Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine auf Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Fluchtmigration in Deutschland
Die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine sind auch Gegenstand der Arbeitsmarktforschung. Diskutiert werden mögliche konjunkturelle Effekte und Risiken für die Betriebe sowie die Auswirkungen der Fluchtmigration nach Deutschland. Dieses Themendossier bietet Einschätzungen und Empirie zu den Konsequenzen für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Betriebe sowie für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten aus der Ukraine.
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Literaturhinweis
Economic Consequences of a Sudden Stop of Energy Imports: The Case of Natural Gas in Germany (2022)
Zitatform
Krebs, Tom (2022): Economic Consequences of a Sudden Stop of Energy Imports: The Case of Natural Gas in Germany. (ZEW discussion paper 22-021), Mannheim, 32 S.
Abstract
"This policy report studies the effects of a sudden stop of natural gas imports from Russia on the German economy. The analysis focuses on the supply-side effects that arise when a gas shortage affects production in the gas-intensive manufacturing sectors, with a corresponding production disruption that propagates along the value chain and through the entire economy. In a baseline scenario, a hypothetical gas embargo implemented in May 2022 leads to a short-run decline in aggregate output between 3.2 percent and 8 percent of GDP. In an alternative scenario, in which Germany can easily replace Russian gas imports by alternative imports, the short-run decline in aggregate output following the embargo is between 1.2 percent and 3 percent of GDP. In addition to the supply-side effects, an embargo causes a reduction in output via the demand-side channel. According to recent simulation studies, the demand-side effects of an energy embargo (coal, oil, natural gas) reduce GDP between 2 percent and 4 percent in the short run. These results underscore the high degree of uncertainty regarding the economic consequences of a sudden stop of Russian gas imports in the short run. Finally, an immediate gas embargo also causes permanent economic damage and has significant social implications. In policy terms, the results show the need for the German government to act as swiftly as possible to ensure independence from Russian energy imports. In addition, Germany’s future energy system needs to be more resilient to macroeconomic and geopolitical shocks." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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The Economic Costs of the Russia-Ukraine Conflict (2022)
Liadze, Iana; Juanino, Patricia Sanchez; Mortimer-Lee, Paul; Macchiarelli, Corrado;Zitatform
Liadze, Iana, Corrado Macchiarelli, Paul Mortimer-Lee & Patricia Sanchez Juanino (2022): The Economic Costs of the Russia-Ukraine Conflict. (NIESR policy paper 32), London, 9 S.
Abstract
"Using our Global Econometric Model, NiGEM, we estimate that the conflict in Ukraine could reduce the level of global GDP by 1 per cent by 2023, which is about $1 trillion off global GDP (Figure 1) and add up to 3 per cent to global inflation in 2022 and about 2 percentage points in 2023. Russia and Ukraine are important suppliers of commodities, including titanium, palladium, wheat, and corn, and we envisage supply chain problems intensifying for users of such commodities, including car, smartphone, and aircraft makers. Europe is the region affected most, given trade links and reliance on Russian energy and food supplies; emerging markets are affected less than advanced economies. We expect higher public spending to support a massive inflow of asylum seekers from Ukraine and to bolster military spending, which will limit adverse effects on European GDP, though both are likely to add to pressure on resources and therefore inflation. The sanctions costs to Russia are partly offset by higher prices for gas and oil exports but the net effect on the economy will be negative with Russian GDP expected to contract by 1.5 per cent this year and more than 2.5 per cent by the end of 2023. Russian inflation is expected to soar above 20 per cent this year. Western inflation to go still higher with recession risks mounting. We see the impact on the UK could be to reduce GDP growth by around 0.8 per cent to 4.0 per cent in 2022 and to 0.5 per cent in 2023. For the UK, we now expect inflation to average 7 per cent in 2022 and 4.4 per cent in 2023, up from 5.3 per cent and 2.7 per cent, respectively, in our February Outlook. The war intensifies the dilemma facing monetary policy makers since it will add to inflation but weaken growth and damage consumer and business confidence, already undermined by Coviddriven price increases. Our advice is for central banks to proceed carefully but to use communication to signal that any delays in rate hikes are merely postponements, not cancellations." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Kriegsbedingter Ölpreisanstieg erhöht Verbraucherpreise in Deutschland merklich und anhaltend (2022)
Zitatform
Menkhoff, Lukas & Malte Rieth (2022): Kriegsbedingter Ölpreisanstieg erhöht Verbraucherpreise in Deutschland merklich und anhaltend. (DIW aktuell 82), Berlin, 7 S.
