Niedriglohnarbeitsmarkt
Der Ausbau des Niedriglohnsektors sollte Ende der 1990er Jahre die hohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Als Niedriglohn gilt ein Arbeitsentgelt, das trotz Vollzeitbeschäftigung keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet – die OECD definiert den ihn als einen Bruttolohn, der unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Medianbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Betroffen von Niedriglöhnen sind überdurchschnittlich häufig Personen ohne beruflichen Abschluss, jüngere Erwerbstätige und Frauen.
Bietet der Niedriglohnsektor eine Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt oder ist er eine Sackgasse? Das IAB-Themendossier erschließt Informationen zum Forschungsstand.
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Literaturhinweis
Chancen nutzen, Hemmnisse beseitigen: Beschäftigung Geringqualifizierter in Deutschland: Ergebnisse einer DIHK-Unternehmensbefragung Herbst 2006 (2006)
Dercks, Achim; Heikaus, Oliver;Zitatform
Dercks, Achim (2006): Chancen nutzen, Hemmnisse beseitigen: Beschäftigung Geringqualifizierter in Deutschland. Ergebnisse einer DIHK-Unternehmensbefragung Herbst 2006. Berlin, 20 S.
Abstract
Gegenstand der Unternehmensbefragung waren Hemmnisse, die der Schaffung von Arbeitsplätzen für Geringqualifizierte im Wege stehen. Der DIHK-Auswertung liegen mehr als 20.000 Unternehmensantworten zugrunde. Die Unternehmen sehen großen Handlungsbedarf, die Rahmenbedingungen für die Beschäftigung Geringqualifizierter zu verbessern: Mehr als Dreiviertel der Betriebe nennen wenigstens ein Hindernis, das einer Schaffung von Arbeitsplätzen für Geringqualifizierte im Inland entgegensteht. Als größter Hemmschuh erweisen sich dabei die vergleichsweise hohen Arbeitskosten am Standort Deutschland: Fast 40 Prozent der Unternehmen geben an, dass die Arbeitskosten für Einfacharbeiten zu hoch seien, so dass die Schaffung von Arbeitsplätzen für Geringqualifizierte deshalb unterbleibe. Weitere Hemmnisse sind die restriktiven Vorgaben bei Befristung und Kündigungsschutz, die geringe Arbeitsproduktivität und Qualität der Arbeit Geringqualifizierter. Anfallende Einfacharbeit wird entweder ins Ausland verlagert oder von Zeitarbeitnehmern erledigt. Größere Betriebe automatisieren einfache Arbeitsabläufe. Die DIHK empfiehlt abschließend, bestehende Barrieren für die Beschäftigung Geringqualifizierter abzubauen und neue Beschäftigungshürden zu vermeiden. Dazu gehört insbesondere der Verzicht auf Mindestlöhne. (IAB)
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Literaturhinweis
Kombilohn: Ein Ansatz mit Haken und Ösen (2006)
Zitatform
Dietz, Martin, Susanne Koch & Ulrich Walwei (2006): Kombilohn: Ein Ansatz mit Haken und Ösen. (IAB-Kurzbericht 03/2006), Nürnberg, 6 S.
