Niedriglohnarbeitsmarkt
Der Ausbau des Niedriglohnsektors sollte Ende der 1990er Jahre die hohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Als Niedriglohn gilt ein Arbeitsentgelt, das trotz Vollzeitbeschäftigung keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet – die OECD definiert den ihn als einen Bruttolohn, der unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Medianbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Betroffen von Niedriglöhnen sind überdurchschnittlich häufig Personen ohne beruflichen Abschluss, jüngere Erwerbstätige und Frauen.
Bietet der Niedriglohnsektor eine Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt oder ist er eine Sackgasse? Das IAB-Themendossier erschließt Informationen zum Forschungsstand.
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Literaturhinweis
The effects of in-work benefit reform in Britain on couples: theory and evidence (2007)
Zitatform
Francesconi, Marco, Helmut Rainer & Wilbert van der Klaauw (2007): The effects of in-work benefit reform in Britain on couples. Theory and evidence. (IZA discussion paper 2980), München, 75 S.
Abstract
"This paper examines the effects of the Working Families' Tax Credit (WFTC) on couples in Britain. We develop a simple model of household decisions which explicitly accounts for the role played by the tax and benefit system. Its main implications are then tested using panel data from the British Household Panel Survey collected between 1991 and 2002. Overall, the financial incentives of the reform had negligible effects on a wide range of married mothers' decisions, such as eligible (working at least 16 hours per week) and full-time employment (working at least 30 hours per week), employment transitions, childcare use, and divorce rates. Women's responses, however, were highly heterogeneous, depending on their partners' labour supply and earnings. Mothers married to low-income men showed larger responses in employment, especially if they had younger children. They were more likely to remain in the labour force and had higher rates at which they entered it. While more likely to receive the tax credit, they also experienced a greater risk of divorce. We find virtually no effect for women with higher-income husbands. Likewise, there are no statistically significant responses among married men." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Reformen im Niedriglohnsektor: eine integrierte CGE-Mikrosimulationsstudie der Arbeitsangebots- und Beschäftigungseffekte (2007)
Zitatform
Franz, Wolfgang, Nicole Gürtzgen, Stefanie Schubert & Markus Clauss (2007): Reformen im Niedriglohnsektor. Eine integrierte CGE-Mikrosimulationsstudie der Arbeitsangebots- und Beschäftigungseffekte. (ZEW discussion paper 2007-085), Mannheim, 36 S.
Abstract
"Ziel dieses Beitrags ist die Quantifizierung der mit der Einführung des Arbeitslosengeldes II verbundenen Arbeitsangebots- und Beschäftigungseffekte. Zusätzlich wird ein Reformszenario simuliert, welches die Anreizstruktur im Niedriglohnbereich verbessern soll. Methodisch wird ein Mikrosimulationsmodell mit einem allgemeinen Gleichgewichtsmodell kombiniert. Dieses Vorgehen vereint die Vorteile der Mikrosimulation durch die detaillierte Berücksichtigung der Haushalte auf Basis der Daten des Sozioökonomischen Panels mit den Vorteilen eines allgemeinen Gleichgewichtsmodells. So werden neben den Erstrundeneffekten auch Rückkopplungseffekte aufgrund von Preisänderungen mit eingeschlossen. Für die Hartz IV-Reform lässt sich auf Basis der Simulationsergebnisse ein geringfügiger Beschäftigungsgewinn in Höhe von 45.000 Personen quantifizieren. Demgegenüber errechnet sich für das alternative Szenario, welches eine Absenkung der Regelsätze sowie der Transferentzugsquote vorsieht, ein Beschäftigungsgewinn von 190.000 Personen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Beschäftigungs- und Finanzierungswirkungen von Kombilohnmodellen (2007)
Zitatform
Fuest, Clemens, Andreas Peichl & Thilo Schaefer (2007): Beschäftigungs- und Finanzierungswirkungen von Kombilohnmodellen. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 87, H. 4, S. 226-231.
