Migration und Integration
Bei dem Thema Einwanderung nach Deutschland gilt es auch die Bedingungen einer gelingenden Integration von Zugewanderten in Gesellschaft, Bildung und Arbeit zu untersuchen. Die Arbeitsmarktforschung beschäftigt sich mit der Frage, wie die Integration in das Bildungs- und Ausbildungssystem, der Zugang zum Arbeitsmarkt sowie die Bedingungen der sozialen Teilhabe und kulturellen Integration verbessert werden können.
Aktuelle Studien zeigen zudem, dass Deutschland angesichts seiner demographischen Herausforderungen dringend auf Zuwanderung angewiesen ist. Inwiefern kann Zuwanderung der Schrumpfung und Alterung des Erwerbspersonenpotenzials entgegenwirken? Welche Entwicklungen in der nationalen und europäischen Einwanderungspolitik begünstigen die Einwanderung von Erwerbspersonen und Fachkräften? Die hier zusammengestellte Literatur bietet einen aktuellen und umfassenden Überblick über den Themenkomplex Migration und Integration.
Literatur zum Thema Flucht und Asyl finden Sie in unserer IAB-Infoplattform Fluchtmigrantinnen und -migranten - Bildung und Arbeitsmarkt.
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- Einwanderungspolitik
- Auswirkungen von Migration
- Wanderungsmotivation und Rückwanderung
- Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarktpolitik
- Qualifikation, Bildung und Beschäftigung
- Integration und soziale Teilhabe
- internationale Aspekte
- Personengruppen
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A study of the employment and earnings outcomes of second-generation migrants (2025)
Das, Utsoree; Dellaferrera, Giulia; Ananian, Sevane;Zitatform
Das, Utsoree, Giulia Dellaferrera & Sevane Ananian (2025): A study of the employment and earnings outcomes of second-generation migrants. (ILO working paper / International Labour Organization 141), Geneva, 65 S. DOI:10.54394/mteq0041
Abstract
"This study examines the labour market outcomes of second-generation migrants in 32 countries (30 European countries, Australia and the United States of America). Drawing on data from labour force surveys and other household surveys contained in the ILO Microdata Repository, it focuses on labour force participation, unemployment, status in employment, wages and self-employment income. The results of the analysis reveal differences between second-generation migrants and other people born in the same country once the specific composition of that population group in terms of age and educational attainment is taken into account. Second-generation migrants generally exhibit lower labour market participation and higher unemployment rates, and they appear more likely to be employees than self-employed in several of the countries studied. With regard to earnings, on average across the countries studied, a small wage gap is observed between second-generation migrant workers and the rest of native-born workers, with wage premiums existing only in a few countries. The final chapter discusses relevant legal frameworks dealing with non-discrimination and employment that affect second-generation migrants." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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How do second-generation ethnic minority professionals navigate towards higher-earner segments? (2025)
Zitatform
Drange, Ida, Karl Ingar Kittelsen Røberg & Håvard Helland (2025): How do second-generation ethnic minority professionals navigate towards higher-earner segments? In: Journal of Ethnic and Migration Studies, Jg. 51, H. 19, S. 4970-4992. DOI:10.1080/1369183x.2025.2535447
Abstract
"Second-generation immigrants are overrepresented in higher education (HE) and in professional- and career-oriented study programs associated with profitable labor market returns. Yet, the question remains whether the relative educational success of second-generation immigrant youth carries over to the labor market. So far, research suggests that the second generation spends a longer time in unemployment after graduation, but evidence is lacking on labor market careers in a longer perspective. In this research, we investigate whether second-generation immigrants surpass thresholds associated with low-, median- and high-pay levels in their chosen educational field at the same rate as Norwegian majority graduates. We use Norwegian longitudinal administrative register data that cover from 2007 to 2020 and event-history modelling to address this research question. The findings reveal that second-generation HE graduates have lower transition rates than Norwegian majority graduates, but the gap closes with job changes. Moreover, organizational characteristics explain some of the differences in transitions, but not for the highest pay level. Thus, once employed, second-generation immigrants are not entrapped in the lower pay segments of their educational field, but as a group, they face difficulties in establishing themselves in the highest-paying segment associated with senior or managerial positions." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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The Effects of Immigration on Places and People: Identification and Interpretation (2025)
Zitatform
Dustmann, Christian, Sebastian Otten, Uta Schönberg & Jan Stuhler (2025): The Effects of Immigration on Places and People: Identification and Interpretation. (CEPR discussion paper / Centre for Economic Policy Research 20959), London, 64 S.