Abstract
"Mit einer Kombination aus Lohn und staatlichem Transferbezug - dem Kombilohn - sollen die zunehmenden Arbeitsmarktprobleme wettbewerbsschwächerer Arbeitnehmer reduziert werden. Er erhöht die Arbeitsanreize für Leistungsbezieher und führt damit zu stärkerem Wettbewerb am Arbeitsmarkt. In Folge dessen könnten dann die Löhne sinken und die Arbeitsnachfrage steigen. Allerdings sind diese indirekten Beschäftigungswirkungen bestenfalls in der längeren Frist zu erwarten. Befristete Modelle stehen in Konkurrenz zu anderen Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Bei unbefristeten Ansätzen muss unter Status-Quo-Bedingungen mit beträchtlichen Mitnahmeeffekten und hohen Kosten gerechnet werden. Werden letztere über eine Absenkung der Transferleistungen finanziert, sind neue Armutsrisiken zu befürchten. Auch wenn Kombilöhne den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern - als arbeitsmarktpolitisches Allheilmittel sind sie keinesfalls geeignet. Um die hohe Arbeitslosigkeit nachhaltig zu senken, wäre eine umfassende Reform des Steuer- und Abgabensystems nötig. Ein erster Schritt könnte die weitere Senkung der Sozialversicherungsbeiträge im Niedriglohnbereich sein." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Förderung der Niedriglohnbeschäftigung - ein ganz dickes Brett (2006)
Zitatform
Dietz, Martin & Ulrich Walwei (2006): Förderung der Niedriglohnbeschäftigung - ein ganz dickes Brett. In: IAB-Forum H. 1, S. 12-16.
Abstract
"Es gibt kein Patentrezept zur Ausweitung der Niedriglohnbeschäftigung. Wegen der anhaltend schwierigen Beschäftigungssituation wettbewerbsschwächerer Arbeitnehmer ist der Handlungsbedarf aber weiterhin groß. Wissenschaftliche Befunde legen nahe, dass eine Verkleinerung des Abgabenkeils am unteren Ende der Lohnskala der Vorzug zu geben ist gegenüber speziellen Subventionsprogrammen. Aufgrund des in jedem Fall hohen Finanzierungsbedarfs dürfen - wegen der Entzugseffekte an anderer Stelle - aber auch davon keine Beschäftigungswunder erwartet werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kombilöhne und Mindestlöhne als Instrumente der Beschäftigungspolitik: Erfahrungen und Handlungsoptionen (2006)
Eichhorst, Werner;Zitatform
Eichhorst, Werner (2006): Kombilöhne und Mindestlöhne als Instrumente der Beschäftigungspolitik. Erfahrungen und Handlungsoptionen. (IZA discussion paper 2120), Bonn, 36 S.
Abstract
"Das Papier vergleicht die Wirkung unterschiedlicher Kombinationen von Mindest- und Kombilöhnen auf die Beschäftigung von Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen in ausgewählten Ländern. Bezogen auf die gegenwärtige Diskussion in Deutschland plädiert es für Zurückhaltung bei der Festlegung zusätzlicher Mindestlohnbestimmungen und gegen eine Ausweitung von Kombilöhnen bei gegebenem Sicherungsniveau. Besser wäre eine konsequente Aktivierung nach der Grundkonzeption von Hartz IV." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Nischenarbeitsplätze für Menschen mit geringer Qualifikation (2006)
Zitatform
Ellinger, Stephan, Roland Stein & Erwin Breitenbach (2006): Nischenarbeitsplätze für Menschen mit geringer Qualifikation. In: Zeitschrift für Heilpädagogik, Jg. 57, H. 4, S. 122-132.
Abstract
"Der Beitrag stellt neben einem zusammenfassenden Überblick der verschiedenen bundesweiten (schulischen und nach-schulischen) Initiativen und Projekte zur Integration gering Qualifizierter in Arbeit und Beruf die ersten Ergebnisse einer Untersuchung zu Nischenarbeitsplätzen dar. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden 98 Betriebe und Unternehmen nach möglichen Nischenarbeitsplätzen für gering Qualifizierte befragt. Die Firmen stammen aus dem Bereich Ernährung und Hauswirtschaft, Agrar, Dienstleistung, Körperpflege, Bautechnik, Farben, Holz und Kfz. Hier findet sich ein recht breites Spektrum von Einsatzfeldern. Sie reichen von stabilen bis hin zu problematischen Arbeits- und Bezahlungsbedingungen. Es werden die Aufgabenbereiche sowie erwartete Kompetenzen im fachlichen, persönlichen und sozialen Bereich dargestellt. Hieraus ergeben sich mögliche Konsequenzen für die Arbeitshinführung in der Schule und danach." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The double polarisation of unskilled work: Labour market mobility and job stability of unskilled employees in the course of time: evidence from German register data (2006)
Zitatform
Erlinghagen, Marcel (2006): The double polarisation of unskilled work: Labour market mobility and job stability of unskilled employees in the course of time. Evidence from German register data. (Universität Bochum, Fakultät für Sozialwissenschaft. Diskussionspapier 06-03), Bochum, 30 S.
