Atypische Beschäftigung
Der deutsche Arbeitsmarkt wird zunehmend heterogener. Teilzeitbeschäftigung und Minijobs boomen. Ebenso haben befristete Beschäftigung und Leiharbeit an Bedeutung gewonnen und die Verbreitung von Flächentarifverträgen ist rückläufig. Diese atypischen Erwerbsformen geben Unternehmen mehr Flexibilität.
Was sind die Konsequenzen der zunehmenden Bedeutung atypischer Beschäftigungsformen für Erwerbstätige, Arbeitslose und Betriebe? Welche Bedeutung haben sie für die sozialen Sicherungssysteme, das Beschäftigungsniveau und die Durchlässigkeit des Arbeitsmarktes? Die IAB-Themendossier bietet Informationen zum Forschungsstand.
- Forschung und Ergebnisse aus dem IAB
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Atypische Beschäftigung insgesamt
- Gesamtbetrachtungen
- Erosion des Normalarbeitsverhältnisses
- Prekäre Beschäftigung
- Politik, Arbeitslosigkeitsbekämpfung
- Arbeits- und Lebenssituation atypisch Beschäftigter
- Betriebliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Rechtliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Gesundheitliche Aspekte atypischer Beschäftigung
- Beschäftigungsformen
- Qualifikationsniveau
- Alter
- geographischer Bezug
- Geschlecht
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Literaturhinweis
Abschied von der Normalarbeit: Berufswelt und Arbeitsplatz im Umbruch (2012)
Simon, Walter;Zitatform
Simon, Walter (2012): Abschied von der Normalarbeit. Berufswelt und Arbeitsplatz im Umbruch. Auerbach: Wissenschaftliche Scripten, 264 S.
Abstract
Der Autor untersucht die Veränderungen, die Digitalisierung und Globalisierung in der Berufswelt auslösen. Dabei widmet er sich insbesondere dem Übergang vom Industriezeitalter in die wissensbasierte Dienstleistungsgesellschaft. "Von einer eher sozialphilosophischen Reflexion über Herkunft und Zukunft der Arbeit ausgehend, entwirft der Autor Szenarien zum Beschäftigungssystem der Jahre 2012 bis etwa 2025. Hier geht es unter anderem um Beschäftigungsformen, Arbeitsmarktangebote, Arbeitsplatzsicherheit, prekäre Arbeitsverhältnisse und das Siechtum der Gewerkschaften. In einem zweiten Hauptabschnitt stellt der Autor seine Szenarien zum Wandel innerhalb der Arbeit vor. Er beschreibt Anforderungen und Folgen für den Arbeitnehmer. Der Bogen spannt sich von der Telearbeit, über das Selbstmarketing und den Trend zur Projektifizierung der Arbeit bis hin zur Sozial- und Online-Kompetenz von Arbeitnehmern." Der dritte Hauptabschnitt widmet sich der Personalführung der Zukunft. "Was folgt aus den übergeordneten und nachgeordneten Globaltrends für die Mitarbeiterführung? Noch immer wirken die Beharrungskräfte traditioneller Verhaltensweisen, aber das Sein formt auch das Bewusstsein von Führungskräften. Die Signale eines neuen Führungsverständnisses werden sichtbar, obwohl vieles noch beim Alten bleibt." (IAB2)
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Literaturhinweis
Leiharbeit: Prekariat auf Abruf (2012)
Soost, Stefan;Zitatform
Soost, Stefan (2012): Leiharbeit: Prekariat auf Abruf. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Jg. 57, H. 9, S. 23-26.
Abstract
"Die Zahl der Leiharbeitverhältnisse hat sich in Deutschland im letzten Jahrzehnt verdreifacht. Als Ursache hierfür sieht der Autor die geringen Lohnkosten sowie fehlende Kündigungsfristen als Anreiz für Unternehmen zur Nutzung von Leiharbeit. 'Während die Leiharbeit für Unternehmen zahlreiche Vorteile birgt, droht den Beschäftigten hingegen of Armut.' Abhilfe sollte die neue EU-Richtlinie über Leiharbeit vom November 2008 schaffen, deren Ziel gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitsbedingungen für Leiharbeitnehmer sind. Ihre Umsetzung wird im folgenden kritisiert. So führen zahlreiche Ausnahmeregelungen nach wie vor zum Lohndumping von Leiharbeitnehmern. Ähnlich ist die Situation in Großbritannien, den Niederlanden und in Osteuropa, nur in Frankreich und einigen anderen EU-Staaten wird die EU-Richtlinie konsequent umgesetzt. 'Insgesamt zeigt sich, dass nur starke rechtliche Rahmenbedingungen die Arbeitsbedingungen der Leiharbeitnehmer substanziell verbessern können.' Eine wichtige Rolle kommt dabei den Gewerkschaften zu, so das Fazit des Autors. (IAB)" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Niedriglohnfalle Minijob (2012)
Zitatform
Voss, Dorothea & Claudia Weinkopf (2012): Niedriglohnfalle Minijob. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 65, H. 1, S. 5-12. DOI:10.5771/0342-300X-2012-1-5
Abstract
"In diesem Beitrag steht die Funktion von Minijobs in den Beschäftigungsstrategien von Unternehmen im Vordergrund. Auf Basis empirischer Ergebnisse wird gezeigt, dass das im Teilzeit- und Befristungsgesetz verankerte Diskriminierungsverbot von geringfügig Beschäftigten in der Praxis häufig unterlaufen wird. Dadurch erweisen sich Minijobs für die große Mehrheit der geringfügig Beschäftigten als Niedriglohnfalle, was auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt insgesamt hat. Arbeitgeber nutzen Minijobs offenbar als 'Exit-Option', um tarifliche und gesetzliche Standards zu umgehen und damit ihre Arbeitskosten zu senken. Da nach der Analyse der Autorinnen kaum Praxisakteure für eine wirksame Durchsetzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes in der Arbeitswelt auszumachen sind, wird die Auffassung vertreten, dass der Gesetzgeber gefordert ist. Die gravierenden Folgewirkungen von Minijobs können nur dadurch wirksam unterbunden werden, dass der Sonderstatus Minijob abgeschafft wird." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Werkvertrag, freier Dienstvertrag und Arbeitsvertrag: Abgrenzung und Identifikation im deutschen Recht und in ausländischen Rechtsordnungen. Abschlussbericht (2012)
Waas, Bernd;Zitatform
Waas, Bernd (2012): Werkvertrag, freier Dienstvertrag und Arbeitsvertrag. Abgrenzung und Identifikation im deutschen Recht und in ausländischen Rechtsordnungen. Abschlussbericht. Düsseldorf, 72 S.
Abstract
"- Zwischen Werkvertrag und Dienstvertrag (bzw. Arbeitsvertrag) besteht ein weiter Überschneidungsbereich.
- Insbesondere erweist sich die verbreitete Unterscheidung von Erfolg (Werkvertrag) und Tätigkeit (Dienstvertrag) für die Abgrenzung als nicht tragfähig, da zum einen auch das Wirken erfolgsbezogen und zum anderen auch dem Werkvertrag eine Tätigkeitspflicht eigen ist.
- Ein (scheinbarer) Werkvertrag sollte als Arbeitsvertrag identifiziert werden, wenn der Vertrag - durch Begründung eines ausreichend starken 'Tätigkeitsbezugs' - eine ähnliche weitreichende Bindung des Verpflichteten bewirkt wie dies im 'Normalfall' eines Arbeitsvertrags zu beobachten ist.
- Unter derselben Voraussetzung sollte ein (scheinbarer) Werkvertrag unter Einschaltung von Erfüllungsgehilfen als Fall der Arbeitnehmerüberlassung qualifiziert werden.
- In manchen ausländischen Rechtsordnungen ist das Bemühen um eine Präzisierung der Kriterien zur Abgrenzung des Arbeitsvertrags vom Werkvertrag erkennbar. Vielfach bestehen überdies Vermutungsregeln.
- Schließlich finden sich im Ausland auch Beispiele dafür, arbeitsrechtliche Bestimmungen teilweise gegenüber Nichtarbeitnehmern zur Anwendung zu bringen." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Atypische Beschäftigung: Arbeitsmarkt im Wandel (2012)
Wingerter, Christian;Zitatform
Wingerter, Christian (2012): Atypische Beschäftigung: Arbeitsmarkt im Wandel. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 92, H. 3, S. 208-210.
Abstract
Auf der Grundlage von Daten aus dem Mikrozensus unternimmt der Autor eine differenzierte Betrachtung der Arbeitsmarktentwicklung für die letzten 15 Jahre. Er stellt fest, dass das Normalarbeitsverhältnis nach wie vor die wichtigste Beschäftigungsform ist. Trotzdem gestalten sich die Arbeitsverhältnisse vielfältiger und die atypische Beschäftigung hat zugenommen. Im Jahr 2010 befanden sich 22,4 Prozent aller Arbeitnehmer in einem derartigen Beschäftigungsverhältnis. Am stärksten war der Zuwachs bei der Zahl der Teilzeitbeschäftigten, wobei diese meist der geringfügigen Beschäftigung zuzuordnen ist. Von der Wirtschaftskrise besonders betroffen waren Leiharbeit und befristete Beschäftigung. Die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse ist auch während der Krise leicht gestiegen, was als Indiz für die Fachkräftesicherung durch die Arbeitgeber gesehen wird. (IAB)
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Literaturhinweis
Frauen im Minijob: Motive und (Fehl-)Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf (2012)
Wippermann, Carsten;Zitatform
(2012): Frauen im Minijob. Motive und (Fehl-)Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf. Berlin, 98 S.
Abstract
"Geringfügige Beschäftigung ist ein Instrument, welches den Einsatz von Arbeitskräften flexibel machen, Schwarzarbeit abbauen sowie Arbeitslosen und der sogenannten 'Stillen Reserve' einen leichten Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen sollte. Diesem Anspruch, eine Brücke in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu sein, werden die 'Minijobs' aber selten gerecht. Dies zeigt die aktuelle Studie 'Frauen im Minijob', die vom DELTA-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt wurde. Die wichtigsten Motive für den Einstieg ein den Minijob sind die flexiblen Arbeitszeiten und die geringe Stundenzahl. Minijobs entwickeln jedoch - branchenunabhängig - ausgeprägte Klebeeffekte. Frauen im Minijob machen die Erfahrung, dass sie - auch mit einer qualifizierten Berufsausbildung - bei dauerhafter Tätigkeit im Minijob nicht mehr als qualifizierte Fachkraft gelten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Entgeltgleichheit und Begrenzung der Flexibilisierung geringfügiger Beschäftigung durch kollektivrechtliche Regelungen (2012)
Zitatform
Zimmer, Reingard (2012): Entgeltgleichheit und Begrenzung der Flexibilisierung geringfügiger Beschäftigung durch kollektivrechtliche Regelungen. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 65, H. 1, S. 50-57. DOI:10.5771/0342-300X-2012-1-50
Abstract
"Die abgabenprivilegierte geringfügige Beschäftigung ist arbeitsrechtlich insbesondere hinsichtlich der Arbeitszeitverteilung und der Entlohnung missbrauchsanfällig. Rechte der Beschäftigten - wie z. B. das auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall - werden flächendeckend missachtet, diskriminierende Praktiken sind keine Seltenheit. Zum Teil werden (nur) mit Minijobbern Nettolohnabreden getroffen - eine unzulässige Umgehung sozialrechtlicher Bestimmungen, da der Arbeitgeber die Sozialabgaben bei geringfügiger Beschäftigung nicht auf die Minijobber abwälzen darf. Diese Praktik stellt zudem eine Diskriminierung geringfügig Beschäftigter dar. Auch die im Teilzeit- und Befristungsgesetz normierten Regularien zu Arbeit auf Abruf werden oftmals nicht eingehalten. Insbesondere hier können Betriebs- und Tarifvertragsparteien zum Schutz von Minijobbern tätig werden. Diese Möglichkeiten werden im Artikel dargestellt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Der Arbeitsmarkt in Deutschland: Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklungen, Januar 2012 (2012)
Abstract
"Die Beschäftigung in der Zeitarbeit in Deutschland wächst seit Jahren und mit nur kurzzeitigen Unterbrechungen mit hoher Dynamik.
- Aktuell zeigt sich ein Abflachen in der Dynamik des Beschäftigungswachstums.
- Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist die Verbreitung der Zeitarbeit leicht überdurchschnittlich.
- Die Arbeitnehmerüberlassung reagiert frühzeitig auf Änderungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen und ist daher ein Frühindikator für die Entwicklung am Arbeitsmarkt.
- Die Zeitarbeitsbranche zeichnet sich durch einen anhaltend hohen Arbeitskräftebedarf aus.
- Mit 910.000 Leiharbeitnehmern im Juni 2011 wurde erstmals die Marke von 900.000 Leiharbeitnehmern überschritten.
- Der Anteil der Beschäftigten in der Zeitarbeit an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt bei knapp drei Prozent.
- Vom Beschäftigungsanstieg von Juni 2010 auf Juni 2011 gehen noch 17 Prozent auf die Arbeitnehmerüberlassung zurück.
- Der Anstieg der Leiharbeitnehmer in den letzten Jahren geht überwiegend auf die Tätigkeitsfelder Hilfstätigkeiten und Dienstleistungen zurück.
- 73 Prozent der Leiharbeitnehmer sind männlich.
- Fast drei von zehn Beschäftigten in der Zeitarbeit verfügen über keine abgeschlossene Berufsausbildung.
- Die Arbeitnehmerüberlassung ist von hoher Dynamik geprägt: Im 1. Halbjahr 2011 wurden 580.000 Zeitarbeitsverhältnisse neu abgeschlossen und 569.000 Beschäftigungsverhältnisse beendet.
- Die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse endet nach weniger als drei Monaten.
- Die hohe Dynamik der Branche spiegelt sich auch in einem überdurchschnittlich hohen Entlassungsrisiko.
- Die erzielten mittleren Bruttoarbeitsentgelte in der Zeitarbeit liegen unter den mittleren Entgelten im Durchschnitt über alle Branchen." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Sichere Arbeitsplätze statt prekärer Jobs: DGB-Vorschlag zur Reform kleiner Arbeitsverhältnisse (2012)
Zitatform
(2012): Sichere Arbeitsplätze statt prekärer Jobs: DGB-Vorschlag zur Reform kleiner Arbeitsverhältnisse. (Arbeitsmarkt aktuell 2012,03), Berlin, 14 S.
Abstract
"Aktuell gibt es über sieben Millionen Arbeitsverhältnisse, in denen die Beschäftigten nicht mehr als 400 Euro verdienen. Das sind etwa 20 % aller Arbeitnehmer/innen in Deutschland. Davon sind 2,5 Mio. Nebentätigkeiten (Hinzuverdienst) - also arbeiten 4,9 Mio. ausschließlich in Mini-Jobs.
Im Durchschnitt verdienen die Mini-Jobberinnen und Mini-Jobber aber nicht 400 Euro, sondern nur ca. 260 Euro (West) bzw. 200 Euro (Os). Mehr als drei Viertel erhalten einen Stundenlohn von unter 8,50 Euro. Der Mini-Jobbereich ist ein extremer Niedriglohnsektor.
Nicht die Nachfrage durch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bestimmt die hohe Zahl der Mini-Jobs, sondern das Angebot durch die Arbeitgeber. Aufgrund des hohen finanziellen und zeitlichen Flexibilisierungspotenzials sind geringfügige Beschäftigungsverhältnisse vor allem für Arbeitgeber attraktiv. Inzwischen werden viele reguläre Arbeitsplätze - vor allem im Dienstleistungssektor - durch Mini-Jobs ersetzt." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
IAB-Betriebspanel Mecklenburg-Vorpommern: Ergebnisse der sechszehnten Welle 2011 (2012)
Abstract
"Das Ziel des IAB-Betriebspanels ist es, aktuelle repräsentative Daten über die Beschäftigungsentwicklung sowie Informationen über hierfür relevante ausgewählte wirtschaftliche Kennziffern der Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern bereitzustellen. Als zentraler inhaltlicher Themenkomplex des Fragebogens 2011 (Schwerpunktthema) stehen die Entwicklung des Fachkräftebedarfs und die Altersstruktur der Beschäftigten im Mittelpunkt des Gesamtberichtes. Vor dem Hintergrund einer steigenden Fachkräftenachfrage in Deutschland sowie demografischer Entwicklungstendenzen rücken Probleme der Deckung des Fachkräftebedarfs wieder verstärkt in den Vordergrund. Älter werdende Belegschaften haben Einfluss auf die Fachkräftesituation in den Betrieben und stellen diese vor neue Herausforderungen. Die aktuelle Abfrage der Altersgruppen der Beschäftigten in den Betrieben in Deutschland ermöglicht, Aussagen zu unterschiedlichen Problemlagen und Reaktionsmustern der Betriebe hinsichtlich ihrer Fachkräftesituation nach dem Alter der Betriebsbelegschaften zu treffen. Eine wichtige betriebliche Maßnahme zur Deckung des bestehenden und künftigen Fachkräftebedarfs ist die betriebliche Aus- und Weiterbildung. In der diesjährigen Auswertung wird verstärkt auf den Zusammenhang zwischen Problemen bei der Fachkräftedeckung und betrieblichem Engagement in der Aus- und Weiterbildung eingegangen. Hierbei soll auch der Frage nachgegangen werden, inwieweit Betriebe mit unterschiedlichen Altersstrukturen ihrer Belegschaften differenziert agieren.
Standardmäßig wird im IAB-Betriebspanel die sogenannte atypische Beschäftigung in die Auswertung einbezogen. Hierbei handelt es sich um Beschäftigungsverhältnisse, die vom Normalarbeitsverhältnis abweichen wie Teilzeitbeschäftigung einschließlich Mini-Jobs, befristete Beschäftigung und Leiharbeit. Die Bedeutung atypischer Beschäftigung hat sich in Ost- wie Westdeutschland in den vergangenen Jahren erhöht. In der diesjährigen Auswertung wird verstärkt auf Fragen der Befristung von Beschäftigungsverhältnissen eingegangen. Darüber hinaus soll in der diesjährigen Auswertung über einen Längsschnitt ermittelt werden, ob und wie Befristungen in den Betrieben in den letzten Jahren verbreitet waren.
In das diesjährige IAB-Betriebspanel wurden im Rahmen des Basisprogramms folgende, sich jährlich wiederholende Fragenkomplexe aufgenommen: Beschäftigungsentwicklung; Geschäftspolitik und Geschäftsentwicklung; Ertrag und Gewinn; betriebliche Investitionen und Innovationen, Forschung und Entwicklung; betriebliche Weiterbildung; Personalstruktur, Personalbewegung und Personalsuche; Berufsausbildung und Ausbildungsstellen; Tarif und Lohn, Öffnungsklauseln.
Insgesamt beteiligten sich in Mecklenburg-Vorpommern 891 Betriebe aller Branchen und Größen an der Befragung; in Ostdeutschland 5.865 und bundesweit 15.283 Betriebe." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Regionale Entwicklung atypischer Beschäftigung: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion DIE LINKE (Drucksache 17/11503) (2012)
Zitatform
(2012): Regionale Entwicklung atypischer Beschäftigung. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion DIE LINKE (Drucksache 17/11503). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 17/11968 (20.12.2012)), 139 S.
