Niedriglohnarbeitsmarkt
Der Ausbau des Niedriglohnsektors sollte Ende der 1990er Jahre die hohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Als Niedriglohn gilt ein Arbeitsentgelt, das trotz Vollzeitbeschäftigung keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet – die OECD definiert den ihn als einen Bruttolohn, der unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Medianbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Betroffen von Niedriglöhnen sind überdurchschnittlich häufig Personen ohne beruflichen Abschluss, jüngere Erwerbstätige und Frauen.
Bietet der Niedriglohnsektor eine Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt oder ist er eine Sackgasse? Das IAB-Themendossier erschließt Informationen zum Forschungsstand.
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Literaturhinweis
Mehr Beschäftigung durch niedrige Löhne?: Niedriglohnstrategien zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit aus frauenpolitischem Blickwinkel (2002)
Zitatform
(2002): Mehr Beschäftigung durch niedrige Löhne? Niedriglohnstrategien zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit aus frauenpolitischem Blickwinkel. In: Informationen zur Sozial- und Arbeitsmarktpolitik H. 2, S. 1-25.
Abstract
Das Diskussionspapier beleuchtet aus gewerkschaftlicher und frauenpolitischer Sicht die vorliegenden Vorschläge und Strategien für eine Bewältigung der Beschäftigungsprobleme über einen Niedriglohnbereich. Es wird argumentiert, dass die Niedriglohnstrategien keineswegs das Problem der Arbeitslosigkeit insgesamt lösen können und zudem von falschen Grundannahmen ausgehen. Überlegungen zur Senkung des Sozialhilfeniveaus berücksichtigen nicht, dass die betroffenen angeblich unqualifizierten Tätigkeiten in erster Linie Frauenarbeitsplätze sind sowie Arbeitsdienste der sozialen Dienste mit hoher Qualifikation. Die Bewertung personenbezogener und sozialer Dienstleistungen hängt mit der gesellschaftlichen Akzeptanz zusammen. Es ist ferner zu befürchten, dass bei einer Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe nicht nur der Druck auf die Leistungebezieher und -bezieherinnen steigt, sondern mit weiteren Einschnitten in die Sozialsysteme zu rechnen ist. Neuere Studien belegen, dass niedrige Löhne wegen fehlender Binnennachfrage eine Wachstumsbremse darstellen können. (IAB)
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Literaturhinweis
Reform des Sozialstaats für mehr Beschäftigung im Bereich gering qualifizierter Arbeit (2002)
Zitatform
(2002): Reform des Sozialstaats für mehr Beschäftigung im Bereich gering qualifizierter Arbeit. (BMWi-Dokumentation 512), Berlin, 63 S.
Abstract
Das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie diskutiert Möglichkeiten der Umgestaltung der sozialen Schutzsysteme des Sozialstaats, speziell der staatlichen Sozialhilfe. Als ihr Problem wird der Effekt benannt, dass leistungsschwächeren Mitgliedern der Gesellschaft der Weg in den Arbeitsmarkt erschwert wird, weil der mit der Arbeitsaufnahme verbundene Wegfall der Leistungen wie eine Bestrafung der Arbeitsaufnahme wirke und weil die Schaffung einer ausreichenden Anzahl von Arbeitsplätzen insbesondere für gering Qualifizierte durch die staatlichen Alternativeinkünfte behindert werde, da diese zu allzu hohen Anspruchslöhnen der Betroffenen führten. Unter Berücksichtigung von Erfahrungen deutscher Modellversuche und aus den angelsächsischen Ländern werden Vorschläge für eine Modifizierung der staatlichen Sozialhilfe und für eine Förderung der Beschäftigung im Bereich der gering qualifizierten Arbeit unterbreitet. (IAB)
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Literaturhinweis
Minimum wages and on-the-job training (2001)
Zitatform
Acemoglu, Daron & Jörn-Steffen Pischke (2001): Minimum wages and on-the-job training. (IZA discussion paper 384), Bonn, 45 S.