Abstract
"Since the labour market situation of unskilled workers have become worse during the last decades this group should generally show a significant reduction of individual movements into newly started jobs, a significant growth of individual transitions into unemployment and a significant reduction of individual job stability. However, by analysing event history data for West Germany the paper makes clear that unskilled workers have faced a 'double polarisation' during the last decades. Some unskilled workers are still marketable in service society whether others have been widely excluded from employment. The impact of soft skills as an important determinant of this double polarisation process is discussed." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
The relevance and implications of imperfect self-knowledge for search (2006)
Zitatform
Falk, Armin, David Huffman & Uwe Sunde (2006): The relevance and implications of imperfect self-knowledge for search. Mannheim, 40 S.
Abstract
"Standard search theory assumes that individuals are perfectly informed about their own abilities. In contrast, we hypothesize that searchers have imperfect self-knowledge, and that this is potentially very important for understanding search behavior. We test our hypotheses in a laboratory experiment. We find that: (1) subjects are uncertain about their relative abilities, women more so than men; (2) subjects update beliefs about themselves based on search outcomes, in the right direction but too conservatively compared to Bayes' rule; (3) this updating affects willingness to continue search; (4) some high ability types to search too little and some low ability types to search too long, due to wrong beliefs; (5) a substantial number do not want to learn their exact rank among their competitors, even though this information is offered for free, and these are overwhelmingly those who are ranked low. These findings strongly suggest that imperfect self-knowledge is relevant for search outside of the lab, given that it is even more difficult to be certain of relative ability in many real-world search settings. In particular, our findings suggest that unsuccessful search is likely to lead to falling self-confidence and reduced willingness to search, and that this is likely to be more pronounced for women. Applying our findings to field evidence on job search helps explain falling exit rates out of unemployment, and explains greater non-participation rates and lower wages among women. Our findings also suggest that some non-participants in the labor market are in fact high ability types who have wrong beliefs, and that low ability types may search too long due to wrong beliefs, leading to congestion effects. Learning negative information about the self also appears to be psychologically painful, suggesting one reason why unemployment is associated with reduced life satisfaction and mental health problems. Our findings also provide a new perspective on other types of search, including search for a mate, or search for a publication in a top journal." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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The impact of basic income on the propensity to work: theoretical issues and micro-econometric results (2006)
Gamel, Claude; Balsan, Didier; Vero, Josiane;Zitatform
Gamel, Claude, Didier Balsan & Josiane Vero (2006): The impact of basic income on the propensity to work. Theoretical issues and micro-econometric results. In: The Journal of Socio-Economics, Jg. 35, H. 3, S. 476-497. DOI:10.1016/j.socec.2005.11.025
Abstract
"In France, there is much debate about 'minimum social benefits', and basic income is still perceived as too daring a proposal, in particular because it is believed to encourage idleness. How can we predict how individuals would use this unconditional income? As regards low wage earners, we look first at the uncertainties surrounding the economic theory as to the behavioural changes that this could induce. This is followed by an econometric study of answers given in 2000 by a panel of poorly qualified young adults who had recently become employed." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Beschäftigungschancen für Geringqualifizierte nach wie vor schlecht (2006)
Grundig, Beate; Weyh, Antje; Sujata, Uwe;Zitatform
Grundig, Beate, Antje Weyh & Uwe Sujata (2006): Beschäftigungschancen für Geringqualifizierte nach wie vor schlecht. In: Ifo Dresden berichtet, Jg. 13, H. 6, S. 30-33.
