matching – Suchprozesse am Arbeitsmarkt
Offene Stellen bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit - was Arbeitsmarkttheorien u. a. mit "unvollkommener Information" begründen, ist für Unternehmen und Arbeitsuchende oft nur schwer nachzuvollziehen: Unternehmen können freie Stellen nicht besetzen, trotzdem finden Arbeitsuchende nur schwer den passenden Job. Wie gestalten sich die Suchprozesse bei Unternehmen und Arbeitsuchenden, welche Konzessionen sind beide Seiten bereit einzugehen, wie lässt sich das "matching" verbessern?
Diese Infoplattform bietet wissenschaftliche Literatur zur theoretischen und empirischen Auseinandersetzung mit dem Thema.
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Literaturhinweis
Arbeitssuche von Migranten: Deutschkenntnisse beeinflussen Suchintensität und Suchwege (2006)
Zitatform
Nivorozhkin, Anton, Laura Romeu Gordo, Christoph Schöll & Joachim Wolff (2006): Arbeitssuche von Migranten: Deutschkenntnisse beeinflussen Suchintensität und Suchwege. (IAB-Kurzbericht 25/2006), Nürnberg, 5 S.
Abstract
"Migranten der zweiten Generation sprechen viel häufiger Deutsch im eigenen Haushalt als Migranten der ersten Generation. Erwerbslose Personen, die zu Hause vor allem Deutsch sprechen, suchen intensiver nach Arbeit. Deutschkenntnisse spielen auch eine Rolle dabei, wie häufig bestimmte Wege der Arbeitsuche eingeschlagen werden. Je besser die Sprachkenntnisse, desto eher lesen Arbeitsuchende Stellenanzeigen in Zeitungen und bewerben sich auf Stellenanzeigen oder sie recherchieren im Internet. Arbeitsuchende aus mehrsprachigen Haushalten können bei ihrer Arbeitsuche leichter auf soziale Netzwerke zurückgreifen. Erwerbslose Migrantinnen, die zu Hause überwiegend eine Fremdsprache sprechen, suchen viel seltener aktiv nach Arbeit als andere Erwerbslose. Soweit langzeitarbeitslose Migranten starke Defizite bei den Deutschkenntnissen aufweisen, sollte Arbeitsmarktpolitik also auch gezielt bei der Sprachförderung ansetzen, um ihre Arbeitsmarktchancen zu verbessern." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
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Literaturhinweis
What informational basis for assessing job-seekers?: capabilities vs. preferences (2005)
Zitatform
Bonvin, Jean-Michel & Nicolas Farvaque (2005): What informational basis for assessing job-seekers? Capabilities vs. preferences. In: Review of Social Economy, Jg. 63, H. 2, S. 269-289. DOI:10.1080/0034676500130614
Abstract
"The evaluative function of local public actors has been exacerbated in recent years with the individualisation of social policies. One of their tasks is to select the appropriate informational basis in order to assess welfare claimants. Amartya Sen's capability approach offers a theoretical and normative framework to analyse this evaluative function. In particular, it insists on the importance of 'objectivating' people's preferences with reference to their capabilities. The weight that is to be attached to individual preferences in the course of public action can be a matter of controversy. Claimants 'capability for voice', we argue, should be developed. This capability refers to their effective possibility to express their concerns with regard to the choice of the informational basis. It is argued that local institutions prohibiting capability for voice will produce adaptive preferences, whereas procedural institutions promoting reflexive public evaluation and capability for voice will result in a fairer wording of individual preferences. At a situated level, the way to connect subjective and objective information when assessing people very much depends on the position of the evaluator. Several illustrations show that the fairness of evaluation, and its impact on the people's capability set, depend on this positional perspective." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
The Role of Social Work Norms in Job Searching and Subjective Well-Being (2004)
Zitatform
Stutzer, Alois & Rafael Lalive (2004): The Role of Social Work Norms in Job Searching and Subjective Well-Being. In: Journal of the European Economic Association, Jg. 2, H. 4, S. 696-719. DOI:10.1162/1542476041423331
Abstract
"Social norms are usually neglected in economics because they are to a large extent enforced through non-market interactions and difficult to isolate empirically. In this paper, the authors offer a direct measure of the social norm to live off one's own income and they show that this norm has important economic effects. The stronger the norm, the more quickly unemployed people find a new job. This behavior can be explained by utility differences, probably due to social pressure. Unemployed people are significantly less happy than employed people and their reduction in life satisfaction is the larger, the stronger the norm is." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Wie nah am Arbeitsmarkt sind die Arbeitslosen? (Arbeitslosenuntersuchung, Teil II) (2002)
Zitatform
Brixy, Udo, Reiner Gilberg, Doris Hess & Helmut Schröder (2002): Wie nah am Arbeitsmarkt sind die Arbeitslosen? (Arbeitslosenuntersuchung, Teil II). (IAB-Kurzbericht 02/2002), Nürnberg, 3 S.