Abstract
"Most studies on the labor market effects of immigration use repeated cross-sectional data to estimate the effects of immigration on regions. This paper shows that such regional effects are composites of effects that address fundamental questions in the immigration debate but remain unidentified with repeated cross-sectional data. We provide a unifying empirical framework that decomposes the regional effects of immigration into their underlying components and show how these are identifiable from data that track workers over time. Our empirical application illustrates that such analysis yields a far more informative picture of immigration’s effects on wages, employment, and occupational upgrading." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Geflüchtete im Integrationskurs: Einblicke auf Grundlage einer Verknüpfung der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten mit der Integrationsgeschäftsdatei des BAMF (2025)
Zitatform
Eckhard, Jan (2025): Geflüchtete im Integrationskurs. Einblicke auf Grundlage einer Verknüpfung der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten mit der Integrationsgeschäftsdatei des BAMF. (BAMF-Kurzanalyse / Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2025,05), Nürnberg, 17 S. DOI:10.48570/bamf.fz.ka.05/2025.d.2025.intkurs.1.0
Abstract
"Die vorliegenden Analysen verdeutlichen das Analysepotenzial, das sich aus der Verknüpfung der Daten der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten mit den Verwaltungsdaten der InGe ergibt. Durch die Kombination beider Datenquellen können Auswertungen sowohl Kontextmerkmale der Geflüchteten als auch administrative Informationen zu den Integrationskursen einbeziehen. Auf diese Weise lassen sich Zusammenhänge zwischen personenbezogenen Rahmenbedingungen, Kursmerkmalen und Integrationsergebnissen systematisch untersuchen. So ermöglichen die verknüpften Daten zum einen detaillierte Untersuchungen der Merkmale des Kursbesuchs. Beispiele aus der vorliegenden Kurzanalyse sind die Auswertungen zur Verteilung der Kursarten auf verschiedene Merkmalsgruppen der Geflüchteten, zu den Warte- und Fehlzeiten sowie zu den Determinanten der Sprachtestergebnisse. Zum anderen bieten die verknüpften Daten Möglichkeiten, die Teilnahme an verschiedenen Kursarten mit Blick auf nachfolgende Entwicklungen des Integrationsprozesses der Geflüchteten zu untersuchen. In der vorliegenden Kurzanalyse wurde dies am Beispiel einer Untersuchung der Effekte der Kursteilnahme auf die Deutschkenntnisse der Geflüchteten illustriert. Hervorzuheben ist, dass zentrale Ergebnisse, die in dieser Kurzanalyse als Beispiele für die Auswertungsmöglichkeiten aufgezeigt wurden, nur auf der Grundlage der verknüpften Daten erzielt werden können. Dies betrifft unter anderem die Untersuchung der Häufigkeit verschiedener Kursarten im Vergleich der verschiedenen Zuzugskohorten von Geflüchteten, welche gezeigt hat, dass die Teilnahme an Alphabetisierungskursen in der Abfolge der Einwanderungskohorten bis 2021 deutlich zugenommen hat. Dies betrifft ebenso die Untersuchungen der Wartezeiten zwischen Anmeldung und Kursbeginn sowie der Fehlzeiten. Die betreffenden Auswertungen zeigen hinsichtlich der Fehlzeiten, dass diese vor allem durch Kontextmerkmale wie das Einreisejahr und die Kursart beeinflusst werden. Mit Blick auf die Fehlzeiten wurde hingegen festgestellt, dass insbesondere die COVID-19-Pandemie für erhöhte Abwesenheitszeiten gesorgt hat. Sowohl bei den Warte- als auch bei den Fehlzeiten zeigen sich hingegen nur in geringem Umfang Zusammenhänge mit personenbezogenen Merkmalen der Geflüchteten. Eine Ausnahme ist hierbei, dass geflüchtete Frauen mit Kindern überdurchschnittlich häufig von längeren Wartezeiten betroffen sind. Ein weiteres Beispiel für das Analysepotenzial der verknüpften Daten sind multivariate Untersuchungen zu den Einflussfaktoren der Sprachtestergebnisse. Die Untersuchungen zeigen, dass auch unter Berücksichtigung des Bildungsniveaus und der Sprachkenntnisse zum Einreisezeitpunkt insbesondere ältere Geflüchtete geringere Testpunktzahlen erreichen. Schließlich ermöglichen die verknüpften Daten die Analyse von Folgeentwicklungen im Prozess der sprachlichen Integration. Der Vergleich von Personen mit und ohne Integrationskursteilnahme zeigt deutliche Unterschiede in den Deutschkenntnissen im Folgezeitraum. Im Gegensatz zu anderen Datenquellen ist hierbei sowohl eine Differenzierung zwischen verschiedenen Kursarten als auch der Vergleich zwischen Geflüchteten mit und ohne Integrationskursteilnahme möglich. Zusammen mit den anderen exemplarischen Auswertungen unterstreichen sie die Relevanz der Datenverknüpfung für weiterführende empirische Analysen zur Wirksamkeit integrationspolitischer Maßnahmen." (Textauszug, IAB-Doku)
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Teilhabe in der Bundesverwaltung: Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung zu migrationsbezogener Diversität und Chancengleichheit der Behörden und Einrichtungen im öffentlichen Dienst des Bundes (2025)
Zitatform
Ette, Andreas, Sophie Straub & Martin Weinmann (2025): Teilhabe in der Bundesverwaltung. Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung zu migrationsbezogener Diversität und Chancengleichheit der Behörden und Einrichtungen im öffentlichen Dienst des Bundes. (BIB.Bevölkerungs.Studien), Wiesbaden: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 59 S. DOI:10.12765/bro-2025-02
Abstract
"Die Studie „Diversität und Chancengleichheit Survey 2024“ liefert als zentrale Beschäftigtenbefragung zahlreiche Informationen zur Vielfalt des Personals in der Bundesverwaltung und zu der individuellen Wahrnehmung der Arbeitssituation durch die Beschäftigten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Legal status and refugees' perceptions of institutional justice: The role of communication quality (2025)
Zitatform
Frank, Emily & Anton Nivorozhkin (2025): Legal status and refugees' perceptions of institutional justice: The role of communication quality. In: Public Administration Review, Jg. 85, H. 4, S. 1004-1018., 2024-06-03. DOI:10.1111/puar.13898
Abstract
"What factors influence refugees' perceptions of justice in bureaucratic institutions? As global migration movements draw increasing attention, migrants' experiences as constituents in destination countries merit further research. Drawing evidence from the 2018 survey of refugees participating in the German Socio-Economic Panel, this article examines the role of legal status in shaping perceptions of justice at government offices. Our findings highlight a stark contrast: refugees with unstable legal statuses often perceive bureaucratic proceedings as less just compared to those with firmer legal standings. However, refugees' perceptions of a more positive encounter their encounters with street-level bureaucrats can act as a buffer against the negative effects of legal status on perceptions of justice at government offices. These insights underscore a pressing policy implication: asylum procedures, currently marked by ambiguity and delays, could benefit significantly from enhanced communication quality on the part of street-level bureaucrats." (Author's abstract, IAB-Doku, © Wiley & Sons) ((en))
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Barriers to humanitarian migration, victimization and integration outcomes: Evidence from Germany (2025)
Zitatform
Freitas Monteiro, Teresa & Lars Ludolph (2025): Barriers to humanitarian migration, victimization and integration outcomes: Evidence from Germany. In: World Development, Jg. 186, 2024-11-01. DOI:10.1016/j.worlddev.2024.106833
