Evaluation der Arbeitsmarktpolitik
Arbeitsmarktpolitik soll neben der Wirtschafts- und Strukturpolitik sowie der Arbeitszeit- und Lohnpolitik einen Beitrag zur Bewältigung der Arbeitslosigkeit leisten. Aber ist sie dabei auch erfolgreich und stehen die eingebrachten Mittel in einem angemessenen Verhältnis zu den erzielten Wirkungen? Die Evaluationsforschung geht der Frage nach den Beschäftigungseffekten und den sozialpolitischen Wirkungen auf individueller und gesamtwirtschaftlicher Ebene nach. Das Dossier bietet weiterführende Informationen zu Evaluationsmethoden und den Wirkungen von einzelnen Maßnahmen für verschiedene Zielgruppen.
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- Methoden und Datensatzbeschreibungen
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Typologie der Maßnahmen
- Institutionen der Arbeitsförderung
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Vermittlung und Beratung
- Prozessoptimierung
- Profiling und Case Management, Eingliederungsvereinbarung
- Unterstützung bei der Arbeitsuche
- Vermittlung durch Dritte
- Vermittlung von Beziehern von Bürgergeld, Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II
- Zusammenarbeit von Arbeits- und Sozialverwaltung
- Job-Center
- Personal-Service-Agentur
- Zeitarbeit
- (gemeinnützige) Arbeitnehmerüberlassung
- Vermittlungsgutscheine
- Berufsberatung
- Aus- und Weiterbildung
- Subventionierung von Beschäftigung
- Öffentlich geförderte Beschäftigung
- Transfer- und Mobilitätsmaßnahmen
- berufliche Rehabilitation
- Lohnersatzleistungen / Einkommensunterstützung
- Altersteilzeit und Vorruhestand
- Sonstiges
- Typologie der Arbeitslosen
- besondere Personengruppen
- Geschlecht
- Geografischer Bezug
- Alter
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Literaturhinweis
Should the unemployed care for the elderly?: The effect of subsidized occupational and further training in elderly care (2017)
Zitatform
Dauth, Christine & Julia Lang (2017): Should the unemployed care for the elderly? The effect of subsidized occupational and further training in elderly care. (IAB-Discussion Paper 13/2017), Nürnberg, 57 S.
Abstract
"Der demografische Wandel wirkt sich in doppelter Weise auf den Bedarf an Pflegepersonal aus. Während die Zahl der pflegebedürftigen Personen immer weiter ansteigt, sinkt das Erwerbspersonenpotenzial. Eine Möglichkeit, einem Fachkräftemangel in der Altenpflege entgegenzuwirken, ist die Qualifizierung Arbeitsloser in diesem Berufsfeld. In dieser Studie untersuchen wir die Effekte geförderter Weiterbildung in der Altenpflege für Arbeitslose in Deutschland über einen Zeitraum von 12 Jahren. Unsere Ergebnisse zeigen, dass geförderte Weiterbildung in der Altenpflege die Beschäftigungschancen von Arbeitslosen langfristig deutlich verbessert. Zugleich verbleibt ein hoher konstanter Anteil dieser wiederbeschäftigten Arbeitslosen langfristig im Pflegebereich. Auf ein Defizit bei der Arbeitsqualität deuten jedoch ein hoher Teilzeitanteil und nur partielle positive Lohneffekte für bestimmte Umschulungsteilnehmer hin. Generell scheinen Weiterbildungsmaßnahmen in der Altenpflege aber ein geeignetes Mittel um Arbeitslose langfristig in der Altenpflege zu beschäftigen, was einem Fachkräfteengpass in diesem Bereich entgegenwirken könnte." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Employment and earnings effects of awarding training vouchers in Germany (2017)
Zitatform
Dörr, Annabelle, Bernd Fitzenberger, Thomas Kruppe, Marie Paul & Anthony Strittmatter (2017): Employment and earnings effects of awarding training vouchers in Germany. In: ILR review, Jg. 70, H. 3, S. 767-812., 2016-02-15. DOI:10.1177/0019793916660091
Abstract
"Participation in intensive training programs for the unemployed in Germany is allocated by awarding training vouchers. Using rich administrative data for all vouchers and actual program participation, the authors provide first estimates of the short-run and long-run employment and earnings effects of receiving a training voucher award based on a selection-on-observables assumption. The results imply that, after the award, voucher recipients experience long periods of lower labor market success compared to had they not received training vouchers. Small positive employment effects and no gains in earnings were observed four to seven years after the receipt of the voucher award. In addition, the findings suggest stronger positive effects both for all low-skilled individuals who were awarded and redeemed a voucher and for low-skilled and medium-skilled individuals who chose to take degree courses than for higher-skilled recipients." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Agenda 2010 - zur Diskussion über weitere Reformen der Reform (2017)
Zitatform
Haller, Peter, Elke Jahn, Gesine Stephan, Simon Trenkle & Enzo Weber (2017): Agenda 2010 - zur Diskussion über weitere Reformen der Reform. (IAB-Stellungnahme 05/2017), Nürnberg, 13 S.