Abstract
Derzeit werden verschiedene Kombilohnmodelle zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit von Niedrigqualifizierten diskutiert. Der Beitrag untersucht die Beschäftigungs- und Finanzierungswirkungen der Kombilohn-Vorschläge von P. Bofinger, M. Dietz, S. Genders und U. Walwei einerseits und von C. Fuest, J. Mitschke, A. Peichl und T. Schaefer (FiFo-Modell) andererseits, sowie einer schlichten Variation der Hinzuverdienstmöglichkeiten beim Arbeitslosengeld II. Der Vorschlag von P. Bofinger et al. sieht im wesentlichen einen Zuschuss zu den Sozialversicherungsbeiträgen in Form einer negativen Einkommenssteuer für Arbeitnehmer vor. Der Vorschlag von C. Fuest et al. kombiniert Elemente einer auf die Arbeitnehmer beschränkten Grundeinkommenssicherung für den Niedriglohnbereich mit einer Workfare-Option. Die Berechnungen der Beschäftigungswirkungen konzentrieren sich auf die Auswirkungen eines Kombilohnes auf das Arbeitsangebot. Im Ergebnis zeigt sich, "dass Kombilohnmodelle einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Niedriglohnsektor leisten können, wenn sie mit einer Pflicht der arbeitslosen Transferempfänger zu gemeinnütziger Arbeit verbunden werden. Wenn darauf verzichtet wird, sind die Beschäftigungswirkungen geringer und die fiskalischen Risiken erheblich." (IAB2)
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Literaturhinweis
Evaluating the cost-effectiveness of in-work benefits: a simulation study for Switzerland (2007)
Zitatform
Gerfin, Michael & Robert E. Leu (2007): Evaluating the cost-effectiveness of in-work benefits. A simulation study for Switzerland. In: German economic review, Jg. 8, H. 4, S. 447-467. DOI:10.1111/j.1468-0475.2007.00414.x
Abstract
Sozialleistungen für Erwerbstätige mit Niedrigkeinkommen und ihre Familien sind ein zentrales Thema der politischen Agenda in der Schweiz. Das gegenwärtige System der sozialen Unterstützung unterstützt diese 'Working Poor' nur unzureichend. In etlichen europäischen Ländern wurden In-Work-Benefits eingeführt, die Erwerbstätige mit Niedrigeinkommen unterstützen und Anreize für eine Beschäftigung im Niedriglohnbereich schaffen. Auf der Grundlage eines Strukturmodells des Arbeitsangebots wurden Mikrosimulationen der Auswirkungen unterschiedlicher In-Work-Benefit-Modelle analysiert. Der Beitrag stellt die Simulationsergebnisse vor. Diese zeigen, dass die kosteneffizienteste Variante der Reform eine Ergänzung des gegenwärtigen Systems der sozialen Unterstützung durch eine Mindeststundenzahl als Voraussetzung für Sozialleistungen ist. Ein Drittel der geschätzten Kosten kann auf eine Veränderung des Erwerbsverhaltens zurückgeführt werden. (IAB)
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Literaturhinweis
Ausgewählte Möglichkeiten zum Abbau der Arbeitslosigkeit von gering qualifizierten Arbeitskräften in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der "Hartz"-Gesetze und der subjektiven Wahrnehmung von Betroffenen (2007)
Hinz, Silke K. B.;Zitatform
Hinz, Silke K. B. (2007): Ausgewählte Möglichkeiten zum Abbau der Arbeitslosigkeit von gering qualifizierten Arbeitskräften in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der "Hartz"-Gesetze und der subjektiven Wahrnehmung von Betroffenen. Tönning u.a.: Der Andere Verlag, 400 S.