Abstract
"Zur atypischen Beschäftigung zählen befristete Verträge, Leiharbeitsverhältnisse, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse und Teilzeitarbeit. Das Ausmaß und der Anteil dieser Beschäftigungsformen variiert in den einzelnen Regionen Deutschlands. Im Folgenden werden daher Zahlen zur Entwicklung atypischer Beschäftigung in den Regionen abgefragt." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Der Arbeitsmarkt in Deutschland: Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklungen, Juli 2012 (2012)
Abstract
"Die Beschäftigung in der Zeitarbeit in Deutschland wächst seit Jahren und mit nur kurzzeitigen Unterbrechungen mit hoher Dynamik. Seit mehreren Monaten zeigt sich allerdings ein Abflachen in der Dynamik des Beschäftigungswachstums. Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist die Verbreitung der Zeitarbeit leicht überdurchschnittlich. Die Arbeitnehmerüberlassung reagiert frühzeitig auf Änderungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen und ist daher ein Frühindikator für die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Zeitarbeitsbranche zeichnet sich durch einen nach wie vor hohen Arbeitskräftebedarf aus. Zuletzt haben die gemeldeten Stellen aber leicht nachgegeben. Der Anteil der Beschäftigten in der Zeitarbeit an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt bei knapp drei Prozent. Vom Beschäftigungsanstieg von Juni 2010 auf Juni 2011 gehen noch 17 Prozent auf die Arbeitnehmerüberlassung zurück. Aktuell - im April 2012 - wirkt die Zeitarbeit dämpfend auf das generelle Beschäftigungswachstum. Der Strukturwandel zeigt sich auch in der Arbeitnehmerüberlassung. 71 Prozent der Leiharbeitnehmer sind männlich. Fast drei von zehn Beschäftigten in der Zeitarbeit verfügen über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Arbeitnehmerüberlassung ist von hoher Dynamik geprägt: Im zweiten Halbjahr 2011 wurden 561.000 Zeitarbeitsverhältnisse neu abgeschlossen und 702.000 Beschäftigungsverhältnisse beendet. Knapp die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse endet nach weniger als drei Monaten. Die hohe Dynamik der Branche spiegelt sich auch in einem überdurchschnittlich hohen Risiko, aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung heraus in Arbeitslosigkeit zuzugehen. Die erzielten mittleren Bruttoarbeitsentgelte in der Zeitarbeit liegen unter den mittleren Entgelten im Durchschnitt über alle Branchen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Niedriglohn und Beschäftigung 2010: Begleitmaterial zur Pressekonferenz am 10. September 2012 in Berlin (2012)
Zitatform
(2012): Niedriglohn und Beschäftigung 2010. Begleitmaterial zur Pressekonferenz am 10. September 2012 in Berlin. (DeStatis - wissen, nutzen), Wiesbaden, 32 S.
Abstract
"Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich in robuster Verfassung - trotz Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht die Zahl der Erwerbstätigen historische Höchststände und auch die Erwerbslosenzahl hat sich verringert. In diesem Zusammenhang wird jedoch auch häufig die Frage diskutiert, wie sich neben dem Wandel der Erwerbsformen die Verdienstsituation der Beschäftigten verändert hat. Antworten darauf gibt die Erhebung der Struktur der Arbeitsverdienste. Diese Erhebung führen die statistischen Ämter nur alle vier Jahre durch - das Statistische Bundesamt stellt auf der Pressekonferenz die aktuellen Ergebnisse des Jahres 2010 mit Fokus auf dem Niedriglohnbereich vor. Dabei werden unter anderem folgende Fragen beantwortet:
- Wie viel Prozent der Beschäftigten arbeiteten 2010 für einen Niedriglohn? In welchen Branchen kommen niedrige Verdienste am häufigsten vor?
- Wie hoch ist das Niedriglohnrisiko atypisch Beschäftigter? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen atypischer Beschäftigung und beruflicher Qualifikation?
- Investieren Niedriglohnbezieher über Entgeltumwandlung in eine Betriebsrente und nutzen die staatliche Förderung?" (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Unzureichende Bildung: Folgekosten für die öffentlichen Haushalte: eine Studie des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung (2011)
Zitatform
Allmendinger, Jutta, Johannes Giesecke & Dirk Oberschachtsiek (2011): Unzureichende Bildung: Folgekosten für die öffentlichen Haushalte. Eine Studie des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Gütersloh, 76 S.
Abstract
"Unzureichende berufliche Bildung führt zu hohen gesellschaftlichen Folgekosten. Jahr für Jahr starten rund 150.000 junge Menschen ohne Ausbildungsabschluss und damit mit schlechten Zukunftsperspektiven ins Berufsleben. Wenn es nicht gelingt, diese Zahl zu verringern, entstehen für die öffentlichen Haushalte Belastungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro pro Altersjahrgang. Das zeigt eine Studie des WZB im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Diese Folgekosten entstehen im Verlauf des Erwerbslebens der Betroffenen durch entgangene Lohnsteuern und Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sowie Ausgaben für Arbeitslosengeld und notwendige Sozialtransfers." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Unsichere Erwerbsbeteiligung und Prekarität (2011)
Bartelheimer, Peter;Zitatform
Bartelheimer, Peter (2011): Unsichere Erwerbsbeteiligung und Prekarität. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 64, H. 8, S. 386-393. DOI:10.5771/0342-300X-2011-8-386
Abstract
"In diesem Beitrag wird vorgeschlagen, konzeptionell zwischen Erwerbsformen mit prekärem Potenzial, prekärer Arbeit im Haushaltszusammenhang und im Lebensverlauf und prekären sozialen Lagen zu unterscheiden. Da für ein solches erweitertes Verständnis von Prekarität das Normalarbeitsverhältnis ein zu enger normativer Bezugspunkt wäre, muss eine Verständigung über das Teilhabeversprechen gesicherter Erwerbsarbeit neu gesucht werden. Prekaritätsforschung muss insbesondere den Haushaltszusammenhang, in dem atypische Beschäftigungsverhältnisse eingegangen werden, und Muster des Erwerbsverlaufs als notwendige Kontextinformationen berücksichtigen. Ausgewähltes empirisches Material zu Erwerbskonstellationen und Lebensverlaufsmustern werden diskutiert. Die Bezugnahme auf Castels 'Zonen' der Integration und Gefährdung soll auf der sozialstrukturellen Ebene die zunehmend ungleichen Möglichkeiten von Haushalten bezeichnen, die materiellen Risiken unsicherer Erwerbsbeteiligung zu kompensieren und Möglichkeiten und Bedingungen von Erwerbs- und Sorgearbeit zu wählen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Beschäftigung, Arbeit und Unternehmertum in deutschen Kleinbetrieben: Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2010 (2011)
Zitatform
Bechmann, Sebastian, Vera Dahms, Agnes Fischer, Marek Frei, Ute Leber & Iris Möller (2011): Beschäftigung, Arbeit und Unternehmertum in deutschen Kleinbetrieben. Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2010. (IAB-Forschungsbericht 07/2011), Nürnberg, 110 S.
Abstract
"Die Daten des IAB-Betriebspanels zeigen, dass sich kleinere Betriebe in vielen Punkten von größeren Betrieben unterscheiden. Unterschiede in der Beschäftigten- und Eigentümerstruktur zeigen sich darin, dass kleinere Betriebe seltener wissensintensive Arbeitsplätze anbieten als größere Betriebe bzw. mehrheitlich eigentümergeführt sind und meist als eigenständige Unternehmen ohne weitere Niederlassungen am Markt auftreten. Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zeigen sich vor allem in einem geringeren Produktivitäts- und Lohnniveau, aber auch in der geringeren Exportquote der kleineren Betriebe.
Die Daten des IAB-Betriebspanels zeigen darüber hinaus, dass der Beschäftigungsanstieg im Jahr 2010 - die Zahl der Beschäftigten erreichte einen Höchststand seit der deutschen Wiedervereinigung - sehr stark vom Beschäftigungswachstum bei den Kleinstbetrieben getragen wurde. Der Beschäftigungsanstieg wiederum führte zu einer steigenden Nachfrage nach Fachkräften. Der Fachkräftebedarf und ebenso das Ausmaß der Schwierigkeiten, Fachkräftestellen zu besetzen, waren ähnlich hoch wir vor der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2008/2009. Vor allem kleinere Betriebe hatten Schwierigkeiten, Fachkräftestellen neu zu besetzen.
Unterschiede zwischen kleineren und größeren Betrieben gab es auch in der Art der Nutzung von befristeten Arbeitsverträgen sowie von Leiharbeitern. Von den kleineren Betrieben nutzte nur ein geringer Teil befristete Arbeitsverträge oder Leiharbeiter. Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen sind die Motive für den Abschluss befristeter Arbeitsverträge in allen Betriebsgrößenklassen ähnlich. Vor allem der zeitlich begrenzte Bedarf an Arbeitskräften wurde genannt. Insgesamt deuten die Befunde darauf hin, dass befristete Beschäftigung für die Mehrheit der befristet Beschäftigten keine Brücke in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis im Einstellungsbetrieb darstellt.
Zwischen kleineren und größeren Betrieben gibt es Unterschiede auch bei den Arbeitszeitregelungen. Die vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit ist in kleineren Betrieben länger als in größeren Betrieben. Auftragsspitzen werden nach wie vor gerne mit Überstunden bewältigt, insbesondere in größeren Betrieben. Wegen der oftmals fehlenden Möglichkeit, geleistete Überstunden mit Freizeit auszugleichen, führen Überstunden vor allem in kleineren Betrieben langfristig zu einer Erhöhung der Jahresarbeitszeit. Im Vergleich zu größeren Betrieben bilden kleinere Betriebe seltener aus und haben zudem häufiger Schwierigkeiten, die von ihnen angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Das Gros der Ausbildungsabsolventen blieb nach Abschluss der Ausbildung auch im Jahr 2010 im eigenen, ausbildenden Betrieb. Kleinere Betriebe hatten also nicht nur größere Schwierigkeiten bei der Gewinnung von neuen Arbeitskräften und Fachkräften, sondern auch beim Halten von Fachkräften und Weiterbeschäftigen von frisch ausgebildeten Fachkräften. Hinzu kommt, dass kleinere Betriebe seltener weiterbilden als größere Betriebe. Gleichwohl ist der Anteil von Mitarbeitern mit Weiterbildung ähnlich hoch.
Auch Innovations- und Investitionsaktivitäten sind sehr stark von der Betriebsgröße auf der einen Seite und FuE-Aktivitäten auf der anderen Seite abhängig. Größere Betriebe sowie Betriebe mit FuE-Aktivitäten innovieren häufiger als kleinere Betriebe bzw. Betriebe ohne FuE-Aktivitäten. Darüber hinaus investieren größere Betriebe häufiger als kleinere Betriebe. Bei Betrachtung der Investitionen pro Beschäftigten in den investierenden Betrieben zeigen sich aber keine Unterschiede zwischen den einzelnen Betriebsgrößenklassen. Der Fremdkapitalbedarf bei kleineren Betrieben ist höher als bei größeren Betrieben." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Befristete Verträge und Arbeitsplatzdynamik in baden-württembergischen Betrieben: eine empirische Analyse auf der Basis des IAB-Betriebspanels (2011)
Behringer, Jan; Dengler, Carina; Boockmann, Bernhard;Zitatform
Behringer, Jan, Carina Dengler & Bernhard Boockmann (2011): Befristete Verträge und Arbeitsplatzdynamik in baden-württembergischen Betrieben. Eine empirische Analyse auf der Basis des IAB-Betriebspanels. (IAW-Kurzberichte 2011,02), Tübingen, 47 S.
Abstract
"Atypische Arbeitsverhältnisse sind seit geraumer Zeit ein Gegenstand öffentlicher Diskussion. Auf der einen Seite bieten befristete Beschäftigungsverhältnisse, Leiharbeit und andere Formen der atypischen Arbeit Betrieben Flexibilisierungsmöglichkeiten, die ihnen die Anpassung der Beschäftigung an Schocks erleichtert. Andererseits wird befürchtet, dass reguläre und langfristige Arbeitsverhältnisse durch kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse verdrängt werden und eine dauerhafte Segmentierung des Arbeitsmarktes entsteht. Je nachdem, welche Argumentation empirisch relevanter ist, bieten sich unterschiedliche wirtschaftspolitische Handlungsoptionen. Vor diesem Hintergrund analysiert das IAW in dem Kurzbericht die Entwicklung der atypischen Beschäftigung in Baden-Württemberg auf der Basis des IAB-Betriebspanels.
Der Bericht gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil werden die Beschäftigungsanteile in atypischen Arbeitsverhältnissen (befristete Beschäftigung, Leiharbeit, geringfügige Beschäftigung und "Midi- Jobs", freie Mitarbeit, Praktika) über den Zeitverlauf seit dem Jahr 2000 dargestellt, um Trends und zyklische Entwicklung dieser Beschäftigungsformen zu ermitteln und die Hypothese zu prüfen, dass diese Beschäftigungsformen von den Betrieben als Möglichkeit zur Anpassung an konjunkturelle Schocks genutzt werden. Im zweiten Teil wird untersucht, ob auf betrieblicher Ebene eine Verdrängung von regulärer durch befristete Arbeit festzustellen ist. Dazu wird das Analysekonzept von Boockmann und Hagen (2002) angewendet. Die Ergebnisse der Analyse für das Jahr 2010 werden den Ergebnissen von Boockmann und Hagen für das Jahr 2001 gegenübergestellt. Im dritten Teil wird der Zusammenhang von befristeter Beschäftigung sowie Leiharbeit und Institutionen untersucht. Dabei wird besonders die Rolle des Betriebsrates herausgestellt. Auf der Basis von Hypothesen über die Funktionsweise von Betriebsräten wird untersucht, ob Betriebe mit Betriebsrat tendenziell weniger oder mehr befristete Beschäftigung oder Leiharbeit nutzen." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Leiharbeit in Bayern: unreguliert, unterbezahlt, unsicher (2011)
Biehler, Hermann;Zitatform
Biehler, Hermann (2011): Leiharbeit in Bayern. Unreguliert, unterbezahlt, unsicher. München, 40 S.
Abstract
"Die vorliegende Untersuchung geht der Frage nach, welche Entwicklungen die Leiharbeit in Bayern im Verlauf der jüngsten Wirtschaftskrise Ende 2008 bis Anfang 2010 genommen hat. Wenngleich die Krisenursachen nicht behoben und Rückschläge im Wirtschaftswachstum nicht auszuschließen sind, ist auf dem Arbeitsmarkt inzwischen eine zahlenmäßige Entspannung gegenüber dem Herbst 2008 eingetreten, die in so kurzer Zeit nicht zu erwarten war.
Zentraler Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist, welche Rolle die Leiharbeit im Bund und in Bayern vor, während und nach diesem größten konjunkturellen Einbruch in der Geschichte der Bundesrepublik gespielt hat. Außerdem richten wir unsere Aufmerksamkeit auf strukturelle Merkmale von Leiharbeit wie ihre regionale Verbreitung in Bayern und die Einkommenssituation von Leiharbeitskräften.
Des Weiteren haben wir die vorliegende Datenlage genutzt, um die vielfach geäußerte These von einer Brückenfunktion der Leiharbeit zurück in den regulären Arbeitsmarkt anhand objektiver Fakten zu hinterfragen." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Trade union responses to precarious employment in Germany (2011)
Bispinck, Reinhard; Schulten, Thorsten;Zitatform
Bispinck, Reinhard & Thorsten Schulten (2011): Trade union responses to precarious employment in Germany. (WSI-Diskussionspapier 118), Düsseldorf, 63 S.
Abstract
"Seit Mitte der 1980er Jahr hat der Anteil prekärer Beschäftigung in Deutschland kontinuierlich zugenommen und umfasst mittlerweile etwa ein Drittel aller Beschäftigungsverhältnisse. Angesichts der negativen sozialen und ökonomischen Folgen werden die Stimmen immer lauter, die für eine Re-Regulierung des Arbeitsmarktes eintreten.
Die Studie analysiert die Antworten der Gewerkschaften gegenüber der zunehmenden Bedeutung prekärer Beschäftigung: dabei werden vier strategische Ansätze unterschieden:
1. Gesetzliche Änderungen, um bestimmte Formen prekärer Beschäftigung zu verhindern, zu begrenzen oder zu verbieten;
2. Tarifverträge zur Begrenzung prekärer Beschäftigung und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von prekär Beschäftigten;
3. Organisierung von prekär Beschäftigten und die Entwicklung praktischer Hilfs- und Unterstützungsangebote;
4. Die Entwicklung eines gewerkschaftlichen Leitbildes von 'Guter Arbeit' als Gegenmodell zu prekärer Beschäftigung.
Nach einem allgemeinen Überblick über die verschiedenen gewerkschaftlichen Strategien, enthält das Papier vier Fallstudien in den folgenden Bereichen: Niedriglöhne, Leiharbeit, Abhängige Selbstständige, Auszubildende. Die Studie ist Teil eines europäischen Projektes 'Bargaining for Social Rights' (BARSORI), das von der Europäischen Kommission finanziert wird (Ref. VS/2010/0811)." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Schwerpunkt Zeitarbeit - Balance von Flexibilität und Stabilität (2011)
Zitatform
Bouncken, Ricarda B. & Manfred Bornewasser (Hrsg.) (2011): Schwerpunkt Zeitarbeit - Balance von Flexibilität und Stabilität. (Beiträge zur Flexibilisierung 01), Bayreuth: Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Strategisches Management und Organisation, 228 S.
Abstract
"'Flex4Work' ist ein vom BMBF gefördertes Projekt der Universitäten Bayreuth und Greifswald. Wissenschaftler verschiedener Disziplinen (Betriebswirtschaftslehre, Psychologie, Rechtswissenschaft und Medizin) sowie Praktiker erforschen im Zeitraum von September 2009 bis Juli 2012 den Einsatz, die Erfolgsfaktoren, die Limitationen und zukünftige Perspektiven von Flexibilisierungsinstrumenten der Arbeit mit dem Schwerpunkt Zeitarbeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Anhaltender Strukturwandel zur Teilzeitbeschäftigung (2011)
Brenke, Karl;Zitatform
Brenke, Karl (2011): Anhaltender Strukturwandel zur Teilzeitbeschäftigung. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 78, H. 42, S. 3-12.
Abstract
"Die Bedeutung der Teilzeitbeschäftigung ist stark gewachsen - in Deutschland wie generell in Europa. In Deutschland hat sie in überdurchschnittlichem Maße zugelegt und ist derzeit stärker verbreitet als im EU-Durchschnitt. Offenbar handelt es sich um einen grundlegenden Strukturwandel, denn die Teilzeitarbeit hat unbeeinflusst von konjunkturellen Entwicklungen zugenommen. Wenngleich nach wie vor insbesondere einfache Tätigkeiten in Teilzeit ausgeübt werden, haben immer mehr Erwerbstätige mit einer mittleren oder hohen Qualifikation verkürzte Arbeitszeiten. Teilzeitarbeit hat sich auf immer mehr Berufsfelder und Tätigkeiten ausgebreitet. Für einen Strukturwandel spricht auch, dass sie besonders kräftig unter den Männern zugelegt hat. Dennoch sind verkürzte Arbeitszeiten nach wie vor eindeutig die Domäne von Frauen - und zwar europaweit. Obwohl sich die Teilzeitquoten von Männern und Frauen in Deutschland einander angenähert haben, ist der Unterschied immer noch deutlich größer als in den meisten anderen europäischen Staaten. Große Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich in Deutschland wie generell in der EU hinsichtlich der Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung: Bei Frauen sind es vor allem familiäre Motive, bei Männern dagegen eher die berufliche Qualifizierung und insbesondere der Mangel an Vollzeitstellen. Bei nicht wenigen Frauen ist ebenfalls ein unzureichendes Arbeitsplatzangebot ein Grund, sich mit einer Teilzeitstelle zu bescheiden. Trotz der in den letzten Jahren verbesserten Arbeitsmarktlage in Deutschland hat sich die Zahl derjenigen Erwerbstätigen, für die ein Teilzeitjob nur eine Notlösung darstellt, bei reichlich zwei Millionen eingependelt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Solo-Selbständige in Deutschland: Strukturen und Erwerbsverläufe. Untersuchung für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Endbericht (2011)
Brenke, Karl;Zitatform
Brenke, Karl (2011): Solo-Selbständige in Deutschland. Strukturen und Erwerbsverläufe. Untersuchung für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Endbericht. (Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Forschungsbericht Sozialforschung 423), Berlin, 39 S.
