Tarifbindung in Deutschland
Tarifverträge bilden den Rahmen für die Arbeitsbedingungen und Lohnniveaus in Deutschland. Die Anwendung eines kollektivvertraglichen Verbands- oder Flächentarifs bringt sowohl dem Unternehmen als auch den Beschäftigten Vorteile. Dennoch wurde in den vergangenen Jahren die mangelnde Flexibilität von Tarifverträgen und ihre geringe Orientierung an betrieblichen Anforderungen von Unternehmen kritisiert.
Die Infoplattform bietet Literatur, insbesondere zu den Auswirkungen der Tarifbindung auf Löhne, Produktivität und Beschäftigung, Informationen zu Forschungsprojekten sowie Links zur Empirie der Tarifgebundenheit bundesdeutscher Unternehmen.
Die regionalen Ergebnisse des IAB-Betriebspanels zum Thema Tarifbindung finden Sie auf der Infoplattform IAB-Betriebspanel im Kapitel "Betriebliche Lohnpolitik und industrielle Beziehungen"
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Literaturhinweis
Tarifbindung und betriebliche Interessenvertretung: aktuelle Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2010 (2011)
Ellguth, Peter; Kohaut, Susanne;Zitatform
Ellguth, Peter & Susanne Kohaut (2011): Tarifbindung und betriebliche Interessenvertretung. Aktuelle Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2010. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 64, H. 5, S. 242-247. DOI:10.5771/0342-300X-2011-5-242
Abstract
"Anhand der aktuell im IAB-Betriebspanel verfügbaren Daten stellt der Beitrag, erstens, die Tarifbindung der Betriebe wie auch der Beschäftigten dar. Danach arbeiten 2010 rund 56 % der westdeutschen und etwa 37 % der ostdeutschen Beschäftigten in Betrieben, die einem Branchentarif unterliegen. In beiden Landesteilen hat die Flächentarifbindung seit 1996 eine erkennbar rückläufige Tendenz, auch wenn die Entwicklung in jüngster Zeit weniger eindeutig verläuft. Zweitens, wird die Verbreitung sowohl von Betriebsräten als auch von betriebsspezifischen Mitarbeitervertretungen betrachtet. Hier zeigt sich eine im Vergleich zum Vorjahr stabile Reichweite der verfassten Mitbestimmung: 45 % der Beschäftigten in der Privatwirtschaft Westdeutschlands und 37 % Ostdeutschlands verfügen aktuell über einen Betriebsrat. Aber auch hier ist im Zeitverlauf ein abnehmender Deckungsgrad zu konstatieren. Zu alternativen Vertretungsformen liegen Informationen seit 2004 vor. Für diesen Zeitraum lässt sich keine Zunahme dieser Einrichtungen feststellen. Die abschließende gemeinsame Betrachtung der betrieblichen und sektoralen Ebene der Interessenvertretung zeigt ausgedehnte betriebliche Vertretungslücken sowie anwachsende 'weiße Flecken' in der Tarif- und Mitbestimmungslandschaft." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Kohaut, Susanne; -
Literaturhinweis
Flexibilität durch Öffnungsklauseln: Wenn weniger mehr ist (2011)
Zitatform
Garloff, Alfred & Nicole Gürtzgen (2011): Flexibilität durch Öffnungsklauseln: Wenn weniger mehr ist. In: IAB-Forum H. 1, S. 26-29. DOI:10.3278/IFO1101W026
Abstract
"Öffnungsklauseln haben sich seit Mitte der 1990er Jahre vor allem im Verarbeitenden Gewerbe zunehmend als wichtiger Bestandteil von Branchentarifverträgen durchgesetzt. Mit Daten des IAB lässt sich ermitteln, wie stark diese von den Betrieben genutzt werden und wie sie sich auf das betriebliche Lohnniveau auswirken. Ertragsschwache Firmen profitieren unseren Ergebnissen zufolge von Öffnungsklauseln, weil sie dadurch die Löhne flexibel an ihre Gewinnsituation anpassen können." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Behindern Flächentarifverträge eine betriebliche Differenzierung der Entlohnung? (2011)
Zitatform
Gürtzgen, Nicole (2011): Behindern Flächentarifverträge eine betriebliche Differenzierung der Entlohnung? In: Zeitschrift für ArbeitsmarktForschung, Jg. 44, H. 1/2, S. 155-161. DOI:10.1007/s12651-011-0055-9
Abstract