Abstract
Die Autorin geht davon aus, dass es vordringliches Ziel deutscher Arbeitsmarktpolitik sein muss, die Sockelarbeitslosigkeit und die Verfestigung von Arbeitslosigkeit zu durchbrechen. Entsprechend dieser Hauptproblematik untersucht die Arbeit Ansatzmöglichkeiten zur Verringerung der Arbeitslosigkeit von gering qualifizierten Arbeitskräften. Dabei wird von der These ausgegangen, dass die subjektive Wahrnehmung von Arbeitslosigkeit eine wichtige Voraussetzung für eine den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes angepasste Handlungsweise zur Verringerung der Arbeitslosigkeit ist. Unter dieser Zielsetzung werden das subjektive Empfinden der Arbeitslosigkeit, die Höhe des Arbeitslosengelds II, die Gründe der Arbeitslosigkeit sowie die Art und Weise der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz thematisiert. Am Schluss der Arbeit stehen aus der wissenschaftlichen Analyse der bisherigen Erfahrungen herausgearbeitete Handlungsempfehlungen. Diese umfassen: 1. Änderung der bestehenden Regelungen der Minijobs (Verringerung der Aufspaltung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungen in Minijobs; nicht im Nebenerwerb; Beschränkung auf einen festgelegten Prozentsatz pro Arbeitgeber); 2. Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 1.400 bis 1.500 Euro brutto pro Monat für alle in Deutschland tätigen Arbeitnehmer; 3. Arbeitszeitverkürzung und Abbau von Überstunden; 4. Einführung eines 'Arbeitsanteile-Siegels'; 5. stärkere Berücksichtigung der Arbeitsnachfrageseite zum Abbau des Defizits an Beschäftigungsmöglichkeiten. (IAB)
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Armut von Erwerbstätigen in europäischen Wohlfahrtsstaaten: Niedriglöhne, staatliche Transfers und die Rolle der Familie (2007)
Lohmann, Henning;Zitatform
Lohmann, Henning (2007): Armut von Erwerbstätigen in europäischen Wohlfahrtsstaaten. Niedriglöhne, staatliche Transfers und die Rolle der Familie. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften, 276 S.
Abstract
"Im Zuge der wohlfahrtstaatlichen Reformen der letzten Jahre ist Armut von Erwerbstätigen auch in Europa zu einem Problem geworden. Allerdings bestehen deutliche Länderunterschiede im Ausmaß und in der Struktur der Armut von Erwerbstätigen. Der Autor argumentiert, dass dies eine Folge der unterschiedlichen Ausgestaltung institutioneller Rahmenbedingungen (soziales Sicherungssystem, Lohnverhandlungssystem, Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie) ist. Weiter wird gefragt, welche Konsequenzen die gegenwärtigen Reformen für die Entwicklung der Armut von Erwerbstätigen haben. In empirischen Analysen wird die Entwicklung in 15 europäischen Ländern im Zeitraum von 1994 bis 2004 betrachtet." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Is it fair to 'make work pay'? (2007)
Zitatform
Luttens, Roland Iwan & Erwin Ooghe (2007): Is it fair to 'make work pay'? In: Economica, Jg. 74, H. 296, S. 599-626. DOI:10.1111/j.1468-0335.2006.00566.x
Abstract
"We present a new fair allocation, coined a 'Pareto-efficient and Shared Resources Equivalent' allocation, which compensates for different productive skills, but not for different tastes for working. We illustrate the optimal second-best allocation in a discrete Stiglitz economy. The question of whether we should have regressive or progressive taxes for low earners crucially depends on whether the low-skilled have a strictly positive skill or zero skill. Our Simulation results suggest that 'making work pay' policies can be optimal, according to our fairness criterion, but only in the unreasonable case in which all the unemployed are never willing to work." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Subvention von Sozialbeiträgen für Geringverdiener?: die Grundlagen des SPD-Modells "Bonus für Arbeit" (2007)
Nakielski, Hans;Zitatform
Nakielski, Hans (2007): Subvention von Sozialbeiträgen für Geringverdiener? Die Grundlagen des SPD-Modells "Bonus für Arbeit". In: Soziale Sicherheit, Jg. 56, H. 2, S. 45-48.
Abstract
"Zur 'Neuordnung des Niedriglohnsektors' sucht derzeit eine Arbeitsgruppe der Regierungskoalition unter Leitung von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering nach Lösungen. Der SPD-Parteivorstand will laut 'Bremer Erklärung' vom 6. Januar 'die Möglichkeit prüfen, einfache Arbeiten besser zu fördern'. Basis hierfür ist ein Konzept, das u.a. Prof. Peter Bofinger, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, sowie Ulrich Walwei, Vizedirektor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ausgearbeitet haben. Danach sollen die Sozialbeiträge von Geringverdienern subventioniert werden. Hier werden die Kernelemente des 'Konzepts für Existenz sichernde Beschäftigung im Niedriglohnbereich' von Bofinger und Walwei vorgestellt ." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Grundsicherung in Deutschland: Analyse und Reformbedarf (2007)
Pascal Krimmer, Pascal; Raffelhüschen, Bernd;Zitatform
Pascal Krimmer, Pascal & Bernd Raffelhüschen (2007): Grundsicherung in Deutschland. Analyse und Reformbedarf. (Forschungszentrum Generationenverträge. Diskussionsbeiträge 14), Freiburg, 33 S.
