Transformationsprozess in Ostdeutschland – Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft
Seit der Wiedervereinigung ist die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland Leitlinie deutscher Politik. Dennoch unterscheiden sich auch viele Jahre nach dem Fall der Mauer Wirtschaft und Arbeitsmärkte in Ost und West noch immer deutlich, mit weitreichenden Konsequenzen für den gesellschaftlichen Wandel und die Lebenslagen ostdeutscher Bürgerinnen und Bürger.
Dieses Dossier präsentiert wissenschaftliche Analysen und Positionen politischer Akteure zum Strukturwandel in den Bereichen Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bevölkerung, Gesellschaft und Bildung.
Mit dem Filter „Autorenschaft“ können Sie auf IAB-(Mit-)Autorenschaft eingrenzen.
- Forschung und Ergebnisse aus dem IAB
- Grundsätzliches zur Transformation
- Wirtschaft
- Bevölkerung
- Arbeitsmarkt/Beruf
- Bildung/Qualifikation
- Gesellschaft/Soziales
- Personengruppen
- geografischer Bezug
-
Literaturhinweis
Niveau und Qualität von Beschäftigung: Gleiche Verhältnisse in Ost und West noch nicht in Sicht (2011)
Zitatform
Walwei, Ulrich, Michael Stops & Frank Pelzel (2011): Niveau und Qualität von Beschäftigung: Gleiche Verhältnisse in Ost und West noch nicht in Sicht. In: IAB-Forum H. 2, S. 32-39. DOI:10.3278/IFO1102W032
Abstract
"Die Arbeitsmärkte in West- und Ostdeutschland weisen rund 20 Jahre nach dem Fall der Mauer noch immer erhebliche Unterschiede auf. An der Oberfläche lässt sich das am Umfang der Erwerbstätigkeit oder der Arbeitslosigkeit messen. In der Tiefe liegen strukturelle Unterschiede, die weit seltener im Blickfeld sind. So dominieren im Osten andere Branchen als im Westen. Auch die Qualität der Arbeit ist oft eine andere. Obwohl Ostdeutschland in den meisten Bereichen noch weit unter dem Niveau des Westens liegt, hat sich der Abstand in den letzten 15 Jahren spürbar verringert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Arbeitsmarktentwicklung in ostdeutschen Regionen (2010)
Zitatform
Blien, Uwe, Johann Fuchs & Van Phan thi Hong (2010): Arbeitsmarktentwicklung in ostdeutschen Regionen. In: Informationen zur Raumentwicklung H. 10/11, S. 773-785.
Abstract
"Die schockartige Öffnung der Ökonomie Ostdeutschlands hatte tiefgreifende Folgen für die Bewohner dieser Region. Die Lebensverhältnisse verbesserten sich, es entstanden aber auch massive Arbeitsmarktprobleme, die in dem Beitrag vor allem im Hinblick auf die Arbeitslosigkeit in zwei Schritten analysiert werden: Zunächst liegt der Fokus auf Ostdeutschland als Einheit, dabei wird außerdem das Arbeitskräfteangebot näher untersucht. Anschließend folgt eine Analyse der regionalen Differenzierung der Arbeitsmärkte Ostdeutschlands. 20 Jahre nach dem Mauerfall sind Ökonomie und Arbeitsmarkt in Deutschland immer noch von einem starken West/Ost-Gefälle geprägt. Ostdeutschland verlor durch Abwanderung wegen ungünstiger Arbeitsmarktbedingungen einen relevanten Teil seiner Bevölkerung. Trotzdem blieb für lange Zeit das Niveau der Arbeitslosigkeit bei rund 20%. Dies kann u.a. darauf zurückgeführt werden, dass das Marktpotenzial Ostdeutschlands zu klein ist. Erst in den letzten Jahren ist die Rate der Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland stärker als im Westen zurückgegangen. Selbst in Zeiten der Krise fiel die Arbeitslosigkeit bis auf 13,2% im November 2009. Innerhalb Ostdeutschlands ergibt sich eine starke Differenzierung der Arbeitsmarktlagen, die über die Zeit relativ stabil bleibt. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit wird in einem räumlichen ökonometrischen Modell analysiert. Dabei zeigen sich schwache Konvergenzprozesse. Für die Reduktion der Arbeitslosigkeit erweisen sich Kerne des verarbeitenden Gewerbes als vorteilhaft. Die Entwicklung in den Regionen wird von jener in den Nachbargebieten beeinflusst, da räumliche Autokorrelation feststellbar ist. Es besteht die Gefahr, dass zumindest die dünn besiedelten ländlichen Gebiete Ostdeutschlands noch weiter benachteiligt werden, da in ihrem Fall die Bevölkerungsabnahme besonders kritische Auswirkungen haben wird. Diese Bevölkerungsabnahme ist vor allem von den niedrigen Geburtenraten geprägt und wird drastische Auswirkungen für das Arbeitskräfteangebot haben." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Phan thi Hong, Van; -
Literaturhinweis
20 Jahre nach dem Mauerfall: Arbeitslosigkeit in ostdeutschen Regionen (2010)
Zitatform
Blien, Uwe, Van Phan thi Hong, Klara Kaufmann & Steffen Kaimer (2010): 20 Jahre nach dem Mauerfall: Arbeitslosigkeit in ostdeutschen Regionen. In: Zeitschrift für ArbeitsmarktForschung, Jg. 43, H. 2, S. 125-143. DOI:10.1007/s12651-010-0039-1
Abstract
"20 Jahre nach dem Mauerfall sind Ökonomie und Arbeitsmarkt in Deutschland immer noch von einem starken West-Ost-Gefälle geprägt. Damit ist ein großer Unterschied in der Arbeitslosigkeit verbunden, der sich allerdings in den vergangenen Jahren etwas reduziert hat. Dieser Unterschied ist das eine Thema des Artikels. Sein zweiter Gegenstand ist die starke Differenzierung der Arbeitsmarktlagen innerhalb Ostdeutschlands. Zum Verständnis der Situation werden neuere regionalökonomische Theorien herangezogen. Außerdem wird die Entwicklung der regionalen Arbeitslosigkeit in einem räumlichen ökonometrischen Modell analysiert." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Vergleichende Analyse von Länderarbeitsmärkten: aktualisierte Länderstudie Brandenburg (2010)
Bogai, Dieter; Wiethölter, Doris;Zitatform
Bogai, Dieter & Doris Wiethölter (2010): Vergleichende Analyse von Länderarbeitsmärkten. Aktualisierte Länderstudie Brandenburg. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Berlin-Brandenburg 01/2010), Nürnberg, 73 S.