"Der Beitrag beleuchtet die Rolle der Tarifbindung für die Anpassungsfähigkeit von Löhnen an firmenspezifische Erfordernisse. Die empirische Evidenz auf Basis deutscher Linked Employer-Employee Daten deutet daraufhin, dass unter Flächentarifverträgen die individuelle Entlohnung weitgehend von der betriebsspezifischen Ertragssituation entkoppelt ist. Eine differenziertere Betrachtung der Bedeutung der Frequenz von Ertragsveränderungen zeigt jedoch, dass die Inflexibilität von Löhnen vor allem durch die Insensitivität der Entlohnung gegenüber kurzfristigen Schocks determiniert wird. Im Hinblick auf die Reaktion auf langfristige Veränderungen der betrieblichen Ertragslage lässt sich zumindest für größere Betriebe eine Anpassungsfähigkeit der Entlohnung nachweisen. Zudem zeigt eine nähere Betrachtung der Bedeutung der Branchenheterogenität, dass die Wettbewerbsnachteile, die sich infolge der zentralisierten Lohnfindung für schwächere Unternehmen ergeben, in den Tarifverhandlungen in Form von niedrigeren Tarifabschlüssen in heterogeneren Branchen a-priori berücksichtigt werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Gewerkschaftliche Modernisierung (2011)
Zitatform
Lehndorff, Steffen, Haipeter, Thomas & Klaus Dörre (Hrsg.) (2011): Gewerkschaftliche Modernisierung. Wiesbaden: VS-Verl., 304 S. : graph. Darst. DOI:10.1007/978-3-531-93332-0
Abstract
DDC 331.8809: Sozialwissenschaften > Wirtschaft > Arbeitsökonomie > Gewerkschaften, Tarifverhandlungen und Tarifkonflikte > Gewerkschaften > Historische, geografische, personenbezogene Behandlung
Schlagwörter [dnb]: Deutschland ; Sozioökonomischer Wandel ; Gewerkschaft ; Funktionswandel ; AufsatzsammlungWeiterführende Informationen
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Von der Branche zum Markt: zur Regulierung überbetrieblicher Arbeitsbeziehungen nach dem organisierten Kapitalismus (2011)
Holst, Hajo;Zitatform
Holst, Hajo (2011): Von der Branche zum Markt. Zur Regulierung überbetrieblicher Arbeitsbeziehungen nach dem organisierten Kapitalismus. In: Berliner Journal für Soziologie, Jg. 21, H. 3, S. 383-405. DOI:10.1007/s11609-011-0162-z
Abstract
"Am Beispiel der Callcenter wird der über zwei Jahrzehnte anhaltende Wandel der überbetrieblichen Arbeitsbeziehungen untersucht. Waren die ersten Callcenter Anfang der 1990er Jahre noch fest in die Flächentarifverträge verschiedener Ursprungsbranchen integriert, existiert heute eine unübersichtliche Gemengelage unterschiedlichster Standards und Sicherungsniveaus. Der Fragmentierungsprozess ist das Ergebnis der sukzessiven Durchsetzung eines marktzentrierten Kontrollmodus, der die Aushandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften kanalisiert und damit die inhaltliche Reichweite der Tarifautonomie einschränkt. Im Vergleich mit dem organisierten Nachkriegskapitalismus hat sich das Verhältnis von kollektiven Arbeitsbeziehungen und Markt faktisch umgekehrt: Setzten Tarifverträge als Kerninstitutionen der überbetrieblichen Arbeitsbeziehungen in der Vergangenheit der Konkurrenz unter Unternehmen und ihren Belegschaften gewisse verbindliche Grenzen, werden sie heute selbst in den gewerkschaftlichen Hochburgen mehr und mehr zu einer abhängigen Variablen der Marktentwicklung und damit tendenziell zu einer 'Ware', deren Anwendung einzelwirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Kalkülen unterliegt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Fragmentierung überbetrieblicher Arbeitsbeziehungen - Tarifverträge und gewerkschaftliche Interessenvertretung in Callcentern (2011)
Holst, Hajo;Zitatform
Holst, Hajo (2011): Fragmentierung überbetrieblicher Arbeitsbeziehungen - Tarifverträge und gewerkschaftliche Interessenvertretung in Callcentern. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 64, H. 10, S. 511-518. DOI:10.5771/0342-300X-2011-10-511
Abstract
