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Publication

Erwerbsformen in Bewegung

Abstract

Der Beitrag beschäftigt sich mit den Strukturverschiebungen auf dem Arbeitsmarkt und insbesondere mit dem Wandel der Erwerbsformen. Mit dem Wandel der Erwerbsformen ist der Prozess gemeint, der in den letzten Dekaden zu einem Bedeutungsverlust der so genannten Normalarbeitsverhältnisse geführt hat. Dazu zählt der Beitrag die sozialversicherungspflichtige, unbefristete und abhängige Vollzeitbeschäftigung. In Abgrenzung hierzu stehen Beschäftigungsverhältnisse, die in Teilzeit ausgeübt werden, nicht (voll) sozialversicherungspflichtig sind, Befristungen unterliegen, als Leiharbeitsverhältnisse ausgestaltet sind oder eine selbstständige Tätigkeit darstellen. Der Beitrag analysiert die veränderte Zusammensetzung der Erwerbsformen aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive unter den Aspekten der Niveaueffekte des Erwerbsformenwandels und der Durchlässigkeit des Arbeitsmarktes. Hinter der gestiegenen Bedeutung atypischer Erwerbsformen stehen ein sich wandelnder Arbeitskräftebedarf, ein sich veränderndes Arbeitskräfteangebot sowie spezifische institutionelle Rahmenbedingungen. Die Ergebnisse der Analyse münden in die Frage, ob das Normalarbeitsverhältnis in der bestehenden Ausgestaltung noch die adäquate Form der Beschäftigung in einer international arbeitsteiligen Wirtschaftswelt ist. Die Koppelung der Sozialversicherungen an das Normalarbeitsverhältnis und die damit verbundene übermäßige Belastung des Produktionsfaktors Arbeit führt auf der Unternehmensseite zu einer geringen Arbeitsnachfrage. Auf der Arbeitsangebotsseite behindern der zu geringe Abstand zwischen Nettoeinkommen und Transferleistungen die Aufnahme einer Beschäftigung. Aus Sicht der Autoren sollte daher die kostenmäßige Entlastung des Arbeitseinsatzes oberste Priorität haben. (IAB)

Cite article

Dietz, M. & Walwei, U. (2007): Erwerbsformen in Bewegung. Wirkung auf Beschäftigungsniveau und Durchlässigkeit des Arbeitsmarktes. In: F. Lorenz & G. Schneider (Hrsg.) (2007): Ende der Normalarbeit? : mehr Solidarität statt weniger Sicherheit - Zukunft betrieblicher Interessenvertretung, p. 185-202.