Abstract
"Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung beauftragt, eine Kurzexpertise über die Solo-Selbständigen, also die Selbständigen ohne Arbeitnehmer, zu erstellen. Neben der Struktur und Entwicklung dieser Gruppe von Erwerbstätigen sollte besonderes Augenmerk auf deren Erwerbsverläufe sowie auf deren Einkommen und soziale Absicherung gelegt werden. Als Quellen wurden vor allem die Daten des Mikrozensus sowie die des Sozio-ökonomischen Panels verwendet; es wurden sowohl Querschnitts- als auch Längsschnittanalysen vorgenommen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Qualifikation + Leiharbeit = Klebeeffekt?: die (Wieder-)Eingliederung benachteiligter Jugendlicher in den Arbeitsmarkt (2011)
Brinkmann, Ulrich; Scherschel, Karin; Eversberg, Dennis ; Kupka, Peter ; Schaffner, Sandra ; Kluve, Jochen; Ehlert, Christoph;Zitatform
Brinkmann, Ulrich, Christoph Ehlert, Dennis Eversberg, Jochen Kluve, Peter Kupka, Sandra Schaffner & Karin Scherschel (2011): Qualifikation + Leiharbeit = Klebeeffekt? Die (Wieder-)Eingliederung benachteiligter Jugendlicher in den Arbeitsmarkt. (IAB-Bibliothek 328), Bielefeld: Bertelsmann, 207 S. DOI:10.3278/300743w
Abstract
"Der Band dokumentiert die Umsetzung und die Wirkungen eines Modellprojekts, dessen Ziel es war, Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen durch eine Kombination von Leiharbeitseinsätzen, Qualifikationsphasen und individuellem Coaching in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Projekt wurde in mehreren SGB-II-ARGEn in Kooperation mit einem überregionalen Leiharbeitsunternehmen durchgeführt. Einführend geben Standortanalysen einen Überblick über Situation und Entwicklung der lokalen Arbeitsmärkte in den Untersuchungsregionen. Die folgenden Implementationsstudien beschreiben das Zusammenwirken der Elemente Zeitarbeit, Qualifizierung und Coaching in der Praxis, außerdem werden Überlegungen zum Funktionieren dieser Form einer Public Private Partnership angestellt. Des Weiteren untersuchen die Autoren den Einfluss der Maßnahme auf Motivation und Kompetenzen der teilnehmenden Jugendlichen. Es wird eine Typologie entwickelt, die den Umgang von Jugendlichen unterschiedlicher sozialer Herkunft mit den Anforderungen und Angeboten der Maßnahme reflektiert. Schließlich wird die Wirkung des Projekts im Hinblick auf Übergänge in den Arbeitsmarkt insgesamt und an den einzelnen Standorten analysiert. Bilanzierend ergibt sich das Bild, dass die Umsetzung von den unterschiedlichen teils konfligierenden Interessen der Kooperationspartner sehr stark geprägt war. Dies führte dazu, dass die eigentliche Zielgruppe nur zum Teil erreicht wurde, dass die Qualifizierungsanteile nicht so funktionierten wie geplant und dass auch das Coaching teilweise problematisch war. Dennoch gab es durchaus Erfolge der Maßnahme, nämlich dort, wo diese komplett durchlaufen wurde und ein relativ hohes Maß an Kontinuität sowohl bei den Arbeitseinsätzen als auch bei den Qualifizierungsmodulen gegeben war. Hohe Fluktuation und kurze Teilnahmedauern führten dagegen nicht zum gewünschten Ergebnis." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Prekarität und Macht: Disziplinierung im System der Auswahlprüfungen (2011)
Dörre, Klaus;Zitatform
Dörre, Klaus (2011): Prekarität und Macht: Disziplinierung im System der Auswahlprüfungen. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 64, H. 8, S. 394-401. DOI:10.5771/0342-300X-2011-8-394
Abstract
"Prekarität gehört inzwischen zu den großen Themen der sozialwissenschaftlichen Gegenwartsanalyse und Zeitdiagnostik. In der Arbeitsmarktforschung wird die Machtdimension unsicherer Arbeits- und Lebensverhältnisse jedoch häufig vernachlässigt. Hier setzt der Beitrag an. Prekarisierungsprozesse, so die hier vertretene These, erzeugen ein Disziplinarregime. Dieses Regime beruht auf Bewährungsproben, für die sich Individuen qualifizieren müssen. Die Quasi-Institutionalisierung von Auswahlprüfungen bringt ein Machtgefälle am Arbeitsmarkt hervor, das mehr und mehr den gesamten Lebenszusammenhang (nicht nur) prekarisierter Gruppen strukturiert. Auswahlprüfungen vermitteln jenen, die in Unsicherheit leben müssen, eine besondere Selbstwahrnehmung. Den Prekarisierten wird ein Sonderstatus zugeschrieben, den sie selbst als Minderheitenperspektive wahrnehmen. Der Beitrag analysiert die Entstehung und Wirkung dieses Disziplinierungsregimes und fragt nach Ansatzpunkten für eine erneuerte Sozialkritik." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Wie prekär ist Zeitarbeit?: eine Analyse mit dem Matching-Ansatz (2011)
Zitatform
Dütsch, Matthias (2011): Wie prekär ist Zeitarbeit? Eine Analyse mit dem Matching-Ansatz. In: Zeitschrift für ArbeitsmarktForschung, Jg. 43, H. 4, S. 299-318. DOI:10.1007/s12651-011-0060-z
Abstract
"Zeitarbeit entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer sehr dynamisch wachsenden Beschäftigungsform auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen trägt dieser aktuellen Entwicklung Rechnung. Die quantitativen Untersuchungen zu einzelnen Aspekten der Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit lassen sich jedoch nicht zu einem ganzheitlichen Bild synthetisieren. Vor diesem Hintergrund bietet der Beitrag eine umfassende Analyse von Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit. Mit Hilfe des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) wird die Frage beantwortet, wie prekär die Beschäftigungsform Zeitarbeit ist. Dazu werden sieben Dimensionen definiert und mit Hilfe subjektiver und objektiver Items aus den Befragungsjahren 2006 und 2007 operationalisiert. Für die Datenanalyse wird ein empirischer Matching-Ansatz herangezogen, um zu den Zeitarbeitern eine adäquate Kontrollgruppe zu bilden. Die Beurteilung der Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit erfolgt dann in zwei Schritten. Zunächst wird eine komparative analytische Perspektive eingenommen, um feststellen zu können, ob Zeitarbeiter im Vergleich zu den Kontrollpersonen benachteiligt sind. Danach wird mittels objektiver Kriterien geprüft, ob Zeitarbeit prekär ist. Es ergibt sich folgender Befund: Zeitarbeiter sind mit Blick auf vergleichbare Normalbeschäftigte in spezifischer Weise benachteiligt. Dies gilt für die Entlohnung, die Beschäftigungsstabilität und die damit verbundenen negativen gesundheitlichen Auswirkungen sowie die Arbeitszufriedenheit. Darüber hinaus ist Zeitarbeit aufgrund der Beschäftigungsinstabilität prekär. Die geringen Qualifizierungsmöglichkeiten und die Anerkennungsdefizite sind hingegen auf arbeitsplatz- und personenspezifische Merkmale zurückzuführen und können nicht der Zeitarbeit zugeschrieben werden. Folglich kann die Beschäftigungsform Zeitarbeit in den meisten der hier analysierten Dimensionen nicht als prekär bezeichnet werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Job attitudes, behaviours and well-being among different types of temporary workers in Europe and Israel (2011)
Zitatform
Gracia, Francisco J., Jose Ramos, José María Peiró, Amparo Caballer & Beatriz Sora (2011): Job attitudes, behaviours and well-being among different types of temporary workers in Europe and Israel. In: International Labour Review, Jg. 150, H. 3/4, S. 235-254. DOI:10.1111/j.1564-913X.2011.00115.x
Abstract
"Applying an innovative typology based on preference for temporary employment and perceived employability, the authors empirically examine four types of temporary workers (and a group of permanent workers for comparison). In a sample of 1,300 employees from six countries, they find significant differences between the four types on a broad set of variables - including demographic and job characteristics, attitude and insecurity - but not in life satisfaction and well-being. They conclude with an argument against the equation of temporary employment with low-skilled workers unable to find a permanent job, stressing the valuable implications of more sensitive research for policy-making on flexicurity." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Leiharbeit und befristete Beschäftigung: Soziale Teilhabe ist eine Frage von stabilen Jobs (2011)
Zitatform
Gundert, Stefanie & Christian Hohendanner (2011): Leiharbeit und befristete Beschäftigung: Soziale Teilhabe ist eine Frage von stabilen Jobs. (IAB-Kurzbericht 04/2011), Nürnberg, 8 S.
Abstract
"Die Integration in den Arbeitsmarkt gilt als zentral für soziale Teilhabe und gesellschaftliche Integration. Dass die Zahl der Arbeitslosen Ende 2010 auf unter drei Millionen gesunken ist, wäre demnach ein gutes Zeichen für eine Verbesserung des Zusammenhalts in der Gesellschaft. Allerdings wird Personal immer häufiger über befristete Arbeitsverträge eingestellt oder über Zeitarbeitsfirmen ausgeliehen. Hier wird untersucht, wie sich temporäre Beschäftigung auf die subjektive Wahrnehmung der Betroffenen auswirkt: Fühlen sie sich sozial integriert oder von der Gesellschaft ausgeschlossen?" (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Part-time work and the hiring of older workers (2011)
Zitatform
Heywood, John S., Uwe Jirjahn & Georgi Tsertsvadze (2011): Part-time work and the hiring of older workers. In: Applied Economics, Jg. 43, H. 28, S. 4239-4255. DOI:10.1080/00036846.2010.491447
Abstract
"This research uses German establishment data to examine the relationship between back loading compensation, the hiring of older workers and their part time status. We confirm that establishments that defer compensation are less likely to hire older workers. We demonstrate for the first time that establishments that defer compensation are more likely to limit older workers to part time jobs, when they do hire them. Thus, deferred compensation plays a larger role in reducing the chances of older workers being hired into full time jobs than would be inferred from past estimates simply examining their odds of being hired at all." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Umfang und Bedeutung von Praktika aus betrieblicher Perspektive - Aktuelle Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel und der IAB-Erhebung des Gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots: öffentliches Fachgespräch des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags am 29. Juni 2011 (2011)
Zitatform
Hohendanner, Christian & Martina Rebien (2011): Umfang und Bedeutung von Praktika aus betrieblicher Perspektive - Aktuelle Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel und der IAB-Erhebung des Gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots. Öffentliches Fachgespräch des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags am 29. Juni 2011. (IAB-Stellungnahme 06/2011), Nürnberg, 17 S.
Abstract
"Das IAB äußert sich in dieser Stellungnahme zur Situation der Praktikantinnen und Praktikanten in Deutschland. Aus Sicht des IAB kommt letztlich dem Gesetzgeber die Aufgabe zu, die Vorteile 'nicht regulierter' Praktika als Suchmöglichkeit gegen die potenziellen Nachteile bei den Arbeitsbedingungen für Praktikanten beziehungsweise für junge Berufsanfänger abzuwägen. Allerdings gibt es in geringem Maße Anhaltspunkte dafür, dass für Arbeitgeber zum Teil Anreize bestehen, Praktika nicht im eigentlichen Sinne als Einstiegshilfe für Berufsanfänger, sondern als Ersatz für regulär Beschäftigte zu begreifen. Würde sich dies durch empirisch gesicherte Informationen erhärten, wäre eine weitergehende Regulierung gerade bei Personen mit abgeschlossener Ausbildung beziehungsweise Studium sinnvoll. Alternativ stehen den Betrieben ohnehin eine Vielzahl anderer Einstiegshilfen wie Befristungen, Leiharbeit oder freie Mitarbeit zur Verfügung. Jedoch gibt es bei weiteren Regulierungen auch Grenzen: Bei einer allzu starken Beschränkung bestünde möglicherweise das Risiko, dass sich Arbeitgeber bei der Einstellung von Praktikanten fortan zurückhalten. Dabei ist zwischen Praktika während und nach der Ausbildungsphase klar zu unterscheiden. Bei Praktika während des Studiums oder der Ausbildung wäre eine zu restriktive Regulierung eher hinderlich." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Mehr Stabilität und soziale Sicherheit - Stellung der Leiharbeitnehmer verbessern: öffentliche Anhörung von Sachverständigen vor dem Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags am 21. März 2011 (2011)
Jahn, Elke ; Promberger, Markus; Lehmer, Florian ; Möller, Joachim; Ziegler, Kerstin ; Walwei, Ulrich ;Zitatform
Jahn, Elke, Florian Lehmer, Joachim Möller, Markus Promberger, Ulrich Walwei & Kerstin Ziegler (2011): Mehr Stabilität und soziale Sicherheit - Stellung der Leiharbeitnehmer verbessern. Öffentliche Anhörung von Sachverständigen vor dem Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags am 21. März 2011. (IAB-Stellungnahme 03/2011), Nürnberg, 17 S.
Abstract
"Das IAB äußert sich in dieser Stellungnahme zu zwei Gesetzentwürfen zur Arbeitnehmerüberlassung. Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zielt darauf ab, Missbrauch zu verhindern und die Leiharbeitsrichtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates umzusetzen. Der Gesetzesentwurf der Fraktion Die Linke sieht eine strikte Regulierung der Arbeitnehmerüberlassung vor. Das IAB nimmt außerdem zu einem Änderungsantrag der Fraktionen der CDU/CSU und der FDP zur Einführung einer Lohnuntergrenze Stellung.
Aus der Sicht des IAB will die Bundesregierung mit ihren Vorschlägen dazu beitragen, dass die Arbeitnehmerüberlassung funktionsgerecht eingesetzt wird und an Reputation gewinnt. Die Einführung von Lohnuntergrenzen würde die Stellung der Leiharbeitnehmer verbessern. Weitere Ansatzpunkte zur Verbesserung der Beschäftigungssituation von Leiharbeitnehmern sind in erster Linie in den Bereichen Equal Pay und Equal Treatment zu sehen. Beim Equal Pay stellt das IAB als Alternative zum Status Quo ein Stufenmodell zur Diskussion. Eine schrittweise Anpassung der Löhne würde den Anreiz für Leiharbeitsfirmen, ihre Arbeitnehmer zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Lohnanpassung auszutauschen beziehungsweise zu entlassen, deutlich verringern. Dadurch würden nicht nur Leiharbeitnehmer über die Zeit deutlich besser gestellt, sondern es würde für die Entleiher auch der Anreiz vermindert, anstelle von Stammbeschäftigten dauerhaft Leiharbeitnehmer zu beschäftigen. Darüber hinaus würde Arbeitslosen der Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht übermäßig erschwert.
Die Vorschläge der Fraktion Die Linke gehen aus Sicht des IAB insgesamt gesehen zu weit, da die Zeitarbeitsbranche wieder relativ strikt reguliert würde. Einzelne Vorschläge wie die Wiedereinführung des Synchronisationsverbots können zwar isoliert betrachtet die Stabilität der Beschäftigungsverhältnisse in der Arbeitnehmerüberlassung stärken. Sie würden aber möglicherweise durch Ausweichstrategien umgangen. Zudem ist auch hier zu bedenken, dass gerade Arbeitslosen der Einstieg in Beschäftigung nicht erschwert werden sollte." (Autorenreferat, IAB-Doku)Beteiligte aus dem IAB
Jahn, Elke ; Promberger, Markus; Lehmer, Florian ; Möller, Joachim; Walwei, Ulrich ;Weiterführende Informationen
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Entlohnung in der Zeitarbeit: Auch auf die Mischung kommt es an (2011)
Zitatform
Jahn, Elke J. (2011): Entlohnung in der Zeitarbeit: Auch auf die Mischung kommt es an. In: IAB-Forum H. 1, S. 40-49. DOI:10.3278/IFO1101W040
Abstract
"Leiharbeiter verdienen im Durchschnitt 40 Prozent weniger als Beschäftigte außerhalb der Zeitarbeitsbranche. Da sich die beiden Gruppen erheblich voneinander unterscheiden, greift dieser einfache Vergleich der durchschnittlichen Löhne jedoch zu kurz. Wenn man die systematischen Unterschiede in den persönlichen Eigenschaften, der Erwerbsbiografie und den Beschäftigungsmerkmalen zwischen den beiden Gruppen berücksichtigt, lässt sich dadurch etwa die Hälfte der Lohndifferenz erklären." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Does the sector experience affect the pay gap for temporary agency workers? (2011)
Zitatform
Jahn, Elke & Dario Pozzoli (2011): Does the sector experience affect the pay gap for temporary agency workers? (IZA discussion paper 5837), Bonn, 39 S.
Abstract
Es ist bekannt, dass Leiharbeitnehmer eine starke Lohnbenachteiligung akzeptieren müssen. Jedoch fehlen Hinweise darauf, wie sich wiederholte oder länger andauernde Beschäftigung im selben Sektor auf die Entlohnung auswirkt. Auf der Basis eines umfangreichen Verwaltungsdatensatzes werden die Auswirkungen der Intensität der Leiharbeit auf den Lohnunterschied der Leiharbeitnehmer und auf die Lohnhöhe nach Beendigung der Leiharbeit untersucht. Unter Anwendung einer zweistufigen selektionskorrigierten Methode auf Paneldaten wird gezeigt, dass der Lohnunterschied mit zunehmender Beschäftigung im selben Sektor abnimmt. Es scheint, dass Leiharbeitnehmer in der Lage sind, während ihrer Beschäftigung Humankapital zu akkumulieren. Leiharbeitnehmer, die in reguläre Beschäftigung wechseln, haben anfangs eine starke Lohnbenachteiligung zu akzeptieren, was dafür spricht, dass Leiharbeit stigmatisiert. Jedoch führt Leiharbeit nicht zu langfristigen Nachteilen. (IAB)
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: LASER discussion papers , 48 -
Literaturhinweis
Does the sector experience affect the pay gap for temporary agency workers? (2011)
Zitatform
Jahn, Elke & Dario Pozzoli (2011): Does the sector experience affect the pay gap for temporary agency workers? (LASER discussion papers 48), Erlangen u.a., 39 S.
Abstract
Es ist bekannt, dass Leiharbeitnehmer eine starke Lohnbenachteiligung akzeptieren müssen. Jedoch fehlen Hinweise darauf, wie sich wiederholte oder länger andauernde Beschäftigung im selben Sektor auf die Entlohnung auswirkt. Auf der Basis eines umfangreichen Verwaltungsdatensatzes werden die Auswirkungen der Intensität der Leiharbeit auf den Lohnunterschied der Leiharbeitnehmer und auf die Lohnhöhe nach Beendigung der Leiharbeit untersucht. Unter Anwendung einer zweistufigen selektionskorrigierten Methode auf Paneldaten wird gezeigt, dass der Lohnunterschied mit zunehmender Beschäftigung im selben Sektor abnimmt. Es scheint, dass Leiharbeitnehmer in der Lage sind, während ihrer Beschäftigung Humankapital zu akkumulieren. Leiharbeitnehmer, die in reguläre Beschäftigung wechseln, haben anfangs eine starke Lohnbenachteiligung zu akzeptieren, was dafür spricht, dass Leiharbeit stigmatisiert. Jedoch führt Leiharbeit nicht zu langfristigen Nachteilen. (IAB)
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: IZA discussion paper , 5837 -
Literaturhinweis
Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG): Gesetzesevaluation im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (2011)
Jongmanns, Georg;Zitatform
Jongmanns, Georg (2011): Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG). Gesetzesevaluation im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. (Forum Hochschule 2011,02), 116 S.
Abstract
Mit Inkrafttreten des WissZeitVG im Jahr 2007 wurde das Sonderbefristungsrecht für die Wissenschaft teils geändert und teils erweitert. Drei Erweiterungen bzw. Änderungen sind Gegenstand der Gesetzesevaluation: 1. die familienpolitische Komponente, wonach sich die sachgrundlose Höchstbefristungsdauer um 2 Jahre verlängert, wenn die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Kinder betreuen; 2. der wissenschaftsspezifische Befristungstatbestand, der unter bestimmten Bedingungen sowohl für wissenschaftliche als auch für nichtwissenschaftliche Beschäftigte in Drittmittelprojekten gilt; sowie 3. die Änderung des personellen Geltungsbereichs. Gegenstand der Studie sind die Schlüssigkeit des Regelwerks, die Handhabung der Vorschriften in den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die auf Grundlage der neuen Regelungen entstandenen Beschäftigungsmöglichkeiten und schließlich die Einschätzungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu diesen Beschäftigungsmöglichkeiten. Als Fazit wird festgehalten: 'Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die mit Inkrafttreten des WissZeitVG neu eingeführten Vorschriften geeignete und überwiegend belastbare Instrumente sind, um befristete Beschäftigungsverhältnisse mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingehen zu können. Die Untersuchung hat Ansatzpunkte identifiziert, an denen eine Harmonisierung von gesetzgeberischer Zielsetzung und Befristungspraxis angestrebt werde könnte, um das Spannungsfeld von Innovations- und Nachwuchsförderung auf der einen und Beschäftigungsbedingungen auf der anderen Seite ausgewogener zu gestalten.' (IAB2)
Weiterführende Informationen
Zusammenfassung der Ergebnisse -
Literaturhinweis
Prekäres Leben (2011)
Zitatform
Jürgens, Kerstin (2011): Prekäres Leben. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 64, H. 8, S. 379-385. DOI:10.5771/0342-300X-2011-8-379
Abstract
"War die deutsche Debatte über Prekarisierung zunächst auf die Zunahme unsicherer Beschäftigungsverhältnisse ausgerichtet, so ist inzwischen eine Perspektiverweiterung unausweichlich: Unsicherheit ist kein Phänomen, das auf die Entwicklungsdynamik von Wirtschaft und Arbeitsmarkt beschränkt ist, sondern sie erfasst den gesamten Lebenszusammenhang. Erwerbslagen und private Lebenspraxis sind hiervon ebenso betroffen wie Einstellungen und Zukunftserwartungen oder die Selbstverortung der Menschen in der Gesellschaft. Prekarität erfasst das Leben in seiner Gesamtheit. Arbeitspolitische Strategien müssen sich daher mit der Frage nach dem 'sicheren Leben' auseinandersetzen, an der sich gleichermaßen eine erfolgreiche betriebliche Personalentwicklung wie die Tragfähigkeit unseres Gesellschaftsmodells entscheiden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigung und soziale Risiken: Entwicklung, Strukturen, Regulierung. Expertise im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung (2011)
Zitatform
Keller, Berndt & Hartmut Seifert (2011): Atypische Beschäftigung und soziale Risiken. Entwicklung, Strukturen, Regulierung. Expertise im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung. (WISO Diskurs), Bonn, 52 S.