Abstract
"Asylum seekers who migrate from developing countries to Europe frequently experience victimization events during their journey. The consequences of these events for their economic integration into destination countries are not yet well explored. In this paper, we analyze how victimization during asylum seekers’ journeys affects their labor market integration in Germany by using survey data collected in the aftermath of the 2015 refugee crisis. Our data allow us to account for the exact timing and geography of migration, such that samples of physically victimized and nonvictimized refugees are balanced along a wide range of characteristics. We find that, compared to nonvictimized refugees, refugees who were physically victimized during their journey to Germany favor joining the labor force and taking up low-income employment rather than investing in host country human capital. To explain these findings, we explore a range of potential mechanisms and find suggestive evidence that experiencing physical victimization in vulnerable situations is not only associated with a decline in mental health but also with a “loss of future orientation” among physically victimized refugees, leading them to discount future payoffs more heavily." (Author's abstract, IAB-Doku, © Elsevier) ((en))
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Annual report on intra-EU labour mobility: 2024 edition (2025)
Gasperini, Michela; Petracco, Carly; Carletti, Giovanni; Cinova, Daniela; Truc, Margaux; Geraci, Matthew;Zitatform
Gasperini, Michela, Daniela Cinova, Carly Petracco, Matthew Geraci, Margaux Truc & Giovanni Carletti (2025): Annual report on intra-EU labour mobility. 2024 edition. (... annual report on intra-EU labour mobility / European Commission), Luxembourg, 200 S. DOI:10.2767/2077850
Abstract
"This annual report presents updated insights into the labour mobility developments in EU and EFTA countries using data for 2022 and 2023. The analysis encompasses the mobility of all working-age EU citizens (aged 20-64). Chapter 1 delves into the movement and characteristics of the mobile population in the EU and EFTA. Chapter 2 expands on the labour market participation and integration of EU movers. Chapter 3 looks at the social conditions of movers in the EU. Chapter 4 examines the mobility of EU citizens in the healthcare sector." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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The effect of health on refugees’ labor market integration: evidence from a natural experiment in Germany (2025)
Zitatform
Goßner, Laura, Philipp Jaschke & Yuliya Kosyakova (2025): The effect of health on refugees’ labor market integration: evidence from a natural experiment in Germany. (IAB-Discussion Paper 05/2025), Nürnberg, 32 S. DOI:10.48720/IAB.DP.2505
Abstract
"Dieses Papier analysiert die Rolle der Gesundheit für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in ihrem Zielland. Wir nutzen die quasi-zufällige anfängliche regionale Verteilung von Geflüchteten über Stadt- und Landkreise in Deutschland, um den kausalen Effekt der Gesundheit auf die Beschäftigung zu analysieren. Basierend auf regionaler und zeitlicher Heterogenität bei der Einführung einer Reform, die einen früheren Zugang zu Gesundheitsleistungen durch elektronische Gesundheitskarten (eGKs) ermöglichte, in Kombination mit der regionalen Verfügbarkeit von Gesundheitsdienstleistungen und dem Gesundheitszustand vor der Migration, konstruieren wir Instrumentalvariablen (IVs), die plausibel exogene Variationen im Gesundheitszustand der Geflüchteten nach ihrer Ankunft liefern. Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein guter körperlicher Gesundheitszustand (PCS) die Erwerbstätigkeitswahrscheinlichkeit von Männern verbessert. Gleichzeitig erhöht ein guter psychischer Gesundheitszustand (MCS) die Erwerbstätigenquote von Frauen, wobei dieser Effekt aufgrund schwacher Instrumente mit Vorsicht zu betrachten ist. Hinsichtlich möglicher Mechanismen zeigen wir, dass eine bessere Gesundheit die Teilnahme an Sprachkursen und die deutschen Sprachkenntnisse von weiblichen Geflüchteten erhöht." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Refugee Labor Market Integration at Scale: Evidence from Germany's Fast-Track Employment Program (2025)
Zitatform
Hainmueller, Jens, Moritz Marbach, Dominik Hangartner, Niklas Harder & Ehsan Vallizadeh (2025): Refugee Labor Market Integration at Scale: Evidence from Germany's Fast-Track Employment Program. (SocArXiv papers), 19 S., App. DOI:10.31219/osf.io/px9ew_v2
Abstract
"Governments continue to face challenges integrating refugees into the local labor market, and many past interventions have shown limited impact. This study examines the Job-Turbo program, a large-scale initiative launched by the German government in 2023 to accelerate employment among refugees—primarily individuals from Ukraine and eight other major countries of origin. Using monthly administrative panel data from Germany's network of public employment service offices and a difference-in-differences design, we find that the program significantly increased both caseworker–refugee contact and job placements over a 23-month follow-up period. Among Ukrainian refugees, the exit-to-job rate nearly doubled. Effects were broad-based—spanning demographic subgroups, unemployment durations, skill levels, regions, and local labor-market conditions—and concentrated in regular, unsubsidized employment. The program also raised both the rate and share of sustained job placements, consistent with improved match quality. Other refugee groups saw meaningful gains as well, but increases in job placements were concentrated among males and in low-skilled jobs, with only limited effects for females. We detect no negative spillovers for German or other immigrant job seekers, finding no signs of either resource reallocation or displacement. The results offer insights for governments responding to displacement crises. They indicate that intensified job-search assistance---embedded within the early stage of integration and implemented at scale through public employment infrastructure---can meaningfully improve refugees' labor-market outcomes, even amid significant arrivals." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Immigrants’ recruitment chances in the German labor market: Evidence from large-scale survey experiments (2025)
Jaschke, Philipp ; Sprengholz, Maximilian ; Auer, Daniel ; Salikutluk, Zerrin ; Hunkler, Christian ; Kubis, Alexander; Kosyakova, Yuliya ;Zitatform
Jaschke, Philipp, Yuliya Kosyakova, Daniel Auer, Christian Hunkler, Zerrin Salikutluk, Maximilian Sprengholz & Alexander Kubis (2025): Immigrants’ recruitment chances in the German labor market: Evidence from large-scale survey experiments. (IAB-Forschungsbericht 06/2025), Nürnberg, 36 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2506
Abstract