Abstract
"Die Arbeit möchte einen Beitrag zur Betrachtung des Zusammenhangs zwischen sozialer Grundsicherung und Arbeitsmarkt liefern und dabei einerseits die Wirksamkeit der vergangenen Reformen analysieren und andererseits einen konsistenten Vorschlag für eine umfassende Reform, die die Mängel der bisherigen Reformen beheben kann und eine effiziente Bekämpfung der Arbeitslosigkeit möglich macht, liefern. Für dieses Ziel ist erstens eine adäquate Zielgruppenorientierung zu gewährleisten, damit nur im Falle erwerbsfähiger Hilfebedürftiger das Gebot der Hilfe zur Selbsthilfe umgesetzt wird. Zweitens sollten für diese Gruppe die Anreize so ausgestaltet werden, dass für sie eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt attraktiv ist. Drittens müssen vor allem im Niedriglohn-Sektor die notwendigen Arbeitsplätze geschaffen und durch einen effizienten Vermittlungsapparat zugänglich gemacht werden, damit die Arbeitslosen ihre Verpflichtung auch wahrnehmen können. Basierend auf diesen drei Aspekten ist die Struktur der Arbeit aufgebaut. Nach einer Eingrenzung des Begriffs der sozialen Grundsicherung im zweiten Abschnitt wird in Abschnitt 3.1 die Zielgruppenorientierung, in Abschnitt 3.2 die Anreize für die Arbeitsuchenden und in 3.3 schließlich der Vermittlungsapparat behandelt. Dabei werden nach einigen theoretischen Grundüberlegungen jeweils die Vorzüge und Probleme der jüngsten Arbeitsmarktreformen betrachtet. In Kapitel 4 wird dann vor diesem Hintergrund ein Reformvorschlag vorgestellt, der die verbleibenden Mängel der aktuellen Arbeitsmarktpolitik beheben kann. Kapitel 5 fasst die Ergebnisse zusammen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Soziale Grundsicherung und Beschäftigung (2007)
Zitatform
Schöb, Ronnie (2007): Soziale Grundsicherung und Beschäftigung. (Freie Universität Berlin, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft. Diskussionsbeiträge 2007/12), Berlin, 54 S.
Abstract
Die Studie geht davon aus, dass das bestehende System der Grundsicherung für Erwerbsfähige das sozio-kulturelle Existenzminimum nur unter der Bedingung garantiert, dass der Hilfebedürftige keine Arbeit hat. Wer Arbeit aufnimmt, wird mit hohen Transferentzugsraten bestraft. Der Autor plädiert dafür, das Grundsicherungssystem in Richtung auf eine 'Hilfe zur Arbeit' umzubauen. Die Grundidee ist hierbei, Erwerbsfähige mit zu geringer Produktivität zumindest dazu zu bringen, einen Teil ihres existenzsichernden Einkommens mit eigener Arbeit zu erwirtschaften. Die wichtigsten zur Umsetzung dieser Grundidee entwickelten Lösungskonzepte werden vorgestellt und bewertet: das ifo-Modell der Aktivierenden Sozialhilfe, das Kombilohnmodell des Sachverständigenrates, das Bofinger-Walwei-Modell des abgabenfreien Grundeinkommens, das Workfare-Modell des IZA sowie das Bürgergeldkonzept. Als Alternative zu diesen arbeitnehmerseitigen Politikmaßnahmen, die das Arbeitnehmereinkommen bezuschussen, wird ein arbeitgeberseitiger Kombilohn vorgeschlagen: Die Magdeburger Alternative verfolgt das Ziel, durch die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei geringen Einkommen die Arbeitskosten zu senken und damit die Arbeitsnachfrage für einfache Tätigkeiten auszuweiten. Das Modell und seine erwarteten Auswirkungen werden skizziert. Es wird dann auf die aktuelle Debatte um die Einführung eines Mindestlohns eingegangen: Die Konsequenzen, die eine Einführung eines Mindestlohns für das deutsche System der Grundsicherung und seine Reformoptionen hätte sowie ihre politische Umsetzbarkeit werden diskutiert. (IAB)
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Literaturhinweis
Beschäftigungsförderung und Einkommenssicherung im Niedriglohnbereich: Wege und Irrwege (2007)
Steiner, Viktor;Zitatform
Steiner, Viktor (2007): Beschäftigungsförderung und Einkommenssicherung im Niedriglohnbereich. Wege und Irrwege. (DIW-Diskussionspapiere 747), Bonn, 29 S.