Abstract
"Atypische Beschäftigungsformen gewinnen an Bedeutung. Gut 36 Prozent der Beschäftigten arbeiten befristet, geringfügig, in Teilzeit oder als Leiharbeitnehmer. Im Vergleich zu unbefristeter Vollzeitarbeit sind diese mehrheitlich von Frauen ausgeübten Beschäftigungsverhältnisse mit deutlich höheren Risiken verbunden, nur einen Niedriglohn zu erhalten, den Arbeitsplatz wieder eher zu verlieren und nur eingeschränkten Zugang zu beruflicher Weiterbildung zu haben. Der Aufstieg in ein Normalarbeitsverhältnis gelingt nur wenigen. Langfristig droht Altersarmut. Ansatzpunkte, wie sich die Prekaritätsrisiken mindern lassen, liefert der Beitrag." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Kurzfassung -
Literaturhinweis
Atypische Beschäftigungsverhältnisse: Stand und Lücken der aktuellen Diskussion (2011)
Zitatform
Keller, Berndt & Hartmut Seifert (2011): Atypische Beschäftigungsverhältnisse. Stand und Lücken der aktuellen Diskussion. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 64, H. 3, S. 138-145. DOI:10.5771/0342-300X-2011-3-138
Abstract
"Der Beitrag behandelt den aktuellen Stand sowie die bestehenden Lücken der anhaltenden Auseinandersetzung über atypische Beschäftigungsverhältnisse. Zunächst beschreibt er die langfristige Entwicklung und den Umfang der einzelnen Formen (Teilzeit, Minijobs, Befristung, Leiharbeit) sowie Gesamtumfang und Strukturen. Anschließend trifft er Abgrenzungen zur aktuellen Diskussion über Prekarität und analysiert detailliert die sozialen Risiken (Einkommen, Beschäftigungsstabilität, Beschäftigungsfähigkeit, Integration in die sozialen Sicherungssysteme). Letztere sind im Vergleich zum Normalarbeitsverhältnis deutlich erhöht und treten sowohl während als auch nach der Erwerbstätigkeit auf; zudem sind die Mobilitätschancen eingeschränkt. Abschließend unterbreitet er einige Vorschläge zur Re-Regulierung (Einführung eines generellen Mindestlohns sowie individueller Ansprüche auf Weiterbildung, Anpassung der sozialen Sicherungssysteme, vor allem der Rentenversicherung)." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Struktur und Entwicklung atypischer Beschäftigungsformen in Baden- Württemberg: eine empirische Analyse auf der Basis des IAB-Betriebspanels (2011)
Klee, Günther; Behringer, Jan; Bohachova, Olga; Meyer, Jasper; Gerster, Andreas;Zitatform
Klee, Günther (2011): Struktur und Entwicklung atypischer Beschäftigungsformen in Baden- Württemberg. Eine empirische Analyse auf der Basis des IAB-Betriebspanels. (IAW-Kurzberichte 2010,04), Tübingen, 50 S.
Abstract
"Der Beitrag ist wie folgt aufgebaut: In Kapitel 2 wird zunächst auf die Entwicklung der Beschäftigungsstruktur nach Art der Beschäftigung und Qualifikationsniveau eingegangen. Kapitel 3 untersucht die Verbreitung und Struktur atypischer Beschäftigungsverhältnisse in Baden-Württemberg. Dabei ist dieses Kapitel in mehrere Abschnitte untergliedert, die sich jeweils bestimmten Formen atypischer Beschäftigung widmen: Die Abschnitte 3.1 und 3.2. behandeln ausführlich die befristeten und die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse. In Abschnitt 3.3 wird sodann ein Überblick über die weiteren im IAB-Betriebspanel erfassten Formen der atypischen Beschäftigung gegeben. Dabei wird jedoch nur auf die Teilzeitarbeit (3.3.1) und die Leih- bzw. Zeitarbeit (3.3.2) näher eingegangen, während freie Mitarbeit, Praktika und Ein-Euro-Jobs nur in Form unkommentierter Grafiken im Anhang aufgeführt sind. Kapitel 4 fasst schließlich die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung zusammen. Als Datengrundlage der Analyse wird mit dem IAB-Betriebspanel Baden-Württemberg eine repräsentative Arbeitgeberbefragung in rund 1.200 baden-württembergischen Betrieben aller Branchen und Betriebsgrößenklassen herangezogen, die seit dem Jahr 2000 alljährlich zum Stichtag 30.06. erhoben werden." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Disentangling sector and status effects in German employment growth (2011)
Zitatform
Klinger, Sabine & Katja Wolf (2011): Disentangling sector and status effects in German employment growth. In: The Service Industries Journal, Jg. 31, H. 8, S. 1257-1278., 2010-12-31. DOI:10.1080/02642060903437006
Abstract
Von 1992 bis 2006 hat Teilzeitarbeit in Westdeutschland um 83 Prozent zugenommen, während die Zahl der Beschäftigten in Vollzeit um 15 Prozent zurückgegangen ist. Außerdem unterscheiden sich die Beschäftigungsformen zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen erheblich. Der Beitrag untersucht, inwiefern die unterschiedliche Entwicklung der Beschäftigungsformen durch inhärente Faktoren der Voll- und Teilzeitarbeit (Statuseffekte) oder durch den Wirtschaftsstrukturwandel (Sektoreffekte) bestimmt wird. Ein Regression-Analogue-Shift-Share-Modell wird angewandt und es wird für ökonomische Variablen wie Lohnstückkosten und Wertschöpfungsanteile kontrolliert. Da ein dynamisches Panel-Datenmodell spezifiziert wird, kommt ein fehlerkorrigierter Least-Squares-Dummy-Variablen-Schätzer zum Einsatz. In einem zweiten Schritt werden die fixen Effekte der Schätzung in Parameter für drei Beschäftigungsstatus und 16 Wirtschaftszweige zerlegt. Die Ergebnisse zeigen, dass hauptsächlich erwerbsstatusspezifische Eigenschaften Änderungen der Beschäftigungsformen erklären. (IAB)
Beteiligte aus dem IAB
Wolf, Katja; -
Literaturhinweis
Leiharbeit in der Pflege: Verbreitung, Einsatzformen und Gestaltungsmöglichkeiten von Leiharbeit in der stationären Pflege: Bericht zum Forschungsprojekt der Arbeitnehmerkammer Bremen (2011)
Klöpper, Arne;Zitatform
Klöpper, Arne (2011): Leiharbeit in der Pflege: Verbreitung, Einsatzformen und Gestaltungsmöglichkeiten von Leiharbeit in der stationären Pflege. Bericht zum Forschungsprojekt der Arbeitnehmerkammer Bremen. Bremen, 55 S.
Abstract
"Dieser Bericht stellt die Ergebnisse einer Studie vor, die im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen im Zeitraum von Dezember 2010 bis März 2011 durchgeführt wurde. Die Untersuchung soll einen ersten Einblick in aktuelle Veränderungstendenzen im stationären Kranken- und Altenpflegebereich in Bremen bieten, insbesondere hinsichtlich der Verbreitung, Ausprägungen und Einsatzformen von Leiharbeit. Berücksichtigung finden hierbei spezifische betriebliche Kontexte und Gestaltungsmöglichkeiten.
Um die derzeitige Situation und zentrale Entwicklungstrends in diesem Themenfeld zu beschreiben, werden einerseits Erkenntnisse und Annahmen über strukturelle Veränderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes sowie des wachsenden Gesundheitssektors vorgestellt. Diese beruhen auf einer Literaturrecherche und -auswertung sowie der Analyse empirischer Befunde. Andererseits ist die Studie in wesentlichen Teilen explorativ angelegt: In themenzentrierten Interviews mit Mitgliedern von Betriebsräten und Mitarbeitervertretungen von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen wurden die betriebliche Nutzung von Leiharbeit sowie damit verbundene Regelungen, Schwierigkeiten und Gestaltungsmöglichkeiten erhoben. Die Auswertung richtet sich vor allem auf die Identifikation und Beschreibung zentraler Problemfelder und Ansätze zur Regulierung von Leiharbeit im Pflegebereich." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Soloselbstständige in Deutschland: Strukturen, Entwicklungen und soziale Sicherung bei Arbeitslosigkeit. Studie im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung (2011)
Zitatform
Koch, Andreas, Martin Rosemann & Jochen Späth (2011): Soloselbstständige in Deutschland. Strukturen, Entwicklungen und soziale Sicherung bei Arbeitslosigkeit. Studie im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung. (WISO Diskurs), Bonn, 60 S.
Abstract
"Ziel der Expertise ist es, den Handlungsbedarf im Hinblick auf die soziale Absicherung von Soloselbstständigen im Fall der Arbeitslosigkeit zu untersuchen. Handlungsbedarf ergibt sich einerseits aus einem wachsenden quantitativen Umfang einer Erwerbsform, andererseits aus ihrem Schutzbedürfnis. Letzteres steht in einem engen Zusammenhang mit der sozioökonomischen Situation der betroffenen Personen. Zudem spielen auch die Übergänge zwischen unterschiedlichen Erwerbsformen eine zentrale Rolle." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Geringfügige Beschäftigung in Mikrozensus und Beschäftigungsstatistik: neue Erkenntnisse zu den Hintergründen der Ergebnisunterschiede (2011)
Körner, Thomas; Meinken, Holger; Frank, Thomas; Puch, Katharina;Zitatform
Körner, Thomas, Katharina Puch, Thomas Frank & Holger Meinken (2011): Geringfügige Beschäftigung in Mikrozensus und Beschäftigungsstatistik. Neue Erkenntnisse zu den Hintergründen der Ergebnisunterschiede. In: Wirtschaft und Statistik H. 11, S. 1065-1085.
Abstract
"Der Mikrozensus der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder und die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit als die beiden wichtigsten arbeitsmarktstatistischen Datenquellen in Deutschland weisen bezüglich der Zahl der geringfügig Beschäftigten erhebliche Abweichungen auf. Während im Jahr 2010 nach den Ergebnissen der Beschäftigungsstatistik 4,9 Millionen Personen ausschließlich geringfügig beschäftigt waren, traf dies laut Mikrozensus nur auf 3 Millionen Personen zu. Die Ursachen für diese Abweichungen wurden in Fachkreisen in den vergangenen Jahren intensiv diskutiert, allerdings ohne ausreichende empirische Prüfung.
Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit und das Statistische Bundesamt haben daher gemeinsam die möglichen Ursachen systematisch untersucht. Dabei wurden neben den vorhandenen Daten zusätzlich die Ergebnisse einer Registerstatistikumfrage zur geringfügigen Beschäftigung analysiert. Die Registerstatistikumfrage liefert auch Informationen zu einer Reihe von Fragen, zu denen bislang kaum empirisch fundierte Aussagen möglich waren. Die Abweichungen zwischen Mikrozensus und Beschäftigungsstatistik können im Wesentlichen durch Unterschiede in den Messkonzepten und Erhebungsmethoden erklärt werden. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse der Registerstatistikumfrage sowie der durchgeführten Analysen im Überblick vor." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Lohndifferenzial Zeitarbeit (2011)
Zitatform
Lehmer, Florian & Kerstin Ziegler (2011): Lohndifferenzial Zeitarbeit. Nürnberg, 3 S.
Abstract
"Bereits veröffentlichte Untersuchungen für Deutschland zeigen, dass die Löhne von Leiharbeitnehmern im Schnitt deutlich geringer sind als die von anderen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Stellt man nun in einem ersten Schritt die durchschnittlichen Löhne von Leiharbeitnehmern und sonstigen Beschäftigten gegenüber, ergibt sich ein Rohlohndifferenzial in Höhe von 59 Prozent. Dieses Rohlohndifferenzial berücksichtigt allerdings nicht bestehende Merkmals-Unterschiede zwischen Leiharbeitnehmern und sonstigen Beschäftigten. So sind Leiharbeitnehmer im Schnitt beispielsweise jünger als die Vergleichsgruppe, sie sind niedriger qualifiziert und arbeiten in anderen Berufen. Als Folge davon vermindert sich das Lohndifferenzial deutlich und beträgt nur mehr 38 Prozent. Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen beiden Gruppen betrifft die Erwerbshistorie. So waren beispielsweise Leiharbeitnehmer im Vorfeld ihrer Leiharbeitstätigkeit häufig arbeitslos. Allgemein sind die Erwerbsverläufe von Leiharbeitnehmern im Schnitt unsteter als von anderen regulär Beschäftigten. Deshalb beziehen wir die bisherige Erwerbsbiografie in unsere Analyse mit ein. Damit ergibt sich letztlich ein Lohndifferenzial in Höhe von 22%." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Flexible working lives and pension coverage in Europe with a focus on women: lessons to be learned by Germany? (2011)
Zitatform
Leschke, Janine (2011): Flexible working lives and pension coverage in Europe with a focus on women. Lessons to be learned by Germany? (Working Papers on the Reconciliation of Work and Welfare in Europe. REC-WP 01/2011), Edinburgh, 26 S.
Abstract
"In particular due to increasing female employment over the last decades employment has become more flexible in regard to the contract form and we observe more discontinuous employment careers. This paper discusses in how far retirement pension systems in Europe are suited to cover the specific risks of flexible workers. Recent reforms to these systems (e.g. the strengthening of private elements) and their outcomes on flexible workers are also scrutinised. Section 1 discusses the increasing flexibility of working lives, focussing on breaks in paid employment caused by the incompatible demands of family and working life and on atypical forms of employment, in particular part-time and fixed-term employment. Section 2 discusses the problems encountered by persons with flexible labour market histories with regard to retirement pensions, and points to good practices from several European countries. Section 3 analyses retirement pension in Germany in detail based on the German Socio-Economic Panel (SOEP) data which contains life course information. It looks at differences in pension coverage taking account of the full-time and part-time employment history of individuals. It puts specific emphasis on the private 'Riester pension' plan which contains incentives for participation of specific labour market groups usually disadvantaged in third pillar private pension schemes." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Zeitarbeit in Deutschland: Treiber für Flexibilität und Wachstum: Studie der IW Consult GmbH in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (2011)
Lichtblau, Karl; Schäfer, Holger; Schleiermacher, Thomas;Zitatform
Lichtblau, Karl, Thomas Schleiermacher & Holger Schäfer (2011): Zeitarbeit in Deutschland: Treiber für Flexibilität und Wachstum. Studie der IW Consult GmbH in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Köln, 56 S.
Abstract
"Rund 15 Prozent oder 49 Milliarden Euro des Wirtschaftswachstums in 2010 wurde von Zeitarbeitnehmern erwirtschaftet. Damit kann rund jeder siebte Euro zusätzlichen Umsatzes des Aufschwungs der Zeitarbeit zugerechnet werden. Das zeigt eine Studie der IW Consult im Auftrag des BAP (Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister), für die rund 3.800 Unternehmen zur Nutzung der Zeitarbeit im eigenen Betrieb befragt wurden.
Unternehmen, die Zeitarbeit einsetzen, weisen besonders stark schwankende Umsätze auf. Trotz des dynamischen Geschäftsumfeldes muss die Stammbelegschaft hier aber nur selten angepasst werden. Die notwendige personalpolitische Flexibilität erhalten die Unternehmen durch die Nutzung der Zeitarbeit. Die Zeitarbeiter führen damit in den Unternehmen zu einer Stabilisierung der Stammbelegschaft.
Die Studie analysiert darüber hinaus auch die Existenz und Höhe des 'Klebe-Effektes' (Übernahme von Zeitarbeitnehmern durch das Kundenunternehmen), die Dauer der Überlassung und die Motive der Unternehmen zur Nutzung der Zeitarbeit. Diese Daten werden nicht oder nur unzureichend von der amtlichen Statistik beantwortet." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Die illegale Beschäftigung aus dem Blickwinkel der Bekämpfungsbehörden (2011)
Mahr, Leo;Zitatform
Mahr, Leo (2011): Die illegale Beschäftigung aus dem Blickwinkel der Bekämpfungsbehörden. Eigenverlag Leo Mahr 365 S.
Abstract
"Das Fachbuch zur illegalen Beschäftigung behandelt folgende Schwerpunktthemen:
- Scheinselbständigkeit: Einmann-Unternehmer als faktische Arbeitnehmer bzw. Gruppenarbeitsverhältnisse als Schein-Gesellschaften getarnt
- illegale Beschäftigungsformen in der Zeitarbeitsbranche: insbesondere Missachtung der Lohnbedingungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes
- Abschluss von Schein-Werkverträgen: Verschleierung von Arbeitnehmerüberlassung oder Scheinselbständigkeit
- Einsatz von in- und ausländischen (Billig-)Subunternehmen auf Werkvertragsbasis und ihre Hintergründe: die 'Spirale der illegalen Beschäftigung'
- Mindestlöhne und die damit verbundenen Arbeitgeberpflichten nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz
- Lohndumping beim Stamm- und Fremdpersonal: Mindestlohnverstöße, Missbrauch der Minijobs, Missachtung der Vergütungsregeln des AÜG usw.
- das sozialversicherungsrechtliche Anspruchsprinzip als Ausgangspunkt für umfangreiche Beitragsnacherhebungen und Beitragsstrafverfahren
- Schwarzlohnzahlungen und ihre Verschleierungsformen in der Lohn- und Finanzbuchhaltung.
- betriebswirtschaftliche Hintergründe von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung
- die Prüfungs- und Ermittlungsbefugnisse der Finanzkontrolle Schwarzarbeit." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
The unequal incidence of non-standard employment across occupational groups: an empirical analysis of post-industrial labour markets in Germany and Europe (2011)
Zitatform
Marx, Paul (2011): The unequal incidence of non-standard employment across occupational groups. An empirical analysis of post-industrial labour markets in Germany and Europe. (IZA discussion paper 5521), Bonn, 23 S.
Abstract
"The paper addresses an often neglected question in labour market research: to which extent do outcomes aggregated on the national level disguise occupational diversity in employment conditions? In particular, how and why do occupational groups differ with regard to the incidence of non-standard employment? To explore these questions, the paper derives a detailed occupational scheme from the literature, capturing the variety of labour market outcomes within countries. In a second step, the scheme is theoretically linked to the topic of non-standard work. It is argued that different degrees of skill specificity across occupational groups produce diverging incentives for flexible and long-term employment, respectively. This leads to the expectation of (some) service-sector occupations showing stronger tendencies towards non-standard employment than those in the industrial sector. Based on European and German micro data, the categorisation is used to decompose various labour market indicators. The results clearly demonstrate the unequal incidence of non-standard employment along the lines of the suggested categorisation. Moreover, the longitudinal perspective suggests that traditionally functioning occupational groups will be crowded out by more destandardised ones." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Zuviel Leiharbeit erhöht die Lohnstückkosten (2011)
Zitatform
Nielen, Sebastian & Alexander Schiersch (2011): Zuviel Leiharbeit erhöht die Lohnstückkosten. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 78, H. 28, S. 10-13.