Abstract
In einer computerunterstützten telefonischen Befragung von rund 20000 Arbeitslosen und ehemals Arbeitslosen wurden Anfang 2000 Angaben zu den Suchaktivitäten und der Erwerbsorientierung der Arbeitslosen erhoben und Erkenntnisse über die Beendigung der Arbeitslosigkeit gewonnen. Um festzustellen, wie nah die Arbeitslosen am Arbeitsmarkt sind, analysiert der Beitrag die Motive, die mit der Arbeitslosmeldung verbunden sind, und die Intensität der Beschäftigungssuche. Es zeigt sich, dass über 60 % der Arbeitslosen sehr arbeitsmarktnah sind, da sie mit großem Engagement Arbeit suchen. Rund 20 % suchen nur mit mittlerer oder geringer Intensität. Die mangelnde Initiative ist dabei häufig auf eine bereits länger andauernde Arbeitslosigkeit zurückzuführen. Weitere knapp 20 % sind ohne klare Orientierung oder übergangsorientiert (z.B. bevorstehender Übergang in Rente). Diese Gruppe ist nur noch schwer aktivierbar. (IAB)
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Literaturhinweis
Soziale Netzwerke und der Berufseinstieg von Akademikern: eine Untersuchung ehemaliger Studierender an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie in Leipzig (2002)
Haug, Sonja; Kropp, Per;Zitatform
Haug, Sonja & Per Kropp (2002): Soziale Netzwerke und der Berufseinstieg von Akademikern. Eine Untersuchung ehemaliger Studierender an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie in Leipzig. (Arbeitsbericht des Instituts für Soziologie 32), Leipzig, 39 S.
Abstract
Die Bedeutung sozialer Netzwerke bei der Besetzung von Stellen ist ein relativ gesichertes Ergebnis der Arbeitsmarktforschung. In der Studie werden die Ergebnisse einer Befragung von 346 ehemaligen Studierenden der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig vorgestellt, die im Rahmen eines Forschungspraktikums im Sommer 2001 durchgeführt wurde. Dabei geht es einerseits um die Auswirkungen sozialer Beziehungen am Ende des Studiums beim Berufseinstieg, insbesondere auf die Dauer der Suche nach der ersten Arbeitsstelle und auf das Einkommen und die Zufriedenheit in dieser Beschäftigungsposition, andererseits um den Einfluss sozialer Beziehungen auf den weiteren Berufserfolg zwei Jahre nach dem Ende des Studiums. Die Ergebnisse belegen, dass soziale Netzwerke eine wichtige Rolle beim Übergang vom Studium ins Berufsleben spielen. Dies wird zum einen dadurch deutlich, dass bei der Suche nach der ersten Berufstätigkeit nach dem Studium nahezu zwei Drittel derer, die überhaupt suchten, auf ihr soziales Netzwerk zurückgegriffen haben und jeweils etwa die Hälfte ihre erste und die berufliche Tätigkeit nach zwei Jahren über soziale Netzwerke fanden. Dieses Resultat lässt die Schlussfolgerung zu, dass beim Berufseinstieg Netzwerke eher für aktive Unterstützung als für die Informationsbeschaffung optimiert sein sollten. Besonders zu Beginn der Berufstätigkeit nach dem Studium zeigen sich zudem sehr unterschiedliche Einkommenschancen in unterschiedlichen Arbeitsmarktsegmenten wie dem Hochschulbereich, die das Humankapital und auch die sozialen Ressourcen der Betroffenen nicht adäquat widerspiegeln. Inwieweit sich diese Diskrepanz mittelfristig oder langfristig aufhebt, lässt sich mit den hier erhobenen Daten nicht entscheiden. (IAB)
Beteiligte aus dem IAB
Kropp, Per; -
Literaturhinweis
Mismatch auf dem Arbeitsmarkt: Ursachen für die Nichtbesetzung offener Stellen am Beispiel des Arbeitsamtsbezirkes Kassel. (2002)
Zitatform
Schmid, Alfons, Birgit Wagner & Andreas Weinbörner (2002): Mismatch auf dem Arbeitsmarkt. Ursachen für die Nichtbesetzung offener Stellen am Beispiel des Arbeitsamtsbezirkes Kassel. Frankfurt am Main, 51 S.
