Niedriglohnarbeitsmarkt
Der Ausbau des Niedriglohnsektors sollte Ende der 1990er Jahre die hohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Als Niedriglohn gilt ein Arbeitsentgelt, das trotz Vollzeitbeschäftigung keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet – die OECD definiert den ihn als einen Bruttolohn, der unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Medianbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Betroffen von Niedriglöhnen sind überdurchschnittlich häufig Personen ohne beruflichen Abschluss, jüngere Erwerbstätige und Frauen.
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Literaturhinweis
The minimum wage affects them all: evidence on employment spillovers in the roofing sector (2013)
Zitatform
Aretz, Bodo, Melanie Arntz & Terry Gregory (2013): The minimum wage affects them all. Evidence on employment spillovers in the roofing sector. In: German economic review, Jg. 14, H. 3, S. 282-315. DOI:10.1111/geer.12012
Abstract
"Die Arbeit ergänzt die bisherige Literatur zu Beschäftigungs-Spillover-Effekten von Mindestlöhnen, indem sie sich die Einführung des Mindestlohns und darauf folgende Lohnerhöhungen im Dachdeckerhandwerk zunutze macht. Mit einem Verhältnis von Mindestlohnniveau zu Medianlohn von ungefähr 1 muss die Betroffenheit in Ostdeutschland selbst im internationalen Vergleich als außerordentlich hoch eingestuft werden. Deshalb bietet die Branche die ideale Grundlage, um Beschäftigungseffekte entlang der gesamten Lohnverteilung zu untersuchen. Im Einzelnen betrachtet die Studie die Wahrscheinlichkeit, für Erwerbstätige mit und ohne bindenden Mindestlohn im Dachdeckergewerbe angestellt zu bleiben, und nutzt die Installationsbranche, die nicht von einem Mindestlohn betroffen ist, als einen geeigneten Vergleichssektor. Indem der kontrafaktische Lohn geschätzt wird, den die Vergleichsgruppe der Installateure in der Dachdeckerbranche erhalten würde, können Rückschlüsse auf die Beschäftigungseffekte entlang der gesamten Lohnverteilung gezogen werden. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, auch nach der Mindestlohneinführung in der Dachdeckerbranche weiter beschäftigt zu bleiben, gesunken ist. Dies trifft vor allem für Ostdeutschland zu, wo die Betroffenheit vom Mindestlohn besonders groß war. Allerdings scheint die Wirkung, die durch den Vergleich von Arbeitnehmern mit und ohne bindenden Mindestlohn festgestellt wurde, im intersektoralen Vergleich unterschätzt zu werden, was auf Beschäftigungs-Spillover hinweist. Zudem deutet der intersektorale Vergleich auf negative Beschäftigungsergebnisse für ostdeutsche Arbeitnehmer entlang der gesamten Lohnverteilung hin. Branchenvertreter vermuten, dass dies eher durch die Substitution von Arbeit durch Kapital hervorgerufen werden als durch Skaleneffekte. Unsere Erkenntnisse zu den Beschäftigungswirkungen von Mindestlöhnen sollten allerdings nicht mit der Gesamtwirkung des Mindestlohns gleichgesetzt werden, weil beispielsweise Ein- Personen-Unternehmen nicht in unserer Analyse erfasst werden. Außerdem sollte man angesichts der branchenspezifischen Rahmenbedingungen vorsichtig mit der Übertragbarkeit unserer Ergebnisse auf andere Sektoren umgehen. Trotz dieser Vorbehalte machen die vorliegenden Resultate die Notwendigkeit deutlich, die Analyse auch auf Beschäftigte auszuweiten, die nicht direkt vom Mindestlohn betroffen scheinen. Zudem stellen unsere Ergebnisse jegliche Versuche in Frage, Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen durch einen Vergleich von Arbeitnehmern mit und ohne bindenden Mindestlohn innerhalb eines bestimmten Sektors zu identifizieren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Minimum wages, earnings, and migration (2013)
Zitatform