Abstract
"In zahlreichen Studien wurde bisher gezeigt, dass insbesondere zwei Gruppen von Personen stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind: Geringqualifizierte und Ältere. Der Beitrag analysiert zunächst die Qualifikations- und Altersstruktur der Erwerbspersonen im Jahr 2005 in Sachsen, Ost- und Westdeutschland. Daran anschließend werden die qualifikations- und altersspezifischen Arbeitslosenquoten für Sachsen für die Jahre 2004 und 2005 aktualisiert. Zusätzlich erfolgt eine Berechnung der qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten für die sächsischen Regierungsbezirke. Insgesamt hat sich das Bild der qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten über die letzten Jahre nicht verändert: Geringqualifizierte haben die schlechtesten Arbeitsmarktchancen, während eine akademische Ausbildung am ehesten vor Arbeitslosigkeit schützt. Diese Unterschiede zeigen sich in allen Regionen Sachsens sowie in Ost- und Westdeutschland gleichermaßen." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Der Arbeitsmarkt für 'einfache' Dienstleistungstätigkeiten: Beschäftigungschancen für gering Qualifizierte? (2006)
Zitatform
Hieming, Bettina, Karen Jaehrling, Thorsten Kalina, Achim Vanselow & Claudia Weinkopf (2006): Der Arbeitsmarkt für 'einfache' Dienstleistungstätigkeiten: Beschäftigungschancen für gering Qualifizierte? In: Sozialer Fortschritt, Jg. 55, H. 8, S. 208-214.
Abstract
"Mit dem Rückgang einfacher Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe haben sich beschäftigungspolitische Überlegungen, wie die Arbeitsmarktintegration von gering Qualifizierten verbessert werden kann, auf den Dienstleistungssektor verlagert. Der vorliegende Beitrag analysiert auf der Basis quantitativer und qualitativer Untersuchungen, inwiefern hier tatsächlich Arbeitsplätze entstehen, die auch formal gering Qualifizierten offen stehen. Für die letzten Jahre können zwar Dienstleistungsberufe identifiziert werden, in denen die Beschäftigung gering Qualifizierter leicht zugenommen hat, aber dies hat die Beschäftigungsverluste in anderen Bereichen nicht kompensieren können. Eine Ursache hierfür besteht darin, dass Positionen, die in der Vergangenheit Beschäftigungschancen für gering Qualifizierte geboten haben, in zunehmendem Maße von formal Qualifizierten besetzt werden. Qualitative Analysen der Rekrutierungsstrategien von Unternehmen beleuchten die Hintergründe der zunehmenden Konkurrenz gering Qualifizierter mit Qualifizierten und anderen Personengruppen. Offenbar ist dieser Trend u.a. darauf zurückzuführen, dass die Anforderungen für 'einfache' Dienstleistungstätigkeiten häufig keineswegs gering sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Employers in the boom: How did the hiring of less-skilled workers change during the 1990s (2006)
Zitatform
Holzer, Harry J., Steven Raphael & Michael A. Stoll (2006): Employers in the boom: How did the hiring of less-skilled workers change during the 1990s. In: The Review of Economics and Statistics, Jg. 88, H. 2, S. 283-299.
Abstract
"Employers became more willing to hire a range of disadvantaged workers during the 1990s boom - including minorities, workers with certain stigmas (such as welfare recipients), and those without recent experience or high school diplomas. The wages paid to newly hired less-skilled workers also increased. On the other hand, employers' demand for specific skill certification rose over time, as did their use of certain screens. The results suggest that the tight labor markets of the Tate 1990s, in conjunction with other secular changes, raised hiring costs and induced employers to shift toward screens that seemed more cost-effective." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Mindestens sechs Millionen Niedriglohnbeschäftigte in Deutschland: welche Rolle spielen Teilzeitbeschäftigung und Minijobs? (2006)
Zitatform
Kalina, Thorsten & Claudia Weinkopf (2006): Mindestens sechs Millionen Niedriglohnbeschäftigte in Deutschland. Welche Rolle spielen Teilzeitbeschäftigung und Minijobs? (IAT-Report 2006-03), Gelsenkirchen, 11 S.