Abstract
"Staatliche Instrumente zur Beschäftigungsförderung und Einkommenssicherung im Niedriglohnbereich durch 'Kombilohn-Modelle' existieren auch in Deutschland schon seit längerem und wurden im Zuge der jüngsten Arbeitsmarktreformen ausgeweitet. Diese haben das Ziel, durch eine einkommensabhängige Lohnsubvention geringe Erwerbseinkommen zu ergänzen und die finanziellen Anreize zur Aufnahme einer gering entlohnten Tätigkeit zu verbessern. Eine spezielle Form dieser Lohnsubventionen ist die vollkommene oder teilweise Freistellung der Sozialbeiträge bei geringfügiger Beschäftigung ('Mini Jobs'). Aktuelle Vorschläge aus Politik und Wissenschaft, die vom Kombilohn-Modell des Sachverständigenrats bis zur Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns reichen, haben die weiterführende Reform des Niedriglohnsektors in Deutschland zum Ziel. In diesem Beitrag werden die theoretisch zu erwartenden Arbeitsmarkteffekte von Lohnsubventionen im Niedriglohnbereich dargestellt, empirische Evaluationsergebnisse zu den Effekten der wichtigsten im Zuge der 'Hartz-Gesetze' umgesetzten Arbeitsmarkreformen präsentiert und aktuelle Reformvorschläge zur Förderung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung im Niedriglohnbereich bewertet." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Workfare statt sozialer Sicherheit?: Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Großbritannien unter New Labour (2006)
Atzmüller, Roland;Zitatform
Atzmüller, Roland (2006): Workfare statt sozialer Sicherheit? Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Großbritannien unter New Labour. In: Wirtschaft und Gesellschaft, Jg. 32, H. 2, S. 191-207.
Abstract
"Die sozial- und arbeitsmarktpolitische Strategie der britischen Labourregierung wird unter dem Schlagwort Welfare-to-work zusammengefasst. KritikerInnen sehen darin die britische Variante von Workfare. Am Beispiel Welfare-to-work kann gezeigt werden, dass Workfare-Politiken auf eine umfassende Umgestaltung der sozialen Sicherungssysteme und Regulierung der Arbeitsmärkte abzielen und nicht einfach auf eine restriktive aktive Arbeitsmarktpolitik reduziert werden können. Bei Welfare-to-work greifen zumindest drei Politikfelder ineinander. Dazu zählt erstens die Einführung des National Minimum Wage, der mit den anderen sozialpolitischen Maßnahmen abgestimmt wurde. Zweitens gehört dazu die Umstellung des Steuersystems und der sozialen Transfers auf so genannte In-Work-Benefits. Diese sollen verhindern, dass Arbeitslose durch das Sozialsystem von der Annahme einer Beschäftigung abgehalten werden. Drittens gehören dazu die Programme des so genannten New Deal, bei denen es sich um Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik im engeren Sinne handelt. Diese sehen für verschiedene Gruppen Langzeitarbeitsloser die verpflichtende Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen vor. Die Integration in den Arbeitsmarkt spielt bislang für die moralische Fundierung der Hegemonie Labours eine zentrale Rolle. Welfare-to-work zielt jedoch in diesem Kontext auf die Anpassung der Arbeitslosen und der Armutsbevölkerung an die flexibilisierten Arbeitsmärkte und nicht auf eine Umgestaltung der Gesellschaft ab." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Beans for breakfast? How exportable is the British workfare model? (2006)
Zitatform
Bargain, Olivier & Kristian Orsini (2006): Beans for breakfast? How exportable is the British workfare model? (IZA discussion paper 2025), Bonn, 32 S.