"Minderheiten werden in verschiedenen Gesellschaftsbereichen benachteiligt, etwa auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt und im Gesundheitssystem. Von Diskriminierung spricht man, wenn Menschen lediglich aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit (z. B. aufgrund ihrer ethnischen Herkunft oder ihrer Religionszugehörigkeit) benachteiligt werden, obwohl sie mit Blick auf objektive (auf dem Arbeitsmarkt produktivitätsrelevante) Kriterien, z. B. hinsichtlich der Qualifikationen, gleich sind. In diesem Forschungsbericht analysieren wir die Einstellungschancen von im Ausland geborenen Bewerberinnen und Bewerbern sowie von Angehörigen religiöser Minderheiten anhand eines sogenannten Vignettenexperiments. Zu diesem Zweck haben wir rund 10.000 Firmen, die bereits anderthalb Jahre zuvor an der groß angelegten und repräsentativen IAB-Stellenerhebung teilgenommen haben, erneut kontaktiert. Die Folgebefragung im Rahmen unserer Studie war sehr kurz und erforderte nur wenig Aufwand für die Firmen, da bereits umfangreiche Informationen zu einer Vielzahl relevanter Merkmale aus der vorherigen Teilnahme vorlagen. Dies könnte die hohe Rücklaufquote von fast 50 Prozent bei unserem Experiment erklären. Die Analysen in diesem Bericht basieren auf den Antworten von 4.883 Firmen. Vignettenexperimente sind für die kausale Untersuchung von Determinanten der Einstellungsentscheidungen von Arbeitgebern besonders geeignet, da sie bei Vorliegen ausreichend vieler Vignetten (mit randomisierten, also im Zufallsmodus variierenden, Bewerbermerkmale) einen kontrollierten Rahmen bieten, um alle relevanten Bewerbermerkmale zu berücksichtigen. 1 Obwohl sie fiktive Situationen beschreiben, weisen die Ergebnisse von Vignettenexperimenten nachweislich eine hohe Übereinstimmung mit realen Entscheidungen auf. Wir haben den Firmen zufällig ausgewählte fiktive Bewerberinnen und Bewerber vorgestellt, die sich neben anderen Merkmalen (wie Berufserfahrung oder Sprachkenntnisse) durch ihr Geburtsland (Syrien, Türkei, Ukraine, Russland mit „ist Deutsche/Deutscher“ als Vergleichskategorie) und ihre Religionszugehörigkeit (christlich und muslimisch im Vergleich zu Bewerberinnen und Bewerbern, die keine Religionszugehörigkeit signalisierten) unterscheiden. Bei gleichen Qualifikationen stellen wir im Durchschnitt keine geringere Einstellungswahrscheinlichkeit für im Ausland geborene Bewerbende im Vergleich zu „deutschen Bewerbenden“ fest. Unsere Ergebnisse liefern jedoch starke Belege für antimuslimische Diskriminierung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Dieser Effekt kommt aufgrund der Bewerberinnen und Bewerber aus überwiegend muslimisch geprägten Ländern (in unserem Fall Syrien und die Türkei) zustande und bestätigt damit frühere Forschungsergebnisse, wonach Diskriminierung gegenüber Musliminnen und Muslimen aus Ländern, die allgemein als autoritärer und geschlechterungleicher wahrgenommen werden, stärker ist. Dies ist besorgniserregend, da – anders als in unserem Vignettenexperiment – im Ausland geborene Menschen in Deutschland viel häufiger muslimisch sind als in Deutschland Geborene (fast ein Viertel im Vergleich zu weniger als 2 Prozent). Bei der Betrachtung weiterer Merkmale von Bewerberinnen und Bewerbern finden wir starke Belege für die sogenannte „Motherhood Penalty“, wonach Frauen seltener eingestellt werden als Männer, wenn sie Kinder haben. Darüber hinaus kann Humankapital die Nachteile ausländischer Bewerberinnen und Bewerber bei Einstellungsentscheidungen zumindest teilweise ausgleichen: Im Ausland geborene Bewerberinnen und Bewerber profitieren von guten Deutschkenntnissen und von vorhandener Berufserfahrung – insbesondere, wenn diese Kenntnisse in Deutschland erworben wurden. Im Hinblick auf Firmenmerkmale diskriminieren kleine Firmen, Firmen im Primär- und Sekundärsektor und Firmen ohne Vorerfahrungen mit internationaler Personalrekrutierung stärker. Hoch relevant für die aktuelle öffentliche und politische Debatte um den Arbeitskräftemangel ist der Befund, dass traditionell bevorteilte Gruppen – Deutsche und männliche Bewerber – auch nach der hier vorliegenden Analyse einen klaren Einstellungsvorteil haben. Denn nur sie haben in Firmen mit Arbeitskräftemangel bessere Chancen, eingestellt zu werden. Hingegen besteht zwischen Firmen mit und ohne Arbeitskräftemangel im Durchschnitt kein Unterschied in den Einstellungswahrscheinlichkeiten von traditionell benachteiligten Gruppen (im Ausland Geborene und Frauen). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Firmen in Deutschland das Arbeitsangebot von traditionell auf dem Arbeitsmarkt benachteiligten Gruppen – trotz gleicher Qualifikation – nicht als ein mögliches Potenzial sehen, um dem von vielen Firmen beklagten Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Ein mit denselben Firmen durchgeführtes List-Experiment bestätigt, dass ein erheblicher Teil der Unternehmen in Deutschland Geflüchtete und muslimische Bewerberinnen und Bewerber diskriminiert. Hieraus leiten sich eine Reihe von politischen Schlussfolgerungen ab." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Ein Interview zum IAB-Forschungsbericht finden Sie im Onlinemagazin IAB-Forum -
Literaturhinweis
Studie zeigt: Muslimische Bewerberinnen und Bewerber haben auf dem Arbeitsmarkt geringere Chancen (Interview) (2025)
Zitatform
Keitel, Christiane; Philipp Jaschke & Yuliya Kosyakova (interviewte Person) (2025): Studie zeigt: Muslimische Bewerberinnen und Bewerber haben auf dem Arbeitsmarkt geringere Chancen (Interview). In: IAB-Forum H. 20.03.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250320.01
Abstract
"Eine Diskriminierung aufgrund der Herkunft darf auf dem Arbeitsmarkt eigentlich nicht stattfinden. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen bei der Einstellung benachteiligt werden. Die Redaktion des IAB-Forums hat bei den beiden Beteiligten aus dem IAB, Yuliya Kosyakova und Philipp Jaschke, nachgefragt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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How Political Context Affects Immigrant Newcomers’ Social Undermining Dynamics and Well-Being at Work (2025)
Zitatform
Korman, Benjamin A., Max Reinwald, Florian Kunze & Sebastian Koos (2025): How Political Context Affects Immigrant Newcomers’ Social Undermining Dynamics and Well-Being at Work. In: Academy of Management Journal, Jg. 68, H. 3, S. 540-566. DOI:10.5465/amj.2023.0303
Abstract
"Although the successful labor market integration of immigrants can promote their prosperity and that of their organization, immigrant newcomers often face a difficult socialization process that can jeopardize their well-being. Considering the rising political polarization in many societies, as well as the dynamic nature of the newcomer socialization process, we develop a dynamic and multilevel model of immigrant employees socialization experiences over time, which is shaped by far-right voter support in the region where their organization is located. Building on and extending the relational demopgraphy literature, we argue that immigrants' trajectories of social undermining - whether increasing or decreasing - are strongly influended by levels of regional far-right support. Immigrants' social underminging trajectories signal to them the feasibility of achieving a high-status identity at work, thereby impacting their well-being. We find support for our model in a unique dataset matching apprentices in Germany (tracked from day one of their apprenticeship over 13 weeks) with German election data. Specifically, we find that immigrants perceive increasing (decreasing) social undermining by their coworkers over time when employed in a region with higher (lower) far-right political support. Perceptions of increasing (decreasing) negative treatment, in turn, negatively (positively) affect employees' emotional exhaustion and job satisfaction." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Germany's Demographic Challenge and the Central Role of Migration: Evidence from Labour Market and Mobility Data. Commentary (2025)
Zitatform
Kosyakova, Yuliya (2025): Germany's Demographic Challenge and the Central Role of Migration. Evidence from Labour Market and Mobility Data. Commentary. Milano, o. Sz.