Abstract
"Der Krieg in der Ukraine hat den seit Mitte des vergangenen Jahres zu beobachtenden Anstieg der Ölpreise verstärkt und schlägt sich für die VerbraucherInnen in Deutschland merklich in zahlreichen Preissteigerungen, wie bei den Kraftstoffpreisen und Heizkosten, nieder. Auch wenn der russische Angriff auf die Ukraine eine ganz neue Erfahrung im Nachkriegseuropa darstellt, sind solche Schocks auf den Ölmärkten vielfach beobachtet worden. Deshalb kann man recht verlässlich auf ein etabliertes Modell zurückgreifen, das die Wirkungen eines Ölpreisschocks auf die Wirtschaftsaktivität und die Verbraucherpreise über einen Zeitraum von gut zwei Jahren quantifiziert. Demnach erhöht der aktuelle Ölpreisschock die Verbraucherpreise in Deutschland um bis zu 1,5 Prozent und über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren – selbst wenn der Ölpreis schon wieder auf sein Vorkriegsniveau gefallen ist. Der Verbraucherpreisanstieg wird auch im gesamten Euroraum anhaltend sein." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Die Substitution fossiler Energieträger – die Analyse wirtschaftlicher Kurz- und Langfristwirkungen (2022)
Zitatform
Mittnik, Stefan & Willi Semmler (2022): Die Substitution fossiler Energieträger – die Analyse wirtschaftlicher Kurz- und Langfristwirkungen. In: Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Jg. 91, H. 3, S. 11-44. DOI:10.3790/vjh.91.3.11
Abstract
"Die gegenwärtigen Kontroversen zu den Auswirkungen eines Energieembargos gegen Russland, ausgelöst durch Russlands Krieg gegen die Ukraine, haben den Fokus auf die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und eine Neuordnung der Energieversorgung gelegt. Wirtschaftswissenschaftler sind mit sehr unterschiedlichen Vorhersagen über die Folgen eines solchen Embargos in die Öffentlichkeit getreten. Oft bleibt jedoch die empirische Basis und die Höhe des Wachstumsratenverlustes unklar - auch im Hinblick darauf, ob sich die prognostizierten Verluste anfallen sollen, sind nicht oder nur vage spezifiziert. Zudem wird nicht berücksichtigt, wie Höhe und Dynamik der Verluste vom jeweiligen Zustand der Wirtschaft abhängen. Die Substitution fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien ist aber auch seit längerem eine wichtige Politikperspektive der EU und ihrer Mitgliedsstaaten. Verlässliche wirtschaftliche Folgeabschätzungen sowohl eines kurzfristigen Embargos als auch einer langfristigen Dekarbonisierung sind eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung umfassender politischer Maßnahmen. Im Folgenden wird ein modellgestützter ökonometrischer Rahmen für derartige Analysen vorgestellt, um sowohl kurzfristige Auswirkungen einer Knappheit fossiler Energie als auch die langfristigen Auswirkungen verschiedener klimapolitischer Maßnahmen auf einzelne Wirtschaftssektoren abzuschätzen. Den Hintergrund für unsere Arbeit bildet ein multisektorales Wachstumsmodell, das an anderer Stelle eingehend untersucht wurde. Wir beschränken uns hier auf eine empirisch orientierte Analyse auf der Grundlage multisektoraler Input-Output-Tabellen für Deutschland und anderer Länder, wobei wir uns auf neuere Input-Output-Analysen sowie ökonometrische und makrodynamische Arbeiten stützen. Zur Vereinfachung wird das multisektorale Modell auf zwei Sektoren aggregiert. Die kurzfristigen Folgen eines Energieschocks werden anhand eines nicht-linearen Multi-Regime-VAR-Modells analysiert. Die langfristigen Folgen einer Dekarbonisierung der Wirtschaft werden mittels Analyse kombinierter Impulse im Rahmen eines VAR-Modells untersucht. Hier deuten die Ergebnisse auf positive Auswirkungen auf Produktion und Beschäftigung hin, insbesondere auf lange Sicht." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Russlands Bedeutung als Kraftstofflieferant (2022)
Puls, Thomas;Zitatform
Puls, Thomas (2022): Russlands Bedeutung als Kraftstofflieferant. (IW-Kurzberichte / Institut der Deutschen Wirtschaft Köln 2022,21), Köln, 3 S.
Abstract
"Russland liefert neben Erdgas und Rohöl auch große Mengen Dieselkraftstoff nach Europa. Diese Importe entsprechen fast 11 Prozent des Dieselverbrauchs im Straßenverkehr der EU27. Aber die nationalen Unterschiede sind groß. In einigen Ländern beträgt der Anteil russischen Diesels weit über 20 Prozent." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Negative Angebotsschocks treffen auf kräftige Konjunktur: Prognose für 2022 und 2023 (2022)
Zitatform
Schiman, Stefan & Stefan Ederer (2022): Negative Angebotsschocks treffen auf kräftige Konjunktur. Prognose für 2022 und 2023. In: Monatsberichte / WIFO, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Jg. 95, H. 4, S. 215-230.
Abstract
"Der Ukraine-Krieg führt neuerlich zu erheblichen negativen Angebotsschocks, die der heimischen Industrie keine Wertschöpfungszuwächse ermöglichen. Die Inflation bleibt länger hoch und dämpft das Wachstum des privaten Konsums. Das große Aufholpotential im Tourismus macht ihn heuer zur Stütze der Konjunktur. Insgesamt entfällt über die Hälfte des für 2022 prognostizierten Wirtschaftswachstums von 3,9% auf den Bereich Beherbergung und Gastronomie. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bleibt günstig." (Autorenreferat, IAB-Doku, © WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung)
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Die wirtschaftliche Entwicklung im Inland: Gestiegene Energiepreise belasten die Erholung (2022)
Schmidt, Torsten ; Schacht, Philip; Benner, Niklas; Jessen, Robin ; Dirks, Maximilian; Steuernagel, Anne; Isaak, Niklas; Barabas, György;Zitatform
Schmidt, Torsten, György Barabas, Niklas Benner, Maximilian Dirks, Niklas Isaak, Robin Jessen, Philip Schacht & Anne Steuernagel (2022): Die wirtschaftliche Entwicklung im Inland: Gestiegene Energiepreise belasten die Erholung. In: Konjunkturberichte / Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, Jg. 73, H. 1, S. 39-78.
