Migration und Integration
Bei dem Thema Einwanderung nach Deutschland gilt es auch die Bedingungen einer gelingenden Integration von Zugewanderten in Gesellschaft, Bildung und Arbeit zu untersuchen. Die Arbeitsmarktforschung beschäftigt sich mit der Frage, wie die Integration in das Bildungs- und Ausbildungssystem, der Zugang zum Arbeitsmarkt sowie die Bedingungen der sozialen Teilhabe und kulturellen Integration verbessert werden können.
Aktuelle Studien zeigen zudem, dass Deutschland angesichts seiner demographischen Herausforderungen dringend auf Zuwanderung angewiesen ist. Inwiefern kann Zuwanderung der Schrumpfung und Alterung des Erwerbspersonenpotenzials entgegenwirken? Welche Entwicklungen in der nationalen und europäischen Einwanderungspolitik begünstigen die Einwanderung von Erwerbspersonen und Fachkräften? Die hier zusammengestellte Literatur bietet einen aktuellen und umfassenden Überblick über den Themenkomplex Migration und Integration.
Literatur zum Thema Flucht und Asyl finden Sie in unserer IAB-Infoplattform Fluchtmigrantinnen und -migranten - Bildung und Arbeitsmarkt.
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- Einwanderungspolitik
- Auswirkungen von Migration
- Wanderungsmotivation und Rückwanderung
- Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarktpolitik
- Qualifikation, Bildung und Beschäftigung
- Integration und soziale Teilhabe
- internationale Aspekte
- Personengruppen
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Literaturhinweis
Schulische und außerschulische Bildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Jugend-Migrationsreport. Ein Daten- und Forschungsüberblick (2012)
Stürzer, Monika; Täubig, Vicki; Uchronski, Mirjam; Bruhns, Kirsten;Zitatform
Stürzer, Monika, Vicki Täubig, Mirjam Uchronski & Kirsten Bruhns (2012): Schulische und außerschulische Bildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Jugend-Migrationsreport. Ein Daten- und Forschungsüberblick. (Wissenschaftliche Texte), München, 257 S.
Abstract
"Der hier vorgelegte Daten- und Forschungsüberblick zum Thema 'Schulische und außerschulische Bildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund' stellt weit gestreute und dadurch wenig überschaubare statistische und empirische Befunde zusammen. Den aktuellen Daten zur Situation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegt ein breiter Bildungsbegriff zugrunde, der neben Bildungsverläufen und -abschlüssen in Schulen (Kapitel 1), auch die Berufsausbildung (Kapitel 2) und die akademische Ausbildung (Kapitel 3) sowie die non-formale Bildung im Bereich der Jugendarbeit (Kapitel 4) in den Blick nimmt. Damit werden Ergebnisse präsentiert, die einen Einblick in die Chancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zur gesellschaftlichen Teilhabe und Integration geben. Seine Grenzen, aber auch Möglichkeiten, neue Perspektiven zu gewinnen, verdeutlicht abschließend das Resümee in Kapitel 5." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Integration durch Bildung: Bildungserwerb von jungen Migranten in Deutschland (2011)
Becker, Rolf ; Kramer, Melanie; Kristen, Cornelia ; Kalter, Frank; Tarvenkorn, Alexander; Beck, Michael ; Aulinger, Juliane; Ditton, Hartmut; Lauterbach, Wolfgang ; Tremel, Patricia; Nauck, Bernhard ; Granato, Nadia; Schubert, Frank ; Diefenbach, Heike; Seibert, Holger ;Zitatform
(2011): Integration durch Bildung. Bildungserwerb von jungen Migranten in Deutschland. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften, 289 S.