Abstract
"Die Bedeutung der Zeitarbeit hat in Deutschland in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich zugenommen. Inwiefern die Nutzung dieses Instruments die Wettbewerbsfähigkeit der betreffenden Unternehmen erhöht, ist Gegenstand der vorliegenden Studie. Für Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes wurde untersucht, wie sich ein wachsender Anteil der Ausgaben für Leiharbeit an den gesamten Personalkosten auf die Wettbewerbsfähigkeit - gemessen an den Lohnstückkosten - auswirkt. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Leiharbeit zunächst zu sinkenden Lohnstückkosten führt. Offenbar ist Leiharbeit aber kein Patentrezept: Steigt der Anteil der Leiharbeitskosten an den Personalkosten kontinuierlich weiter, wirkt sich dies negativ auf die Lohnstückkosten aus. Eine Unternehmensstrategie, die in großem Stil auf die Substitution von Normalarbeitsverhältnissen durch Leiharbeitskräfte abzielt, kann sich daher negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auswirken." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Temporary agency work and firm competitiveness: evidence from German manufacturing firms (2011)
Zitatform
Nielen, Sebastian & Alexander Schiersch (2011): Temporary agency work and firm competitiveness. Evidence from German manufacturing firms. (DIW-Diskussionspapiere 1135), Berlin, 25 S.
Abstract
"This paper addresses the relationship between the utilization of temporary agency workers by firms and their competitiveness measured by unit labor costs, using a rich, newly built, data set of German manufacturing enterprises. The analysis is conducted by applying different panel data models while taking the inherent selection problem into account. Making use of dynamic panel data models allows us to control for firm specific fixed effects as well as for potential endogeneity of explanatory variables. The results indicate a U-shaped relationship between the extent that temporary agency workers are used and the competitiveness of firms." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Beschäftigungsformen abseits der Normalarbeitsverhältnisse in Essen (2011)
Niewels, Andrea;Zitatform
Niewels, Andrea (2011): Beschäftigungsformen abseits der Normalarbeitsverhältnisse in Essen. (Beiträge zur Stadtforschung 54), Essen, 125 S.
Abstract
Auf der Grundlage der amtlichen Statistik wird die Entwicklung atypischer Beschäftigungsformen in Essen untersucht. Es erfolgt eine Gegenüberstellung zu den Ruhrgebietsstädten Duisburg, Bochum und Dortmund. Die Situation in Essen wird anhand folgender Schwerpunkte beleuchtet: 1. Stellenangebote für Beschäftigungsformen abseits der Normalarbeitsverhältnisse; 2. sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Teilzeitbeschäftigung und im Bereich Arbeitnehmerüberlassung/Zeitarbeit; 3. geringfügig entlohnte Beschäftigung; 4. Teilnehmer/-innen in Arbeitsgelegenheiten nach dem SGB II und 5. kurzfristig Beschäftigte. Im Zeitraum 1999 bis 2009 wird ein erheblicher Rückgang der Vollzeitbeschäftigung und eine erhebliche Zunahme der Teilzeitbeschäftigung konstatiert. Rund zwei bis drei Prozent aller Beschäftigten sind Leiharbeitnehmer. (IAB)
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Literaturhinweis
Beschäftigungswachstum durch effizientere Allokation auf dem Arbeitsmarkt (2011)
Profit, Stefan; Liebenberg, Stefan;Zitatform
Profit, Stefan & Stefan Liebenberg (2011): Beschäftigungswachstum durch effizientere Allokation auf dem Arbeitsmarkt. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 91, H. 11, S. 778-783.
Abstract
"Die positive Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts führt zu einer zunehmenden Diskussion über die Qualität des Beschäftigungsaufbaus. Kritiker beanstanden die Zunahme flexibler Beschäftigungsformen und fordern mehr Regulierung. Aus ökonomischer Sicht würde die Wiedereinschränkung der in den vergangenen Jahren hinzugewonnenen Öffnungsspielräume die Allokationsfunktion des Arbeitsmarkts schwächen. Dabei lässt sich der Beschäftigungsaufbau wesentlich auf die Arbeitsmarktreformen der letzten Jahre zurückführen. Durch flexible Beschäftigungsformen und eine beschäftigungsorientierte Tarifpolitik wurden die Wettbewerbselemente des Arbeitsmarkts gestärkt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Niedriglohnbeschäftigung in den sozialen Berufen (2011)
Rhein, Thomas;Zitatform
Rhein, Thomas (2011): Niedriglohnbeschäftigung in den sozialen Berufen. In: B. Stolz-Willig & J. Christoforidis (Hrsg.) (2011): Hauptsache billig? : Prekarisierung der Arbeit in den Sozialen Berufen, S. 12-23.
Abstract
"In den letzten eineinhalb Jahren ist der Niedriglohnsektor in Deutschland deutlich expandiert. Der Beitrag befasst sich mit der Frage, inwieweit die Angehörigen der sozialen Berufe davon betroffen sind. Es geht dabei um eine empirische Bestandsaufnahme und das Aufzeigen von Entwicklungstrends seit Ende der 1990er Jahre, genauer zwischen den Jahren 1998 und 2008. Zunächst wird die allgemeine Entwicklung des Niedriglohnsektors in Deutschland skizziert. Die folgenden Abschnitte stellen dann die verwendeten Daten und die Abgrenzung des Niedriglohnsektors und der sozialen Berufe dar. Danach werden die Ergebnisse für den Personenkreis der Vollzeitbeschäftigten präsentiert. Da natürlich auch das Ausmaß der finanziellen Bedürftigkeit von Erwerbstätigen interessiert, befasst sich das folgende Kapitel mit sogenannten 'Aufstockern' unter den Berufsangehörigen (einschließlich Teilzeitbeschäftigte und 'Mini-Jobber'). Abschließend werden die wichtigsten Befunde kurz resümiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Geringfügige Beschäftigung in Österreich (2011)
Riesenfelder, Andreas; Schelepa, Susi; Wetzel, Petra;Zitatform
Riesenfelder, Andreas, Susi Schelepa & Petra Wetzel (2011): Geringfügige Beschäftigung in Österreich. (Sozialpolitische Studienreihe 09), Wien, 412 S.
Abstract
"L&R Sozialforschung führte im Jahr 2002 in Kooperation mit dem Institut für Staatswissenschaften der Universität Wien und im Auftrag des BMASK eine umfassende Grundlagenstudie zur Beschäftigungssituation und sozialen und materiellen Absicherung von geringfügig Beschäftigten in Österreich durch. Die Erkenntnisse aus der Studie sollen u. a. dazu beitragen, das Informationsangebot für geringfügig Beschäftigte bedarfsorientierter zu gestalten.
In der Studie finden sich detaillierte Erhebungen zur Frage der Arbeitszufriedenheit und zur Arbeitsbelastung. Zusätzlich wurde auch auf eine Darstellung der Branchen und Wirtschaftsbereiche der Arbeitsplätze geringfügig Beschäftigter im Jahresvergleich geachtet. Des Weiteren ist auch eine Erhebung zu arbeitsrechtlichen Problemen im Zusammenhang mit geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und zum Stand der Information der geringfügig Beschäftigten über ihre rechtlichen Ansprüche enthalten." (Autorenreferat, IAB-Doku)Ähnliche Treffer
frühere (möglw. abweichende) VersionWeiterführende Informationen
Zusammenfassung -
Literaturhinweis
Teilzeit als Armutsrisiko? (2011)
Sarter, Eva Katharina;Zitatform
Sarter, Eva Katharina (2011): Teilzeit als Armutsrisiko? In: Femina politica. Zeitschrift für feministische Politik-Wissenschaft, Jg. 20, H. 1, S. 119-126.
Abstract
"Dieser Artikel befasst sich mit der Frage, ob und inwiefern Teilzeiterwerbstätigkeit unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsmarktes und der Sozialversicherungssysteme ein Armutsrisiko darstellt bzw. darstellen kann. Ausgehend von der Bedeutung, die Erwerbsarbeit als Armutsprävention hat, wird die politische Relevanz von Teilzeiterwerbstätigkeit dargelegt. In Verbindung mit den vergeschlechtlichten Konnotationen von Reproduktionsarbeit wird untersucht, inwiefern Teilzeiterwerbstätigkeit einerseits als Vereinbarkeitsinstrument zu einer Stabilisierung bestehender Geschlechterverhältnisse beiträgt und andererseits zugleich als Armutsrisiko für Frauen angesehen werden kann, da die Sozialversicherungssysteme nach wie vor am Normalarbeitsverhältnis orientiert sind. Somit trägt die politische Förderung von Teilzeit ohne Veränderung der sozialen Absicherung dazu bei, dass sich dieses Armutsrisiko strukturell verfestigt. Nur wenn die Risiken von Teilzeitbeschäftigung politisch angegangen werden, kann dieses Armutsrisiko verringert werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Aktivisten der Normalbiographie: zur biographischen Dimension prekärer Arbeit (2011)
Schiek, Daniela;Zitatform
Schiek, Daniela (2011): Aktivisten der Normalbiographie. Zur biographischen Dimension prekärer Arbeit. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften, 184 S. DOI:10.1007/978-3-531-92569-1
Abstract
"Folgt man Studien zur Prekarisierung, beklagen unsicher Beschäftigte die fehlende Möglichkeit zur Lebensplanung und streben nach der Normalbiographie. Gleichzeitig gilt als Binsenweisheit, dass sich die Einzelnen längst von der Normalbiographie verabschiedet haben und diskontinuierliche 'Patchworkbiographien' leben (wollen). Daniela Schiek verbindet diese beiden Diskussionsstränge theoretisch wie empirisch; mittels biographischer Fallanalysen untersucht sie die gegenwärtige Relevanz, die die Normalbiographie durch prekäre Erwerbslagen erlangt. Im Ergebnis zeigt sich diese nicht als irgendeine und dabei vergangene biographische Option, sondern als Scharnier zwischen Individuum und Arbeitsgesellschaft: als Leben - das einzige, das Individuen kennen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Inhaltsverzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek -
Literaturhinweis
Übergänge am Arbeitsmarkt: Arbeit, nicht nur Arbeitslosigkeit versichern (2011)
Schmid, Günther;Zitatform
Schmid, Günther (2011): Übergänge am Arbeitsmarkt. Arbeit, nicht nur Arbeitslosigkeit versichern. Berlin: Edition Sigma, 174 S.
Abstract
"Übergänge auf dem Arbeitsmarkt sind unvermeidlich. Bisher wurde allerdings nur der Übergang von der Arbeit in die Arbeitslosigkeit als kritisches Ereignis im Erwerbsleben angesehen und durch die Arbeitslosenversicherung abgesichert. Eine den zunehmenden Erwerbsrisiken im Lebensverlauf angepasste Arbeitsversicherung ist allenfalls in Umrissen erkennbar. Der Autor plädiert in dieser Studie für eine Neuordnung des Arbeitsmarkts, in der die Risiken aller Erwerbsformen einbezogen sind. Das bedeutet nicht nur Einkommenssicherung bei Arbeitslosigkeit, sondern auch die Absicherung von Risiken bei kritischen Übergängen im Lebensverlauf, etwa beim Übergang von der Bildung in den Beruf, von der Vollzeit- in die Teilzeitbeschäftigung, von der abhängigen in die selbständige Beschäftigung, von einem Beruf zum anderen oder von unbegrenzter zur begrenzten Erwerbsfähigkeit. Der Autor analysiert die Risiken der neuen Arbeitswelt, insbesondere der atypischen Beschäftigung, im europäischen Vergleich. In der Auseinandersetzung mit modernen Gerechtigkeits-, Verhaltens- und Entscheidungstheorien legt er die normativen wie institutionellen Grundlagen der neuen Arbeitsmarktordnung. Gute Praktiken anderer Länder erweitern den Horizont." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Non-standard employment in Europe: its development and consequences for the European Employment Strategy (2011)
Schmid, Günther;Zitatform
Schmid, Günther (2011): Non-standard employment in Europe. Its development and consequences for the European Employment Strategy. In: German Policy Studies, Jg. 7, H. 1, S. 171-210.
Abstract
"The last decades have seen an erosion of the traditionally defined 'standard employment relationship' through part-time work, fixed-term contracts, temp-agency work and self-employment. Whereas many welcome this development as a blessing for flexible labour markets, others are highly critical hinting to disastrous intended or unintended side-effects such as low or volatile income, dead-end jobs instead of stepping stones, high job insecurity, and poverty in old-age. The European Commission tried to bridge these two opposing views by conceptualising 'flexicurity' as the objective of the European Employment Strategy, aimed at 'balancing' flexibility and security. Although this oxymoron became common parlance in the meantime, the concept is still quit ambiguous, leading often to cheap talk or being captured by various political interests. Furthermore, one of its main goals, the growth of employment by further increasing labour force participation under the condition of reducing unemployment and labour market segmentation has not been achieved and is now even far out of sight due to the recent economic crisis. The aim of this essay, therefore, is to test the actual and potential role of non-standard employment in view of the 'flexicurity' concept through systematic descriptive work and conceptual reflections: first by comparing the development of non-standard employment in 24 EU member states from 1998 to 2008; second by relating this development to the dynamics of labour force participation; third by exploring the main (structural, institutional and behavioural) determinants of this development; and fourth by discussing - in the light of the Post-Lisbon process - the policy consequences aimed at ensuring a complementary relationship between flexibility and security rather than trading-off one against the other." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Praktika nach dem Studienabschluss: zwischen Fairness, Ausbeutung und Berufseinstieg (Generation Praktikum 2011) (2011)
Schmidt, Boris; Hecht, Heidemarie;Zitatform
Schmidt, Boris & Heidemarie Hecht (2011): Praktika nach dem Studienabschluss. Zwischen Fairness, Ausbeutung und Berufseinstieg (Generation Praktikum 2011). (Hans-Böckler-Stiftung. Arbeitspapier 242), Düsseldorf, 96 S.
Abstract
"Die Studie untersucht objektive und subjektive Bedingungen von Praktika nach Studienabschluss. Befragt wurden mittels eines Online-Fragebogens insgesamt N=674 Absolventinnen und Absolventen, die im Studienjahr 2006/07 ein Studium an einer der vier teilnehmenden Universitäten abgeschlossen hatten. Insgesamt wurden von ihnen N=417 Episoden von Praktika und praktikumsähnlichen Beschäftigungsverhältnissen im Detail geschildert, darunter N=230 'echte' Praktika nach Studienabschluss. Die Ergebnisse belegen eine außerordentlichen Spannweite der bei diesen Praktika gemachten Erfahrungen und erlauben ein differenziertes Verständnis dieser Beschäftigungsform in Abgrenzung zu Praktika während des Studiums sowie zu Hospitationen, Referendariaten und anderen praktikumsähnlichen Beschäftigungsverhältnissen. Im Fokus der Analyse stehen sechs mittels Clusteranalyse ermittelte Typen von Praktika, von denen sich drei (zusammen 55%) als 'gute', einer (24%) als 'mittelmäßiger' und zwei (zusammen 21%) als 'schlechte' Praktikumstypen einordnen lassen. Die Studie erweitert die bislang vorliegenden Ergebnisse anderer Untersuchungen in qualitativer Hinsicht und erlaubt Rückschlüsse auf den von Praktikantinnen und Praktikanten erlebten Handlungsbedarf." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Generation Praktikum 2011: Praktika nach Studienabschluss. Zwischen Fairness und Ausbeutung (2011)
Schmidt, Boris; Hecht, Heidemarie;Zitatform
Schmidt, Boris & Heidemarie Hecht (2011): Generation Praktikum 2011. Praktika nach Studienabschluss. Zwischen Fairness und Ausbeutung. Düsseldorf, 48 S.
Abstract
Der Berufseinstieg von Hochschulabsolventinnen und -absolventen hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Ein höherer Anteil an Hochschulabsolventen insgesamt, ein allgemeiner Trend zu mehr befristeten Beschäftigungsverhältnissen und eine höhere Instabilität in vielen Arbeitsverhältnissen prägen auch ihre Situation. Praktika nach Studienabschluss sind eine Facette dieses Phänomens: Weil der von vielen Absolventen angestrebte Übergang in eine dauerhafte, finanziell abgesicherte Beschäftigung zunächst nicht gelingt, treten sie nach erfolgreichem Abschluss des Studiums erst einmal ein Praktikum an. Die Praktikanten mit Hochschulabschluss erhoffen sich berufliche Orientierung und womöglich eine Übernahme. Welche Praktika diesen Hoffnungen gerecht werden und welche nicht, wie die Absolventen ihre Situation erleben und welche Regulierungsvorschläge sie befürworten, wurde in der Studie untersucht. Insgesamt wurden 674 Absolventen und Absolventinnen befragt. Sie bearbeiteten einen Online-Fragebogen, in dem sie ihre berufliche Biografie für die dreieinhalb Jahre zwischen Studienabschluss und dem Befragungszeitpunkt (Oktober bis Dezember 2010) nachzeichneten. Die Ergebnisse der Studie bestätigen Befürchtungen in Bezug auf die Qualität von Praktika nach dem Studium: 81 Prozent geben an, dass sie - abgesehen von ihrem Status als Praktikant/in - vollwertige Arbeit geleistet haben. Bei 75 Prozent der Praktikanten und Praktikantinnen war die Arbeit fest in den Betriebsablauf eingeplant. Diese beiden Einschätzungen deuten darauf hin, dass postgraduelle Praktika zum Teil reguläre Beschäftigung ersetzen. Absolventen und Absolventinnen befinden sich während der Praktika zum Großteil in einer finanziellen Abhängigkeitssituation: 40 Prozent der Praktika sind gänzlich unbezahlt, die bezahlten Praktika liegen bei durchschnittlich 550 Euro im Monat. (IAB2)
Weiterführende Informationen
Kurzfassung -
Literaturhinweis
Beschäftigung von Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmern in Baden-Württemberg: Ausmaß und Entwicklung seit der Krise 2008/2009. Eine empirische Analyse auf der Basis des IAB-Betriebspanels (2011)
Schröpfer, Stefanie; Klee, Günther; Behringer, Jan;Zitatform
Schröpfer, Stefanie, Jan Behringer & Günther Klee (2011): Beschäftigung von Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmern in Baden-Württemberg. Ausmaß und Entwicklung seit der Krise 2008/2009. Eine empirische Analyse auf der Basis des IAB-Betriebspanels. (IAW-Kurzberichte 2011,05), Tübingen, 28 S.
Abstract
"Angesichts der raschen konjunkturellen Erholung nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 ist die steigende Nachfrage nach Arbeitskräften aufgrund des teilweise bereits vorhandenen und sich mittelfristig verschärfenden Fachkräftemangels gerade mit Blick auf die stark exportorientierte Wirtschaftsstruktur Baden-Württembergs ein zentrales Thema. Hierbei handelt es sich zudem um ein Problem mit strukturellen und demografischen Ursachen, das zu einem dauerhaften Auseinanderklaffen der Nachfrage und des Angebots an fachlichen Qualifikationen führen kann. Als eine kurzfristige und sehr flexible betriebliche Lösungsstrategie bei Schwierigkeiten der Personalrekrutierung auf dem externen Arbeitsmarkt hat sich seit 2004 u.a. das Instrument der Zeitarbeit herauskristallisiert. Die Zeitarbeit ist jedoch wie die weiteren 'atypischen' Beschäftigungsformen seither auch Gegenstand öffentlicher Kontroversen. Einerseits eröffnet das Instrument Zeitarbeit den Betrieben die Möglichkeit ihren Beschäftigtenbestand an die jeweilige Auslastung zeitnah anzupassen, andererseits wird dadurch die Gefahr einer Verdrängung 'regulärer' Arbeitsverhältnisse und einer dauerhaften Segmentierung des Arbeitsmarkts gesehen. Je nachdem, welche Argumentation empirisch relevanter ist, bieten sich unterschiedliche wirtschaftspolitische Handlungsoptionen. Vor diesem Hintergrund erscheint es daher sinnvoll und opportun, die Entwicklung dieser speziellen 'atypischen' Beschäftigungsform im Land am aktuellen Rand näher zu beleuchten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Atypisch beschäftigt = typisch arm im Alter? Die Flexibilisierung der Arbeitsmärkte und der staatliche Schutz vor Altersarmut: ein europäischer Vergleich (2011)
Schulze Buschoff, Karin;Zitatform
Schulze Buschoff, Karin (2011): Atypisch beschäftigt = typisch arm im Alter? Die Flexibilisierung der Arbeitsmärkte und der staatliche Schutz vor Altersarmut. Ein europäischer Vergleich. Berlin, 28 S.