Abstract
"Die Aussichten für die wirtschaftliche Erholung in Deutschland haben sich durch den Krieg in der Ukraine und die daraufhin verhängten Sanktionen gegen Russland deutlich verschlechtert. Bereits zum Ende des vergangenen Jahres kam es durch die steigende Zahl der Neuinfektionen und die damit verbundenen Infektionsschutzmaßnahmen sowie durch anhaltende Lieferengpässe zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung. Damit rückt die deutsche Wirtschaft an den Rand einer Rezession. Vor allem die seit Dezember kräftig gestiegenen Öl- und Gaspreise belasten Unternehmen und Haushalte in hohem Maße. Da es derzeit vor allem beim Gas nur in begrenztem Umfang Alternativen zu den Lieferungen aus Russland gibt, ist zu erwarten, dass die Preise noch längere Zeit hoch bleiben. Von den steigenden Energiekosten sind alle Verbraucher und Unternehmen betroffen, insbesondere aber energieintensive Branchen des Verarbeitenden Gewerbes. Gestützt wird der private Konsum dagegen durch die bereits im Februar vorgenommenen Lockerungen bei den Infektionsschutzmaßnahmen. Alles in allem dürfte die wirtschaftliche Expansion in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen als noch in unserer Dezemberprognose unterstellt wurde. Der Hauptgrund dafür sind die stark gestiegenen Preise für Öl und Gas. Dennoch ist zu erwarten, dass die Aufhebung der meisten Infektionsschutzmaßnahmen und die nachlassenden Lieferengpässe im Sommerhalbjahr zu einer recht deutlichen Ausweitung der Produktion führen werden. Im Jahresdurchschnitt erwarten wir für dieses Jahr eine Ausweitung des BIP um 2,5%. Im kommenden Jahr dürfte die Expansion 3,6% betragen. Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich weiter robust. Zuletzt war besonders bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ein starker Zuwachs zu verzeichnen. Diese Tendenz dürfte sich fortsetzen. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten dürfte wieder steigen, wobei die Anhebung des Mindestlohns diese Beschäftigungsform unattraktiver macht, aber zugleich die Anhebung der Minijobgrenze die geringfügige Beschäftigung begünstigt. Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt 2022 noch bei 5,0% und im Jahr 2023 bei 4,9% liegen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Deutschlands Russlandhandel und der Krieg in der Ukraine: Was steht zur Disposition? (2022)
Schrader, Klaus; Laaser, Claus-Friedrich;Zitatform
Schrader, Klaus & Claus-Friedrich Laaser (2022): Deutschlands Russlandhandel und der Krieg in der Ukraine: Was steht zur Disposition? (Kiel policy brief 163), Kiel, 30 S.
Abstract
"Die Autoren zeigen, dass die Dynamik des Russlandgeschäfts nach der russischen Krimbesetzung 2014 im Zuge von Sanktionen und Gegensanktionen gebrochen wurde und Russland seitdem als Handelspartner an Bedeutung verloren hat. In einer Analyse nach Warengruppen stellen sie dar, dass einzelne Branchen und Unternehmen abhängiger vom Russlandexport sind, als es sich im Gesamthandel widerspiegelt. Überdurchschnittliche Russlandanteile weisen deutsche Schwergewichte in den Bereichen "Maschinenbau" oder "Pharma" auf, ohne dass es aber eine kritische Abhängigkeit vom Russlandexport gibt. Die Achillesferse im deutschen Russlandhandel bleibt der Import von russischem Erdgas, der kurzfristig aufgrund der Leitungsgebundenheit der Lieferungen nicht ersetzbar ist. Statt nach 2014 die Energieimporte stärker zu diversifizieren, stieg die deutsche Abhängigkeit weiter an, was sich an einem Anteil des russischen Erdgases von mittlerweile 55 Prozent zeigt. Aus Sicht der Autoren wäre Russland auf lange Sicht der große Verlierer einer wirtschaftlichen Isolation. Eine wirtschaftliche und politische Entflechtung im Zeitalter der Globalisierung käme Russland teurer als die Autarkiebestrebungen der Sowjetunion während des "Kalten Krieges"." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Corona-Krise, Ukraine-Krieg und Stagflationsgefahr: Warum wir eine neue Angebotspolitik brauchen (2022)
Zitatform
Weber, Enzo (2022): Corona-Krise, Ukraine-Krieg und Stagflationsgefahr: Warum wir eine neue Angebotspolitik brauchen. In: IAB-Forum H. 11.04.2022 Nürnberg, 2022-04-08. DOI:10.48720/IAB.FOO.20220411.01
Abstract
"Die Inflation liegt auf Rekordniveau und wird infolge des Ukraine-Kriegs und der Sanktionen gegen Russland weiter steigen. Angesichts der Engpässe im Wirtschaftsgeschehen droht eine Stagflation, der durch eine reine Nachfragepolitik nicht beizukommen ist. Um aus der Krise herauszuwachsen, müssen wirtschaftliche Potenziale erweitert werden. Am Arbeitsmarkt gilt es, Umfang und Qualität des Arbeitskräfteangebots sowie dessen Produktivität zu stärken." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Wirtschaftshilfen zu Zeiten des Ukraine-Kriegs: Maßgeschneiderte Instrumente für multiple Herausforderungen (Serie "Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf den deutschen Arbeitsmarkt") (2022)
Zitatform
Weber, Enzo (2022): Wirtschaftshilfen zu Zeiten des Ukraine-Kriegs: Maßgeschneiderte Instrumente für multiple Herausforderungen (Serie "Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf den deutschen Arbeitsmarkt"). In: IAB-Forum H. 08.04.2022 Nürnberg, 2022-04-07. DOI:10.48720/IAB.FOO.20220408.02
Abstract
"Durch die geopolitischen Ereignisse steht die Wirtschaft vor multiplen Herausforderungen. Für Lieferengpässe, Exportausfälle, steigende Energiekosten, einen möglichen Energie-Lieferstopp und die Dekarbonisierung werden jeweils maßgeschneiderte wirtschaftspolitische Instrumente benötigt. In der aktuellen Lage kommt es dabei auf situationsgerechtes wie auch strategisches Handeln an." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Covid-19 crisis, Ukraine war and fear of stagflation: Why we need a new supply Policy (2022)
