ist finanziell tragbar. Die Mütterente III ist aus Gerechtigkeitsgründen nachvollziehbar, jedoch teuer und bürokratisch; die Mittel sollten in anderen Bereichen eingesetzt werden. Die Erhöhung der Nachhaltigkeitsreserve auf 0,3 Monatsausgaben ist sinnvoll, sollte jedoch nicht ausschließlich zu Lasten der Versicherten gehen. Fortschreiberegeln und Bundeszuschüsse sollten transparenter gestaltet, verlässlich sein und nicht beitragsgedeckte Leistungen ausreichend finanziert werden. Arbeitsrechtliche Anpassungen zur freiwilligen Weiterbeschäftigung nach der Regelaltersgrenze sollten bürokratisch vereinfacht werden, wobei der Schwerpunkt auf der Aktivierung ungenutzter Erwerbspotentiale im erwerbsfähigen Alter liegen sollte." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Neunter Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland: Alt werden in Deutschland – Vielfalt der Potenziale und Ungleichheit der Teilhabechancen: und Stellungnahme Bundesregierung ; Drucksache 20/14450 vom 09.01.2025 (2025)
Abstract
"Der demografische Wandel in Deutschland führt zu einer stärkeren Alterung der Bevölkerung. Einer sinkenden Zahl an Menschen im jüngeren Alter steht eine steigende Zahl älterer Menschen gegenüber. Jede fünfte Person in Deutschland ist heute älter als 66 Jahre, jede zweite älter als 45. Seniorinnen und Senioren wollen so lange wie möglich engagiert und selbstständig leben, aktiv bleiben und Erfahrungen sammeln und teilen können. Der Neunte Altersbericht ist Ausgangspunkt, um eine breite Diskussion über gutes und teilhabeorientiertes Altern führen zu können. Eine Besonderheit bildet die Generation der seit Mitte der 1950er Jahre bis Ende der 1960er Jahre Geborenen. Bis Ende der 2030er wird ein Großteil dieser Generationen das Rentenalter erreicht haben. Sie werden eine große Lücke an Arbeitskräften hinterlassen. Auch die Sozialsysteme werden dadurch stark gefordert sein. Die Zahl der über 80 Jahre alten Menschen wird voraussichtlich um rund 3 Millionen von heute rund 6 Millionen auf 8 bis 10 Millionen im Jahr 2050 zunehmen. Da der Anteil von pflegebedürftigen Menschen in dieser Altersgruppe höher ist, muss mit einer erheblichen Zunahme des Pflegebedarfs zu Hause und in Orten des Seniorenwohnens (beispielsweise Pflegeheimen) gerechnet werden. Bis zum Jahr 2055 wird altersübergreifend ein Anstieg der Anzahl pflegebedürftiger Menschen auf 7,6 Millionen erwartet. Das bedeutet, dass die finanzielle Sicherung der älteren Bevölkerung und die medizinische bzw. pflegerische Versorgung vor allem der Hochaltrigen zunehmend eine größere Herausforderung werden. Es ist für die gesamte Gesellschaft von Interesse, wenn ältere Menschen ihr Leben möglichst lange eigenständig und selbstbestimmt führen können. Auf der anderen Seite ist diese Generation durchschnittlich besser gebildet und gesünder als vorangegangene Jahrgänge. Entscheidend wird daher sein, die gesellschaftliche Teilhabe der Menschen in der durchschnittlich längeren und länger werdenden aktiven, sogenannten dritten Lebensphase zu unterstützen und ihre Potenziale zum Einsatz zu bringen. Dazu gehören das gesellschaftliche Engagement, Nachbarschaftshilfe oder generationenübergreifende Zusammenarbeit, aber auch eine freiwillig fortgesetzte Erwerbsarbeit. Daran schließt der Neunte Altersbericht der Bundesregierung an. An der Gesellschaft teilzuhaben ist für viele ein zentraler Faktor. Wichtig ist es, dass die Optionen zur Teilhabe so einfach wie möglich gestaltet werden. Denn ältere Menschen vereinen immense Potenziale und bereichern unser Zusammenleben. Es gilt gleichermaßen, die Herausforderungen des Alterns offen zu adressieren und gute Teilhabestrukturen einzufordern und zu fördern. Dabei spielen lokale und regionale Rahmenbedingungen eine Rolle, genauso wie fördernde bundesweite Entwicklungen. Der Sachverständigenbericht legt erstmals einen Fokus auf Intersektionalität. Die Bundesregierung begrüßt dies ausdrücklich. Um Politik für ein gutes Leben im Alter und ein gutes Altern zu stärken, müssen viele Aspekte, die Diskriminierung zur Folge haben können – über das Lebensalter hinaus – betrachtet werden. Einige hiervon, wie beispielsweise Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung und ethnische Herkunft, beeinflussen sich wechselseitig und verstärken sich, wenn sie gleichzeitig auftreten. Teilhabechancen können durch diese verschränkten Voraussetzungen ungleich verteilt sein. Die Aufgabe liegt darin die großen Potenziale älterer Menschen in ihrer Vielfalt anzuerkennen und diskriminierungssensibel zu fördern. Auch der sozio-ökonomische Status beeinflusst die Teilhabechancen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Kurzbroschüre zum Neunten Altersbericht -
Literaturhinweis
Abschaffung der Mütterrente würde Altersarmut erhöhen (2024)
Zitatform
Blesch, Maximilian, Annica Gehlen, Johannes Geyer, Peter Haan & Stefan Klotz (2024): Abschaffung der Mütterrente würde Altersarmut erhöhen. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 91, H. 31/32, S. 495-502. DOI:10.18723/diw_wb:2024-31-1
Abstract