Abstract
"Knapp 21% aller abhängig Beschäftigten in Deutschland arbeiten für Niedriglöhne. Nach der international üblichen Definition der Niedriglohngrenze (zwei Drittel des Medianentgelts) beträgt diese im Jahre 2004 in Westdeutschland 9,83 EURO und im Osten 7,15 EURO. Das beträchtliche Ost-West-Gefälle erfordert eine getrennte Berechnung für 'alte' und 'neue' Bundesländer, die hochgerechnet mindestens 6 Mio. Niedriglohnbeschäftigte ergibt. Während viele vorliegende Studien sich ausschließlich auf Vollzeitbeschäftigte und ihre Monatsverdienste beziehen, basiert unsere Untersuchung auf Brutto-Stundenlöhnen und ermöglicht damit die Einbeziehung von Teilzeitbeschäftigung und Minijobs. Teilzeitbeschäftigte und Minijobber/innen sind überdurchschnittlich häufig von niedrigen Stundenlöhnen betroffen. In Minijobs sind Niedriglöhne sogar fast die Regel. Dies ist weitgehend unabhängig vom Qualifikationsniveau der Beschäftigten, d. h. in einem Minijob verdient (fast) jede/r schlecht. Während unter den Vollzeit Beschäftigten Frauen etwa doppelt so häufig von Niedriglöhnen betroffen sind wie Männer, sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei Teilzeitarbeit geringer. Bei Minijobs sind Männer sogar etwas häufiger zu Niedriglöhnen beschäftigt als Frauen. Die extrem hohen Niedriglohnanteile bei Minijobs erwecken den Eindruck, dass der mit dieser Beschäftigungsform verbundene Steuer- und Beitragsvorteil von den Beschäftigten häufig als Brutto-Lohnzugeständnis an den Arbeitgeber weiter gegeben wird. Diese Praxis verstößt gegen das Diskriminierungsverbot im Teilzeit- und Befristungsgesetz. Für die aktuelle Debatte über gesetzliche Mindestlöhne bedeutsam ist die Berechnung von Niedriglöhnen in einer engeren Definition von weniger als 50 % des Medianentgelts: 9 % oder gut 2,6 Millionen abhängig Beschäftigte arbeiten für Stundenlöhne von unter 7,38 EURO in West- bzw. 5,37 EURO in Ostdeutschland." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Arbeitsanreize im Niedriglohnbereich - ein ausgewählter internationaler Vergleich. Gutachten (2006)
Kaltenborn, Bruno; Böttcher, Carina; Knerr, Petra; Heller, Dominik; Gabrielli, Bianca; Maier, Anne;Zitatform
Kaltenborn, Bruno & Petra Knerr (2006): Arbeitsanreize im Niedriglohnbereich - ein ausgewählter internationaler Vergleich. Gutachten. (Beiträge zur Wirtschaftsforschung und Politikberatung 30), Berlin, 232 S.
Abstract
"In Deutschland werden ebenso wie in anderen westlichen Industrieländern Strategien zur Ausweitung der als unzureichend erachteten Beschäftigung von Personen mit geringem Verdienstpotenzial diskutiert. Eine Beschäftigung setzt insbesondere ein entsprechendes Arbeitsangebot eines Arbeitnehmers, eine dazu passende Arbeitsnachfrage eines Unternehmens und die Kenntnis beider voneinander voraus. Entsprechend gibt es mehrere Ansatzpunkte für Strategien zur Ausweitung der Beschäftigung. Derartige Strategien werden unter anderem für den Niedriglohnbereich diskutiert und auch bereits verfolgt. Die Strategien lassen sich einerseits nach ihrem Ansatzpunkt (Arbeitsangebot von Arbeitnehmern, Arbeitsnachfrage von Unternehmen sowie Matching von Arbeitsangebot und -nachfrage) und andererseits nach der Leistungsart (Geldleistungen, Sach- und Dienstleistungen, Rahmenbedingungen) klassifizieren.
