Berufswahl
Was will ich werden? Welche Ausbildung, welches Studium passt zu mir und bietet langfristig sichere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt? Die Wahl eines Berufes gehört zu den wichtigen biographischen Weichenstellungen, auch wenn sie heute keine Festlegung für ein ganzes (Berufs-)leben mehr darstellt. Sie hat Auswirkungen auf die spätere ökonomische Sicherheit, den sozialen Status und auf Chancen zur Entfaltung der Persönlichkeit.
Dieses Themendossier bietet eine Auswahl von Literatur- und Forschungsprojektnachweisen zur Berufswahlforschung in Deutschland und anderen Ländern. Sie gibt einen Überblick über theoretische Ansätze und empirische Befunde zur Erklärung des Berufswahlverhaltens, zu Motiven der Berufswahl bei besonderen Personengruppen sowie zu Bestimmungsgründen und Einflussfaktoren bei der Entscheidungsfindung.
Im Filter „Autorenschaft“ können Sie auf IAB-(Mit-)Autorenschaft eingrenzen.
-
Literaturhinweis
Neue Bildungsexpansion und Verdrängungseffekte in der betrieblichen Ausbildung (2018)
Beicht, Ursula; Walden, Günter;Zitatform
Beicht, Ursula & Günter Walden (2018): Neue Bildungsexpansion und Verdrängungseffekte in der betrieblichen Ausbildung. In: Sozialer Fortschritt, Jg. 67, H. 3, S. 141-171. DOI:10.3790/sfo.67.3.141
Abstract
"In diesem Beitrag wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich ein steigender Anteil von Studienberechtigten unter den an einer dualen Berufsausbildung interessierten Jugendlichen auf die Einmündungschancen der Ausbildungsstellenbewerber auswirkt. Die Analysen verdeutlichen, dass zwischen den Bewerbern mit Haupt- und Realschulabschluss sowie (Fach-)Hochschulreife Konkurrenzbeziehungen bestehen und es bei einer Zunahme der Studienberechtigten zu Verdrängungseffekten kommt. Für junge Männer mit Haupt- und Realschulabschluss verschlechtern sich dann die Chancen auf eine betriebliche Ausbildung. Für junge Frauen gibt es eine solche Verschlechterung ausschließlich bei einem mittleren Schulabschluss. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass die Teilausbildungsmärkte für die Inhaber der unterschiedlichen Schulabschlüsse bei Frauen deutlicher voneinander separiert sind als bei Männern. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine neue Bildungsexpansion die Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt verschärft." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Estimating a model of qualitative and quantitative education choices in France (2018)
Belzil, Christian; Poinas, François;Zitatform
Belzil, Christian & François Poinas (2018): Estimating a model of qualitative and quantitative education choices in France. (IZA discussion paper 11433), Bonn, 42 S.
Abstract
"We estimate a structural model of education choices in which individuals choose between a professional (or technical) and a general track at both high school and university levels using French panel data (Génération 98). The average per-period utility of attending general high school (about 10,000 euros per year) is 20% higher than that of professional high school (about 8000 euros per year). About 64% of total higher education enrollments are explained by this differential. At the same time, professional high school graduates would earn 5% to 6% more than general high school graduates if they both entered the labor market around age 18. The return to post-high school general education is highly convex (as in the US) and is reaped mostly toward the end of the higher education curriculum. Public policies targeting an increase in professional high school enrollments of 10 percentage points would require a subsidy of 300 euros per year of professional high school." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Die duale Berufsausbildung - das Geheimnis der deutschen Wettbewerbsfähigkeit (2018)
Bosch, Gerhard;Zitatform
Bosch, Gerhard (2018): Die duale Berufsausbildung - das Geheimnis der deutschen Wettbewerbsfähigkeit. (IAQ-Report 2018-05), Duisburg, 23 S. DOI:10.17185/duepublico/48356
Abstract
"- Das duale System der Berufsausbildung in Fachkräfte für eine innovative Wirtschaft aus und gilt nicht, wie die Berufsausbildung in vielen anderen Ländern, als Auffangbecken für schwächere Schüler.
