Tarifbindung in Deutschland
Tarifverträge bilden den Rahmen für die Arbeitsbedingungen und Lohnniveaus in Deutschland. Die Anwendung eines kollektivvertraglichen Verbands- oder Flächentarifs bringt sowohl dem Unternehmen als auch den Beschäftigten Vorteile. Dennoch wurde in den vergangenen Jahren die mangelnde Flexibilität von Tarifverträgen und ihre geringe Orientierung an betrieblichen Anforderungen von Unternehmen kritisiert.
Die Infoplattform bietet Literatur, insbesondere zu den Auswirkungen der Tarifbindung auf Löhne, Produktivität und Beschäftigung, Informationen zu Forschungsprojekten sowie Links zur Empirie der Tarifgebundenheit bundesdeutscher Unternehmen.
Die regionalen Ergebnisse des IAB-Betriebspanels zum Thema Tarifbindung finden Sie auf der Infoplattform IAB-Betriebspanel im Kapitel "Betriebliche Lohnpolitik und industrielle Beziehungen"
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Literaturhinweis
Tarifbindung, betriebliche Lohnhöhe und Lohnstreuung im Verarbeitenden Gewerbe Baden-Württembergs (2006)
Zitatform
Bechtel, Stephan, Wolf Dieter Heinbach & Harald Strotmann (2006): Tarifbindung, betriebliche Lohnhöhe und Lohnstreuung im Verarbeitenden Gewerbe Baden-Württembergs. Mannheim, 18 S.
Abstract
"Ziel des Beitrags ist es, anhand von Mikrodaten aus der Verdienststrukturerhebung 2001 für das Produzierende Gewerbe Baden-Württembergs die Frage zu beantworten, welchen Einfluss kollektive Lohnfindungsregelungen auf die betriebliche Lohnhöhe und die betriebliche Lohnstreuung haben. Auf der Grundlage verschiedener multivariater Analysemethoden wird dabei gezeigt, dass ansonsten vergleichbare Betriebe, die der Tarifbindung unterliegen, ceteris paribus höhere Löhne zahlen als Betriebe mit individuellen Lohnvereinbarungen. Der Effekt der Tarifbindung ist dabei bei den Angestellten größer als bei den Arbeitern. Eine die Lohnstreuung reduzierende Wirkung der Tarifbindung kann für Arbeiter, jedoch nicht für die Angestellten nachgewiesen werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Weiterführende Informationen
Hier finden Sie eine 4-seitige Kurzfassung. -
Literaturhinweis
Tarifverträge und betriebliche Entlohnungsstrukturen (2006)
Zitatform
Gerlach, Knut & Gesine Stephan (2006): Tarifverträge und betriebliche Entlohnungsstrukturen. In: C. Clemens, M. Heinemann & S. Soretz (Hrsg.) (2006): Auf allen Märkten zu Hause : Gedenkschrift für Franz Haslinger, S. 123-143.
Abstract
"Zentrales Anliegen des Beitrags ist es, den Zusammenhang zwischen dem Lohnregime - Anwendung eines Flächen- bzw. Haustarifvertrags oder von individuellen Lohnvereinbarungen - und der Höhe der betrieblichen Durchschnittslöhne sowie der Streuung der Löhne im Betrieb zu analysieren. Die Untersuchung basiert auf den niedersächsischen Stichproben der Gehalts- und Lohnstrukturerhebungen für die Jahre 1990, 1995 und 2001. Die Ergebnisse zeigen, dass Betriebe mit individuellen Lohnvereinbarungen durchschnittlich niedrigere Löhne zahlen und über eine größere interne Lohndispersion verfügen als Unternehmen, die Flächen- oder Haustarifverträge anwenden. Es ist zu vermuten, dass die Entwicklung der Tarifbindung in Westdeutschland durch diese Unterschiede beeinflusst wird." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Tarifbindung, Rententeilung und Konzessionsverträge als Einflussgrößen der Lohnhöhe in thüringischen Unternehmen (2006)
Scharr, Frank;Zitatform
Scharr, Frank (2006): Tarifbindung, Rententeilung und Konzessionsverträge als Einflussgrößen der Lohnhöhe in thüringischen Unternehmen. In: Ifo Dresden berichtet, Jg. 13, H. 4, S. 17-23.