Abstract
"In dem Bericht wird der Brandenburger Arbeitsmarkt in regional vergleichender Perspektive analysiert. Zum einen wird die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt seit der Wiedervereinigung auch unter Berücksichtigung der starken regionalen Disparitäten innerhalb Brandenburgs deskriptiv untersucht. Dabei wird insbesondere die jüngere Entwicklung der Beschäftigung in den von der Landesregierung geförderten Branchenkompetenzfeldern betrachtet, die insgesamt positiv verlief. Zum anderen wird die Beschäftigungsentwicklung in Brandenburg mit einem ökonometrischen Schätzmodell analysiert. Mittels einer Shift-Share-Regression können vor dem Hintergrund der Entwicklung in Ostdeutschland die Wirkungen und die Einflussstärke der Branchenstruktur, der Qualifikation und der Betriebsgrößenstruktur als erklärende Variablen (Effekte) auf die Beschäftigungsentwicklung bestimmt werden.
Nach dieser Analyse hat die Branchenstruktur Brandenburgs in dem Untersuchungszeitraum von 1996 bis 2005 einen negativen Einfluss auf die langfristige Beschäftigungsentwicklung ausgeübt. Für dieses Ergebnis sind vor allem die überdurchschnittlichen Beschäftigungsanteile Brandenburgs in der Landwirtschaft, der Bauwirtschaft und dem Energiesektor verantwortlich, die in Ostdeutschland im Untersuchungszeitraum stark Beschäftigung abgebaut haben. Demgegenüber sind die Branchen mit signifikant positiver Beschäftigungswirkung wie die wissensintensiven wirtschaftsbezogenen Dienstleistungen und einzelne Industriezweige wie die Elektrotechnik und der Maschinenbau geringer vertreten. Gleiches gilt für das Finanzgewerbe und den Bildungssektor in Brandenburg.
Günstig wirkt der relativ hohe Anteil von kleinen und mittleren Unternehmen, die im Gegensatz zu den Großunternehmen die Beschäftigung positiv beeinflussen. Der Qualifikationseffekt ist für Brandenburg neutral, d. h. aus der Qualifikationsstruktur der Brandenburger Beschäftigten ergeben sich keine Effekte auf die Beschäftigungsentwicklung. Der Standorteffekt ist auf der Ebene des Bundeslandes leicht negativ. Nach der kleinräumigen Betrachtung beruht dieses Ergebnis auf besonders ungünstigen Standortbedingungen in den berlinfernen Regionen Brandenburgs. Dagegen weisen die Ergebnisse auf positive Standortfaktoren im Umland Berlins hin." (Autorenreferat, IAB-Doku)Beteiligte aus dem IAB
Wiethölter, Doris; -
Literaturhinweis
Arbeitsmarktbilanz Ostdeutschland: Beschäftigung nimmt im Jahr 2010 zu (2010)
Brautzsch, Ulrich;Zitatform
Brautzsch, Ulrich (2010): Arbeitsmarktbilanz Ostdeutschland: Beschäftigung nimmt im Jahr 2010 zu. In: Wirtschaft im Wandel, Jg. 16, H. 11, S. 514-520.
Abstract
"Die Beschäftigungssituation hat sich seit Anfang des Jahres 2010 infolge des kräftigen Produktionswachstums verbessert. Die Zahl der Erwerbstätigen nimmt seit Anfang dieses Jahres saisonbereinigt zu. Getragen wurde der Beschäftigungsaufbau von einer deutlichen Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Einem weiteren - wenn auch abgeschwächten - Rückgang der Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe steht dabei ein kräftiger Personalaufbau in einigen Dienstleistungsbereichen gegenüber. Die Zahl der Arbeitslosen ging - gemessen am Beschäftigungsaufbau - überproportional zurück, da das Arbeitsangebot - demographisch bedingt - kräftig abgenommen hat. Im Verlauf dieses und des kommenden Jahres wird sich infolge der Ausdehnung der gesamtwirtschaftlichen Produktion die Lage auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt weiter verbessern. Die Zahl der Erwerbstätigen wird Ende des Jahres 2010 in etwa auf dem Stand vor der schweren Wirtschaftskrise liegen. Im kommenden Jahr wird sich der Beschäftigungsaufbau fortsetzen. Der Rückgang der Zahl der registrierten Arbeitslosen wird im Prognosezeitraum aufgrund des weiter stark schrumpfenden Arbeitsangebots größer sein als der Beschäftigungsaufbau." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Berliner Wirtschaft: nach langem Schrumpfen auf einem Wachstumspfad (2010)
Brenke, Karl;Zitatform
Brenke, Karl (2010): Berliner Wirtschaft: nach langem Schrumpfen auf einem Wachstumspfad. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 77, H. 32, S. 2-10.