- Die kontinuierliche Modernisierung der Berufsausbildung mit ihrer Ausrichtung auf neue Technologien und Teamarbeit in flexiblen Arbeitsorganisationen ist einer der Gründe für die Wiedererstarkung der deutschen Wirtschaft seit Mitte der 1990er Jahre.
- Die Meister-, Techniker- und Fachwirtequalifikation ist ein in der Innovationsforschung wenig beachteter, aber zentraler Mechanismus des flächendeckenden Transfers neuer Technologien auch in kleine und mittlere Betriebe.
- Die Erosion des deutschen Tarifsystems, das nicht mehr allen Fachkräften auch Fachkräftelöhne sichert, veranlasst viele Jugendliche, die eigentlich eine Berufsausbildung anstreben, zu studieren. Vor allem in Branchen mit schlechten Löhnen wird eine Ausbildung immer unattraktiver. Imagekampagnen helfen hier nicht, wenn nicht gleichzeitig die Tarifbindung wieder erhöht wird.
- Da die Unternehmen bei wachsender Studienneigung nicht auf die Vorteile einer betriebsnahen Ausbildung verzichten wollen, haben sie in Kooperationen überwiegend mit Fachhochschulen neue Hybridmodelle des dualen Studiums entwickelt." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Gendered expectations of the biographical and social future: young adults' approaches to short and long-term thinking (2018)
Cook, Julia Anne;Zitatform
Cook, Julia Anne (2018): Gendered expectations of the biographical and social future. Young adults' approaches to short and long-term thinking. In: Journal of youth studies, Jg. 21, H. 10, S. 1376-1391. DOI:10.1080/13676261.2018.1468875
Abstract
"Numerous studies have found that although young adults are arguably less constrained by gendered norms and expectations than previous generations, they have nevertheless continued to imagine their biographical futures in highly gendered ways. In this paper I draw on an analysis of 28 in-depth interviews in which 16 women and 12 men (aged 18-34) were asked to discuss their expectations for both the biographical and social future. The results of this study largely confirm the findings of previous scholarship, with young women often viewing childbearing and caring responsibilities as compulsory, while young men largely viewed these commitments as complementary to their chosen careers. This paper extends existing findings in this area by examining, firstly, whether these perceptions of the biographical future are mirrored in the participants' views of the long-term, social future, and secondly, what implications such views may have when they are extended into this register. In so doing it ultimately finds that the gender norms that shape young adults' expectations for their own futures are echoed in their outlooks upon the social future." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Übergänge in Ausbildung und Arbeitsmarkt (2018)
Zitatform
Dietrich, Hans & Martin Abraham (2018): Übergänge in Ausbildung und Arbeitsmarkt. In: M. Abraham & T. Hinz (Hrsg.) (2018): Arbeitsmarktsoziologie : Probleme, Theorien, empirische Befunde, S. 77-116, 2018-01-01. DOI:10.1007/978-3-658-02256-3_3
Abstract
"Das Kapitel behandelt die berufliche Erstplatzierung, die aus individueller Sicht eine folgenreiche Entscheidung für die weitere Berufskarriere darstellt und auch für die Entwicklung der gesamten Arbeitsmarktsituation von entscheidender Bedeutung ist. Grund dafür ist die systematische Ungleichheit des Berufseinstiegs, welche durch den Arbeitsmarkt vorgelagerte Faktoren, vor allem soziale Herkunft und Selektion im Bildungssystem, bedingt wird. Im ersten Schritt behandeln die Autoren den Übergang von allgemeinbildenden Schulen in die berufliche Ausbildung und im zweiten Schritt den darauffolgenden Übergang in den Arbeitsmarkt. Abschließend diskutieren sie arbeitsmarktpolitische Implikationen." (Autorenreferat, © Springer)
-
Literaturhinweis
Young-adults NEET in Italy: orientations and strategies toward the future (2018)
Zitatform
Gaspani, Fabio (2018): Young-adults NEET in Italy. Orientations and strategies toward the future. In: The international journal of sociology and social policy, Jg. 38, H. 1/2, S. 150-164. DOI:10.1108/IJSSP-04-2017-0038
Abstract
"Purpose
The article examines the relation with the future of young-adults NEET (Not in Education, Employment or Training) in Italy. The study of temporal experiences allows to understand how subjects represent their own condition and construct their biographies in an age of uncertainty.
