Die KI ist kein Jobkiller!
Abstract
"Zahlen schrubben, Präsentationen vorbereiten, Dokumente glattbügeln: typische Berufseinsteiger-Aufgaben. Weil all das mittlerweile eine künstliche Intelligenz (KI) erledigen kann, werde sie massenweise junge Leute im Arbeitsleben ersetzen – das wird derzeit häufig behauptet. Gefolgt von der Warnung, Berufseinsteiger könnten sich dadurch erst gar nicht mehr für andere Aufgaben weiterentwickeln. Aber stimmt das? Tatsächlich legte der Anteil von Jobs mit komplexen Tätigkeiten seit den 1990er-Jahren um mehr als zehn Prozent pro Dekade zu. Und zwar ungebrochen, bis zuletzt. In einem Abwärtsstrudel durch KI befindet sich die Beschäftigung also nicht. Und dennoch führen wir Debatten, in denen über Fortschritte der KI berichtet wird wie über Naturkatastrophen. Wir reden über menschliche Tätigkeiten von gestern, die jetzt KI übernimmt. Dabei zählt für eine erfolgreiche Zukunft mit KI vor allem eines: menschliche Tätigkeiten von morgen. Dass inmitten einer digitalen Transformation ausgerechnet Berufseinsteiger – also die jungen Digital Natives – bedroht sein sollen, ist geradezu widersinnig. Es geht darum, sie anders einzusetzen. Dröge Hilfstätigkeiten – die sollten tatsächlich von gestern sein. Nutzen wir stattdessen die digitale Kompetenz der Jungen in Kombination mit der Erfahrung der Älteren!" (Textauszug, IAB-Doku)
Cite article
Weber, E. (2026): Die KI ist kein Jobkiller! Gastbeitrag zum Thema Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen. In: Die Zeit No. 06.03.2026.