"Der Beitrag untersucht die Entwicklung der überbetrieblichen Arbeitsbeziehungen in Callcentern seit den Anfängen des Wirtschaftszweigs in den frühen 1990er Jahren. Deutlich zu Tage tritt ein Fragmentierungsprozess: Waren die ersten, überwiegend als interne Einheiten von Großunternehmen eingerichteten Callcenter noch fest in die Flächentarifverträge und Interessenvertretungsstrukturen verschiedener Ursprungsbranchen integriert, findet sich in dem inzwischen konsolidierten Wirtschaftszweig heute ein Nebeneinander von Haustarifverträgen unterschiedlichster Entlohnungsniveaus und nicht-tarifgebundener Betriebe. Tarifpolitisches Gravitationszentrum der neuen Callcenter-Branche sind die externen Dienstleister; selbst in den wenigen gewerkschaftlichen Hochburgen werden deren Standards sukzessive zum Referenzpunkt der Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaften haben auf diese Entwicklungen bislang noch keine adäquate Antwort gefunden: Die Segmentierung der Interessenvertretung entlang der Grenzen etablierter Organisationsbereiche erschwert den solidarischen Einsatz der in den Kernbereichen vorhandenen Organisationsmacht für Verbesserungen im gesamten Wirtschaftszweig." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The state of collective bargaining and worker representation in Germany: the erosion continues (2010)
Zitatform
Addison, John T., Alex Bryson, Paulino Teixeira, André Pahnke & Lutz Bellmann (2010): The state of collective bargaining and worker representation in Germany. The erosion continues. (IZA discussion paper 5030), Bonn, 38 S.
Abstract
"This paper investigates trends in collective bargaining and worker representation in Germany from 2000 to 2008. It seeks to update and widen earlier analyses pointing to a decline in collective bargaining, while providing more information on the dual system as a whole. Using data from the IAB Employment Panel and the German Employment Register, we report evidence of a systematic and continuing erosion of the dual system. Not unnaturally the decline is led by developments in western Germany. Arguably, the path of erosion will continue until rough and ready convergence is reached with eastern Germany. Expressed differently, if the process of decentralization underpinning these developments once was 'regulated' it no longer appears to be so." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Rising wage inequality, the decline of collective bargaining, and the gender wage gap (2010)
Zitatform
Antonczyk, Dirk, Bernd Fitzenberger & Katrin Sommerfeld (2010): Rising wage inequality, the decline of collective bargaining, and the gender wage gap. (IZA discussion paper 4911), Bonn, 54 S.
Abstract
"Dies ist die erste Studie, die gleichzeitig die beiden Querschnitte der Gehalts- und Lohnstrukturerhebung 2001 und der Verdienststrukturerhebung 2006 für eine Analyse des Anstiegs der Lohnungleichheit verwendet. Wir schätzen Quantilsregressionen, um die geschlechtsspezifische Lohnentwicklung über die gesamte Lohnverteilung zu untersuchen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Lohnungleichheit sowohl für Männer als auch für Frauen stark angestiegen ist. Dieser Anstieg speist sich sowohl aus den Reallohngewinnen im oberen Bereich der Lohnverteilung als auch aus den Reallohnverlusten unterhalb des Medians. Gleichzeitig finden wir einen starken Rückgang der Tarifbindung. Sowohl die Tarifbindung durch einen Flächentarifvertrag als auch die Tarifbindung durch einen Haustarifvertrag geht im Zeitverlauf zurück. Unsere sequenzielle Zerlegung zeigt, dass alle Arbeitsplatzeffekte (Firmeneffekte, Tarifbindung) einen Anteil am Anstieg der Lohnungleichheit haben. Der Rückgang der Tarifbindung trägt zu einem bedeutenden Teil zu dem Anstieg der Lohnungleichheit bei. Gleichzeitig steigt auch die Lohnungleichheit innerhalb der Lohnverhandlungsregime. Gleichwohl werden diese Tarifbindungseffekte durch die Veränderungen der firmenspezifischen Koeffizienten dominiert, wobei letztere nahezu ausschließlich durch die Branchenkoeffizienten getrieben sind. Die Veränderung der Lohnunterschiede zwischen und innerhalb von Branchen erklärt zu einem großen Teil den beobachteten Anstieg der Lohnungleichheit. Der Rückgang in der Tarifbindung findet nahezu ausschließlich innerhalb der Branchen statt. Weiterhin tragen persönliche Koeffizienten etwas zu dem Anstieg der Lohnungleichheit bei. Im Gegensatz dazu hätten die Veränderungen der persönlichen Charakteristika zu einem Rückgang der Lohnungleichheit geführt. Insgesamt beobachten wir eine Stagnation des gesamten geschlechtsspezifischen Lohndifferenzials. Die starke Verbesserung der persönlichen Charakteristika der Frauen erklärt den Rückgang des geschlechtsspezifischen Lohndifferenzials im unteren Bereich der Lohnverteilung. Dagegen trägt der Rückgang der Tarifbindung fast gar nicht zur Entwicklung des geschlechtsspezifischen Lohndifferenzials bei." (Textauszug, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