Zitatform
Weber, Enzo (2022): Covid-19 crisis, Ukraine war and fear of stagflation: Why we need a new supply Policy. In: IAB-Forum H. 19.04.2022 Nürnberg, 2022-04-14. DOI:10.48720/IAB.FOO.20220419.01
Abstract
"Inflation is currently at a record high and will continue to go up as a result of the war in Ukraine and sanctions imposed on Russia. Considering the shortages in the economic environment, there is a risk of stagflation that cannot be coped with by means of demand policy alone. To overcome the crisis, economic potential needs to be expanded. As regards the labour market, the scope and quality of the labour supply and its productivity are to be boosted." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Erwartungen für die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts: Stellungnahme des IAB zur Anhörung beim Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am 13.10.2022 (2022)
Zitatform
Weber, Enzo, Hermann Gartner & Markus Hummel (2022): Erwartungen für die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts. Stellungnahme des IAB zur Anhörung beim Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am 13.10.2022. (IAB-Stellungnahme 08/2022), Nürnberg, 11 S. DOI:10.48720/IAB.SN.2208
Abstract
"Zur Vorbereitung des Jahresgutachtens 2022/2023 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wurde das IAB um seine Expertise zur Situation des deutschen Arbeitsmarkts, insbesondere zur Entwicklung der Beschäftigung, der Zuwanderung (einschließlich Fluchtmigration aus der Ukraine), der Löhne und Inflation sowie zu Auswirkungen einer möglichen Erdgasmangellage im Winterhalbjahr 2022/2023 gebeten. Die Erkenntnisse, die das IAB im Herbst 2022 hierzu vorgelegt hat, werden in der vorliegenden Stellungnahme zusammengefasst." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Effective Aid for Ukraine by OECD Countries (2022)
Zitatform
Welfens, Paul J. J. (2022): Effective Aid for Ukraine by OECD Countries. (Diskussionsbeitrag / Europäisches Institut für Internationale Wirtschaftsbeziehungen 315), Wuppertal, 28 S.
Abstract
"The Russo-Ukrainian war has given rise to a broad discussion about adequate aid for Ukraine across the Western world and within the OECD country group in particularly. Essentially, policymakers and the wider public would like to have an economic aid indicator which allows to understand whether or not individual donor countries are carrying a "fair" share of the burden: Humanitarian aid would naturally include the commitments of OECD countries for Ukrainian refugees plus other humanitarian expenditure items. The sum of humanitarian, financial and military aid provided by various countries to Ukraine has been presented by the Kiel Institute for the World Economy (Kiel IfW) in April 2022 and thus many new data points became available, including a table with a ranking of the countries on the basis of combined aid - relative to GDP - which shows that the aid ratio of the US is larger than that of the whole EU, including EU funds for Ukraine. The IfW, however, omits the commitments with regard to refugee support made by OECD countries which, for most countries considered, indeed represents the largest share of overall support commitments for the Ukrainian people. The IfW approach is quite misleading as it ignores commitments of the respective OECD countries for Ukrainian refugees. If one includes the relevant expenditures and commitments for 2022, the donor country ranking looks quite different from the ranking calculated by Antezza et al. (2022). It is also noteworthy that the press release by the Kiel Institute for the World Economy on publication of the IfW Discussion Paper No. 2218 does not mention that the IfW summary aid indicator for support for the Ukraine does not take expenditures for Ukrainian refugees into consideration, while the paper mentions this peculiar point - this might be an error in the press release. The IfW has emphasized that its calculations show that US support clearly exceeds that of the EU in nominal terms. The Kiel IfW press release seems to have been aimed at arousing maximum media attention on the basis "bad news is good news" which might be acceptable for selling newspapers, but which is clearly in contradiction to the concept of sound research in Economics. As is shown in this research note, the commitments of EU countries (plus the EU's own commitment) - with commitments for refugees included - were about five times higher than that of the US in the period February 24th to March 27th, 2022. Moreover, the correct ranking for the sum of humanitarian, financial and military aid - including commitments for Ukrainian refugees - in the EIIW approach differs significantly in most cases from the aid-GDP ratio ranking of the Kiel IfW. In the analytical discussion, the Russia-Ukraine conflict shocks are partly viewed through the lens of the Heckscher-Ohlin theorem, the Stolper-Samuelson theorem and the Rybczynski theorem, respectively; it is argued that there is some equivalence of the Heckscher-Ohlin theorem and the Rybczynski theorem." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Russia's Attack on Ukraine: Economic Challenges, Embargo Issues & a New World Order (2022)
Zitatform
Welfens, Paul J. J. (2022): Russia's Attack on Ukraine: Economic Challenges, Embargo Issues & a New World Order. (Diskussionsbeitrag / Europäisches Institut für Internationale Wirtschaftsbeziehungen 312), Wuppertal, 134 S.