Abstract
"Germany’s demographic and labour market developments over the past decade reveal a structural transformation with long-term implications. Declining fertility, population ageing, and a shrinking domestic workforce have increased the importance of migration as one key component of labour supply, economic performance, and system sustainability. Using recent administrative statistics and new panel survey data, this commentary summarises the empirical evidence on Germany’s demographic pressures, the contribution of migrants to labour market dynamics, and emerging patterns in onward and return mobility. Projections indicate a substantial contraction of Germany’s labour force potential in the coming decades. Under a zero-migration scenario, the working-age population will decrease by approximately 16 million individuals by 2060, even when assuming rising employment rates among women and older workers." (Text excerpt, IAB-Doku, © 2026 Elsevier) ((en))
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Bleiben oder gehen? Das Demografieproblem lässt sich nicht allein durch die Zuwanderung von Fachkräften lösen. Wir müssen auch deren Abwanderung verringern: Denkfabrik (2025)
Zitatform
Kosyakova, Yuliya & Enzo Weber (2025): Bleiben oder gehen? Das Demografieproblem lässt sich nicht allein durch die Zuwanderung von Fachkräften lösen. Wir müssen auch deren Abwanderung verringern. Denkfabrik. In: Wirtschaftswoche H. 3, S. 38.
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Germany as a stopover? Insights into return and International Mobility Panel of Migrants in Germany (IMPa) (2025)
Kosyakova, Yuliya ; Wagner, Simon ; Gallegos Torres, Katia ; Hammer, Luisa ; Koch, Theresa; Olbrich, Lukas ;Zitatform
Kosyakova, Yuliya, Lukas Olbrich, Katia Gallegos Torres, Luisa Hammer, Theresa Koch & Simon Wagner (2025): Germany as a stopover? Insights into return and International Mobility Panel of Migrants in Germany (IMPa). (IAB-Forschungsbericht 15/2025 (en)), Nürnberg, 92 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2515en
Abstract
"Temporary migration of people who have immigrated to Germany is a frequently observed phenomenon, and the trend is rising. Between 2014 and 2023, the average emigration rate among foreign nationals ranged from 6 to 11 percent, depending on the data source. At the same time, Germany requires a net annual immigration of around 400,000 people to stabilize its labor force potential. The high mobility propensity among immigrants can challenge this goal - with far-reaching consequences for securing skilled labor, integration, and the long-term viability of the welfare state. To gain robust insights into the causes, patterns, and effects of mobility, the International Mobility Panel of Migrants in Germany (IMPa) has been established as a new longitudinal online survey. It includes first-time surveys every two years, complemented by annual follow-up surveys over a four-year period. In the first wave (December 2024 to April 2025), around 50,000 immigrants participated. The first follow-up survey is scheduled for the second half of 2025. Using statistical weighting procedures, the data allow for representative statements about individuals in Germany who immigrated by April 2, 2024, are registered in the data of the Federal Employment Agency (e.g. via employment, benefit receipt, or participation in labor market programs), and are in working age (18 to 65 years). Key findings from the first wave indicate: A narrow majority of immigrants (57 percent, roughly 5.7 million people) plan to stay in Germany permanently. Around 1.2 million (12 percent) aim for a temporary stay, and roughly 3 million (30 percent) remain uncertain. About 2.6 million people (26 percent) reported having considered leaving Germany in the last 12 months; approximately 300,000 (3 percent) already have concrete emigration plans - split roughly equally between return migration and onward migration. Given Germany's structural need for skilled labor, the political priority in migration policy is shifting: not only immigration, but also the long-term retention of immigrants is becoming a key challenge. The data reveal that emigration intentions vary widely. Those intending to return primarily target European countries such as Poland or Romania but also Turkey, while onward migrants tend to prefer Switzerland, the United States, or Spain. Motivations also differ: family reasons dominate returns to the country of origin, while economic opportunities play a key role in onward migration. Main reasons for emigration considerations include political dissatisfaction, personal preferences, tax burdens, and bureaucracy. These motives are present among labor migrants, education- and family-based migrants alike; refugees also frequently cite discrimination as a major reason. Overall, the findings suggest that state measures such as reducing bureaucracy, simplifying administrative procedures, and offering tax incentives could help lower emigration intentions. Regarding sociodemographic and migration-specific factors, the IMPa results highlight their central role in shaping emigration intentions. Men report higher rates of temporary stay intentions, emigration considerations, and concrete migration plans than women. Region of origin and reason for migration significantly influence mobility patterns: refugees and individuals with family reunification backgrounds express considerably lower emigration tendencies, while migrants from EU countries and those who came for work or education show higher mobility. Furthermore, immigrants with permanent residence status or EU/German citizenship are more likely to consider leaving - probably due to broader legal mobility options. The IMPa results highlight that labor market factors and economic integration also play a critical but nuanced role in shaping emigration intentions. Education emerges as a key predictor: highly educated individuals more frequently express thoughts of leaving or make concrete plans than those with lower educational levels. Qualifications obtained in Germany or third countries - as well as foreign qualifications recognized in Germany - are more strongly associated with emigration considerations, likely due to their higher international transferability. Employed individuals are more likely to report temporary stay intentions than those who are not employed or are in training. Sectors where the