Boffy-Ramirez, Ernest (2013): Minimum wages, earnings, and migration. In: IZA journal of migration, Jg. 2, S. 1-24. DOI:10.1186/2193-9039-2-17
Abstract
"Does increasing a state's minimum wage induce migration into the state? Previous literature has shown mobility in response to welfare benefit differentials across states, yet few have examined the minimum wage as a cause of mobility. Focusing on low-skilled immigrants, this paper empirically examines the effect of minimum wages on location decisions within the United States. This paper expands upon minimum wage and immigration literatures by demonstrating that the choice of destination is sensitive to minimum wage changes, and that the effects are highly dependent on the number of years an immigrant has resided in the U.S." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Turning the switch: An evaluation of the minimum wage in the German electrical trade using repeated natural experiments (2013)
Zitatform
Boockmann, Bernhard, Raimund Krumm, Michael Neumann & Pia Rattenhuber (2013): Turning the switch: An evaluation of the minimum wage in the German electrical trade using repeated natural experiments. In: German economic review, Jg. 14, H. 3, S. 316-348. DOI:10.1111/geer.12016
Abstract
"The introduction, abolition and subsequent re-introduction of the minimum wage in the German electrical trade gave rise to series of natural experiments, which are used to study minimum wage effects. We find similar impacts in all three cases on wages, employment and the receipt of public welfare benefits. Average wages are raised by the minimum wage in East Germany, but there is almost no evidence for employment effects. The results also show that the wage effect is quickly undone after the abolition of the minimum wage." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Im Fokus: Mindestlohn von 8,50 Euro: Wie viele verdienen weniger, und in welchen Branchen arbeiten sie? (2013)
Brautzsch, Hans-Ulrich; Schultz, Birgit;Zitatform
Brautzsch, Hans-Ulrich & Birgit Schultz (2013): Im Fokus: Mindestlohn von 8,50 Euro: Wie viele verdienen weniger, und in welchen Branchen arbeiten sie? In: Wirtschaft im Wandel, Jg. 19, H. 3, S. 53-56.
Abstract
"In der Öffentlichkeit wird zurzeit die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes in Höhe von 8,50 Euro je Stunde diskutiert. Der Bundesrat hat hierzu eine entsprechende Gesetzesinitiative gestartet. Dabei stellt sich die Frage, wie viele Menschen von einem Mindestlohn dieser Höhe betroffen wären. Die vorliegende Analyse ergibt, dass im Jahr 2011 in Ostdeutschland etwa 25% und in Westdeutschland knapp 12% der Beschäftigten für einen vereinbarten Bruttostundenlohn von weniger als 8,50 Euro arbeiteten. Die Relation des anvisierten Mindestlohnes zum Medianlohn beträgt in Ostdeutschland 71% und in Westdeutschland knapp 54%. In einzelnen Branchen wäre diese Relation jedoch wesentlich höher. Im ostdeutschen Gastgewerbe und in der ostdeutschen Land- und Forstwirtschaft/Fischerei würde der Schwellenwert von 8,50 Euro sogar über den im Jahr 2011 in diesen Branchen gezahlten Medianlöhnen liegen. Betrachtet man statt des vereinbarten den effektiven Bruttostundenlohn, der u. a. unbezahlte Überstunden einbezieht, so steigt die Zahl der im Jahr 2011 für weniger als 8,50 Euro pro Stunde beschäftigten Arbeitnehmer auf 32% (Ostdeutschland) bzw. 17% (Westdeutschland)." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Gesetzlicher Mindestlohn: kein verteilungspolitisches Allheilmittel (2013)
Brenke, Karl; Müller, Kai-Uwe;Zitatform
Brenke, Karl & Kai-Uwe Müller (2013): Gesetzlicher Mindestlohn. Kein verteilungspolitisches Allheilmittel. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 80, H. 39, S. 3-17.