Abstract
"In vielen Ländern bilden die atypisch Beschäftigten mit einem Anteil von jeweils deutlich über einem Drittel aller Beschäftigten einen beachtlichen Teil der Gesamtbeschäftigten. Insgesamt ist seit Ende der 1990er Jahre europaweit eine Zunahme atypischer Beschäftigung zu verzeichnen. Im Ländervergleich findet die auf der EU-Ebene verfolgte Flexicurity-Strategie in Deutschland relativ wenig Anwendung. Das deutsche System der staatlichen Altersvorsorge ist aufgrund der starken Lohnzentrierung und der Orientierung am Äquivalenzprinzip nur unzureichend auf atypische Beschäftigungsverhältnisse und weitere Flexibilisierungstendenzen eingestellt. Davon sind vor allem Frauen betroffen, da sie den Großteil der atypischen Beschäftigungen stellen. Vergleicht man die verschiedenen Formen atypischer Beschäftigung, dann bestehen die größten Sicherungslücken derzeit für die Soloselbstständigen und für die geringfügig Beschäftigten. Eine der größten Herausforderungen für die deutsche Rentenversicherung besteht entsprechend in der Ausweitung der Pflichtversicherung auf alle Erwerbstätigen. Fraglich bleibt, ob ein Festhalten an der traditionellen deutschen Rentenpolitik den durch die Zunahme atypischer, häufig niedrig entlohnter Beschäftigungsformen und zunehmend diskontinuierlicher Erwerbsverläufe entstehenden Herausforderungen gerecht werden kann. Als zukunftsfähiger und überzeugender in Hinblick auf die Bewältigung dieser Herausforderungen erweisen sich Grundrentensysteme wie zum Beispiel die Systeme in Dänemark oder in den Niederlanden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigung in Japan und Deutschland (2011)
Seifert, Hartmut;Zitatform
Seifert, Hartmut (2011): Atypische Beschäftigung in Japan und Deutschland. In: Arbeit. Zeitschrift für Arbeitsforschung, Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitik, Jg. 20, H. 1, S. 47-64. DOI:10.1515/arbeit-2011-0106
Abstract
"Der Beitrag vergleicht atypische Beschäftigungsformen in Japan und Deutschland, zwei Ländern mit unterschiedlichen Regelungsstrukturen. Ungeachtet dieser Unterschiede zeigen Teilzeit- und Leiharbeit sowie befristete Beschäftigung eine erstaunlich hohe Parallelität bei Ausmaß und Entwicklung. Für weibliche Beschäftigte sind atypische Beschäftigungsverhältnisse zur 'neuen Normalität' geworden. In beiden Ländern sind atypisch Beschäftigte sowohl beim Einkommen als auch beim Zugang zu betrieblicher Weiterbildung gegenüber vergleichbaren Beschäftigten mit Normalarbeitsverhältnissen benachteiligt. In Deutschland, wo das 'Equal-treatment- Prinzip' besser verankert ist als in Japan, fallen die Benachteiligungen auch nicht ganz so krass aus." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Leiharbeiter im sozialen Abseits: Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland (2011)
Seigis, M. Christian;Zitatform
Seigis, M. Christian (2011): Leiharbeiter im sozialen Abseits. Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland. Marburg: Tectum, 100 S.
Abstract
"Leiharbeiter sind scheinbar die Sklaven der neuen Arbeitswelt. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Leiharbeiter auf über 600 000 angewachsen - mit steigender Tendenz. Ihre Arbeitsbedingungen sind gleich, doch das Prinzip 'Gleiche Arbeit - gleiches Geld' greift hier nicht. Oft reicht das Gehalt selbst bei einer vollen Stelle nicht, um den Lebensunterhalt zu sichern. Der Steuerzahler subventioniert diese Jobs zugunsten der Arbeitgeber über Sozialleistungen. Dabei gilt für Leiharbeit- oder Zeitarbeitnehmer bereits seit 2004 gesetzlich der Gleichbehandlungsgrundsatz. Der Autor untersucht, wie die gesetzlichen Vorgaben teilweise umgangen werden, und zeigt Wege auf, wie dies zu ändern wäre, etwa durch Kombi- oder gesetzliche Mindestlöhne. Darüber hinaus beleuchtet er das Thema Leiharbeit von seiner Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte über die Rechtsbeziehungen bis zu den gravierenden Auswirkungen der Hartz-Reformen sowie zu den Folgen der europäischen Implikationen. Auch die Auswirkungen auf das deutsche Rentenversicherungssystem kommen zur Sprache." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Integrationshemmnis Leiharbeit: Auswirkungen von Leiharbeit auf Menschen mit Migrationshintergrund (2011)
Siebenhüter, Sandra;Zitatform
Siebenhüter, Sandra (2011): Integrationshemmnis Leiharbeit. Auswirkungen von Leiharbeit auf Menschen mit Migrationshintergrund. (OBS-Arbeitsheft / Otto Brenner Stiftung 69), Frankfurt, M., 98 S.
Abstract
Durch 116 Interviews mit einer Vielzahl von Akteuren aller relevanten Bereiche der Leiharbeit hat die Autorin Einblicke in den (Leih-)Arbeitsalltag von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland erhalten. "Für Migranten, besonders für neu zugewanderte, hat der Arbeitsplatz eine identitätsstiftende und stabilisierende Funktion, und die sich dadurch manifestierende Anerkennung ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten ist ein erster wichtiger Schritt zur Selbstständigkeit in einem fremden Land. Für jahrelang hier ansässige Migranten und ihre Angehörigen bietet eine stabile und berechenbare Erwerbsbeteiligung eine echte Chance zur gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft. Diese Funktionen könnten grundsätzlich auch durch einen Leiharbeitsplatz bereitgestellt werden. Dazu müsste dieser allerdings den individuellen Kompetenzen entsprechen, der Einsatz nur vorübergehend sein, bei einem festen Entleihbetrieb stattfinden, so dass langfristige Sozialkontakte aufgebaut werden können und diese Tätigkeit nicht das Verarmungsrisiko befördert. In der derzeitigen Form jedoch ist Leiharbeit, insbesondere für Hilfskräfte, in mehrfacher Hinsicht eine prekäre Beschäftigung und zieht für Menschen mit Migrationshintergrund noch stärker als für Einheimische außerordentlich negative wirtschaftliche, soziale und auch politische Folgen nach sich. Durch die Leiharbeit wird jenen Menschen, für die der Arbeitsplatz einen wichtigen Integrationsanker darstellen sollte, eine immense destabilisierende Flexibilität abverlangt indem unternehmerische Risiken auf ihrem Rücken externalisiert werden. Zusätzlich sind sie weitaus mehr als Leiharbeitnehmer ohne Migrationshintergrund zusätzlichen Diskriminierungsrisiken ausgesetzt, so dass sich die Nachteile der Leiharbeit mit den Risiken der Migration vervielfältigen. Das Instrument der Leiharbeit in seiner heutigen Anwendung zeigt auf diese Weise sein wahres, auf rein betriebswirtschaftlichen Profit hin ausgerichtetes Gesicht, das jegliche soziale Verantwortung gegenüber allen Beteiligten zurücktreten lässt." (IAB2)
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Literaturhinweis
Arbeitsmarkt Leiharbeit: Risiken und Chancen der künftigen Dienstleistungsfreiheit (2011)
Siebenhüter, Sandra;Zitatform
Siebenhüter, Sandra (2011): Arbeitsmarkt Leiharbeit: Risiken und Chancen der künftigen Dienstleistungsfreiheit. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 64, H. 3, S. 146-148. DOI:10.5771/0342-300X-2011-3-146
Abstract
"Ab Mai 2011 gilt für die acht, im Jahr 2004 beigetreten MOE-Staaten die völlige Dienstleistungsfreiheit und Arbeitnehmerfreizügigkeit. Dies schürt die Befürchtung, dass die Tarife in der Leiharbeit abermals unter Druck kommen, da ohne eine weitergehende gesetzliche Regelung in den MOE-Staaten ansässige Verleiher zu den jeweils nationalen Arbeits- und Einkommensbedingungen ihre Mitarbeiter an Unternehmen in Deutschland verleihen könnten. Der Beitrag diskutiert, welche Wanderungsbewegungen und Verdrängungswettbewerbe auf dem und durch den Leiharbeitsmarkt zu erwarten sind, er plädiert nachdrücklich für eine Eindämmung der Leiharbeit und zeigt einzelne Handlungsoptionen dafür auf." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The new role of temporary agency work in Germany (2011)
Spermann, Alexander;Zitatform
Spermann, Alexander (2011): The new role of temporary agency work in Germany. (IZA discussion paper 6180), Bonn, 54 S.
Abstract
"This paper reviews the development of temporary agency work after its deregulation in the context of the so-called Hartz reforms in Germany. The new role of agency work emerges from its enormous growth after deregulation, the intense use of agency work by big stock-listed companies and upcoming structural shortage of skilled labor. Agency work turns out to be procyclical and a leading indicator of labor market trends as well as an early indicator of recessions. The stepping stone hypothesis is only accepted for long-term unemployed after the Hartz reforms. Anecdotal evidence of revolving door effects is well-known but substitution as a broad-based phenomenon is not plausible. Education of staffing agents and training programs for agency workers are on the staffing industry's agenda and will be even more important in the near future due to structural skills shortages." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Hauptsache billig?: Prekarisierung der Arbeit in den Sozialen Berufen (2011)
Stolz-Willig, Brigitte; Möhring-Hesse, Matthias; Kühnlein, Gertrud; Wulf-Schnabel, Jan; Christoforidis, Jannis; Dathe, Dietmar; Rhein, Thomas; Giesecke, Harald; Stefaniak, Anna; Klein, Uta; Stolz-Willig, Brigitte; Fuchs, Tatjana; Wagner, Alexandra; Christoforidis, Jannis; Wohlfahrt, Norbert; Hartmann-Hanff, Susanne; Wolf, Michael;Zitatform
Stolz-Willig, Brigitte & Jannis Christoforidis (Hrsg.) (2011): Hauptsache billig? Prekarisierung der Arbeit in den Sozialen Berufen. Münster: Verl. Westfälisches Dampfboot, 245 S.
Abstract
"Der gegenwärtig stattfindende Wandel der Gesellschaft - die Veränderung in Demographie, Arbeit und Lebensweise - haben den Bedarf und die Qualitätsanforderungen in den Sozialen Berufen enorm gesteigert. Über die Qualität der Pflegeleistungen, des Kinderschutzes, der frühkindlichen Bildung und Förderung der Integrationspolitik wird öffentlich heftig diskutiert und gestritten. Weniger Beachtung finden die gravierenden Veränderungen der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen im Sozialsektor. Paradox genug gehen wachsende Anforderungen an Sozialen Dienstleistungen mit Lohndumping und einer Ausweitung prekärer Beschäftigung einher. Ein Großteil der Sozialen Berufe wird an den Rand des Niedriglohnsektors gedrängt - und vorrangig betroffen davon ist qualifizierte Frauenarbeit. Die Autoren und Autorinnen fragen nach den Triebkräften dieser Entwicklungen und diskutieren die Beschäftigungsperspektiven und die Qualität der Arbeit in den Sozialen Berufen. Gefragt wird aber auch nach den Voraussetzungen und Bedingungen einer Wiedergewinnung normativ begründeter und sozial gestalteter Handlungsfähigkeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Atypische Beschäftigungsformen nach dem Ende der Krise in Rheinland-Pfalz 2010 (2011)
Zitatform
Wagner, Birgit & Alfons Schmid (2011): Atypische Beschäftigungsformen nach dem Ende der Krise in Rheinland-Pfalz 2010. (IAB-Betriebspanel Rheinland-Pfalz 2011,01), Frankfurt, Main, 38 S.
Abstract
"Mit Beginn des Aufschwungs und der Zunahme der Beschäftigung veränderten sich in Rheinland-Pfalz die verschiedenen atypischen Beschäftigungsverhältnisse in unterschiedlichem Ausmaß. Die Leiharbeit, die während der Krise einen Einbruch verzeichnete, erreichte bis Mitte 2010 fast wieder ihren Rekordwert, den sie vor der Wirtschaftskrise erzielt hatte. Der ansteigende Trend der Leiharbeit setzt sich somit weiter fort. Gemessen an den Gesamtbeschäftigten spielt sie jedoch bislang eine geringe Rolle. Auf geringfügige Beschäftigung griffen Betriebe ebenfalls in den vergangenen Jahren verstärkt zurück. Trotz des leichten Anstiegs der Midi-Jobs seit 2005 offenbart die Entwicklung der Midi-Jobs insgesamt einen vergleichsweise konstanten Verlauf, der durch die Krise und den beginnenden Aufschwung kaum beeinflusst wurde. Obwohl zu erwarten gewesen wäre, dass sich Teilzeitjobs mit Zeitverlauf nur langsam verändern, da sie überwiegend von Frauen in Anspruch genommen werden, um Beruf und familiäre Verpflichtung in Einklang zu bringen, stieg der Anteil der Teilzeitbeschäftigten an den Gesamtbeschäftigten nach der Krise deutlich an. Die befristete Beschäftigung, die durch einen Rückgang während der Krisen gekennzeichnet war, erreichte mit der Belebung der Konjunktur einen neuen Rekordwert. Der beginnende konjunkturelle Aufschwung nach der Wirtschaftskrise zeichnet sich somit durch differenzierte Auswirkungen auf die verschiedenen atypischen Beschäftigungsformen aus. Sie gewinnen zunehmend an Bedeutung; das Normalarbeitsverhältnis steht jedoch weiter im Vordergrund." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Expertise "Minijobs - politisch-strategische Handlungsoptionen": erarbeitet im Rahmen des Projektes "Gesellschaftliche Wertschätzung von Dienstleistungen steigern! Dienstleistungsqualität - Arbeitsqualität - Zeitinnovationen" (2011)
Zitatform
Weinkopf, Claudia (2011): Expertise "Minijobs - politisch-strategische Handlungsoptionen". Erarbeitet im Rahmen des Projektes "Gesellschaftliche Wertschätzung von Dienstleistungen steigern! Dienstleistungsqualität - Arbeitsqualität - Zeitinnovationen". Berlin, 37 S.
Abstract
"Im Mittelpunkt dieser Expertise steht die Frage, wie künftig mit den Minijobs umgegangen werden sollte. Während von verschiedenen Seiten zunehmend gefordert wird, die Sonderregelungen für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse grundlegend zu reformieren oder aufzuheben, zeigt sich die Politik seit Jahren sehr zögerlich. Wurden in den 1990er Jahren auch auf der politischen Ebene noch zahlreiche Vorschläge zur Eindämmung oder Reform der geringfügigen Beschäftigung entwickelt und diskutiert, ist dies seit der letzten Reform im Jahr 2003 kaum noch der Fall. Hintergrund dürfte sein, dass Änderungen sowohl auf Arbeitgeber- als auch auf Beschäftigtenseite als eher unpopulär angesehen werden. Bei genauerer Betrachtung ist dies jedoch kritisch zu hinterfragen. Schwerpunkt der Expertise ist vor diesem Hintergrund, Probleme der geringfügigen Beschäftigung, die für eine Änderung der Regelungen sprechen, deutlich herauszuarbeiten und mögliche Handlungsoptionen aufzuzeigen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes - Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung (2011)
Zitatform
(2011): Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes - Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung. (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 17/4804 (17.02.2011)), 21 S.
Abstract
"In der Praxis sind Fälle des missbräuchlichen Einsatzes von Arbeitnehmerüberlassung bekannt geworden, die mit dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz und allein mit tarifvertraglichen Regelungen nicht zu unterbinden sind. Durch die Einführung einer gesetzlichen Regelung (sogenannte Drehtürklausel) soll verhindert werden, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entlassen oder nicht weiter beschäftigt werden und anschließend unmittelbar oder nach kurzer Zeit als Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer zu schlechteren Arbeitsbedingungen als die Arbeitnehmer des Entleihers wieder in ihrem ehemaligen Unternehmen oder einem anderen Unternehmen desselben Konzerns eingesetzt werden." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Materialien zur öffentlichen Anhörung von Sachverständigen in Berlin am 21. März 2011 zum a) Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes - Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung (BT-Drucksache 17/4804) b) Entwurf eines Gesetzes zur strikten Regulierung der Arbeitnehmerüberlassung (BT-Drucksache 17/3752): Zusammenstellung der schriftlichen Stellungnahmen (2011)
Zitatform
(2011): Materialien zur öffentlichen Anhörung von Sachverständigen in Berlin am 21. März 2011 zum a) Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes - Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung (BT-Drucksache 17/4804) b) Entwurf eines Gesetzes zur strikten Regulierung der Arbeitnehmerüberlassung (BT-Drucksache 17/3752). Zusammenstellung der schriftlichen Stellungnahmen. (Deutscher Bundestag, Ausschuss für Arbeit und Soziales. Ausschussdrucksache 17(11)431 v. 18.03.2011), 80 S.
Abstract
Die Situation auf dem Markt für Leiharbeit ist von Sachverständigen bei einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales am 21.03.2011 gegensätzlich beurteilt worden. Während etwa die Zeitarbeitsverbände kaum Nachbesserungsbedarf sahen, sprachen sich unter anderem die Vertreter der Gewerkschaften für weitere gesetzliche Regelungen aus. Gegenstand der Anhörung waren ein Gesetzentwurf der Bundesregierung sowie der Fraktion Die Linke.
Sachverständigenliste:
Bundesagentur für Arbeit, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Bundesverband Zeitarbeit, Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V., Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister e. V., Bundesverband Deutscher Dienstleistungsunternehmen e. V., Deutscher Gewerkschaftsbund, IG Metall, Prof. Franz Josef Düwell, Dr. Hajo Holst, Prof. Dr. Gerhard Bosch. (IAB) -
Literaturhinweis
Der Arbeitsmarkt in Deutschland: Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklungen, Juli 2011 (2011)
Abstract
"Die Zeitarbeitsbranche in Deutschland wächst seit Jahren mit hoher Dynamik.
- Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist die Verbreitung der Zeitarbeit leicht überdurchschnittlich.
- Die Arbeitnehmerüberlassung reagiert frühzeitig auf Änderungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen und ist daher ein Frühindikator für die Entwicklung am Arbeitsmarkt.
- Die Dynamik der Stellenentwicklung in der Zeitarbeit schwächt sich ab. - Mit jahresdurchschnittlich 776.000 Leiharbeitnehmern wurde im Jahr 2010 ein neuer Beschäftigungshöchststand erreicht.
- Der Anteil der Beschäftigten in der Zeitarbeit an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt bei knapp drei Prozent.
- Gut die Hälfte des Beschäftigungsanstiegs von Juni 2009 auf Juni 2010 geht auf die Arbeitnehmerüberlassung zurück.
- Der Anstieg der Leiharbeitnehmer in den letzten Jahren geht überwiegend auf die Tätigkeitsfelder Dienstleistungen und Hilfstätigkeiten zurück.
- 72 Prozent der Leiharbeitnehmer sind männlich.
- Fast drei von zehn Beschäftigten in der Zeitarbeit verfügen über keine abgeschlossene Berufsausbildung.
- Die Arbeitnehmerüberlassung ist von hoher Dynamik geprägt: 2010 wurden 1,13 Mio Zeitarbeitsverhältnisse neu abgeschlossen und 1,09 Mio Beschäftigungsverhältnisse beendet.
- Mehr als die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse endet nach weniger als drei Monaten.
- Die hohe Dynamik der Branche spiegelt sich auch im überdurchschnittlich hohen Entlassungsrisiko.
- Die erzielten mittleren Bruttoarbeitsentgelte in der Zeitarbeit liegen unter den mittleren Entgelten im Durchschnitt über alle Branchen." (Textauszug, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung in Deutschland: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion der SPD (Drucksache 17/6382) (2011)
Zitatform
(2011): Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung in Deutschland. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion der SPD (Drucksache 17/6382). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 17/6986 (14.09.2011)), 72 S.
Abstract
Die Bundesregierung antwortet auf die Fragen der Fraktion der SPD zur Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung, zur Niedriglohnthematik, zur branchenspezifischen Betrachtung, geringfügiger Beschäftigung in Privathaushalten, zu Substitutionseffekten, zum Diskriminierungsverbot des Teilzeit- und Befristungsgesetzes, zu Genderaspekten, zur Brückenfunktion von Minijobs in den Arbeitsmarkt und zu Konsequenzen für die Sozialversicherung. (IAB)
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Literaturhinweis
Niedriglohn und Lohndumping im Verleihgewerbe (2011)
Zitatform
(2011): Niedriglohn und Lohndumping im Verleihgewerbe. (Arbeitsmarkt aktuell 2011,02), Berlin, 6 S.