Abstract
"The launch of Russia's war of aggression against Ukraine on February 24th, 2022, has resulted in great suffering for the people of Ukraine and has created turning point in Europe. Western countries and Japan have imposed very comprehensive sanctions against Russia, the aggressor. The country is largely politically isolated on the international stage, but seemingly has China - still - on its side. Large movements of refugees are to be expected, along with sharp price increases for gas and - somewhat less so - for oil, but also for wheat, with Russia and Ukraine being important exporter countries of that commodity representing together a combined 28% share of the world market. Some economists have suggested Germany impose an energy import boycott against Russia. A realistic analysis, however, arrives at significantly higher losses in real income than the 0.5% to 3% found, for example, by Bachmann et al. (2022), although additional retaliatory measures (e.g., tariff increases) by Russia and other effects must indeed also be considered: -6% in terms of real income and increased unemployment rates are conceivable as an overall effect in Germany; and there will be negative Russian spillover effects to central Asian countries which also have not been considered in the Bachman et al approach. On March 23rd, President Putin declared that Russia's energy exports to "unfriendly countries" would have to be paid for in Rubles in the future, which is a clear strategic move in terms of the international economic conflict between the West and Russia. The latter could itself impose an energy supply boycott on Germany and also other EU countries. Additional supplies from, say, the US - in the form of liquefied natural gas (LNG) - would be limited in relation to the redistribution of supplies within the EU, as the pipeline network is still poorly integrated. Poland, Bulgaria, Austria, Germany and Italy are likely to face particular problems with natural gas supplies in the event of an energy import boycott. As of May 24th, 2022, US citizens will not be allowed to accept interest payments from either private Russian companies or the Russian state; this measure is peculiar and hardly compatible with the idea of a constitutional state, since even companies from Russia that are not actually in danger of bankruptcy will be artificially pushed toward bankruptcy - with the US switching to preventing Dollar bond payments to April 6th (due to the Russian massacre in Bucha, Ukraine), the first Russian bond interest payment missed concerned Russian Railways on April 11th. The very high current and expected numbers of refugees will have positive demand effects in certain countries in 2022 and positive supply effects in overall economic production thereafter. The global economy will be marked by a new economic slowdown and higher inflation rates in 2022/23; it could face a breakup into regional "blocs" and a reduced effectiveness of international economic organizations in the event of international economic conflicts. The weakening of the international legal order should be countered by OECD countries. The figures presented by the Kiel Institute for the World Economy for combined humanitarian, financial and military support to Ukraine are grossly misleading; if one takes into account the important spending on refugees from Ukraine and the corresponding (implied) pledges by OECD countries, EU spending in favour of the Ukrainian people is significantly higher than that of the US, and Germany's spending is also significantly higher than shown in the Kiel study. A new and lasting order for peace in Europe is urgently required. An EU eastern enlargement to include Ukraine will bring about new BREXIT-type risks and could destabilize the EU considerably." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2022: Folgen des russisch-ukrainischen Krieges dämpfen deutsche Konjunktur (2022)
Wollmershäuser, Timo; Zarges, Lara; Lehmann, Robert ; Link, Sebastian ; Wohlrabe, Klaus ; Šauer, Radek; Lay, Max; Ederer, Stefan ; Möhrle, Sascha; Fourné, Friederike;Zitatform
Wollmershäuser, Timo, Stefan Ederer, Friederike Fourné, Max Lay, Robert Lehmann, Sebastian Link, Sascha Möhrle, Radek Šauer, Klaus Wohlrabe & Lara Zarges (2022): ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2022. Folgen des russisch-ukrainischen Krieges dämpfen deutsche Konjunktur. In: ifo Schnelldienst digital, Jg. 3, H. 1, S. 1-15.