Abstract
"In Deutschland ist Bildung ein Schlüsselindikator für Sozialintegration. Dass die Bildung eine essentielle Voraussetzung für den Zugang zu beruflicher Ausbildung und Beschäftigung ist, steht außer Frage. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, die große Nachteile beim Bildungserwerb und Zugang zum Arbeitsmarkt haben, sind in Deutschland kein randständiges Phänomen. Trotz vielfältiger bildungs- und arbeitsmarktpolitischer Bemühungen bestehen immer noch deutliche Ungleichheiten bei Bildung, Ausbildung und Beschäftigung zu Ungunsten der Migrantenkinder fort. Im Vordergrund des vorliegenden Bandes stehen Beschreibung und Erklärung der Bildungs- und Arbeitsmarktchancen von jungen Migranten in Deutschland im Vergleich zu gleichaltrigen Einheimischen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Muslimische Kinder und Jugendliche in Deutschland: Lebenswelten - Denkmuster - Herausforderungen (2011)
Zitatform
El-Mafaalani, Aladin & Ahmet Toprak (2011): Muslimische Kinder und Jugendliche in Deutschland. Lebenswelten - Denkmuster - Herausforderungen. Sankt Augustin, 199 S.
Abstract
"Über Muslime wird derzeit viel diskutiert. Dieses Buch reiht sich in die vielschichtige Integrationsdebatte ein. Durch einen problemorientierten Zugriff ist es insbesondere für all jene von Interesse sein, die sich professionell oder ehrenamtlich im Bereich Migration und Integration engagieren. Es werden Kindheit und Jugend in traditionell-muslimischen Milieus durchleuchtet. Auf der Grundlage der Analyse der Sozialisationsbedingungen in Deutschland geborener Migrantenkinder folgen Darstellungen, die für eine migrations- und ungleichheitssensible pädagogische Praxis von Relevanz sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Schule - Migration - Diskriminierung: Ursachen der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen (2011)
Zitatform
Fereidooni, Karim (2011): Schule - Migration - Diskriminierung. Ursachen der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen. (VS research), Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften, 176 S. DOI:10.1007/978-3-531-92632-2
Abstract
"Mithilfe des Konzepts der institutionellen Diskriminierung wurden Strukturen des Bildungssystems und ihre Auswirkungen auf Schüler mit Migrationshintergrund anhand der nationalen und internationalen Kompetenzvergleichsuntersuchungen IGLU 2001, PISA 2000, 2003 und 2006 untersucht. Forschungsleitend war die Frage, ob die Befunde dieser Studien die These belegen, dass in Deutschland keine bildungspolitische Chancengleichheit zwischen autochthonen und allochthonen Schülern besteht. Im Gegensatz zu vorangegangenen Untersuchungen, die sich primär mit individuellen Ursachen für den Bildungsmisserfolg auseinandergesetzt haben, zeigt diese Studie institutionelle Ursachen der Bildungsdiskriminierung von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte auf. Im Ergebnis konnte verifiziert werden, dass allochthone Schüler im deutschen Schulsystem aufgrund ihrer ethnischen, konfessionellen und sozioökonomischen Herkunft den Wirkungsweisen bildungspolitisch begründeter institutioneller Benachteiligung ausgesetzt sind." (Textauszug, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Inhaltsverzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek -
Literaturhinweis
The effect of integration and social democratic welfare states on immigrants' educational attainment: a multilevel estimate (2011)
Zitatform
Fossati, Flavia (2011): The effect of integration and social democratic welfare states on immigrants' educational attainment. A multilevel estimate. In: Journal of European social policy, Jg. 21, H. 5, S. 391-412. DOI:10.1177/0958928711418852
Abstract