Design/methodology/approach
The study follows a qualitative approach to allow participants to express their own experiences and representations through narratives. The twelve cases considered are illustrative of the different orientations detected in the group of thirty-six young people involved in the research.
Findings
Young-adults NEET have problems in acquiring a recognised social status and in designing future orientations. The difficulties to project themselves in time hinder the attainment of a sense of biographical continuity as well as the process of identity construction, which tends to be increasingly detached from the planning sphere.
Originality/value
The study adds to the literature on the issue of young people NEET, contributing to differentiate the social conditions of this group by referring to their experiences, social belongings and resources. The analysis sheds new light on the agency of young people, that conceive biographical strategies in relation to the scenarios they envisage." (Author's abstract, 䗏 Emerald Group) ((en)) -
Literaturhinweis
Antworten für Berufsstarter liefern (2018)
Hiltmann, Holger; Koppe, Thomas; Klameth, Max;Zitatform
Hiltmann, Holger, Max Klameth & Thomas Koppe (2018): Antworten für Berufsstarter liefern. In: Personalwirtschaft, Jg. 45, H. 2, S. 30-33.
Abstract
"Mit einem neuen Recruiting-Tool hat der Merck-Konzern eine passende Candidate Experience für potenzielle Azubis geschaffen. Es gibt Schülern Orientierung bei der Berufswahl und führt sie gezielt zu passenden Ausbildungsstellen im Unternehmen hin." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Volltext-Zugang über Verlag oder sonstigen Anbieter (möglicherweise kostenpflichtig) -
Literaturhinweis
Microeconometric analysis of individual and institutional determinants of education and occupational choice (2018)
Obergruber, Natalie;Zitatform
Obergruber, Natalie (2018): Microeconometric analysis of individual and institutional determinants of education and occupational choice. (ifo-Beiträge zur Wirtschaftsforschung 80), München, 176 S.
Abstract
"Natalie Obergruber prepared this study while she was working at the ifo Center for the Economics of Education. The study was completed in March 2018 and accepted as doctoral thesis by the Department of Economics at the University of Munich. It consists of four distinct empirical analyses - two on the determinants of education and two on the determinants of occupational choice. For both choices, individual and institutional determinants are investigated. The econometric analyses are based on panel data from the National Educational Panel Study (NEPS), historical census data of the Statistical Office of the German Empire, historical maps and studies from Sering 1897, Verein für Socialpolitik 1883, Grossherzogliches Ministerium des Inneren 1883, Miaskowski 1882-1884, Fick 1895, and Kraft 1930 which are combined with modern data from the German Statistical Office and the BBSR. This study analyses which individual and institutional factors (causally) influence individuals in their educational career and in their choice for an occupation. Chapter 2 explores consequences of parental separation for cognitive skill development of children. In the year before parental separation occurs children are negatively affected in their cognitive skill development. Chapter 3 investigates the consequences of an institutional reform in the German school system which awards high track school drop outs with lower track school degrees if they accomplished 9th grade. After the reform students are less likely to switch between schools and tracks and surprisingly are more likely to successfully finish the high-track school and enter university. Chapter 4 predicts the choice of math-intensive occupations by school grades. School grades are affected by students' ability and tastes and may furthermore contain pure signals of achievement (based on rank in class). We find that the strong association between grades and math intensity of occupations is completely explained by individuals' differences in tastes. Chapter 5 shows that occupational choice is influenced by the distribution of land, a store of wealth in an agricultural society. We find that areas with more equally distributed land started to industrialize earlier particularly in innovative manufacturing." (Text excerpt, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Vocational or academic track? Study and career plans among Swedish students living in rural areas (2018)