Abstract
"Die Konjunktur in Deutschland wird in diesem Jahr von zwei sehr unterschiedlichen konjunkturellen Triebkräften geprägt. Auf der einen Seite dürften die vollen Auftragsbücher der Industrieunternehmen und die allmähliche Normalisierung der Corona-Situation der Konjunktur einen kräftigen Schub geben. Auf der anderen Seite dämpfen die Folgen des russisch-ukrainischen Krieges die Konjunktur über deutlich gestiegene Rohstoffpreise, die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland, zunehmende Lieferengpässe bei Rohmaterialien und Vorprodukten sowie erhöhte wirtschaftliche Unsicherheit. Um den Unwägbarkeiten im Hinblick auf den weiteren Verlauf des Krieges Rechnung zu tragen, wurden für die Prognose zwei Szenarien in Betracht gezogen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
ifo Konjunkturprognose Sommer 2022: Inflation, Lieferengpässe und Krieg bremsen wirtschaftliche Erholung in Deutschland (2022)
Wollmershäuser, Timo; Möhrle, Sascha; Link, Sebastian ; Schiman, Stefan; Wolters, Maik; Wohlrabe, Klaus ; Ederer, Stefan ; Lay, Max; Šauer, Radek; Menkhoff, Manuel; Zarges, Lara; Lehmann, Robert ; Fourné, Friederike;Zitatform
Wollmershäuser, Timo, Stefan Ederer, Max Lay, Robert Lehmann, Sebastian Link, Friederike Fourné, Manuel Menkhoff, Sascha Möhrle, Radek Šauer, Stefan Schiman, Klaus Wohlrabe, Maik Wolters & Lara Zarges (2022): ifo Konjunkturprognose Sommer 2022. Inflation, Lieferengpässe und Krieg bremsen wirtschaftliche Erholung in Deutschland. In: Ifo-Schnelldienst, Jg. 75, H. Sonderausgabe Juni, S. 1-53.
Abstract
"Die deutsche Wirtschaft erholt sich seit Jahresbeginn von den zurückliegenden Coronawellen. Die damit einhergehende Normalisierung der Ausgaben in den konsumnahen Dienstleistungsbereichen verleihen der Konjunktur einen kräftigen Schub. Allerdings bremsen die hohe Inflation, der Krieg in der Ukraine und die anhaltenden Lieferengpässe die wirtschaftliche Erholung in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Das Bruttoinlandsprodukt wird im Jahr 2022 um 2,5% und im Jahr 2023 um 3,7% zulegen. Die Inflationsrate dürfte in diesem Jahr mit 6,8% den höchsten Wert seit dem Jahr 1974 erreichen. Auch im kommenden Jahr dürften die Verbraucherpreise mit 3,3% überdurchschnittlich stark steigen" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Zeitenwende: Russischer Angriff auf die Ukraine: Herausforderungen für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft – eine Sortierung. QuBe-Essay (2022)
Wolter, Marc Ingo; Dreuw, Peter; Weber, Enzo ; Helmrich, Robert; Zika, Gerd ; Maier, Tobias ; Großmann, Anett;Zitatform
Wolter, Marc Ingo, Robert Helmrich, Tobias Maier, Enzo Weber, Gerd Zika, Anett Großmann & Peter Dreuw (2022): Zeitenwende: Russischer Angriff auf die Ukraine. Herausforderungen für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft – eine Sortierung. QuBe-Essay. (GWS-Kurzmitteilung 2022,02), Osnabrück, 18 S.
Abstract
"Der russische Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 markiert eine Zeitenwende, weil er überwunden geglaubte Konflikte in Werten und Weltanschauungen neu aufbrechen lässt. Die westlichen Länder der Welt haben relativ zügig, ge- und entschlossen mit Sanktionen gegen Russland reagiert. Die russische Invasion hat damit aber nicht nur schlimme unmittelbare Folgen für die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine, sondern auch für eine Reihe an Menschen in anderen Staaten. Diese Folgen sind zunächst ökonomischer Natur, können einige Menschen jedoch auch in äußerst prekäre Lagen versetzen, weil lebensnotwendige Dinge nicht mehr zu erhalten oder nicht mehr erschwinglich sind. Es ist zu erwarten, dass dies vor allem die Bürgerinnen und Bürger Russlands trifft, aber auch jene in Staaten Afrikas, welche auf landwirtschaftliche Produkte aus der Ukraine und Russland angewiesen sind. Aber auch in Europa und Deutschland werden die Folgen des Krieges unweigerlich zu spüren sein, weshalb wir in diesem Essay versuchen, die bisherigen Geschehnisse zu sortieren, einzuordnen und in ihren Folgen für die deutsche Wirtschaft und den Arbeitsmarkt abzuschätzen – um Handlungsfelder aufzuzeigen, in welchen etwas getan werden kann, um zumindest manche drohenden Konsequenzen zu mildern. Dabei ist voranzustellen, dass dies nur eingeschränkt gelingen wird. So sind Auswirkungen von Sanktionen vergleichsweise einfacher zu erörtern als die Folgen des Krieges (z. B. Fluchtbewegungen), weil Abschätzungen dazu implizite Annahmen zur Dauer, Ausmaß und Ergebnis des Krieges unterstellen. Die Einschätzung der Autor:innen konzentriert sich auf den bis zum 10.03.2022 bekannten Eskalationsstand des Krieges. Sollten weitere Staaten oder die NATO in den Krieg hineingezogen werden, dürften sich die in diesem Essay aufgeworfenen Probleme für Deutschland marginalisieren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Folgen des Kriegs in der Ukraine und der Energiekrise für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland (2022)