Abstract
"Die Verleihbranche bleibt ein extremer Niedriglohnsektor. Trotz wirtschaftlicher Erholung steigt das ohnehin sehr hohe Verarmungsrisiko der Leiharbeitskräfte weiter an. Mehr als jede(r) achte Leiharbeitnehmer bzw. -arbeitnehmerin verdient so wenig, dass die staatliche Fürsorge einspringen und den niedrigen Lohn auf das gesellschaftliche Existenzminimum anheben muss. Ein sozialversicherter Job kann hier häufig kein menschenwürdiges Leben sicher stellen. Nicht einmal 20 Prozent der in der Leiharbeit sozialversicherten Vollzeitbeschäftigten verdiente 2009 im Monat mehr als 2.000 EURO brutto. Die Lohnkostenunterschiede zwischen Arbeitskräften in der Leiharbeit und den Einsatzbetrieben sind enorm. Leiharbeitskräfte verdienen im Schnitt 40 bis 50 Prozent weniger, je nach Qualifikation und Einsatzbetrieben schwankt dies jedoch. Leiharbeit wird längst nicht nur dafür eingesetzt, um betriebliche Auftragsspitzen abzufangen, sondern mehr und mehr auch um die Lohnkosten massiv zu drücken und tarifliche Regelungen in den Einsatzbetrieben zu unterhöhlen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Der Arbeitsmarkt in Deutschland: Zeitarbeit - Aktuelle Entwicklungen, Januar 2011 (2011)
Abstract
"Im Juni 2010 gab es in Deutschland 16.100 Zeitarbeitsunternehmen. 63 Prozent davon sind überwiegend oder ausschließlich in der Arbeitnehmerüberlassung tätig.
- Der Strukturwandel zeigt sich auch in der Zeitarbeit: Der Anteil der Beschäftigten in Dienstleistungsberufen steigt langfristig, in Metall- und Elektroberufen ist er rückläufig.
- Die Beschäftigungsrückgänge während der Krise im Bereich Metall und Elektro und bei den Hilfstätigkeiten sind mittlerweile weitgehend kompensiert.
- Zwei Drittel der neu abgeschlossenen Zeitarbeitsverhältnisse im 1. Halbjahr 2010 wurden mit Personen geschlossen, die direkt davor keine Beschäftigung ausübten. Zeitarbeit stellt somit eine Chance für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer, Berufseinsteiger oder Berufsrückkehrer dar.
- Mehr als die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse in der Zeitarbeit dauert weniger als drei Monate an.
- Knapp 3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren im Herbst 2010 in der Zeitarbeit tätig.
- Zeitarbeit reagiert frühzeitig auf konjunkturelle Veränderungen. Daher waren im Zuge der Krise eher als in anderen Branchen saisonbereinigte Beschäftigungsrückgänge zu verzeichnen, aber auch die nachfolgenden Beschäftigungsanstiege zeigten sich zuerst in der Arbeitnehmerüberlassung.
- Die Zahl der gemeldeten Stellen von Arbeitnehmerüberlassungsbetrieben nimmt nach krisenbedingten Einbrüchen in 2008 und 2009 seit Sommer 2009 wieder zu.
- Jede dritte bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldete Arbeitsstelle kommt aus der Zeitarbeit." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Gesundheitsrisiken in der Leiharbeit: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN (Drucksache 17/8064) (2011)
Zitatform
(2011): Gesundheitsrisiken in der Leiharbeit. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN (Drucksache 17/8064). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 17/8267 (27.12.2011)), 11 S.
Abstract
"Frühere Studien haben gezeigt, dass die Arbeitsbedingungen in der Leiharbeit mit einer Reihe von Risiken für die soziale Teilhabe und die gesellschaftliche Inklusion einhergehen. Dazu gehören niedrigere Löhne, ein erhöhtes Arbeitslosigkeitsrisiko und verminderte Weiterbildungschancen. Der Gesundheitsreport 2009 der Techniker Krankenkasse mit dem Schwerpunkt Leiharbeit zeigt bei der Diagnose psychischer Störungen, dass die Fehlzeiten unter den männlichen Beschäftigten aus der Leiharbeitsbranche (nach der Adjustierung des Tätigkeitsspektrums) um 36 Prozent über den Erwartungswerten (von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten anderer Branchen) liegen. Entscheidend sei hier, neben der Unzufriedenheit über ein niedrigeres Einkommen und einen unsicheren Arbeitsplatz, die Diskrepanz zwischen Qualifikation und ausgeübter Tätigkeit. Leiharbeit macht zudem häufiger krank als ein normales Beschäftigungsverhältnis.
Die Bundesregierung beantwortet die Fragen der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN zu psychischen Belastungen in der Leiharbeit, zur Unfallgefahr in der Leiharbeit, zum Arbeitsprogramm 'Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Zeitarbeit', zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM), zu Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und allgemeine Fragen zur Leiharbeit." (Textauszug, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Entwicklungen in der Leiharbeit: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (Drucksache 17/4590) (2011)
Zitatform
(2011): Entwicklungen in der Leiharbeit. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (Drucksache 17/4590). (Verhandlungen des Deutschen Bundestages. Drucksachen 17/4764 (14.02.2011)), 36 S.
Abstract
Die Fraktion Die Linke thematisiert in ihrer Kleinen Anfrage den starken Anstieg der Leiharbeit und die damit verbundenen Entwicklungen: 'Damit wird einer massiven Prekarisierung der Arbeitswelt Vorschub geleistet, zu Lasten der Leiharbeitskräfte, die ungesichert und niedrigentlohnt beschäftigt sind und zu Lasten regulärer Beschäftigung, die verloren geht.' In ihrer Antwort bewertet die Bundesregierung Leiharbeit als ein arbeitsmarktpolitisches Instrument für die Unternehmen und Beschäftigten, das dazu dient, konjunkturelle Wachstumsimpulse schnell in Beschäftigungsaufbau umzusetzen. Thematisiert werden Lohnhöhe sowie Ausgaben für aufstockende Leistungen nach SGB II. Es werden statistische Angaben zur Entwicklung der Zahl der Leiharbeitnehmer dokumentiert. (IAB)
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Literaturhinweis
IAB-Betriebspanel, Länderbericht Sachsen: Ergebnisse der fünfzehnten Welle 2010 (2011)
Abstract
"Das IAB-Betriebspanel wurde in Sachsen als mündliche Arbeitgeberbefragung auf Leitungsebene von Juli bis Oktober 2010 zum fünfzehnten Mal durchgeführt. Das Antwortverhalten der Betriebe wurde somit unmittelbar durch die Auswirkungen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise beeinflusst. Zum einen wurden die Betriebe gefragt, ob, in welcher Richtung, in welchem Ausmaß und in welchem Zeitraum die Krise den Betrieb betroffen hat. Daraus abgeleitet wurden die personalpolitischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise analysiert. Zum anderen wurden die wichtigsten personalpolitischen und wirtschaftlichen Kennziffern, die im Betriebspanel erhoben werden, für die Krisenbetriebe gesondert ausgewertet. Zusätzlich wurden in der 15. Welle Fragen zur Leiharbeit und zur Übernahme von Ausbildungsabsolventen ('zweite Schwelle') gestellt.
In das diesjährige IAB-Betriebspanel wurden im Rahmen des Basisprogramms folgende, sich jährlich wiederholenden Fragenkomplexe aufgenommen: Beschäftigungsentwicklung; Geschäftspolitik und Geschäftsentwicklung; Ertrag und Gewinn; betriebliche Arbeitszeiten; betriebliche Investitionen und Innovationen; betriebliche Weiterbildung; Personalstruktur, Personalbewegung und Personalsuche; Berufsausbildung und Ausbildungsstellen; Tarif und Lohn." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Die Risiken der Leiharbeit: Arbeitslosigkeit, Verarmung, Erkrankung (2010)
Adamy, Wilhelm;Zitatform
Adamy, Wilhelm (2010): Die Risiken der Leiharbeit: Arbeitslosigkeit, Verarmung, Erkrankung. In: Gute Arbeit, Jg. 22, H. 5, S. 17-21.
Abstract
Das Arbeitsmarktrisiko von Leiharbeitskräften ist bis zu zehnmal höher als das der regulär Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe. Sie sind massiv von Arbeitslosigkeit betroffen und tragen ein überdurchschnittlich hohes Entlassungsrisiko. Aber auch beschäftigte Leiharbeitskräfte sind überdurchschnittlich armutsgefährdet. Sie sind zudem stärker belastet als regulär Beschäftigte und daher häufiger krank. Die Leiharbeitsbranche zeichnet sich darüber hinaus dadurch aus, dass die dort Beschäftigten häufig nicht qualifikationsgerecht eingesetzt werden. Die Einkommenssituation und die besondere Arbeitsmarktunsicherheit werden von vielen Leiharbeitern als ungerecht und belastend empfunden. Der soziale Schutz der Leiharbeitskräfte muss dringend durch gesetzliche Maßnahmen verbessert werden. (IAB)
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Literaturhinweis
Arbeitsmarktrisiken in der Leiharbeit (2010)
Adamy, Wilhelm;Zitatform
Adamy, Wilhelm (2010): Arbeitsmarktrisiken in der Leiharbeit. In: Wirtschaftsdienst, Jg. 90, H. 9, S. 598-605. DOI:10.1007/s10273-010-1122-5
Abstract
"Der Einsatz von Leiharbeit soll den Betrieben mehr Flexibilität ermöglichen und die Kosten senken. Arbeitslose könnten davon profitieren, dass die Beschäftigung bei einer Leiharbeitsfirma den Einstieg in die reguläre Beschäftigung erleichtert. Tatsächlich zeigen die aktuellen Daten, dass Leiharbeiter schlecht entlohnt, häufig wieder arbeitslos und kaum qualifiziert werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Flexible Beschäftigung, neue Abhängigkeiten: Projektarbeitsmärkte und ihre Auswirkungen auf Lebensverläufe (2010)
Zitatform
Apitzsch, Birgit (2010): Flexible Beschäftigung, neue Abhängigkeiten. Projektarbeitsmärkte und ihre Auswirkungen auf Lebensverläufe. (Schriften aus dem Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung Köln 69), Frankfurt am Main: Campus-Verl., 256 S.
Abstract
"Von Arbeitnehmern wird auf vielfältige Weise Flexibilität gefordert, besonders in Projektarbeitsmärkten. Diese Flexibilität wirkt sich nicht nur auf die individuelle Lebensplanung und soziale Integration der Beschäftigten aus, sondern auch auf die Handlungsmöglichkeiten kollektiver Akteure, wie Gewerkschaften und Berufsverbände. Am Beispiel der Architektur- und Medienbranche beleuchtet die Autorin die historisch gewachsenen Strukturen von Projektarbeitsmärkten, den Zusammenhang zwischen Rekrutierung und Arbeitsorganisation sowie die Folgen der Flexibilisierung für Mitbestimmung und Lebensverläufe. Deutlich wird: Mit zunehmender Bedeutung informeller Netzwerke entstehen neue Formen der Abhängigkeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Modellgestützte Simulationsstudien zu den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Umsetzung von Varianten einer innovativen Konzeption altersunabhängig geförderter Teilzeit: Simulationsrechnungen von Szenarien geförderter Teilzeit auf der Basis eines Vorschlages der Arbeitnehmerkammer Bremen für ein "Gesetz zur Beschäftigungsförderung durch Arbeitsumverteilung". Abschlussbericht (2010)
Bartsch, Klaus;Zitatform
Bartsch, Klaus (2010): Modellgestützte Simulationsstudien zu den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Umsetzung von Varianten einer innovativen Konzeption altersunabhängig geförderter Teilzeit. Simulationsrechnungen von Szenarien geförderter Teilzeit auf der Basis eines Vorschlages der Arbeitnehmerkammer Bremen für ein "Gesetz zur Beschäftigungsförderung durch Arbeitsumverteilung". Abschlussbericht. Düsseldorf, 156 S.
Abstract
"In der Simulation ergab sich, dass der Gesetzesvorschlag "Gesetz zur Beschäftigungsförderung durch Arbeitsumverteilung" (GBA) zu eng gefasst wäre, um substantielle Beschäftigungseffekte zu erzielen. Die betriebliche Anwendbarkeit würde sich mit kurzen Vertragslaufzeiten stark auf einen kleinen Kreis von Un- und Angelernten fokussieren.
Die größten Beschäftigungseffekte (etwa 200.000 Personen) mit dem höchsten Anteil an sozial abgesicherten Arbeitsverhältnissen ließen sich erzielen,
(1) wenn die maximale Vertragslaufzeit sich an derjenigen der nun obsoleten geförderten Altersteilzeit orientieren würde, so dass verstärkte betriebliche Anreize zur Nutzung eines GBA auch für qualifizierte Beschäftigte entstehen.
(2) wenn die Finanzierung eines GBA für die Bundesagentur für Arbeit in etwa kostenneutral erfolgt, auch wenn Arbeitslose des Rechtskreises SGB II gemäß ihres Anteils an der Gesamtarbeitslosigkeit vermittelt werden, so dass sonst fällige Anhebungen des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung vermieden werden.
Trotz der damit verknüpften Bezuschussung der BA durch den Bund verbessern sich die Finanzierungsverhältnisse des Staates infolge der induzierten Mehreinkommen und zusätzlicher Steuern und Sozialabgaben." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Medienberufe aus arbeits- und sozialversicherungsrechtlicher Sicht: freie Mitarbeiter, Freelancer, Honorarkräfte und die ewige Gretchenfrage: selbständig, "scheinselbständig" oder abhängig beschäftigt? (2010)
Boss, Sonja;Zitatform
Boss, Sonja (2010): Medienberufe aus arbeits- und sozialversicherungsrechtlicher Sicht. Freie Mitarbeiter, Freelancer, Honorarkräfte und die ewige Gretchenfrage: selbständig, "scheinselbständig" oder abhängig beschäftigt? In: Neue Zeitschrift für Sozialrecht, Jg. 19, H. 9, S. 483-488.
Abstract
"Die Frage der arbeitsrechtlichen und sozialversicherungspflichtigen Behandlung der verschiedenen Berufsgruppen der sog. 'Medienberufe' stellt sich bei Arbeitgebern, Auftraggebern und Medienunternehmen ebenso wie bei den Betroffenen in regelmäßigen Abständen, spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung, Arbeitslosenmeldung oder Anfrage der Krankenkasse. Seitdem die Zuständigkeit der Betriebsprüfungen der künstlersozialabgabepflichtigen Unternehmen durch das 3. KSVG-Änderungsgesetz vom 15. 6. 2007 zudem von der Künstlersozialkasse (KSK) auf die (personell stärkere) Deutsche Rentenversicherung (DRV) übertragen wurde, droht noch mehr Ungemach. Prominentestes Beispiel ist derzeit RTL, zu dessen Lasten das Bundessozialgericht mit Urteil vom 1. 10. 2009 entschieden hat, dass die Juroren bei DSDS Unterhaltungskünstler im Sinne des Künstlersozialversicherungsgesetzes (KSVG) sind. Im Rahmen der verstärkten Überprüfungseinsätze der DRV zur Künstlersozialabgabe steht zudem zu befürchten, dass diese bei den Unternehmen nicht nur die ordnungsgemäße Künstlersozialabgabe überprüfen, sondern dabei die Frage einer möglichen 'Scheinselbständigkeit' aufwerfen. Dies kann mitunter verhängnisvolle Konsequenzen haben. Der Beitrag beleuchtet den arbeitsrechtlichen und sozialversicherungspflichtigen Status quo der klassischen Medienberufen, die in verstärktem Maße sozialversicherungsrechtlichen Besonderheiten unterliegen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Flexibilisierung und Leiharbeit in der Pflege (2010)
Bräutigam, Christoph; Dahlbeck, Elke; Hilbert, Josef; Evans, Michaela; Enste, Peter;Zitatform
Bräutigam, Christoph, Elke Dahlbeck, Peter Enste, Michaela Evans & Josef Hilbert (2010): Flexibilisierung und Leiharbeit in der Pflege. (Hans-Böckler-Stiftung. Arbeitspapier 215), Düsseldorf, 44 S.
Abstract
"Zeitarbeit in der Pflege unterscheidet sich in einigen Punkten von Zeitarbeit in anderen Branchen: Sie wird weitgehend nicht zur Kompensation von Auftragsspitzen eingesetzt, sondern eher als Mittel zur Aufrechterhaltung der Versorgung bei zu geringer Personalausstattung. Es dominiert die Nachfrage nach qualifizierten, teilweise auch spezialisierten Fachkräften, während Hilfskräfte weniger nachgefragt werden. Die Motive der Zeitarbeitnehmer sind sehr unterschiedlich, die 'typische' Zeitarbeitnehmerin in der Pflege gibt es nicht. Die Qualität der Dienstleistung 'Pflege als Zeitarbeit' ist insbesondere vom qualifikationsadäquaten Personaleinsatz und einer ausreichenden Einsatzkontinuität im Entleihbetrieb abhängig. Das zentrale Problem des strukturellen Personalmangels und des Fachkräftemangels in der Pflege kann durch die Zeitarbeit nicht ernsthaft kompensiert werden, da der Mangel an Fachkräften die Personaldienstleister in ähnlicher Weise trifft wie die Entleihbetriebe. Es besteht ein tiefergehender Forschungsbedarf zur gängigen Praxis sowie zu den Auswirkungen von Zeitarbeit im Hinblick auf die Qualität der Pflege sowie auf die Qualität der Arbeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Zeitarbeit als Erwerbseinstieg nach einer dualen Ausbildung (2010)
Zitatform
Buch, Tanja, Carola Burkert, Stefan Hell & Annekatrin Niebuhr (2010): Zeitarbeit als Erwerbseinstieg nach einer dualen Ausbildung. In: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 39, H. 6, S. 447-469. DOI:10.1515/zfsoz-2010-0602
Abstract
"Werden Jugendliche am Ausbildungsende nicht von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen und finden sie auch in einem anderen Betrieb keine Anstellung in einem regulären Beschäftigungsverhältnis, so stellt die Zeitarbeit eine Option zur Integration in das Erwerbssystem dar. Die Beschäftigung in Leiharbeit an der zweiten Schwelle war bislang nicht Gegenstand der Übergangsforschung. Unsere Untersuchung zeigt, dass Absolventen, die den Erwerbseinstieg über die Leiharbeit vollziehen, ungünstigere Beschäftigungsperspektiven z. B. in Bezug auf Entgelt, Arbeitslosigkeitsbetroffenheit und Berufswechsel haben. Ausgehend von Signaling-Modellen werden die Determinanten einer Leiharbeitsphase nach der Berufsausbildung auf der Basis von Probit Schätzungen ermittelt. Eine besondere Signalwirkung ist vom Schulabschluss und vom Erfolg in den beruflichen Abschlussprüfungen zu erwarten. Die Nutzung eines unikalen Datensatzes ermöglicht es, die genannten Determinanten explizit zu analysieren. Erwerbseinsteiger ohne Schulabschluss und Hauptschulabsolventen sowie Jugendliche mit schlechten Noten in der Berufsabschlussprüfung haben signifikant geringere Chancen auf eine Anstellung in einem regulären Beschäftigungsverhältnis und integrieren sich häufiger über die Leiharbeit in den Arbeitsmarkt. Die Resultate weisen darauf hin, dass in erster Linie Absolventen mit vergleichsweise geringer Produktivität den Einstieg in das Erwerbssystem über eine Beschäftigung in der Zeitarbeitsbranche bewältigen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Prekäres Unternehmertum: Unsicherheiten von selbstständiger Erwerbstätigkeit und Unternehmensgründung (2010)
Bührmann, Andrea D. ; Inhetveen, Heide; Fischer, Ute Luise; Wienhold, Hanns; Gather, Claudia; Pongratz, Hans J. ; Simon, Stefanie; Bögenhold, Dieter ; Kay, Rosemarie ; Fachinger, Uwe; Kranzusch, Peter; Bierhoff, Oliver; Schmidt, Tanja ; Ulbricht, Susan; Schmitt, Mathilde; Dangel-Vornbäumen, Caroline; Schulze Buschoff, Karin;Zitatform
(2010): Prekäres Unternehmertum. Unsicherheiten von selbstständiger Erwerbstätigkeit und Unternehmensgründung. (Wirtschaft und Gesellschaft), Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften, 299 S.