outmigration risk among immigrants is particularly high-such as IT and technical services-are also those facing significant skilled labor shortages. Furthermore, it is notable that in other sectors vulnerable to labor shortages-such as healthcare, construction, public administration, or retail-, emigration tendencies are not above average, but they are still relevant. Higher incomes are also associated with stronger emigration considerations and plans, which indicates that migrants who are particularly well integrated into the labor market want to leave Germany again. Another important factor is job satisfaction: the less satisfied individuals are with their work, the more frequently they express temporary intentions to stay, thoughts of emigration, and concrete emigration plans. Job satisfaction thus acts as a stabilizing factor. Language skills show differentiated effects: while descriptive findings suggest that individuals with poor German skills have lower intentions to stay permanently and higher mobility plans, multivariate analyses indicate that good German skills are associated with increased mobility. Good English skills also tend to increase emigration intentions, likely due to better international labor market options. Social integration and societal participation are also crucial: family ties in Germany and regular contact with German nationals have a stabilizing effect. A strong emotional attachment to Germany stabilizes the intention to stay, whereas a strong connection to the country of origin increases the likelihood of emigration. A strong subjective sense of welcome and low perceptions of discrimination significantly reduce the probability of emigration considerations and plans. Conversely, perceptions of discrimination - especially in interactions with authorities, police, and at the workplace - greatly increases emigration tendencies. Political dissatisfaction also significantly raises the likelihood of emigration-related thoughts and plans. In summary, emigration intentions do not arise randomly but are the result of a complex interplay of individual characteristics, social integration, economic anchoring, and perceived societal acceptance. One of the central findings of the IMPa survey is that those who came to Germany for work or education, better educated, more economically successful, and more linguistically integrated are the ones most likely to consider leaving or already have concrete plans to do so. In other words: those most urgently needed to secure Germany's future labor supply are also those most inclined to leave. This selective mobility endangers the country's long-term ability to retain skilled labor. It is therefore essential to offer this group a meaningful perspective and to position Germany not only as a place of immigration but as a country in which people want to stay and build their future. This includes faster and more transparent recognition of qualifications, a determined reduction of bureaucratic hurdles, family-friendly integration policies, and targeted measures against everyday and workplace discrimination. Only when immigrants feel like fully included members of society - with real opportunities for participation and professional advancement - are they likely to choose Germany as their long-term home and pursue both personal and professional goals here. So far, only about one fifth of those with emigration plans have taken concrete steps towards leaving. At the same time, roughly one fifth express a long-term wish to return to Germany, one third rule it out, and about half remain undecided. This means that around two thirds of those considering emigration are potentially open to returning in the future. Activating and supporting this return potential could become a valuable component of Germany's strategic labor policy." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Beteiligte aus dem IAB
Kosyakova, Yuliya ; Wagner, Simon ; Gallegos Torres, Katia ; Hammer, Luisa ; Koch, Theresa; Olbrich, Lukas ;Ähnliche Treffer
auch deutschsprachig erschienen -
Literaturhinweis
Lebenssituation und Teilhabe ukrainischer Geflüchteter in Deutschland: Ergebnisse der IAB-BAMF-SOEP-Befragung (2025)
Kosyakova, Yuliya ; Bartig, Susanne; Gatskova, Kseniia ; Koch, Theresa; Rother, Nina ; Kosyakova, Yuliya ; Biddle, Louise ; Zinn, Sabine ; Cardozo Silva, Adriana; Rother, Nina ; Eckhard, Jan ; Tanis, Kerstin ; Zinn, Sabine ; Süttmann, Felix; Cumming, Philippa; Sommer, Elena; Büsche, Matteo Jacques; Siegert, Manuel ; Marchitto, Andrea; Schwanhäuser, Silvia ;Zitatform
Kosyakova, Yuliya, Nina Rother & Sabine Zinn (Hrsg.); Bartig, Susanne, Louise Biddle, Matteo Jacques Büsche, Adriana Cardozo Silva, Philippa Cumming, Jan Eckhard, Kseniia Gatskova, Theresa Koch, Yuliya Kosyakova, Andrea Marchitto, Silvia Schwanhäuser, Manuel Siegert, Elena Sommer, Felix Süttmann, Kerstin Tanis, Nina Rother & Sabine Zinn (2025): Lebenssituation und Teilhabe ukrainischer Geflüchteter in Deutschland: Ergebnisse der IAB-BAMF-SOEP-Befragung. (Forschungsbericht / Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 51), Nürnberg, 106 S. DOI:10.48570/bamf.fz.fb.51.d.2025.ukrgefl.1.0
Abstract
"Der gemeinsame Forschungsbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am DIW Berlin gibt einen Überblick über die Lebenssituation und Teilhabe von ukrainischen Geflüchteten in Deutschland. Im Fokus der Studie stehen die familiäre Situation der Geflüchteten, ihre Wohnsituation, ihre Bleibeabsichten, die Entwicklung ihrer Sprachkenntnisse und ihre Arbeitsmarktintegration. Die Analysen basieren auf den Daten der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten in der zweiten Hälfte des Jahres 2023, an der auch rund 3.400 ukrainische Geflüchtete, teilgenommen haben. Im Bericht wird zwischen zwei Zuzugskohorten differenziert: Die erste Kohorte bilden ukrainische Geflüchtete, die kurz nach Kriegsbeginn bis Ende Mai 2022 nach Deutschland eingereist sind, die zweite jene, die ab Juni 2022 angekommen sind. Damit ermöglicht der Bericht eine vergleichende Analyse der Lebensrealitäten derjenigen, die vor, und derjenigen die nach dem Rechtskreiswechsel der ukrainischen Geflüchteten in das SGB II und SGB XII nach Deutschland eingereist sind. Durch Gewichtung liefert die Studie repräsentative Erkenntnisse für alle ukrainischen Geflüchteten in Deutschland." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Kosyakova, Yuliya ; Gatskova, Kseniia ; Koch, Theresa; Kosyakova, Yuliya ; Schwanhäuser, Silvia ;Ähnliche Treffer