Die nähere Betrachtung erfolgt unter zwei Gesichtspunkten:
- Einerseits erfolgt eine detaillierte Betrachtung einzelner ausländischer Steuer-Transfer- Systeme, um Gestaltungsoptionen aufzuzeigen (Kapitel 2). Dies ist angesichts des Aufwandes nur für einzelne Länder möglich. Für die notwendigen Details der jeweiligen Steuer-Transfer-Systeme am aktuellen Rand ist in der Regel eine Auswertung nationaler Quellen in der jeweiligen Landessprache erforderlich. Insgesamt wurden hierfür fünf Staaten ausgewählt (Italien, Frankreich, Großbritannien, Irland und die USA).
- Andererseits ist das Resultat des komplexen Zusammenspiels der Steuer-Transfer- Systeme unterschiedlicher Länder hinsichtlich der Anreize im Niedriglohnbereich von Interesse (Kapitel 3). Für eine derartige Betrachtung ist ebenfalls eine detaillierte Auswertung der jeweiligen Steuer-Transfer-Systeme erforderlich. Da hier auf Vorarbeiten der OECD zurückgegriffen werden kann, können über die fünf bereits in Kapitel 2 betrachteten Staaten hinaus weitere in die Analyse einbezogen werden. Insgesamt werden 15 westliche Industrieländer berücksichtigt." (Autorenreferat, IAB-Doku) -
Literaturhinweis
Personaleinstellungen und -abgänge in Rheinland-Pfalz 2005: Teil II: Geringqualifizierte: Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel - Rheinland-Pfalz 2005 (2006)
Zitatform
Knobel, Claudia, Birgit Wagner & Alfons Schmid (2006): Personaleinstellungen und -abgänge in Rheinland-Pfalz 2005: Teil II: Geringqualifizierte. Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel - Rheinland-Pfalz 2005. (IAB-Betriebspanel Rheinland-Pfalz 2006,04), Frankfurt, Main, 11 S.
Abstract
"Der vorliegende Report ist der vierte aus der Befragungswelle 2005 des IAB-Betriebspanels Rheinland-Pfalz und beschäftigt sich mit Personalrekrutierungsstrategien. Einen Schwerpunkt bilden die Einstellungen und der Stellenabbau bei den Geringqualifizierten." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Zum Zusammenhang von Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung gering Qualifizierter (2006)
Zitatform
Koch, Susanne (2006): Zum Zusammenhang von Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung gering Qualifizierter. In: Konrad-Adenauer-Stiftung (Hrsg.) (2006): Strategien gegen Arbeitslosigkeit und Armut : was kommt nach Hartz IV? Tagungsdokumentation. Expertenworkshop der Konrad-Adenauer-Stiftung, 3.- 6. Juli 2005 (Konrad-Adenauer-Stiftung. Arbeitspapier, 154), S. 27-29.
Abstract
Die Autorin plädiert für eine "Wirtschaftspolitik mit Augenmaß" bzw. "double-handed approach" besteht aus einem Mix aus angebots- und nachfrageseitigen Elementen um die Beschäftigung von gering Qualifizierten zu erhöhen. Sie kommt zu dem Fazit, dass "mehr Wirtschaftswachstum" wahrscheinlich nicht ausreicht, um das Problem der Arbeitslosigkeit zu lösen. Ebenso sollten in Förderstrategien für die Schaffung von Einfacharbeitsplätzen keine zu hohen Erwartungen gesetzt werden. Nötig sei vor allem eine neue Bildungsexpansion, die so früh wie möglich (Lebensphasen) ansetzt. (IAB2)
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Literaturhinweis
Arbeitsmarktperspektiven für Geringqualifizierte und Fachkräfte: Ergebnisse des IAB-Betriebspanels Bremen 2005 (2006)
Landsberg, Helma; Wehling, Walter;Zitatform
Landsberg, Helma & Walter Wehling (2006): Arbeitsmarktperspektiven für Geringqualifizierte und Fachkräfte. Ergebnisse des IAB-Betriebspanels Bremen 2005. (BAW.kompakt 10), Bremen, 4 S.