Abstract
"Die hohe Arbeitslosigkeit führt seit längerem zu der Forderung, die Lohnfindung und insbesondere das Tarifvertragssystem in Deutschland zu flexibilisieren. Inflexible Löhne können bei Marktunvollkommenheiten jedoch auch auf eine Rententeilung zwischen dem Unternehmen und seinen Beschäftigten zurückgehen. Vor diesem Hintergrund werden in dem Beitrag Ergebnisse einer Untersuchung zur Lohnbildung in thüringischen Firmen zusammengefasst, die den Einfluss der Tarifbindung und der Rententeilung auf die Firmenlöhne zum Gegenstand hat." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Collective bargaining structure and its determinants: an empirical analysis with British and German establishment data (2006)
Zitatform
Schnabel, Claus, Stefan Zagelmeyer & Susanne Kohaut (2006): Collective bargaining structure and its determinants. An empirical analysis with British and German establishment data. In: European journal of industrial relations, Jg. 12, H. 2, S. 165-188. DOI:10.1177/0959680106065036
Abstract
Auf der Grundlage zweier repräsentativer Unternehmensdatensätze wird die Tarifbindung und die unternehmerische Regulierung der Arbeitsbeziehungen in Großbritannien und Deutschland (Ost- und Westdeutschland) verglichen. In beiden Ländern ist die Tarifbindung in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Während die Tarifbindung in Großbritannien generell geringer ist, gibt es dort mehr Einzelbetriebsvereinbarungen. Demgegenüber dominieren in Deutschland Flächentarifverträge. Ökonometrische Analysen führen zu dem Ergebnis, dass die Tarifverhandlungsstruktur in beiden Ländern durch mehr oder weniger dieselben Variablen erklärt werden kann. Hierzu zählen die Unternehmensgröße, das Unternehmensalter, ausländische Eigentümer, Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst oder zu einem Großunternehmen (Zweigwerke). (IAB)
Beteiligte aus dem IAB
Kohaut, Susanne; -
Literaturhinweis
Tarifbindung in der ostdeutschen Industrie weiter auf dem Rückzug (2006)
Wörsdorfer, Sophie;Zitatform
Wörsdorfer, Sophie (2006): Tarifbindung in der ostdeutschen Industrie weiter auf dem Rückzug. In: Wirtschaft im Wandel, Jg. 12, H. 1, S. 3.
Abstract
"Laut IWH-Umfrage ziehen sich die ostdeutschen Industrieunternehmen weiter aus Tarifverträgen zurück. Häufig fallen Vergütung und Tarifbindung auseinander. So gehören insgesamt nur rund zwei Fünftel der Firmen einem Tarifsystem an, in knapp drei Fünfteln der Fälle wird aber nach dem geltenden Branchentarif bzw. sogar übertariflich entlohnt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Tarifbindung und betriebliche Interessenvertretung: aktuelle Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel (2005)
Ellguth, Peter; Kohaut, Susanne;Zitatform
Ellguth, Peter & Susanne Kohaut (2005): Tarifbindung und betriebliche Interessenvertretung. Aktuelle Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 58, H. 7, S. 398-403.