Abstract
"Zur Vorbereitung des Jahresgutachtens 2017/18 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wurde das IAB um seine Expertise zur Diskussion über weitere Korrekturen der Agenda 2010 gebeten. Das IAB äußerte sich im Herbst 2017 zu den Effekten der Hartz-Reformen und zu möglichen weiteren politischen Maßnahmen am Arbeitsmarkt, betrachtete die Effekte mit dem Alter steigender Anspruchsdauern des Arbeitslosengeldes und die Auswirkungen der Reform der Bezugsdauer für ältere Arbeitslose ab 45 Jahren von 2006 und ging auf die am 1. April 2017 in Kraft getretenen gesetzlichen Änderungen zu Zeitarbeit und Werkverträgen ein. Die Erkenntnisse hierzu werden in der vorliegenden Stellungnahme zusammengefasst." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Flexibilisierung des Abschlusszeitpunktes der Eingliederungsvereinbarung im SGB III: Kenntnisnahme, Einsatz und Bewertung durch Fachkräfte in der Arbeitsverwaltung (2017)
Zitatform
Hofmann, Barbara, Gesine Stephan & Stefan Stöhr (2017): Die Flexibilisierung des Abschlusszeitpunktes der Eingliederungsvereinbarung im SGB III. Kenntnisnahme, Einsatz und Bewertung durch Fachkräfte in der Arbeitsverwaltung. (IAB-Forschungsbericht 12/2017), Nürnberg, 14 S.
Abstract
"Im Dezember 2015 flexibilisierte die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit den Abschlusszeitpunkt der Eingliederungsvereinbarung für marktnahe Arbeitslose und Ausbildungssuchende im Rechtskreis SGB III. Dieser Bericht stellt die Ergebnisse einer im Mai 2016 durchgeführten Onlinebefragung von Fachkräften in der Vermittlung und der Berufsberatung vor, in der Kenntnisnahme, Einsatz und Bewertung der zugrundeliegenden Weisung erhoben wurden. Von denjenigen, die die Neuregelung kannten, nutzten etwa zwei Drittel den zusätzlichen Ermessensspielraum. Mehr als 70 Prozent der Fachkräfte, die die neue Weisung kannten, sahen den neugeschaffenen Ermessenspielraum als hilfreich für die Beratung und Vermittlungsarbeit an. Fachkräfte, die den neuen Ermessenspielraum nutzen, waren überwiegend der Auffassung, dass der spätere Einsatz einer Eingliederungsvereinbarung die Integrationschancen der Bewerberinnen und Bewerber nicht verändert. Etwa zwei Drittel gaben an, das Verhältnis zum Kunden würde bei einem späteren Einsatz vertrauensvoller." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Normen und Strukturen einer solidarischen und investiven Arbeitsmarktpolitik (2017)
Zitatform
Kaps, Petra, Silke Bothfeld, Martin Brussig, Tina Hofmann & Matthias Knuth (2017): Normen und Strukturen einer solidarischen und investiven Arbeitsmarktpolitik. (Hans-Böckler-Stiftung. Working paper Forschungsförderung 047), Düsseldorf, 124 S.