"Through the analysis of 22 European countries and Canada, this article seeks to investigate the assumption that political macro level variables such as welfare state systems and immigration regimes shape the conditions encountered by young immigrants and thus have an impact on their school performance. The results show that native students benefit from social-democratic welfare states and immigration-friendly integration regimes, whereas immigrant students underperform under these types of regimes. Thus, while the finding for native students supports the argument found in the body of literature, claiming that social-democratic welfare states lead to a reduction in inequality and to less stratification, the findings for immigrant students suggest that positive discrimination may under some circumstances lead to a counterproductive result. The argument is tested with a multilevel modelling procedure on three levels (student, school and country) based on different data sources." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Ensuring labour market success for ethnic minority and immigrant youth (2011)
Zitatform
Froy, Francesca & Lucy Pyne (2011): Ensuring labour market success for ethnic minority and immigrant youth. (OECD Local Economic and Employment Development (LEED) Papers 2011,09), Paris, 91 S. DOI:10.1787/5kg8g2l0547b-en
Abstract
"This manual is structured into four sections. Section 1 examines migrant youth and the education system, providing context on how ethnic minority and immigrant youth perform in school and ways to improve education outcomes and build skills. Section 2 discusses barriers faced by the target group in accessing employment and gives examples of approaches to tackle these and improve outcomes. Section 3 focuses on governance mechanisms and how policy can be shaped, targeted and implemented, including the importance of partnership arrangements. Section 4 provides a list of recommendations for national and local policy makers and other stakeholders based on the manual findings. Each section includes a summary box which provides a brief outline of the key points, and concludes with a key recommendations box. Finally, programme outcomes table in the Annex gives a brief summary of each of the commissioned case studies and learning models, with a focus on what targets were set and concrete programme outcomes." (Text excerpt, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Bildungserfolg und adoleszente Ablösung bei Söhnen aus türkischen Migrantenfamilien: eine Untersuchung aus intergenerationaler Perspektive (2011)
King, Vera; Koller, Hans-Christoph; Carnicer, Javier; Zölch, Janina;Zitatform
King, Vera, Hans-Christoph Koller, Janina Zölch & Javier Carnicer (2011): Bildungserfolg und adoleszente Ablösung bei Söhnen aus türkischen Migrantenfamilien. Eine Untersuchung aus intergenerationaler Perspektive. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Jg. 14, H. 4, S. 581-601. DOI:10.1007/s11618-011-0242-z
Abstract
"Insbesondere männliche Heranwachsende mit türkischem Migrationshintergrund sind in Hinblick auf die Bildungschancen in Deutschland benachteiligt, wie viele Studien verdeutlicht haben. Dabei stellen die geringeren Bildungserfolge von Kindern aus Migrantenfamilien weder einfache Effekte schichtspezifischer Kapitalausstattung noch eines Mangels an Bildungsaspirationen dar. Um noch ungeklärten Mechanismen der intergenerationalen Transmission von Bildungschancen nachzuspüren, wurden in einem intergenerational ausgerichteten qualitativrekonstruktiven Design Wechselwirkungen zwischen Bildungserfolgen und -misserfolgen junger Männer mit türkischem Migrationshintergrund einerseits sowie adoleszenten Ablösungsprozessen und Familienbeziehungen andererseits rekonstruiert. Dabei zeigten sich die hohe Bedeutsamkeit der elterlichen Verarbeitung der Migrationserfahrung im Kontext von Diskriminierung und Benachteiligung, ihre Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Beziehungen vor allem in der Adoleszenz sowie die Folgen der intergenerationalen Dynamik für die Gestaltung, Verarbeitung und Auswirkung unterschiedlicher Arten von Bildungsaspirationen sowie für Bildungskarrieren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Sind Zuwanderer der zweiten Generation im deutschen Schulsystem doppelt benachteiligt?: Die Bedeutung der frühen Mehrgliedrigkeit für erfolgreiche Integration (2011)
Zitatform
Lüdemann, Elke & Guido Schwerdt (2011): Sind Zuwanderer der zweiten Generation im deutschen Schulsystem doppelt benachteiligt? Die Bedeutung der frühen Mehrgliedrigkeit für erfolgreiche Integration. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 64, H. 4, S. 19-24.