Abstract
Da das IAB-Betriebspanel die einzige repräsentative Datenbasis ist, die Informationen zur betrieblichen Interessenvertretung in Deutschland enthält, wird sie zur Analyse des Ausmaßes und der Entwicklung der Tarifbindung herangezogen. Der Bericht stellt die Ergebnisse der aktuellen Wellen des IAB-Betriebspanels dar. Es zeigt sich, dass überbetriebliche Verbands- und Flächentarife nach wie vor prägend für die Lohnfindung in Deutschland sind, und dass sich die rückläufige Entwicklung der Flächentarifbindung in den letzten Jahren zu stabilisieren scheint. Für gut die Hälfte der Betriebe und rund ein Drittel der Arbeitnehmer in Westdeutschland sowie für mehr als drei Viertel der Betriebe und fast die Hälfte der Arbeitnehmer in Ostdeutschland gibt es keinen Tarifvertrag. Allerdings orientieren sich 43 Prozent der nicht tarifgebundenen Betriebe an einem Branchentarifvertrag, was einem Viertel aller Betriebe entspricht. Haustarifverträge sind in Ostdeutschland stärker verbreitet als in Westdeutschland, sie finden sich in 20 Prozent der ostdeutschen Betriebe mit 200 oder mehr Mitarbeitern. Die Anteile der Betriebe mit gesetzlich legitimierter Interessenvertretung bleibt bei etwa 11 Prozent stabil. Mit der Größe der Unternehmen steigt nicht nur die Tarifbindung, sonden auch die Mitbestimmung. Die Kernzone des dualen Systems der Interessenvertretung umfasst ein gutes Drittel der Beschäftigten in Westdeutschland, aber nur ein Fünftel in Ostdeutschland. Bei der Betrachtung der weißen Flecken in der Tarif- und Mitbestimmungslandschaft fällt vor allem die schwache Abdeckung des Dienstleistungsbereiches in Westdeutschland ins Auge. (IAB)
Beteiligte aus dem IAB
Kohaut, Susanne; -
Literaturhinweis
Tarifverträge und betriebliche Entlohnungsstrukturen (2005)
Zitatform
Gerlach, Knut & Gesine Stephan (2005): Tarifverträge und betriebliche Entlohnungsstrukturen. (IAB-Discussion Paper 20/2005), Nürnberg, 31 S.
Abstract
"Zentrales Anliegen des Beitrags ist es, den Zusammenhang zwischen dem Lohnregime - Anwendung eines Flächen- bzw. Haustarifvertrags oder von individuellen Lohnvereinbarungen - und der Höhe der betrieblichen Durchschnittslöhne sowie der Streuung der Löhne im Betrieb zu analysieren. Die Untersuchung basiert auf den niedersächsischen Stichproben der Gehalts- und Lohnstrukturerhebungen für die Jahre 1990, 1995 und 2001. Die Ergebnisse zeigen, dass Betriebe mit individuellen Lohnvereinbarungen durchschnittlich niedrigere Löhne zahlen und über eine größere interne Lohndispersion verfügen als Unternehmen, die Flächen- oder Haustarifverträge anwenden. Es ist zu vermuten, dass die Entwicklung der Tarifbindung in Westdeutschland durch diese Unterschiede beeinflusst wird." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen aus ordnungspolitischer und empirischer Sicht (2005)
Lesch, Hagen;Zitatform
Lesch, Hagen (2005): Die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen aus ordnungspolitischer und empirischer Sicht. In: Sozialer Fortschritt, Jg. 54, H. 1/2, S. 13-20.
Abstract
"Nach § 5 Absatz 1 Tarifvertragsgesetz kann der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit einen Tarifvertrag für allgemein verbindlich erklären und damit dessen Rechtsnormen auch auf die tarifungebundenen Arbeitgeber und Arbeitnehmer seines Geltungsbereichs ausdehnen. Was dem Schutz der Außenseiter vor unangemessenen Arbeitsbedingungen dienen soll, verhindert eine effektive Kontrolle tarifvertraglicher Regelungen durch den Markt im Wege von Außenseiterkonkurrenz. Angesichts der anhaltenden Arbeitsmarktprobleme, die auch das Ergebnis der Tarifpolitik sind, ist eine solche Kontrolle aber unverzichtbar. Eine Allgemeinverbindlichkeit, die den Marktzutritt für Außenseiter beschränkt, ist deshalb kontraproduktiv. Außerdem führt sie zu einer Fehlallokation der Produktionsfaktoren und induziert dadurch Arbeitslosigkeit und gesamtwirtschaftliche Wohlfahrtsverluste." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Tarifbindung, Rententeilung und Konzessionsverträge als Einflussgrößen der Lohnhöhe in Unternehmen: eine Untersuchung mit Mikrodaten für thüringische Firmen (2005)
Scharr, Frank;Zitatform
Scharr, Frank (2005): Tarifbindung, Rententeilung und Konzessionsverträge als Einflussgrößen der Lohnhöhe in Unternehmen. Eine Untersuchung mit Mikrodaten für thüringische Firmen. (Ifo-Dresden-Studien 39), Dresden, 296 S.