Abstract
"Social assistance and inactivity traps have long been considered amongst the main causes of the poor employment performance of EU countries. The success of New Labour has triggered a growing interest in instruments capable of combining the promotion of responsibility and self-sufficiency with solidarity with less skilled workers. Making-work-pay (MWP) policies, consisting of transfers to households with low earning capacity, have quickly emerged as the most politically acceptable instruments in tax-benefit reforms of many Anglo Saxon countries. This chapter explores the impact of introducing the British Working Families' Tax Credit in three EU countries with rather different labor market and welfare institutions: Finland, France and Germany. Simulating the reform reveals that, while first round effects on income distribution is considerable, the interaction of the new instrument with the structural characteristics of the economy and the population may lead to counterproducti! ve second round effects (i.e. changes in economic behavior). The implementation of the reform, in this case, could only be justified if the social inclusion (i.e. transition into activity) of some specific household types (singles and single mothers) is valued more than a rise in the employment per se." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Earned Income Tax Credit policies: Impact and optimality: the Adam Smith Lecture, 2005 (2006)
Zitatform
Blundell, Richard (2006): Earned Income Tax Credit policies: Impact and optimality. The Adam Smith Lecture, 2005. In: Labour economics, Jg. 13, H. 4, S. 423-443. DOI:10.1016/j.labeco.2006.04.001
Abstract
"In this lecture the author considers the impact and optimality of Earned Income Tax Policies. The policy issue addressed is the low labour market attachment and high incidence of poverty among certain groups. These policies have taken a central position in EU labour market policy debate and he focusses on reforms over the last decade in the UK." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Workfare: Eine wirksame Alternative zum Kombilohn (2006)
Zitatform
Bonin, Holger & Hilmar Schneider (2006): Workfare: Eine wirksame Alternative zum Kombilohn. (IZA discussion paper 2399), Bonn, 18 S.
Abstract
Die hohe Arbeitslosigkeit von Geringqualifizierten in Deutschland ist Gegenstand zahlreicher Vorschläge zur Lösung dieses Problems. Der Beitrag untersucht diese Vorschläge; der Schwerpunkt liegt dabei auf verschiedenen Kombilohnmodellen (mit oder ohne Absenkung der Grundsicherung) und ihren Beschäftigungs- und Einkommenseffekten. Er kommt zu dem Schluss, dass es sich bei Kombilöhnen ohne Absenkung der Grundsicherung um einen 'beschäftigungspolitischen Irrweg' und bei Kombilöhnen mit Absenkung der Grundsicherung um einen 'Etikettenschwindel' handelt. Als Alternative plädiert er für ein 'Workfare-Modell', mit dem sich die notwendige Steigerung der Anreize zur Aufnahme gering entlohnter Tätigkeiten erzielen lässt, ohne das erreichte Niveau der Grundsicherung in Frage zu stellen. Workfare beruht auf dem Prinzip von Leistung und Gegenleistung, wobei Leistungen der Grundsicherung an erwerbsfähige Personen werden nur dann gewährt werden, wenn eine Gegenleistung durch Arbeit erbracht wird. Erfahrungen aus den USA zeigen, dass damit der Anreiz, gering bezahlte Arbeit anzunehmen, massiv ansteigt. Mittels Simulationsrechnungen wird gezeigt, dass das vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) propagierte Workfare-Modell allen Kombilohnmodellen, auch dem Ifo-Modell, überlegen ist. Grundsicherung, Kombilohn und Workfare lassen sich nur schlecht miteinander kombinieren; in Kombination mit Kombilöhnen wird das Workfare-Prinzip ausgehebelt. Nach Meinung der Autoren sollten die vorhandenen Ressourcen für die Entlastung des Faktors Arbeit eingesetzt werden, von der wiederum die Problemgruppe der Geringqualifizierten besonders profitieren würde. 'Workfare bietet dazu im Vergleich zu Kombilöhnen eine effiziente Alternative'. (IAB)
Ähnliche Treffer
auch erschienen in: Wirtschaftsdienst 86 (2006), S. 645-650 -
Literaturhinweis
Workfare: Eine wirksame Alternative zum Kombilohn (2006)
Zitatform
Bonin, Holger & Hilmar Schneider (2006): Workfare: Eine wirksame Alternative zum Kombilohn. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 86, H. 10, S. 645-650.
