Niedriglohnarbeitsmarkt
Der Ausbau des Niedriglohnsektors sollte Ende der 1990er Jahre die hohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Als Niedriglohn gilt ein Arbeitsentgelt, das trotz Vollzeitbeschäftigung keine angemessene Existenzsicherung gewährleistet – die OECD definiert den ihn als einen Bruttolohn, der unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Medianbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten liegt. Betroffen von Niedriglöhnen sind überdurchschnittlich häufig Personen ohne beruflichen Abschluss, jüngere Erwerbstätige und Frauen.
Bietet der Niedriglohnsektor eine Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt oder ist er eine Sackgasse? Das IAB-Themendossier erschließt Informationen zum Forschungsstand.
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Literaturhinweis
Reformkonzepte für die Sozialhilfe und ihre Konsequenzen für Fiskus und Arbeitsangebot: mikroökonometrische Analyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel 1986 bis 1996 und dem Simulationsmodell Sim Trans (2000)
Kaltenborn, Bruno;Zitatform
Kaltenborn, Bruno (2000): Reformkonzepte für die Sozialhilfe und ihre Konsequenzen für Fiskus und Arbeitsangebot. Mikroökonometrische Analyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel 1986 bis 1996 und dem Simulationsmodell Sim Trans. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 33, H. 1, S. 68-79.
Abstract
"Die quantitative Bedeutung der Sozialhilfe hat vor allem seit Beginn der achtziger Jahre deutlich zugenommen. Dies hat verschiedene politische Akteure zu sehr unterschiedlichen Therapievorschlägen veranlasst. Arbeitgeber und die frühere Bundesregierung verfolg(t)en mit einem Kombilohn-Konzept ebenso wie die Befürworter einer negativen Einkommensteuer arbeitsmarktpolitische Ziele; sie woll(t)en durch eine Reduktion der Anrechnung von Nettoerwerbseinkommen auf die Sozialhilfe die Attraktivität einer Beschäftigung steigern. Die SPD beabsichtigt ein besonderes Leistungssystem für bestimmte Personengruppen zu schaffen, um sie nicht mehr auf die Sozialhilfe zu verweisen. In die gleiche Richtung weisen die Vorstellungen der rotgrünen Bundesregierung und der Gewerkschaften. Grüne, PDS und der Paritätische Wohlfahrtsverband schließlich beabsichtigen die Leistungen zu erhöhen, um die materielle Lage der Sozialhilfeempfänger zu verbessern. In dem Beitrag werden die Wirkungen verschiedener Reformkonzepte auf Fiskus und Arbeitsangebot unter Verwendung des eigenen Modells SimTrans zur Mikrosimulation des deutschen Steuer-Transfer-Systems mit mikroökonometrischen Methoden auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) für West- und Ostdeutschland für 1986 bzw. 1991 bis 1996 prognostiziert. Das Simulationsmodel SimTrans erlaubt u.a. die Kalkulation der Nettoeinkommen beliebiger Haushalte, die mit unterschiedlichen Erwerbsumfängen ihrer Mitglieder vor und nach einer Reform der Sozialhilfe verbunden sind. Dabei werden neben Sozialabgaben und direkten Steuern die wesentlichen staatlichen Sozialleistungen ebenso wie private Unterhaltsleistungen berücksichtigt. Die arbeitsmarktpolitischen Konzepte dürften weitgehend wirkungslos bzw. sogar kontraproduktiv sein. Die anderen Konzepte erweisen sich als kostenträchtig und beschäftigungspolitisch riskant. Dies gilt in besonderem Maße für den PDS-Vorschlag, gefolgt von den Konzepten der Grünen, des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und der SPD." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Beschäftigungsförderung: Staatliche Zuschüsse zur Sozialversicherung hinter der 630 DM-Grenze?: Prüfung eines Teilzeitmodells zur Verbesserung von niedrigen Monatseinkommen (1999)
Zitatform
Bender, Stefan, Helmut Rudolph & Ulrich Walwei (1999): Beschäftigungsförderung: Staatliche Zuschüsse zur Sozialversicherung hinter der 630 DM-Grenze? Prüfung eines Teilzeitmodells zur Verbesserung von niedrigen Monatseinkommen. (IAB-Kurzbericht 08/1999), Nürnberg, 5 S.