Zitatform
Rönnlund, Maria, Per-Åke Rosvall & Monica Johansson (2018): Vocational or academic track? Study and career plans among Swedish students living in rural areas. In: Journal of Youth Studies, Jg. 21, H. 3, S. 360-375. DOI:10.1080/13676261.2017.1380303
Abstract
"This ethnographic study explores how rural lower secondary school students reflect on study and career choices, focusing on the choice between vocational and academic upper secondary programs. Applying a spatial perspective, we analyze individual students' reflections about study and career choices within a variety of rural regions, and compare patterns in the regions. The results indicate complex interactions between structural factors and individual dispositions. In places where education levels were low and the local labor market predominantly offered unskilled manual and service work, there was a stronger tendency to choose vocational programs than in places with higher education levels and access to a more varied labor market. Likewise, there was an association between strongly gendered labor markets and gender-typical choices. However, individual students positioned themselves actively in relation to the local place, its local labor market and social relations; their choices were place-bound to varying degrees, and chose upper secondary programs and presented ideas about prospective careers that were harmonious with the local labor market in some cases, but discordant in other cases. The results are discussed in the framework of individuals' horizon for actions." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Schule-Wirtschaft-Kooperationen - Was sagen Jugendliche dazu?: Eine Studie des SINUS-Instituts für das Netzwerk Berufswahl-SIEGEL (2018)
Schleer, Christoph;Zitatform
Schleer, Christoph (2018): Schule-Wirtschaft-Kooperationen - Was sagen Jugendliche dazu? Eine Studie des SINUS-Instituts für das Netzwerk Berufswahl-SIEGEL. Heidelberg, 64 S.
Abstract
"Schüler/innen aus drei Schulen wurden gefragt, was sie an der Berufsorientierung und insbesondere an Schule-Wirtschaft-Kooperationen gut und weniger gut finden.
Die Ergebnisse zeigen: Die Schülerinnen und Schüler wünschen sich vor allem eine gut strukturierte und praxisnahe Berufsorientierung in der Schule, die sie wirklich umfassend informiert und ihnen ihre persönlichen Stärken zeigt. Bei Besuchen im Betrieb nutzen sie gerne interaktive Möglichkeiten - wenig sagen ihnen dagegen allgemeine Vorträge. Die Erhebung fand statt an Schulen in Baden-Württemberg, dem Saarland und Berlin." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Risiken der Berufswahl: Wahrnehmungen und Handlungsorientierungen bei der Wahl einer Erstausbildung (2017)
Altepost, Andrea;Zitatform
Altepost, Andrea (2017): Risiken der Berufswahl. Wahrnehmungen und Handlungsorientierungen bei der Wahl einer Erstausbildung. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH - Springer VS, 332 S. DOI:10.1007/978-3-658-16744-8
Abstract
"Andrea Altepost führt Theorieelemente aus der Berufswahl- und Risikoforschung zusammen und generiert ein Modell, das anhand empirischer Daten aus einer Auszubildendenbefragung in Strukturgleichungsmodellen überprüft wird. Mit Einführung einer breiten Risikoperspektive und der Integration von Theorieansätzen werden hier gleich zwei Forschungsdesiderata adressiert. Die Wahl einer Erstausbildung findet vor dem Hintergrund erheblicher Planungs- und Antizipationsunsicherheit diverser tangierter Kontextbereiche statt. Risikobezogene Wahrnehmungen und Handlungsorientierungen, so eine Kernthese des Buches, spielen daher eine wesentliche Rolle in der Reproduktion sozialer Ungleichheit durch die Berufswahl." (Verlagsangaben)
-
Literaturhinweis
"Wenn einer nicht weiß, wo links und rechts ist, wie soll er dann geradeaus wissen?" Das Projekt Bremer Leben - oder: Konzeption einer sozialwissenschaftlich verankerten Berufsorientierung in der gymnasialen Oberstufe (2017)
Anslinger, Eva; Barp, Christine; Partetzke, Marc;Zitatform
Anslinger, Eva, Christine Barp & Marc Partetzke (2017): "Wenn einer nicht weiß, wo links und rechts ist, wie soll er dann geradeaus wissen?" Das Projekt Bremer Leben - oder: Konzeption einer sozialwissenschaftlich verankerten Berufsorientierung in der gymnasialen Oberstufe. In: Berufs- und Wirtschaftspädagogik - online H. 33, S. 1-24.
