Ältere im Betrieb
Die zunehmende Alterung und die abnehmende Zahl der Erwerbspersonen sowie die Anhebung des Rentenalters bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Betriebe. Es ist eine alter(n)ssensible Personalpolitik gefordert, die sich der verändernden Altersstruktur im Betrieb stellt. Die Infoplattform bietet zum Thema Ältere im Betrieb Literaturhinweise, Volltexte und Informationen über Forschungsprojekte. Es werden die Positionen der Politik, der Verbände und Betriebe sowie die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema deutlich.
In dieser Infoplattform sind erstmals alle Literaturhinweise - neben der Themeneinordnung - dem Punkt "wissenschaftliche Literatur" oder "politik-/praxisbezogene Literatur" zugeordnet. "Wissenschaftliche Literatur" beinhaltet Veröffentlichungen in SSCI-Journals, referierten Zeitschriften, wissenschaftlichen Veröffentlichungsreihen und Discussion Papers. "Politik/Praxis" bezieht sich auf die aktuelle politische Diskussion bzw. auf betriebs-praktische Hinweise zum Thema Ältere im Betrieb.
- Wissenschaft / Politik und Praxis
- Ergebnisse aus dem IAB
- Arbeitsmarktsituation Älterer
- Auswirkungen des demografischen Wandels
- betriebliche Personalpraxis vs. alter(n)ssensible Personalpolitik
- Berufsausstieg und Übergang in Rente
-
Literaturhinweis
Die Entwicklung im deutschen Bildungssystem vor dem Hintergrund des qualifikatorischen Strukturwandels auf dem Arbeitsmarkt (2001)
Reinberg, Alexander; Hummel, Markus;Zitatform
Reinberg, Alexander & Markus Hummel (2001): Die Entwicklung im deutschen Bildungssystem vor dem Hintergrund des qualifikatorischen Strukturwandels auf dem Arbeitsmarkt. In: A. Reinberg (Hrsg.) (2001): Arbeitsmarktrelevante Aspekte der Bildungspolitik (Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 245), S. 1-62.
Abstract
Seit über zwei Jahrzehnten steigen die Qualifikationsanforderungen im Beschäftigungssystems stetig an. In Folge dieser Entwicklung klafft die Schere der Beschäftigungschancen zwischen den unteren und oberen Qualifikationsebenen immer stärker auseinander. Auf den Punkt gebracht lautet die Faustregel: je niedriger die formale Qualifikation, desto schlechter die Position auf dem Arbeitsmarkt. Die Ursachen hierfür sind weniger in einem verstärkten Verdrängungswettbewerb von unteren durch höhere Qualifikationsgruppen zu suchen, als vielmehr in einer veränderten Arbeitsnachfrage. Der Trend wird sich aller Voraussicht nach auch künftig fortsetzen. Auf der Angebotsseite hat die Bildungsexpansion den Weg in die Wissensgesellschaft über lange Zeit hinweg entscheidend gestützt. Seit Beginn der 90er Jahre ist aus der Bildungsespansion jedoch Stagnation geworden - eine Entwicklung, die angesichts des demographischen Wandels zur Sorge Anlass gibt. Denn die heute gut qualifizierten geburtenstarken Jahrgänge der 50er und 60er Jahre rücken auf mittlere Sicht immer näher an das Rentenalter heran. Sind diese Jahrgänge aber erst einmal aus dem Erwerbsleben ausgeschieden, können die nachrückenden geburtenschwachen Generationen nur dann genügend qualifizierten Ersatz schaffen, wenn sie ihre Bildungsanstrengungen weiter erhöhen. Deshalb ist eine breit angelegte Bildungsoffensive notwendig, die sich nicht nur auf die allgemeine und berufliche Erstausbildung der Jüngeren beschränken darf. Ebenso notwendig ist es, ältere Arbeitnehmer durch einen kontinuierlichen Fortbildungsprozess länger im Erwerbsleben zu halten. (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Hummel, Markus; -
Literaturhinweis
Bildungsexpansion in Westdeutschland: Stillstand ist Rückschritt: wirtschaftlicher und demographischer Wandel erfordern einen neuen Anlauf in den Bildungsanstrengungen auf allen Ebenen (2001)
Reinberg, Alexander; Hummel, Markus;Zitatform
Reinberg, Alexander & Markus Hummel (2001): Bildungsexpansion in Westdeutschland: Stillstand ist Rückschritt. Wirtschaftlicher und demographischer Wandel erfordern einen neuen Anlauf in den Bildungsanstrengungen auf allen Ebenen. (IAB-Kurzbericht 08/2001), Nürnberg, 7 S.