"Angesichts demografiebedingt steigender Ausgaben in der Rentenversicherung wird verstärkt über Einsparpotenziale diskutiert. Dabei wird unter anderem vorgeschlagen, die vor zehn Jahren eingeführte Mütterrente wieder abzuschaffen. Allerdings hätte eine Streichung dieser Rentenzuschüsse für Frauen, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben, erhebliche verteilungspolitische Auswirkungen. Berechnungen auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) mit dem Mikrosimulationsmodell GETTSIM zeigen, dass eine Abschaffung der Mütterrente die Bruttorenten älterer Frauen um durchschnittlich etwa 85 Euro pro Monat mindern würde. Da die Mütterrente vor allem im unteren und mittleren Einkommensbereich wirkt, würde das Armutsrisiko von älteren Frauen um 14,4 Prozent steigen. Die Mütterrente rückgängig zu machen ist also nicht nur rechtlich fragwürdig, es hätte auch finanziell erhebliche negative Folgen. Langfristig sinnvoller wäre es, Ungleichheit und Altersarmutsrisiken schon während der Erwerbsphase anzugehen, indem gezielt Maßnahmen für eine höhere Frauenerwerbstätigkeit und eine Stärkung der partnerschaftlichen Aufteilung der Sorgearbeit ergriffen werden. Dafür ist es notwendig, Kinderbetreuung und Pflegeinfrastruktur auszubauen sowie die Anreize im Steuersystem durch eine Reform des Ehegattensplittings und der Minijobs zu verbessern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Does Bridge Employment Mitigate or Exacerbate Inequalities Later in Life? (2024)
Cahill, Kevin E.; Giandrea, Michael D.; Quinn, Joseph F. ; Platts, Loretta G. ; Sacco, Lawrence B. ;Zitatform
Cahill, Kevin E., Michael D. Giandrea, Joseph F. Quinn, Lawrence B. Sacco & Loretta G. Platts (2024): Does Bridge Employment Mitigate or Exacerbate Inequalities Later in Life? In: Work, Aging and Retirement, Jg. 10, H. 2, S. 77-99. DOI:10.1093/workar/waac020
Abstract
"Most older Americans with career employment change jobs at least once before retiring from the labor market. Much is known about the prevalence and determinants of these bridge jobs, yet relatively little is known about the implications of such job changes—compared to direct exits from a career job —upon economic disparities in later life. In this article, we use 26 years of longitudinal data from the Health and Retirement Study to document the various pathways that older Americans take when exiting the labor force, and examine how bridge employment affects nonhousing wealth and total wealth, including the present discounted value of Social Security benefits. We find that gradual retirement in the form of bridge employment neither exacerbates nor mitigates wealth inequalities among Americans who hold career jobs later in life. That said, we do find some evidence that wealth inequalities grow among the subset of older career workers who transition from career employment to bridge employment at older ages. One policy implication of our article is that it provides evidence that might allay concerns about the potential for disparate financial impacts associated with the gradual retirement process." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Coping with old-age poverty – the role of agency and different forms of societal support (2024)
Zitatform
Grages, Christopher & Ralf Och (2024): Coping with old-age poverty – the role of agency and different forms of societal support. In: Zeitschrift für Sozialreform, Jg. 70, H. 1, S. 121-144. DOI:10.1515/zsr-2023-0012
Abstract
"In europäischen Wohlfahrtsstaaten gibt es eine beträchtliche, wenn auch unterschiedlich große Anzahl älterer Menschen, die mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Wir untersuchen in diesem Beitrag, wie ältere Menschen mit geringem Einkommen ihre individuellen Ressourcen und die ihnen zur Verfügung stehenden sozialen Ressourcen in Form von familiärer, zivil-gesellschaftlicher und öffentlicher Unterstützung (Geld- und Sachleistungen) zur Bewältigung von Armut nutzen. Der Artikel basiert auf individuellen Erfahrungen mit Altersarmut und stützt sich hierfür auf 59 Lebensverlaufsinterviews mit älteren Menschen mit niedrigem Einkommen in Norwegen, Deutschland, Estland, Ungarn, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Wir stellen auf Basis einer qualitativen Inhaltsanalyse eine Typologie von Bewältigungsstrategien für Altersarmut mit zwei Hauptdimensionen vor: Handlungsfähigkeit (agency) und Transformationsfähigkeit. Wir zeigen darüber hinaus, dass Bewältigungsstrategien nicht nur aufgrund individueller Faktoren und angemessener sozialpolitischer Unterstützung variieren, sondern auch aufgrund weiterer gesellschaftlicher Unterstützungsangebote durch die Zivilgesellschaft, Familien oder soziale Netzwerke, die sozialpolitische Versorgung ergänzen oder ihre Lücken ausgleichen können." (Autorenreferat, IAB-Doku, © De Gruyter)
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Literaturhinweis
Eine effektive Grundrente ermöglicht notwendige Rentenreformen (2024)
Haan, Peter;Zitatform
Haan, Peter (2024): Eine effektive Grundrente ermöglicht notwendige Rentenreformen. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 104, H. 2, S. 87-91. DOI:10.2478/wd-2024-0029
Abstract