auch erschienen als: IAB-Forschungsbericht, 05/2025 -
Literaturhinweis
Deutschland als Zwischenstation? Rückkehr- und Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten im Lichte neuer Daten des International Mobility Panel of Migrants in Germany (IMPa) (2025)
Kosyakova, Yuliya ; Gallegos Torres, Katia ; Olbrich, Lukas ; Wagner, Simon ; Koch, Theresa; Hammer, Luisa ;Zitatform
Kosyakova, Yuliya, Lukas Olbrich, Katia Gallegos Torres, Luisa Hammer, Theresa Koch & Simon Wagner (2025): Deutschland als Zwischenstation? Rückkehr- und Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten im Lichte neuer Daten des International Mobility Panel of Migrants in Germany (IMPa). (IAB-Forschungsbericht 15/2025 (de)), Nürnberg, 95 S. DOI:10.48720/IAB.FB.2515
Abstract
"Temporäre Migration von Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind, ist ein häufig wahrgenommenes Phänomen, Tendenz steigend. Zwischen 2014 und 2023 lag die durchschnittliche jährliche Fortzugsrate ausländischer Personen je nach Datenquelle bei 6 bis 11 Prozent. Gleichzeitig ist Deutschland zur Stabilisierung seines Arbeitskräftepotenzials auf eine jährliche Nettozuwanderung von rund 400.000 Personen angewiesen. Eine hohe Mobilitätsneigung unter Eingewanderten kann das Erreichen dieses Ziels gefährden – mit weitreichenden negativen Konsequenzen für Fachkräftesicherung, Integration und die langfristige Tragfähigkeit des Sozialstaats. Um belastbare Erkenntnisse zu Ursachen, Mustern und Auswirkungen von Mobilität zu gewinnen, wurde mit dem International Mobility Panel of Migrants in Germany (IMPa) eine neue längsschnittliche Online-Befragung etabliert. Dabei sollen alle zwei Jahre neue Erstbefragungen stattfinden, ergänzt durch eine jährliche Wiederholungsbefragung über einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren. In der ersten Welle (Dezember 2024 bis April 2025) haben rund 50.000 Migranten und Migrantinnen teilgenommen, die erste Wiederholungsbefragung startet in der zweiten Jahreshälfte 2025. Mithilfe statistischer Hochrechnungsverfahren lassen sich repräsentative Aussagen über Personen in Deutschland treffen, die bis zum 2. April 2024 nach Deutschland eingewandert sind, in den Daten der BA erfasst wurden (durch Beschäftigung, Leistungsbezug oder Maßnahmenteilnahme) und im erwerbsfähigen Alter (18 bis 65 Jahre) sind. Zentrale Ergebnisse der ersten Welle zeigen: Eine knappe Mehrheit der Eingewanderten (57 Prozent, rund 5,7 Millionen Personen) plant, dauerhaft in Deutschland zu bleiben. Rund 1,2 Millionen (12 Prozent) streben dagegen nur einen vorübergehenden Aufenthalt an („temporäre Bleibeabsichten“), etwa 3 Millionen (30 Prozent) sind unentschlossen. 2,6 Millionen Personen (26 Prozent) gaben an, im vergangenen Jahr über eine Ausreise nachgedacht zu haben; rund 300.000 (3 Prozent) hegen bereits konkrete Abwanderungspläne – jeweils etwa zur Hälfte in Richtung Herkunftsland oder in ein Drittland. Angesichts des wachsenden strukturellen Fachkräftebedarfs wird also nicht nur der Zuzug, sondern auch die dauerhafte Bindung Zugewanderter wird zur zentralen Herausforderung. Die Befunde zeigen, dass sich die konkreten Wanderungsabsichten stark von Gruppe zu Gruppe unterscheiden. Rückkehrwillige steuern vor allem europäische Länder wie Polen oder Rumänien an, während Weiterwandernde insbesondere die Schweiz, die USA oder Spanien bevorzugen. Die Motive variieren ebenfalls: Bei der Rückkehr ins Herkunftsland spielen vor allem familiäre Gründe eine Rolle, während verbesserte ökonomische Chancen ein zentrales Motiv für die Weiterwanderung sind. Als Hauptgründe für Auswanderungsüberlegungen werden politische Unzufriedenheit, persönliche Vorlieben sowie hohe steuerliche Belastungen und Bürokratie in Deutschland genannt. Diese Motive zeigen sich sowohl bei Arbeitsmigrantinnen und -migranten als auch bei Bildungs- und Familieneinwandernden; Geflüchtete nennen zusätzlich Diskriminierungserfahrungen als wichtigen Grund. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass staatliche Maßnahmen wie Bürokratieabbau, Verfahrensvereinfachungen oder Steuererleichterungen die Abwanderungsneigung verringern könnten. Hinsichtlich der soziodemografischen und migrationsspezifischen Faktoren zeigen die Umfrageergebnisse, dass diese eine zentrale Rolle für die Abwanderungsabsichten spielen. Männer äußern häufiger temporäre Bleibeabsichten, Auswanderungsüberlegungen und konkrete Auswanderungspläne als Frauen. Herkunftsregion und Zuzugsgrund beeinflussen die Abwanderungsneigung ebenfalls erheblich: Geflüchtete und Personen, die im Rahmen des Familiennachzugs kamen, zeigen deutlich geringere Abwanderungstendenzen, während Migrantinnen und Migranten aus EU-Staaten sowie aus arbeits- und bildungsbezogenen Migrationskontexten eine höhere Mobilität aufweisen. Zudem ist die Abwanderungsneigung unter Personen mit unbefristetem Aufenthaltsstatus oder EU-/deutscher Staatsangehörigkeit größer – vermutlich aufgrund erweiterter Mobilitätsoptionen. Zudem haben Arbeitsmarktfaktoren und ökonomische Verankerung einen wichtigen, aber differenzierten Einfluss auf die Abwanderungsabsichten von Eingewanderten. Bildung ist ein zentraler Prädiktor: Höherqualifizierte äußern deutlich häufiger Auswanderungsüberlegungen und konkrete Auswanderungspläne als Personen mit niedrigerem Bildungsniveau. Auch Personen mit in Deutschland oder in Drittstaaten erworbenen Abschlüssen sowie in Deutschland anerkannten ausländischen Qualifikationen überlegen häufiger, ins Ausland zu gehen – vermutlich aufgrund der höheren internationalen Übertragbarkeit ihrer Qualifikationen. Erwerbstätige wollen nach eigenen Angaben häufiger nur vorübergehend in Deutschland bleiben als Nichterwerbstätige oder Auszubildende. Jene Branchen, in denen das Abwanderungsrisiko unter Eingewanderten besonders hoch ist – wie IT und technische Dienstleistungen – zählen zugleich zu den Sektoren mit erheblichem Fachkräftemangel. Zudem fällt auf, dass in anderen besonders engpassgefährdeten Bereichen – etwa im Gesundheitswesen, der Bauwirtschaft, der öffentlichen Verwaltung oder im Einzelhandel – zwar keine überdurchschnittlich hohen, aber dennoch relevante Auswanderungstendenzen bestehen. Auch höhere Verdienste sind mit stärkeren Auswanderungsüberlegungen und -plänen verbunden, was darauf hinweist, dass besonders die gut in den Arbeitsmarkt Integrierten, Deutschland