Abstract
"Nach einem langen Sinkflug geht es wirtschaftlich mit Berlin wieder aufwärts. Seit 2005 entwickelt sich die Wirtschaftsleistung besser als in Deutschland insgesamt, und vieles deutet darauf hin, dass inzwischen ein stabiler Aufholprozess in Gang gekommen ist. Gegenüber anderen deutschen Großstädten weist Berlin gleichwohl noch einen großen Rückstand im Niveau der Wirtschaftskraft auf. Deutlich besser als in den anderen Bundesländern hat sich in den vergangenen Jahren auch die Beschäftigung entwickelt. Selbst die jüngste Wirtschafts- und Finanzkrise hat den Beschäftigungsaufbau in Berlin nicht gestoppt, sondern lediglich abgebremst. Seit 2005 sind knapp 140 000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Zum weit überwiegenden Teil handelt es sich dabei um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, kräftig zugenommen hat aber auch die selbständige Erwerbstätigkeit. Die Arbeitslosigkeit ist in Berlin zwar deutlich zurückgegangen, aber nicht so stark, wie es nach der Beschäftigungsentwicklung zu erwarten gewesen wäre. Es deutet sich eine wachsende Spaltung auf dem Berliner Arbeitsmarkt an. Einerseits ist der Anteil der Hartz IV-Bezieher unter den Arbeitslosen enorm hoch, und ein erheblicher Teil von ihnen hat keine Berufsausbildung. Andererseits steigt vor allem die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften. Diese wandern in vielen Fällen aus anderen Regionen zu. Die mangelnde Qualifikation der Erwerbslosen und insbesondere die Sozialstruktur der nachwachsenden Generation stellt die Politik der Stadt vor große Herausforderungen - vor allem im Bildungsbereich." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Geschlechterspezifische Entwicklungen am sächsischen Arbeitsmarkt: eine Betrachtung der Jahre 2007 bis 2009 (2010)
Engelmann, Sabine; Sujata, Uwe; Zillmann, Manja;Zitatform
Engelmann, Sabine, Uwe Sujata & Manja Zillmann (2010): Geschlechterspezifische Entwicklungen am sächsischen Arbeitsmarkt. Eine Betrachtung der Jahre 2007 bis 2009. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Sachsen 02/2010), Nürnberg, 40 S.
Abstract
"Kurzfristige wirtschaftliche Entwicklungen, wie die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise, aber auch demografischer Wandel und Strukturwandel im System der internationalen Arbeitsteilung prägen Arbeitsmarktchancen auf entscheidende Weise. Die Studie analysiert den Arbeitsmarkt für Frauen und Männer der Jahre 2007 bis 2009 in Sachsen. Somit werden sowohl der konjunkturelle Aufschwung in Sachsen berücksichtigt, aber auch die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise für den Arbeitsmarkt verdeutlicht. In der Studie werden die Erwerbsbeteiligung und die Beschäftigung, die Teilhabe an verschiedenen Arbeitszeitmodellen und die Branchenzugehörigkeit von Frauen und Männern analysiert. Des Weiteren wird auf die geschlechtsspezifische Arbeitslosigkeit und auf die Beteiligungen an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik eingegangen. Da die berufliche Qualifikation eine entscheidende Rolle für die Chance auf Beteiligung am Arbeitsmarkt spielt, werden die Verteilung der Schulabschlüsse allgemeinbildender Schulen auf Frauen und Männer und deren Teilhabe am Ausbildungsmarkt untersucht. Langfristigen Arbeitsmarktprojektionen zu Folge wird die Arbeitskräftenachfrage nach Personen mit einem Qualifikationsprofil aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) weiter ansteigen. Da Jungen wie auch Mädchen in der Schule die nötigen Ausgangsqualifikationen gleichermaßen erlernen, um später einen technischen oder naturwissenschaftlichen Beruf ergreifen zu können, stellen auch Frauen ein wichtiges Potential für die MINT-Berufe dar. Deswegen gilt in der Studie zusätzlich diesem Bereich ein besonderes Augenmerk." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Erwerbskarrieren in Ostdeutschland - 20 Jahre nach der Deutschen Einheit und darüber hinaus (2010)
Zitatform
Geyer, Johannes & Viktor Steiner (2010): Erwerbskarrieren in Ostdeutschland - 20 Jahre nach der Deutschen Einheit und darüber hinaus. In: Zeitschrift für ArbeitsmarktForschung, Jg. 43, H. 2, S. 169-190. DOI:10.1007/s12651-010-0041-7
Abstract
"Die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland bewegt sich seit Jahren auf einem doppelt so hohen Niveau wie in Westdeutschland bei gleichzeitigem Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Wir analysieren diese Entwicklungen für einzelne Geburtskohorten der Jahrgänge 1937-1971. Dazu schätzen wir auf der Basis des Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) für Männer und Frauen differenziert nach Bildungsgruppen Kohorteneffekte in den Erwerbsbiografien. Die Fortschreibung der zukünftigen Erwerbsbiografien auf Basis der geschätzten Kohorteneffekte zeigt einen starken Rückgang der über die gesamte Erwerbszeit kumulierten Dauer der Vollzeittätigkeit und einen dramatischen Anstieg der kumulierten Arbeitslosigkeit bei den jüngeren Geburtskohorten. Da dieses pessimistische Szenario auf der langfristigen Fortschreibung der für diese Kohorten sehr ungünstigen Arbeitsmarktentwicklung seit der Wiedervereinigung basiert, präsentieren wir auch Simulationsergebnisse für ein Alternativszenario mit einer günstigeren Arbeitsmarktentwicklung für jüngere Geburtskohorten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Wo stehen die ostdeutschen Regionen heute?: das Nebeneinander von Wachstumsprozessen und Potenzialverlusten (2010)
Maretzke, Steffen;Zitatform
Maretzke, Steffen (2010): Wo stehen die ostdeutschen Regionen heute? Das Nebeneinander von Wachstumsprozessen und Potenzialverlusten. In: Informationen zur Raumentwicklung H. 10/11, S. 809-822.