Abstract
"Nicht zuletzt durch den Trend zur Höherqualifizierung gerät das Berufsbildungssystem immer stärker unter Druck. Um dieses auch für Menschen mit Abitur zukunftsfähig zu gestalten, wird auf politischer und wirtschaftlicher Ebene eine zielgerichtete Berufsorientierung auch für die gymnasiale Oberstufe gefordert. Ein Blick in die schulischen Curricula sowie in die universitäre Praxis zeigt jedoch, dass dieser Herausforderung bisher nur unzureichend Rechnung getragen wird. Eine mögliche Erklärung ist, dass eine an einem Matchingprozess ausgerichtete Berufsorientierung für die Zielgruppe zu kurz greift. Die Erweiterung beruflicher Orientierung um sozialwissenschaftliche und subjektorientierte Aspekte bietet u.E. eine Möglichkeit zur curricularen Ausgestaltung des Feldes. Der Beitrag beschreibt ein an diese Überlegungen anknüpfendes Design-Based Research-Projekt, das von Wissenschaftler(inne)n und Lehrkräften konzeptionell entwickelt und von Schüler(inne)n und Studierenden gemeinsam erprobt worden ist. Die Arbeits- und Berufswelt werden hier als Forschungsund Lernraum verstanden, in dem mit Hilfe der Methode des forschenden Lernens gesellschaftliche sowie persönliche Gründe für eine Erst-, Neu- und Umorientierung in der Arbeitswelt reflektiert werden können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
"Wenn einer nicht weiß, wo links und rechts ist, wie soll er dann geradeaus wissen?" Das Projekt Bremer Leben - oder: Konzeption einer sozialwissenschaftlich verankerten Berufsorientierung in der gymnasialen Oberstufe (2017)
Anslinger, Eva; Barp, Christine; Partetzke, Marc;Zitatform
Anslinger, Eva, Christine Barp & Marc Partetzke (2017): "Wenn einer nicht weiß, wo links und rechts ist, wie soll er dann geradeaus wissen?" Das Projekt Bremer Leben - oder: Konzeption einer sozialwissenschaftlich verankerten Berufsorientierung in der gymnasialen Oberstufe. In: Berufs- und Wirtschaftspädagogik - online H. 33, S. 1-22.
Abstract
"Nicht zuletzt durch den Trend zur Höherqualifizierung gerät das Berufsbildungssystem immer stärker unter Druck. Um dieses auch für Menschen mit Abitur zukunftsfähig zu gestalten, wird auf politischer und wirtschaftlicher Ebene eine zielgerichtete Berufsorientierung auch für die gymnasiale Oberstufe gefordert. Ein Blick in die schulischen Curricula sowie in die universitäre Praxis zeigt jedoch, dass dieser Herausforderung bisher nur unzureichend Rechnung getragen wird. Eine mögliche Erklärung ist, dass eine an einem Matchingprozess ausgerichtete Berufsorientierung für die Zielgruppe zu kurz greift. Die Erweiterung beruflicher Orientierung um sozialwissenschaftliche und subjektorientierte Aspekte bietet u.E. eine Möglichkeit zur curricularen Ausgestaltung des Feldes. Der Beitrag beschreibt ein an diese Überlegungen anknüpfendes Design-Based Research-Projekt, das von Wissenschaftler(inne)n und Lehrkräften konzeptionell entwickelt und von Schüler(inne)n und Studierenden gemeinsam erprobt worden ist. Die Arbeits- und Berufswelt werden hier als Forschungs- und Lernraum verstanden, in dem mit Hilfe der Methode des forschenden Lernens gesellschaftliche sowie persönliche Gründe für eine Erst-, Neu- und Umorientierung in der Arbeitswelt reflektiert werden können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Zum Einfluss von Berufsorientierungsmaßnahmen an Schulen auf das Berufswahlverhalten von Jugendlichen (2017)
Zitatform
Bijedić, Teita & André Pahnke (2017): Zum Einfluss von Berufsorientierungsmaßnahmen an Schulen auf das Berufswahlverhalten von Jugendlichen. In: H. Arndt (Hrsg.) (2017): Perspektiven der Ökonomischen Bildung : Disziplinäre und fachübergreifende Konzepte, Zielsetzungen und Projekte, S. 101-116.