Abstract
"Becker's theory of human capital predicts that minimum wages should reduce training investments for affected workers because they prevent these workers from taking wage cuts necessary to finance training. In contrast, in noncompetitive labor markets, minimum wages tend to increase training of affected workers because they induce firms to train their unskilled employees. We provide new estimates on the impact of the state and federal increases in the minimum wage between 1987 and 1992 on the training of low wage workers. We find no evidence that minimum wages reduce training, and little evidence that they tend to increase training. We therefore develop a hybrid model where minimum wages reduce the training investments of workers who were taking wage cuts to finance their training, while increasing the training of other workers. Finally, we provide some evidence consistent with this hybrid model." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Une nouvelle évaluation des effets des allégements de charges sociales sur les bas salaires (2001)
Zitatform
Crépon, Bruno & Rozenn Desplatz (2001): Une nouvelle évaluation des effets des allégements de charges sociales sur les bas salaires. In: Economie et Statistique H. 348, S. 3-24.
Abstract
"Die 1993 getroffenen Maßnahmen zur Absenkung der Sozialabgaben auf Niedriglöhne wurden in den Jahren 1995 und 1996 derart weiterentwickelt, dass sie heute ein zentrales Instrument der Beschäftigungspolitik darstellen. Anhand von Unternehmensdaten wird erstmals eine Ex-post-Bewertung des Effekts der Absenkung der Sozialabgaben auf die Beschäftigung vorgeschlagen, insbesondere der bedeutenden Ausweitung der anfänglichen Maßnahmen in den Jahren 1995 und 1996. Mit den Informationen über die Verteilung der Löhne innerhalb der Unternehmen im Jahre 1994 lässt sich für jedes Unternehmen die Ex-ante-Senkung der Arbeitskosten im Zusammenhang mit dieser Ausweitung errechnen. Danach erfolgt eine Bewertung durch Vergleich der Entwicklung in den Jahren 1994 und 1997 der Beschäftigung und der anderen Leistungen je nach Unternehmen, die diese Maßnahmen ex ante unterschiedlich in Anspruch nahmen. Zwischen 1994 und 1997 konnten durch die Absenkungen der Sozialabgaben zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Beschäftigtenzahl wuchs dadurch in der Industrie um 2.6% und im tertiären Sektor um 3,4%; demnach konnten dank diesen Maßnahmen in der Wirtschaft zwischen 1994 und 1997 460 000 Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten werden. Bei der Hälfte dieser Stellen würde es sich um nicht qualifizierte Arbeitsplätze handeln. Erklären lässt sich diese Schaffung von Arbeitsplätzen durch die erheblichen Substitutionen von qualifizierten Arbeitnehmern durch nicht qualifizierte Arbeitnehmer sowie in geringerem Maße von Kapital durch Arbeit. Dies bestätigt auch die oftmals vertretene Auffassung, dass die in diesem Zeitraum beobachtete Zunahme der Beschäftigungsintensität des Wachstums auf die Absenkungen der Sozialabgaben auf Niedriglöhne zurückzuführen sei." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Beschäftigung von Geringqualifizierten in Deutschland und Dänemark (2001)
Zitatform
Emmerich, Knut, Edeltraud Hoffmann & Ulrich Walwei (2001): Die Beschäftigung von Geringqualifizierten in Deutschland und Dänemark. In: Zeitschrift für Sozialreform, Jg. 47, H. 4, S. 362-377.