Abstract
"Das Working Paper bilanziert die Veränderungen der normativen und institutionellen Basis der Arbeitsmarktpolitik der letzten Jahre. Es zeigt normative Inkohärenzen, institutionelle Inkonsistenzen, Schnittstellenprobleme und mögliche Handlungsoptionen auf. Es werden Veränderungsbedarfe skizziert, die notwendig wären, um diesen Teil der sozialstaatlichen Grundordnung den veränderten Realitäten am Arbeitsmarkt so anzupassen, dass Übergänge zwischen Beschäftigungen und Einstiege bzw. Wiedereinstiege in Erwerbstätigkeit möglichst gelingen, Teilhabebarrieren abgebaut werden und die Legitimität des Sozialstaats in der Sicht seiner Nutzer/innen wieder steigt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Weiterbildungsberatung: Zukunftsaufgabe der Bundesagentur für Arbeit? (2017)
Klaus-Schelletter, Sabrina;Zitatform
Klaus-Schelletter, Sabrina (2017): Weiterbildungsberatung: Zukunftsaufgabe der Bundesagentur für Arbeit? In: Soziale Sicherheit, Jg. 66, H. 7/8, S. 274-278.
Abstract
"Der beruflichen Weiterbildung kommt beim Wandel der Arbeitswelt durch die Digitalisierung eine zentrale Bedeutung zu. Allerdings sind die Weiterbildungschancen und -möglichkeiten nicht auf alle Betriebe und Beschäftigtengruppen gleichermaßen verteilt. Eine Weiterbildungsstrategie, die hier ausgleichend und unterstützend, aber auch präventiv wirken soll, braucht entsprechende Beratungs- und Vernetzungsangebote. Als großflächig aufgestellte Institution, die sowohl mit beiden Arbeitsmarktseiten als auch mit den Weiterbildungsträgern verbunden ist, kann die Bundesagentur für Arbeit (BA) dabei eine Schlüsselrolle übernehmen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
"Und 'n bisschen leichte Arbeit draußen und das Schwere zuhause, dann gleicht sich das dann aus!": veränderte institutionelle Rahmenbedingungen in der Arbeits- und Sozialverwaltung und persistente traditionelle Deutungsmuster (2016)
Zitatform
Bauer, Frank & Matthias Jung (2016): "Und 'n bisschen leichte Arbeit draußen und das Schwere zuhause, dann gleicht sich das dann aus!". Veränderte institutionelle Rahmenbedingungen in der Arbeits- und Sozialverwaltung und persistente traditionelle Deutungsmuster. In: K. Sammet, F. Bauer & F. Erhard (Hrsg.) (2016): Lebenslagen am Rande der Erwerbsgesellschaft, S. 149-169.
Abstract
Die Autoren berichten über eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme, die unter dem Titel 'Stadtteilmütter' in Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde. Diese Maßnahme sollte ausländischen arbeitsmarktfernen Frauen mit deutschen Sprachkenntnissen und Hauptschulabschluss eine geförderte Beschäftigung ermöglichen. Hierdurch sollte bei ihnen die Motivation geweckt werden, durch eigenständige Erwerbsarbeit zur Überwindung der Bedürftigkeit ihres Haushalts beizutragen. Anhand von Interviewprotokollen wird gezeigt, dass die Unterstellung einer kulturell bedingten Arbeitsmarktferne nur für einen Teil der Frauen zutrifft, während bei den meisten Frauen bereits eine Erwerbsmotivation vorliegt. Kritisiert wird, dass es sich bei der Maßnahme um ein rein sozialpolitisches Hilfeprojekt handelt, welches als Laienhilfe in der ethnischen Community implementiert wurde. (IAB)
Beteiligte aus dem IAB
Bauer, Frank; -
Literaturhinweis
Can workfare programs offset the negative effect of unemployment on subjective well-being? (2016)
Zitatform
Crost, Benjamin (2016): Can workfare programs offset the negative effect of unemployment on subjective well-being? In: Economics Letters, Jg. 140, H. March, S. 42-47. DOI:10.1016/j.econlet.2015.12.007
Abstract
"Previous research suggests that unemployment negatively affects indicators of mental health and well-being, but it remains unclear whether active labor market policy can offset this effect. This paper examines a workfare program that was a key part of Germany's active labor market policy for over 30 years. Fixed effects panel estimates suggest that participation in the workfare program offset most, though not all, of the negative effect of unemployment on subjective life satisfaction. Robustness tests find no evidence that this estimate is due to non-parallel time-trends, unobserved shocks in the pre-treatment period, adaptation to unemployment or differences in regional unemployment rates. These results suggest that active labor market policies can help reduce the negative psychological effect of unemployment." (Author's abstract, © 2016 Elsevier) ((en))
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Literaturhinweis
Fast track to the labour market or highway to hell?: The effect of activation policies on quantity and quality of labour market integration (2016)
Zitatform
Fervers, Lukas (2016): Fast track to the labour market or highway to hell? The effect of activation policies on quantity and quality of labour market integration. (IAW-Diskussionspapiere 125), Tübingen, 34 S.