German collective bargaining in a European perspective: continuous erosion or re-stabilisation of multi-employer agreements? (2010)
Bispinck, Reinhard; Dribbusch, Heiner; Schulten, Thorsten;Zitatform
Bispinck, Reinhard, Heiner Dribbusch & Thorsten Schulten (2010): German collective bargaining in a European perspective. Continuous erosion or re-stabilisation of multi-employer agreements? (WSI-Diskussionspapier 171), Düsseldorf, 33 S.
Abstract
"Since the mid-1990s the German system of collective bargaining with its traditional dominance of sector-level agreements has been faced by a process of creeping ero-sion. While the bargaining coverage has shown a steady decline, a far-reaching de-centralisation has increasingly undermined the system of multi-employer bargaining.
Compared with other European countries, the development in Germany seems to be rather ex-ceptional, as many countries were able to continue with a rather stable collective bargaining system and a relatively high bargaining coverage. This holds true also for countries where - as in Germany - the unions were faced by a significant decline of organisational power. The latter indicates that there are other political factors which seem to compensate for the decline of unions' organisational power and keep their institutional power basis relatively stable.
In discussing German collective bargaining in a European perspective it is the aim of this paper to identify the factors which support a stable and encompassing collective bargaining system. Our arguments are developed in three steps: First, we describe the recent developments in German collective bargaining and the accompanying changes in the organisational and structural power of German trade unions. Sec-ondly, we compare the German situation with the development in other European countries and analyses the factors which are conducive for a stable bargaining sys-tem. Considering the different experiences in Europe, we thirdly discuss the possibili-ties for a restabilisation of German collective bargaining." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en)) -
Literaturhinweis
Opening clauses in collective bargaining agreements: more flexibility to save jobs? (2010)
Zitatform
Brändle, Tobias & Wolf Dieter Heinbach (2010): Opening clauses in collective bargaining agreements. More flexibility to save jobs? (IAW-Diskussionspapiere 67), Tübingen, 28 S.
Abstract
"Collective bargaining agreements have been said to decrease deployment since the work of Calmfors and Driffill (1988). We investigate empirically whether opening clauses, flexible elements that have been introduced to reduce the decline in coverage, can indeed minimise this effect and increase job growth in covered firms. Using representative data on German establishments, the IAB Establishment Panel, in combination with data on opening clauses from the IAW, and performing propensity score matching to control for selectivity bias, we find that the existence of opening clauses has significantly negative effects on job destruction rates and that it increases job growth by approximately 0.73% per year. However, it does not seem the case that firms with explicit knowledge of opening clauses anticipate their increased flexibility, since they do not have higher job creation rates. As regards the actual application of opening clauses, our results do not show additional effects." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Auf der Flucht?: Tarifaustritte und die Rolle von Öffnungsklauseln (2010)
Ellguth, Peter; Kohaut, Susanne;Zitatform
Ellguth, Peter & Susanne Kohaut (2010): Auf der Flucht? Tarifaustritte und die Rolle von Öffnungsklauseln. In: Industrielle Beziehungen, Jg. 17, H. 4, S. 345-371.