Abstract
Der Beitrag befaßt sich vorrangig mit der Beschäftigungsentwicklung und den Rahmenbedingungen des dänischen Arbeitsmarktes. Die Autoren ziehen folgendes Fazit: "Die aktive Arbeitsmarktpolitik hat nur eingeschränkte Möglichkeiten, die Rahmenbedingungen für die Beschäftigung Geringqualifizierter zu gestalten. Der Erfolg arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen für Geringqualifizierte wird jedoch maßgeblich durch die Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes bestimmt. Lohnkostenzuschüsse können beispielweise eine stärkere Lohndifferenzierung nicht ersetzen, da sie zeitlich befristet sind und deshalb das Einstellungsverhalten der Betriebe nicht auf Dauer beeinflussen bzw. ändern. Durch eine Vielzahl von Maßnahmen trägt die Arbeitsmarktpolitik zwar zu einer erhöhten Anpassungsfähigkeit und mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt bei. Zur Lösung des Beschäftigungsproblems Geringqualifizierter wird dies aber nicht genügen - nicht zuletzt auch deshalb, weil Qualifizierung auf Grenzen stoßen kann. Bei einer mit Deutschland vergleichbaren formalen Qualifikationsstruktur der Bevölkerung hat das Hochlohnland Dänemark eine im internationalen Vergleich hohe Erwerbstätigenquote Geringqualifizierter realisiert. Der dänische Beschäftigungserfolg erklärt sich durch die auf eine hohe Erwerbsbeteiligung zielende Politik, durch die hohe Flexibilität der Arbeitskosten, die beträchtliche Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt eine Neuorientierung der Finanzpolitik des Staates und durch die auf Aktivierung und Erhaltung bzw. Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit ausgerichtete Strategie der Arbeitsmarktpolitik." (IAB2)
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Literaturhinweis
Activité réduite: le dispositif d'incitation de l'Unedic est-il incitatif? (2001)
Zitatform
Gurgand, Marc (2001): Activité réduite: le dispositif d'incitation de l'Unedic est-il incitatif? (Centre d'Etudes de l'Emploi. Document de travail 12), Paris, 24 S.
Abstract
"The unemployed who receive benefits are allowed to perceive both benefits and wage income at the same time if they take low paid or short term jobs. They may have turned down such jobs if they had to choose between either benefits only or wages only. We use administrative data to test for the incentive effect of such a scheme. We do not impose any restriction on demand constraints that may be present and we do not quantify the overall effect of the scheme on observed employment rates. We find that the unemployed are sensitive to the financial incentives considered. Effects are large, statistically significant and robust to specification." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Kombilöhne in Deutschland: eine systematische Übersicht (2001)
Kaltenborn, Bruno;Zitatform
Kaltenborn, Bruno (2001): Kombilöhne in Deutschland. Eine systematische Übersicht. (IAB-Werkstattbericht 14/2001), Nürnberg, 58 S.
Abstract
In den letzten Jahren wurden in Deutschland verschiedene Kombilohnmodelle umgesetzt, durch die Arbeitskräfte zur Annahme gering vergüteter Arbeitsplätze motiviert werden sollen. In dem Beitrag wird zunächst die Entwicklung der Arbeitslosigkeit von Personen skizziert, bei denen aufgrund niedriger Stundenentgelte ein eher geringes Verdienstpotenzial vermutet werden kann. Dies betrifft vor allem formal gering qualifizierte Arbeitslose und Langzeitarbeitslose. Anschließend wird die Ausgestaltung bisher umgesetzter Kombilohnmodelle beschrieben. Danach werden Niveau und Struktur der bisherigen Inanspruchnahme behandelt. Im Resümee wird festgestellt, dass es bislang keinen empirischen Beleg dafür gibt, dass eines der skizzierten regional begrenzt umgesetzten Förderkonzepte bei einer flächendeckenden Einführung einen nennenswerten Beitrag zum Aufbau von Beschäftigung leisten könnte. (IAB)
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Literaturhinweis
The tail of two countries: Minimum wages and employment in France and the United States (2000)
Zitatform
Abowd, John M., Francis Kramarz, David N. Margolis & Thomas Philippon (2000): The tail of two countries: Minimum wages and employment in France and the United States. (IZA discussion paper 203), Bonn, 20 S., Anhang.
Abstract
"We use longitudinal individual wage and employment data in France and the United States to investigate the effect of changes in the real minimum wage rate on an individual┐s employment status. We focus on workers employed at wages close enough to the minimum in a reference year as to be illegal in an adjacent comparison year as a result of movements in the real minimum wage. We find that movements in the American real minimum wage are associated with no employment effects, whereas movements in the cost of French minimum wage workers are associated with very strong negative employment effects. Our analysis is based upon identifying the direct effect of the change in the real minimum wage rate on exits from (entry into) employment when the real minimum wage rate increases (respectively, decreases) and identifying the heterogeneity in the behavior of our treatment and control groups using a pseudo-experimental contrast. We relate the difference-in-difference estimator directly to demand and supply elasticities for the two groups." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
L'Earned Income Tax Credit, un crédit d'impôt ciblé sur les foyers de salariés modestes aux États-Unis (2000)
Bontout, Olivier;Zitatform
Bontout, Olivier (2000): L'Earned Income Tax Credit, un crédit d'impôt ciblé sur les foyers de salariés modestes aux États-Unis. In: Economie et Statistique H. 335, S. 27-46.