Abstract
"Alle im Bundestag vertretenen Parteien treten inzwischen für Mindestlohnregulierungen ein, deutlich unterschiedliche Positionen gibt es jedoch hinsichtlich der Gestaltung und der Höhe. In der Untersuchung wird gezeigt, dass bei einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn vor allem die Löhne von geringfügig Beschäftigten, Frauen, Personen ohne Berufsausbildung und Arbeitnehmern, die nicht im gelernten Beruf tätig sind, sowie von Beschäftigten in Ostdeutschland angehoben werden müssten. Betroffen wären insbesondere Kleinstbetriebe sowie Anbieter konsumnaher Dienstleistungen, kaum indes Wirtschaftszweige, die unmittelbar dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind. Generell müsste ein Mindestlohn nach den Ergebnissen der ökonomischen Forschung nicht mit Arbeitsplatzverlusten einhergehen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die Wirkungen stark von der Höhe der festgesetzten Lohnuntergrenze abhängen. Durch einen Mindestlohn könnte zwar die Lohnspreizung verringert werden, und Gerechtigkeitsvorstellungen, wie sie von einer großen Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland geteilt werden, würden so weniger verletzt als gegenwärtig. Zu einer Einebnung der Ungleichheit bei den verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte und zu einer wesentlichen Verringerung von Armut käme es aber nicht. Ebenfalls wäre nicht zu erwarten, dass die Zahl derjenigen Arbeitnehmer, die Leistungen nach Hartz IV beziehen (Aufstocker), stark zurückginge. Ein kräftiger gesamtwirtschaftlicher Kaufkraftschub ist ebenfalls nicht anzunehmen. Die Einführung eines allgemeinen Mindestlohns in Deutschland wäre ein Feldexperiment, das mit Bedacht angegangen werden sollte. Aus wissenschaftlicher Sicht sollte beim Einstieg das Niveau nicht zu hoch angesetzt werden, und die Wirkung des Mindestlohns müsste sorgfältig beobachtet werden. Erweist sich ein allgemeiner Mindestlohn als unschädlich für die Beschäftigung, sollte sein Niveau zügig angehoben werden. Bei der Einführung ist darauf zu achten, dass die Regulierung nicht unterlaufen wird - etwa durch unbezahlte Mehrarbeit oder durch die vermehrte Beschäftigung in Form von Minijobs oder Werkverträgen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The effect of the minimum wage on covered teenage employment (2013)
Zitatform
Coomer, Nicole M. & Walter J. Wessels (2013): The effect of the minimum wage on covered teenage employment. In: Journal of labor research, Jg. 34, H. 3, S. 253-280. DOI:10.1007/s12122-013-9160-6
Abstract
"Unlike previous studies on the minimum wage, which focused on its effect on total teenage employment, we examine its effect on covered employment. A covered job was defined to be one paying the minimum wage or more. Using contemporary wages to classify workers this way may inflate the estimated effect of minimum wages on covered employment. To avoid this bias, covered jobs are identified using a logit procedure run over years in which the minimum age was not increased. We find that minimum wages reduced covered employment significantly more than total employment. We also show that covered employment may be overstated in the period following an increase in the minimum wage." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
National minimum wage and employment of young workers in the UK (2013)
Fidrmuc, Jan; Tena, J. D.;Zitatform
Fidrmuc, Jan & J. D. Tena (2013): National minimum wage and employment of young workers in the UK. (CESifo working paper 4286), München, 30 S.
Abstract
"We analyze the impact of the UK national minimum wage (NMW) on the employment of young workers. The previous literature found little evidence of an adverse impact of the NMW on the UK labor market. We focus on the age-related increases in the NMW at 18 and 22 years of age. Using regression discontinuity design, we fail to find any effect of turning 22. However, we find a significant and negative employment effect for male workers at 21, which we believe to be an anticipation effect. We also find a negative effect for both genders upon turning 18. The age-related NMW increases may have an adverse effect on employment of young workers, with this effect possibly occurring already well in advance of reaching the threshold age." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
The employment effect of industry-specific, collectively-bargained minimum wages (2013)
Zitatform