Abstract
"Seit der deutschen Einigung im Jahr 1990 hat sich in den neuen Ländern vieles zum Positiven verändert. Das, was man mit Geld finanzieren konnte, wurde geleistet, so dass rein äußerlich betrachtet die Welt in Ordnung zu sein scheint. Wie aber positionieren sich die ostdeutschen Regionen heute im bundesweiten Vergleich? Welche Regionen konnten ihr Entwicklungspotenzial in den vergangenen 20 Jahren mehr oder weniger stark ausbauen und welche Strukturen sind dafür verantwortlich? Auf Basis ausgewählter Strukturindikatoren wird in diesem Beitrag für zwei Zeitpunkte - Anfang der 1990er Jahre und 2008/2010 - ein regional differenzierter Potenzialindikator berechnet, über den Antworten auf diese Fragen formuliert werden können. Im Beitrag wird gezeigt, dass die ostdeutschen Regionen ihr Entwicklungspotenzial in den letzten 20 Jahren systematisch ausbauen konnten, vor allem in Bezug auf die Verbesserung der Einkommenschancen der Beschäftigten, die erfolgreichere Integration ihrer Industrieunternehmen in die Weltmärkte, den Abbau der zwischenzeitlich extrem hohen Arbeitslosigkeit sowie bei der Entwicklung der kommunalen Gewerbesteuereinnahmen. Trotz dieser positiven Signale sind die ostdeutschen Regionen aber auch 2008/2010 noch immer relativ potenzialschwach. Die Ost-West-Schere im Niveau des Potenzialindikators hat sich sogar noch weiter geöffnet. Eine besondere Herausforderung für die ostdeutschen Regionen waren und bleiben dabei die rückläufige Bevölkerungsentwicklung und die hohe Intensität der demographischen Alterung. Die Regionalanalysen zeigen, dass sich die potenzial- und wachstumsstarken Regionen auch 2008/2010 auf die alten Länder konzentrieren. In den neuen Ländern sind vor allem die Regionen Oberes Elbtal/Osterzgebirge und Havelland-Fläming auf einem guten Weg. Daneben finden sich aber auch solche Regionen wie Oberlausitz-Niederschlesien, Vorpommern, Mecklenburgische Seenplatte, Uckermark-Barnim und die Altmark, in denen sich die strukturellen Probleme zu verfestigen scheinen. Angesichts dieser latenten Potenzialschwächen ist schon heute absehbar, dass eine erfolgreiche Vollendung des ostdeutschen Transformationsprozesses auch nach 2019 nicht ohne die Hilfe der alten Länder gelingen wird. Darauf sollte man sich frühzeitig einstellen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Der Arbeitsmarkt für Jüngere in Sachsen: eine Analyse des regionalen Arbeits- und Ausbildungsmarktes (2010)
Sujata, Uwe; Weyh, Antje; Zillmann, Manja;Zitatform
Sujata, Uwe, Antje Weyh & Manja Zillmann (2010): Der Arbeitsmarkt für Jüngere in Sachsen. Eine Analyse des regionalen Arbeits- und Ausbildungsmarktes. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Sachsen 01/2010), Nürnberg, 36 S.
Abstract
"Der anhaltende Rückgang der Arbeitslosenzahlen der 15- bis unter 25-Jährigen in Sachsen seit 2005 ist größtenteils auf die demografische Entwicklung und nur in geringem Maße auf positive Veränderungen der Beschäftigungssituation zurückzuführen. Im Vergleich zum Jahr 2000 wurden 2009 27,5 Prozent weniger Arbeitslose in dieser Altersgruppe, aber auch 24,1 Prozent weniger sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Alter von 15 bis unter 25 Jahren gezählt.
Auf dem Ausbildungsmarkt schließt sich die Lücke zwischen gemeldeten Bewerbern und gemeldeten Stellen immer mehr. Im Jahr 2009 war das Verhältnis der beiden Größen mit 1,1 Bewerbern auf eine Ausbildungsstelle nahezu ausgeglichen. Jedoch ist nicht von einer Entspannung der Situation am sächsischen Ausbildungsmarkt auszugehen, denn nach wie vor sind Divergenzen im Hinblick auf die räumliche und sektorale Verteilung von Angebot und Nachfrage vorhanden. Zudem sind immer noch ein Drittel aller Ausbildungsstellen außerbetrieblicher Art und etwa ein Drittel aller Azubis mit Wohnort in Sachsen absolviert die Ausbildung außerhalb des Bundeslandes.
Vor dem Hintergrund der zukünftigen demografischen Entwicklung, wonach bis 2020 die Bevölkerungsanzahl der 15- bis unter 25-Jährigen um weitere 23,6 Prozent abnimmt und es zu einer Verschiebung der Qualifikationsstruktur der Schulabgänger hin zu keinem oder einem Hauptschulabschluss kommen soll, wird es für die sächsischen Unternehmen zunehmend schwerer, geeignete Bewerber für ihre Ausbildungsstellen zu finden. Die Gestaltung entsprechender Rahmenbedingungen durch Politik und Wirtschaft wird unumgänglich sein, um einem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Arbeitsmarkt 2009: Arbeitsmarktanalyse für Deutschland, West- und Ostdeutschland (2010)
Zitatform
(2010): Arbeitsmarkt 2009. Arbeitsmarktanalyse für Deutschland, West- und Ostdeutschland. In: Amtliche Nachrichten der Bundesagentur für Arbeit, Jg. 58, H. Sonderheft Arbeitsmarkt, S. 1-194.