Abstract
"Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung, jährlich entstehen in wachsenden bremischen Betrieben bis zu 20.000 neue Arbeitsplätze. Aufgrund des unbefriedigten Personalbedarfs kann von einem ungenutzten Beschäftigungspotenzial von ca. 2.000 Stellen ausgegangen werden. Mangelnde Qualifizierung erhöht das Arbeitslosigkeitsrisiko und mindert die Chancen auf dauerhafte Beschäftigung. Es besteht offensichtlich kein verbreiteter allgemeiner Fachkräftemangel, das Panel signalisiert jedoch einen deutlichen Handlungsbedarf zum Abbau des Qualifikations-Mismatch. Die Einstellungsstrategien der Betriebe lassen die Beschäftigungschancen älterer Arbeitnehmer besser erscheinen als allgemein vermutet. Der Betrieblichen Weiterbildung kommt zentrale Bedeutung zu, sie nutzt aber das Potenzial Geringqualifizierter zur Deckung des Fachkräftebedarfs bisher nur unzureichend." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Minimum wages and firm training (2006)
Zitatform
Lechthaler, Wolfgang & Dennis J. Snower (2006): Minimum wages and firm training. (Kieler Arbeitspapier 1298), Kiel, 21 S.
Abstract
"The paper analyzes the influence of minimum wages on firms' incentive to train their employees. We show that this influence rests on two countervailing effects: minimum wages (i) augment wage compression and thereby raise firms' incentives to train and (ii) reduce the profitability of employees, raise the firing rate and thereby reduce training. Our analysis shows that the relative strength of these two effects depends on the employees' ability levels. Our striking result is that minimum wages give rise to skills inequality: a rise in the minimum wage leads to less training for low-ability workers and more training for those of higher ability. In short, minimum wages create a 'low-skill trap'." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
The working life: The labor market for workers in low-skilled jobs (2006)
Zitatform
Maxwell, Nan L. (2006): The working life: The labor market for workers in low-skilled jobs. Kalamazoo: Upjohn Institute for Employment Research, 193 S.
Abstract
"Over the past few decades, the economic prospects for workers possessing relatively few skills have worsened as the demand for skills in the labor market has increased. Even in jobs that might be categorized as low-skilled, workers require a diverse set of skills to succeed. Many of these skills can only be obtained through schooling or job training. This is why workers lacking skills find it difficult to attain a foothold in the labor market and why employers have difficulty filling low-skilled jobs. While it was previously assumed that the supply of workers able to fill low-skilled jobs exceeded the demand, this book reveals that the labor market for low-skilled workers actually operates quite differently. The author presents the results of her groundbreaking survey of 405 employers, which queried them about jobs requiring no more than a high school education and no more than one year of work experience. These data allow her to establish the link between skills and low-skilled jobs and to reveal the current state of the labor market facing low-skilled workers. The data also highlights the knowledge and skills that employers require in low-skilled jobs and the abilities that individuals who apply for those jobs bring to the table. Overall, the employers' responses allow to make the following five key points:
Low-skilled jobs require skills. Low-skilled jobs are not no-skilled jobs. While individuals do not have to have a high level of credentials to apply for low-skilled jobs, once they are hired, employers emphasize that they must possess the requisite skills to succeed in their jobs. Among them are the so-called new basic skills - English, math, problem-solving, and communication skills. In addition, appropriate workplace behavior and the ability to follow instructions are important, and physical abilities and mechanical skills are also required, often at levels more intense than at other jobs.