Abstract
Wenn Deutschland seine Position unter den führenden Industrienationen behaupten oder gar verbessern will, wird es für den nötigen Fachkräftenachwuchs weitgehend selbst sorgen müssen. Angesichts der demografischen Entwicklung ist dies nur über eine Verbesserung der Ausbildungsqualität und eine weitere Erhöhung der Bildungsbeteiligung zu erreichen. Der Kurzbericht verdeutlicht mit Daten der Bildungsgesamtrechnung für Westdeutschland, dass die Bildungsbeteiligung in den 90er Jahren in allen Bereichen der schulischen und beruflichen Bildung stagnierte. Internationale Vergleiche zeigen, dass das deutsche Bildungssystem auch qualitativ keine Spitzenposition mehr einnimmt. Noch gibt es für geraume Zeit hohe Bestände an gut qualifizierten Erwerbspersonen mittleren und höheren Alters. Diese Zeit gilt es durch eine neue Bildungsoffensive zu nutzen. (IAB)
Beteiligte aus dem IAB
Hummel, Markus;Weiterführende Informationen
- Entwicklung ausbildungsrelevanter Durchschnittsjahrgänge
- Zugänge in unterschiedliche berufliche Ausbildungsgänge
- Qualifikationsstruktur der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (nach Schulabschluss)
- Abgänge aus allgemeinbildenden Schulen nach Abschlussart
- Qualifikationsstruktur der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (nach Altersgruppen)
- Bevölkerungsentwicklung nach Altersgruppen
-
Literaturhinweis
Betriebliche Determinanten des Generationenaustausches in westdeutschen Betrieben: eine Untersuchung auf der Basis des IAB-Employer-Employee-Datensatzes für die Jahre 1994 und 1995 (2000)
Bender, Stefan; Wübbeke, Christina; Preißler, Josef;Zitatform
Bender, Stefan, Josef Preißler & Christina Wübbeke (2000): Betriebliche Determinanten des Generationenaustausches in westdeutschen Betrieben. Eine Untersuchung auf der Basis des IAB-Employer-Employee-Datensatzes für die Jahre 1994 und 1995. In: R. George & O. Struck (Hrsg.) (2000): Generationenaustausch im Unternehmen, S. 209-225.
Abstract
"In der Arbeit wird erstmals mittels eines sogenannten Employer-Employee-Datensatzes versucht, den Generationswechsel in Betrieben zu beschreiben und einige theoretisch abgeleitete Hypothesen zu testen. Hierzu wird eine Verknüpfung des IAB-Betriebspanels mit der Beschäftigtenstatistik 1994 und 1995 vorgenommen. Durch dieses Zusammenspielen liegen für Betriebe aus einer Befragung detaillierte Angaben über die Altersstruktur für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten pro Betrieb vor. Wie sich bei der Betrachtung der deskriptiven Befunde zur Altersstruktur von Personalbestand sowie Zu- und Abgängen zwischen Mitte 1994 und Mitte 1995 zeigt, weisen die untersuchten Betriebe über alle Größenklassen hinweg eine ausgeprägte Personalfluktuation auf - bei erheblichen altersspezifischen Unterschieden in der Stärke der Personaleintritte und -austritte. Um den Generationenwechsel in jedem Betrieb messen zu können, werden - in Anlehnung an den Job-Turnover-Ansatz - pro Betrieb Alters-Turnover-Werte für die Gruppe der Älteren und der Jüngeren berechnet. Dabei stellen die Alters-Turnover-Werte ein Maß für die Personalverluste bzw. -gewinne der jeweiligen Altersgruppe dar. Mit Hilfe dieser Turnover-Werte werden die Betriebe nach der Kombination der Beschäftigungsveränderung bei den Jüngeren einerseits und den Älteren andererseits klassifiziert, wobei in jeder der beiden Alterskategorien danach unterschieden wird, ob die Beschäftigung stark zugenommen, stark abgenommen oder sich nur geringfügig verändert hat. Diese Klassifikation dient als Grundlage für eine Logit-Analyse. Die multivariate Analyse kann die Hypothesen bezüglich des Einflußes technologischorganisatorischer Veränderungen sowie des Effekts körperlich anstrengender Arbeit zwar nicht bestätigen, sie gibt aber empirische Hinweise auf einen negativen Zusammenhang zwischen dem Bedarf an betriebsspezifischen Qualifikationen und der Stärke des betrieblichen Personalaustausches "alt gegen jung": In Betrieben mit einem vergleichsweise hohen Auszubildendenanteil - und damit, so wird angenommen, eines besonders hohen Nachfrage nach betriebsspezifischem Humankapital - sind Ältere stärker in den Arbeitsprozeß integriert und der Zustrom jüngerer Arbeitskräfte fällt geringer aus als in Betrieben mit einem niedrigen Anteil an Auszubildenden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Economic well-being of the elderly: a comparison across five European countries (2000)
Zitatform
Stanovnik, Tine, Nada Stropnik & Christopher Prinz (Hrsg.) (2000): Economic well-being of the elderly. A comparison across five European countries. (Public policy and social welfare 25), Aldershot u.a.: Ashgate, 269 S.