Frings, Hanna (2013): The employment effect of industry-specific, collectively-bargained minimum wages. In: German economic review, Jg. 14, H. 3, S. 258-281. DOI:10.1111/geer.12009
Abstract
"Diese Studie untersucht die Beschäftigungseffekte von Branchen-spezifischen Mindestlöhnen, die durch Tarifverhandlungen gesetzt werden, für zwei Berufsgruppen, die der Baubranche angehören. Im Gegensatz zu den üblichen Ansätzen in der Literatur, wird eine exogene Kontrollgruppe verwendet, die nicht durch das Treatment beeinflusst wird. Des Weiteren stellt ein Differenz-von-Differenzen-von-Differenzen Schätzer einen Robustheitstest dar, der für zeitvariante, unbeobachtbare Heterogenität in der Berufsgruppe oder im Wirtschaftszweig kontrolliert. Ich finde keine signifikanten, negativen Beschäftigungseffekte, obwohl der Mindestlohn in (Ost-)Deutschland bindend ist. Dieses Ergebnis kann durch Substitutionseffekte, Umgehungsstrategien und die moderne Monopsontheorie erklärt werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Minimum wages and youth unemployment (2013)
Gorry, Aspen;Zitatform
Gorry, Aspen (2013): Minimum wages and youth unemployment. In: European Economic Review, Jg. 64, H. November, S. 57-75. DOI:10.1016/j.euroecorev.2013.08.004
Abstract
"This paper constructs a labor search model to explore the effects of minimum wages on youth unemployment. To capture the gradual decline in unemployment for young workers as they age, the standard search model is extended so that workers gain experience when employed. Experienced workers have higher average productivity and lower job finding and separation rates that match wage and worker flow data. In this environment, minimum wages can have large effects on unemployment because they interact with a worker's ability to gain job experience. The increase in minimum wages between 2007 and 2009 can account for a 0.8 percentage point increase in the steady state unemployment rate and a 2.8 percentage point increase in unemployment for 15-24 year old workers in the model parameterized to simulate outcomes of high school educated workers. Minimum wages can also help explain the high rates of youth unemployment in France compared to the United States." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
Weiterführende Informationen
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Literaturhinweis
Mindestlohn, Einkommensverteilung und Armutsrisiko (2013)
Heumer, Moritz; Lesch, Hagen; Schröder, Christoph;Zitatform
Heumer, Moritz, Hagen Lesch & Christoph Schröder (2013): Mindestlohn, Einkommensverteilung und Armutsrisiko. In: IW-Trends, Jg. 40, H. 1, S. 19-36. DOI:10.2373/1864-810X.13-01-02
Abstract
"Eine Analyse der Lohnschichtung auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels zeigt, dass ein Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro je Stunde 19 Prozent aller abhängig Beschäftigten tangieren würde -- ein im europäischen Vergleich sehr hoher Wert. Besonders betroffen wären Frauen mit einem Anteil von 24 Prozent, geringfügig Beschäftigte (63 Prozent) und Arbeitnehmer unter 25 Jahren (50 Prozent). Auch arbeitsplatzbezogene Merkmale haben einen großen Einfluss. So arbeiten bei Banken und Versicherungen nur 7 Prozent der Beschäftigten für einen Stundenlohn unter 8,50 Euro, im Gastgewerbe dagegen 60 Prozent. Ein niedriger Bruttostunden-verdienst geht jedoch nicht zwangsläufig mit einem niedrigen Einkommenswohlstand einher. Von dem Fünftel der Arbeitnehmer mit dem niedrigsten Bruttostunden-verdienst gehören nur 26 Prozent auch beim Äquivalenzeinkommen, das den Haushaltszusammenhang berücksichtigt, zum einkommensschwächsten Fünftel. Dies erklärt sich dadurch, dass Arbeitnehmer mit einem Stundenverdienst von unter 8,50 Euro mit ihrem Nettoverdienst nur zu 38 Prozent zum Haushaltsnettoeinkommen beitragen, nicht zuletzt weil sie nur in gut der Hälfte der Fälle in ihrem Haushalt das höchste Erwerbseinkommen erzielen. Daher liegt ihr Armutsrisiko mit 18 Prozent (Vollzeitarbeitnehmer: 14 Prozent) nicht im bedenklichen Maß über dem der Gesamtbevölkerung (14 Prozent). Ein flächendeckender Mindestlohn in Deutschland wäre daher verteilungspolitisch ineffizient." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Mindestlöhne und X-Effizienz (2013)
Hoffeld, Wolfgang;Zitatform
Hoffeld, Wolfgang (2013): Mindestlöhne und X-Effizienz. (International vergleichende Schriften zur Personalökonomie und Arbeitspolitik 22), München: Hampp, 165 S.