Abstract
Im Rahmen der vorgestellten Studie wird in einer ganzheitlichen Weise der Einfluss von schulischen berufsorientierenden Maßnahmen auf das individuelle Berufswahlverhalten von Schülerinnen und Schülern analysiert. Berücksichtigt werden zum einen demographische Variablen, von denen literaturbasiert angenommen wird, dass sie Einfluss auf die Berufswahl ausüben. Dazu gehören u.a. der Bildungsstand sowie der Beruf der Eltern, Geschlecht und Migrationshintergrund. Zum anderen werden soziale Einflussvariablen sowie schulische Maßnahmen zur Berufsorientierung in die Analyse einbezogen. Die Untersuchung erfolgt auf Grundlage der Daten des Nationalen Bildungspanels der Kohorte der Jugendlichen ab dem neunten Schuljahr. Die Ergebnisse belegen die Bedeutung möglichst frühzeitiger und breit angelegter Berufsorientierungsmaßnahmen in allen Schulformen. Insbesondere Maßnahmen mit einem hohen Praxisbezug tragen zur Konkretisierung beruflicher Vorstellungen bei. (IAB)
-
Literaturhinweis
Das Aktivierungspotenzial von Eltern im Prozess der Berufsorientierung - Möglichkeiten und Grenzen: Studie für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) (2017)
Boockmann, Bernhard; Schröder, Maximilian; Kleinemeier, Rita; Lutz, Verena; Puhe, Henry; Klee, Günther; Scheu, Tobias; Brändle, Tobias ; Locher, Franziska;Zitatform
Boockmann, Bernhard, Tobias Brändle, Günther Klee, Rita Kleinemeier, Henry Puhe & Tobias Scheu (2017): Das Aktivierungspotenzial von Eltern im Prozess der Berufsorientierung - Möglichkeiten und Grenzen. Studie für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Bielefeld, 151 S.
Abstract
"Die Möglichkeiten und Grenzen der Elterneinbindung in den Prozess der Berufsorientierung und Berufsfindung sind seit Längerem Gegenstand der erziehungswissenschaftlichen und sozialpädagogischen Forschung. Es fehlt jedoch eine Synthese, in der aktuelle Forschungsergebnisse und die Erfahrungswelt der Beteiligten zusammengebracht, das Potenzial von Elterneinbindung in der Berufs¡orientierung und im Übergang von der Schule in den Beruf eingeschätzt und - darauf aufbauend - Handlungsempfehlungen entwickelt werden.
Aktuell gibt es jedoch keinen systematischen Überblick über die vorhandenen Angebote zur Einbeziehung von Eltern in den Prozess der Berufsorientierung und Berufsfindung und ihren Erfolg. Auch ist nicht hinreichend bekannt, welche Angebote von den Jugendlichen, Eltern und weiteren Akteuren aus welchen Gründen positiv bewertet werden. Es ist daher schwierig, bestimmte Vorgehensweisen zu empfehlen oder vorhandene Ansätze weiterzuentwickeln. Ziel der Studie ist es, Kenntnisse über das Potenzial der Elterneinbindung in die verschiedenen Phasen der Berufsorientierung und des Übergangs von Schule in den Beruf zu gewinnen. Ausgehend von einer umfassenden empirischen Bestandsaufnahme sollen Handlungsempfehlungen erarbeitet und konkrete Projektansätze als Vorbereitung auf eine mögliche nachfolgende modellhafte Umsetzung auf Ebene der Bundesländer entwickelt werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)Weiterführende Informationen
Zusammenfassung -
Literaturhinweis
Einflussfaktoren der Bildungsentscheidung von Abiturienten für Ausbildung oder Studium (2017)
Zitatform
Flake, Regina, Lydia Malin & Paula Risius (2017): Einflussfaktoren der Bildungsentscheidung von Abiturienten für Ausbildung oder Studium. In: IW-Trends, Jg. 44, H. 3, S. 99-115. DOI:10.2373/1864-810X.17-03-06
Abstract