Abstract
"Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Determinanten nicht-markträumender Löhne wird in dieser Arbeit der Einfluss der Tarifbindung, der Teilung von Firmenrenten und der Anwendung von Konzessionsverträgen (Beschäftigungssicherungsabkommen, Arbeitnehmer-Erfolgsbeteiligungen) auf die Firmenlohnhöhe theoretisch und empirisch untersucht. Im Rahmen der ökonometrischen Analyse werden Lohnfunktionen auf der Basis von Firmendaten für das Bundesland Thüringen geschätzt. Es zeigt sich erstens, dass Flächentarifverträge mit einem höheren Firmenlohn verbinden sind. Die mit Flächentarifverträgen verbundene Lohnlücke fällt größer aus, wenn für Selektionsprozesse hinsichtlich der Anwendung von Flächentarifverträgen kontrolliert wird. Dies kann - wie die Analyse ferner zeigt - darauf zurückgeführt werden, dass die Wahrscheinlichkeit der Tarifbindung mit der Höhe der firmenspezifischen Lohnlücke der Tarifbindung sinkt. zweitens ist ein höherer Pro-Kopf-Gewinn mit einem höheren Firmenlohn verbunden, was als Indiz für eine dezentrale Rententeilung interpretiert werden kann. Die Größe des Koeffizienten für die Rententeilung unterscheidet sich nicht in Abhängigkeit von der Flächentarifbindung der Firmen, so dass sich kein Beleg dafür ergibt, dass die Flächentarifbindung die Rententeilung auf Firmenebene vermindert. Drittens deutet die mit Hilfe von Selektionskorrekturmodellen geschätzte Lohnlücke der Anwendung von Konzessionsverträgen darauf hin, dass diese Verträge einen dämpfenden Einfluss auf die Firmenlohnhöhe haben." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Collective bargaining structure and its determinants: an empirical analysis with British and German establishment data (2005)
Zitatform
Schnabel, Claus, Stefan Zagelmeyer & Susanne Kohaut (2005): Collective bargaining structure and its determinants. An empirical analysis with British and German establishment data. (IAB-Discussion Paper 16/2005), Nürnberg, 38 S.
Abstract
Auf der Grundlage zweier repräsentativer Unternehmensdatensätze wird die Tarifbindung und die unternehmerische Regulierung der Arbeitsbeziehungen in Großbritannien und Deutschland (Ost- und Westdeutschland) verglichen. In beiden Ländern ist die Tarifbindung in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Während die Tarifbindung in Großbritannien generell geringer ist, gibt es dort mehr Einzelbetriebsvereinbarungen. Demgegenüber dominieren in Deutschland Flächentarifverträge. Ökonometrische Analysen führen zu dem Ergebnis, dass die Tarifverhandlungsstruktur in beiden Ländern durch mehr oder weniger dieselben Variablen erklärt werden kann. Hierzu zählen die Unternehmensgröße, das Unternehmensalter, ausländische Eigentümer, Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst oder zu einem Großunternehmen (Zweigwerke). (IAB)
Beteiligte aus dem IAB
Kohaut, Susanne; -
Literaturhinweis
Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände: Organisationsgrade, Tarifbindung und Einflüsse auf Löhne und Beschäftigung (2005)
Zitatform
Schnabel, Claus (2005): Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände: Organisationsgrade, Tarifbindung und Einflüsse auf Löhne und Beschäftigung. In: Zeitschrift für ArbeitsmarktForschung, Jg. 38, H. 2/3, S. 181-196.