Abstract
"Activation policies such as sanctions, workfare employment and counselling and monitoring schemes have been found to speed up labour market reintegration. At the same time, it has been suspected that this quicker reintegration is paid for with worse job quality, e.g. in terms of lower wages. I contribute to this discussion by analysing the effects of a workfare (counselling and monitoring) scheme from Germany on employment probability and post-unemployment wages via regression-adjusted matching estimations. This scheme tightens behavioural requirements for unemployed workers but also offers support in terms of more intense counselling. The results point to a strongly positive effect on employment probability but no effect on wages. They are robust to changes in the matching algorithm, and placebo tests refute concerns about endogenous selection or substitution effects. These findings contrast the results from previous research on sanctions, which confirmed a negative effect on job quality. This puzzle suggests that the existence of adverse effects on job quality depends on the type of activation programme. While it may indeed be there for very intense kinds of activation, it can be avoided if the right balance between pressuring and supportive components is found." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Wirkung von Maßnahmen auf die Arbeitsmarktchancen von Langzeiterwerbslosen: Oft ein Schritt in die richtige Richtung (2016)
Zitatform
Hohmeyer, Katrin & Andreas Moczall (2016): Wirkung von Maßnahmen auf die Arbeitsmarktchancen von Langzeiterwerbslosen: Oft ein Schritt in die richtige Richtung. In: IAB-Forum H. 1, S. 40-47., 2016-07-26. DOI:10.3278/IFO1601W040
Abstract
Die Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit ist nach wie vor eine zentrale Aufgabe der Arbeitsmarktpolitik. Verschiedene Studien des IAB zeigen, dass bestehende Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik grundsätzlich geeignet sind, auch Personen, die über mehrere Jahre nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, auf ihrem Weg zurück in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. (IAB)
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Literaturhinweis
Determinanten der Weiterbildungsbereitschaft: Ergebnisse eines faktoriellen Surveys unter Arbeitslosen (2016)
Zitatform
Osiander, Christopher & Martin Dietz (2016): Determinanten der Weiterbildungsbereitschaft: Ergebnisse eines faktoriellen Surveys unter Arbeitslosen. In: Journal for labour market research, Jg. 49, H. 1, S. 59-76., 2016-04-03. DOI:10.1007/s12651-016-0202-4
Abstract
"Öffentlich geförderte Weiterbildungen für Arbeitslose sind ein wichtiges Instrument der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Die Bereitschaft der potenziell Geförderten zur Teilnahme ist wichtig, weil sie die individuelle Teilnahmeentscheidung und den erfolgreichen Abschluss solcher Maßnahmen beeinflussen kann. Sie könnte u.?a. durch finanzielle Anreize gestärkt werden. Wir untersuchen mittels Befragungsdaten von netto rund 4000 Arbeitslosen aus den Rechtskreisen SGB III und SGB II, wie verschiedene Merkmale die subjektiv geäußerte Wahrscheinlichkeit, an einer solchen Maßnahme teilzunehmen, beeinflussen. Dabei verwenden wir einen faktoriellen Survey, auch als Vignettenanalyse bekannt, sowie Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit, in denen Informationen über die Beschäftigungs- und Arbeitslosigkeitshistorie verfügbar sind. Multivariate Analysen ergeben, dass die Dauer einer Weiterbildung, monatliche Zuzahlungen zum Arbeitslosengeld, Prämien für erfolgreichen Abschluss und die vermuteten anschließenden Beschäftigungschancen größtenteils den theoretisch erwarteten Einfluss auf die geäußerte Teilnahmewahrscheinlichkeit ausüben." (Autorenreferat, © Springer-Verlag)
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Literaturhinweis
Der Gründungszuschuss nach der Reform: Eine qualitative Implementationsstudie zur Umsetzung der Reform in den Agenturen (2015)
Zitatform
Bernhard, Stefan & Michael Grüttner (2015): Der Gründungszuschuss nach der Reform: Eine qualitative Implementationsstudie zur Umsetzung der Reform in den Agenturen. (IAB-Forschungsbericht 04/2015), Nürnberg, 103 S.