"Der Anteil der Abiturienten unter den Schulabgängern steigt seit vielen Jahren an. Inzwischen erwirbt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs die Hochschulzugangsberechtigung und die Anzahl der Studienanfänger hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Gleichzeitig brechen 29 Prozent ihr Studium vorzeitig ab. Das zeigt, dass die Entscheidung für ein Studium nicht für alle Studienanfänger optimal ist. Entsprechend stellt sich die Frage, welche Faktoren bei der Entscheidung über den Bildungsweg nach dem Abitur eine Rolle spielen und wie diese optimiert werden könnte. Auswertungen mit den Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zeigen, dass neben den Interessen der Jugendlichen die verfügbaren Informationsquellen und der erwartete Nutzen - insbesondere einer Ausbildung - Einfluss auf ihre Bildungsentscheidung haben. Beispielsweise entscheiden sich Jugendliche mit künstlerischen Interessen eher für ein Studium als für eine Ausbildung. Umgekehrt entscheiden sich Abiturienten eher für eine Ausbildung, wenn sie damit eine sichere und prestigeträchtige Berufstätigkeit verbinden. Zudem spielt die Berufsorientierung eine wichtige Rolle. Um Informationsdefiziten entgegenzuwirken und eine fundierte Bildungsentscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium zu ermöglichen, sollten weiterführende Schulen und eine Berufsberatung in der Oberstufe künftig ausgewogener über Ausbildung und Studium informieren, für alle Interessen und Neigungen die passenden Informationen bereitstellen und insgesamt praxisnäher informieren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
The influence of parents, teachers, and friends on ninth graders' educational and career choices (2017)
Ikonen, Kirsi; Hirvonen, Pekka E.; Leinonen, Risto; Asikainen, Mervi A.;Zitatform
Ikonen, Kirsi, Risto Leinonen, Mervi A. Asikainen & Pekka E. Hirvonen (2017): The influence of parents, teachers, and friends on ninth graders' educational and career choices. In: International Journal of Gender, Science and Technology, Jg. 9, H. 3, S. 316-338.
Abstract
"Socializers, such as parents, teachers and friends, play an important role in gendered choices in STEM fields. This study examined Finnish ninth graders' and their school guidance counselors' views concerning the influence of socializers in adolescents' educational and career exploration and decision-making. The data were gathered with the aid of online surveys (246 pupils) and semi-structured interviews (7 school guidance counselors). Our results indicate that ninth graders reported to have future education and career-related discussions mostly with their parents, friends, and school guidance counselors but only rarely with their subject teachers. According to guidance counselors, parents are the main source for occupational gender-stereotypes, and gender-typed views are clearly present in education- and career-related discussions in friend groups. The latter view is also witnessed in the responses of ninth graders. We suggest that subject teachers should play a more prominent role in career-related discussions in order to prevent and mitigate pupils' gender stereotypes and to update their knowledge about STEM career possibilities. Parents should also be encouraged to talk about gender in career planning and should be provided with information about STEM education and occupations. Developing new methods and materials demonstrating career possibilities with regard to gender is required for STEM teaching and for parental participation in adolescents' career planning." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
-
Literaturhinweis
Mehrfachausbildungen und Diskontinuitäten zwischen Schule und Beruf (2017)
Zitatform
Jacob, Marita (2017): Mehrfachausbildungen und Diskontinuitäten zwischen Schule und Beruf. In: R. Becker (Hrsg.) (2017): Lehrbuch der Bildungssoziologie, S. 359-391. DOI:10.1007/978-3-658-15272-7_12
Abstract