Abstract
"Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände spielen in Deutschland nicht nur bei der Lohnfindung, sondern auch in sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Fragen eine wichtige Rolle. Während die Mehrheit der Firmen in Arbeitgeberverbänden organisiert ist, sind weniger als ein Viertel der Beschäftigten Mitglied einer Gewerkschaft. Beide Sozialpartner haben große Probleme, neue Mitglieder zu gewinnen und bestehende zu halten. Ihre Organisationsgrade weisen ebenso rückläufige Tendenz auf wie die Tarifbindung. Trotz dieser Erosion sind tarifvertragliche Regelungen immer noch direkt oder indirekt für fünf von sechs Beschäftigten von Bedeutung, da (Flächen-)Tarifverträge auch für nicht formal tarifgebundene Unternehmen einen wichtigen Anker der Lohnsetzung darstellen. Empirische Studien zeigen, dass die Tarifvertragsparteien und die kollektive Lohnfindung einen signifikanten Einfluss auf die effektiv gezahlten Löhne aufweisen. Meldungen über eine abnehmende Tariftreue und eine Verbandsabstinenz der Unternehmen deuten jedoch darauf hin, dass die Gestaltungsmacht der Tarifvertragsparteien mehr und mehr bedroht ist." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände: Organisationsgrade, Tarifbindung und Einflüsse auf Löhne und Beschäftigung (2005)
Zitatform
Schnabel, Claus (2005): Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände: Organisationsgrade, Tarifbindung und Einflüsse auf Löhne und Beschäftigung. (Universität Erlangen, Nürnberg, Lehrstuhl für Arbeitsmarkt- und Regionalpolitik. Diskussionspapiere 34), Erlangen u.a., 32 S.
Abstract
"Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände spielen in Deutschland nicht nur bei der Lohnfindung, sondern auch in sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Fragen eine wichtige Rolle. Während die Mehrheit der Firmen in Arbeitgeberverbänden organisiert ist, sind weniger als ein Viertel der Beschäftigten Mitglied einer Gewerkschaft. Beide Sozialpartner haben große Probleme, neue Mitglieder zu gewinnen und bestehende zu halten. Ihre Organisationsgrade weisen ebenso rückläufige Tendenz auf wie die Tarifbindung. Trotz dieser Erosion sind tarifvertragliche Regelungen immer noch direkt oder indirekt für fünf von sechs Beschäftigten von Bedeutung, da (Flächen-)Tarifverträge auch für nicht formal tarifgebundene Unternehmen einen wichtigen Anker der Lohnsetzung darstellen. Empirische Studien zeigen, dass die Tarifvertragsparteien und die kollektive Lohnfindung einen signifikanten Einfluss auf die effektiv gezahlten Löhne aufweisen. Meldungen über eine abnehmende Tariftreue und eine Verbandsabstinenz der Unternehmen deuten jedoch darauf hin, dass die Gestaltungsmacht der Tarifvertragsparteien mehr und mehr bedroht ist." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Tarifbindung und Tarifflucht: welche Faktoren sind entscheidend? (2004)
Arndt, Christian;Zitatform
Arndt, Christian (2004): Tarifbindung und Tarifflucht. Welche Faktoren sind entscheidend? In: IAW-Report, Jg. 32, H. 2, S. 63-92.
Abstract
"Für eine ökonornische Erklärung der Entwicklung der Tarifbindung muss ein Blick hinter die Fassade aggregierter Kennzahlen geworfen werden. Ziel dieses Beitrags ist es auf der Grundlage panelökonometrischer Analysen zu untersuchen, welche Charakteristika tarifgebundene Betriebe auszeichnen und welche Einflussfaktoren Betriebe dazu ver- anlassen, sich der Tarifbindung zu entziehen. Die Grundlage für die Analysen sind die Wellen 2000 bis 2003 des IAB-Betriebspanels Baden-Württemberg. Der Beitrag zeigt, dass hinter der relativ stabilen Entwicklung der Tarifbindung auf aggregierter Ebene auf der Ebene einzelner Betriebe eine erhebliche Dynamik besteht: Das Ausmaß der Fluktuationen einzelner Betriebe aus der und in die Tarifbindung ist beträchtlich. Erstaunlich viele Betriebe ziehen sich auch nur für die Dauer einer Periode aus der Tarifbindung zurück. Deshalb ist es an dieser Stelle wichtig, bei der Operationalisierung der Tarifflucht nach der Dauer des Rückzugs aus der Tarifbindung zu unterscheiden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kontrollierte Dezentralisierung: eine Analyse der tariflichen Öffnungsklauseln in 80 Tarifbereichen (2004)
Bispinck, Reinhard;Zitatform
Bispinck, Reinhard (2004): Kontrollierte Dezentralisierung. Eine Analyse der tariflichen Öffnungsklauseln in 80 Tarifbereichen. (WSI-Informationen zur Tarifpolitik. Elemente qualitativer Tarifpolitik 55), Düsseldorf, 105 S.
