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Publication

Pendler in Berlin und Brandenburg nach der Beschäftigungsstatistik vom Juni 2002

Abstract

"Im Jahr 2002 setzte sich der Beschäftigungsabbau in Berlin und Brandenburg weiter fort. Gleichzeitig nahm die Mobilität der Beschäftigten zu.<br> Die Anziehungskraft der Metropole Berlin für Einpendler steigt nach wie vor. Dazu haben neben dem zusammenwachsenden Arbeitsmarkt auch Wohnsitzverlagerungen von Berlinern in das Umland Berlins beigetragen. Es pendelten mehr Beschäftigte nach Berlin als im Vorjahr, zwei Drittel davon kamen aus Brandenburg. Im Vergleich dazu nahm die Gesamtzahl der Berliner Auspendler erstmals ab. Der Anstieg des positiven Pendlersaldos in Berlin (weniger Auspendler als Einpendler) hielt an. Einen Großteil der Berliner Auspendler zog es neben Brandenburg auch in die alten Bundesländer. Gründe hierfür könnten die günstigere Arbeitsmarktentwicklung und die Verlagerungen ehemaliger Berliner Behörden nach Bonn sein. Nach jahrelangem Anwachsen ging die Auspendlerzahl in die alten Bundesländer jedoch 2002 sowohl bei den Berliner als auch bei den Brandenburger Erwerbspersonen erstmals zurück. Konjunkturbedingt verschlechterte Beschäftigungsmöglichkeiten in den alten Bundesländern und Umzüge einiger Berliner und Brandenburger Fernpendler in die Zielregionen könnten hierfür verantwortlich sein.<br> In Brandenburg sind die Einpendlerzahlen etwas gesunken. Längerfristig betrachtet sind diese mit ca. 90.000 Beschäftigten nahezu konstant. Während in Berlin seit 1996 ein steigender Einpendlerüberschuss zu erkennen war, hat sich in Brandenburg der negative Pendlersaldo mehr als verdoppelt, was vor allem auf die Zunahme von Auspendlern zurückzuführen war. Daraus resultierte eine erhebliche Entlastung des Brandenburger Arbeitsmarktes.<br> Die Pendlerströme zwischen Berlin und Brandenburg konzentrierten sich in beiden Richtungen vor allem auf die berlinnahe Region Brandenburgs (engerer Verflechtungsraum). Fast 90% der Brandenburger Einpendler nach Berlin kamen aus dem Umland. Hierzu hat die vergleichsweise positive Beschäftigungsentwicklung im Umland Berlins beigetragen. 90% der Berliner Auspendler nach Brandenburg waren im Umland beschäftigt, zum größten Teil im Dienstleistungssektor. Im Vergleich mit anderen Ballungsräumen in Deutschland fiel die Pendlerverflechtung zwischen Berlin und Brandenburg wesentlich geringer aus. Der Entwicklungsrückstand gegenüber anderen Großstadtregionen konnte jedoch in den letzten Jahren reduziert werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)

Cite article

Bogai, D. & Wiethölter, D. (2003): Pendler in Berlin und Brandenburg nach der Beschäftigungsstatistik vom Juni 2002. Jahresbericht 2002. Berlin, 31 p.