Abstract
"Der Earned Income Tax Credit (EITC) ist eine Steuervergütung, die Haushalten gewährt wird, in denen mindestens eine Person arbeitet. Durch die Anhebung der Sätze in den 90er Jahren wurde sie zu einem wichtigen Instrument zur Unterstützung der Familieneinkommen in den Vereinigten Staaten. 1998 konnten 19,5 Millionen Haushalte diese Steuervergütung in Anspruch nehmen; die dadurch entstandenen Kosten von rund 30 Milliarden Dollar machen 1,8% des Bundeshaushaltes aus. Davon profitieren insbesondere Haushalte, die sich aus jungen Menschen zusammensetzen, isoliert wohnen und mindestens ein Kind zu versorgen haben. Auch wenn die Umverteilungseffekte nur partiell gemessen werden, so können sie dennoch mit den einkommensabhängigen Leistungen der sozialen Sicherung verglichen werden. Die unmittelbaren Auswirkungen auf das Arbeitsangebot sind positiv, auf aggregierter Ebene aber bescheiden. Der EITC hat eine wichtige Anreizfunktion, vor allem beim Übergang von der Erwerbslosigkeit zur Beschäftigung; besonders spürbar ist dies bei alleinstehenden Personen mit Kindern. Demnach hätte dieses System allgemein dazu beigetragen, daß die Erwerbsquoten in den letzten Jahren anstiegen, während die negativen Auswirkungen auf die Anzahl der gearbeiteten Stunden nicht so groß gewesen wären. Wie sich der EITC auf die Arbeitsnachfrage auswirkt, ist dagegen noch nicht hinlänglich bekannt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Beschäftigungseffekte und fiskalische Kosten von Lohnsubventionen im Niedriglohnbereich (2000)
Buslei, Hermann; Steiner, Viktor;Zitatform
Buslei, Hermann & Viktor Steiner (2000): Beschäftigungseffekte und fiskalische Kosten von Lohnsubventionen im Niedriglohnbereich. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 33, H. 1, S. 54-67.
Abstract
"In dem Beitrag werden die grundlegenden Erscheinungsformen und Effekte von Lohnsubventionen skizziert und die wahrscheinlichen Beschäftigungseffekte der bestehenden Subventionen aufgezeigt. Darüber hinaus wird analysiert, welche Beschäftigungseffekte und fiskalischen Kosten aus vorgeschlagenen Veränderungen der bestehenden Subventionsformen resultieren würden. Es werden sowohl Lohnsubventionen an Unternehmen als auch lohnbezogene Transfers an Arbeitnehmer in Form verbesserter Hinzuverdienstmöglichkeiten in der Sozial- und Arbeitslosenhilfe betrachtet. Lohnsubventionen an Unternehmen durch Bezuschussung der Sozialversicherungsbeiträge oder eine degressiv gestaffelte Stundenlohnsubvention im gesamten Niedriglohnbereich erscheinen angesichts des erheblichen Finanzierungsbedarfs je zusätzlich Beschäftigten allein mit dem Ziel der Erhöhung der Beschäftigung nicht gründbar. Von verbesserten Hinzuverdienstmöglichkeiten in der Sozial- und Arbeitslosenhilfe sind ebenfalls keine größeren Beschäftigungszuwächse zu erwarten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Le Working Families Tax Credit, un nouveau crédit d'impôt pour les familles de travailleurs à bas revenus au Royaume-Uni (2000)
Delarue, Véronique;Zitatform
Delarue, Véronique (2000): Le Working Families Tax Credit, un nouveau crédit d'impôt pour les familles de travailleurs à bas revenus au Royaume-Uni. In: Economie et Statistique H. 335, S. 47-61.