Abstract
Der Bericht der Bundesagentur für Arbeit informiert im ersten Kapitel über die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Jahr 2009 in West- und Ostdeutschland. Hierzu werden die wirtschaftliche Entwicklung und die realisierte Arbeitskräftenachfrage, die nichtrealisierte Arbeitskräftenachfrage, das Arbeitskräfteangebot, das Ausmaß von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sowie die soziale Sicherung bei Arbeitslosigkeit dargestellt. Das zweite Kapitel enthält Interpretationshinweise und methodische Erläuterungen zu den amtlichen Statistiken. Das dritte Kapitel beschreibt die rechtlichen und institutionellen Regelungen des Arbeitsmarktes und gibt einen Überblick über die wesentlichen Änderungen der arbeitsmarktpolitischen Instrumente für 2009. Das vierte Kapitel enthält einen umfangreichen Tabellenanhang. (IAB)
-
Literaturhinweis
Zwanzig Jahre Deutsche Einheit: Wunsch oder Wirklichkeit (2010)
Abstract
"Wo steht Deutschland heute? Wie ist die Entwicklung im früheren Bundesgebiet und den neuen Ländern verlaufen? Was hat zu den Veränderungen beigetragen? Die amtliche Statistik kann den Fortschritt der Einheit in Zahlen sichtbar machen. Sie wertet nicht, sondern liefert Informationen, die in politischen oder privaten Diskussionen als objektive Basis dienen können. Die Eindrücke, die man mit bloßem Auge sammelt, gewinnen mit dem informierten Blick der Statistik an Detail und Kontur. Im innerdeutschen Vergleich rückten die Daten des wirtschaftlichen und sozialen Wandels in den Fokus der Aufmerksamkeit - für den Einzelnen wie für die Gesellschaft: Was verdient jemand in Thüringen? Was jemand in Bayern? Gehen Frauen mit Kind im Saarland auch so häufig arbeiten wie in Sachsen-Anhalt? Lebe ich besser oder schlechter als jemand in einem anderen Bundesland? Die neuen Vergleichsmaßstäbe verändern die Bewertung der eigenen Lebenssituation - positiv wie negativ." (Autorenreferat, IAB-Doku)
-
Literaturhinweis
Vergleichende Analyse von Länderarbeitsmärkten: Länderstudie Berlin (2009)
Bogai, Dieter; Wiethölter, Doris;Zitatform
Bogai, Dieter & Doris Wiethölter (2009): Vergleichende Analyse von Länderarbeitsmärkten. Länderstudie Berlin. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Berlin-Brandenburg 02/2009), Nürnberg, 62 S.
Abstract
"In dem Bericht wird der Berliner Arbeitsmarkt in regional vergleichender Perspektive analysiert. Zum einen wird die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt seit der Wiedervereinigung deskriptiv untersucht. Hieraus lassen sich insbesondere im Vergleich zu den westdeutschen Metropolregionen Rückstände Berlins in der wirtschaftlichen Leistungskraft und Beschäftigungsentwicklung feststellen. Die Folgen sind hohe Arbeitslosigkeit und erhebliche Sozialtransfers. Zum anderen wird die Beschäftigungsentwicklung in Berlin mit einem ökonometrischen Analysemodell untersucht. Mittels einer Shift-Share-Regression können vor dem Hintergrund der Entwicklung in Ostdeutschland die Wirkungen der Branchenstruktur, der Qualifikation und der Betriebsgrößenstruktur als erklärende Variablen (Effekte) bestimmt werden.
Die Analyse zeigt, dass die Beschäftigungsentwicklung in Berlin zwischen 1996 und 2005 von einer günstigen Branchenspezialisierung im Vergleich zu der ostdeutschen Wirtschaft profitierte. Hierzu trugen vor allem die wissensintensiven Dienstleistungen bei. Der positive Brancheneffekt basiert zudem darauf, dass in Berlin schrumpfende Branchen wie die Bauwirtschaft wenig Bedeutung haben. Im Gegensatz zu den Beschäftigungsanalysen für die alten Länder, die überwiegend negative Standorteffekte für die westdeutschen Kernstädte ermitteln, wird für die Metropole ein stark positiver regionaler Standorteffekt festgestellt. Dieser dürfte auf die Größe der Stadt und die damit verbundenen ökonomischen Vorteile, die Wissenschaftsinfrastruktur und weitere weiche Standortfaktoren gegenüber dem ostdeutschen Referenzraum zurückzuführen sein. Der überdurchschnittliche Anteil an Hochqualifizierten in Berlin trägt zum negativen Qualifikationseffekt bei. Dieses Ergebnis ist auf eine ostdeutsche Sonderentwicklung zurückzuführen, die den Beschäftigungsabbau im öffentlichen Dienst betraf. Der Betriebsgrößeneffekt wirkt relativ stark negativ. Er resultiert aus der großbetrieblichen Struktur der Berliner Wirtschaft. Größere Unternehmen haben in Ostdeutschland im Untersuchungszeitraum stark Beschäftigung abgebaut. Unter Einbeziehung der deskriptiven Befunde, die den wirtschaftlichen Entwicklungsrückstand Berlins gegenüber anderen Großstädten dokumentieren, wird abschließend auf die zweifellos vorhandene Forschungsstärke des Standorts verwiesen. Nachhaltige Wachstumseffekte generiert sie aber erst, wenn in Berlin vermehrt überregional absetzbare Güter und Dienstleistungen erstellt werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)Beteiligte aus dem IAB
Wiethölter, Doris; -
Literaturhinweis
Die Arbeitsmarktsituation der Älteren in Berlin und Brandenburg (2009)
Zitatform
Bogai, Dieter, Franziska Hirschenauer & Mirko Wesling (2009): Die Arbeitsmarktsituation der Älteren in Berlin und Brandenburg. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Berlin-Brandenburg 06/2009), Nürnberg, 75 S.
Abstract
"In dem Bericht wird die Arbeitsmarktentwicklung der Älteren in Berlin und Brandenburg analysiert. Nach der Darstellung der demografischen Situation in den beiden Bundesländern und deren Auswirkung auf das künftige Arbeitskräfteangebot wird die Beschäftigungsentwicklung der älteren Berliner und Brandenburger zwischen 2000 und 2007 untersucht. Berücksichtigt werden dabei auch demografische Einflüsse, d. h. Veränderungen der Bevölkerungsanzahl Älterer und Strukturverschiebungen innerhalb der Altersgruppe der 55 bis 64 Jährigen. Die Entwicklung der Altersbeschäftigung wird nach Strukturmerkmalen wie Wirtschaftszweig, Berufs, Qualifikation und Geschlecht differenziert. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Expansion der Altersteilzeit, die sich sowohl zwischen Berlin und Brandenburg als auch zwischen Männern und Frauen unterschiedlich entwickelt hat.