Abstract
"Ungeachtet der Neuregelung des 630 DM-Gesetzes liegt hinter dieser Verdienstgrenze immer noch eine Zone ungünstiger Erwerbsmöglichkeiten. Um diese Beschäftigungslücke zu schließen, wurde für niedrige Monatseinkommen ein Zuschuß zu den Arbeitnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung ins Gespräch gebracht. Die Prüfung des Zuschußmodells zeigt folgende Ergebnisse: Im Jahr 1997 hätte man hierfür 420 Mio. DM benötigt. 1999 wären es 437 Mio. DM gewesen. Es würden fast nur Teilzeitkräfte begünstigt. Zusätzliche Beschäftigungseffekte sind kaum zu erwarten. Bisher geringfügig Beschäftigte dürften allerdings ihre Arbeitszeit ausdehnen. Die Ausgestaltung ist differenziert zu beurteilen: Einerseits dürfte der Mißbrauch an der 630 DM-Schwelle eingedämmt werden. Andererseits würde - wegen der Vielzahl der Betroffenen - der Verwaltungsaufwand beträchtlich sein. Auch könnten gutsituierte Haushalte zu den Begünstigten zählen. Das Modell könnte die Durchlässigkeit an der Grenze zu den 630 DM-Jobs erhöhen, was allerdings seinen Preis hat." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Kosten eines gestaffelten Zuschusses zu den Sozialversicherungsbeiträgen: Simulation des Zuschußbedarfs auf der Basis des Jahreszeitraummaterials der Beschäftigtenstatistik von 1997 (1999)
Bender, Stefan; Rudolph, Helmut;Zitatform
Bender, Stefan & Helmut Rudolph (1999): Kosten eines gestaffelten Zuschusses zu den Sozialversicherungsbeiträgen. Simulation des Zuschußbedarfs auf der Basis des Jahreszeitraummaterials der Beschäftigtenstatistik von 1997. (IAB-Werkstattbericht 08/1999), Nürnberg, 11 S.
Abstract
In der "Benchmarking-Gruppe" des Bündnisses für Arbeit werden verschiedene Varianten eines gestaffelten Zuschusses zu den Sozialversicherungsbeiträgen diskutiert. Nach dem Vorschlag der Friedrich-Ebert-Stiftung sollen bei Vollzeit die Sozialabgaben bis zu einem Monatslohn von 1500 DM ganz, bis 3000 DM teilweise vom Staat übernommen werden. Diese Bezuschussung niedriger Löhne entlastet einerseits die Betriebe von Arbeitskosten und stockt andererseits die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer auf. In dem Bericht werden für zwei Varianten Simulationen durchgeführt, um den Brutto-Zuschußbedarf abzuschätzen. (IAB)
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Literaturhinweis
Förderung eines Niedriglohnsektors: die Diagnose stimmt, die Therapie noch nicht (1999)
Zitatform
Bender, Stefan, Bruno Kaltenborn, Helmut Rudolph & Ulrich Walwei (1999): Förderung eines Niedriglohnsektors. Die Diagnose stimmt, die Therapie noch nicht. (IAB-Kurzbericht 06/1999), Nürnberg, 7 S.