Abstract
"Ein wesentlicher Faktor, der die Veränderungen im bundesdeutschen System industrieller Beziehungen ausmacht, ist die Erosion der Branchentarifbindung. In dem Beitrag wird analysiert, welche betrieblichen Umstände die Entscheidung gegen eine weitere Tarifbindung befördern. Dabei interessiert insbesondere die Rolle, die der Einsatz von Öffnungsklauseln für diese Entscheidung spielt. Die Daten des IAB-Betriebspanels zeigen, dass es sich in den letzten Jahren weniger um eine massenhafte Flucht als vielmehr um einen Austausch von Betrieben, die den Branchentarif verlassen, und solchen, die eintreten, handelt. In multivariaten Analysen finden sich nur wenige Hinweise auf Faktoren, die die Austrittswahrscheinlichkeit erhöhen. Insbesondere finden die zentralen Argumente, die gegen den Branchentarif vorgebracht werden, keine Bestätigung. In Matching-Modellen wird darüber hinaus der Einfluss von Öffnungsklauseln auf den Austritt aus dem Branchentarif untersucht. Hier kann keine dämpfende Wirkung von Öffnungsklauseln nachgewiesen werden. Die Ergebnisse weisen auf eine betriebliche Praxis im Umgang mit tariflichen Öffnungsklauseln hin, die sich nicht (mehr) als alternative Entscheidung gegen eine weitere Flächentarifbindung darstellt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Kohaut, Susanne; -
Literaturhinweis
Tarifbindung und betriebliche Interessenvertretung: aktuelle Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2009 (2010)
Ellguth, Peter; Kohaut, Susanne;Zitatform
Ellguth, Peter & Susanne Kohaut (2010): Tarifbindung und betriebliche Interessenvertretung. Aktuelle Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2009. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 63, H. 4, S. 204-209. DOI:10.5771/0342-300X-2010-4-204
Abstract
"Der Beitrag zeigt anhand der neuesten im IAB-Betriebspanel verfügbaren Daten, wie sich die Tarifbindung der Betriebe, differenziert nach Branche und Betriebsgröße, aktuell darstellt und verändert hat. Danach arbeiten 2009 rund 56 % der westdeutschen und etwa 38 % der ostdeutschen Beschäftigten in Betrieben, die einem Branchentarif unterliegen. Seit 1996 hat die Flächentarifbindung in beiden Landesteilen eine deutlich rückläufige Tendenz, auch wenn dieser Trend in jüngster Zeit weniger eindeutig verläuft. Auf der betrieblichen Ebene zeigt sich eine im Vergleich zum Vorjahr stabile Reichweite der Mitbestimmung: 45 % der Beschäftigten in der Privatwirtschaft Westdeutschlands und 38 % Ostdeutschlands werden von einem Betriebsrat vertreten. Aber auch hier ist in der langen Sicht ein abnehmender Deckungsgrad zu konstatieren. In der gemeinsamen Betrachtung der betrieblichen und sektoralen Ebene der Interessenvertretung wird vor allem auf die ausgedehnten betrieblichen Vertretungslücken sowie die 'weißen Flecken in der Tarif- und Mitbestimmungslandschaft' hingewiesen und deren Verbreitung in verschiedenen Wirtschaftszweigen dargestellt." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Kohaut, Susanne; -
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Mehr Angst vor Arbeitsplatzverlust seit Hartz?: langfristige Entwicklung der Beschäftigungsunsicherheit in Deutschland (2010)
Zitatform
Erlinghagen, Marcel (2010): Mehr Angst vor Arbeitsplatzverlust seit Hartz? Langfristige Entwicklung der Beschäftigungsunsicherheit in Deutschland. (IAQ-Report 2010-02), Duisburg u.a., 12 S. DOI:10.17185/duepublico/45641
Abstract
"Die in diesem Report dargestellten Analysen basieren zum Teil auf Daten der Arbeitsverwaltung, zum Großteil jedoch auf den Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Die Befunde zeigen, dass die Beschäftigungsstabilität in Deutschland langfristig nicht generell ab- und die Arbeitsmarktmobilität nicht generell zunimmt, sondern beide erstaunlich stabil bleiben. Gleichzeitig aber offenbart sich in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme der Angst vor Jobverlust. Nach der Präsentation der empirischen Befunde diskutiert der Beitrag daher die Gründe für diese scheinbar paradoxe Entwicklung, in dem der Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Beschäftigungsunsicherheit einerseits und der Arbeitslosenquote, der Einkommensungleichheit und dem Ausmaß der Tarifbindung in Deutschland andererseits untersucht werden. Dabei ergeben sich Hinweise darauf, dass die zunehmende Wahrnehmung von Beschäftigungsunsicherheit in Deutschland mit den tief greifenden sozialpolitischen Veränderungen der vergangenen Jahre in Verbindung stehen könnte." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Tarifbindungstrends und Lohndifferenz (2010)
Heinbach, Wolf Dieter;Zitatform
Heinbach, Wolf Dieter (2010): Tarifbindungstrends und Lohndifferenz. In: Wirtschaft und Statistik H. 3, S. 300-305.