Abstract
"Zum Jahreswechsel 2011/12 traten die neuen Regeln der Gründungsförderung im Sozialgesetzbuch (SGB) III in Kraft. Ein Blick auf die Förderzahlen zeigt erhebliche Veränderungen infolge der Reform des Gründungszuschusses. Auch die Struktur der Geförderten hat sich verändert. In der vorliegenden Studie wird mit Instrumenten der qualitativen Sozialforschung untersucht, welche Prozesse a) in den Agenturen und b) auf Seiten der Beziehenden von Arbeitslosengeld (Alg) I diesem Wandel zugrunde liegen. Es zeigt sich, dass der gesetzlich verankerte Vorrang der Vermittlung vor sonstigen Leistungen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nach § 4 SGB III eine entscheidende Rolle spielt. Dabei kommt der Vermittlungsvorrang nicht allein als Ablehnungsgrund in Ermessensentscheidungen zum Tragen, sondern auch - und vor allem - als Argument, mit dem Vermittlungsfachkräfte die Alg-I-Beziehenden entmutigen, einen Antrag zu stellen. Die Alg-I-Beziehenden akzeptieren dieses Argument zumeist oder versuchen gar nicht erst, bei den Agenturen einen Gründungszuschuss zu beantragen, so dass die Zahl der ungefördert aus Arbeitslosigkeit Gründenden in absoluten Zahlen und als Anteil an allen Abgängen in Selbständigkeit deutlich zugenommen hat. Gemessen an zwei zentralen Reformzielen - Einsparungen und Reduzierung von Mitnahmen - lässt sich eine ambivalente Bilanz ziehen. Die Umstellung auf eine Ermessensleistung ermöglicht grundsätzlich einen flexiblen und fallorientierten Einsatz der Gründungsförderung. Die straffen Budgetziele haben diese neuen Freiräume zumindest zeitweise stark eingeschränkt. Die Sparziele wurden erreicht - allerdings mit nachteiligen Effekten auf die Konsistenz der Förderpraxis und auf die (mittelfristige) Attraktivität der Gründungsförderung aus Sicht der Alg-I-Beziehenden. Die Bewertung des Ziels, Mitnahmen besser zu verhindern, hängt von der genauen Definition des Mitnahmebegriffs ab und fällt mal eher positiv, mal eher negativ aus." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen bei privaten Trägern: vier empirische Evaluationsstudien (2015)
Zitatform
Bernhard, Sarah (2015): Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen bei privaten Trägern. Vier empirische Evaluationsstudien. Erlangen, 135 S.
Abstract
"Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sollen die Beschäftigungschancen ihrer Teilnehmer erhöhen und damit einen Beitrag zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit leisten. Der Fokus dieser Dissertation liegt auf der Evaluation solcher Maßnahmen, die private Träger im Auftrag und finanziert von der öffentlichen Arbeitsverwaltung erbringen. Um die Durchführung solcher Maßnahmen findet Wettbewerb statt, und die öffentliche Arbeitsverwaltung als Geldgeber und als Repräsentant der Arbeitsuchenden fragt entweder indirekt über Gutscheine oder direkt über Ausschreibungen Arbeitsmarktdienstleistungen nach. Dabei agiert die öffentliche Arbeitsverwaltung als Gatekeeper, d.h. als Schlüssel für den Zugang zu Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik. Die empirischen Analysen beziehen sich auf Arbeitsvermittlung, Bewerbungsunterstützung und auf Weiterbildungsmaßnahmen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Wirkung dieser Maßnahmen, die mit Hilfe von administrativen Prozessdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung beantwortet wird. Es geht sowohl um die Effektivität dieser Maßnahmen für unterschiedliche Gruppen von Arbeitslosengeld-II-Empfängern als auch um den Einfluss der Maßnahmekonzeption sowie von Vertrags- und Trägerstrukturen auf die ihre Wirksamkeit. Insgesamt zeigen die Forschungsergebnisse dieser Dissertation, dass die Implementation quasi-marktlicher Mechanismen nicht zwingend effektive Ergebnisse zur Folge hat. Der Erfolg von Arbeitsmarktpolitik hängt vielmehr von der Ausgestaltung des jeweiligen Quasi-Marktes und der Konzeption der Maßnahmen sowie der Teilnehmerselektion ab." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Der Gründungszuschuss nach seiner gesetzlichen Neuregelung: Die Folgen des Kurswechsels (2015)
Zitatform
Bernhard, Stefan, Katalin Evers & Michael Grüttner (2015): Der Gründungszuschuss nach seiner gesetzlichen Neuregelung: Die Folgen des Kurswechsels. (IAB-Kurzbericht 21/2015), Nürnberg, 8 S.