Abstract
"Providing an in-depth analysis of the economic well-being of the elderly across five European countries - UK, Austria, Hungary, Poland and Slovenia - this book offers an assessment of the performance of national social security systems in terms of income provision for the elderly. Each country analysis strictly adheres to a common methodological framework. This enables meaningful cross-country comparisons, revealing important common developments in the economic well-being of the elderly in all five countries. The authors also examine country specific features and every country chapter is written by an expert in the field who has a thorough knowledge of both the national pension systems and the data sets on which the empirical analyses are based." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Labor force transitions of older married couples in Germany (1999)
Zitatform
Blau, David M. & Regina T. Riphahn (1999): Labor force transitions of older married couples in Germany. In: Labour Economics, Jg. 6, H. 2, S. 229-252. DOI:10.1016/s0927-5371(99)00017-2
Abstract
In dem Beitrag wird das Erwerbsverhalten älterer verheirateter Paare mit Daten des deutschen Sozio-oekonomischen Panels der Jahre 1984 bis 1994 untersucht. Es wird festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Partner seine Erwerbstätigkeit beendet, größer ist, wenn der andere Partner auch nicht erwerbstätig ist. (IAB)
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Literaturhinweis
Das Arbeitsangebot im Übergang von der Beschäftigung in den Ruhestand: eine Analyse der Arbeitsanreize durch sozialrechtliche Regelungen in der Spätphase des Erwerbslebens (1997)
Viebrok, Holger;Zitatform
Viebrok, Holger (1997): Das Arbeitsangebot im Übergang von der Beschäftigung in den Ruhestand. Eine Analyse der Arbeitsanreize durch sozialrechtliche Regelungen in der Spätphase des Erwerbslebens. Frankfurt am Main: Lang, 381 S.
Abstract
"Die Vorschriften im Sozialrecht, insbesondere die Regelungen der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung, beeinflussen Zeitpunkt und Art des Überganges vom Erwerbsleben in den Ruhestand. Die Arbeit beschreibt die wichtigsten Zusammenhänge und analysiert die ökonomischen Arbeitsanreize, die von ihnen ausgehen. Dazu verwendet der Autor unter anderem ein numerisches, dynamisches Optimierungsmodell. Damit lassen sich Hinweise darauf gewinnen, welche individuellen Strategien durch das Sozialrecht begünstigt werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die erwerbsförmige Beschäftigung von Rentnerinnen und Rentnern: ein Praxisfall der Alterserwerbsfähigkeit (1996)
Wagner, Petra Sabine;Zitatform
Wagner, Petra Sabine (1996): Die erwerbsförmige Beschäftigung von Rentnerinnen und Rentnern. Ein Praxisfall der Alterserwerbsfähigkeit. In: Deutsche Rentenversicherung H. 4, S. 231-241.
Abstract
"Der Trend zur Frühverrentung älterer ArbeitnehmerInnen ist weiterhin dokumentiert und scheint das typische Bild einer altenfeindlichen Personalpolitik bundesdeutscher Wirtschaftsunternehmen nachzuzeichnen. Dabei wird übersehen, daß es - wenn auch in vergleichsweise geringerem Maßstab - ein geradezu gegenläufiges Phänomen der betrieblichen Nutzung älterer Arbeitskräfte gibt: Die erwerbsförmige Bechäftigung von Rentnerinnen und Rentnern stellt nach neuesten Untersuchungen eine Form der Alterserwerbstätigkeit dar, bei der Betriebe die spezifischen Vorteile berufserfahrener, zeitlich flexibler und materiell grundversorgter Arbeitskräfte gezielt nutzen, ohne die mit dem Einsatz Älterer verknüpften erhöhten Krankheitsrisiken und Leistungseinbußen im Rahmen allgemeiner ArbeitnehmerInnen-Schutzrechte tragen zu müssen. Gegenüber Altersteilzeitarbeit auf Teilrentenbasis werden diese zumeist geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse gerade von solchen Betrieben favorisiert, die partiell noch auf das Erfahrungswissen ihrer eigenen älteren Belegschaftsangehörigen zurückgreifen wollen, ohne sich arbeitsvertraglich binden zu müssen. Die Beschäftigung von Rentnerinnen und Rentnern, seien es ehemalige MitarbeiterInnen des gesamten Betriebes oder aber neu angeworbene Arbeitskräfte, entbehrt nicht einer gewissen sozialpolitischen Brisanz, die künftig zu mehr Aufmerksamkeit hinsichtlich dieses Phänomens der Arbeitsgesellschaft führen dürfte. Angesichts des sich im Zuge des demographischen Wandels andeutenden Ungleichgewichts zwischen der abnehmenden Zahl der BeitragszahlerInnen und der quantitativ anwachsenden Gruppe der Leistungsberechtigten der Rentenversicherung könnte die derzeit freizügige Koppelung von Renten- und Erwerbseinkommen schon bald unter politischen Veränderungsdruck geraten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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