Abstract
"In den vergangenen zwei Dekaden hat sich der Druck auf die Tarifpolitik deutlich erhöht. Denn das vorrangige Interesse der Arbeitgeber nach mehr Flexibilisierung und das Hauptinteresse der Gewerkschaften, die bestehenden flächentarifvertraglichen Standards zu erhalten, sind immer weniger miteinander vereinbar. Aus Sicht der Gewerkschaften ist der kollektive Flächentarifvertrag alternativlos, da er dazu beiträgt, trotz der Forderungen nach Flexibilität grundlegende kollektive Errungenschaften zu bewahren. Arbeitgeber, die sich direkt dem internationalen Wettbewerb und dem technologischen Wandel ausgesetzt sehen, erheben aber den Anspruch, dass durch die Tarifpolitik die Herausforderungen des zunehmenden Wettbewerbs berücksichtigt werden. Damit sollen auch flexible Anpassungen von Entgelt und Arbeitszeit ermöglicht werden, gerade um die Wettbewerbsfähigkeit bestehender Jobs zu erhalten.
Dieser Beitrag stellt zunächst vier verschiedene empirische Trends der Tarifpolitik dar. Dabei werden sowohl die abnehmende Tarifbindung von Betrieben und Beschäftigten als auch die zunehmende Zahl von Firmentarifverträgen und flexiblen Flächentarifverträgen aufgegriffen. Im Weiteren werden die Auswirkungen der Tarifbindung auf die Lohnstruktur anhand der Lohndifferenz zwischen tariflich und nicht tariflich entlohnten Beschäftigten untersucht." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
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Der Aufstieg des Normalarbeitsverhältnisses in Deutschland: vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bis zur Ölkrise 1973 (2010)
Zitatform
Kendzia, Michael J. (2010): Der Aufstieg des Normalarbeitsverhältnisses in Deutschland. Vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bis zur Ölkrise 1973. (IZA discussion paper 5364), Bonn, 33 S.
Abstract
Der Beitrag bietet einen historischen Überblick über die institutionelle Entwicklung der Strukturelemente des Normalarbeitsverhältnisses vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bis zur Ölkrise 1973. Thematisiert werden die Bestimmungsfaktoren der Wiederherstellung und Anpassung dieser Elemente in diesem Zeitraum. Zu diesem Zweck werden die Interessen der beteiligten Akteure dargestellt. Die historische Analyse zeigt, dass die wesentlichen Grundzüge des Normalarbeitsverhältnisses schon vor der Rentenreform von 1957 ausgeprägt waren. Ein vorläufiger Höhepunkt des institutionellen Arrangements des Normalarbeitsverhältnisses wurde in der Ära Brandt zu Beginn der 1970er-Jahre erreicht. (IAB)
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The impact of wage bargaining regime on firm-level competitiveness and wage inequality: the case of Ireland (2010)
Zitatform
McGuinness, Seamus, Elish Kelly & Philip J. O'Connell (2010): The impact of wage bargaining regime on firm-level competitiveness and wage inequality. The case of Ireland. In: Industrial relations, Jg. 49, H. 4, S. 593-615. DOI:10.1111/j.1468-232X.2010.00618.x
Abstract
"This paper uses a linked employer-employee dataset to analyze the impact of institutional wage bargaining regimes on average labor costs and within-firm wage dispersion in private sector companies in Ireland. The results show that while centralized bargaining reduced labor costs within both the indigenous and foreign-owned sectors, the relative advantage was greater among foreign-owned firms. The analysis suggests that there are potentially large competitiveness gains to multinational companies that locate in countries implementing a centralized bargaining system. Furthermore, the results provide additional support to the view that collective bargaining reduces within-firm wage inequality." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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The extent of collective bargaining and workplace representation: transitions between states and their determinants: a comparative analysis of Germany and Great Britain (2009)
Zitatform
Addison, John T., Alex Bryson, Paulino Teixeira, André Pahnke & Lutz Bellmann (2009): The extent of collective bargaining and workplace representation: transitions between states and their determinants. A comparative analysis of Germany and Great Britain. (CEP discussion paper 954), London, 62 S.