Abstract
In der "Benchmarking-Gruppe" des Bündnisses für Arbeit werden verschiedene Varianten eines gestaffelten Zuschusses zu den Sozialversicherungsbeiträgen diskutiert. Nach dem Vorschlag der Friedrich-Ebert-Stiftung sollen bei Vollzeit die Sozialabgaben bis zu einem Monatslohn von 1500 DM ganz, bis 3000 DM teilweise vom Staat übernommen werden. Diese Bezuschussung niedriger Löhne entlastet einerseits die Betriebe von Arbeitskosten und stockt andererseits die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer auf. In dem Bericht werden die Finanzierungswirkungen der Zuschüsse im Kreislaufzusammenhang und die vermuteten Beschäftigungseffekte berechnet. Es wird festgestellt, daß die "Einführungskosten" hoch und die zusätzlichen Beschäftigungseffekte bescheiden sind. Außerdem birgt die Ausgestaltung des Vorschlags die Gefahr des Mißbrauchs. (IAB)
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Literaturhinweis
Fiskalische Effekte und Beschäftigungswirkungen einer degressiven Bezuschussung der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung: Gutachten im Auftrag des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit (1999)
Kaltenborn, Bruno;Zitatform
Kaltenborn, Bruno (1999): Fiskalische Effekte und Beschäftigungswirkungen einer degressiven Bezuschussung der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung. Gutachten im Auftrag des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit. (IAB-Werkstattbericht 14/1999), Nürnberg, 56 S.
Abstract
In dem Gutachten werden die Auswirkungen von zwei Varianten einer degressiven Bezuschussung der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung auf Fiskus und Arbeitsmarkt in Deutschland untersucht. Verwendet werden hierfür Individualdaten des Sozio-ökonomischen Panels für West- und Ostdeutschland, das vom Autor entwickelte Modell SIMTRANS zur Mikrosimulation des deutschen Steuer-Transfer-Systems und alternativer Reformvarianten sowie mikroökonomische Schätzungen zur Quantifizierung der Determinanten des Arbeitsangebots der Haushalte. Es wird festgestellt, dass sowohl der Finanzbedarf als auch die Beschäftigungswirkungen bei beiden Varianten bescheiden sind. (IAB)
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Literaturhinweis
Wirkungsanalysen von Niedriglohnkonzepten (1999)
Kaltenborn, Bruno;Zitatform
Kaltenborn, Bruno (1999): Wirkungsanalysen von Niedriglohnkonzepten. (IAB-Werkstattbericht 19/1999), Nürnberg, 56 S.
Abstract
In dem Beitrag wird zunächst ein Überblick über die aktuell diskutierten Konzepte für Niedriglohnsubventionen gegeben. Anschließend werden die Ergebnisse empirischer Arbeiten referiert, die die Wirksamkeit und den Finanzbedarf dieser Konzepte untersuchen. Damit soll die weitere Diskussion um alternative Konzepte einer Niedriglohnsubvention unterstützt werden. (IAB2)
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Literaturhinweis
Kann der harte Kern der Arbeitslosigkeit durch einen Niedriglohnsektor aufgelöst werden?: eine Analyse der Arbeitslosen nach Verweildauer und Reintegration (1999)
Karr, Werner;Zitatform
Karr, Werner (1999): Kann der harte Kern der Arbeitslosigkeit durch einen Niedriglohnsektor aufgelöst werden? Eine Analyse der Arbeitslosen nach Verweildauer und Reintegration. (IAB-Kurzbericht 03/1999), Nürnberg, 7 S.
