Die folgende Tabelle zeigt die Teilzeitquote von sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männern und Frauen im Dezember 2024 nach Anforderungsniveaus – also für Helfer, Fachkräfte, Spezialisten und Experten. Die Quoten werden insgesamt und für 14 Berufssegmente ausgewiesen.
Die Gesamt-Teilzeitquote liegt bei Männern bei 14,2 Prozent, während Frauen zu 52,4 Prozent in Teilzeit beschäftigt sind – eine Differenz von 38,2 Prozentpunkten. Damit arbeiten Frauen dreimal häufiger in Teilzeit. Dieser grundlegende Unterschied zieht sich durch nahezu alle Berufssegmente und Anforderungsniveaus.
Differenziert nach Qualifikation werden ebenfalls Unterschiede deutlich. Bei Männern zeigt sich ein klares Muster: Je höher das Anforderungsniveau, desto niedriger die Teilzeitquote (Helfer: 32,5 %; Fachkräfte: 17,6 %; Spezialisten: 12,3 %; Experten: 13,0 %). Bei Frauen ist die Teilzeitquote zwar auch bei Helferinnen am höchsten, bleibt aber auf allen Anforderungsniveaus deutlich erhöht (Helfer: 53,8 %; Fachkräfte: 48,1 %; Spezialisten: 37,0 %; Experten: 34,5 %). Bemerkenswert ist, dass selbst hochqualifizierte Frauen (Expertinnen) mit 34,5 Prozent häufiger in Teilzeit arbeiten als männliche Helfer (32,5 %).
Große Geschlechterunterschiede gibt es auch in bestimmten Berufssegmenten. Die größten Differenzen finden sich bei den Handelsberufen (Männer: 18,3 %; Frauen: 60,6 %; Differenz: +42,3 Prozentpunkte), den Reinigungsberufen (Männer: 42,6 %; Frauen: 82,4 %; Differenz: +39,8 Prozentpunkte) und der Unternehmensführung/-organisation (Männer: 13,6 %; Frauen: 46,5 %; Differenz: +32,9 Prozentpunkte). Diese Berufssegmente zeigen, dass strukturelle Faktoren über reine Qualifikation hinausgehen.
In einigen technikorientierten Berufssegmenten kehrt sich das übliche Muster um und Experten arbeiten häufiger Teilzeit als Helfer. Bei den Männern sind dies die Fertigungsberufe (Experten: 12,3 % vs. Helfer: 6,0 %) oder Berufe in der IT/Naturwissenschaft (Experten: 10,1 % vs. Helfer: 6,0 %). Bei den Frauen trifft es für diese Berufssegmente zu: Fertigungsberufe (Expertinnen: 33,6 % vs. Helferinnen: 21,0 %), Fertigungstechnische Berufe (Expertinnen: 26,4 % vs. Helferinnen: 22,3 %) und Berufe in der IT/Naturwissenschaft (Expertinnen: 29,3 % vs. Helferinnen: 27,6 %). Das deutet darauf hin, dass in diesen Bereichen qualifizierte Teilzeitmodelle attraktiver oder besser verfügbar sind. Soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe weisen besonders hohe Teilzeitquoten auf: Bei den Männern (41,1 %) wie bei den Frauen (66,1 %) ist es jeweils der zweithöchste Wert. Ebenfalls hoch sind die Quoten in den Medizinischen/Gesundheitsberufen (Männer: 28,5 % und Frauen: 55,6 %). Diese Berufssegmente haben hohe Frauenanteile („Frauenberufe“) und zeigen, dass auch Männer hier überdurchschnittlich oft in Teilzeit arbeiten – allerdings immer noch weit unter dem Frauenanteil.
Fazit: Die Daten zeigen ein persistent hohes Teilzeit-Gender-Gap über alle Qualifikationsniveaus hinweg, mit besonders ausgeprägten Unterschieden in frauentypischen Berufsfeldern. Während bei Männern höhere Qualifikation meist mit Vollzeitarbeit einhergeht, bleibt bei Frauen die Teilzeitquote auch bei hoher Qualifikation erheblich.
Tabelle: Teilzeitquote von sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer und Frauen nach dem Anforderungsniveau ihrer Tätigkeiten
| Berufssegmente | Teilzeitquote Männer | Teilzeitquote Frauen | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Insgesamt | Anforderungsniveaus | Insgesamt | Anforderungsniveaus | |||||||
| Helfer | Fachkräfte | Spezialisten | Experten | Helfer | Fachkräfte | Spezialisten | Experten | |||
| S11 Land-, Forst- und Gartenbauberufe | 16,5 | 20,1 | 13,3 | 15,9 | 16,3 | 44,7 | 45,8 | 45,2 | 38,9 | 42,0 |
| S12 Fertigungsberufe | 4,9 | 6,0 | 4,0 | 8,3 | 12,3 | 27,7 | 21,0 | 29,8 | 35,6 | 33,6 |
| S13 Fertigungstechnische Berufe | 5,6 | 10,3 | 4,8 | 5,9 | 6,2 | 26,8 | 22,3 | 27,6 | 29,6 | 26,4 |
| S14 Bau- und Ausbauberufe | 10,8 | 16,5 | 9,5 | 7,6 | 11,0 | 39,8 | 41,7 | 46,5 | 34,6 | 37,2 |
| S21 Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe | 28,1 | 41,4 | 21,5 | 10,9 | 10,6 | 54,2 | 63,4 | 46,1 | 29,2 | 28,0 |
| S22 Medizinische u. nicht-medizinische Gesundheitsberufe | 28,5 | 43,6 | 26,1 | 26,3 | 25,0 | 55,6 | 66,0 | 53,6 | 58,0 | 50,0 |
| S23 Soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe | 41,1 | 59,1 | 45,6 | 32,8 | 40,4 | 66,1 | 82,0 | 69,2 | 59,3 | 59,9 |
| S31 Handelsberufe | 18,3 | 60,2 | 25,0 | 6,6 | 3,6 | 60,6 | 79,5 | 65,7 | 29,9 | 21,0 |
| S32 Berufe in Unternehmensführung und -organisation | 13,6 | 61,4 | 14,6 | 7,9 | 8,3 | 46,5 | 73,3 | 48,0 | 34,5 | 29,5 |
| S33 Unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe | 12,7 | 31,9 | 15,2 | 10,9 | 9,8 | 44,9 | 60,2 | 49,2 | 39,5 | 34,0 |
| S41 IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe | 9,6 | 6,0 | 10,0 | 9,4 | 10,1 | 31,0 | 27,6 | 34,5 | 30,1 | 29,3 |
| S51 Sicherheitsberufe | 18,5 | 27,6 | 16,7 | 11,1 | 7,5 | 42,7 | 43,5 | 44,0 | 38,3 | 32,7 |
| S52 Verkehrs- und Logistikberufe | 14,9 | 18,8 | 13,6 | 8,8 | 8,2 | 40,2 | 42,2 | 40,0 | 30,4 | 24,5 |
| S53 Reinigungsberufe | 42,6 | 51,9 | 27,2 | 10,1 | * | 82,4 | 84,4 | 73,4 | 30,2 | * |
| Gesamt | 14,2 | 24,6 | 12,4 | 10,4 | 13,7 | 52,4 | 65,0 | 52,9 | 44,2 | 43,8 |
* In den Reinigungsberufen gibt es keine Experten
Quelle: Statistik der der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen IAB
Weitere Informationen
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Erhebungszeitraum
Dezember 2024
Veröffentlichungsdatum
4.3.2026
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