Zika, Gerd ; Weber, Enzo ; Maier, Tobias ; Schneemann, Christian ; Kalinowski, Michael; Wolter, Marc Ingo; Zenk, Johanna ;Zitatform
Zika, Gerd, Christian Schneemann, Enzo Weber, Johanna Zenk, Michael Kalinowski, Tobias Maier & Marc Ingo Wolter (2022): Die Folgen des Kriegs in der Ukraine und der Energiekrise für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland. (IAB-Forschungsbericht 11/2022), Nürnberg, 34 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2211
Abstract
"Der Forschungsbericht beschreibt die mittel- und langfristigen Folgen des Krieges in der Ukraine und der Energiekrise auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Deutschland. Auf Basis von Modellrechnungen werden zwei Szenarien simuliert: ein Szenario mit Krieg in der Ukraine, das die tatsächlichen Entwicklungen widerspiegelt (Referenz-Szenario) und ein (rein theoretisches) Szenario, in dem es zu keinem Krieg in der Ukraine gekommen wäre (Alternativ-Szenario „Frieden in Europa“). Ein Vergleich beider Szenarien soll anschließend zeigen, welche Folgen das Kriegsgeschehen auf verschiedene Wirtschaftsbereiche und Berufsgruppen in Deutschland haben könnte. Die Ergebnisse sind mit einer hohen Unsicherheit über den weiteren Kriegsverlauf behaftet und können, je nach Entwicklung, von den tatsächlichen künftig eintretenden Folgen für die Wirtschaft mehr oder weniger stark abweichen. Sie zeigen dennoch auf, welche Auswirkungen der Krieg auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt unter den getroffenen Annahmen haben kann und welche Wirtschaftszweige und Berufsgruppen besonders stark betroffen sind. Da aber vor allem hinsichtlich der weiteren Preisentwicklung bei den Energiepreisen hohe Unsicherheit besteht, wurde zusätzlich ein Verschärfungsszenario gerechnet, in dem davon ausgegangen wird, dass es zu einer doppelt so hohen Energiepreissteigerung kommt wie bislang beobachtet. Die Szenarien wurden anhand verschiedener Annahmen modelliert, die aus den Erkenntnissen des Eskalationsstandes von Ende Mai 2022 abgeleitet sind. Es wird davon ausgegangen, dass die gegen Russland verhängten Sanktionen über den gesamten Analysezeitraum bestehen bleiben, selbst wenn der Krieg bis dahin beendet ist. Weitere Annahmen betreffen die Zahl der ukrainischen Geflüchteten, die nach Deutschland einwandern, die Entwicklung der Energie- und Importpreise, der Warenexporte und Lieferengpässe, der staatlichen Ausgaben für Verteidigung und nationale Sicherheit sowie der staatliche Entlastungspakete für Unternehmen und private Haushalte. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise sowohl mittel- als auch langfristig negativ auf die deutsche Wirtschaftsleistung und den deutschen Arbeitsmarkt auswirken. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird den Berechnungen zufolge im Jahr 2023 um rund 1,7 Prozent niedriger liegen, als es ohne den Krieg gelegen hätte. Das Wirtschaftswachstum wird insbesondere durch die gestiegenen Preise für fossile Rohstoffe abgeschwächt. Sie belasten sowohl die Exportwirtschaft als auch die Konsummöglichkeiten der privaten Haushalte. Die niedrigeren Exportaktivitäten tragen den größten Anteil an der schwächeren Wirtschaftsleistung. Bis 2030 verliert die deutsche Wirtschaft über 260 Milliarden Euro an Wertschöpfung, die durch den Krieg in der Ukraine und die Energiekrise nicht realisiert werden kann. Auch auf dem Arbeitsmarkt kommt es zu überwiegend negativen Effekten. Zwischen 2022 und 2028 werden durchschnittlich 150.000 Personen weniger beschäftigt sein. Durch den Zuzug von Geflüchteten nimmt die Erwerbsbevölkerung in Deutschland zwar zu. Die schlechteren Wirtschafts- und Verdienstaussichten führen in den ersten Jahren jedoch zu einem nahezu unveränderten Arbeitskräfteangebot. Erst ab 2025 schlägt sich der Zuzug in einem höheren Arbeitskräfteangebot nieder. Aus Arbeitsmarktperspektive zählt das bereits durch die Covid-19-Pandemie gebeutelte Gastgewerbe auch im Zuge des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise zu den größten Verlierern unter den Wirtschaftsbereichen. Denn die geringeren Konsumausgaben der privaten Haushalte führen hier zu einem deutlich niedrigeren Bedarf an Erwerbstätigen. Auch im Verarbeitenden Gewerbe kommt es zu einer niedrigeren Erwerbstätigkeit, wobei hier die Arbeitsintensität geringer ist als in vielen Dienstleistungsbereichen. Die Bereiche „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung“ sowie „Erziehung und Unterricht“ hingegen haben wegen der Reaktionen des Staates auf den Krieg in der Ukraine und die Energiekrise einen höheren Bedarf an