Abstract
"Mit dem Niedriglohnsektor soll die Arbeitslosigkeit kurzfristig und spürbar abgebaut werden. Gedacht ist hierbei vor allem an - subventionierte - Einfacharbeitsplätze in personennahen Dienstleistungsbereichen. Damit soll insbesondere gering qualifizierten Arbeitslosen, die als schwer vermittelbar gelten, eine Beschäftigungsperspektive eröffnet werden. Besonders schwer vermittelbar sind aber ältere Arbeitslose über 55 Jahre - ob mit oder ohne Qualifikation. Ihre Arbeitslosigkeit dauert denn auch besonders lange und nur sehr wenige beenden sie, indem sie anschließend wieder Arbeit finden. Bei niedrigentlohnten Arbeiten - z.B. im Handel, im Hotel- und Gaststättengewerbe oder in der Landwirtschaft - ist oft zwar keine nennenswerte Qualifikation, sehr wohl aber eine gewisse körperliche Fitness gefragt. Diese kann gerade von älteren Arbeitnehmern nicht immer erwartet werden. Ein Niedriglohnsektor ist deshalb kurzfristig kaum geeignet, für eine spürbare Entlastung im verfestigten Segment der Arbeitslosigkeit zu sorgen. Die Erschließung eines öffentlich gestützten Niedriglohnsektors für gering Qualifizierte bedarf einer anderen und längeren Perspektive." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Subventionierung von niedrigen Löhnen: Zu den Vorschlägen einer Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für Geringverdiener (1999)
Zitatform
Walwei, Ulrich (1999): Subventionierung von niedrigen Löhnen: Zu den Vorschlägen einer Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für Geringverdiener. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 32, H. 4, S. 514-535.
Abstract
Um die berufliche Reintegration wettbewerbsschwächerer Arbeitsloser zu fördern, werden in letzter Zeit eine Vielzahl von Ansätzen zur Subventionierung niedriger Löhne diskutiert. Zur Beurteilung dieser Arrangements werden in dem Beitrag die für ökonomische Wirkungsanalysen zentralen Kriterien (wie z.B. fiskalische Gesichtspunkte, Arbeitsmarkteffekte und Anreizwirkungen) herausgearbeitet. "Einer genaueren Betrachtung wird der zuletzt viel diskutierte Vorschlag der Friedrich-Ebert-Stiftung einer weitgehenden Bezuschussung der Sozialversicherungsabgaben für Geringverdiener unterzogen. Die Ergebnisse der empirischen Analysen zeigen, dass die Kritik an großangelegten Subventionsarrangements auch für diesen Vorschlag relevant ist. Bei Lohnsubventionen ohne Zielgruppenbeschränkung und auf unbefristete Dauer sind für den Fall unveränderter Transferleistungen und der aus Gründen der horizontalen Gleichbehandlung notwendigen Gleichbehandlung bereits Beschäftigter hohe Kosten für den Fiskus und nicht unerhebliche Mitnahme von im Grunde nicht bedürftigen Haushalten zu erwarten. Nicht zuletzt aufgrund des angesichts knapper öffentlicher Kassen unabdingbaren Gegenfinanzierungsbedarfs dürfte sich auch die Zahl der dadurch zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätze in engen Grenzen halten. Dazu kommt, dass aufgrund von Fehlanreizen die Akteure auf dem Arbeitsmarkt an Zuschüsse gewöhnt werden und sich Subventionsmentalität breit machen könnte. Die Analysen zeigen, dass großzügige Hilfe- und Lohnersatzleistungen auf der einen Seite und wirksame Arbeitsanreize auf der anderen Seite mit Blick auf die Erschließung eines niedrig produktiven Beschäftigungssektors inkompatible Ziele zu sein scheinen. Um diesen Zielkonflikt zu entschärfen, erscheint eine beschäftigungsorientierte Reform des Steuer- und Transfersystems unumgänglich, bei der folgende Eckpunkte zu berücksichtigen wären: (1) Verkleinern des zu groß gewordenen Keils zwischen Arbeitskosten und Nettolohn; (2) strikte Ausrichtung aller Transferleistungen an Bedürftigkeitskriterien und (3) Stärkung der Eigenverantwortung in der sozialen Sicherung." (IAB2)
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Literaturhinweis
Niedriglohnsektor in den USA: Der "Earned Income Tax Credit" soll Armut bei Arbeit lindern: lässt sich das amerikanische Zuschussmodell zur Beschäftigungsförderung auf Deutschland übertragen? (1999)
Werner, Heinz;Zitatform
Werner, Heinz (1999): Niedriglohnsektor in den USA: Der "Earned Income Tax Credit" soll Armut bei Arbeit lindern. Lässt sich das amerikanische Zuschussmodell zur Beschäftigungsförderung auf Deutschland übertragen? (IAB-Kurzbericht 12/1999), Nürnberg, 3 S.