Abstract
"Die folgende Dokumentation besteht aus zwei Teilen: Der erste beinhaltet eine kurzgefasste Beschreibung der Regelungen aller ausgewerteten Tarifbereiche mit folgenden Angaben:
- Gewerkschaft
- Tarifbereich und Zahl der Beschäftigten
- Gegenstandsbereich und inhaltliche Regelung
- Laufzeit des Tarifvertrages
Dieser Teil ist nach Wirtschaftsbereichen sortiert.
Der zweite Teil dokumentiert tarifliche Regelungen aus ausgewählten Tarifbereichen im Wortlaut. Die Regelungen sind alphabetisch nach der Bezeichnung der Tarifbereiche sortiert. Regelungsstand ist März 2003. In einigen Fällen wurden auch danach vereinbarte tarifliche Öffnungsklauseln aufgenommen." (Textauszug, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Ostdeutsche Industrie: Weitgehende Abkehr von der kollektiven Lohnfindung (2004)
Brenke, Karl;Zitatform
Brenke, Karl (2004): Ostdeutsche Industrie: Weitgehende Abkehr von der kollektiven Lohnfindung. In: DIW-Wochenbericht, Jg. 71, H. 13, S. 152-158.
Abstract
"Die kollektive Lohnfindung in der Industrie der neuen Bundesländer ist vor allem wegen der überzogenen Tariflohnsteigerungen Anfang der 90er Jahre weitgehend erodiert. Nur noch 10 % der Unternehmen sind Mitglied in einem tariffähigen Arbeitgeberverband. Bei den Mitgliedsbetrieben handelt es sich vor allem um größere Unternehmen, in denen insgesamt 30 % aller Arbeitnehmer beschäftigt sind - ein weit geringerer Anteil als noch vor zehn Jahren, als in den organisierten Betrieben noch drei Viertel der Industriebeschäftigten angestellt waren. Entsprechend wenig wird nach einem Flächentarifvertrag entlohnt; der allergrößte Teil der Unternehmen zahlt Löhne ohne eine formale Vereinbarung. Vergleichsweise stark ist die Tarifbindung in der chemischen Industrie, schwach ist sie in der kleinbetrieblich strukturierten Metallindustrie. Unternehmen, die Löhne ohne vertragliche Bindung zahlen, sind im Wettbewerb nicht besser, aber auch nicht schlechter positioniert als tarifvertraglich gebundene Unternehmen. Im Übrigen geben die Untersuchungsergebnisse keinen Hinweis darauf, dass die ostdeutsche Industrie wegen des Lohnniveaus Probleme hat, sich gegen die osteuropäische Konkurrenz zu behaupten. Die Abkehr von der kollektiven Lohnfindung hat allerdings auch zur Folge, dass es nicht tarifgebundene Unternehmen häufig schwer haben, Fachkräfte zu finden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Tarifbindung und betriebliche Interessenvertretung: Ergebnisse des IAB-Betriebspanels 2003 (2004)
Ellguth, Peter; Kohaut, Susanne;Zitatform
Ellguth, Peter & Susanne Kohaut (2004): Tarifbindung und betriebliche Interessenvertretung. Ergebnisse des IAB-Betriebspanels 2003. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 57, H. 8, S. 450-454.