Abstract
Die hohe Arbeitslosigkeit von Geringqualifizierten in Deutschland ist Gegenstand zahlreicher Vorschläge zur Lösung dieses Problems. Der Beitrag untersucht diese Vorschläge; der Schwerpunkt liegt dabei auf verschiedenen Kombilohnmodellen (mit oder ohne Absenkung der Grundsicherung) und ihren Beschäftigungs- und Einkommenseffekten. Er kommt zu dem Schluss, dass es sich bei Kombilöhnen ohne Absenkung der Grundsicherung um einen 'beschäftigungspolitischen Irrweg' und bei Kombilöhnen mit Absenkung der Grundsicherung um einen 'Etikettenschwindel' handelt. Als Alternative plädiert er für ein 'Workfare-Modell', mit dem sich die notwendige Steigerung der Anreize zur Aufnahme gering entlohnter Tätigkeiten erzielen lässt, ohne das erreichte Niveau der Grundsicherung in Frage zu stellen. Workfare beruht auf dem Prinzip von Leistung und Gegenleistung, wobei Leistungen der Grundsicherung an erwerbsfähige Personen werden nur dann gewährt werden, wenn eine Gegenleistung durch Arbeit erbracht wird. Erfahrungen aus den USA zeigen, dass damit der Anreiz, gering bezahlte Arbeit anzunehmen, massiv ansteigt. Mittels Simulationsrechnungen wird gezeigt, dass das vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) propagierte Workfare-Modell allen Kombilohnmodellen, auch dem Ifo-Modell, überlegen ist. Grundsicherung, Kombilohn und Workfare lassen sich nur schlecht miteinander kombinieren; in Kombination mit Kombilöhnen wird das Workfare-Prinzip ausgehebelt. Nach Meinung der Autoren sollten die vorhandenen Ressourcen für die Entlastung des Faktors Arbeit eingesetzt werden, von der wiederum die Problemgruppe der Geringqualifizierten besonders profitieren würde. 'Workfare bietet dazu im Vergleich zu Kombilöhnen eine effiziente Alternative'. (IAB)
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: IZA discussion paper , 2399 -
Literaturhinweis
Kombilöhne im internationalen Vergleich: Nicht jede Therapie schlägt überall an (2006)
Zitatform
Brücker, Herbert & Regina Konle-Seidl (2006): Kombilöhne im internationalen Vergleich: Nicht jede Therapie schlägt überall an. (IAB-Kurzbericht 10/2006), Nürnberg, 8 S.
Abstract
"Ein Blick über die Grenzen kann helfen, weit reichende politische Entscheidungen - wie im Falle des Kombilohns - mit internationalen Erfahrungen zu stützen. Die Erfahrungen in den USA und Großbritannien zeigen, dass großzügige Einkommenssubventionen unter den Bedingungen eines Sozialstaates, der niedrige Leistungen für Nichterwerbstätige mit Auflagen zur Arbeitssuche verbindet, nennenswerte Beschäftigungseffekte haben. Allerdings existiert in den USA keine bedarfsdeckende Mindestsicherung. Zudem wurde dort der Leistungsbezug für Nichterwerbstätige zeitlich befristet. Dies kann auf Deutschland, das eine soziokulturelle Mindestsicherung gesetzlich garantiert, nicht übertragen werden. Aus den angelsächsischen Erfahrungen kann jedoch gelernt werden, dass Kombilöhne nur wirken, wenn das Steuer- und Transfer-System die Arbeitsanreize systematisch stärkt. Kombilöhne müssten deshalb in Deutschland in ein konsistentes Steuer- und Transfersystem eingebunden werden. Gerade in Ländern, die ein hohes Grundsicherungsniveau garantieren, ist eine konsequente Aktivierungspolitik notwendig, die monetäre Erwerbsanreize mit Auflagen für Leistungsempfänger verbindet. In Deutschland können zudem verstärkte Erwerbsanreize nur wirken, wenn dem zusätzlichen Arbeitsangebot auch eine entsprechende Nachfrage im Niedriglohnbereich gegenüber steht." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Transfersysteme im Vergleich -
Literaturhinweis
Mit Schaffensdrang in Arbeit (2006)
Bünnagel, Vera; Eekhoff, Johann; Roth, Steffen J.;Zitatform
Bünnagel, Vera, Johann Eekhoff & Steffen J. Roth (2006): Mit Schaffensdrang in Arbeit. München, 49 S.