Ergänzt werden diese Befunde durch Befragungsergebnisse des IAB-Betriebspanels zur betrieblichen Personalpolitik gegenüber älteren Mitarbeitern. Zudem wird die Entwicklung der Arbeitslosigkeit Älterer und insbesondere deren Dauer betrachtet. Deren Entwicklung ist u. a. von rechtlichen Änderungen beeinflusst. Zusätzlich werden jene Arbeitsuchenden im Alter von 58 Jahren und älter berücksichtigt, die wegen ihres erleichterten Leistungsbezugs nicht als arbeitslos registriert werden.
Die insgesamt nur leicht verbesserte Arbeitsmarktintegration Älterer in Berlin und Brandenburg lässt sich nicht ohne weiteres auf die Zukunft übertragen, wenn die Gruppe der Älteren wesentlich größer sein wird. Zukünftig wird sich vor allem die Beschäftigung jenseits der Altersgrenze von 60 Jahren erheblich erhöhen müssen. Höherqualifizierung, Tertiarisierung und Informatisierung kennzeichnen den künftigen Arbeitsmarkt. Der künftige Strukturwandel erfordert deutlich mehr Mobilität Älterer zwischen Betrieben und Wirtschaftszweigen. Zentral ist die stärkere Verbreitung einer Weiterbildungskultur, welche bereits deutlich vor Erreichen der hier betrachteten Altersgrenzen greift." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Die Arbeitsmarktsituation für Frauen in Berlin-Brandenburg (2009)
Bogai, Dieter; Partmann, Michael; Wiethölter, Doris;Zitatform
Bogai, Dieter, Doris Wiethölter & Michael Partmann (2009): Die Arbeitsmarktsituation für Frauen in Berlin-Brandenburg. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Berlin-Brandenburg 01/2009), Nürnberg, 73 S.
Abstract
"In diesem Bericht wird die Arbeitsmarktsituation der Frauen in Berlin und Brandenburg untersucht. Zunächst zeigt sich, dass die Erwerbsbeteiligung der Frauen in Brandenburg höher als in den neuen Bundesländern ist, in Berlin hingegen fast so niedrig wie in Westdeutschland. Gute infrastrukturelle Voraussetzungen wie ganztägige Kinderbetreuung begünstigen grundsätzlich die Beschäftigung von Frauen in beiden Ländern. In Brandenburg spielt neben der traditionell hohen Erwerbsorientierung von Frauen das Arbeitsplatzangebot für Pendlerinnen in der Hauptstadt eine Rolle. In Berlin scheint neben einer höheren Bildungsbeteiligung die anhaltend ungünstige Beschäftigungssituation die Erwerbsneigung der Frauen zu beeinträchtigen. Die Erwerbstätigkeit von Frauen hat sich zwischen 2000 und 2007 in Berlin und Brandenburg erhöht. Es sind aber weniger die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, sondern andere Beschäftigungsformen, die - wie die Selbständigkeit von Frauen in Berlin - diesen Zuwachs ermöglichten. An Bedeutung gewonnen haben zudem sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung vor allem in Brandenburg und geringfügige Beschäftigung. Bezieht man die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf die Erwerbsbevölkerung, zeigt sich, dass Frauen in beiden Bundesländern höhere Anteile aufweisen als die Männer. Ausnahme bilden die Randregionen Brandenburgs. In der Dienstleistungsmetropole Berlin stellen Frauen zwar die Mehrheit der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, bei den Vollzeitbeschäftigten bzw. den geleisteten Arbeitsstunden liegt der Frauenanteil jedoch nur bei 45,6 bzw. 43,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote unterscheidet sich zwischen Männern und Frauen in Berlin und in Brandenburg auf Ebene des Bundeslandes nur unwesentlich. Regionale Disparitäten innerhalb Brandenburgs gehen zulasten hoher Arbeitslosigkeit der Frauen im äußeren Entwicklungsraum. Wirksame Instrumente zur Erwerbsintegration von Frauen sind insbesondere Eingliederungszuschüsse. Auch die Existenzgründung verbessert die Eingliederungschancen nach den vorliegenden Evaluationsstudien. Ebenfalls positiv wirken betriebliche Trainingsmaßnahmen. Im Hinblick auf die Bildungsbeteiligung der Jugendlichen ist festzustellen, dass die Frauen auch in Berlin und Brandenburg zunehmend über höhere Abschlüsse verfügen als Männer. Allerdings schlägt sich dieser Vorsprung nur teilweise in einer besseren Position am Arbeitsmarkt nieder. Ausbildungs- und Beschäftigungsschwerpunkte der Frauen bilden eher Berufe mit geringeren Verdienst- und Karrierechancen. Die künftige Bevölkerungsentwicklung wird die regionalen Disparitäten in Berlin-Brandenburg noch weiter erhöhen. Während die Regionen nahe Berlin wachsen, wird die Bevölkerung in den Randregionen stark abnehmen. Die weibliche Bevölkerung wird dort und in den Kreisstädten mit Ausnahme von Potsdam überdurchschnittlich sinken. Die künftigen Entwicklungschancen dieser Regionen werden durch die geringere Zahl von Familien weiter geschmälert. In Brandenburg und zeitverzögert auch in Berlin zeichnet sich ein Fachkräftemangel ab. Als eine Maßnahme zur besseren Ausschöpfung des heimischen Arbeitskräftepotentials wird eine Erhöhung der Frauenerwerbsbeteiligung angesehen. Dabei dürften vor allem in Berlin noch signifikante Steigerungsmöglichkeiten bestehen. Hierbei ist auch an eine Erhöhung der Arbeitszeit zu denken. Die Beschäftigungschancen der Frauen dürften angesichts ihres Bildungsstandes und des Trends zur wissensbasierten Dienstleistungswirtschaft positiv sein. Sie könnten gleichwohl durch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine weniger geschlechtsspezifische Berufswahl erhöht werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Wiethölter, Doris; -
Literaturhinweis
Übergänge aus der Berufsausbildung in den Arbeitsmarkt (2009)
Zitatform
Brzinsky-Fay, Christian, Carola Burkert, Christian Ebner, Rita Nikolai & Holger Seibert (2009): Übergänge aus der Berufsausbildung in den Arbeitsmarkt. In: Amt für Statistik Berlin (Hrsg.) (2009): Bildung in Berlin und Brandenburg 2008 : Supplementband I: Erträge aus Bildung, S. 14-16.