"Die Verlängerung und zunehmende Komplexität des Übergangs, Mehrfachausbildungen und Diskontinuitäten zwischen Schule und Beruf ist ein Befund vieler empirischer Studien. Auf der einen Seite ist die Beteiligung in beruflicher Bildung sowie die Studierneigung im historischen Zeitverlauf gestiegen, was zwangsläufig zu einem längeren Verbleib im (Aus)Bildungssystem führt: So hat der Anteil der jungen Erwachsenen ohne Ausbildungsabschluss erheblich abgenommen. Gleichzeitig hat sich die Beteiligung in nicht akademischen beruflichen Ausbildungen erhöht und sowohl die absolute Zahl der Studierenden als auch deren relativer Anteil in einer Alterskohorte stark zugenommen." (Verlagsangaben, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Berufliche Erstausbildung im Lebensverlauf: Grundlagen und empirische Befunde (2017)
Zitatform
Konietzka, Dirk & Tom Hensel (2017): Berufliche Erstausbildung im Lebensverlauf. Grundlagen und empirische Befunde. In: R. Becker (Hrsg.) (2017): Lehrbuch der Bildungssoziologie, S. 281-308. DOI:10.1007/978-3-658-15272-7_10
Abstract
"Während die seit den 1950er Jahren stark gewachsene Bildungsbeteiligung im Bereich der weiterführenden Schulen und Hochschulen als ein zentraler Faktor des sozialen Wandels der deutschen Gesellschaft betrachtet wird, ist die Bildungsexpansion, die im Bereich der beruflichen Bildung erfolgt ist, von Öffentlichkeit und Wissenschaft weniger beachtet worden. Dessen ungeachtet stellt die nicht akademische berufliche Erstausbildung heute den quantitativ bedeutsamsten Sektor der postsekundären, sowohl die Sekundarstufe II als auch den Tertiärbereich umfassenden Bildung dar. Mindestens zwei Drittel der Männer und Frauen der jüngeren Geburtsjahrgänge haben eine nicht akademische Berufsausbildung absolviert." (Textauszug, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Lehrer_in werden?! Die Effekte eines lehramtsspezifischen Selbsterkundungsverfahrens auf die Studienwahl von Schülerinnen und Schülern (2017)
Zitatform
Köller, Michaela M., Karen Aldrup & Uta Klusmann (2017): Lehrer_in werden?! Die Effekte eines lehramtsspezifischen Selbsterkundungsverfahrens auf die Studienwahl von Schülerinnen und Schülern. In: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, Jg. 49, H. 3, S. 138-151. DOI:10.1026/0049-8637/a000176
Abstract
"Am Lehramt interessierten Abiturient_innen wird in vielen Bundesländern empfohlen, ihre Studienwahl anhand von Selbsterkundungsverfahren zu überprüfen. Diese Verfahren basieren auf Interessen- und Persönlichkeitstests und sollen Informationen vermitteln sowie eine Rückmeldung über die individuelle Passung zum Lehramtsstudiengang bzw. Lehrerberuf geben. Das Ziel ist, dass möglichst nur die geeigneten ein Lehramtsstudium aufnehmen. Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das lehramtsspezifische Selbsterkundungsverfahren Career Counselling for Teachers (CCT) seine Informations- und Selektionsfunktion im Vergleich zu studienfachübergreifenden Verfahren und einer allgemeinen Studieninformation erfüllt und welchen subjektiven Nutzen Schüler_innen aus der Bearbeitung ziehen. Im Rahmen einer experimentellen Studie wurden 187 Schüler_innen der gymnasialen Oberstufe untersucht. Varianzanalysen zeigen, dass CCT weniger Informationen über Zugänge zu Studiengängen bot als die übrigen Selbsterkundungsverfahren und negativer bewertet wurde als die allgemeine Studieninformation. Mit Blick auf Informationen über die individuelle Passung zur beruflichen Umwelt und die positive Bewertung der Verfahren zeigten sich bei Abiturient_innen mit einem hohen Interesse am Lehrerberuf keine Unterschiede zwischen den Verfahren. Allerdings gewannen diejenigen mit eher niedrigem Interesse mehr Informationen durch die studienfachübergreifenden Verfahren und bewerteten die übrigen Instrumente positiver als CCT. Darüber hinaus fühlten sich Personen in ihren Studienwünschen bestätigt, wenn sie eine positive Eignungsrückmeldung im CCT erhalten hatten - unabhängig vom Interesse am Lehramtsstudium. Eine Überprüfung des Studienwunsches bei einer negativen Rückmeldung fand hingegen nur bei Personen mit einem hohen Interesse statt." (Autorenreferat, © 2017 Hogrefe Verlag)