Abstract
Die Vereinigung der bayrischen Wirtschaft (vbw) hat in Zusammenarbeit mit dem iwp - Institut für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln - das Projekt 'Mit Schaffensdrang zur Arbeit' zur Erschließung einfacher Tätigkeiten ohne zusätzliche staatliche Subventionen entwickelt. Schaffensdrang will einen Weg aufzeigen, einem großen Teil der Arbeitslosen zumindest wieder Möglichkeiten einzuräumen, sinnvollen Tätigkeiten nachzugehen, die ihren Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnissen entsprechen. Schaffensdrang soll die regulär beschäftigten Steuer- und Beitragszahler unmittelbar entlasten, da die Wertschöpfung der Teilnehmer die Transfererfordernis verringert. Gleichzeitig soll durch die Umsetzung des Konzeptes einer gestärkten und wechselseitigen Solidarität mittel- und langfristig die Akzeptanz des Sozialstaates erhöht werden. Das Projekt Schaffensdrang versteht sich als ein Angebot, Kenntnisse und Fähigkeiten in eine produktive Tätigkeit einzubringen. Das Projekt soll die Solidargemeinschaft entlasten, da auf zusätzliche Subventionen des Arbeitens verzichtet wird. Es verfolgt die Zielsetzung, allen arbeitswilligen Transferempfängern eine Sinn stiftende produktive Beschäftigung zu vermitteln und erhält das Sozialrechtsverhältnis, so dass die Teilnehmer unverändert Arbeitslosengeld II empfangen. Es ermöglicht zudem marktnahe Beschäftigung zu produktivitätsgerechten Kosten und gliedert sich in die bestehende Struktur der Arbeitsvermittlung ein. Die Broschüre beschreibt Ziele und Zielgruppe von Schaffensdrang, erläutert die konkrete Ausgestaltung des Projektes und definiert Abgrenzung zu und Kompatibilität mit anderen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten. (IAB)
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Literaturhinweis
Indicators and policies to make work pay: proceedings of the workshop organised by the European Commission (Economic and Financial Affairs DG) (2006)
Carone, Giuseppe; Salomäki, Aino;Zitatform
Carone, Giuseppe & Aino Salomäki (Hrsg.) (2006): Indicators and policies to make work pay. Proceedings of the workshop organised by the European Commission (Economic and Financial Affairs DG). (European economy. Special report 02/2005), Brüssel, 199 S.
Abstract
"The Commission's Directorate-General for Economic and Financial Affairs hosted a workshop on making-work-pay policies and indicators in March 2005, a particularly opportune moment to discuss these issues since it coincided with the new start for the Lisbon strategy with its increased focus on growth and jobs. The purpose of the workshop was to contribute to the debate on reforms of tax and benefit systems. It took stock of the most recent studies by academic researchers in this area and brought some recently developed indicators on work incentives to the attention of the participants. It also provided an opportunity for discussion between academic researchers and labour market experts in national administrations and EU institutions. The papers presented in the workshop demonstrate that there are tangible benefits in bringing together academic researchers and national policy-makers to exploit research findings, compare experiences and exchange best practices to shape further reforms. This volume brings those contributions together. They shed light on highly topical issues such as indicators on incentives, the role of incentives, eligibility rules and enforcement, the responsiveness of labour supply and the lessons that can be learnt from national labour market reforms." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Förderung der Niedriglohnbeschäftigung - ein ganz dickes Brett (2006)
Zitatform
Dietz, Martin & Ulrich Walwei (2006): Förderung der Niedriglohnbeschäftigung - ein ganz dickes Brett. In: IAB-Forum H. 1, S. 12-16.
Abstract
"Es gibt kein Patentrezept zur Ausweitung der Niedriglohnbeschäftigung. Wegen der anhaltend schwierigen Beschäftigungssituation wettbewerbsschwächerer Arbeitnehmer ist der Handlungsbedarf aber weiterhin groß. Wissenschaftliche Befunde legen nahe, dass eine Verkleinerung des Abgabenkeils am unteren Ende der Lohnskala der Vorzug zu geben ist gegenüber speziellen Subventionsprogrammen. Aufgrund des in jedem Fall hohen Finanzierungsbedarfs dürfen - wegen der Entzugseffekte an anderer Stelle - aber auch davon keine Beschäftigungswunder erwartet werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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