Abstract
"Der Working Families Tax Credit (WFTC) ist eine Steuervergütung, die Familien mit Kindern und geringfügiger Beschäftigung gewährt wird. Er ist großzügiger als der Family Credit, den er seit Oktober 1999 ersetzt. Davon betroffen dürften rund 1,5 Millionen Haushalte sein, gegenüber 600 000 im Falle des Family Credit im Jahre 1996. Diese einkommens- und vermögensabhängige Zahlung einer Beihilfe für Familien, von denen ein Mitglied mindestens 16 Wochenstunden arbeitet, soll sicherstellen, daß sich 'Arbeit auszahlt' ('Making work pay'), und soll somit das Arbeitsangebot stimulieren. Der WFTC geht deshalb auch mit einer Beihilfe für die Kinderbetreuung einher. Da hierfür mehr Haushaltsmittel bereitgestellt werden, sind die Umverteilungseffekte des WFTC größer als beim Family Credit. Dagegen scheinen die potentiellen Auswirkungen des WFTC auf die Stimulierung des Arbeitsangebots recht begrenzt zu sein: langfristig dürfte der WFTC lediglich 45 000 Personen dazu veranlassen, in den Arbeitsmarkt einzutreten. Die wichtigsten Neuerung dieses Systems besteht in seiner Verwaltung: die Arbeitgeber 'zahlen' die Steuervergütung direkt an den betroffenen Arbeitnehmer in Form einer zusätzlichen Vergütung oder eine Abgabesenkung (im Falle eines Quellenabzugs). Dadurch wird dieses System gewiß vereinfacht und effizienter." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Reformkonzepte für die Sozialhilfe und ihre Konsequenzen für Fiskus und Arbeitsangebot: mikroökonometrische Analyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel 1986 bis 1996 und dem Simulationsmodell Sim Trans (2000)
Kaltenborn, Bruno;Zitatform
Kaltenborn, Bruno (2000): Reformkonzepte für die Sozialhilfe und ihre Konsequenzen für Fiskus und Arbeitsangebot. Mikroökonometrische Analyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel 1986 bis 1996 und dem Simulationsmodell Sim Trans. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 33, H. 1, S. 68-79.
Abstract
"Die quantitative Bedeutung der Sozialhilfe hat vor allem seit Beginn der achtziger Jahre deutlich zugenommen. Dies hat verschiedene politische Akteure zu sehr unterschiedlichen Therapievorschlägen veranlasst. Arbeitgeber und die frühere Bundesregierung verfolg(t)en mit einem Kombilohn-Konzept ebenso wie die Befürworter einer negativen Einkommensteuer arbeitsmarktpolitische Ziele; sie woll(t)en durch eine Reduktion der Anrechnung von Nettoerwerbseinkommen auf die Sozialhilfe die Attraktivität einer Beschäftigung steigern. Die SPD beabsichtigt ein besonderes Leistungssystem für bestimmte Personengruppen zu schaffen, um sie nicht mehr auf die Sozialhilfe zu verweisen. In die gleiche Richtung weisen die Vorstellungen der rotgrünen Bundesregierung und der Gewerkschaften. Grüne, PDS und der Paritätische Wohlfahrtsverband schließlich beabsichtigen die Leistungen zu erhöhen, um die materielle Lage der Sozialhilfeempfänger zu verbessern. In dem Beitrag werden die Wirkungen verschiedener Reformkonzepte auf Fiskus und Arbeitsangebot unter Verwendung des eigenen Modells SimTrans zur Mikrosimulation des deutschen Steuer-Transfer-Systems mit mikroökonometrischen Methoden auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) für West- und Ostdeutschland für 1986 bzw. 1991 bis 1996 prognostiziert. Das Simulationsmodel SimTrans erlaubt u.a. die Kalkulation der Nettoeinkommen beliebiger Haushalte, die mit unterschiedlichen Erwerbsumfängen ihrer Mitglieder vor und nach einer Reform der Sozialhilfe verbunden sind. Dabei werden neben Sozialabgaben und direkten Steuern die wesentlichen staatlichen Sozialleistungen ebenso wie private Unterhaltsleistungen berücksichtigt. Die arbeitsmarktpolitischen Konzepte dürften weitgehend wirkungslos bzw. sogar kontraproduktiv sein. Die anderen Konzepte erweisen sich als kostenträchtig und beschäftigungspolitisch riskant. Dies gilt in besonderem Maße für den PDS-Vorschlag, gefolgt von den Konzepten der Grünen, des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und der SPD." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Niedrigere Löhne - bessere Welten? (2000)
Schäfer, Claus;Zitatform
Schäfer, Claus (2000): Niedrigere Löhne - bessere Welten? In: WSI-Mitteilungen, Jg. 53, H. 8, S. 534-551.
