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Zunehmend komplex - freiberuflich oder gewerblich

Abstract

Während in der Vergangenheit im Pflegebereich vor allem Ärzte gutachterlich tätig waren, wird dieses Berufsfeld zunehmend von Pflegefachkräften besetzt. Der Beitrag bezieht Stellung zur Diskussion über Aspekte möglicher Freiberuflichkeit von Sachverständigen und Gutachtern am Beispiel dieser neuen Pflegesachverständigen. Behandelt werden folgende Themen: I. Sachverständige; II. Die Bestellung von Sachverständigen; III. Pflegesachverständige; IV. Einkommensrechtliche Zuordnung der Sachverständigen; V. Freie Berufe: Begriff und Zuordnung; VI. Theoretische Verortung der Pflegesachverständigen; VII. Qualifikation und Berufsbild des Pflegesachverständigen und VIII. Einkommenssteuerliche Zuordnung von Pflegesachverständigen. Hieraus werden Feststellungen zur Freiberuflichkeit von Pflegesachverständigen abgeleitet. Der Beitrag kommt zu dem Ergebnis, dass das Berufsbild des Pflegesachverständigen die zentralen Merkmale einer selbstständigen, freiberuflichen Tätigkeit erfüllt, und dass Pflegesachverständige durchaus das Potenzial haben, die Kriterien einer freiberuflichen Berufsausübung zu erfüllen. Öffentliche Bestellung und Vereidigung sind als Indiz für die Freiberuflichkeit zu werten und die Anerkennung der Freiberuflichkeit durch die Finanzämter würde das Berufsbild aufwerten und die Stellung der Berufsträger im medizinisch-pflegerischen Bereich stärken. Da im Einzelfall auch eine gewerbliche Berufsausübung vorliegen kann, ist jedoch eine eindeutige Zuordnung von Pflegesachverständigen zu den Freien Berufen nicht möglich. Daher wird eine individuelle Beratung durch einen Steuerberater oder einen Fachanwalt für Steuerrecht empfohlen. (IAB)

Cite article

Oberlander, W. & Wießner, F. (2006): Zunehmend komplex - freiberuflich oder gewerblich. In: Der Sachverständige, Vol. 33, No. 6, p. 176-180.