Abstract
Die Ergebnisse des IAB-Betriebspanels 2003 werden im Hinblick auf die Tarifbindung und die Mitbestimmungsgremien in den Betrieben dargestellt. Getrennt für die alten und neuen Bundesländer und aufgegliedert nach Branchen werden die Unternehmen aufgeschlüsselt nach den Kriterien Branchentarifvertrag, Firmentarifvertrag und kein Tarifvertrag. Im Durchschnitt gelten für 39 Prozent der Betriebe und 59 Prozent der Beschäftigten Branchentarifverträge, wobei sich die Flächentarifverträge rückläufig entwickeln. Zum Thema Betriebliche Mitbestimmung ergibt sich, dass der Anteil der privatwirtschaftlichen Betriebe mit Betriebsrat bei rund 11 Prozent und damit auf dem Vorjahresniveau liegt. Von einer Erosion der quantitativen Basis der Interessenvertretung auf betrieblicher Ebene kann damit nicht die Rede sein. Alternative betriebspezifische Mitarbeitervertretungen spielen eine untergeordnete Rolle, lediglich im Dienstleistungsbereich partizipieren etwa 10 Prozent der Beschäftigten von einer solchen Einrichtung. (IAB)
Beteiligte aus dem IAB
Kohaut, Susanne; -
Literaturhinweis
Entwicklung der Tarifbindung baden-württembergischer Betriebe in den Jahren 2000 bis 2003 (2004)
Zitatform
Strotmann, Harald & Alexander Vogel (2004): Entwicklung der Tarifbindung baden-württembergischer Betriebe in den Jahren 2000 bis 2003. (IAW-Kurzbericht 2004,03), Tübingen, 23 S.
Abstract
Der Beitrag informiert anhand des IAB-Betriebspanels Baden-Württemberg über Ausmaß, Strukturen und die Entwicklung der Tarifbindung in Baden-Württemberg in den Jahren 2000 bis 2003. Es wird festgestellt, dass der Flächentarif weiterhin die dominierende Form kollektivvertraglicher Regelungen ist. Zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten in einem tarifgebundenen Betrieb. Zwar ist ein moderater Rückgang zu erkennen, von einer Erosion der Flächentarife kann jedoch aufgrund der Stabilisierung in den letzten drei Jahren nicht gesprochen werden. Mit Blick auf den hohen Anteil von Betrieben, die sich hinsichtlich der Entlohnung an einem Flächentarif orientieren, sich aber nicht an ihn binden wollen, tritt jedoch der Wunsch der Betriebe hervor, im Bedarfsfall von kollektiven Lohnvereinbarungen abweichen zu können. Die Autoren plädieren deshalb dafür, die Vorteile von Flächentarifverträgen zu bewahren, gleichzeitig jedoch einen größeren Spielraum für einzelfallgerechte betriebliche Lösungen zu schaffen. 'Mit dem vorliegenden Beitrag wird daher nicht für die Abschaffung der Flächentarifverträge oder gar für deren Verbot plädiert, sondern für eine weitergehende systemimmanente Flexibilisierung der Flächentarifverträge.' (IAB)
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Literaturhinweis
Mindeststandards für Arbeits- und Einkommensbedingungen und Tarifsystem: Projektbericht. Projekt für das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen (2003)
Bispinck, Reinhard; Schäfer, Claus; Kirsch, Johannes;Zitatform
Bispinck, Reinhard, Johannes Kirsch & Claus Schäfer (2003): Mindeststandards für Arbeits- und Einkommensbedingungen und Tarifsystem. Projektbericht. Projekt für das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf, 452 S.