Abstract
"Der Beitrag geht der Behauptung nach, durch niedrigere oder gespreiztere Löhne ließen sich mehr Beschäftigung und andere Vorteile erzielen. Sie wird jedoch durch die Empirie für Deutschland wie für die USA verneint. Am deutschen Beispiel wird u.a. gezeigt, dass kein 'Beschäftigungswunder' eingetreten ist, obwohl die Lohnspreizung in vielen Formen, auch in der Vollzeitarbeit, zugenommen hat. Und mittels des US-Beispiels kann schön belegt werden, dass stark gespreizte Löhne im Rahmen einer sehr ungleichen Einkommensverteilung auf Dauer sogar ökonomischen Schaden erzeugen - von sozialem ganz zu schweigen. Die Empirie legt deshalb die Vermutung nahe, dass ökonomische Effizienz im Gegenteil durch flache Einkommenshierarchien begünstigt wird." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Beschäftigungsförderung: Staatliche Zuschüsse zur Sozialversicherung hinter der 630 DM-Grenze?: Prüfung eines Teilzeitmodells zur Verbesserung von niedrigen Monatseinkommen (1999)
Zitatform
Bender, Stefan, Helmut Rudolph & Ulrich Walwei (1999): Beschäftigungsförderung: Staatliche Zuschüsse zur Sozialversicherung hinter der 630 DM-Grenze? Prüfung eines Teilzeitmodells zur Verbesserung von niedrigen Monatseinkommen. (IAB-Kurzbericht 08/1999), Nürnberg, 5 S.
Abstract
"Ungeachtet der Neuregelung des 630 DM-Gesetzes liegt hinter dieser Verdienstgrenze immer noch eine Zone ungünstiger Erwerbsmöglichkeiten. Um diese Beschäftigungslücke zu schließen, wurde für niedrige Monatseinkommen ein Zuschuß zu den Arbeitnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung ins Gespräch gebracht. Die Prüfung des Zuschußmodells zeigt folgende Ergebnisse: Im Jahr 1997 hätte man hierfür 420 Mio. DM benötigt. 1999 wären es 437 Mio. DM gewesen. Es würden fast nur Teilzeitkräfte begünstigt. Zusätzliche Beschäftigungseffekte sind kaum zu erwarten. Bisher geringfügig Beschäftigte dürften allerdings ihre Arbeitszeit ausdehnen. Die Ausgestaltung ist differenziert zu beurteilen: Einerseits dürfte der Mißbrauch an der 630 DM-Schwelle eingedämmt werden. Andererseits würde - wegen der Vielzahl der Betroffenen - der Verwaltungsaufwand beträchtlich sein. Auch könnten gutsituierte Haushalte zu den Begünstigten zählen. Das Modell könnte die Durchlässigkeit an der Grenze zu den 630 DM-Jobs erhöhen, was allerdings seinen Preis hat." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kosten eines gestaffelten Zuschusses zu den Sozialversicherungsbeiträgen: Simulation des Zuschußbedarfs auf der Basis des Jahreszeitraummaterials der Beschäftigtenstatistik von 1997 (1999)
Bender, Stefan; Rudolph, Helmut;Zitatform
Bender, Stefan & Helmut Rudolph (1999): Kosten eines gestaffelten Zuschusses zu den Sozialversicherungsbeiträgen. Simulation des Zuschußbedarfs auf der Basis des Jahreszeitraummaterials der Beschäftigtenstatistik von 1997. (IAB-Werkstattbericht 08/1999), Nürnberg, 11 S.