Abstract
Mit dem "Earned Income Tax Credit" gibt es seit 1973 in den USA ein Fiskalmodell zur Förderung von Arbeit im Niedriglohnbereich. In dem Beitrag wird untersucht, ob durch einen solchen Steuerzuschuss auch in Deutschland zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Der Autor stellt fest, dass die Übertragung des Modells aus mehreren Gründen keinen Sinn macht: In den USA soll es nicht nur Arbeitsanreize setzen, sondern vor allem Armut bei Arbeit verhindern. In Deutschland aber geht es in erster Linie darum, Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich zu schaffen, von denen es in den USA genug gibt. Da bei uns die Sozialtransfers in der Regel das Existenzminimum sichern, müssten die Zuschüsse erheblich sein, um auf der Angebotsseite einen Anreiz zur Arbeitsaufnahme zu schaffen. Die Nachfrageseite wäre davon - zumindest kurzfristig - kaum tangiert. (IAB2)
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Literaturhinweis
Was bringt ein Kombilohn? Eine ökonometrische Analyse der Arbeitsangebotsreaktionen von Sozialhilfeempfängern und der fiskalischen Effekte für Sozialhilfeträger (1998)
Zitatform
Dreger, Christian, Wolfram Kempe, Jürgen Kolb & Lioba Trabert (1998): Was bringt ein Kombilohn? Eine ökonometrische Analyse der Arbeitsangebotsreaktionen von Sozialhilfeempfängern und der fiskalischen Effekte für Sozialhilfeträger. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 31, H. 4, S. 705-714.
Abstract
"Für Sozialhilfeempfänger ist die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit derzeit kaum lohnend. Das Erwerbseinkommen wird fast vollständig auf die Sozialhilfeleistungen angerechnet, so daß mögliche Steigerungen des verfügbaren Einkommens relativ gering ausfallen. Die bestehende Sozialhilferegelung beinhaltet folglich kaum Arbeitsanreize und wird diesbezüglich häufig kritisiert. In verschiedenen Reformansätzen wird deswegen eine Verringerung der Anrechnungsquote vorgeschlagen. Auf diese Weise läßt sich - in Anlehnung an das Konzept der negativen Einkommensteuer - eine Erhöhung des verfügbaren Einkommens erreichen und somit die Attraktivität einer Arbeitsaufnahme steigern. Einer der Reformansätze wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in die Diskussion eingebracht. Der darin vorgeschlagene Kombilohn begünstigt in besonderer Weise Haushalte mit Kindern und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die Konsequenzen dieses Vorschlags für den Arbeitsmarkt und die Sozialhilfekassen werden am Beispiel des Landes Sachsen-Anhalt ermittelt. Mit Hilfe eines Tobit-Modells werden auf der Basis von Daten des Arbeitsmarktmonitors Sachsen-Anhalt die zu erwartenden Arbeitsangebotsreaktionen von Sozialhilfeempfängern abgeschätzt. Daraus lassen sich die voraussichtlichen fiskalischen Konsequenzen für die Sozialhilfeträger bestimmen. Dabei sind die Personengruppen der arbeitslosen und erwerbstätigen Sozialhilfeempfänger sowie die potentiellen Neueintritte in die Sozialhilfe zu betrachten. Die mit der Reform verbundene Ausweitung des Arbeitsangebots ist quantitativ eher gering. Lediglich bei 2,4 vH der arbeitslosen Sozialhilfeempfänger ist eine Arbeitsaufnahme zu erwarten. Dort ergeben sich auch die Einsparwirkungen des Reformvorschlages, sofern keine Beschränkungen der Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes auftreten. Die Analyse zeigt, daß durch die Ausdehnung der Sozialhilfegrenzen erhebliche Mehrausgaben durch Mitnahmeeffekte entstehen, die insgesamt die Einsparungen übersteigen dürften." (Autorenreferat, IAB-Doku)
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Literaturhinweis
Rewarding work: how to restore participation and self-support to free enterprise (1997)
Phelps, Edmund S.;Zitatform
Phelps, Edmund S. (1997): Rewarding work. How to restore participation and self-support to free enterprise. Cambridge u.a.: Harvard University Press, 198 S.