Abstract
Der Bericht fasst die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zusammen, dessen Ziel es war, den Zusammenhang von sicheren Mindeststandards für Arbeits- und Einkommensbedingungen einerseits und der Entwicklung von Tarifsystem und Tarifpolitik andererseits genauer auszuleuchten. Im Zentrum standen die Ermittlung einer verlässlichen empirischen Basis sowie die Analyse möglicher Handlungsoptionen zur Sicherstellung von Mindeststandards für Arbeits- und Einkommensbedingungen. Basierend unter anderem auf Daten der IAB-Beschäftigtenstichprobe und des IAB-Betriebspanels wurden folgende Themenfelder und Fragestellungen bearbeitet: Regulierung des Arbeitsmarktes, Entwicklung von Tarifbindung und Tarifverbindlichkeit insbesondere im Niedriglohnbereich, Niveau und Struktur von Tarif- und Effektivverdiensten im Niedriglohnbereich, Sicherung von tariflichen Mindeststandards durch Allgemeinverbindlicherklärung (AVE), Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen im Einzelhandel (Fallstudie), Arbeitnehmerentsendegesetz, Rechtliche Instrumente zur Sicherung von Mindeststandards für Arbeits- und Einkommensbedingungen, Mindestlohn und Allgemeinverbindlichkeit in den Ländern der Europäischen Union. Die Ergebnisse zeigen in bezug auf die Tarifeinkommen für Nordrhein-Westfalen ein nach Branchen differenziertes Bild. Dies gilt auch für die unteren Einkommensbereiche. Auf der Basis der ausgewählten Tarifbereiche lässt sich konstatieren, dass die Tarifverträge hinreichend Möglichkeiten bieten, die Vielzahl der tariflich erfassten Berufe und Tätigkeiten auf ein weit gespreiztes Vergütungsgitter zu verteilen. Auch bei generell abnehmendem Grad der Tarifbindung wird nach wie vor die Mehrzahl der abhängig Beschäftigten - und dies gilt wenn auch in unterschiedlichem Maße für West- und Ostdeutschland - durch Tarifverträge erfasst. (IAB)
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Literaturhinweis
Produktivitätswirkungen betrieblicher Mitbestimmung: welchen Einfluss haben Betriebsgröße und Tarifbindung? (2003)
Zitatform
Jirjahn, Uwe (2003): Produktivitätswirkungen betrieblicher Mitbestimmung. Welchen Einfluss haben Betriebsgröße und Tarifbindung? In: Zeitschrift für Betriebswirtschaft H. 4, S. 63-85.
Abstract
"Der Beitrag untersucht sowohl auf theoretischer als auch empirischer Ebene die Bedingungen, unter denen sich positive Produktivitätseffekte betrieblicher Mitbestimmung einstellen. Der Einfluss der Betriebsgröße auf die ökonomischen Wirkungen von Betriebsräten ist aus theoretischer Sicht nicht eindeutig. Vielmehr ist entscheidend, dass Verteilungskonflikte weniger auf der betrieblichen Ebene anfallen, so dass sich Betriebsräte verstärkt für die Steigerung betriebsspezifischer Renten einsetzen. Die empirische Analyse bestätigt die theoretischen Erwartungen. Positive Produktivitätswirkungen von Betriebsräten sind auch in Betrieben mit 21-100 Beschäftigten möglich. Entscheidende Voraussetzung ist, dass der Betrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Tarifverträge - nein danke!?: Ausmaß und Einflussfaktoren der Tarifbindung west- und ostdeutscher Betriebe (2003)
Zitatform
Kohaut, Susanne & Claus Schnabel (2003): Tarifverträge - nein danke!? Ausmaß und Einflussfaktoren der Tarifbindung west- und ostdeutscher Betriebe. In: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Jg. 223, H. 3, S. 312-331. DOI:10.1515/jbnst-2003-0304
Abstract
"Eine Auswertung repräsentativer Daten des IAB-Betriebspanels zeigt, dass im Jahr 2000 knapp die Hälfte der westdeutschen, aber nur gut ein Viertel der ostdeutschen Betriebe durch Flächen-oder Firmentarifverträge gebunden waren, wobei die Flächentarifbindung in den letzten Jahren rückläufig war. Theoretische Erklärungen betonen u.a. die Bedeutung von Transaktionskostenaspekten und von verschiedenen mikro- und makroökonomischen Veränderungen. Ökonometrische Analysen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Tarifbindung mit der Betriebsgröße und dem Anteil qualifizierter Mitarbeiter zunimmt. Filialbetriebe neigen häufiger, Einzelunternehmen und Personengesellschaften sowie jüngere Betriebe seltener zu tariflichen Regelungen. Größere Betriebe, Filialbetriebe und solche mit Betriebsrat ziehen sich auch seltener aus Flächentarifverträgen zurück." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Kohaut, Susanne;