Abstract
Die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg ist im nationalen Vergleich besonders ungünstig. Im Ländervergleich 2006 weisen Berlin mit 19,7 Prozent und Brandenburg mit 18 Prozent die höchsten Arbeitslosenquoten für diese Altersgruppe auf (Deutschland: 10 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit in Berlin und Brandenburg ist dabei regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Übernahmequoten sind zwar in beiden Ländern in letzter Zeit gestiegen, liegen aber immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Direkt nach Ausbildungsabschluss ist die Erwerbsbeteiligung der Absolventen und Absolventinnen aus Berlin und Brandenburg geringer als im Bundesdurchschnitt, wobei Männer seltener erwerbstätig sind und deshalb häufiger Transferleistungen beziehen als Frauen. Zudem haben Ausländer und Ausländerinnen aus Berlin deutlich schlechtere Chancen, nach der Ausbildung erwerbstätig zu sein. Weiterhin haben Absolventen und Absolventinnen handwerklicher Berufe besonders große Schwierigkeiten beim Erwerbseinstieg. Häufig gelingt es Jugendlichen nach der Ausbildung nicht, eine Tätigkeit im erlernten Beruf zu finden. Von den Berliner Ausbildungsabsolventen und -absolventinnen des Jahres 2005 arbeiteten im Jahr 2006 etwas mehr als ein Drittel, von denen aus Brandenburg sogar fast die Hälfte nicht in dem Beruf, in dem sie ein Jahr zuvor ihren Abschluss erworben hatten. Bezogen auf die berufliche Passung ist die Situation für Männer schlechter als für Frauen; besonders groß sind die Geschlechterdisparitäten in der Gruppe der ausländischen Absolventen in Berlin. Die geringeren Chancen der handwerklichen Berufe spiegeln sich ebenso in der beruflichen Passung wider. Obwohl Frauen also den Berufseinstieg besser meistern als Männer, erzielen sie jedoch deutlich geringere Einkommen. Dies gilt insbesondere für ausländische Frauen. Die Verdienstmöglichkeiten für Absolventen und Absolventinnen streuen erheblich zwischen einzelnen Berufsgruppen. Absolventen und Absolventinnen der Berufsgruppe Körperpflege verdienen im Vergleich zu den übrigen Berufsgruppen deutlich am wenigsten. Aufgrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels und des demographisch bedingten Rückgangs der Schülerzahlen in Ostdeutschland wird eine Verbesserung der Arbeitsmarktchancen für Ausbildungsabsolventen erwartet. (IAB)
Weiterführende Informationen
Hier finden Sie das ganze Heft -
Literaturhinweis
Der Arbeitsmarkt im Osten - 20 Jahre nach dem Mauerfall: Teil II: Arbeitslosigkeit und Hartz IV (2009)
Buntenbach, Annelie;Zitatform
(2009): Der Arbeitsmarkt im Osten - 20 Jahre nach dem Mauerfall. Teil II: Arbeitslosigkeit und Hartz IV. (Arbeitsmarkt aktuell 2009,07), Berlin, 10 S.
Abstract
Die Studie des DGB zeigt, dass auch 20 Jahre nach dem Fall der Mauer die alten Grenzen noch sichtbar sind. Der Arbeitsmarkt ist weiterhin in West und Ost getrennt. In den neuen Bundesländern gibt es fast doppelt so viele Arbeitslose wie im Westen, deutlich größer ist die Zahl der Ein-Euro-Jobber und Hartz-IV-Empfänger. Im Osten schreitet der demografische Wandel schneller voran, die Abwanderung hält an. Zwar bringt beides nach jahrelanger Rekordarbeitslosigkeit dem Arbeitsmarkt etwas Entlastung, doch droht nach Meinung der Studie mit dem Bevölkerungsschwund mittelfristig ein Fachkräftemangel, der die Probleme weiter verschärfen könnte. Um die Abwanderung zu stoppen, sind nach Auffassung des DGB mehr und bessere Ausbildungs- und Arbeitsplätze in Ostdeutschland notwendig. Aktuell trifft - so die Studie - die durch die Wirtschafts- und Finanzkrise verursachte Arbeitslosigkeit hauptsächlich den westdeutschen Arbeitsmarkt. Sie dürfte zeitverzögert aber auch auf den Osten durchschlagen. Eine Ursache für die hohe Hartz IV-Bedürftigkeit im Osten sind - neben der hohen Arbeitslosigkeit - die weit verbreiteten Niedriglöhne. Auch Ein-Euro-Jobs werden im Osten überproportional eingesetzt. Sie dienen teilweise als Ersatz für fehlende Beschäftigung. Der DGB plädiert für eine arbeitsmarktpolitische Umsteuerung und fordert, dass das Instrument Kommunal-Kombi sowie der Beschäftigungszuschuss (,Jobperspektive') stärker genutzt wird. Hinzu kommt, dass mangelhafte Tarifbindung und ein fehlender gesetzlicher Mindestlohn die Arbeit der Gewerkschaften in den neuen Bundesländern erheblich erschweren. 'Dennoch bleibt der Aufbau Ost und die Angleichung der Lebensverhältnisse ein wichtiges Ziel für die Gewerkschaften.' (IAB)
-
Literaturhinweis
Die Arbeitsmarktsituation von Frauen in Thüringen (2009)
Dietrich, Ingrid; Fritzsche, Birgit;Zitatform
Dietrich, Ingrid & Birgit Fritzsche (2009): Die Arbeitsmarktsituation von Frauen in Thüringen. (IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen 05/2009), Nürnberg, 41 S.