Abstract
"Über das Für und Wider gesetzlicher Mindestlöhne wird seit jeher sowohl auf politischer als auch auf wissenschaftlicher Ebene intensiv diskutiert. Für die Kritiker eines gesetzlichen Mindestlohnes stellt der potenzielle Anstieg der Arbeitslosigkeit das Hauptargument gegen gesetzlich vorgeschriebene Lohnuntergrenzen dar. Allerdings deutet die empirische Evidenz der vergangenen Jahre immer seltener auf den intuitiv zu erwartenden negativen Zusammenhang zwischen Mindestlöhnen und Beschäftigung hin. Insbesondere konnten bislang keine substanziellen negativen Effekte der Mindestlohneinführung in Großbritannien im Jahr 1999 identifiziert werden. Im Vordergrund der Untersuchung steht die Hypothese, dass die Mindestlohneinführung in Großbritannien zu einer Erhöhung der Effizienz in der Produktion der stärker betroffenen Unternehmen geführt hat. Diese Hypothese stützt sich auf das sogenannte 'Schock-Argument' des Mindestlohnes, wonach eine Mindestlohneinführung oder eine Mindestlohnerhöhung als exogener Schock für die betroffenen Unternehmen interpretiert wird. Anhand von Unternehmensdaten aus der Datenbank FAME sowie eines speziellen Datensatzes zur Branche der britischen Pflegeheime wird die Frage nach einer effizienzsteigernden Wirkung der Mindestlohneinführung in Großbritannien mithilfe der Data-Envelopment-Analyse untersucht, die erstmals in diesem Kontext angewendet wird. Die Ergebnisse lassen auf einen positiven Einfluss des Mindestlohnes auf die Effizienz der betroffenen Unternehmen schließen. Die Arbeit leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Erklärung des Phänomens beschäftigungsneutraler bindender Mindestlöhne." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
'Varieties of institutional avoidance': employers' strategies in low-waged service sector occupations in France and Germany (2013)
Zitatform
Jaehrling, Karen & Philippe Mehaut (2013): 'Varieties of institutional avoidance'. Employers' strategies in low-waged service sector occupations in France and Germany. In: Socio-economic review, Jg. 11, H. 4, S. 687-710. DOI:10.1093/ser/mws016
Abstract
"The article analyses patterns of atypical work and their dynamics of change in three service sectors (retailing, hotels and hospitals) in Germany and France. This sectoral approach reveals that the growth of atypical employment is not just a result of new exit options that allow employers to bypass national employment standards. To a significant extent, it is also the delayed effect of latent structures, in particular the weakness of industrial relations as well as pre-existing legal exit options and gaps in the regulation of working conditions. With increasing price competition, these latent structures have come more strongly to the fore as employers make use of their significant ability to unilaterally withdraw from an existing framework. In these service sectors, the process of dualization cannot be analysed as a mere consequence of deregulation policies nor as a result of the weakening of the generalization effect emanating from manufacturing industry." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
A regional analysis of flows into and out of the UK National Minimum Wage (2013)
Jones, M. K.; Murphy, P. D.; Latreille, P. L.; Sloane, P. J.; Jones, R. J.;Zitatform
Jones, M. K., R. J. Jones, P. L. Latreille, P. D. Murphy & P. J. Sloane (2013): A regional analysis of flows into and out of the UK National Minimum Wage. In: Applied Economics, Jg. 45, H. 21, S. 3074-3087. DOI:10.1080/00036846.2012.695069
Abstract
"This article utilizes the panel element of the UK Labour Force Survey (LFS) to identify for individual regions total inflows and outflows and hazards for those individuals paid at or below the National Minimum Wage (NMW). In particular, it examines the extent and direction of the correlation between low-pay inflows and outflows and the economic cycle. Further, it examines the impact of regional variations in the bite of the NMW on regional flows into and out of the NMW." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Minimum wage effects on youth employment in the European Union (2013)
Zitatform
Laporšek, Suzana (2013): Minimum wage effects on youth employment in the European Union. In: Applied Economics Letters, Jg. 20, H. 14, S. 1288-1292. DOI:10.1080/13504851.2013.799752
Abstract
"The purpose of this article is to estimate minimum wage effects on youth employment in the European Union (EU). The analysis employs a panel regression method with fixed effects and uses data for 18 EU member states with statutory minimum wage over the period 1996 to 2011. The analysis is restricted to teenage workers between 15 and 19 years of age and young workers between 20 and 24 years of age. The study finds a negative, statistically significant impact of minimum wage on youth employment, by which the disemployment effect appears to be stronger for teenage workers. The effect remains negative and statistically significant also when controlled for other labour market institutions. Taking into account empirical results, we can conclude that EU countries should be more cautious when setting up minimum wages for young workers, as disemployment effects may have been downplayed." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Minimum wages: A view from the UK (2013)