"In den kommenden Jahren steht die Rentenversicherung in Deutschland nicht nur vor finanziellen Herausforderungen. Auch die Einkommenssicherungsfunktion der Rentenversicherung muss gestärkt werden, insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Risiko für Altersarmut deutlich angestiegen ist. Eine effektive Grundrente, die einen Rentenbetrag garantiert und die im Rentensystem verankert ist, wäre ein wichtiger Schritt, um Altersarmut zu reduzieren. Eine effektive Grundrente ist auch eine wichtige Voraussetzung, um andere Rentenreformen in Deutschland umzusetzen, wie eine Erhöhung des Rentenzugangsalters oder stärkere (kapitalgedeckte) private Vorsorge. Diese Reformen haben potenziell negative Verteilungswirkungen vor allem für Haushalte mit geringen Einkommen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
A problem of gendered injustice? Objective and subjective poverty among older women and men across European welfare regimes (2024)
Zitatform
Härtull, Camilla & Mikael Nygård (2024): A problem of gendered injustice? Objective and subjective poverty among older women and men across European welfare regimes. In: European Journal of Ageing, Jg. 21. DOI:10.1007/s10433-023-00796-5
Abstract
"Using European Social Survey data, this article studies the prevalence of objective and subjective poverty among older women and men (60+ years) in 21 European countries. Objective poverty refers to whether one’s disposable income falls below the poverty line, whereas subjective poverty relates to the capacity to make ends meet. It analyzes gender differences in these two dimensions of poverty and the role of gender as an explanation to these phenomena while controlling for other individual-level variables as well as the role of welfare state regimes. The results show that older women are more exposed to objective poverty than men, and that female gender remains strongly and positively correlated with this kind of poverty even when controlling for other variables. They also show that other individual-level variables, such as partnership, paid work and education curbs objective poverty, while the type of welfare regime does not matter. As to subjective poverty, on the other hand, there is no significant association with female gender, nor with the type of welfare regime, while individual-level variables such as subjective health, partnership and paid work are negatively correlated with this dimension of poverty. Subjective poverty is somewhat more influenced by contextual factors than objective poverty although the type of welfare state regime is not significantly associated with subjective or objective poverty." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Updating the retirement-consumption puzzle in Italy: who are the most affected? (2024)
Marini, Andrea;Zitatform
Marini, Andrea (2024): Updating the retirement-consumption puzzle in Italy: who are the most affected? (Working paper series / European Central Bank 2936), Frankfurt am Main, 58 S.
Abstract
"In this paper I investigate the retirement-consumption puzzle in Italy for the period 2010-2016, using SHIW data. In order to address the endogeneity of the retirement decision, I estimate the effect of retirement by exploiting the exogeneity of pension eligibility in an instrumental variable approach; the IV regression is then applied in a regression discontinuity design where only households close to the eligibility point are considered. The eligibility-instrument is found to be a strong predictor of the retirement decision, and the estimated non-durable consumption drop is equal to 12.3%. When households are distinguished according to the gender of the household head, female-led households are found to undergo a consumption decline that is more than double that estimated for households with male heads. The data and the literature on the subject indicate that this large difference is likely related to the gender pay-gap that translates into a gender pension-gap. Moreover, the consumption decline appears to be concentrated in households in the lower part of the wealth distribution. Nonetheless, households in the lowest wealth quintile, do not show a significant consumption decline. The data suggests that this might be due to the impossibility for these households to further reduce their consumption at retirement, as they are mostly composed of essential expenditures." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
The 2024 pension adequacy report : Current and future income adequacy in old age in the EU. Vol. I: Joint report prepared by the Social Protection Committee (SPC) and the European Commission (DG EMPL) (2024)
Schmit, Nicolas; Guerra, Rute;Zitatform
Schmit, Nicolas & Rute Guerra (2024): The 2024 pension adequacy report : Current and future income adequacy in old age in the EU. Vol. I. Joint report prepared by the Social Protection Committee (SPC) and the European Commission (DG EMPL). 198 S. DOI:10.2767/909323
Abstract
"The present edition of the Pension Adequacy Report, prepared every three years by the Social Protection Committee and the European Commission, looks back at a very challenging period for European societies and economies. The crisis triggered by the COVID-19 pandemic was soon followed by Russia’s war of aggression against Ukraine. Just as the recovery was taking shape, a spike in energy costs and the overall cost of living set off a new challenge for the well-being of Europeans, including the older population." (Text excerpt, IAB-Doku) ((en))