Abstract
"For two hundred years, the economic engine of capitalism helped make the United States a nation where almost anyone willing to take initiative, work hard, and save money could lead a comfortable life, raise a family, and assume an active role in the community. Since the 1970s, however, a gulf has opened between the wages of low-paid workers and those of the middle class. With this decline in their reward, workers' job attachment has weakened, thus reducing employment. The entitlements of the welfare state have magnified the effect. The effects in turn on crime rates, drug abuse, and other indicators of social breakdown are costly for everyone. The author underscores the importance of earning a respectable wage to foster self-worth and responsibility. He shows that earning such a wage has been increasingly hard for those at the low end of the wage distribution as productivity has come to rely more on knowledge and skills and less on brawn and hard work. A crucial task for our economic and political system, he asserts, is to devise methods to help less productive workers draw a reasonable wage, thereby reintegrating them into the economic mainstream. the author's solution is a graduated schedule of subsidies to enterprises for every low-wage worker they employ. As firms hired more of these workers, the labor market would tighten and pay levels would rise. Ultimately the program would be largely self-financing, because its cost would be offset by reductions in the cost of welfare, crime, and medical care - as well as by formerly unemployed workers who would then pay taxes. The book is an essay on what could be called economic engineering - in this case, the engineering of wage structures to help low-wage American workers achieve self-sufficiency and self-respect." (Author's abstract, IAB-Doku) ((en))
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Literaturhinweis
Arbeit ist machbar: die Magdeburger Alternative. Eine sanfte Therapie für Deutschland (2005; 2006)
Zitatform
Schöb, Ronnie & Joachim Weimann (2005; 2006): Arbeit ist machbar. Die Magdeburger Alternative. Eine sanfte Therapie für Deutschland. Dössel: Stekovics, 142 S.; 144 S.
Abstract
Die Autoren schildern die unaufhaltsame Ausbreitung der Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland seit 1973 und die bislang vergeblichen Versuche, diese einzudämmen; zu diesen zählen u.a. die Arbeitszeitverkürzungen, die aktive Arbeitsmarktpolitik, das Bündnis für Arbeit, das Hartz-Konzept, die Personal Service Agenturen, Minijobs und die Agenda 2010. Sie ziehen Lehren daraus und entwickeln eine neue Beschäftigungsformel, mit der Deutschland zurück in die Vollbeschäftigung gebracht werden kann. Dies kann gelingen, ohne den seit Jahrzehnten bewährten sozialen Frieden aufzukündigen. Zunächst muss die Situation der immer größer werdenden Gruppe der Geringqualifizierten in Qualifizierte verbessert werden, da dieser Teil des Arbeitsmarktes der einzige Ansatzpunkt für eine Politikwende ist, der einen 'turnover' des gesamten Marktes herbeiführen kann. Hier geht es darum, Strukturen zu verändern. Nur wenn gleichzeitig die Anreizprobleme der Arbeitsanbieter gelöst werden und dafür Sorge getragen wird, dass der Preis für Arbeit für die Nachfrager deutlich sinkt, wird der Arbeitsmarkt wieder auf die Beine kommen. Der vorgestellte Lösungsansatz der beiden Autoren unterscheidet sich von allen Vorschlägen, die auf einen Kahlschlag des Sozialstaates setzen: Das deutsche System der sozialen Grundsicherung muss auf ein System der Hilfe zur Arbeit umgestellt werden. Neue Arbeitsplätze werden dann von den Unternehmen bereitgestellt werden, wenn die Bruttolöhne fallen. (IAB)
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