Abstract
"Unternehmensgründung und selbstständige Erwerbstätigkeit eröffnen nicht nur Erfolgschancen, sondern bringen erhebliche Prekaritätsrisiken mit sich. Auf der Grundlage konzeptioneller Überlegungen und neuerer empirischer Befunde verknüpft der Band zwei aktuelle, aber bisher kaum im Zusammenhang betrachtete gesellschaftliche Entwicklungen: die zunehmende Bedeutung von Unternehmertum und die wachsende Gefahr der Prekarisierung der Erwerbsarbeit." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Evaluating the German "Mini-Job" reform using a true natural experiment (2010)
Zitatform
Caliendo, Marco & Katharina Wrohlich (2010): Evaluating the German "Mini-Job" reform using a true natural experiment. In: Applied Economics, Jg. 42, H. 19, S. 2475-2489. DOI:10.1080/00036840701858125
Abstract
Die Frage, wie man die Arbeitsanreize für Menschen mit geringem Einkommen verstärken kann, ist ein gemeinsames Thema in der politischen Debatte über die europäischen Länder hinweg. Die am 1. April 2003 in Kraft getretene 'Mini-Job'-Reform befindet sich im Einklang mit dieser Politik, indem sie Arbeitseinkommen unterhalb einer bestimmten Schwelle von Steuern und Sozialabgaben der Arbeitnehmer befreit. In der Untersuchung wird eine ex-post Evaluation vorgenommen, um die Kurzzeiteffekte der Reform zu identifizieren. Die Identifikationsstrategie benutzt eine exogene Variante der Interviewmonate im deutschen Sozio-ökonomischen Panel (SOEP), die es ermöglicht, zwischen verschiedenen Gruppen, die von der Reform betroffen (oder nicht betroffen) sind, zu unterscheiden. Um saisonale Effekte berücksichtigen zu können, wird zusätzlich vom Ansatz der Difference-in-Differences-Methode Gebrauch gemacht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kurzzeiteffekte der Reform begrenzt sind. Es gibt keine signifikanten Kurzzeiteffekte für die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse. Es gibt jedoch Hinweise dahingehend, dass unverheiratete Männer, die bereits in einem Arbeitsverhältnis stehen, umgehend reagieren und sich somit die Zahl der ausgeübten Zweitjobs erhöht. (IAB)
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Wenig Licht, viel Schatten - der Dritte Sektor als arbeitsmarktpolitisches Experimentierfeld (2010)
Zitatform
Dathe, Dietmar, Christian Hohendanner & Eckhard Priller (2010): Wenig Licht, viel Schatten - der Dritte Sektor als arbeitsmarktpolitisches Experimentierfeld. In: Sozialpsychiatrische Informationen, Jg. 40, H. 2, S. 20-22.
Abstract
"Atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Teilzeitjobs und befristete Arbeitsverträge dominieren den Dritten Sektor mehr und mehr. Es droht insbesondere mit den Ein-Euro-Jobs eine Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse und die Entwicklung zum Niedriglohnsektor. In Ostdeutschland sind 16 Prozent der Erwerbstätigen im Dritten Sektor in Ein-Euro-Jobs beschäftigt. Die Analysen zeigen, dass die Zahl der Beschäftigten in den letzten Jahren im Dritten Sektor relativ stabil geblieben ist, sich aber die Beschäftigungsstruktur stark verändert hat. Durch den hohen Anteil von Teilzeitbeschäftigung, befristeten Beschäftigungsverhältnissen und Ein-Euro-Jobs verliert der Dritte Sektor als Beschäftigungsbereich an Attraktivität . Dies kann auch zu einer Gefahr für seine Leistungsfähigkeit werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Kurzfristige Beschäftigung (2010)
Dundler, Agnes;Zitatform
Dundler, Agnes (2010): Kurzfristige Beschäftigung. (Methodenbericht der Statistik der BA), Nürnberg, 26 S.
Abstract
"Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage (auch kalenderjahrüberschreitend) befristet ist. Kurzfristig Beschäftigte sind eher Personen jüngeren Alters und vorwiegend in den Branchen Handel, Verkehr, Lagerei und Gastgewerbe (29,6 Prozent) sowie Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen (28,4 Prozent) tätig. Die Wirtschaftsgruppen, die von geringfügig Beschäftigten dominiert werden, sind: 'Anbau mehrjähriger Pflanzen', 'Einzelhandel an Verkaufsständen und Märkten', 'Ausschank von Getränken' sowie 'Sonstige Post-, Kurier- und Expressdienste'. Der von kurzfristig Beschäftigten am häufigsten ausgeübte Beruf ist mit weitem Abstand der 'Lager- und Transportarbeiter'. Noch viel deutlicher als die sozialversicherungspflichtigen und geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnisse sind kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse von einem saisonalen Muster geprägt. In den Sommermonaten erreicht ihre Zahl dabei immer die Höchstwerte im Jahresverlauf, und in den Wintermonaten ist die Anzahl dagegen stets am geringsten." (Textauszug, IAB-Doku)
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Normalarbeit und Prekarität (2010)
Dörre, Klaus;Zitatform
Dörre, Klaus (2010): Normalarbeit und Prekarität. In: Zeitschrift für Sozialreform, Jg. 56, H. 4, S. 439-442. DOI:10.1515/zsr-2010-0409
Abstract
Der Beitrag reflektiert die Thesen zum Ende des Normalarbeitsverhältnisses, die von Mückenberger Ende der 1980er Jahre formuliert wurden. Kritisiert wird, dass Mückenbergers Analyse 'implizit einem linearen Modernisierungskonzept verpflichtet bleibt, das keine zureichende Erklärung für soziale Regression bietet.' Die Kritik bezieht sich im Einzelnen auf die Vernachlässigung der politökonomischen Rahmenbedingungen und der machtpolitischen Dimension des Wandels sowie auf eine Unschärfe in der Beurteilung der politischen Gestaltungsinstrumente. Vor diesem Hintergrund ergeben sich andere wissenschaftliche und politische Konsequenzen, als sie in den Analysen aus den 1980er Jahren angelegt waren. Der Autor plädiert dafür, auch finanzkapitalistische Aspekte und die Ausbeutung vor allem von Frauen in den Blick zu nehmen. (IAB)
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Verhinderung des missbräuchlichen Einsatzes von Arbeitnehmerüberlassung und Umsetzung der Leiharbeitsrichtlinie (2010)
Düwell, Franz Josef; Dahl, Holger;Zitatform
Düwell, Franz Josef & Holger Dahl (2010): Verhinderung des missbräuchlichen Einsatzes von Arbeitnehmerüberlassung und Umsetzung der Leiharbeitsrichtlinie. In: Der Betrieb, Jg. 63, H. 32, S. 1759-1762.
Abstract
"Das BMAS hat am 4. 6. 2010 den Diskussionsentwurf eines Gesetzes zur Änderung des AÜG und des AEntG vorgelegt. Mit diesem Gesetz will das Ministerium vor allem den 'missbräuchlichen Einsatz von Arbeitnehmerüberlassung' ausschließen. Daneben sollen die Vorgaben der Europäischen Leiharbeitsrichtlinie vom 19. 11. 2008, die am 5. 12. 2008 in Kraft getreten ist, umgesetzt werden. Schließlich soll durch eine Lohnuntergrenze die Möglichkeit für Verleiher begrenzt werden, durch die Anwendung oder einzelvertragliche Inbezugnahme eines Tarifvertrags ohne eine untere Grenze vom Schlechterstellungsverbot in § 9 Nr. 2 und § 3 Abs. 1 Nr. 3 AÜG abzuweichen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Traditionelle Beschäftigungsverhältnisse im Wandel: Benchmarking Deutschland: Normalarbeitsverhältnis auf dem Rückzug (2010)
Eichhorst, Werner; Kuhn, Andrea; Zenker, Rosemarie; Thode, Eric;Zitatform
Eichhorst, Werner, Andrea Kuhn, Eric Thode & Rosemarie Zenker (2010): Traditionelle Beschäftigungsverhältnisse im Wandel. Benchmarking Deutschland: Normalarbeitsverhältnis auf dem Rückzug. (IZA research report 23), Bonn, 66 S.
Abstract
"Der Arbeitsmarkt in Deutschland besteht inzwischen aus zwei Segmenten: Zum einen aus traditionellen und zum anderen aus sogenannten atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Atypische Beschäftigungsverhältnisse ermöglichen dabei zwar sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer höhere Flexibilität und damit einhergehend eine Zunahme der Beschäftigung insgesamt, sind aber durch höhere Risiken geprägt. Das traditionelle Beschäftigungsverhältnis ist dagegen durch ein hohes Maß an Sicherheit gekennzeichnet. Unterschiede im internationalen Vergleich gibt es dennoch: Hinsichtlich der Arbeitsbedingungen, der Lohnentwicklung, der Arbeitsbeziehungen und der Ausprägung des Kündigungsschutzes differieren die Systeme." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Atypische Beschäftigung und Niedriglohnarbeit: Benchmarking Deutschland: Befristete und geringfügige Tätigkeiten, Zeitarbeit und Niedriglohnbeschäftigung (2010)
Zitatform
Eichhorst, Werner, Paul Marx & Eric Thode (2010): Atypische Beschäftigung und Niedriglohnarbeit. Benchmarking Deutschland: Befristete und geringfügige Tätigkeiten, Zeitarbeit und Niedriglohnbeschäftigung. Gütersloh, 53 S.
Abstract
"Die Diskussion über die Schaffung neuer, zusätzlicher Arbeitsplätze durch institutionelle Reformen auf dem Arbeitsmarkt dreht sich im Kern in zahlreichen europäischen Staaten um die Rolle 'atypischer' Beschäftigungsverhältnisse. Diese orientieren sich nicht an unbefristeter Vollzeitarbeit (dem sogenannten Normalarbeitsverhältnis), die in der Regel tarifvertraglich geregelt ist und den vollen Schutz der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland gewährt. Auf der einen Seite bieten atypische Arbeitsverhältnisse tatsächlich zusätzliche Erwerbschancen insbesondere im Dienstleistungssektor, auf der anderen Seite zeichnen sie sich oft durch Abweichungen vom jeweiligen tarif-, unternehmens- oder betriebsüblichen Standard hinsichtlich Arbeitszeiten, Entlohnung oder Bestandssicherheit aus. Die Notwendigkeit der Re-Regulierung atypischer Beschäftigungsformen steht deshalb auf dem Prüfstand und wird je nach Perspektive - beschäftigungspolitische vs. sozialpolitische Orientierung - unterschiedlich bewertet. Auf der Grundlage der empirischen Beobachtungen ist ein differenziertes Urteil über die Bedeutung atypischer Beschäftigung und von deren Chancen und Risiken möglich." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Ähnliche Treffer
auch erschienen als: IZA research report , 25 -
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Marginal employment and the demand for heterogeneous labour: elasticity estimates from a multi-factor labour demand model for Germany (2010)
Zitatform
Freier, Ronny & Viktor Steiner (2010): Marginal employment and the demand for heterogeneous labour. Elasticity estimates from a multi-factor labour demand model for Germany. In: Applied Economics Letters, Jg. 17, H. 12, S. 1177-1182. DOI:10.1080/00036840902862140
Abstract
"We develop a structural multi-factor labour demand model which distinguishes between eight labour categories including marginal employment, i.e. low-paying jobs with only a few working hours and partially exempted from employee's social security contributions. Using a new panel data set for Germany, the model is estimated both for the number of workers and total working hours. For unskilled and skilled workers in full-time employment, we find labour demand elasticities similar to previous estimates. Our new estimates of own-wage elasticities for marginal employment range between -0.13 (number of male workers in West Germany) to -1 (working hours for women)." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Wen trifft die Zunahme atypischer Beschäftigungsformen?: Analyse des Mikrozensus 2007 (2010)
Fromm, Sabine;Zitatform
Fromm, Sabine (2010): Wen trifft die Zunahme atypischer Beschäftigungsformen? Analyse des Mikrozensus 2007. In: Mitteilungen aus dem SOFI, Jg. 4, H. 10, S. 6-8.
Abstract
"Die Teilhabe am Erwerbsleben bleibt nach wie vor die wichtigste gesellschaftliche Teilhabeform, sei es durch eigene oder aber abgeleitete Erwerbstätigkeit. Als zentral für die Integrationsleistung des Erwerbssystems wird generell die Verbreitung des sogenannten 'Normalarbeitsverhältnisses' angesehen. Im Verbundprojekt Sozioökonomische Berichterstattung wird Erwerbsteilhabe und ihre Entwicklung unter unterschiedlichen Fragestellungen analysiert, darunter auch die Integrationsleistung des Beschäftigungssystems (www.soeb.de). In diesem Kontext entstanden die nachfolgend dargestellten Ergebnisse zur Veränderung des Normalarbeitsverhältnisses durch die Zunahme atypischer Beschäftigung." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Bastelbiographie, Patchwork-Identität und Co.: atypische Erwerbsbiographien aus gegenwärtiger Forschungsperspektive (2010)
Frosch, Ulrike;Zitatform
Frosch, Ulrike (2010): Bastelbiographie, Patchwork-Identität und Co. Atypische Erwerbsbiographien aus gegenwärtiger Forschungsperspektive. In: Berufs- und Wirtschaftspädagogik - online H. 18.
Abstract
"Aufgrund tiefgreifender wirtschaftlicher, technologischer und arbeitsorganisatorischer Wandlungsprozesse erodiert die klassische Dreiteilung der Berufsbiographie bestehend aus Ausbildung durch Ausbildungssysteme, Erwerbsarbeit in Organisationen und Unternehmen sowie Ruhestand, geprägt durch gesellschaftliche Sicherungssysteme, und lässt Übergangsphasen in Form von befristeten Arbeitsverträgen, Teilzeittätigkeiten, völligen Ausstiegs sowie Wechsel beruflicher Tätigkeitsfelder und Fachrichtungen entstehen. Der moderne Lebenslauf in der Funktion eines gesellschaftlichen Ordnungssystems stützt sich jedoch weiterhin auf die Dreiteilung und orientiert und organisiert sich um das Erwerbssystem herum. Das zeigt sich einerseits in der fehlenden Zuständigkeit der Institutionen, Jugendliche und Erwachsene in den Vor-, Zwischen- und Übergangsabschnitten zu begleiten, andererseits in der fehlenden Akzeptanz der Arbeitgeber, die einen Bewerber mit beständiger beruflicher Profilbildung einem Bewerber mit einem vorwiegend durch Diskontinuität geprägten Lebenslauf vorziehen. Für den Einzelnen ergibt sich neben Anpassungs-, Mobilitäts- und Flexibilitätserfordernissen, vor allem die Aufgabe der Biographisierung als Konstruktion von Sinn, Kontinuität und Identität, welche verknüpft mit beruflicher (Neu-)Orientierung und Karriereplanung ebenfalls zunehmend losgelöst von Institutionen stattfindet. Der Beitrag beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen und fokussiert sich daraus ableitende Herausforderungen, Chancen und Risiken für Jugendliche und Erwachsene. Aufgezeigt werden dazu ausgewählte Forschungsprojekte und ihre Ergebnisse, die das Phänomen der 'Atypischen Erwerbsbiographie' untersuchen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Early career consequences of temporary employment in Germany and the UK (2010)
Zitatform
Gebel, Michael (2010): Early career consequences of temporary employment in Germany and the UK. In: Work, employment and society, Jg. 24, H. 4, S. 641-660. DOI:10.1177/0950017010380645
Abstract
"This article investigates the effects of temporary employment at labour market entry on subsequent individual careers, drawing on data from the British Household Panel Study (BHPS) and the German Socio-Economic Panel (GSOEP) from the period 1991 to 2007. The results show that German temporarily employed entrants suffer from higher initial wage penalties and risks of temporary employment cycles but that all differences compared to entrants with permanent contracts diminish after five years. The integration scenario works more effectively in the UK, where disadvantages are less pronounced and employment losses are primarily related to further education. Moreover, these tendencies vary by education groups and gender. Disadvantages of initial temporary employment are weaker for women in Germany, while gender differences in the UK apparently have less impact. Across borders, temporary contracts are associated with greater initial but vanishing wage penalties and temporary employment cycles for tertiary graduates." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Einmal atypisch, immer atypisch beschäftigt?: Mobilitätsprozesse atypischer und normaler Arbeitsverhältnisse im Vergleich (2010)
Zitatform
Gensicke, Miriam, Alexander Herzog-Stein, Hartmut Seifert & Nikolai Tschersich (2010): Einmal atypisch, immer atypisch beschäftigt? Mobilitätsprozesse atypischer und normaler Arbeitsverhältnisse im Vergleich. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 63, H. 4, S. 179-187. DOI:10.5771/0342-300X-2010-4-179
Abstract
"Atypische Beschäftigungsformen haben an Bedeutung gewonnen und eine kontroverse Diskussion ausgelöst. Die empirische Forschung beschäftigt sich vor allem mit den Arbeitsbedingungen dieser Beschäftigungsverhältnisse. Wenig Beachtung fand bisher die Frage, wie der Wechsel zwischen den verschiedenen Beschäftigungsformen verläuft. Der Beitrag soll dazu beitragen, diese Lücke zu schließen. Er untersucht, inwieweit sich atypische Beschäftigungsverhältnisse und Normalarbeitsverhältnisse (NAV) nach ihrer Beendigung im Hinblick auf die Übergänge zum nächsten Arbeitsverhältnis unterscheiden. Multivariate Analysen zeigen, dass Übergänge aus atypischen Beschäftigungsformen in NAV nur begrenzt gelingen. Wer dagegen bereits in einem NAV beschäftigt war, findet weitaus eher auch wieder ein solches Arbeitsverhältnis. Insofern erscheint es gerechtfertigt, von einer gewissen Pfadabhängigkeit der Arbeitsverhältnisse zu sprechen. Allerdings differiert die Wahrscheinlichkeit für Beschäftigte, aus einem atypischen Arbeitsverhältnis in ein NAV zu wechseln, je nach der spezifischen Form des atypischen Beschäftigungsverhältnisses." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Die neuen Sachsengänger: Pendelmigration polnischer Erntehelfer nach Deutschland (2010)
Zitatform
Glorius, Birgit (2010): Die neuen Sachsengänger: Pendelmigration polnischer Erntehelfer nach Deutschland. In: Migration und Soziale Arbeit, Jg. 32, H. 2, S. 110-117. DOI:10.3262/MIG1002110
Abstract
Die Verfasserin stellt zunächst die Entwicklung des polnisch-deutschen Arbeitsmigrationssystems dar. Sie beschreibt den rechtlichen Rahmen zur Rekrutierung und zum Aufenthalt ausländischer Saisonarbeitnehmer und unterstreicht die Bedeutung ausländischer Saisonarbeitnehmer für die deutsche Landwirtschaft. Eine Fallstudie polnischer Erntehelfer im sächsischen Obstland zeigt exemplarisch die Funktionsweise des saisonalen Arbeitsmigrationssystems. Durch die Rekrutierung der transformationsbedingt freigesetzten Arbeitskräfte werden die Sozialkassen der Entsendeländer entlastet und die individuellen Lebensbedingungen verbessert. Soziale und institutionelle Netzwerke haben eine große Bedeutung für den Rekrutierungsprozess der Saisonarbeitnehmer. Die meisten Befragten nehmen eine Saisonarbeit aus ökonomischen Gründen auf. (IAB)
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Befristete Beschäftigung: jeder elfte Vertrag hat ein Verfallsdatum (2010)
Grau, Andreas;Zitatform
Grau, Andreas (2010): Befristete Beschäftigung. Jeder elfte Vertrag hat ein Verfallsdatum. (STATmagazin), Wiesbaden, 4 S.
Abstract
"Die Zahl befristeter Arbeitsverträge hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen. Rund 2,7 Millionen (8,9%) der insgesamt 30,7 Millionen abhängig Beschäftigten hatten nach Ergebnissen des Mikrozensus 2008 einen Vertrag auf Zeit. Der Anteil befristet Beschäftigter erreichte damit seit 1991 (5,7%) seinen bisherigen Höchststand. Die Angaben beziehen sich auf 'Kernerwerbstätige' im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, ohne Auszubildende sowie Schülerinnen, Schüler und Studierende mit Nebenjob." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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