Zitatform
Manning, Alan (2013): Minimum wages: A view from the UK. In: Perspektiven der Wirtschaftspolitik, Jg. 14, H. 1/2, S. 57-66. DOI:10.1111/pers.12004
Abstract
"In the past economists were generally hostile to the idea of a minimum wage regarding those who supported the policy as being economically illiterate. But the balance of professional opinion has also shifted. In this article I will describe the evidence that has led to this position, largely seen through the experience of the UK with the introduction of its National Minimum Wage (NMW) in 1999. The article will set out a brief history of minimum wages in the UK, then summarize the evidence on the impact of the NMW on employment and wage inequality and then briefly describe the lessons that might be learned for Germany." (Text excerpt, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Simulating the economic impacts of living wage mandates using new public and administrative data: evidence for New York City (2013)
Zitatform
Neumark, David, Matthew Thompson, Francesco Brindisi, Leslie Koyle & Clayton Reck (2013): Simulating the economic impacts of living wage mandates using new public and administrative data. Evidence for New York City. In: Economic Development Quarterly, Jg. 27, H. 4, S. 271-283. DOI:10.1177/0891242413490795
Abstract
"Policy researchers often have to estimate the future effect of imposing a policy in a particular location. There is often evidence on the effects of similar policies in other jurisdictions but no information on the effects of the policy in the jurisdiction in question. And the policy may have specific features not reflected in the experiences of other areas. It is then necessary to combine the evidence from other locations with detailed information and data specific to the jurisdiction in question, with which to simulate the effects of the policy in the new jurisdiction. We illustrate and use this approach in estimating the impact of a proposed living wage mandate for New York City, emphasizing how our ex ante simulations make use of detailed location-specific information on workers, families, and employers using administrative data and other new public data sources." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Modelling demand for low skilled/low paid labour: exploring the employment trade-offs of a living wage (2013)
Riley, Rebecca;Zitatform
Riley, Rebecca (2013): Modelling demand for low skilled/low paid labour. Exploring the employment trade-offs of a living wage. (NIESR discussion paper 404), London, 37 S.
Abstract
"This paper analyses labour demand for low skill/low pay labour in order to explore the potential employment trade-offs associated with moving to a Living Wage. Using industry sector panel data we model demand for labour classified into 5 groups defined by age and highest educational qualification. Low pay is most prevalent amongst the less skilled and the young. Amongst the 11 market sector industry groups we consider, the three sectors that would face the largest rise in their wage bill were all employers to sign up to the Living Wage are: Wholesale & Retail, Hotels & Catering; Other Community, Social & Personal Services; and less skill intensive manufacturing industries. Our calculations suggest that, conditional on the level of output and worker effort, these cost increases would reduce employers' demand for young low-skilled employees in the private sector by approximately 300,000. The analysis highlights the importance of allowing for labour substitution in considering the employment demand effects of exogenous shifts in wages. We find that in aggregate the reduction in conditional labour demand with the Living Wage is around 160,000; this is around half the reduction in the demand for young lower-skilled employees because employers substitute younger with more experienced workers. The number of employees who would see their earnings rise with a Living Wage far outweighs the estimated reduction in labour demand." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Mindestlohn im Bauhauptgewerbe: Folgen für die Beschäftigung blieben aus (2012)
Apel, Helmut; Vom Berge, Philipp ; Umkehrer, Matthias ; Schaffner, Sandra ; Kröger, Hanna; Bachmann, Ronald ; König, Marion; Wolter, Stefanie ; Paloyo, Alfredo;Zitatform
Apel, Helmut, Ronald Bachmann, Philipp Vom Berge, Marion König, Hanna Kröger, Alfredo Paloyo, Sandra Schaffner, Matthias Umkehrer & Stefanie Wolter (2012): Mindestlohn im Bauhauptgewerbe: Folgen für die Beschäftigung blieben aus. (IAB-Kurzbericht 04/2012), Nürnberg, 8 S.