Abstract
"Ende des Jahres 2011 wurde der Gründungszuschuss grundlegend umgestaltet. Insbesondere wurde er von einer Pflicht- in eine Ermessensleistung umgewandelt und das Budget erheblich gekürzt. Im vorliegenden Bericht werden die Wirkungen der Reform in den Arbeitsagenturen und für die Geförderten nachgezeichnet und anhand der Reformziele eingeschätzt. Dabei wird auf quantitative und qualitative Befragungen zurückgegriffen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Coaching, counseling, case-working: do they help the older unemployed out of benefit receipt and back into the labor market? (2015)
Zitatform
Boockmann, Bernhard & Tobias Brändle (2015): Coaching, counseling, case-working. Do they help the older unemployed out of benefit receipt and back into the labor market? (IZA discussion paper 8811), Bonn, 42 S.
Abstract
"Job search assistance and intensified counseling have been found to be effective for labor market integration by a large number of studies, but the evidence for older and hard-to-place unemployed individuals more specifically is mixed. In this paper we present key results from the evaluation of 'Perspektive 50plus', a large-scale active labor market program directed at the older unemployed in Germany. To identify the treatment effects, we exploit regional variation in program participation. Based on survey evidence, we argue that participation of regions is not endogenous in the vast majority of cases. We use a combination of different evaluation estimators to check the sensitivity of the results to selection, substitution and local labor market effects. We find large positive effects of the program in the range of five to ten percentage points on integration into unsubsidized employment. However, there are also substantial lock-in effects, such that program participants have a higher probability of remaining on public welfare benefit receipt for up to one year after commencing the program." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: IAW-Diskussionspapiere , 115 -
Literaturhinweis
Integrating older employees into the labour market: evidence from a German labour market programme (2015)
Zitatform
Boockmann, Bernhard & Tobias Brändle (2015): Integrating older employees into the labour market. Evidence from a German labour market programme. In: CESifo DICE report, Jg. 13, H. 3, S. 59-64.
Abstract
"This article addresses the question of whether and how active labour market policies (ALMP) can help to shorten older workers' unemployment spells and integrate them into regular employment in the first labour market. After setting out the issues in the remainder of this section, we present recent evaluation results for a large-scale ALMP programme in Germany, which provided intensive coaching and counselling to older long-term unemployed workers. Drawing on results presented in Boockmann and Brändle (2015), we summarise the main policy lessons learned from this programme. We then put these results in the context of international evidence of the effects of ALMP programmes for older workers." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Activation as a first step: estimating the causal effects of a job search assistance programme (2015)
Zitatform
Brändle, Tobias, Lukas Fervers & Carina Webel (2015): Activation as a first step. Estimating the causal effects of a job search assistance programme. (IAW-Diskussionspapiere 117), Tübingen, 41 S.
Abstract
"We analyse the effects of a large scale active labour market programme in Germany. Modellprojekte Bürgerarbeit is a modified public employment scheme, with a period of increased counselling and intensified job search assistance as a first step. Using data from individual employment records, we exploit the institutional setting and apply different micro-econometric methods to analyse the treatment effects of the intensified counselling and monitoring component on labour market integration. In the propensity score matching estimation, we find that treated individuals have up to 3.6 percentage points higher integration rates. The effects, however, are heterogeneous across subgroups and job centre strategies. In addition, we use difference-in-differences and instrumental variables estimations to check whether these effects might be upward biased due to endogenous selection and negative substitution effects on non-participants. We conclude that the underlying assumptions of the matching estimation hold, and it therefore corresponds to the actual programme effect." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Wirkung arbeitsmarktpolitischer Instrumente im SGB III: Maßnahmen auf dem Prüfstand (2015)
Zitatform
Büttner, Thomas, Torben Schewe & Gesine Stephan (2015): Wirkung arbeitsmarktpolitischer Instrumente im SGB III: Maßnahmen auf dem Prüfstand. (IAB-Kurzbericht 08/2015), Nürnberg, 8 S.