Abstract
In der "Benchmarking-Gruppe" des Bündnisses für Arbeit werden verschiedene Varianten eines gestaffelten Zuschusses zu den Sozialversicherungsbeiträgen diskutiert. Nach dem Vorschlag der Friedrich-Ebert-Stiftung sollen bei Vollzeit die Sozialabgaben bis zu einem Monatslohn von 1500 DM ganz, bis 3000 DM teilweise vom Staat übernommen werden. Diese Bezuschussung niedriger Löhne entlastet einerseits die Betriebe von Arbeitskosten und stockt andererseits die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer auf. In dem Bericht werden für zwei Varianten Simulationen durchgeführt, um den Brutto-Zuschußbedarf abzuschätzen. (IAB)
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Literaturhinweis
Förderung eines Niedriglohnsektors: die Diagnose stimmt, die Therapie noch nicht (1999)
Zitatform
Bender, Stefan, Bruno Kaltenborn, Helmut Rudolph & Ulrich Walwei (1999): Förderung eines Niedriglohnsektors. Die Diagnose stimmt, die Therapie noch nicht. (IAB-Kurzbericht 06/1999), Nürnberg, 7 S.
Abstract
In der "Benchmarking-Gruppe" des Bündnisses für Arbeit werden verschiedene Varianten eines gestaffelten Zuschusses zu den Sozialversicherungsbeiträgen diskutiert. Nach dem Vorschlag der Friedrich-Ebert-Stiftung sollen bei Vollzeit die Sozialabgaben bis zu einem Monatslohn von 1500 DM ganz, bis 3000 DM teilweise vom Staat übernommen werden. Diese Bezuschussung niedriger Löhne entlastet einerseits die Betriebe von Arbeitskosten und stockt andererseits die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer auf. In dem Bericht werden die Finanzierungswirkungen der Zuschüsse im Kreislaufzusammenhang und die vermuteten Beschäftigungseffekte berechnet. Es wird festgestellt, daß die "Einführungskosten" hoch und die zusätzlichen Beschäftigungseffekte bescheiden sind. Außerdem birgt die Ausgestaltung des Vorschlags die Gefahr des Mißbrauchs. (IAB)
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Literaturhinweis
Wirkungsanalysen von Niedriglohnkonzepten (1999)
Kaltenborn, Bruno;Zitatform
Kaltenborn, Bruno (1999): Wirkungsanalysen von Niedriglohnkonzepten. (IAB-Werkstattbericht 19/1999), Nürnberg, 56 S.
Abstract
In dem Beitrag wird zunächst ein Überblick über die aktuell diskutierten Konzepte für Niedriglohnsubventionen gegeben. Anschließend werden die Ergebnisse empirischer Arbeiten referiert, die die Wirksamkeit und den Finanzbedarf dieser Konzepte untersuchen. Damit soll die weitere Diskussion um alternative Konzepte einer Niedriglohnsubvention unterstützt werden. (IAB2)
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Literaturhinweis
Fiskalische Effekte und Beschäftigungswirkungen einer degressiven Bezuschussung der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung: Gutachten im Auftrag des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit (1999)
Kaltenborn, Bruno;Zitatform
Kaltenborn, Bruno (1999): Fiskalische Effekte und Beschäftigungswirkungen einer degressiven Bezuschussung der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung. Gutachten im Auftrag des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit. (IAB-Werkstattbericht 14/1999), Nürnberg, 56 S.
Abstract
In dem Gutachten werden die Auswirkungen von zwei Varianten einer degressiven Bezuschussung der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung auf Fiskus und Arbeitsmarkt in Deutschland untersucht. Verwendet werden hierfür Individualdaten des Sozio-ökonomischen Panels für West- und Ostdeutschland, das vom Autor entwickelte Modell SIMTRANS zur Mikrosimulation des deutschen Steuer-Transfer-Systems und alternativer Reformvarianten sowie mikroökonomische Schätzungen zur Quantifizierung der Determinanten des Arbeitsangebots der Haushalte. Es wird festgestellt, dass sowohl der Finanzbedarf als auch die Beschäftigungswirkungen bei beiden Varianten bescheiden sind. (IAB)
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Literaturhinweis
Kann der harte Kern der Arbeitslosigkeit durch einen Niedriglohnsektor aufgelöst werden?: eine Analyse der Arbeitslosen nach Verweildauer und Reintegration (1999)
Karr, Werner;Zitatform
Karr, Werner (1999): Kann der harte Kern der Arbeitslosigkeit durch einen Niedriglohnsektor aufgelöst werden? Eine Analyse der Arbeitslosen nach Verweildauer und Reintegration. (IAB-Kurzbericht 03/1999), Nürnberg, 7 S.