Abstract
"In bisherigen Untersuchungen wurden Ursachen für Mismatchprobleme überwiegend aus betrieblicher Perspektive analysiert. Die Gründe für die Nichtbesetzung aus Sicht der Arbeitslosen sind bisher wenig eruiert worden. Hier setzt die Studie an. Anhand von drei exemplarisch ausgewählten Fällen von offenen Stellen im Arbeitsamtsbezirk Kassel wurde untersucht, welche Gründe die beteiligten Akteure -Betrieb, Arbeitsvermittler, Arbeitslose - angeben, warum eine offene Stelle nicht besetzt werden konnte. Ein erstes 'unbeabsichtigtes' und überraschendes Ergebnis der Untersuchung betrifft die 'Offenheit' der offenen Stellen. Beim Auswahlprozess der drei Untersuchungsfälle stellte sich heraus, dass mehr als die Hälfte der beim Arbeitsamt als offen gemeldeten Stellen bereits besetzt bzw. nicht mehr offen waren. Unzureichende Informationen auf der Seite der Betriebe und unvollkommene Informationen über die Arbeitslosen beschränken die Effektivität der Vermittlung, zumindest in den untersuchten drei Fällen. Eine zentrale Bedingung für eine Erhöhung der Vermittlungseffizienz besteht daher darin, die Information bei den einzelnen Akteuren zu erhöhen und genauere Informationen an die anderen Akteure weiter zu geben bzw. bei der Vermittlung zu nutzen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Senkt aktive Jobsuche die Arbeitslosigkeit? (2000)
Zitatform
Jahn, Elke J. & Thomas Wagner (2000): Senkt aktive Jobsuche die Arbeitslosigkeit? (WEP-working paper 04), Erlangen u.a., 39 S.
Abstract
"Arbeitslose verbessern durch aktive Jobsuche ihre Vermittlungschance, doch der Schluß, daß aktive Jobsuche die aggregierte Arbeitslosigkeit reduziert, beruht auf einer fallacy of composition. Der Arbeitslosenpool besteht aus heterogenen Typen, deren typspezifische Übergangsraten unterschiedlich auf die Zahl der aktiven Jobsucher unter den konkurrierenden Arbeitslosengruppen und die Zahl der offerierten Vakanzen reagieren. Das Modell zeigt, warum Arbeitsmarktpolitik, die darauf zielt, mit Suchvorschriften oder Wiederbeschäftigungsprämien die Anzahl der aktiven Jobsucher unter den Arbeitslosen zu erhöhen, die aggregierte Arbeitslosigkeit steigern kann." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Job security and job search in more than one labor market (1992)
Fallick, Bruce Chelimsky;Zitatform
Fallick, Bruce Chelimsky (1992): Job security and job search in more than one labor market. In: Economic Inquiry, Jg. 30, H. 4, S. 742-745. DOI:10.1111/j.1465-7295.1992.tb01295.x
Abstract
"I analyze job search behavior of unemployed workers who may search for work in several sectors of the economy. Although reservation wages are equal in each sector, workers search more intensively in sectors with lower layoff rates. Thus workers more quickly find and accept jobs with more security." (Author's abstract, IAB-Doku, Published by arrangement with John Wiley & Sons) ((en))