Abstract
"Die Arbeitslosigkeit in Deutschland konnte in den letzten 10 Jahren zwar deutlich abgebaut werden. Dennoch stellen die Ziele der Arbeitsförderung weiterhin hohe Anforderungen an Politik und Arbeitsverwaltung. Neben den Vermittlungsaktivitäten nimmt die aktive Arbeitsmarktpolitik dabei einen großen Stellenwert ein. Für die Zugangskohorten der Jahre 2011 und 2012 wird mit der Wirkungsanalyse TrEffeR ('Treatment Effects and Prediction') überprüft, wie wirksam ausgewählte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen im Rechtskreis SGB III für die Geförderten ein bzw. zwei Jahre nach Förderbeginn waren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
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Literaturhinweis
Getting back into the labor market: the effects of start-up subsidies for unemployed females (2015)
Zitatform
Caliendo, Marco & Steffen Künn (2015): Getting back into the labor market. The effects of start-up subsidies for unemployed females. In: Journal of population economics, Jg. 28, H. 4, S. 1005-1043. DOI:10.1007/s00148-015-0540-5
Abstract
"Low female labor market participation is a problem many developed countries have to face. Beside activating inactive women, one possible solution is to support the re-integration of unemployed women. Due to female-specific labor market constraints (preferences for flexible working hours, discrimination), this is a difficult task, and the question arises whether active labor market policies (ALMP) are an appropriate tool to help. It has been shown that the effectiveness of traditional (ALMP) programs - which focus on the integration in dependent (potentially inflexible) employment - is positive but limited. At the same time, recent evidence for Austria shows that these programs reduce fertility which might be judged unfavorable from a societal perspective. Promoting self-employment among unemployed women might therefore be a promising alternative. Starting their own business might give women more independence and flexibility to reconcile work and family and increase labor market participation. Based on long-term informative data, we find that start-up programs persistently integrate former unemployed women into the labor market, and the impact on fertility is less detrimental than for traditional ALMP programs." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Contracting-out welfare services: comparing national policy designs for unemployment assistance (2015)
Considine, Mark; Graziano, Paolo R.; Knuth, Matthias ; Fuertes, Vanesa ; Zimmermann, Katharina ; Whitworth, Adam ; Aurich, Patrizia; Taylor, Rebecca ; Berkel, Rik van ; Nguyen, Phuc ; O'Sullivan, Siobhan; Rees, James ; Carter, Elle; Shutes, Isabel ; Benish, Avishai ; Struyven, Ludo ;Zitatform
Considine, Mark & Siobhan O'Sullivan (2015): Contracting-out welfare services. Comparing national policy designs for unemployment assistance. (Broadening Perspectives on social policy), Chichester: Wiley Blackwell, 173 S.
Abstract
Contracting-out Welfare Services focuses on the design and overhaul of welfare-to-work systems around the world in the light of the radical re-design of the welfare system; internationally based authors utilise a national/program case study, considering employment services policy and activation practices.
Content:
Mark Considine; Siobhan O'Sullivan: Introduction: Contracting out welfare services: comparing national policy designs for unemployment assistance (1-9);
Katharina Zimmermann, Patrizia Aurich, Paolo R. Graziano, Vanesa Fuertes: Local worlds of marketization - employment policies in Germany, Italy and the UK compared (11-32);
Ludo Struyven: Varieties of market competition in public employment services - a comparison of the emergence and evolution of the new system in Australia, the Netherlands and Belgium (33-53);
Mark Considine, Siobhan O'Sullivan, Phuc Nguyen: Governance, Boards of directors and the impact of contracting on not-for-profits organizations - an Australian study (55-74);
Rik van Berkel: Quasi-markets and the delivery of activation - a frontline perspective (75-90);
Isabel Shutes, Rebecca Taylor: Conditionality and the financing of employment services - implications for the social divisions of work and welfare (91-108);
James Rees, Adam Whitworth, Elle Carter: Support for all in the UK work programme? Differential payments, same old problem (109-128);
Matthias Knuth: Broken hierarchies, quasi-markets and supported networks - a governance experiment in the second tier of Germany's Public employment service (129-150);
Avishai Benish: The public accountability of privatized activation - the case of Israel (151-166).
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- Zusammenarbeit von Arbeits- und Sozialverwaltung
- Job-Center
- Personal-Service-Agentur
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- Vermittlungsgutscheine
- Berufsberatung
- Aus- und Weiterbildung
- Subventionierung von Beschäftigung
- Öffentlich geförderte Beschäftigung
- Transfer- und Mobilitätsmaßnahmen
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