Abstract
"In Deutschland ist die öffentliche Debatte über Zuwanderung und Integration nicht erst seit der Veröffentlichung von Thilo Sarrazins Buch in vollem Gange. Fast ein Fünftel der Bevölkerung hierzulande hat einen Migrationshintergrund, bei den unter 20-Jährigen sind es sogar knapp 30%. Einen großen Anteil machen die Zuwanderer der zweiten Generation aus. Insbesondere im Hinblick auf deren Bildungs- und Arbeitsmarkterfolg sind erhebliche Integrationsdefizite erkennbar. Zum einen erzielen Zuwanderer der zweiten Generation geringere Bildungsabschlüsse als Personen ohne Migrationshintergrund. Zum anderen verdienen sie im Durchschnitt weniger und sind häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. Unsere neue Forschungsarbeit (Lüdemann und Schwerdt 2010) untersucht, inwiefern der mangelnde Bildungs- und Arbeitsmarkterfolg von Zuwanderern der zweiten Generation mit der frühen Mehrgliedrigkeit im deutschen Schulsystem in Verbindung gebracht werden kann." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Schule mit Migrationshintergrund (2011)
Neumann, Ursula; Leyendecker, Birgit ; Schneider, Jens ; Möhlen, Cornelia; Büchel, Helga; Mollenkopf, John; Degirmenci, Arzu; Pelzer, Anne; Gaschler, Kirsten; Reyhn, Marielle; Gomolla, Mechtild; Riebling, Linda; Karakasoglu, Yasemin; Riedel, Sally Mary; Lander, Vini; Schaunburg, Barbara; Akpinar, Deniz; Schmidt, Clea; Dietz, Gunther; Schwaiger, Marika; Hawighorst, Britta; Stampfli, Theordora Leite; Leber, Burkhard; Weber, Martina; Gogolin, Ingrid ; Wilmes, Maren; Crul, Maurice ; Kugler, Jeff;Zitatform
Neumann, Ursula & Jens Schneider (Hrsg.) (2011): Schule mit Migrationshintergrund. Münster: Waxmann, 307 S.
Abstract
"Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund gelten als die Problemkinder im deutschen Schulsystem. Schulen mit 'hohem Ausländeranteil' sind zum Synonym für niedrige Lernstandards und hohes Gewaltpotenzial geworden. Tatsächlich sind die Schulabschlüsse für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich niedrig; in Haupt- und Sonderschulen sind sie häufiger vertreten. Allerdings ist das vor allem in Deutschland so. Dabei könnte es ganz anders sein, andere Länder machen es vor. Denn eine Schule, die für die Kinder von Einwanderern gut ist, ist für alle Kinder gut. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft. Das Buch Schule mit Migrationshintergrund führt neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit guten Beispielen aus der schulischen Praxis in Europa und Nordamerika zusammen. Die Beiträge beschäftigen sich vor allem mit den Themen Sprache, Interkulturelle Schule, Diskriminierung, Mentoring und Elternbeteiligung. So wird dieses Buch zum Ratgeber für alle, die sich mit der Zukunft der Schule in Deutschland beschäftigen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Rechtsstatus und Bildungschancen: die staatliche Ungleichbehandlung von Migrantengruppen und ihre Konsequenzen (2011)
Zitatform
Söhn, Janina (2011): Rechtsstatus und Bildungschancen. Die staatliche Ungleichbehandlung von Migrantengruppen und ihre Konsequenzen. (Sozialstrukturanalyse), Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften, 353 S.
Abstract
"Migrantenkinder haben in Deutschland schlechtere Bildungschancen als Einheimische - doch auch zwischen Migrantengruppen bestehen große Bildungsungleichheiten. Um diese zu erklären, untersucht Janina Söhn die Rolle unterschiedlicher Rechtsstatus. Die Analyse immigrations- und integrationspolitischer Regelungen und repräsentativer Umfragedaten zeigt, wie die Gruppen der Aussiedler und ausländischen Zugewanderten vom Staat ungleich behandelt wurden und wie sich dies auf den Schulerfolg auswirkte: Im Zusammenspiel mit anderen sozialen Faktoren verringerte der inkludierende Rechtsstatus von Aussiedlern deren Bildungsrisiken deutlich." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Integration der zweiten Generation in Deutschland: Ergebnisse der TIES-Studie zur türkischen und jugoslawischen Einwanderung (2011)
Sürig, Inken; Wilmes, Maren;Zitatform
Sürig, Inken & Maren Wilmes (2011): Die Integration der zweiten Generation in Deutschland. Ergebnisse der TIES-Studie zur türkischen und jugoslawischen Einwanderung. In: IMIS-Beiträge H. 39, S. 3-211.