Arbeitskräften. Dies gilt sowohl mittel- als auch längerfristig und spiegelt sich auch in den dort tätigen Berufsgruppen wider. Während sich die aktuellen Engpässe in der Gastronomie durch den geringeren Personalbedarf entspannen dürften, verschärfen sich die Engpässe in Folge des Zuzugs von Geflüchteten bei Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen sowie bei Erzieherinnen und Erziehern, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern und Heilerziehungspflegerinnen und -pflegern. In der langen Frist zeigen sich zudem Verschiebungen der Erwerbstätigen hin zu höheren Anforderungsniveaus, die durch den Krieg in der Ukraine und die Energiekrise bedingt sind. Ein Vergleich der Arbeitswelt anhand von Wirtschaftsbereichs-Berufs-Kombinationen verdeutlicht, dass es durch den Krieg in der Ukraine und die Energiekrise nicht nur zum Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland kommt, sondern auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden. In Summe überwiegt zwar der Arbeitsplatzabbau, es kommt jedoch auch zu strukturellen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Diese sind besonders in der mittleren Frist stark ausgeprägt und flachen im Zeitverlauf ab. Angesichts dieser Ergebnisse ist in den kommenden Jahren mit einer geringeren Wertschöpfung, niedriger Erwerbstätigkeit und strukturellen Verschiebungen zwischen Wirtschaftsbereichen und Berufsgruppen zu rechnen. Die Herausforderung für Politik und Wirtschaft wird einerseits darin bestehen, Personen, die ihren Arbeitsplatz in Folge des Ukraine-Krieges und der Energiekrise verlieren, anderweitig in den Arbeitsmarkt zu reintegrieren. Andererseits gilt es, den Engpässen in denjenigen Berufsgruppen entgegenzuwirken, in denen die Bedarfe durch den Krieg in der Ukraine und die Energiekrise steigen, und in denen bereits heute ein knappes Arbeitsangebot herrscht. Falls ein nennenswerter Anteil der aus der Ukraine Geflüchteten in Deutschland bleibt, böte sich durch deren Integration in Beschäftigung angesichts des knappen Arbeitsangebots jedoch auch eine Chance. Sollte es jedoch zu einer doppelt so hohen Energiepreissteigerung kommen wie bislang beobachtet (+160%), wäre im kommenden Jahr das BIP um fast vier Prozent niedriger als im Alternativszenario. 2030 würde das BIP noch um ein halbes Prozent niedriger ausfallen. Auf dem Arbeitsmarkt würden unter diesen Annahmen nach drei Jahren 660 000 Personen (1,5%) weniger beschäftigt sein als im Alternativ-Szenario „Frieden in Europa“. 2030 wären noch 60 000 Personen (0,2%) Arbeitsplätze vom Abbau betroffen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Zu den möglichen gesamtwirtschaftlichen Folgen des Ukrainekriegs: Simulationsrechnungen zu einem verschärften Risikoszenario (2022)
Zitatform
(2022): Zu den möglichen gesamtwirtschaftlichen Folgen des Ukrainekriegs: Simulationsrechnungen zu einem verschärften Risikoszenario. In: Monatsbericht / Deutsche Bundesbank, Jg. 74, H. 4, S. 15-31.
Abstract
"Dieser Beitrag stellt Modellrechnungen vor, um die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen einer solchen Eskalation zu beziffern. Dabei kommen das Weltwirtschaftsmodell NiGEM, das makroökonometrische Modell der Bundesbank (BbkM-DE), ein lineares sektorales Input-Output-Modell und verschiedene Satellitenmodelle zum Einsatz. Mit NiGEM werden die internationalen Wirtschaftsverflechtungen abgebildet, das BbkM-DE berücksichtigt die Besonderheiten der deutschen Wirtschaft, und das Input-Output-Modell soll Rationierungseffekte beim Energieeinsatz erfassen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Deutsche finanzielle Unterstützung für die Ukraine seit 1991: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion der AfD(Drucksache 20/1001) (2022)
Zitatform
(2022): Deutsche finanzielle Unterstützung für die Ukraine seit 1991. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion der AfD(Drucksache 20/1001). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 20/1567 (27.04.2022)), 7 S.
Abstract
Die Zahlen, die in der Beantwortung der Anfrage genannt werden, beziehen sich auf die bilaterale und sonstige staatliche Entwicklungszusammenarbeit der Bundesregierung mit der Ukraine von 2002 bis 2022, so u.a. die bilaterale Zusammenarbeit im Agrar- und Forstbereich. Wenn es sich nicht um Haushaltsmittel des Bundes handelt, können keine Angaben zu ungebundenen Finanzkrediten über die Kreditanstalt für Wiederaufbau gemacht werden, ebenso nicht zum deutschen Anteil an gewährten Finanzmitteln des IWF, der Weltbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Für weitere detaillierte Angaben oder Begründungen für das Fehlen von Daten wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage des Abgeordneten Petr Bystron vom 16. Februar 2022 verwiesen. (IAB)