wieder verlassen wollen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Arbeitszufriedenheit: Je unzufriedener die Beschäftigten mit ihrer Tätigkeit sind, eher neigen sie dazu, Deutschland den Rücken zu kehren. Arbeitszufriedenheit erweist sich damit als wichtiger Stabilitätsfaktor. Auch Sprachkenntnisse machen einen Unterschied: Während deskriptive Befunde darauf hindeuten, dass Personen mit schlechten Deutschkenntnissen eher seltener die Absicht haben, dauerhaft in Deutschland zu bleiben, zeigen multivariate Analysen, dass gerade gute Deutschkenntnisse mit einer erhöhten Mobilitätsneigung verbunden sind. Auch gute Englischkenntnisse erhöhen tendenziell die Abwanderungsneigung, was auf bessere internationale Arbeitsmarktoptionen hindeuten könnte. Auch soziale Integration und gesellschaftliche Teilhabe haben einen entscheidenden Einfluss auf die Abwanderungsabsichten von Eingewanderten. Familiäre Bindungen in Deutschland sowie soziale Kontakte zu Deutschen wirken stabilisierend. Auch eine starke emotionale Verbundenheit mit Deutschland festigt den Wunsch, sich dauerhaft hierzulande niederzulassen, während eine enge Bindung an das Herkunftsland die Abwanderungsneigung erhöht. Auch ein starkes subjektives Willkommensgefühl und geringe Diskriminierungswahrnehmungen senken deutlich die Wahrscheinlichkeit von Auswanderungsüberlegungen und -plänen. Umgekehrt verstärkt die Wahrnehmung von Diskriminierung – insbesondere im Kontakt mit Behörden, Polizei und am Arbeitsplatz – die Abwanderungstendenzen erheblich. Politische Unzufriedenheit erhöht ebenfalls signifikant die Wahrscheinlichkeit von Abwanderungsgedanken und -plänen. Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass Abwanderungsabsichten nicht zufällig entstehen, sondern das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels individueller Merkmale, sozialer Integration, wirtschaftlicher Verankerung und wahrgenommener gesellschaftlicher Akzeptanz sind. Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist, dass gerade die für Erwerbs- oder Bildungszwecke zugezogenen, besser gebildeten, wirtschaftlich erfolgreicheren sowie sprachlich besser integrierten Migrantinnen und Migranten – also genau jene, die Deutschland dringend für die Fachkräftesicherung benötigt – überdurchschnittlich häufig über eine Ausreise nachdenken oder konkrete Abwanderungspläne äußern. Diese selektive Mobilitätsneigung gefährdet die langfristige Fachkräftesicherung in Deutschland. Umso wichtiger ist es, diesen zentralen Gruppen eine echte Perspektive zu bieten und Deutschland nicht nur als Einwanderungs-, sondern als dauerhaft attraktives Lebens- und Arbeitsland zu positionieren. Dazu gehören schnellere und transparentere Verfahren bei der Anerkennung von Qualifikationen, ein entschlossener Abbau bürokratischer Hürden, eine familienfreundliche Integrationspolitik sowie gezielte Maßnahmen gegen Diskriminierung im Alltag und am Arbeitsplatz. Nur wenn Zugewanderte sich als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft erleben – mit realen Chancen auf Teilhabe und beruflichen Aufstieg –, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Deutschland auch langfristig als Lebensmittelpunkt wählen und ihre beruflichen wie privaten Zukunftspläne hier verwirklichen möchten. Bislang hat nur etwa ein Fünftel derjenigen, die Auswanderungspläne äußern, bereits konkrete Schritte zu deren Umsetzung unternommen. Gleichzeitig wünscht sich rund ein Fünftel dieser Gruppe eine langfristige Rückkehr nach Deutschland, während ein Drittel eine Rückkehr ausschließt und etwa die Hälfte unentschlossen ist. Daraus ergibt sich ein erhebliches Rückkehrpotenzial: Zwei Drittel der Auswanderungswilligen schließen eine spätere Rückkehr nicht aus. Dieses Potenzial gezielt zu aktivieren und unterstützend zu begleiten, könnte ein wirkungsvoller Baustein in einer strategischen Fachkräftesicherungspolitik sein." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Kosyakova, Yuliya ; Gallegos Torres, Katia ; Olbrich, Lukas ; Wagner, Simon ; Koch, Theresa; Hammer, Luisa ; -
Literaturhinweis
ELMI Policy Talk: Immigrant integration services in Germany, Sweden and Finland (Interview) (2025)
Zitatform
Latner, Jonathan P.; Anders Forslund, Regina Konle-Seidl & Kari Hämäläinen (sonst. bet. Pers.) (2025): ELMI Policy Talk: Immigrant integration services in Germany, Sweden and Finland (Interview). In: IAB-Forum H. 19.02.2025. DOI:10.48720/IAB.FOO.20250219.02
Abstract
"How do different countries integrate immigrants? How does language training link with skills training? Do these distinct policy choices have an impact on labour market outcomes? What about the gender gap in participation, employment and wage outcomes? The 5th ELMI Policy Talk on immigrant integration services examined these questions." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
The Impact of Immigration on Wages and Employment in the UK Using Longitudinal Administrative Data (2025)
Zitatform
Lemos, Sara & Jonathan Portes (2025): The Impact of Immigration on Wages and Employment in the UK Using Longitudinal Administrative Data. (IZA discussion paper / Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit 18199), Bonn, 16 S.
Abstract
"We study the labour market impact of immigration to the United Kingdom, focusing on the large inflows following the 2004 EU enlargement. Using the Lifetime Labour Market Database (LLMDB)—a longitudinal 1% sample of National Insurance records—we provide the first analysisof immigration's effects on employment and wages based on high-quality administrative microdata. Exploiting individual, area and time fixed effects, as well as area-time, individual-time and individual-area fixed effects, we reduce endogeneity concerns that have limited previous work. We find limited aggregate impacts, but distributional consequences: existing immigrants—particularly those who were young or low paid—experienced modest negative employment effects, while natives faced little evidence of displacement. For wages, impacts were mixed: existing immigrants overall gained, but low-paid immigrants lost. The results suggest labour market adjustment operated through both substitution and complementarities across groups. More broadly, we provide a methodological framework for analysing the much larger and more diverse post-2021 immigration flows." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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