Abstract
"Industrial relations are in flux in many nations, perhaps most notably in Germany and Britain. That said, comparatively little is known in any detail of the changing pattern of the institutions of collective bargaining and worker representation in Germany and still less in both countries about firm transitions between these institutions over time. The present paper maps changes in the importance of the key institutions, 1998-2004, and explores the correlates of two-way transitions, using successive waves of the German IAB Establishment Panel and both cross-sectional and panel components of the British Workplace Employment Relations Survey. We identify the workplace correlates of the demise of collective bargaining in Britain and the erosion of sectoral bargaining in Germany, and identify the respective roles of behavioral and compositional change." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Re-Stabilisierung des deutschen Flächentarifvertragsystems (2009)
Bispinck, Reinhard; Schulten, Thorsten;Zitatform
Bispinck, Reinhard & Thorsten Schulten (2009): Re-Stabilisierung des deutschen Flächentarifvertragsystems. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 62, H. 4, S. 201-209. DOI:10.5771/0342-300X-2009-4-201
Abstract
"Das deutsche Tarifsystem befindet sich in einem seit Langem anhaltenden komplexen Erosionsprozess. Der Beitrag zeigt, dass dafür neben dem Rückgang gewerkschaftlicher Organisationsmacht und struktureller Macht am Arbeitsmarkt vor allem die abnehmende institutionelle Macht verantwortlich ist, die sich in gesetzlich fixierten Rechten und Regelungen sowie politischen Institutionen widerspiegelt. Eine vergleichende europäische Analyse macht deutlich, dass in den meisten Nachbarländern eine bewusste politische Stützung des Tarifsystems erfolgt, während in Deutschland selbst eine partielle Stabilisierung etwa im Rahmen des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes politisch sehr umkämpft ist. Das Fehlen einer politischen Stützung erklärt, warum deutsche Gewerkschaften den Erosionstendenzen des Flächentarifvertragssystems nur vergleichsweise wenig entgegenzusetzen haben. Die Autoren argumentieren, dass eine Re-Stabilisierung des Flächentarifvertragssystems aus gewerkschaftlicher Kraft allein eher unwahrscheinlich ist. Sie plädieren für eine grundlegende Reform des Verfahrens zur Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen als ersten Schritt zur Stärkung institutioneller Macht." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Tarifbindung und betriebliche Interessensvertretung in Ost und West: Schwund unterm sicheren Dach (2009)
Ellguth, Peter; Kohaut, Susanne;Zitatform
Ellguth, Peter & Susanne Kohaut (2009): Tarifbindung und betriebliche Interessensvertretung in Ost und West: Schwund unterm sicheren Dach. In: IAB-Forum H. 2, S. 68-75. DOI:10.3278/IFO0902W068
Abstract
"Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhandeln über Löhne und Arbeitsbedingungen. Tarifverträge und das Betriebsverfassungsgesetz bieten beiden Seiten ein institutionelles Gefüge dafür. Doch immer weniger Betriebe nehmen die Möglichkeit in Anspruch, Interessenkonflikte unter diesem stabilen Dach auszutragen. Gerade neu gegründete Betriebe im Osten der Republik ziehen es vor, außerhalb des Vertragsgebäudes zu agieren." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Beteiligte aus dem IAB
Kohaut, Susanne; -
Literaturhinweis
Rent-sharing and collective bargaining coverage: evidence from linked employer-employee data (2009)
Zitatform
Gürtzgen, Nicole (2009): Rent-sharing and collective bargaining coverage. Evidence from linked employer-employee data. In: The Scandinavian journal of economics, Jg. 111, H. 2, S. 323-349., 2009-07-31. DOI:10.1111/j.1467-9442.2009.01566.x
Abstract
"Using a linked employer-employee dataset, this paper analyses the relationship between firm profitability and wages. Particular emphasis is given to the question of whether the sensitivity of wages to firm-specific rents varies with collective bargaining coverage. To address this issue, we distinguish sector- and firm-specific wage agreements and wage determination without any bargaining coverage. Our findings indicate that individual wages are positively related to firm-specific quasi-rents in the non-union sector and under firm-specific contracts. Industry-wide wage contracts, however, are associated with a significantly lower responsiveness of wages to firm-level profitability." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
