Strukturwandel in Thüringen: Digitalisierung. Mit einer Neuschätzung der Substituierbarkeitspotenziale
Abstract
"Die Arbeitswelt verändert sich in rasant. Technische Entwicklungen bei Software, Computer oder computergesteuerten Maschinen schaffen immer neue Anwendungsmöglichkeiten. Bislang waren insbesondere Routinetätigkeiten z. B. bei Helfertätigkeiten automatisierbar. Nun sind durch produktiv nutzbare KI-Technologie auch zunehmend nicht-routine-Tätigkeiten von Spezialisten und Experten betroffen. Im Vergleich zu Deutschland hatte Thüringen häufiger Berufe mit einem hohen Substituierbarkeitspotenzial. Das durchschnittliche Substituierbarkeitspotenzial über alle Berufe stieg bis 2016 rasant an, seitdem jedoch im geringeren Ausmaß. Sicherheitsberufe hatten 2019 mit rund 21 Prozentpunkten einen sehr hohen Anstieg, so wie zuletzt die IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufe mit rund 20 Prozentpunkten. Für diese Veränderungen konnten drei Faktoren identifiziert werden: die Veränderung der Substituierbarkeitspotenziale einzelner Berufe, innerberufliche Veränderungen wie bei den Kerntätigkeiten und der berufliche Strukturwandel. Für Männer und Frauen sind die Substituierbarkeitspotenziale seit 2013 ähnlich gestiegen, bei Männern allerdings von einem höheren Anfangsniveau. KI ersetzt dabei eher Tätigkeiten, die mehrheitlich von Frauen erledigt werden. Zwischen den verschiedenen Alterskohorten gibt es insgesamt kaum Unterschiede. Lediglich in zwei Berufssegmenten haben jüngere Beschäftigte ein höheres Substitutionspotenzial – bei Verkehrs- und Logistikberufen sowie bei den IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen. Auch wenn sich einige Berufe durch Digitalisierung stark verändern führt das kaum zu Beschäftigungsverlusten. Für solche Berufe und für Regionen, in denen sie vermehrt vorkommen, können jedoch höhere Weiterbildungsbedarfe vermutet werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Cite article
Kropp, P., Theuer, S. & Fritzsche, B. (2026): Strukturwandel in Thüringen: Digitalisierung. Mit einer Neuschätzung der Substituierbarkeitspotenziale. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen 02/2026), Nürnberg, 42 p. DOI:10.48720/IAB.RESAT.2602
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Further information
- A1. Substituierbarkeitspotenziale und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte - Daten zu den Abbildungen 1, 4, 5, 6, 10
- A2. Einfluss einzelner Berufe auf das Substituierbarkeitspotenzial der Berufssegmente
- A3. Substituierbarkeitspotenziale und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte für Wirtschaftsabschnitte in Deutschland, Mitteldeutschland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
- A4. Substituierbarkeitspotenziale in ausgewählten Berufssegmenten und Regionen nach Geschlecht für die Jahre 2013 und 2022 für Deutschland, Mitteldeutschland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
- A5. Substituierbarkeitspotenziale in ausgewählten Berufssegmenten in den Jahren 2013 und 2024 nach Altersgruppen