Abstract
"Frauen stellen mit nahezu der Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein unverzichtbares Potenzial der Thüringer Wirtschaft dar. Ihr Qualifikationsniveau ist nicht geringer als das der Männer. Die Integration von Frauen in den Arbeitsprozess gewinnt vor dem Hintergrund zunehmender Probleme bei der Deckung des Fachkräftebedarfs der Betriebe an Bedeutung. Obgleich im Jahr 2008 gegenüber den Vorjahren die Erwerbstätigenquote der Frauen und der Männer anstieg, wurden dadurch die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Erwerbsbeteiligung nicht geringer. Im Unterschied zu Männern sind Frauen hauptsächlich in Branchen und Berufen beschäftigt, die weniger sensibel auf konjunkturelle Veränderungen reagieren. Sie arbeiten mehrheitlich (80 Prozent) im Dienstleistungsbereich, vor allem in Büro- und kaufmännischen Berufen, Gesundheitsdienst- und Pflegeberufen, als Lehrerinnen und Datenverarbeitungsfachfrauen. An der Ausübung von Führungsaufgaben partizipieren Frauen in den Thüringer Betrieben unterdurchschnittlich. Sehr differenziert fallen die Arbeitszeitmuster von Frauen und Männern aus: Während 30 Prozent der weiblichen Beschäftigten eine Teilzeitarbeit verrichten, sind es bei den Männern mit knapp fünf Prozent erheblich weniger. Nach wie vor sind es überwiegend Männer, die sich für Berufe mit Tätigkeitsprofil auf den Gebieten Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) entscheiden. Mit 25 Prozent liegt der Frauenanteil an den MINT-Beschäftigten deutlich unter ihrem Anteil an der Gesamtbeschäftigung. Drei Prozent der weiblichen Beschäftigten sind in einem MINT-Beruf - vor allem als Technische Sonderfachkräfte und Technikerinnen - tätig, dagegen ist der entsprechende Anteil der männlichen Beschäftigten (9 Prozent) dreimal höher. Mehr junge Frauen für ein Studium in einem der MINT-Studienfächer zu interessieren, ist eine Voraussetzung, um den künftigen Bedarf an MINT-Akademikern zu decken. Im Wintersemester 2006/2007 war an den Thüringer Hochschulen mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Studienanfänger (1. Fachsemester) in MINT-Disziplinen weiblich. Für Frauen und Männer in MINT-Berufen zeichnen sich im Allgemeinen günstige Arbeitsmarktchancen in Thüringen ab." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Fritzsche, Birgit; -
Literaturhinweis
Arbeitslosengelddauer nach wirtschaftlicher Lage: Extended Benefits auf dem Prüfstand (2009)
Zitatform
Dietz, Martin, Susanne Koch, Gesine Stephan, Michael Stops, Ulrich Walwei & Joachim Wolff (2009): Arbeitslosengelddauer nach wirtschaftlicher Lage: Extended Benefits auf dem Prüfstand. In: IAB-Forum H. 2, S. 96-103. DOI:10.3278/IFO0902W096
Abstract
"Im IAB-Forum Spezial 2009 haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IAB den deutschen Arbeitsmarkt einem 'Krisencheck' unterzogen. In einem weiteren Beitrag hierzu diskutieren wir einen u. a. vom Wirtschaftsweisen Wolfgang Franz eingebrachten Vorschlag zur flexiblen Gestaltung der Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld I. Demnach sollen in der Rezession Lohnersatzleistungen bei Arbeitslosigkeit länger, in Boomzeiten hingegen kürzer gezahlt werden. Im Rahmen der sogenannten 'Extended Benefits' wird dies in den Vereinigten Staaten bereits praktiziert. Es stellt sich die Frage, ob eine solche Regelung auch für den deutschen Arbeitsmarkt möglich und sinnvoll ist." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Dietz, Martin; Wolff, Joachim; Stops, Michael ; Stephan, Gesine ; Walwei, Ulrich ; -
Literaturhinweis
Labor force status dynamics in the German labor market: individual heterogeneity and cyclical sensitivity (2009)
Zitatform
Kluve, Jochen, Sandra Schaffner & Christoph M. Schmidt (2009): Labor force status dynamics in the German labor market. Individual heterogeneity and cyclical sensitivity. (Ruhr economic papers 139), Bochum [u.a.], 30 S.
Abstract
"The aggregate average unemployment rate in a given country is essentially the result of individual workers' transitions between the three core labor force states, employment, unemployment, and inactivity. The dynamics of these transitions depend both, on individual duration in a particular state and the transition probabilities between states. Individual transitions, in turn, depend on observable and unobserved factors. Simultaneously, person-specific dynamics may be influenced by swings of the business cycle. This paper analyzes these labor force status dynamics for the East and West German labor market, separately using comprehensive data on monthly transitions from the SOEP. The results show that the experience of high unemployment rates is more sensitive to cyclical behavior for certain demographic groups, specifically unskilled and young workers. Heterogeneity in unemployment and transition rates differ between East and West Germany, as well as between the sexes. In East Germany, all demographic cells are almost entirely detached from the cycle. Women are less influenced by the cycle in their re-employment rate from unemployment to employment." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Aspekt auswählen:
Aspekt zurücksetzen
- Forschung und Ergebnisse aus dem IAB
- Grundsätzliches zur Transformation
- Wirtschaft
- Bevölkerung
- Arbeitsmarkt/Beruf
- Bildung/Qualifikation
- Gesellschaft/Soziales
- Personengruppen
- geografischer Bezug