Abstract
"Mit dem Niedriglohnsektor soll die Arbeitslosigkeit kurzfristig und spürbar abgebaut werden. Gedacht ist hierbei vor allem an - subventionierte - Einfacharbeitsplätze in personennahen Dienstleistungsbereichen. Damit soll insbesondere gering qualifizierten Arbeitslosen, die als schwer vermittelbar gelten, eine Beschäftigungsperspektive eröffnet werden. Besonders schwer vermittelbar sind aber ältere Arbeitslose über 55 Jahre - ob mit oder ohne Qualifikation. Ihre Arbeitslosigkeit dauert denn auch besonders lange und nur sehr wenige beenden sie, indem sie anschließend wieder Arbeit finden. Bei niedrigentlohnten Arbeiten - z.B. im Handel, im Hotel- und Gaststättengewerbe oder in der Landwirtschaft - ist oft zwar keine nennenswerte Qualifikation, sehr wohl aber eine gewisse körperliche Fitness gefragt. Diese kann gerade von älteren Arbeitnehmern nicht immer erwartet werden. Ein Niedriglohnsektor ist deshalb kurzfristig kaum geeignet, für eine spürbare Entlastung im verfestigten Segment der Arbeitslosigkeit zu sorgen. Die Erschließung eines öffentlich gestützten Niedriglohnsektors für gering Qualifizierte bedarf einer anderen und längeren Perspektive." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Subventionierung von niedrigen Löhnen: Zu den Vorschlägen einer Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für Geringverdiener (1999)
Zitatform
Walwei, Ulrich (1999): Subventionierung von niedrigen Löhnen: Zu den Vorschlägen einer Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für Geringverdiener. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 32, H. 4, S. 514-535.
Abstract
Um die berufliche Reintegration wettbewerbsschwächerer Arbeitsloser zu fördern, werden in letzter Zeit eine Vielzahl von Ansätzen zur Subventionierung niedriger Löhne diskutiert. Zur Beurteilung dieser Arrangements werden in dem Beitrag die für ökonomische Wirkungsanalysen zentralen Kriterien (wie z.B. fiskalische Gesichtspunkte, Arbeitsmarkteffekte und Anreizwirkungen) herausgearbeitet. "Einer genaueren Betrachtung wird der zuletzt viel diskutierte Vorschlag der Friedrich-Ebert-Stiftung einer weitgehenden Bezuschussung der Sozialversicherungsabgaben für Geringverdiener unterzogen. Die Ergebnisse der empirischen Analysen zeigen, dass die Kritik an großangelegten Subventionsarrangements auch für diesen Vorschlag relevant ist. Bei Lohnsubventionen ohne Zielgruppenbeschränkung und auf unbefristete Dauer sind für den Fall unveränderter Transferleistungen und der aus Gründen der horizontalen Gleichbehandlung notwendigen Gleichbehandlung bereits Beschäftigter hohe Kosten für den Fiskus und nicht unerhebliche Mitnahme von im Grunde nicht bedürftigen Haushalten zu erwarten. Nicht zuletzt aufgrund des angesichts knapper öffentlicher Kassen unabdingbaren Gegenfinanzierungsbedarfs dürfte sich auch die Zahl der dadurch zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätze in engen Grenzen halten. Dazu kommt, dass aufgrund von Fehlanreizen die Akteure auf dem Arbeitsmarkt an Zuschüsse gewöhnt werden und sich Subventionsmentalität breit machen könnte. Die Analysen zeigen, dass großzügige Hilfe- und Lohnersatzleistungen auf der einen Seite und wirksame Arbeitsanreize auf der anderen Seite mit Blick auf die Erschließung eines niedrig produktiven Beschäftigungssektors inkompatible Ziele zu sein scheinen. Um diesen Zielkonflikt zu entschärfen, erscheint eine beschäftigungsorientierte Reform des Steuer- und Transfersystems unumgänglich, bei der folgende Eckpunkte zu berücksichtigen wären: (1) Verkleinern des zu groß gewordenen Keils zwischen Arbeitskosten und Nettolohn; (2) strikte Ausrichtung aller Transferleistungen an Bedürftigkeitskriterien und (3) Stärkung der Eigenverantwortung in der sozialen Sicherung." (IAB2)
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