Abstract
Im Rahmen der Studie wurden Nachkommen von Einwanderern aus der Türkei und Jugoslawien, die in Deutschland geboren sind, zur ihrer Lebenssituation befragt. Die Befragungen fanden in Berlin und Frankfurt/Main statt. Zum Zeitpunkt der Erhebung (2003) waren die Befragten zwischen 18 und 35 Jahre alt. Daneben wurde eine Kontrollgruppe deutscher Probanden befragt. Untersucht wurden die Bereiche Bildung und Ausbildung, Arbeitsmarktpositionen, räumliche Segregation sowie ethnische und kulturelle Orientierungen. Fazit: Aus dem Vergleich der drei untersuchten Gruppen - Türken und Jugoslawen der zweiten Generation, autochthone Deutsche - lässt sich in nahezu allen untersuchten Bereichen eine stärkere Annäherung der Jugoslawen der zweiten Generation an die Kontrollgruppe nachweisen als der befragten Türken der zweiten Generation. Im Gruppenvergleich lässt sich erkennen, dass insbesondere die Türken der zweiten Generation beim Durchlaufen des Bildungssystems schlechter abschneiden als die anderen beiden untersuchten Gruppen. Im Anschluss an die schlechtere Positionierung der Befragten mit türkischem Hintergrund im Bildungssystem fällt es diesen auch schwer, sich erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt aufzustellen. Die sozio-residenzielle Situation der Befragten scheint die Bildungs- und Arbeitsmarktpositionen zu einem gewissen Grad zu reflektieren. Hinsichtlich der wohnräumlich-sozialen Hierarchie ist die zweite Generation der Türken schlechter gestellt als die der Jugoslawen, jedoch erreichen beide nicht die Standards der Kontrollgruppe, wobei sich die Jugoslawen dieser aber stärker annähern. (IAB)
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Literaturhinweis
Erfolge trotz schlechter Startbedingungen: Was hilft Migrantennachkommen in Frankreich und Deutschland? (2011)
Zitatform
Tucci, Ingrid, Ariane Jossin, Carsten Keller & Olaf Groh-Samberg (2011): Erfolge trotz schlechter Startbedingungen: Was hilft Migrantennachkommen in Frankreich und Deutschland? In: DIW-Wochenbericht, Jg. 78, H. 41, S. 3-11.
Abstract
"Die Bildungs- und Erwerbsverläufe von Migrantenkindern in Frankreich und Deutschland sind äußerst vielfältig. In der öffentlichen Wahrnehmung dominieren die wenig Erfolgreichen. Dabei sind erfolgreiche Biographien junger Erwachsener mit Migrationshintergrund aber keineswegs eine zu vernachlässigende Ausnahme. Allerdings sehen sie in beiden Ländern anders aus: Während es in Frankreich mehr Migrantenkinder bis zum Abitur schaffen, sind sie in Deutschland vor allem auf der Hauptschule überrepräsentiert. Dafür fällt es diesen Jugendlichen in Frankreich wesentlich schwerer, dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, während sie in Deutschland oft die Möglichkeit einer außerschulischen Qualifikation ergreifen und bessere Jobchancen haben. Im Rahmen eines auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes wurde der Frage nachgegangen, welche sozialen und institutionellen Faktoren den Bildungserwerb und die berufliche Orientierung stabilisieren können. Auf Basis qualitativer Interviews, die mit jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund in vier benachteiligten Vierteln von Berlin und Paris durchgeführt wurden, können drei Faktoren benannt werden, die eine wichtige Rolle für den Erfolg beziehungsweise die Stabilisierung des frühen Bildungs- und Erwerbsverlaufs spielen: die Unterstützung durch bedeutsame Drittpersonen, der Eintritt in sozial-kulturell stärker durchmischte Milieus und die Perspektive einer 'zweiten Chance'." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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