Shortages of appropriately skilled workers in low-skilled jobs exist, even when labor markets are slack. Close to 60 percent of firms in this study report great difficulty - one-fourth of them had extreme difficulty - finding qualified workers for low-skilled jobs even when unemployment rates exceed 7.0 percent.
Skills are rewarded in the labor market for workers in low-skilled jobs. Low-skilled jobs requiring skills with a high relative demand in the local labor market (i.e., skills in short supply) carry increased occupational wages. Low skilled jobs offer promotional opportunities. Firms report that over 90 percent of entry-level low-skilled jobs have promotional opportunities, as long as workers are willing and able to expand their skill sets. Firms also construct pipelines of appropriately skilled workers by hiring entry-level workers with skills needed in the position above entry level.
Hiring requirements in low-skilled jobs are relaxed in tight labor markets. Firms match recruiting and screening methods to the skills needed in the low-skilled jobs. As labor markets loosen, these firms use less extensive recruiting methods but adopt more intensive screening methods. This suggests that, during loose labor markets, firms sort through a greater number of applicants in order to uncover workers with the skill sets needed in the job.
The author also defines low-skilled jobs, identifies the populations who fill these jobs and the economic realities facing them, and offers policy solutions aimed at facilitating the career development of low-skilled individuals. Theses solutions include building skills while attending public schools and while attending publicly-funded employment and training programs. They also include increasing the demand for low-skilled workers and refining the nation's workforce development programs to better steer individuals into jobs providing economic self-sufficiency." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en)) -
Literaturhinweis
The effect of low-wage subsidies on skills and employment (2006)
Oskamp, Frank; Snower, Dennis J.;Zitatform
Oskamp, Frank & Dennis J. Snower (2006): The effect of low-wage subsidies on skills and employment. (Kieler Arbeitspapier 1292), Kiel, 27 S.
Abstract
"We explore the far-reaching implications of low-wage subsidies on aggregate employment. Low-wage subsidies have three important effects. First, they promote employment of unskilled workers (who tend to be the ones who earn low wages). Second, by raising the payoff of unskilled work relative to skilled work, low-wage subsidies reduce the incentive to become skilled, so that there are more unskilled workers associated with a relatively low employment rate. Third, the government budget constraint has to be taken into account, which is supposed to cause an additional tax burden for the skilled workers. This amplifies the negative effect of low-wage subsidies on the incentive to acquire human capital. Thus, the first effect on the one hand and the second and third effect on the other hand pull in opposite directions in terms of employment. This paper presents a theoretical model of the labor market in which these effects can be analyzed. We then calibrate the model with respect to the German labor market to shed light on the relative strengths of these effects and thereby assess the degree to which low-wage subsidies encourage or discourage employment." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland: deskriptive Befunde zur Entwicklung seit 1980 und Verteilung auf Berufe und Wirtschaftszweige (2006)
Rhein, Thomas; Stamm, Melanie;Zitatform
Rhein, Thomas & Melanie Stamm (2006): Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland. Deskriptive Befunde zur Entwicklung seit 1980 und Verteilung auf Berufe und Wirtschaftszweige. (IAB-Forschungsbericht 12/2006), Nürnberg, 40 S.
Abstract
"Der Forschungsbericht enthält Auswertungen zur Entwicklung der Niedriglohnschwelle (2/3 des Medianlohns) und zum Umfang des Niedriglohnsektors in Westdeutschland (seit 1980) und in Ost- und Gesamtdeutschland (seit 1993), die bis zum Jahre 2004 reichen. Daran anschließend zeigen gesonderte Analysen für Westdeutschland, in welchen Berufen und Wirtschaftszweigen besonders viele Geringverdiener arbeiten, wo das Niedriglohnrisiko besonders hoch ist und welche Trends sich seit 1980 abzeichnen. Als Datengrundlage dient die Beschäftigten-Historik (BeH) des IAB in der Version 5.00, die wiederum auf der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit beruht. Sämtliche Auswertungen beziehen sich nur auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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