Abstract
"In Deutschland gibt es derzeit elf Branchen, in denen spezifische Mindestlöhne gelten. Die Einführung weiterer Branchenmindestlöhne bzw. eines einheitlichen gesetzlichen Mindestlohns wird in der politischen Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Wie sich der Mindestlohn im Bauhauptgewerbe ausgewirkt hat, wurde nun im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei die Wirkungen der Mindestlohnregelungen auf Löhne, Beschäftigung, den Arbeitnehmerschutz sowie die Wettbewerbsbedingungen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arbeitsmarktwirkungen der Mindestlohneinführung im Bauhauptgewerbe (2012)
Apel, Helmut; Bachmann, Ronald ; Paloyo, Alfredo; Bender, Stefan; Möller, Joachim; Umkehrer, Matthias ; König, Marion; Schaffner, Sandra ; Frings, Hanna ; Tamm, Marcus ; Fertig, Michael ; Wolter, Stefanie ; Vom Berge, Philipp ;Zitatform
Apel, Helmut, Ronald Bachmann, Stefan Bender, Philipp Vom Berge, Michael Fertig, Hanna Frings, Marion König, Joachim Möller, Alfredo Paloyo, Sandra Schaffner, Marcus Tamm, Matthias Umkehrer & Stefanie Wolter (2012): Arbeitsmarktwirkungen der Mindestlohneinführung im Bauhauptgewerbe. In: Journal for labour market research, Jg. 45, H. 3/4, S. 257-277., 2012-09-20. DOI:10.1007/s12651-012-0114-x
Abstract
"Zum 1. Januar 1997 wurde im Bauhauptgewerbe ein Mindestlohn eingeführt, der bis heute besteht. Die Studie fasst verschiedene Ergebnisse zu den Folgen dieser Mindestlohnregelung zusammen. In Ostdeutschland war die Betroffenheit durch den Mindestlohn zum Zeitpunkt der Einführung stärker ausgeprägt als in Westdeutschland. Zudem wird seit dessen Einführung ein hoher Anteil der gewerblichen Arbeitnehmer im ostdeutschen Bauhauptgewerbe nahe dieser Untergrenze entlohnt. In Westdeutschland ist dies nicht der Fall. Für die Mindestlohneinführung zeigen sich positive Auswirkungen auf das Lohnwachstum in beiden Landesteilen. Nur sehr geringe oder keine Folgen lassen sich für die Beschäftigung inländischer Arbeitnehmer nachweisen. Auswirkungen auf ausländische Betriebe und deren Beschäftigte sowie Selbständige können kausalanalytisch nicht untersucht werden. Aufgrund der Besonderheiten des Bauhauptgewerbes ist bei der Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Wirtschaftszweige bzw. Gesamtdeutschland allerdings Vorsicht geboten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Möller, Joachim; Umkehrer, Matthias ; Wolter, Stefanie ; Vom Berge, Philipp ; -
Literaturhinweis
Der Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk: Auswirkungen auf Beschäftigung, Arbeitnehmerschutz und Wettbewerb (2012)
Zitatform
Aretz, Bodo, Melanie Arntz, Terry Gregory & Christian Rammer (2012): Der Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk: Auswirkungen auf Beschäftigung, Arbeitnehmerschutz und Wettbewerb. In: Journal for labour market research, Jg. 45, H. 3/4, S. 233-256., 2011-12-31. DOI:10.1007/s12651-012-0112-z
Abstract
"Der seit 1997 im Dachdeckerhandwerk eingeführte und seit 2003 bundeseinheitlich geregelte, allgemeinverbindliche Mindestlohn führt vor allem in Ostdeutschland auch im internationalen Vergleich zu einer starken Betroffenheit der Branche vom Mindestlohn. Die damit einhergehende effektive Kostenbelastung fällt dennoch begrenzt aus. Auf der Basis von Differenz-von-Differenzen-Schätzungen sowohl im Vergleich zu einer nicht von einem Mindestlohn betroffenen Baunebenbranche als auch auf Basis eines Vergleichs von unterschiedlich stark durch den Mindestlohn betroffenen Beschäftigten des Dachdeckerhandwerks, werden die kausalen Wirkungen im Hinblick auf Beschäftigung, Arbeitnehmerschutz und Wettbewerb untersucht. Dabei zeigt sich, dass sich die mit dem Mindestlohn einhergehenden Lohnzuwächse nur teilweise in Einkommenszuwächse übersetzen. Zudem lassen sich trotz einiger negativer Beschäftigungsergebnisse für die von einem bindenden Mindestlohn betroffenen Beschäftigten keine Veränderung der Gesamtbeschäftigung feststellen. Dies liegt möglicherweise daran, dass mindestlohnbedingte Kostensteigerungen zumindest teilweise über höhere Preise an die Kunden weitergegeben wurden. Eindeutige Effekte auf die Wettbewerbssituation im Dachdeckerhandwerk konnten hingegen nicht nachgewiesen werden, wenngleich sich für Ostdeutschland eine gewisse Verschiebung der Gründungstätigkeit und des Unternehmensbestands in Richtung Ein-Personen-Unternehmen zeigt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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